Ausgabe 
(11.11.1938) Nr. 311
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Nr. 310

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parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des legierenden lürgermeisters der Lreien Hansestadt Vremen

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Geeren 68, Fcrnspr. Nr. 5 41 21, Nachtruf und sonntags: Fcrnspr. Nr. 511 15; Obernstr. 86. Fcrnspr. Nr. 5 4121. In Oldenburg, Staustraße 21, Fcrnspr. Nr. 36 09. In S.yke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des leichsstatthaiters in Oldenburg und Vremen

Nr. Z11 / 3. Jahrgang

Zreitag, 11. November 1SZ8

kinzelpreis 15 Nps.

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srauerfeier in Paris / Frankreichs pnleilnakme / Scharfe Verurteilung des jüdischen Meuchelmordes

(Oichktbsriestt uussrss karissr Vsrtrstsrs)

Paris, 11. November.

Am Sonnabendmittag, um 12 Uhr, findet in der deutsch-evangelischen Kirche in Paris die offizielle Trauerfeier für den ermordeten Gesandtschaftsrat vom Rath statt. Unter kleinem Trauergeleit wird dann der Sarg zum Nordbahnhof gebracht und von dort in die Heimat übergeführt werden.

2n der zu einer Kapelle umgewandelten Bibliothek der Botschaft, in der der Sarg aufgebahrt wurde, fand am Donnerstagnachmittag unter Beteiligung des ge­samten Botschaftspersonals eine ergreifende Trauerseher statt. Während in der deutschen Botschaft im Lause des Tages zahllose Beileidsbezeugungen eingingen, be­schränkte sich die Pariser Presse auf ein« nüchterne Wie­dergabe der Todesmeldung, ohne Worte des Bedauerns. zu finden. Nur der Außenpo-ütiker desFigaro", Graf d'Ormesson, äußert sein Mitgefühl in den Worten:Die Ermordung des Herrn vom Rath hat in Paris eine tiefe Bewegung hervorgerufen. Wir neigen uns mit Verstehen und Bedauern vor diesem unschuldigen Opfer bis zum Verbrechen entfesselter Leidenschaften."

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. Bei der Gedenkfeier für die Ermordeten der Feld- herrenhallc im Hawse der deutschen Gemeinschaft in ' Paris, die gleichzeitig zu einer Trauericier für Ee-- sandtschaftsrat vom Rath wurde, sprach Landesgrup­penleiter Eesandtschaftsrat Dr. Ehrich.An der Bahre des neuen Märtyrers der Bewegung", so sagte er,nei­gen wir uns in Ehrfurcht vor seinem großen Opfer, vor seiner Mutter und vor seinem Vater. Wir erheben unse, Haupt vor dem Führer, denn einer aus unseren Reihen ist eingegangen in die Standarte Horst Wessei.

Wir tragen die Fahne weiter." Das Deutschtum in Frankreich, so führte Dr. Ehrich weiter aus, stehe wie alle anständigen Franzosen mit Abscheu vor dieser Tat. Wir haben unser Gastrecht nie mißbraucht und wer­den auch in Zukunft diesem Land, das uns aufgenom­men hat, aufrichtig« und gute Gäste sein. Wogegen wir uns aber wende« müssen, mit aller Schärfe, die uns Nationalsozialisten eigen sein kann, das ist die Ver­leumdung, die immer wieder von unverantwortlichen Kreisen gegen alles, was nationalsozialistisch ist, gerich­tet wird. Nicht wir haben den Boden dieses Lanid-eg mit Blut befleckt, sondern die anderen, die uns in den Augen des Gastlandes herabsetzen wollen. Wir wissen, daß nur aus der Hetze jener Kreise solche abscheuliche Tat geboren werden konnte.

Wir wissen, daß uns, die wir im Auslande leben, in unserem Streben Grenzen gesteckt sind. Wir kennen diese Grenzen und sind gewillt, sie nicht zu überschreiten. Aber nichts kann uns davon zurückhalten, darüber hin­aus unser Deutschtum zu bekennen und nach dbu Grund­sätzen des Führers zu leben." '

Anschließend sprach der deutsche Botschafter Graf Welczek und wies in bewegten Worten darauf hin, daß zu den Toten des 9. November 1923 sich heute ein neues Opfer, sein lieber Mitarbeiter Gesandtschaftsrat vom Rath, gesellt habe. Jeden von uns, so sagte er, hätte die Kugel treffen können, er aber hat das Opfer auf sich genommen. Alle, die Gesandtschaftsrat vom Rath gekannt haben, rühmen seinen reinen Charakter und seine Aufrichtigkeit. Sein Opfer bedeutet, für alle seine Mitarbeiter, die auch seine Freunde waren, einen unersetzlichen Verlust. In erschütterndem Mitgefühl wenden wir uns den Eltern zu, die durch den Tod ihres Sohnes dem deutschen Volk und Vaterland ein so schwe­res Opfer gebracht haben,"

Die Anwesenden gedachten durch Erheben von den Sitzen und mit dem Deutschen Gruß der 10 Blutzeugen von der Feldherrnhalle und des neuen Märtyrers der

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knSgültige flntwort auf das jüdische flltentat in Paris wird auf dem Wege

der öesehgebung erteilt

Berlin, 11. November.

Reichsminister Dr. Goebbels gibt bekannt:

Die berechtigte und verständliche Empörung des deutschen Volkes üjier den feigen jüdischen Meuchelmord an einem deutschen Diplomaten in Paris hat sich in der vergangenen Nacht in um­fangreichem Matze Luft verschafft. In zahlreichen Städten und Orten des Reiches wurden Vergel­tungsaktionen gegen jüdische Gebäude und Ge­schäfte vorgenommen.

Es ergeht nunmehr an die gesamte Bevölkerung die strenge Aufforderung, von allen weiteren Demonstrationen und Aktionen gegen das Juden­tum, gleichgültig welcher Art, sofort abzusehen. Die endgültige Antwort auf das jüdische Attentat

in Paris wird auf dem Wege der Gesetzgebung bzw. der Verordnung dem Judentum erteilt werden.

(Siehe auch unseren örtlichen Teil)

Waffenbesitz für luden verbalen

Anordnung des Reichssührcrs fj Himmler

München, 11. November. Der Neichssührcr und Chef der deutschen Polizei hat folgende Anordnung erlassen:

Personen, die nach den Nürnberger Gesetze» als Ju­de» gelten, ist jeglicher Waffenbesitz verboten. Zuwider­handelnde werden in Konzentrationslager übergeführt und auf die Dauer von 20 Jahren in Schutzhast ge­nommen.

nationalsozialistischen Bewegung. Anschließend begab sich die deutsche Kolonie zur Klinik de l'Alma, um der sterb­lichen Hülle des Eesandt- schaftsrats vom Rath das Geleit znr Botschaft zu geben. Es waren viele hundert deutsche Volksgenossen, die sich in tiefem Schweigen vor der Klinik versammel­ten. Als der mit der

Hakenkreuzdienstflagge bedeckte Sarg aus dem großen Portal des Kran­kenhauses herausgetra­gen wurde, entboten die Mitglieder der reichs- deutschen Kolonie dem toten Kameraden den Deutschen Gruß, wäh­rend die zahlreichen französischen Polizeibe­amten die Hände grü­ßend an ihre Mützen legten. Hinter dem Lei­chenwagen folgten der Bgischafter des Deutschen Reiches. Graf v. Welczek, der Landesgrnppenleiter Gesandtichaftsrat Dr.

Ehrich, das Personal der Botschaft und in langem Tranerznge die deut­schen Volksgenossen. Es war ein erbitterndes Bild, als der Trauer­zug sich durch die nächt­lich stillen Straßen von Paris zur deutschen Botschaft, bewegte, wo der Sarg aufgebahrt wurde. Die engeren Mitarbeiter des Verstorbenen halten die Totenwache.

övring zum loste stes Lesansttschaftsrats vom Nach

Generalfeldmarschall Eöring hat an die Eltern des Eesandtschaftsrates Ernst vom Rath nachstehendes Tele­gramm gerichtet:Zu dem schweren Verlust, den Sie durch den Tod Ihres Sohnes, der durch ruchlose Mör- dcrhand fiel, betroffen hat, übermittele ich Ihnen meine tiefempfundene Anteilnahme. Möge Ihnen das Be­wußtsein, daß Ihr Sohn in vorderster Linie stehend mitten aus dem Einsatz für sein Vaterland sein hoff­nungsvolles Leben geben mußte, Trost sein in schwerem Leid. Hermann Eöring."

Dem deutschen Botschafter in Paris sandte der Fcld- marschall folgendes Telegramm:Tief erschüttert er­reicht mich die Nachricht, daß nun doch ärztliche Kunst das Leben Ihres Mitarbeiters, des Eesandtschaftsrates Erster Klaffe, Ernst vom Rath, nicht mehr rotten konnte. Ich übermittele Ihnen zu dem schweren Verlust, der uns alle durch diese jüdische ruchlose Mordtat gleicher­maßen betrifft, meine tiefempfundene Anteilnahme.

Eöring."

(Fortsetzung auf Seite 2)

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München, 11. November.

Der Führer gab am Donnerstag im Führerbau zu München einen Abendempfang für die deutsche Presse, zu dem über 400 namhafte deutsche Journalisten und Verleger geladen waren. Zu den Gästen gehörten der Verlagsdirektor des NS.-Gauver­lages Weser-Ems Gauamtsleiter Hugo Köhler. Bremen, Gaupresseamtsleiter W. Atzling, Bremen, Hauptschriftleiter Dietrich,Bremer Zeitun g", Haupt­schriftleiter Dr. Kaiser,Oldenburgische Staatszeitung", Haüptschriftleiter Fol- kerts. Emden,Ostfriesische Tageszeitung", und Hauptschriftleiter Heitz,Wil- helmshavener Kurier".

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An der Spitze der Erschienenen sah man den Stell­vertreter des Führers Rudolf Hcß, den Reichsminister ftir Volksaufklarung und Propaganda Dr. Goebbels, den Präsidenten der Reichspressekammer Reichsleiter Amann iowie Reichsleiter Roienberg und Staats­sekretär Hanke.

Reichspressechef Reichsleiter Dr. Dietrich, der die Männer der Presse im Auftrage des FUbrers zu diesem Abend geladen hatte, begrüßte in ihrem Namen den oührer und legte für die deutsche Pre»e ein Bekenntnis Zum neuen Ethos der journalistischen Arbeit im natio- nastoziaiistischen Deutschland ab.

An fast einstündiger Rede sprach dann der Führer zu den Männern der grogdeutschen Presse. Er gab einen

Ueberblick über den Sinn des politischen Geschehens des Jahres und umriß die Erkenntnisse, die sich aus dem Ablauf der Ereignisse ergeben. Der Führer dankte der Presse für ihren Einsatz im Kampf um das Lebens- rccht des deutschen Volkes. Er würdigte die Bedeutung dieses Einsatzes für die innere Geschlossenheit der deut­schen Nation und sprach eingehend von dem gerade im nationalsozialistischen Deutschland vervielfachten poli­tischen Gewicht des journalistische» Schaffens. Er kenn­zeichnete am Schluß seiner Rede die großen innen- und außenpolitischen Aufgaben, die der deutschen Presse auch fernerhin für Gegenwart und Zukunft gestellt sind.

Namens der ganzen deutschen Presse'dankte Reichs­pressechef Dr. Dietrich dem Führer für seine rich-

tungweisenden Ausführungen und seine wundervollen Worte, die er für die deutsche Presse gefunden habe. Er sprach im Namen aller das Gelöbnis aus, daß die deutsche Press« von dem festen Willen beseelt sei, sich in ihrer Arbeit für den Führer von niemandem über­treffen zu lassen.

Der Führer verbrachte anschließend mi> den Herren seiner Begleitung den Abend im Kreise seiner Gäste, wobei er Gelegenheit nahm, sich mit zahlreichen Jour­nalisten über ihre Arbeit zu unterhalten.

Ver sützrer im Hause Nudolf Hetz"

München, 11, November

In Anwesenheit des Führers fand am Donnerstag im ngstcn Familienkreis das Fest der Namensgebung für den Sohn des Stellvertreters des Führers statt,, der den Namen Wolf Rüdiger erhielt. Zugleich mit Wolf Rüdiger Hcß wurden einem kleinen Vetter, der am 30, Januar geboren ist, und dem Sohn eines früheren österreichischen Flüchtlings, der im Hause Heß als Fah­rer tätig ist, ihre Namen gegeben.

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Die ungeheure Empörung, die im deutschen Volk bei der Nachricht vom Tode des feige durch jüdische Mörderhand niedergemeuchelten jungen deutschen Diplomaten aufloderte, hat sich in allen deutschen Gauen in spontanen Kundgebungen und Demonstrationen gegen das Judentum Luft ge­schafft. Dabei sind, wie die Meldungen aus dem Reiche besagen, ebenso wie in der Reichshaupt- stadt selbst in vielen Städten die Schaufenster jüdischer Ramschläden von empörten Bolksmassen zerstört worden, und auch einige jüdische Tempel, in denen schon viel zu lange die Hatzgesänge gegen alles Nichtjüdische ertönten, sind in Flammen auf­gegangen. Das Judentum hat damit zum ersten­mal eine deutliche Antwort auf seinen seit Jah­ren währenden Feldzug des Hasses und der Ver­leumdung gegen das Deutschtum in der ganzen Welt, dessen Opfer Wilhelm Gustloff und setzt auch Parteigenosse vom Rath wurden, erhalten. Jahre­lang hat das deutsche Volk leidenschaftslos die täglichen Beschimpfungen des Judentums des gan­zen Erdballs über sich ergehen lassen. All der

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Brasilien wünscht gute Beziehungen mit Deutsch­land.

Die neuen englischen Palästina-Vorschläge stoßen bei den Arabern auf scharfe Ablehnung.

Der türkische Staatspräsident Kemal Atatürk ist gestorben.

Chambcrlain erteilte den Kricqshetzern erneut eine Abfuhr. ° ' '

Die Pariser Totenfeier anläßlich des jüdischen Meuchelmordes an Gesandtschastsrat vom Rath nahm einen ergreifenden Verlaus.

Wie in Bremen fanden auch im ganzen Reich spon­tane judenseindliche Kundgebungen statt. Reichsminister Dr. Goebbels erläßt einen Aufruf an die Bevölkerung.

Der Führer sprach in München bei einem Empfang der deutschen Presse.

Mit der offiziellen Begrüßung der beiden Zerstörer der 6. Zerstörerdivision wurde Bremerhaoen nun auch Kriegshasen.

General Strauß wurde zum Kommandierenden Ge­neral des II. Armeekorps ernannt.

In Bremen wurde die erste schwimmende Tank- . anlage in Dienst gestellt.