Ausgabe 
(12.10.1938) Nr. 281
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Nr. 281 / 9. Jahrgang

Mittwoch. 12. Oktober 1SZ9

der Nationalsozialisten Vremens

flmlliches verkündungsblatt des Neichsstalthalters in Oldenburg und Meinen

Linzeipreis 13 Nps.

Unser Volk tapfer und männlich!

Vr.l-oebbels vor Verlmer flrbettern

Irefsende veißelung einergewissen intellektuellen Schicht"

Berlin, 12. Oktober

Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels stattete am Dienstagnachmittag einem nationalsozialistischen Musterbetrieb in Berlin-Marienfelde, R. Stock L- Co. AG., einen Besuch ab, um aus einem großen Betriebsappell zu den Arbeitern der Stirn und der Faust zu sprechen.

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Dr. CoeLbels führte'aus:

Deutsche Arbeiter und Arbeiterinnen! Das deutsche Volk und das Deutsche Reich haben schwere Wochen hinter sich. Es wird vielen im Volke nicht immer ganz klar geworden sein, welche Bürde an Sorge und Ver­antwortung der Führer in den vergangenen Monaten getragen hat. Wenn sich manchmal Gewitterwolken am Horizont zeigten und ich die wunderbare Haltung des deutschen Volkes dieser so außerordentlichen Lage gegen­über in Betracht zog, dann nahm ich mir immer fest vor: sind wir durch diese Wochen hindurch, dann werde ich jede Gelegenheit benutzen, um dem Volk für seine in dieser Spannungszeit bewahrte Haltung den Dank des Führers zum Ausdruck zu bringen.

In den letzten Wochen wurde allmählich dem Volke klar, daß sich irgend etwas vorbereitete. Was, das wußte man noch nicht, darüber war man sich noch nicht immer im reinen. Daß aber im Laufe der nächsten Zeit etwas geschehen würde und geschehen müßte, das spürte allmählich jedermann. Es wäre nun allzu natür­lich gewesen, wenn sich des deutschen Volkes darüber eine gewisse Unruhe bemächtigt hätte. Denn die Entschei­dungen, die der Führer treffen mußte, griffen auf das tiefste in das ePrsönliche und in das Familienleben des einzelnen ein. Es wäre auch nicht einmal sehr ver­wunderlich gewesen, wenn hier und da geklagt worden wäre, das Volk sei nicht genügend orientiert, obwohl es um seine Zukunft gehe. Das Volk tat das nicht. Es stand in eiserner Ruhe und festem Vertrauen auch in den kritischen Wochen

liinter dem süßrer

Wenn wir es in dieser gespannten Lage mit dem Vclk von 1318, 1313 oder 1323 oder mit dem deutschen Volk von 1325 oder auch noch mit dem von 1938 zu tun gehabt hätten, dann wäre die Politik des Führers überhaupt nicht möglich gewesen. Der Führer konnte seine großen Entscheidungen nur im Vertrauen auf die Haltung und die Disziplin des deutschen Volkes tresfen.

Und das meine deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen, ist das Ausschlaggebende: Wenn eine Staats- und Volksführung einmal einen Entschluß gefaßt hat, dann genügt nicht die Ueberzeugung, daß sie selbst in der enticheidenden Stund« die Nerven behalten werde, dann muß sie auch wissen, daß das hinter ihr marschierende Volk bei guten Nerven bleibt. Die Haltung des Volkes und die ganze Einstellung der Nation zu den großen nationalen Schicksalsproblemen muß so sein, daß niemals, wenn es nun mal hart auf hart geht, das Ausland die Möglichkeit besitzt, sich in der ent­scheidenden Stunde auf irgend einen oppositionellen Teil dieses Volkes beziehen und ihn gegen die eigen« Regierung auszuspielen." Unter dem stürmischen Jubel der Arbeiterschaft stellte Dr. Goebbels dann fest:

Wir konnten uns bei allen Entscheidungen darauf verlassen, daß das deutsche Volk seinen Führer in schweren Stunden niemals im Stiche lassen würde."

Es hat früher in Deutschland in der Arbeiterschaft die Ansicht gegeben:Ich habe meine Arbeit, bekomme meinen Lohn. Alles andere geht mich nichts an." Das deutsche Volk von heute weiß, ein wie schwerer und ver­hängnisvoller Trugschluß das ist und wie teuer wir diese Einstellung bezahlt haben. Es weiß auch, daß der Führer und seine Mitarbeiter, wenn sie einmal eine auch gewagte Politik betreiben, das nicht als Spieler tun, die in der Politik eine vornehme Passion sehen, sondern es tun zum Wähle und für die Zukunft der deutschen Nation. Wir alle stammen ja mitten aus dem Volk, kennen seine Wünsche und seine Sorgen und haben bei jeder Handlung nur sein Wohl im Auge.

Heute gibt es nur noch ganz

seltene kremplare von Menschen

die es uns niemals verzeihen können, daß wir in den letzten fünf Jahren so große Erfolge errungen haben,

Konrad ftenlem an den süstrer

Berlin, 12. Oktober.

Konrad Hcnlein hat gestern aus Rcichenberg im Sudetcngau an den Führer und Reichskanzler das nach­stehende Telegramm gerichtet:

Mein Führer! Mit dem heutigen Tage haben die deutschen Truppen die Besetzung des sudetendeutschen Gebietes beendet. Von den Bergen des Sudetenlandes brennen die Frcudenseuer. Das Land, das Schwert und Pflug unserer Pater zu unserer Heimat gemacht haben, steht nun unter dem Schutz der Waffen der 88 Millionen des großen Deutschen Reiches. So wie wir immer deutsch waren, so waren wir immer entschlossen, eher zu sterben, als unser Deutschtum zu verlieren. Ihrem herrlichen Werke, mein Führer, danken wir heute die Gewißheit, daß wir nicht untergehen werden, sondern weiter berufen sind, als deutsche Wacht im Osten gemeinsam mit dem ganzen deutschen Volke den Siegcs- weg in die Zukunft anzutreten. Für das gesamte Tudetendeutschtum sprechen in diesen Stunden die Tausende, die an der heutigen Kundgebung in Eablonz teilnehmen. In tiefster Dankbarkeit grüßen sie ihren Führer. H-ik mein Führer! Konrad Henlein."

weil diese Erfolge ihnen vielfach die Ruhe und Be­quemlichkeit nahmen. (Stürmische Heiterkeit.) Wenn es nach ihnen gegangen wäre, dann gäbe es noch heute das Deutschland von 1332, das Deutschland der Ar­mut und des Niederganges, der Feigheit und der Knechtschaft.

Wir reisen nicht mehr in der Welt von Hauptstadt zu Hauptstadt herum und bitten um Kredite. Wir haben in all den Jahren nicht einen ausländischen Kredit in An­spruch genommen, im Gegenteil, wir haben viele Mil­liarden Auslandsschulden zurückgezahlt, um sas deutsche Volk von internationaler Zinsknechtschaft freizumachen.

Wenn wirklich in diesen Wochen jemand schlechte Ner­ven gehabt haben sollte, dann sind das

gewisse Intellektuelle

gewesen, die zu viel zu wissen glaubten und diesem Wissen nicht gewachsen waren. Aber das Volk staüd hin­ter dem Führer in eiserner Entschlossenheit bereit, sich mit Klaue« und Zähnen zu verteidigen, wenn jemand in der Welt uns angreifen sollte. Wenn es sich nin die Ehre und um den Bestand unserer Nation handelt, dann ist das Volk da, wenn es dazu aufgerufen wird! (Immer wieder unterbrechen jubelnde Zustrmmungskuiidgebun- gen die Rede des Ministers.)

Wir kennen das Volk und wissen, daß es viel tapferer und männlicher denkt als «ine gewisse intellek­tuelle Schicht, die von ihrer eigenen Entschluß- losigkeit auf das ganze Volk schließt. Heute allerdings, wo i""- Erfolg da ist, da erklären diese Besserwisser

(Fortsetzung auf Seite 2)

wer regiert imgelobten Land

Dreiviertel des Landes unter der Herrschaft einer arabischen Nationalregierung

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Kairo, 12. Oktober.

Trotz der strengen Zensur, der alle Nachrichten aus Palästina unterliegen, wird in Kairo behauptet, daß in der vorigen Woche in Palästina eine arabische Na­tionalregierung ausgerufen worden sei. Die arabischen Freischärler sollen bereits drei Viertel des Landes be­herrschen, so daß sich nur ein Viertel des Landes unter englischer Kontrolle befindet. Die arabische National­regierung verfüge über ein eigenes, militärisch organi­siertes und wohlbewaffnetes Freikorps von etwa 15 688 Mann, während alle Nichtorganisierten Araber je nach der Lage freiwillige Hilfsdienste leisten, so daß eine genaue Kopfzahl der arabischen Freiheitskämpfer nicht bekannt sei.

An verschiedenen Stellen des Landes seien regelrechte arabische Militärübungslager eingerichtet worden. Fer­ner seien Sonder geeichte eingesetzt worden, die Landesverrat und ähnliche Verbrechen sühnen, aber auch zivile Streitfälle schlichten. Regelmäßig wurden amt­liche Verlautbarungen durch Flugblätter verteilt. Kenn­zeichnend dafür, daß es bei dem Freiheitskampf sich nicht um religiös mohammedanische, sondern um eine nationale arabische Kampfidee handelt, sei die Tatsache, daß die arabischen Christen den Sonntag als Feiertag aufgegeben hätten, so daß nunmebr im ganzen arabischen Palästina nur noch der Freitag als Feiertag gelte. Die Befehle der Nationalregierung wür­den überall strengstens befolgt. Sämtliche arabischen Aerzte hätten sich freiwillig verpflichtet, die arabischen Verwundeten kostenfrei zu behandeln.

Vombenanschlag in Jerusalem

Jerusalem, 12. Oktober

2n Jerusalem wurden gestern vier Bomben vom Stadtwall herab auf vorbeifahrendes Militär und Polizeikraftwagen geworfen, wobei auch der Wagen des Distriktskommissars in Gefahr geriet. Zwei der Bomben explodierten, es wurde jedoch niemand ver­letzt. Die Attentäter entkamen unerkannt. Im Bezirk von Jaffa wurden zwei arabische Pumpstationen durch Brandstiftung eingeäschert.

2n Lydda wurden 21 Häuser durch Militär in die Luft gesprengt. Dieses Vorgehen wurde zur Vergeltung für den kürzlich erfolgten Angriff auf die Militärwache der Bahnstation Lydda unternommen.

Aus dem ganzen Lande treffen fortgesetzt neue lln- ruhemeldungen ein. Bei einem Fsuergefecht zwischen Freischärlern und Polizei unweit von Neß Ziona sind vier Polizisten verwundet worden. Das Militärhaupt­lager in Rablus wurde von Freischärlern beschossen und mit Bomben beworfen.

Der blutige Zusammenstoß bei einer Siedlung in der Nähe von Beisan forderte insgesamt 11 Todesopfer.

Ueber die geplanten britischen Truppenverstärkungen in Palästina werden jetzt weitere Einzelheiten bekannt. Danach werden die Verstärkungen in zwei bis drei Wochen in Jerusalem eintreffen. Es handelt sich um zwei Bataillone aus Aegypten und zwei aus Malta. Die Verstärkung der Polizei durch Einstellung früherer Polizisten wird fortgesetzt.

Verarungen in London

London, 12. Oktober.

Wie vorgesehen, wurden gestern die Beratungen über die Lage in Palästina im Kolonialministerium fort­gesetzt. An . den Beratungen nahmen Kolon-alminister Malcolm, der Oberkommissar für Palästina und ein Beamter des Kolonialministeriums teil. Man nimmt an, daß der Oberkommissar am Donnerstag nach Palästina zurückkehren wird.

Die Zustände in Palästina, insbesondere der völlige Zusammenbrach der Autorität der bri­tischen Verwaltungsbehörden im südlichen Teil des Landes, setzt die Londoner Blätter in immer größere Verlegenheit.

Times" stellt fest, daß die neuen Verstärkungen für Palästina wahrscheinlich zufeldmäßigen Bewegungen" gegen die Araber eingesetzt werden wurden.

Daily Telegraph" stellt fest, der «völlige Zusammen­brach der britischen Autorität in Slldpalästina zeige,, daß die Lage noch ernster sei, als man allgemein an­genommen habe.

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R. k-. Die Lage in Palästina, die sich in den letzten Wochen mehr und mehr zuspitzte, läßt zwei Tatsachen mit aller Deutlichkeit hervortreten: die unüberbrückbare Feindschaft zwischen Arabern und Juden sowie die Unmöglichkeit, das Problem auf dem Boden der bisherigen britischen Mandatspolitik zu lösen. Nachdem die englische Regierung angesichts des Aufruhrzustandes in Pa­lästina ihre Truppenstärke im bedrohten Terri­torium seit dem letzten großen Araberaufstand vont Jahre 1936 fast verzehnfacht hat, die sich zum Islam bekennenden Freischärler aber trotz der erhöhten militärischen Anstrengungen der Mandatsmacht be­reits ganze Landstrecken des umstrittenen Gebietes unter ihre Gewalt gebracht haben, scheint es zweck­mäßig, einmal die ursächlichen politischen Gegensätze imgelobten Lande" einer näheren Be­trachtung zu unterziehen.

Der dieser Tage in Kairo zusammengetretene großarabische Kongreß hat sich auf den Stand­punkt gestellt, daß dieErklärungBalfours vom November 1917 für die Araber in kei­ner Weise bindend sei. Was hat es mit jener vor mehr als 20 Jahren abgegebenen britischen Erklä­rung für eine Bewandtnis? Man weiß, daß der damalige englische Außenminister Lord Balfour in einem Bries an den Zionisten Lord Rothschild nach­drücklich versicherte, die britische Regierung sehe mit Wohlwollen die Errichtung einernationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" und werde sich nach Kräften bemühen, die Vollendung dieses Werkes zu erleichtern. Weniger bekannt als der Inhalt dieser zweischneidigen Proklamation, von der das britische Kabinett anfangs durchaus nicht begeistert war, ist der Umstand, daß der TextdesBriesesnichtvo. nseinemAb- sender, sondern vowkapitalskräfti- gen Juden wie Herbert Samuel, Ja­mes de Rothschild, Chaim Weizmann und Mstr. Sacher entworfen worden i st. Die Juden witterten nämlich 1917 eine beson­ders günstige Gelegenheit, sich in Palästina zwar keine nationale Heimstätte im eigentlichen Sinne des Wortes, wohl aber ein Betätigungsfeld für das in ihren Händen konzentrierte internationale Ka­pital zu sichern.

Was veranlaßte jedoch den englischen Staats­mann, die ihm vorgelegte Erklärung zu unter­schreiben? Der Bericht der englischen Peel- kommission, die sich vor einiger Zeit eingehend mit der Palästina-Frage beschäftigt hat, gibt hierauf eine erschöpfende Antwort: es wird in dem amt­lichen Bericht mit Bezug auf die kritische Lage der Alliierten auf den Kriegsschauplätzen (Herbst 1917!) festgestellt, das Foreign Office sei förmlich gezwun­gen gewesen, sich nach neuen Verbündeten umzu­sehen. Als Helfer in der Not sei der Zionismus ausersehen worden: man habe geglaubt,daß die Sympathie der Juden oder das Gegenteil davon für die Sache der Alliierten nicht unwesentlich ins Gewicht fallen könnten". Im besonderen sei man davon überzeugt gewesen,daß die jüdische Sym­pathie die Unterstützung durch das

Neichsmarkwätirung im Sudetenland

Line Lschechen-Krone gleich 12 Neichspfg. Verordnung des veauftragten für den Vierjakresplan

Berlin, 12. Oktober

Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Gene­ralfeldmarschall Göring, hat über die Einführung der Reichsmarkwährung in den sudetendeutschen Gebieten am 10. Oktober 1938 folgende Verord­nung erlassen: ^

Gesetzliches Zahlungsmittel in den sudetendeut­schen Gebieten ist neben der tschecho-slowakischen Krone die Reichsmark. Eine tschecho-slowakische Krone ist gleich 12 Rpfg.

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Der Reichswirtschaftsminister erläßt die zur Er­gänzung und Durchführung dieser Verordnung er­forderlichen Vorschriften.

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Diese Verordnung tritt am 11. Oktober 1938 in Kraft.

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Der Umrechnungskurs ist abweichend vom Devisen­kurs, der rund 8,7 Piennig für Sie Krone be­nagt, auf 12 Pfennig iür die Krone festgesetzt worden. Die Festsetzung ist nach eingehender Prüfung der wirt­schaftlichen Verhältnisse in der Absicht erfolgt, die su-

detendeutsche Wirtschaft auf einer gesunden Grundlage in das Reich einzugliedern. Durch das gewählte Um­tauschverhältnis sollen Preissteigerungen in den su- betendeutschen Gebieten vermieden werden. Die Kauf­kraft der Lohn- und Gehaltsempfänger soll damit ge­wahrt und der Sparer vor einer Entwertung seines Sparkapitals geschützt werden. Die rasche und reibungs­lose Durchführung des Anichlusses der sudetendeutschen Wirtschaft an did Wirtschaft Großdeutichlands wird da­durch erleichtert.

Vegmn des winschastsaufbaues im Sudelenland

Berlin, 12. Oktober

2m Reichsgesetzblatt wird eine Verordnung des Ve­auftragten für den Bierjahresplan, Ecneralfeldmarschall Eöring. über die Durchführung des Vicrjahresplancs in den sudetendeutschen Gebieten veröffentlicht. Danach ist die Verordnung zur Durchführung des Bierjahres- plancs vom 18. Oktober 1836 in den sudetendeutschen Gebieten sinngemäß anzuwenden.

Die Verordnung läßt erkennen, daß der Wirtichaits- uuibau in den 'udetcndeut'chcn Gebieten nach denselben Grundsätzen und Methoden und mit der gleichen Tat­kraft wie alle übrigen Ausgaben der Wirtschaftspolitik und Wirtschastslenkung im nationalsozialistischen

Deutschland in Angriff genommen wird. Das alles an­dere beherrschende Problem der Wirtschaftslenkung ist inz Altreich der Vierjahresplan: durch die neue Be­stimmung wird die rechtliche Grundlage für ein« ent­sprechende Ordnung im Sudetenland geschaffen. Eine entscheidende wirtschaftliche Maßnahme wurde hier be­kanntlich bereits getroffen und zwar der beschleunigte Einsatz arbeitsloser Sudetendeutscher, vor allem bei volkswirtschaftlich und staatspolitisch wichtigen Arbei­ten des Vierjahresplans. Die neue Verordnung ist ein Zeichen dafür, baß planmäßig sofort alles getan wird, um der Not der Sudetendeutschen ein Ende zu bereiten.

Zulassung sudetendeutscher flrbeitsloser ;ur Notstandsaushilse

Berlin, 12. Oktober.

Sudetendeutsche Arbeitslose konnten bisher in Oester­reich die sogenannte Notstandsaushilfe nicht erhalten, da sie tschecho-slowakische Staatsangehörige waren und die Tschecho-Slowakci eine der Notstandsaushilfc gleichwer­tige Einrichtung nicht besitzt. Der Reichsarbeitsminister hat jetzt angeordnet, daß die sudetendeutschen Arbeits­losen. von denen anzunehmen ist, daß sie durch nie Ein­verleibung der sudetendeutschen Gebiete in das Deutsche Reich demnächst die Reichsangehörigkeit erlangen, vom 16. Oktober 1838 an, hinsichtlich der Notstandsaushilfe in Oesterreich (88 385 ff. des gewerblichen Sozialver- sicherungs-Gesetzes 1938) den Reichsangehörigen gleich­gestellt werden.