Nr. 319
Rr. 318 Jahrgang 1938
Sonnabend, den 19. November 1938
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Berlin. 1 g. November inzler wird an den Trau», irdenen Präsidenten der , aturk, durch folgende Ab-ch ^
öeneral der Infanterie List ^ l der Flieger Felmy. ^ its abgereist ist. wird beeir iffen. '
wurde während eines klinr, ter Bahnhof von Legat!»- ' Vertreter des bulaarilte, - ^b^ntscheff und. dem k Vertretern der Regier» -ralstadschef Hadschi PetkZ > en Armee sowie vom tii,! i begrüßt. Der deutsche Sr- Abovdnung bereits bis >„ itgegengefahren.
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Paris, 19. November, tschaster in Berlin. LoM i mit dem Nordexpretz dir allen. Der französische Wollart auf dem Bahnhof »m ! irrs, Graf Welczeck..
Bremer Zeitung
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London, 19. November Opfers des jüdischen Mi- mtliche Londoner Blätter ii Korrespondenten legen dabei ? prache dxs Reichsautzenmim- wie die.-,Times" meldst, erbe. Dcts Blatt unterstreicht ! e „feindselige Welt" und der angsam, aber unvermeidlich tz keine Agitation und kei» emals wieder zu einem Vs- Fortschritt Deutschlands aus Telegraph" hebt hervor, das stichen Welt gesprochen Haie.
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Bukarest, 19. November, explodierte eine Lodiniz Das Innere des Eebimdü
hat dem Johann EesM aß der Vollendung I«
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avde am Freitag em sowohl dem Prätzdenten « ng weitgehende Vollmachten P bens erteilt.
. Wie gestern -tsbes-uch des französischen.»«- om 21. bis 24. März nnW ielle Ankündigung besag - Löbrrm die Einladung zu !N.
ins Unterhaus g-wdV-A .News Ehronicle Vernon oistenfreund und G^ner einer Nachwahl,,m E iroher Mehrheit ins Unlev
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Semokratifthen Heuchlern als l-edöchtnishilfe!
Berlin. 19. November.
Ein Berliner Blatt greift einige Fälle der Besatzungszeit auf, um den Kritikern in den westlichen Demokratien werteres Material für ihre Entrüstung über die Anwendung von Kontributionen gegen Unbeteiligte zu liefern:
Am 12- 2utt 1919 wurde z. B. der französische Sergeant Paul Mannheim bei einer nächtlichen Schlägerei in der Friedrichstrabe zu Berlin von Unbekannten erstochen.
Marschall Fach forderte umgehend von der Reichsregierung nicht nur eine offizielle Entschuldigung und sür die Angehörigen des Toten eine Entschädigung von 199 999 Eoldmark, sondern legte auch der Stadt Berlin eine Million Goldfranken als Buge aus.
Die Reichsregierung weigerte sich, diese Buße anzuerkennen und Marschall Fach hätte sich zweifellos an den deutschen Volksgenossen im besetzten Rheinland schadlos gehalten, wenn nicht von unbekannter privater Seite diese Million zur Verfügung gestellt worden wäre.
Ein weiteres Beispiel, das die den Juden auferlegte Buße in Anbetracht des viel schwereren Verbrechens an dem deutschen Gesandtschaftsrat als lächerlich gering erscheinen läßt:
Während des Ruhrkampfes hielt im Februar 1923 in Eelsenkrrchen ein deutscher Polizeibeamter den mangelhaft beleuchteten Wagen eines französischen Gendarmen an. Der Franzose schoß den deutschen Polizei- beamten nieder und wurde darauf selbst verletzt. Die französische Truppe umzingelte sofort die Stadt Gelsen- kirchen, besetzte die öffentlichen Gebäude und sperrte die Innenstadt völlig ab. Zur Eintreibung der alsbald verhängten Kontribution von 199 Millionen Mark wurden das Notgeld der Stadt in Höhe von 68 Mil- lionen Mark beschlagnahmt und die französischen Soldaten ermächtigt, unseren Volksgenossen aus offener Straße und in den Straßenbahnen die Taschen zu leeren. Der Beutezug ergab 79 Millionen Mark. Um den Rest von 39 Millionen sicherzustellen, wurden die veranwortlichen Beamten der Stadtverwaltung als Geiseln ins Hauptquartier nach Recklinghausen'mitgenommen. Da es sich in allen diesen Fällen nur um Repressalien gegen deutsche Volksgenossen handelte, hat man selbstverständlich in den westlichen Demokratien alles in bester Ordnung gefunden.
Strafe für Überfall auf Volksdeutsche
Bromberg, 19. November.
Das Thorner Bezirksgericht verurteilte gestern sieben Polen, die im Sommer dieses Jahres einen schweren nächtlichen Ueberfall auf Volksdeutsche unternommen und einen von ihnen zum Krüppel gemacht hatten, zu je 18 Monaten Gefängnis.
Srünspans Verwandle vor dem Untersuchungsrichter
Paris, 19. November
Der französische Untersuchungsrichter stellte ein neues Verhör des Onkels und der Tante des jüdischen Mörders Grünspan an.
Diese beiden Verwandten des Mörders erklärten, Grünspan sei ohne Geldmittel zu ihnen gekommen. Sein Vater habe sie schriftlich gebeten, den Herschel Grünspan bei sich aufzunehmen und ihm Geld bis zu einer Gesamtsumme von 3990 Franken vorzuschießen. Der Vater habe sich verpflichtet, den Verwandten diese Geldsumme zurückzuerstatten. Die Verwandten erklärten, sie hätten über die Summen, die Herschel von ihnen erhalten habe, nicht Buch geführt, aber sie hätten ihm allwöchentlich SO bis 40 Franken Taschengeld gegeben. Am 6. November, dem Tag bor dem Mord, habe Grünspan mit seinen Verwandten-eine sehr hitzige Auseinandersetzung gehabt. Der Onkel hat ihm im Anschluß hieran 200 Franken gegeben. Der Untersuchungsrichter verlangte von den beiden Verwandten des Mörders nähere Angaben bezüglich der in der Untersuchung immer wieder auftauchenden Summe von 3000 Franken. „Sie sagten mir doch, Ihr Bruder habe Ihnen diese Summe durch einen Mittelsmann geschickt?" Darauf erklärte der Onkel, während er seine früheren Aussagen widerrief: „DurchausMcht, man hat meine Worte falsch verstanden. Leider habe ich den Brief meines Bruders zerrissen, in dem er mir erlaubte, Herschel diese Summe von 3000 Franken vorzuschießen, Herschel kann das selbst bezeugen." Das Verhör/wurde daraufhin wieder abgebrochen.
Der Verteidiger des Onkels und der Tante Grünspans forderte die sofortige Freilassung der beiden. Der Untersuchungsrichter lehnte dieses Ersuchen ab und ließ sie ins Gefängnis zurückbringen.
Kalbe Maßnahmen zwecklos
Die polnische Presse fordert radikale Lösung der Judenfrage
Warschau, 19. November.
Die polnische Presse verfolgt immer wieder mit großer Aufmerksamkeit das Judenproblem, dessen.radikale und umfassende Lösung nicht nur für Polen selbst, sondern, wie die „Gazeta Polska" schreibt, auch im Rahmen einer ausgedehnten internationalen Aktion als besonders dringlich erscheint. Die Rückwirkungen des mit der Emigration zusammenhängenden Judenproblems würden sicherlich nicht n-ur für Polen, sondern auch für das soziale und wirtschaftliche Leben der übrigen europäischen Staaten gefährlich werden, die sich im Augenblick noch nicht von Juden bedrückt fühlen, letzten Endes aber gleichfalls einer illegalen Invasion von Juden gegenüberstehen werden. Es sei heute nicht mehr möglich, das jüdische Problem nur auf dem Wege mehr oder weniger liberaler Anwendung der Einwanderungsverbote zu lösen. Wenn Palästina nicht für die Juden offenstände. dann müßten ihnqn andere Gebiete, so in Afrika und Amerika, zugewiesen werden! Eine entsprechende internationale Aktion für das Judenproblem, das heute eine Quelle der Unruhe in Europa ist, könnte zu einem positiven Ergebnis hinsichtlich der Wiederherstellung des volksmäßigen und wirtschaftlichen Gleichgewichts in der Welt führen. Halbe Maßnahmen aber hätten gar keinen Zweck.
Auf der Lemberger Technischen Hochschule kam es am Freitag infolge des frechen Benehmens jüdischer Hoch- schüler zu einer antijüdischen Kundgebung polnischer Studenten. Nachdem die Vorlesung unterbrochen worden war. entstand im Korridor eine Schlägerei, bei der ein jüdischer Student seine verdiente Prügel bezog.
Dir Führer in der Festung Landsbcrg. Ter Führer besuchte am Freitag das Gefängnis in Lands>ber-g, im dem er vor 1ö Jahren, vom 11. November 1923 bis zum 20. Dezember WU, in Festungshaft saß. — Am selben Tage besichtigte der sichrer den Erweiterungsbau des Augsburg«! «todrtheaters und überzeugte sich von dem Fortschritt der Arbeiten, die Pros. Bann,garten leitet.
Die Eltern des Gcsandtschastsrates vom Rath und die deutsche Botschaft haben über die französische Presse ihren Tank für die zahlreichen Bsileidskundgebungen anläßlich des Ablebens des Gesandtschaftsrates vom Rath zum, Ausdruck gebracht, da sie wegen der großen Zahl der BeileidSkundge- bungen nicht in der Lage sind, sofort aus alle Beileldsbewelse zu antworten.
Ungarns ludengesehe verschärft «unckumckieVkoi»
Maßnahmen zur krleickterung der jüdischen fluswanderung Kontrolle des keimatrechtes
Budapest, 19. November
Der Ausschuß der ungarischen Regierungspartei, der vor einigen Tagen zur Ausarbeitung eines neuen Judenge'setzes gebildet wuvde, ist gestern nachmittag zu einer ersten Sitzung zusammengetreten, der auch Ministerpräsident Jmredy beigewohnt haben soll.
Aus Kreisen, die der Regierungspartei nahestehen, verlauten bereits Einzelheiten über die Gesichtspunkte, nach denen die Revision des gegenwärtigen Judengesetzes durchgeführt werden soll. Danach stehen vier Punkte im Vordergrund, und zwar 1, die Regelung der Frage des Heimatrechtes und der Niederlassung von Juden,' 2. die Herabsetzung der Zahl der jüdischen Grundbesitzer und Vodenpächter; 3. die Förderung der jüdischen Auswanderung: 4, die Herabsetzung der im bisherigen Judengösttz geltenden Verhältniszahl gegenüber der übrigen Bevölkerung, beispielsweise im Wirtschaftsleben und im Angestelltenverhältnis.
Nach dem geplanten Judengesetz sollen geeignete Handhaben für die Usberprüfung der Staatsangehörigkeit und des Heimatrechts, der 'cvls unerwünscht anzusehenden Elemente, gegeben werden. Ferner sind Bestimmungen vorgesehen zur Verhinderung der Ueber- flutung der ungarischen Städte, namentlich der Landeshauptstadt, durch das jüdische Element. Bei der nunmehr mit Beschleunigung in Angriff zu nehmenden Bodenreform sollen zunächst der in jüdischen Händen befindliche Grundbesitz sowie die Großpachtungen in Angriff genommen werden. Die jüdischen Eroßpach- tungen sollen in Form von Kleinpachtungen an die ungarische landwirtschaftliche Bevölkerung gegeben werden. Zur Erleichterung der jüdischen Auswanderung plant man hier eine allgemeine Aenderung des gegenwärtig geltenden Auswanderergssetzes, das Eruppen- auswanderungen überhaupt verbietet. Man will in Zukunft alle die auswanderungSbeschränkenden Bestimmungen für die Juden aufhöben. Während den vermögenslosen Juden ohne jede Böhinderüng die Aus-
wanderung ermöglicht werden soll, beabsichtigt man, den vermögenden Juden progressiv steigende Auswanöe- lungsnbgabenaufzuerlegen. Aus diesen Abgaben soll ein Ausspanderungssonds zur Begünstigung der mittellosen Juden geschaffen, werden.
Imredv über Ungarns kinsiellung zu Ueutsckland
Budapest, 19. November
Der ungarische Ministerpräsident Jmredy hatte mit dem Hauptschriftleiter des nationalvölkischen „Uj Magyarsag" eine Unterredung, in der er sich auch über sein« Einstellung zu Deutschland ausließ. „Ich empfinde", erklärte Jmredy u. a., „die deutsch-ungarische Freundschaft ebenso wie die Gemeinschaft Ungarn und Italien nicht nur als Politiker, sondern auch rem gefühlsmäßig als Mensch. Die völkische Politik des neuen Deutschlands und ihre nach Ungarn gelangenden Auswirkungen enthalten wertvolle Lehren für das ganze Ungartum. So oft ich in Deutschland weile, reißt mich immer wieder die Kraft und Dynamik der dort herrschenden neuen Einheit mit, und ich empfinde Achtung und Bewunderung. Große und gemeinsame Interessen machen uns aufeinander angewiesen. Als ich in meiner letzten Rede davon sprach, daß die ungarisch« Politik sich noch stärker als bisher an die Politii der Achse Berlin-Rom anzupassen habe, habe ich dies ehrlich und mit dem Gefühl der aufrichtigen Freundschaft gemeint."
Weiter äußerte Jmredy n. a., daß sich der ungarische Parlamentarismus in Zukunft mehr mit der Festlegung der allgemeinen Richtlinien und nicht mehr mit Einzelfragen befassen solle. Auch wirtschaftlich strebe er zwar keine diktatorischen Ziele an, es sei aber notwendig, daß der Grundsatz Gemeinnutz vor Eigennutz auch im ungarischen Wirtschaftsleben sich Geltung verschaffe entgegen den übertrieben individual-kapitalistischen Tendenzen.
Einsamkeit und Kameradschaft
fllfred Nosenberg sprach aus See Neichsarbeitslagung des ffmtes Schristtumspslege
Berlin, 19. November.
Im Rahmen der 5. Reichsarbeitstagung des Amtes Schvifttumspslege beim Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP., die gegenwärtig in Berlin stattfindet, sprach Reichsleiter Alfred Rösenberg in einer Kundgebungen der Kroll-Oper zum Thema „Einsamkeit und Kameradschaft". Er führte u, a. aus:
Die letzten ISO Jahre zeigen uns auf dem einen Pol die Entartung.der Persönlichkeit und auf dem anderen die Entartung des Gemeinschaftsgedankens. Es ist hier das entscheidende Erlebnis der nationalsozialistischen Bewegung, daß sie das alte Verhältnis, das man abstrakt als inzwischen Ich und Gesellschaft bestehend hinstellte, nunmehr tiefer begriffen hat als die alte notwendige Spannung zwischen Persönlichkeit und Gemeinschaft und, in der Aufgabe gesehen, als eine Spannung zwischen Einsamkeit und Kameradschaft. Das erste Zssi also das Verhältnis der Menschest''untereinander, das zweite ist der Zustand,, um den diese Weysthen zu wir-» kep haben,, Und. hier. hat die nstigonälsoziallstische, BeZ. wegustg mit Mner grsthen Leidenschaft die' üd'ee der Gemeinschaft als Arbeits- und Kampfkameradschaft verkündet, wie kaum jemals eine Bewegung-in der deutschen Geschichte. Sie hat in extremer Darstellung dieser Gedanken das Wort aufgegriffen: „Ich bin nichts, mein Volk ist alles!", und wollte damit ansprechen, daß jeder alles zu opfern hat, wenn es sich um die Rettung der deutschen Nation aus Schande und Knechtschaft handelt. Und diesen Opfern sind Tausende gefolgt: Hunderttausende und Millionen haben sich durch Wort und in der Tat für diese neue Kampfkameradschaft entschieden. Alles, was in diesen Jahren sich auf politischem, militärischem, sozialem Gebiet gebildet hat, steht im Zeichen dieses alle einigenden großen Gedanken.
Es ist schon so, daß die Kameradschaft gleichsam das große Einatmen des Menschen darstellt. Durch diese Kameradschaft lernt er andere Persönlichkeiten kennen, lernt er neue Aufgaben, erblickt er neue Probleme, und in Stunden der Zurückgezogenheit, deren Ergebnisse man als ein großes Ausatmen bezeichpen darf, da werden die großen Eindrücke von außen im Innern verarbeitet, und, wenn man sich richtig einfügt, wieder einer Kameradschaft als förderndes Ergebnis zurllckge- geben.'Wenn der Führer so oft und namentlich in Stunden notwendiger schwerer Entscheidungen Berlin verläßt und sich in seine Berge begibt, so ist das nur das große Symbol dafür, was auf anderen Gebieten und in verschiedenen Berufen ebenfalls Lebensnotwendigkeit sür jeden darstellt.
Wir wollen als nationalsozialistische Eesamtbewequng beide Pole gestärkt wissen, und zwar organisch gestärkt. Auf der «inen Seite die Einsamkeit der schöpferischen Persönlichkeit ohne Individualismus der sektiererischen und Wirtschaftsinteressenten, auf der anderen Seite keine gestaltlose Millionenmasse, sondern
eine dnrchgogliederte Kampfkameradschaft der deutschen Nation. Die nationalsozialistische Bewegung muß so groß und so stark sein, daß sie stärkste Vertretungen von beiden Seiten in sich beherbergen kann.
Nach grundsätzlichen Aeußerungen zur Beschäftigutktz mit Werken der Kunst erklärte Reichsleiter Rösenberg:
Die Natur ist nicht ein Objekt willkürlicher Üaunen- auslassungen verwahrloster Temperamente. Die Geschichte mit ihren tragenden Persönlichkeiten fordert auch die Berücksichtigung ihrer sLatsächlichkeiten seitens des sie behandelnden Künstlers. Mag man der dichterischen Freiheit noch so viel Raum lasten in der Erkenntnis, daß die geschichtswirkende Kraft eines Menschen nicht notwendig mit seinem sonstigen privaten Schicksal verbunden erscheint und deshalb pus manchen Zufälligkeiten herausgehoben werden kann, so geht es nicht an, wie es manchmal geschieht, einfach Gefühle und Gedanken unserer Gegenwart in Gestalten der Vergangenheit hineinzutragen und diese, ohne sie aus ihrer eigenen Zeit zu begreifen, als Träger der Ideen unserer Epoche vorzuführen. Das Lebe» auch der Vergangenheit ist so starbig> und wechselartig.f daß der .Dichter,, immer; noch-einen weiten Spielraum hat und es ihm deshalb der künstlerische Tatst verbieten muß, hier eine V«r- manschung der Persönlichkeiten und Gedanken verschiedenster Zeitalter vorzunehmen und gar dann auch noch die bewegungslose Achtung seitens des Urteils der nationalen Gemeinschaft zu erwarten. Erst wenn dieses allgemeine Achtungsgefühl jeden Künstler beherrscht, wenn er ein Thema aus dem Leben der Nation behandelt, dann erst darf auch er erwarten, daß bei Beurteilung seines Werkes das gleiche Gefühl anhält, dann erst darf er als Dramatiker auch die Forderung stellen, daß Regisseure und Bühnenbildner sein Werk ebenfalls nicht als Möglichkeit für das Durchexperimentieren subjektivistischer Einfälle betrachten, sondern es aus eigenen Gegebenheiten bewerten und somit nicht ihre, sondern des Werkes Grundgedanken zu verdeutlichen sich bemühen.
Der alte Kamps zwische Kultur und Macht, der von blinden Theoretikern früher als eine Notwendigkeit hingestellt wurde, ist längst als gegenstandslos in unseren Herzen überwunden worden; wir empfinden auch hier keinen Gegensatz, sondern ein Zusammengehen der Kräfte und sind der tiefsten Ueberzeugung, daß Deutschland, das heute wieder sein Recht in der Welt sich durch eine ausgebildete Macht errungen hat, auch zugleich der Förderer einer in der Gebnrtsstunde stehenden neuen deutschen Kultur und eines neuen deutschen Denkens ist. Gerade in dieser Einheit von Leben. Kunst und Weltanschauung erblicken wir das Geheimnis unserer Tage und haben das beglückende Bewußtsein, hier den Elockenschlag einer neuen Epoche zu tun.
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Die bedeutungsvollen Ausführungen des Reichsleiters wenden heute von 19 bis 20 Uht vom Deutschland- sender übertragen.
Italien Senkt an die Sanktionen
Eröffnung einer Bergwerksausstellung durch Mnssolim
Rom, 19 November.
2m Mittelpunkt der Veranstaltungen des Dritten Jahrestages des Sanktionskrieges stand Freitag abend die Eröffnung der italienischen Berg.wcrksausstellung durch Mussolini. Von stürmischem Jubel begrüßt erschien der Du.ee kurz vor 18 Uhr am Zirkus Maximus, wo 3900 Arbeiter als Vertreter der italienischen Bergleute Aufstellung genommen hatten. Unter dem nicht endenwollenden Beifall der Menge setzte Mussolini von einer Zentralstelle aus die zahlreichen Maschinen in Gang und nahm dann zusammen mit Parteisekretär Staraee, der zuvor den Aufbau und die Ziele det Ausstellung dargelegt hatte, sowie zahlreichen Mitgliedern der Regierung, Partei, Wehrmacht und der Behördost eine eingehende Besichtigung der Ausstellung vor.
Stcekkketzer verprügelt
Mexiko-Stadt, 19, November.
Die Stadt Leon im Staate Euanajato, wo der Streik der Elektrizitätswerke besonders fühlbar ist, gleicht einer belagerten Festung. Angesichts der drohenden Haltung der hauptsächlich aus Arbeitern beste
henden Bevölkerung gegen die Streikenden patrouilliert schwer bewaffnete Polizei mit Maschinengewehren durch die Straßen. Die Bevölkerung verlangt u. a. die Beseitigung der aufreizenden Streikfahnen. Dieser Forderung sind die Streikeüden nachgekommen, jedoch haben sie die Gebäude der Elektrizitätswerke mit Starkstromleitungen umgeben, um zu verhindern, daß sich die Bevölkerung in den Besitz der Anlagen setzt. Am Donnerstag fanden neue Demonstrationen der Einwohner statt, wobei nicht nur mehrere Streikanführer, unter ihnen auch der bolschewistische Hetzer Lombards Toledano, angegriffen und verprügelt würden, sondern man auch Schmährufe gegen die untätigen Behörden ausstieß.
Die bisher durch den Streik entstandenen Schäden sind -außerordentlich hoch. Besonders trifft dies sür die zahlreichen ersoffenen Schächte der Bergwerke zu, deren Pumpen durch den Strommangel nicht in Betrieb gehalten werden können. Es besteht wenig Aussicht, dgß der Streik in absehbarer Zeit beendet wird.
Tr, Sey vor den Rcichssiegersirmcn. In Anwesenheit des Reichsorgonisotionsleiters Dr. Letz fand Freitag vormittag im Kaisevhos eine Kundgebung der Teutschen Uebuugswirtschast im ^Amt sür Berusserziehung und Betriebsführimg .in der DAF. statt. Verbunden damit war die Ehrung der 16 diesjährigen Neichspreisträger im zweiten Leistungswettbowerb der Teutschen Uebungswirtschast.
lüde wollte 1?0S0 MN. schmuggeln
Flensburg, 18. November
Bei der Uebergangsstclle Schusterkatc im Süden des Kreises Apcnradc sauste am Donnerstag plötzlich ein Motorradfahrer im lvv-jUlomcter-Tempo über die Grenze, passierte den deutschen und den dänischen Grenzbcamtcn und verschwand in nördlicher Richtung. Ter dänische Beamte machte unverzüglich dem nächsten dänischen Polizeiposten telesonisch von dem Vor- sall Mitteilung, dem es auch gelang, des Flüchtlings habhaft zu werden. Der Festgenommene, ein Jude aus Breslau, hatte versucht, einen Betrag von 17 00t> Reichsmark über die Grenze zu schmuggeln.
Vritische Schiffsbesalzung meuterte
London, 18. November
Wie aus Halifax (Ncuschottland) gemeldet wird, brach auf dem britischen Dreimaster „E. P. Thcriault" beim Ausladen aus einer zur Bahamas-Gruppc gehörenden Insel eine Meuterei aus. Die Besatzung versuchte, mit Gewalt Las Schisf in ihre Hände zu bringen. Als das mißlang und der Kapitän Notsignale gab, sprangen die Meuterer ins Meer und schwammen an die Küste. Der Kapitän war gezwungen, mit Hilfe eines Maats und eines Schifssjungen die lä Tage lange Reise nach Ncuschottland allein fortzusetzen.
kollündiscker sracktSampfer aufgelaufen
Paris, 18. November
Der holländische Frachtdampfer „Walborg" ist bei der Einfahrt in den Hasen von Bayonne aus das Wrack des kürzlich gesunkenen rotspanischen Dampfers- „Mar Caspio" aufgelaufen und ist im Sinken begriffen. Die 18köpsige Besatzung konnte bei dem hohen Seegang nur unter großen Mühen gerettet werden. Das holländische Schiff, das mit 1800 t Steinkohle beladen war, gilt als verloren.
Scknapsfölscher-Skandal in der Schweiz
all. Gens, 18. November
In der Schweiz hat eine große Spirituosensälscheraffäre, die sich auf immer weitere Kreise ausdehnt, großes 'Aufsehen erregt. Durch ein neues Analhsierungsversahren ist es dem chemischen Laboratorium der Stadt Zürich gelungen, eine ausfallend preiswerte Aargaucr Kirschsortc als einwandsreie Fälschung aufzudecken. Die von der Züricher Bezirksanwaltschast durchgeführte „Schnapsrazzia", die von anderen Kantonsbehörden fortgesetzt wirb, ergibt immer erstaunlichere Resultate. Spirituoscn, die sich als „garantiert echt" im schweizerischen Handel befinden, entpuppen sich durch dieses Spczialverfahren als grobe Fälschung, teilweise ganz aus Essenzen hergestellt, teilweise stark mit Spiritus verdünnt. Einige der angeklagten Fabrikanten denunzierten im ersten Schrecken ihre Konkurrenz. Auf diese Weise ist es den Untersuchungsbehörden gelungen, 18 Spirituosenfabrikanten aus den Kantonen Zug, Schwyz, Aargau, Luzern, Bern, Baselland usw. wegen Fälschung ihrer Produkte unter Anklage zu stellen. Die Untersuchung gegen 10 weitere Fabrikanten ist noch im Gange. Einige gingen sogar so weit, ihre jahrelang im Handel bekannten Marken in chemischen Laboratorium begutachten zu tasten und dann als „analysensest" zu verkaufen.
Naubmörder in trier verkostet
Berlin, 18. November
Nach umfangreichen Ermittlungen und Fahndungen, die sich über das ganze Reichsgebiet erstreckt haben, konnte jetzt in Trier der 53 Jahre alte Peter Zunkcr festgenommen werden, der am 3. ds. Mts. die 28jährige Ehefrau Johanna Mehör in ihrer Wohnung in der Hubertusallee 69 in Elinicke (Nord- bahni ermordet, beraubt und an seinem Opfer auch noch ein Sittlichkeitsvcrbrechcn verübt hatte.
Schon, bei bey ersten Feststellungen am Tatort war seinerzeit der Verdacht aufgetaucht, daß Junker die Mordtat verübt hatte. Er war ein. Bekannter der Familie Meyer, hatte diese des öfteren besucht und kleine häusliche Arbeiten für diese erledigt. Auch a» dem Tattage war er, wie einwandfrei von den Beamten der Berliner Mordkommission festgestellt werden konnte, in der Wohnung gewesen; hatte sich dann aber schleunigst entfernt und war spurlos verschwunden. Auf Grund der Veröffentlichungen in der Tagespreise gingen der Kriminalpolizei in der Folgezeit auS allen Kreisen der Bevölkerung eine Unmenge Hinweise zu, die alle in mühevoller Kleinarbeit nachgeprüft wurden. Im Laufe des gestrigen Tages gelang es der Kriminalpolizci, Zunkcr nbcrrasli>end festzunehmen. Ein Beamter der Berliner Mordkommission begab sich darauf sofort nach Trier, um den Verbrecher nach Berlin zurückzubringen,
Salzsäure in Sen Lee gegossen
rä. Berlin, 18. November
Von der großen Strafkammer des Landgerichts Berlin wurde eine 2Zjährigc Angestellte zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie ihrer Arbeitgeber!« . . . Salzsäure in den Tee gegossen hatte. Man berücksichtigte dabei, daß das Mädchen offenbar nicht ganz richtig ist und daher der Paragraph 51 auf sie anzuwenden war. Denn die Erklärung, die sie für ihr gefährliches Attentat gab, war mehr als merkwürdig. Sie sagte aus, daß sie sich über die „eingebildete Krankheit" ihrer Chefin geärgert und daher beschlossen habe, der Frau einen 'richtigen Denkzettel zu geben. Sie habe ihr auch eins auswischen wollen, weil sie sich häufig nicht gut benommen habe. Natürlich habe sie die Frau nicht töten wollen ... In Anbetracht des beschränkten geistigen Vermögens der Angeklagten und der Tat- saache, daß weiter kein Schaden entstanden war, kam das merkwürdige Mädchen mit der verhältnismäßig geringen Gefängnisstrafe davon.
Sicherungsverwahrung gegen stutodieb
rä. Berlin, 18. November
Die Berliner Kriminalpolizci verhaftete einen gefährlichen Automarder, der in ckctzter Zeit vor allem in der Innenstadt sein Unwesen trieb. Er machte sich vor allem an unbewachte Parkende Wagen heran und ließ alles mitgehen, was eben mitzunehmen war: Pelze, Mäntcl, Kleidungsstücke jeder Art, Koffer, Decken, einmal stahl er sogar den Wachhund, der zum Schutz des Wagens zurückgelassen war. Es war allerdings nur ,cin kleiner Dackel, immerhin ein wertvolles Tier, das er mit gutem „Gewinn" verkaufte, Wds er nicht los wurde, schenkte er seiner 30jährigen Geliebten, die er in dieser Zeit wahrhaft fürstlich ausstattete. Auch sie stand jetzt mit vor Gericht und wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Ihrem Liebhaber wuvde ein für allemal das Handwerk gelegt: der Wäßrige Angeklagte, der erst im Dezember vorigen Jahres nach einem dreijährigen Zuchthausausenthalt. aus der Strafanstalt entlassen war. wurde als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt und darüber hinaus in Sicherungsverwahrung genommen.
Sstseetaucker heben Vonaudampfer
rä.Wicn,' 18. November
Ostsectanchcr haben jetzt mit der Bergung eines Schleppdampfers in der Donau am Eingang des Strudengaues begonnen. Die Arbeit gestaltet sich recht schwierig, da das Schiff schon vor acht Jahren gesunken ist und an einer sehr schmalen Stelle des Tonnubettes liegt. Die Shstemregierung wußte sich damals nicht anders zu helseu, als daß sie dieses Wrack mit Ketten an einem Felsen verankerte. Die BerFnngsavbeiten fallen in ungefähr drei Monaten beendet sein.
Aus der „Vcriistcinstratze" nach Wien. Wien ist Berlin ab Sonntag 140 Kilometer näher, das Fahrgeld für diese Strecke fünf Mark billiger und die Fahrzeit neunzig Minuten kürzer. Am Sonntag beginnt der „Korrido.rverkchr" Berlin-Wien. Die neue Strecke führt über Lundenburg durch die Mährische Senke aus der uralten Bernsteinstratze zur Neichshauptstadt. Auch der zwischenstaatliclw Reiseverkehr von Wien aus mit der Tschecho-Slowakei und. Polen über LnNden- buvg beginnt am Sonntag. In diesen Zügen ersotgt aber im Gegensatz zu den Zügen Wien—Berlin eine genaue Paß- und Zollkontrolle.
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