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Das Amtsblatt des Negierenden Dürgermeisters der Lreien fjansestadt Vremen
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der Nationalsozialisten Vremens
sinnliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremer
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Nr. 2?4 / S. Jahrgang
Mittwoch, 5. Oktober 1SZS
Linzelpreis 13 Nps.
Der süstrer nach unbeschreiblicher rriumpbfabrt im befreiten Karlsbad:
Saß ich stier einmal stesten würde.
das stabe ich gewußt!
lubelstürme umbrausen pdolf Hitler
Überwältigendes öebenntnls der Sudetendeutschen zur nationalsozialistischen Idee
Karlsbad, 5. Oktob er
Auch gestern hat der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht seinen in das Sudetenland einrückenden Truppen das Geleit gegeben. Wieder hatten so Hunderttausende von Sudetendeutschen zum ersten Male in ihrem Leben die heitzersehnte Gelegenheit, den Führer zu sehen und ihm aus ihrem übervollen Herzen ihren grenzenlosen Dank für die , geschichtliche Besreiungstat zum Ausdruck zu bringen.
Die Grenzstadt Eraslitz, ferner Fallen«», Elbogen, Karlsbad, Schlackenwerth und St. Joachimsthal waren die Hauptetappen dieser zweiten sechsstündigen Triumphfahrt durch das erlöste, aufatmende Land. Die Fahrt fand ihren Höhepunkt mit unbeschreiblichen, geradezu erschütternden Dankesovatrouen in Karlsbad, wo der Führer in einer Ansprache der Bevölkerung für ihre Treue unter tosendem Jubel dankte und das stolze Wort aussprach: „Ich wußte nicht, wie und auf welchem Wege ich einmal hierher komme» würde. Aber daß ich einmal hier stehen würde, das habe ich gewußt!"
Von Hof aus, das Vogtland durchquerend, erreichte der Geländewagen des Führers bei der Musikstadt
Klingenthal zum zweiten Male die bisherige Reichsgrenze. Um 10.40 Uhr hob sich zwischen den aneinanderstoßenden Ortschaften Klingenthal und Markhausen unter dem tosenden Jubel der Bevölkerung der tamren- umkränzte Schlagbaum, und ein zweites Mal hielt Adolf Hitler Einzug in ein jubelndes, einer schöneren und glücklicheren Zukunft entgegengehendes Land. Es regnete in Strömen. Ein kalter Wind peitscht über das offene Hügelland hinweg. Die schnell erreichte sudetendeutsche Grenzstadt Eräslitz empfängt den Führer mit einem wahren Blumenregen. Wer beschreibt die Empfindungen dieser Menschen, die zwanzig Jahre lang, besonders aber in den letzten Wochen und
Monaten, dem schlimmsten Tschechenterror ausgesetzt waren.
Schon 1920 fand erst eine gewaltige Protestkundgebung der Bevölkerung auf dem Marktplatz statt, wobei sieben Sudetendeutsche unter den Kugeln tschechischer Polizei dahinsanken. Heute aber haben die Gras- litzer die tröstliche Gewißheit, daß diese Opfer nicht umsonst gebracht sind. Noch können sie es nicht fassen: Aus diesem gleichen Platz steht jetzt Adolf Hitler, leibhaftig vor ihnen und ihre Heimat ist frei. ist ein Teil des heißgeliebten großen Reiches!
stuf dem Marktplatz in eraslitz
Der Führer läßt halten und wird unter Stürmen des Jubels zn eben diesem Marktplatz geleitet. Hier begrüßt er die ältesten Vorkämpfer der nationalsozialistischen Partei im Sudetenland, die mit ihren Fahnen aus dem Jahre 1922 Ausstellung genommen haben. Eine Welle nicht zu schildernder Begeisterung begleitet diese für die Geschichte der deutschen Stadt Eraslitz so denkwürdigen Minuten. (Bericht über den weiteren Verlauf der Triumphfahrt des Führers auf nächster Seite.)
Von cisr ONSLI-. -ur Scip.
Lrlskmsss au§ «Lsr ciss I'ükrsrs / Lon6srLsricdt von ttslmut LüN^srmcrnn
Annaberg, 5. Oktober.
Lag für Tag fährt nun schon die graue Wagenkolonne des Führers durch die Städte und Dörfer des befreiten Sudeteulandes. Ihre Fahrt ist der Triumph- zug Adolf Hitlers, begleitet von der überschwenglichen Freude und Begeisterung eines befreiten Volkes.
Wenn wir am frühen Morgen irgendwo unseren Sonderzug verlassen und die zwölf grauen gelände- gän-gigen Wagen besteigen, dann wissen wir, daß uns acht, neun oder zehn Stunden größten Erlebens bevorstehen. Bis wir zurückkommen, ist meist die Sonne schon hinter den Bergen verschwunden. Was dazwischen liegt, scheint dem, der es nicht selbst erlebt, etwas Gleichbleibendes zu sein. Wer aber selbst in einem dieser grauen Wagen sitzt, der weiß, wie vielgestaltig, von immer neuen Ereignissen und Höhepunkten erfüllt diese Stunden sind. Freilich: der Jubel der Massen, die Heilrufe und die Sprcchchöre, sie wiederholen sich, und ergreifen doch immer wieder, aber die Liebe des Volkes zum Führer, die elementare Begeisterung über die Befreiung aus der Knechtschaft bringt immer wieder neue Bilder, neue Szenen, neue Rufe, neue Ereignisse. Das, was aber diese stundenlange Fahrt besonders packend gestaltet, das sind die Menschen, die. wir treffen. Hier die Handwerker in den Städten, dort die herben Gesichter der Bauern, hier die Zeugnisse zähen Durch- haltens, dort die furchtbar blickenden Gesichter, auf denen der nackte Hunger seine Zeichen eingegrabon hat. Hier Frauen, die in rasender Begeisterung unsere Hände ergriffen, dort Männer, denen Tränen der Erschütterung über die lebensharten Gesichter laufen. Tausendfältig sind die Bilder, die wir sehen. Wollte ein Maler dem Werk „Erlösung" bildnerischen Ausdruck verleihen, er müßte mit uns kommen und nichts anderes erleben als diese Gesichter und vor allem: diese Bugen.
Mit den Gesichtern der Menschen wechseln in dauernder spannender Folge die Bilder der Städte und
Paris nähert sich Nom
„Tiefe Dankbarkeit für Mussolini"
Rom, 5. Oktober.
Einer Pariser Stefani-Meldung zufolge hat der französische Ministerpräsident Daladier den italienischen Geschäftsträger kurz vor der Kammersitzung empfangen und ihm mitgeteilt, „daß der Ministerrat einstimmig beschlossen hat, dem Duce Benito Mussolini den Ausdruck der tiefen Dankbarkeit der Regierung und des französischen Volkes für das große qon tiefem Verständnis getragene Werk der Vermittlung und des Friedens, das er in Mü.-chen vollbracht hat, übermitteln zu lassen, sowie ihm von dem Willen Frankreichs Kenntnis zu geben, ohne Verzug die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern vorzunehmen, indem sie ohne Umstände die Ernennung eines Botschafters bei Seiner Majestät dem König und Kaiser Viktor Emanuel III. vornehmen wird."
Dörfer, der Höhen und Täler des wunderbaren Landes, das nun zu unserem Reich zurückgekehrt ist.
Es ist gut, daß wir stets mit offenem Verdeck fahren. Es ist das zwar nicht immer' angenehm — so wurden wir Dienstag früh während länger Regenschauer gründlich naß — aber wir sehKN. dafür nicht, nur die Menschen, sondern auch ihr Land, nicht nur die Straße, sondern auch die Gegend und ihre? Schönheit.
Aber wir sind ja nicht unseretwillen während dieser Tage unterwegs. Der Führer kommt selbst mit seinen Truppen, weil er diesen drei Millionen deutscher Volksgenossen, die trotz schwerster Not Treue bewiesen Haben, den Gruß der deutschen Nation übermitteln will, wert er sie als der Führer des Reiches und als der Führer der nationalsozialistischen Bewegung vom ersten Tage an einführen will in das Leben und Denken des nationalsozialistischen Deutschlands.
Aus seinem Munde erfahren diese Millionen deutscher Menschen die höchste Anerkennung für ihren von echt nationalsozialistischem Geist getragenen Kampf für die Erhebung, ihm selbst legen sie in der feierlichen Stunde, die den Höhepunkt jeder dieser Tage bildet, das Gelöbnis der nationalsozialistischen Haltung für alle Zukunft ab.
So vergehen diese Tage in einem fast gleichbleibenden äußeren Rahmen: die stundenlange Wagenfahrt durch das Spalier von Hunderttausen'den ergriffener und begeisterter Menschen, die kurze Rast in irgendeinem Biwak unserer Soldaten, die Kundgebung in der größten Stadt des besuchten Gebiets. Immer neue Inhalte aber erfüllen diesen äußeren Rahmen, die Städte Eger, Karlsbad, Falkenau usw. Jede hat uns neue packende Momente gegeben. Jedes Dorf, durch das wir unter dem feierlichen Geläut der Glocken und den ekstatischen Freudenrnfen der Bevölkerung fahren, bringt neue Bilder, neue Freude, neue Erkenntnisse der Größe dieser Tage.
Wenn unsere graue Wagenkolonne am Abend ihre Fahrt beendet, dann sind alle Wagen voll von Hunderten von Blumen, wir aber sind erneut ergriffen von dem was wir sahen. Wir fühlen: es gibt nichts
Größeres als die Rückkehr eines Volkes in seine Heimat und es gibt nichts Stolzeres als das Bekenntnis von Millionen zu unserer nationalsozialistischen Idee, der sie trotz Tod und Verbot sich anschlössen und mit der sie heute in das Reich Adolf Hitlers zurückkehren.
k. Dlü. Der Weg des SudetenVeutsch-tums zum Reich und zum Nationalsozialismus führt weit in die Vergangenheit zurück. Schon ein Jahrzehnt vor der Jahrhundertwende entstand in Nordböhmen wie auch in anderen Teilen des alten Oesterreichs eine völkische Arbeiterbewegung, die zunächst mit dem Bürgertum, soweit es politisch rechts orientiert war, in engster Tuchfühlung blieb. 1904 jedoch erfolgte, da die Nationalen kein tieferes Verständnis für die soziale Frage aufzubringen vermochten, mit der Gründung der „Deutschen Arbeiterpartei Oesterreichs" die Trennung der beiden politischen Gruppen. Schon früh stand die Pflege und Vertiefung des Volksbewußtseins im Mittelpunkt der Tätigkeit jener Partei; in ihrem Trautenauer Avbeitsprogramm hieß es: „Die Deutsche Arbeiterpartei geht von der Ueberzeugung aus, daß der Arbeiter nur innerhalb der natürlichen Grenzen seines Volkstums sich gegenüber den Volksklassen der Kultnrgemeinschast zur vollen Geltung seiner Arbeit und Intelligenz emporringen kann." Das Jahr 1909 brachte auf einer Präger Konferenz den Beschluß der völkischen Gewerkschaften, mit der Deutschen Arbeiterpartei zusammenzugehen, und schon in diesem Abschnitt der politischen Entwicklung traten sudetendeutsche Vorkämpfer wie Hans Krebs, Rudolf Jung und Joses Patzel mit klar umrissenen großdeutschen Forderungen hervor.
Nach dem Zusammenbruch 1918 erwies sofort der nationalsozialistische Gedanke innerhalb des Sudetendeutschtums seine Durchschlagskraft. Auf Antrag Hans Krebs' auf dem Parteitag in Dux wurde die bisherige völkische Organisation in „Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei" (DNSAP.) umbenannt. Es ist das historische Verdienst dieser zunächst von Hans Knirsch geführten Partei, nach der von tschechischer Seite betriebenen gewaltsamen Verhinderung des Anschlusses der deutschen Gebiete Alt-Oesterreichs an das Deutsche Reich von Anfang an mit stärkstem Nachdruck die sudetendeutsche Autonomiesor- derung vertreten zu haben. Mit Recht stellt deshalb Rudolf Jung in seinem grundlegenden Buch „Die Tschechen, 1009 Jahre deutsch-tschechischer Kampf" fest, daß es die nationalsozialistische Bewegung in den sudetendeutschen Gebieten war, die das deutsch-tschechische Problem in seiner ganzen Breite undTiefe aufgerollt hat. Es sei in diesem Zusammenhang auch daran erinnert, daß 1930 auf dem Frei- waldauer Parteitag die DNSAP. nach einem
Starke kammermetzrtzeit für Satadier
Frankreichs Ministerpräsident befürwortet besseres Verhältnis mit Veutschland und Italien
Paris, 5. Oktober.
Die mit Spannung erwartet« Sitzung -er französischen Kammer wurde am Dienstag um 15 Uhr durch den Kammerpräsidenten Herriot eröffnet.
Ministerpräsident Daladier erhielt als erster das Wort zu seiner Regierungserklärung. Beim Betreten der Tribüne wurde er mit starkem Beifall empfangen, dem sich ein Teil der Sozialdemokraten und natürlich die Kommunisten nicht anschlössen. Die etwa dreiviertel- stündige Rede des Ministerpräsidenten wurde immer wieder durch lebhafte Zustimmung unterbrochen, vor allem als er erklärte, daß alle Völker den Frieden wollten. Besonders starker und herzlicher Beifall wurde Daladier zuteil, als er versprach, daß er sich um ein besseres Verhältnis zwischen Frankreich und den beiden Nachbarländern (also Deutschland und Italien) bemühen werde.
Gleich zu Beginn seiner Rede ging der Ministerpräsident auf die Vorgeschichte der sudetendeutschen Frage ein. Er betonte, daß die französische Regierung von zwei gleichstarken Gefühlen beseelt gewesen sei: 1. dem Wunsche, nicht zu einer militärischen Aktion gezwungen zu sein und 2. dem Willen, niemals das gegebene Wort zu verleugnen, falls durch ein Unglück die erste Hoffnung enttäuscht werden sollte. Lhamber- lain habe sich durch diese mutige Initiative und durch seine ganze Aktion um den Frieden verdient gemacht.
Wenn im Endergebnis der Frieden aufrechterhalten und gewahrt worden sei, so sei das daher erfolgt, daß man nicht zu den Kombinationen der Eeheimdiplomatie geschritten sei. „Wir haben im vollen Licht der Öffentlichkeit gehandelt unter der Kontrolle der Völker, und ich fühle mich verpflichtet, hier noch einmal zu versichern, daß alle Völker den Frieden wünschen."
«wir haben den frieden gewätztt"
Auf die Londoner Besprechungen mit Chamberlain zurückkommend, erklärte Daladier u. a.: „Wir befanden uns vor folgender Alternative: entweder „Nein" zu den sudetendeutschen Forderungen zu sagen und dadurch die tschechische Regierung zur Unbeugsamkeit zu treiben und die deutsche Regierung zn zwingen, einen bewaffneten Konflikt heraufzubeschwören,' der die Vernichtung der Tschecho-Slowakei zur schnellen Folge gehabt hätte, ober aber einen Kompromiß zu finden. 'Wenn sich die erste Hypothese bewahrheitet hätte, wer hätte glauben können, daß die Integrität der Tschecho- Slowakei nach einem schrecklichen Koalitionskriege, selbst nach einem siegreichen, hätte erhalten werden können? Wir haben daher den Frieden gewählt."
Die Ereignisse, die zu der denkwürdigen Zusammenkunft von München führten, wurden dann von Daladier eingehend erläutert: Er sagte dazu u. a.: Es handelte sich in München nicht darum, in Prozedur zu machen, oder Gegenvorschläge zu formulieren, sondern es han-
delte sich darum, den Frieden zu retten. Ich habe „Ja gesagt, und ich bedaure nichts. Ich hätte vorgezogen, daß alle die interessierten Mächte vertreten sein wurden, aber man mußte sehr schnell handeln, die geringste Frist konnte fatal werden. Eine freimütige Unterhaltung mit Herrn Hitler und Mussolini, war p« nicht mehr wert als alle Vorschläge.
Wir haben — in dieser Hinsicht besteht kein Zweifel — rn v,er Ländern einen Vorentschcid für den Frieden hervorgerufen. Auf Grund der spontanen Wärme des Empianges, der durch die Voller der vier Hauptstädte in Berlin, Rom, in London und Paris allen Chefs der vier Regierungen zuteil wurde, und aus Grund der unzähligen Beweise, die allen Regierungschefs aus den den Städten und Dörfern ihrer Länder zugingen, kann man keinen Augenblick an dem riesigen Vefreiungs- gcfuhl der Menschen und an ihrer Anhänglichkeit am Frieden zweifeln."
„Man kann ebensowenig daran denken", so erklärte Daladier weiter, „Deutschland einzuschüchtern, wie man etwa daran denken könnte, Frankreich einzuschüchtern. Man kann nicht mit einem Mann ckder mit einer Nation diskutieren, wenn man nicht vorher seine Achtung erworben hat. Die Achtung Deutschlands für Frankreich aber konnte ich schon von meiner Ankunft in München an fühlen.
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