Ausgabe 
(6.10.1938) Nr. 275
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parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen

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Die 22-ailli-Zeile lm Anzeloenieil 13 die 78-mm-Zeile im Tert- teil 75 Ermäßigte Grundpreis« (für kleine, Familienanzelgen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 (Nachlaßstaffel O). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: In Bremen:

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkündungsblatt des Beichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

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Nr. 2?5 / 6. Jahrgang

Donnerstag. 6. Oktober 19Z8

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l-rößte winterschlacht des sriedens

Ver flppe» fldolf Mers;um WM. 1SZS ZS

Machtvolle Volkskundgebung im klstorischen Sportpalast / Umfassende stilfsmaßnakmen für Vstmark und Sudetenland / Sroßartiger Nechenfchaftsbericht Vr. Soebbels"

Berlin, K. Oktober

In einer machtvollen Volkskundgebung im Berliner Sportpalast eröffnete der Führer, den am Vortage noch der jubelnde Dank des befreiten Sudetenlandes um- brauste, das Winterhilfswerk 1938/39. Gemeinsam mit den taufenden Berliner Volks­genossen, die die Ränge der alten nationalsozialistischen Kampfstätte füllten, hörten 89 Millionen im Reich am Lautsprecher den stolzen Rechenschaftsbericht von Dr. Goeb­bels und den Aufruf des Führers zu einsatzbereiter Tat und freiwilligem Opfer.

Winterhilfswerk 1938/39 Großdeutfchlands", leuchtete es auf frischem Grün von Tannen in riesigen Lettern über der Stirnwand des Sportpalastes als Parole, die neben den Tausenden im Saal auch den Millionen draußen im Reich gilt. Kopf an Kopf füllten die Män­ner und Frauen des schaffenden Berlins Parkett und Ränge der Kundgebungsstätte, standen sie in dichten Mauern vor den schmiedeeisernen Toren des Sport­palastes und weiter in den Straßenzügen, durch die der Führer von der Reichskanzlei aus seinen Weg nahm.

Das historische Geschehen der vergangenen Tage spie­gelte sich in den leuchtenden Augen der Menschen wi­der. lieg die Männer und Frauen aufjubeln, als die Klänge des Eaerländer Marsches erschollen. Wenig mehr als eine Woche vorher erst hatte der Führer vom gleichen Podium in schicksalsschwerer Stunde zur Nation gesprochen. Zwischen jenem Montagabend und diesen Abendstunden des Mittwoch wurden die Ketten von 3V- Millionen Sudetendeutschen durch die Tat des Führers zerbrochen.

0er sührer trifft ein

Die gleihenden Kegel der Scheinwerfer gießen ein Meer von Licht in den weiten Raum über die Massen, die Fahnenreihen und das mächtige Podium, auf dem kurz vor 8 Uhr die führenden Männer aus Partei, Staat und Wehrmacht Platz genommen haben. Eine feierliche, erwartungsvolle Stimmung liegt über der großen Kundgebungsstätte. Da dröhnen die Klänge des Badenweiler Marsches aus, dringen durch die weit ge­öffneten Tore von draußen jubelnde Schreie herein. Begleitet von Dr. Goebbels betritt der Führer unter den Heilrufen der Massen die Kundgebungsstätte. Minutenlang klingt der Chor der MassenW ir dan­ken unserem Führer".

Vr. Voebbels

betritt das Podium, sein erster Gruß gilt dem Führer, donnernd braust ein dreifaches Sieg-Heil durch den Raum, dann eröffnet Dr. Goebbels die Volkskund-

Me bis zum w. Vklober zu besetzenden vebiete festgelegt

Berlin, K. Oktober

Die Internationale Kommission hat in ihrer Sitzung am Mittwoch die vorwiegend deutsch besiedelten Gebiete festgestellt, die die deutsche Armee entsprechend den Be­stimmungen der Münchener Vereinbarungen zwischen dem 7. und 19. Oktober zu besetzen haben wird. Sie hat ihrer militärischen Unterkommission den Auftrag ge­geben, die weiteren Etappen für die Besetzung festzu­legen.

Die Kommission hat ferner den Eisenbachnverwaltun- gcn des Reiches und der Tschecho-Slowakei empfohlen, sofort unmittelbare Fühlung aufzunehmen, um auf Grund gegenseitiger Vereinbarungen die Lösung der Probleme zu erleichtern, die für gewisse Gegenden die Organisierung des Transportwesens, der Verbindungen, der Verpflegung der Bevölkerung usw. stellt.

Wie das Deutsche Nachrichtenbüro zu den Beschlüssen der Internationalen Kommission von unterrichteter Seite «rsährt, schließt die Linie, die die deutsche Ar­mee nunmehr zwischen dem 7. und dem 19. Oktober zu besetzen haben wird, u. a. folgende sudetendeutsche Gebiete ein: das sogenannte Kuhliindchen mit Neutit- schein, Troppau, Hultschin (während Mährisch-Ostrau außerhalb dieser Linie bleibt), den gesamten Schön- hengstgau mit Miirisch-Triibau und Zwittau, den West­hang des Adlergebirges mit Rokitnitz und Eießhübel, das Brannauer Ländchen, den Streifen südlich des Riesengebirges mit Trautenau, Eablonz und Reichen­berg, Böhmisch-Leipa, Leitmeritz, Lobositz, das Kohlen- gebiet von Dux und Brüx, das Saazer Hopsenland, das Gebiet westlich von Pilsen ohne jedoch die Stadt Pil­sen selbst und die Stadt Vischofteinitz.

Südöstlich von dem in tschechischem Besitz verbleiben­den Taus gehören zu der in den nächsten Tagen von deutschen Truppen zu besetzenden Zone die folgenden Städte:Bcrgreichenstein," Winterberg, Prächatitz,

Böhmisch-Krum'au. Oestlich Kratzen wird die alte Rcichsgrenze im Gau Niedcrdonau erreicht.

Nördlich vom Gau NiederLonau fallen in das für die deutsche Besetzung bestimmte Gebiet u. a.: Neubistritz, die Stadt Znaim, die Stadt Mährisch-Krumau, Auspih, Nikolsburg und Lundenburg.

Bon deutschen Truppen wird endlich auch am Ostrand des Niederdonaugaues der Ort Engerau auf dem süd­lichen Donauuscr gegenüber von Prcßburg besetzt werden.

gebung, mit der die neue Schlacht gegen Hunger und Kälte eingeleitet wird.

Dr. Goebbels erinnert an den geschichtlichen Montag­abend vor erst anderthalb Wochen, da der Führer vom Sportpalast aus zur Welt sprach und ganz kategorische Forderungen aufstellte. Er erinnert daran, wie sich der Führer damals mit dem Staatspräsidenten Benesch aus­einandersetzte und fuhr fort:

Wenn wir uns heute vor Augen halten, daß V«nefch soeben zurückgetreten ist, dann können wir wohl ohne Uebertreibung sagen: selten hat sich in der Geschichte in so kurzer Zeit eine solche Wandlung vollzogen.

Sie wissen, mein Führer, daß in diesen Wochen und Monaten das ganze deutsche Volk hinter Ihnen ge­standen hat. Wenn es im Lande noch irgendwo Kritiker gab, so sind sie in den letzten Wochen zu Ihren glühend­sten Bewunderern geworden. Das Wort, das zum ersten Male im Kamps um Oesterreich im Lande aufflammte, das ist nun Wirklichkeit: Ein Volk, ein Reich, ein Führer!

Wie groß muß eine politische Idee sein, die solche Wunder vollbringt.

Man könnte vielleicht auf den Gedanken kommen, daß das Winterhilfswerk mit all diesen Dingen nichts zu tun hätte. Und trotzdem steht es mit den politischen Vor­gängen in innigstem Zusammenhang, denn das Winterhilfswerk ist der tatgewordene Sozialismus der nationalsozialistischen Bewegung. Hinter den Ka­nonen unserer Wehrmacht sind die

Sulaschkanonen unseres Winterffilsswerkeo

sowohl in Oesterreich als auch im Sudetenlande einge­zogen. (Begeisterte Zustimmung.) Die großzügige volks- sorgerische Arbeit, die wir nicht nur in Oesterreich, son­dern auch im Sudetenland sofort haben einsetzen lassen, ist Zeugnis dafür, kvie ernst es uns um den Sozialismus unserer Bewegung und unseres Reiches zu tun ist.

Wenn wir auf die vergangenen fünf Jahre unserer Winterhilfsarbeit zurückschallen, so können wir das mit stolzer Befriedigung tun.

Ich komme nun zu dem

Nechenfchaftsbericht des wftw. 1g;?/ZS

Die Gesamtleistung dieses Winterhilsswerkes 1937/38 beträgt 417199177,11 Reichsmark, das sind über 87 Mil­lionen mehr, als das erste Winterhtlssmerk im Jahre 1933/34 erbrachte, und immer noch fast 9 Millionen Reichsmark mehr als das vorherige Winterhilfswerk, also das von 1938/37, ergab. Damit beträgt der Gesamt­ertrag sämtlicher bisher durchgeführten Winterhilss- werke fast zwei Milliarden Reichsmark. (Bericht über die Fortsetzung der Rede des Reichsministers Dr. Goeb­bels und die Rede des Führers siehe Seite 2.)

Zone III ganz besetzt

Heule Beginn Ves kinmarsches in öebietsabschnitt IV

Berlin, K. Oktober

Das Oberkommando der Wehrmacht gab gestern nachmittag bekannt: Truppen des Generals der Artillerie von Reichenau find gestern (5. 10.) um 8.00 angetreten, um den Rest des Gebietsabfchnittes III zu besetzen.

Am Abend gab das Oberkommando der Wehrmacht bekannt: Die Truppen des Generals der Artillerie von Reichenau haben gestern (5. 10.) die Besetzung des Ge­bietsabschnittes IH beendet. Gleichzeitig sind weitere Teile der Luftwaffe in die sudeten­deutschen Gebiete eingerückt.

Am heutigen 6. Oktober treten die deutschen Truppen ihren Vefrciungsmarsch nun auch in die IV. Zone an und ziehen damit in die eigentlichen Sudeten ein. Der Einmarsch geht zunächst in den nördlichen Teil des Alt­vatergebirges.

Dieses Gebirgsmassiv ist eines der höchsten und ur­wüchsigsten Mittelgebirge Europas. Mit seinem Block zahlloser, weit über 1990 Meter hohen Gipfeln stellt es eine riesige natürliche Festung dar, die die Tschechen zielbewußt durch Anhäufung militärischer Anlagen zu einer außerordentlich starken Ausfallbasis gegen das schlesische Flachland ausgebaut hatten Hand in Hand mit diesen militärischen Maßnahmen ging eine beson­ders scharfe politische und wirtschaftliche Unterdrückung der rein deutschen Bevölkerung. Nach Beginn der Ge­

waltherrschaft Prags zog bald schwärzeste seelische und wirtschaftliche Not in die einst blühenden Städte und Dörfer ein. Und wie für die Vrüder in Böhmen hob auch für die in jahrhundertelangem Ringen gegen das Hussitentum gehärteten Mährer ein Verzweif­lungskampf ohnegleichen an, ein Kampf unter furchtbaren Opfern an Gut und Blut gegen die riesige Uebermacht der Bajonette.

Jetzt, da der Führer und Schöpfer eines mächtigen Reiches sie wieder heimholt, vermögen die schwerge­prüften Menschen dieses namenlose Glück noch nicht ganz zu fassen. Und beinahe ungläubig vernehmen sie die Berichte von dem triumphalen Einzug der deutschen Truppen in Böhmen. Sie tonnen es noch nicht ganz zu Ende denken, dieses Unfaßbare. Sie können nur danken, immer nur danken.

Dank und Verpflichtung der Volksgemeinschaft

3.8.0. Bremen, 6. Oktober

Rastlos, ohne Pause, Tag und Nacht sich auf­opfernd der großen Aufgabe, die er sich selbst ge­stellt hat, nämlich dem deutschen Volk Führer in jeder Not und Helfer in jeder Lage zu fein, zeigt sich auch in diesen Tagen wieder des deutschen Volkes größter Sohn Adolf Hitler.

Eben noch in den sudetendeutschen Gebieten, wo er, mit Freudentränen von den erlösten deutschen Volksgenossen empfangen und umjubelt, die ersten Anstalten traf, um die grausame Not der hier von Benesch und seinen Helfershelfern zurückgelassenen haarsträubenden Zustände zu mildern, steht er wenige Stunden danach in der Halle des Sport­palastes zu Berlin, um vor ungezählten Tausen­den das neue Winterhilfswerk zu eröffnen und für dieses größte soziale Werk der Welt dem deut­schen Volk dieParoIezu geben. So wichtig er­scheint dem Führer der Auftakt gerade zum dies­jährigen Winterhilfswerk, daß er sogar kurze Zeit seine im Sudetenland marschierenden Truppen verließ, um persönlich bei Eröffnung des Winter- hilfswerkes zu seinem Volke sprechen zu können.

Die Parole des Führers für das neue WHW. lautet, daß das Winterhilfswerk des Jahres 19 3 8 sichwürdigerweisenmutzdergeschicht- lichen Größe dieses Jahres; die Parole lautet weiter, daß es der Ehrgeiz und der Stolz aller sein muß, ein monumentales Ergebnis zu erreichen zum Beweis dessen, daß die deutsche Volksgemeinschaft kein leerer Wahn ist. Es kann nicht schwer sein, dieser ebenso klaren wie einleuchtenden Parole des Führers zu folgen. Wo kein einziger Deut­scher mehr verkennen kann, was die deutsche Volksgemeinschaft bedeutet und wie sehr das hat der Führer in seiner Rede besonders hervor­gehoben Deutschland gerade dieser Volksgemeinschaft in erster Linie die unvergleichlichen großen politi­schen Erfolge verdankt, wird es wohl auch keinen Deutschen geben, der nicht bereit wäre, dieser Volksgemeinschaft die übrigens gar nicht allzu einschneidenden Opfer zum großen Win­terhilfswerk zu bringen.

Der Führer hat nicht nur die Parole, sondern selbst ein leuchtendes Beispiel gegeben, wenn er sich, wie schon gesagt, Tag und Nacht den Aufgaben der Nation, ohne sich Schonung zu gönnen, wid­met. Er hat verzichtet, wie er selbst sagte, auf die Bequemlichkeit des bürgerlichen Lebens. Keine Strapaze ist so schwer, kein Hindernis so stark und kein Opfer so groß, als daß der Führer sich nicht einsetzen würde, um im Dienste der gro­ßen deutschen Volksgemeinschaft zu wirken. Der Führer ist stolz auf sein deutsches Volk. Aber auch mit Stolz vernahm Deutschland aus des Füh­rers Mund, daß er sich blind auf die deutsche Volksgemeinschaft verlassen will. Und wenn er dazu verkündet, daß es dieser deutschen Volks­gemeinschaft gegenüber in diesem Jahr eine be­sonders große Ehrenpflicht zu erfüllen gilt, so sind wir gewiß, daß sich niemand dieser Ehrenpflicht entziehen wird. -

Es besteht die vom Führer aufgezeigte Ehren­pflicht darin, einmal den Sudetendeutschen, die 20 Jahre lang treu ihrem Volkstum gegen alle

kduard Venesch zurückgetreten

oeneral Svrovv zum Vertreter des tschechischen Staatspräsidenten bestimmt

Prag, 8. Oktober.

Staatspräsident Dr. Benesch, der sein Amt seit Dezember 1935 innehatte, ist am Mittwoch von seinem Posten zurückgetreten. Die Geschäfte sührt in seiner Vertretung der Ministerpräsident, General Snrovy. Verlassen von seinen großen Freunden im Ausland, ungeliebt von seinem Volk, geht Benesch als ein Mann, dessen maßlose, nur von Haß gegen alles deutsche be­sessene kurzsichtige Politik sein Volk in den Abgrund eines aussichtslosen Kampfes und Europa in einen neuen Weltkrieg zu stürzen drohte.

Es sind die zwei letzten Jahre des Weltkrieges. Das Aktionskomitee für die tschechische und slowakische Unab­hängigkeit agitiert schärfsten? in Paris. Die Räume des Komitees befinden sich in einem Haus, das nur wenige Schritte vom Sitz der größten politischen Macht des Weltfreimaurertums entfernt liegt, vom Grand Orient de France, in der Rue Endet.

Benesch, neben Masaryk, dem eigentlichen Haupt des Auslandskomitees, der eifrigste und gerissenste, dabei auch rücksichtsloseste Agent der tschechischen Sache, braucht also nicht weit zu laufen, um zu den geheiligten Hallen zu gelangen, die sich selbst Tempel nennen. Aber auch sonst hat er enge Beziehungen zu den Kreisen dieser wichtigsten europäischen Loge. Sein Herr und Meister, Masaryk, reiste gewöhnlich in den damals schon so ge­

nanntengroßen Demokratien" herum, in den USA, und in England. Er wirbt überall und kann beruhigt seinen auserwählten Schüler Benesch die Interessen des Tschechentums in Paris vertreten lassen. Sie haben beide inzwischen festgestellt, daß ihr Kriegsziel, die Schaffung einer Tschecho-Slowakei, mit dem Kriegsziel des internationalen Freimaurer- und Judentums parallel läuft, das die Zerschlagung der geschmähten despotischen österreichisch-ungarischen Monarchie" haben will, um dafür mehrere kleine,freie" Nachfolgestaaten zu schaffen. Masaryk und Benesch ziehen den für sie und ihre Pläne richtigen Schluß, unter dem Schutz des Logentums ihre Ziele zu verwirklichen.

Für die Richtigkeit ihrer Ueberlegungen und poli­tischen Taktik war der Kongreß der alliierten und neutralen Freimaurer im Juni 1917 in Paris der beste Beweis. Der Ordensrat des französischen Eroßorients ließ auf diesem Freimaurerkongreß aus dem Munde seines offiziellen Sprechers, des 33,-Erad-Bruders An­dre Lebey, das Projekt des Bölkerbundes entwickeln und die völlige Neugestaltung Europas an Hand einer Karte aufzeigen. Das Gebilde der Tschecho-Slowakei ist darin verzeichnet, wie es später in Versailles offiziell Aner­kennung finden sollte. Masaryk und Benesch selbst haben mit Hilfe indirekter Mittelsmänner und durch ihre di­rekten Mitarbeiter, die späteren Minister Stefanik, Rastn, Kramar, Machar und andere, die teilweise schon

in Pariser Logen als Lehrlinge Aufnahme gesunden hatten, Einfluß auf diese Entwürfe des Pariser Frei­maurerkongresses genommen. Die Bekräftigung und das Ergebnis des Kongresses waren für sie wertvolle Hilfs­mittel, um ihre Pläne nun im großen bis zum Ende des Krieges bei allen dafür zuständigen Stellen der internationalen Diplomatie zu vertreten.

Die Loge war die eigentliche Brücke, über die die tschechischen Jrredentisten Zugang in diehohe Diplo­matie" fanden. Benesch, der privat wie er in seinen späteren Memoiren bestätigt viel in den Kreisen französischer Sozialisten und Freimaurer verkehrte, zö­gerte nicht lange, dem Freimaurerbund beizutreten. Er erhielt das maurerische Licht in der LogeL'aktion" zu Paris. Masaryk, sein Vorbild, war der Logenschurz in den USA. angetragen. Er lehnte jedoch ab in weiser Voraussicht, um damit nicht seine spätere Staatspräsi­dentenschaft im neuen tschechischen Staat unnötig zu belasten und Angriffspunkte zu geben.

Am 28. Oktober 1918 vollzieht sich der Umsturz. Der freimaurerische Plan einerunabhängigen Tschecho- Slowakei" wird Wirklichkeit. An diesem Tage wird in Prag die Republik ausgerufen, der alte Wenzelsplatz wird zum Nationalplatz des neuen Staates, dieses neuen Staates, der zwar den Titel einer nationalen Souve­ränität erhält, aber nichts weiter ist als eine inter- (Fortsetzung auf Seite 2)