Ausgabe 
(28.12.1938) Nr. 356
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vremer ZeNno

parteiamtliche Tageszeitung

Has Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches Berkündungsblatt des Beicksstatlkaiters in Oldenburg und Bremen

Nr. ZSö / 8. Jahrgang

Mittwoch, 26. Dezember 1SZ6

Linzeipreis 1S Bpf.

stntiitalienische Demonstration in Dschibuti

franzöflscher öeneralgouverneur beteiligt

Vßtta-LÄW

2um kisutigsn ^6. Osidurlstcig ciss Ztciirsciis^s

lendenzgerüchte aus dem Somaliland / Samelin bei der pariser Mimsterbesprechung

Von

Obersturmbannsührer Fritz Philipps

O r s ll td s r i a!i t unseres karissr Vertreters

rck. Paris, 28. Dezember.

Unter dem Vorsitz des französischen Ministerpräsidenten Daladier fand am Dienstag­nachmittag im Pariser Kriegsministerium eine Besprechung zur Vorbereitung der Reise Daladiers nach Korsika und Tunis statt. Nutzer dem Generalresidenten von Tunis nah­men an der Besprechung eine Reihe hoher Zivilbeamter und Generalstabsches Gamelin teil.

Während einzelne Blätter hervorheben, daß die Hinzu­setzung des Generalstabschefsnichts Außergewöhn­liches" darstelle, überschreibtCe soir" seine diesbezüg­liche Meldung:Die Verteidigung des afrikanischen Territoriums".

Zu gleicher Zeit veröffentlichen die großen Boulevard­blätter in sensationeller Aufmachung aus englischer Quelle stammendeInformationen" über italienische Truppenzusammenziehungen an der Grenze von Fran- zösisch-Somaliland »nd an der libysch-iighptischen

Grenze. Daß Rom diese Meldungen inzwischen als Phantasien enthüllt hat, wird der französischen Oesscnt- lichkeit allerdings verschwiegen.Paris soir" berichtet sogar, daß der Gouverneur von Somaliland Paris um sofortige Entsendung von Truppen und Flottenunter- stützung ersucht und - das KriegsMinistcrium diesem Verlangen bereits entsprochen habe.

Außerdem sollen sich nach Pariser Blättermekdungen in Dschibut» antiitalienische Kundgebungen ereignet

haben, an denen sogar der sranzösische Gcncralgouver- ncur teilgenommen habe.

DerJntransigeant" beschwört den englischen Mini­sterpräsidenten Chamberlain, aus der Reise nach Rom unter allen Umständen in Paris abzusteigen, und diese Gelegenheit nicht vorübergehen zu lassen, mit den fran­zösischen Politikern eine vorherige Fühlung aufzuneh­men. Die Reise Daladiers müsse dementsprechend ver­schoben werden: es sei notwendig, daß die beiden Mini­sterpräsidenten den Kontakt aufnehmen, bevor Lbamber- lain nach Rom Weiterreise.

tabonne bei Sonnet

Paris, 28. Dezember

Außenminister Bonnet hatte am Dienstagnachmittag eine längere Unterredung mit dem französischen General- residenten in Tunis. Labonne. In gut unterrichteten politischen Kreisen erklärt man in diesem Zusammen­hang, daß die italienischen Forderungen bei dieser Gele­genheit erörtert worden seien.

Paris: Lava!- " Abkommen gültig

Presseäußerungen zur sranzösischen Antwortnote an Nom

Paris, 28. Dezember.

In den außenpolitischen Betrachtungen der Pariser Presse nimmt die Antwort Frankreichs aus die italienische Erklärung den ersten Platz ein. 8m Gegen­satz zu den Vortagen geben die Blätter einige Hinweise aus den Inhalt dieser Antwortnote und betonen, daß die französische Regierung nach wie vor die Abmachungen vom Januar 1338 (Laval-Mussolini-Abkommen) als gültig betrachte.

DerExcelsior", dessen Außenpolitiker die eben genannte Ansicht vertritt und dabei mitteilt, daß die sranzösische Regierung in ihrer Note erkläre, sie nehme mit Bedauern die Kündigung der Abmachungen von 1838 zur Kenntnis, setzt sich erneut mit der italienischen Note auseinander. Der römische Vertreter des Journal" bemerkt zu der französischen Antwortnote, daß sie den historischen und juristischen Standpunkt des Quai d'Orsav enthalte, wobei die Laval-Mussolini- Abmachungcn immer noch gültig seien.

Wie die Pariser Ausgabe derNew York Herald Tribune" aus London meldet, verlaute, daß Daladier und Bonnet den englischen Premierminister 'Lhamber-

lain und Außenminister Lord Halifax eingeladen hätten, aus der Reise nach Rom kurzen Aufenthalt in Paris zu nehmen, um sich über die Lage zu unterhalten.

trörterung unabwendbar!

Rom, 28. Dezember.

2m Zusammenhang mit der neuen Phase der italienisch-französischen Beziehungen unterstreichen die Pariser Korrespondenten der römischen Blätter die aggressive Sprache der französischen Presse gegenüber Italien. Der Vertreter des Popolo di Roma" sieht darin einen Versuch, die bri­tische öffentliche Meinung zu alarmieren. Der Pariser Korrespondent desMessaggero" beschäftigt sich insbe­sondere mit dem der französischen Außenpolitik gewid­meten Leitartikel desTemps" und fragt, ob Frank­reich vielleicht im Begriff sei, seine bisherigen außen­politischen Richtlinien zu revidieren, die so viele Ent­täuschungen gebracht hätten.

Die römische Presse stellt nach der Ueberreichung der französischen Antwortnote fest, daß trotz der Ablehnung, mit der bisher die französische Presse die italienischen Rechtsansprüche behandele, Frankreich wisse, daß eins Erörterung unabwendbar sei.

Nur Frankreich könne, wiePopolo di Roma" betont, voraussagen, wie diese Verhandlungen enden würden,

Schwere Verluste der Sowjelfpamer

Neue krtolge srancos in Katalonien / l600 rote Überläufer

Salamanca, 28. Dezember. Wie der nationalspanische Heeresbericht meldet, wurde -r siegreiche Vormarsch Francos in Katalonien fort- -setzt, wobei zahlreiche wichtige Höhenstellungcn erobert erden konnten. Die nationalen Truppen, die in vier ampstagcn 8V« Quadratkilometer Gelände eroberten, -setzten die Ortschaft Cugull, 23 Kilometer südlich von erida, ferner iin Abschnitt Trcmp die Ortschaft Villa- ova dc Meya. Auch im Bogen zwischen Scgre und bro konnten sie einige Stellungen erobern. Der ^eind -rlor mehrere tausend Tote. Die Zahl der Ueberläuser -trug nicht weniger als 1333, die der Gefangenen 6333. >m Lustkampf wurden 32 rotspanischc Flugzeuge abge- hossen. ^

Wie der nationale Frontberichterjtatter ergänzend nttcilt, eroberten die Truppen General francos im lbschnitt Tremp den Gipset des Nametgcbirges. Tr­aben nunmehr eine Niederung vor sich liegen, wodurch er tünftigc Vormarsch erleichtert wird.

Die am Segrc eingesetzten roten Divisionen haben hwcre Verluste erlitten. In der Dorfkirche von Seros rurden 800 bolschewistische Milizleute vorgefunden, die :ch dort versteckt hallen, um den Vorstoß der nationalen kruppen abzuwarten und sich ihnen zu ergeben. ,rn den loderten Ortschaften ist die Bevölkerung überall zuruck- icblieben. da die bolschewistischen Anführer keine Zeit satten, die Orte räumen zu lassen. Die Bolschewisten »ersuchen, an der Hauptstraße ÜeridaTaragona ver- weiseltcn Widerstand zu leisten, um ein Einschwenken >es rechten Flügels der Ofsensivtruppen nach .'kn^den p v^istndern und dadurch Lerida zu retten.

ffener vriel on Lord kjalifor

Bilbao, 28. Dezember.

Der Chef der nationalspanischen Presseabteilung. Jose Eimenez Arnau, hat anläßlich des Zwischeniallss

von Jrun an den britischen Außenminister Lord Halifax einen Offenen Brief gerichtet. Der Pressechef beklagt darin die unfaire Haltung der britischen Presse und gewisser britischer Nachrichtenagenturen gegenüber dem korrekten Vorgehen der nationalspani­schen Behörden. Es sei. so stellt er fest, keineswegs mit den Regeln des Anstandes vereinbar, daß ein Fehltritt eines englischen Beamten als ein nationalspanisches Manöver ausgelegt werde, der sich des Mittels bedient habe, belastende Dokumente in das Gepäck eines Kuriers hineinzuschmuggeln, um die Aufmerksamkeit der Oeffent- lichkeit von anderen Vorgängen in Nationalspanien ab­zulenken.Sie, Herr Außenminister", so heißt es in dem Brief,kennen genau den Sachverhalt! Ebenso könnten ihn britische Zeitungen und Agenturen kennen, wenn sie die Berichte ihrer Korrespondenten in Nationalspanien lesen würden. Wir verstehen den Schmerz jedes Engländers beim Bekanntwerden einer Nachricht vom Ueberbringen von Spionagedokumenten durch einen britischen Kurier. Diese Angelegenheit war wirklich ein starkes Stück!"

Arnau stellt dann fest, daß man in Nationalspanien keineswegs gewillt sei, den Vorfall mit einem gewissen Mysterium 'zu umgeben. Auf jeden Fall werde der Vorhang gelüftet werden. Es werde sich dann heraus­stellen, daß der Haupttäter britischer Untertan sei.Sie, Lord Halifax, wissen, daß unsere Haltung viel energi­scher sein könnte. Wir haben die Karten in der Hand und sind gewillt, sie auszuspielen."

Mexiko erteilt keine krdölkoniession metzr

Mexiko, 28. Dezember.

Die mexikanische Kammer stimmte dem Regierungs­vorschlag zu. nach dem für die Ausbeutung von Erd­öllagern keine Konzessionen mehr erteilt werden. Die mexikanische Nation werde die Erdöllchätze des Landes für die Zukunft selbst ausbeuten.

di« alles von dem mehr oder weniger guten Willen abhängig machten, den Frankreich für die unaufschieb­bare Regelung der zwischen den beiden Ländern offenen Fragen aufbringen werde. Jedenfalls so stellt das Blatt abschließend fest müsse Frankreich zugeben, daß erstens ein Diskussionsstoff vorhanden sei, und daß zwei­tens der Geist von München sich aus Paris bereits verflüchtigt habe.

Auch die norditalienische Presse wendet sich in aus­führlichen Stellungnahmen gegen die unnachgiebige Hal­tung Frankreichs. DasRegime Fascista" verwahrt sich empört gegen eine in der französischen Militärzeitung France Militaire" aufgestellte Behauptung, daßIta­lien den französischen Soldaten die Ein­heit seines Staates zu verdanken habe". Das italienische Blatt stellt dazu fest, daß die letzte Behaup­tung eine in Frankreich allgemein verbreitet« ungeheure Eeschichtslüg« sei, der man entgegentreten müsse, denn die italienische Einheit fei von sämtlichen französischen Regims immer auf das schärfste bekämpft worden.

Slowakisch-ungarischer Zwischenkatt

Zwei Tote und zahlreiche Verletzte

Prag, 28. Dezember.

^zn oer auf ungarischem Gebiet liegenden Gemeinde Sznrany, die durch die Wiener Entscheidung abgetreten wurde, kam es am Weihnachtsabend und am ersten Feiertag zu schweren Zusammenstößen zwischen der slo­wakischen Bevölkerung und ungarischen Gendarmen. Zwei Personen wurden dabei getötet und zahlreiche Personen verletzt.

Von amtlicher ungarischer Seite wird zu diesen Vor­fallen mitgeteilt, daß sich eine Menschenmenge vor der Ecndarmcriestotion zusammengerottet habe. die die Rück­gliederung der Gemeinde in die Tschccho-Slowakei for­derte. Die Gendarmen seien von der Menge dabei mit Stöcken und Messern angegriffen worden und gezwungen gewesen, von der Waffe Gebrauch zu machen.

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Der Preßburgcr ungarische Konsul hat, wie aus Preß- burg berichtet wird, der slowakischen Regierung eine Note überreicht, in der namens der ungarischen-Regie­rung das Bedauern über die Vorfälle in Szurany aus­gesprochen und zugesagt wird, daß eine strenge Unter­suchung eingeleitet und die Schuldigen bestraft werden würden. Ungarn sei an einem freundschaftlichen Ver­hältnis mit der benachbarten Slowakei gelegen.

Der slowakische Propagandachef Mach besuchte die slowakischen Gemeinden an der Grenze und mußte nach slowakischer Mitteilung feststellen, daß Mißhandlungen von Slowaken stattgefunden hätten. Nach seiner Rück­kehr hielt Mach über den Preßburger Sender eine An­sprache^ in der er den Willen der Slowaken zu einem freundschaftlichen Verhältnis mit Ungarn hervorhob, und der Hoffnung Ausdruck gab, daß sich die Atmosphäre für eine Befriedung bald bessern werde.

stigsokn ing flusland geflüchtet

Memcl, 28, Dezember.

Dieser Tage flüchtete der jüdische Inhaber der großen Memeler Kistenfabrik Jtzigsohn nach Hinterlassung einer Kreditschuld von einer Million Lit, das sind rund 400 000 RM., ins Ausland, vermutlich nach Holland. Ueber die hinterlassene Vermögensschuld des Juden ist ein Konkursverfahren eröffnet worden. Von dem Be­trüg sind eine Reibe memeldeuticher Banken und Firmen betroffen worden. Jtzigsohn machte bei seinen Betrü­gereien auch nicht vor seinen Rassegenassen halt. So hat das Bankunternehmen des Juden Komikoff, der sein -Vermögen aus den Schacherqeschästcn der großen sowset- russischen Zuckertransporte für das Memelland und Litauen der Jahre 1833 bis 1938 gezogen hat, erhebliche Verluste erlitten.

Nichts kennzeichnet den Stabschef der SA. besser als ein von ihm in Berlin einmal getaner Ausspruch. Es war nach den vorjährigen Reichswettkämpfen der SA., und Viktor Lutzc hatte eigentlich alle Hände voll zu tun: draußen warteten die SA.-Führer aus dem Reiche auf

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vor, Uitt« OsLSwbor 1938. (Lrssss-Ilokkinuiiu.)

ihn, dann wollte er sich noch seinem Gast, dem General- stabschef der faschistischen Milizen General Russo wid­men. Zwischendurch hatte er Zeit gefunden, einigen Berliner Journalisten Erklärungen über Sinn und Zweck der NS.-Kampfspiele zu geben und aus den wenigen Sätzen war eine Stundenunterhaltung gewor­den. Nur eins Bitte, betonte der Stabschef zum Schluß, hätte er an die Pressemänner:Vergessen Sie nicht,

wenn Sie über die NS.-Kampfspiele schreiben, die Lei­stung der Männer zu erwähnen, vor allem die ideali­stische Bereitschaft, die sie nach des Tages Arbeit und Mühe aus Zechen, Gruben, Büros und Aemtern zum freiwilligen Dienst an sich selbst und der Gemeinschaft auf die Kampfbahnen ganz Deutschlands treibt. Zeigen Sie der Oeffentlichkeit den SA.-Mann in seiner ganzen schlichten freiwilligen Pflichtfreude."

So ist der Stabschef: Wie er einer der ältesten SA.- Männer Adolf Hitlers ist, so ist er der erste SA.-Mann des Führers. In seinen Aussprüchen bekennt er sich im­mer wieder zu seinen Männern So wenn er den Ver­gleich zwischen den Helden des Weltkrieges zieht und den unbekannten und ungenannten Kämpfern der brau­nen Bataillone:Die meisten von uns haben wirkliches Heldentum in den letzten Jahren selbst beobachten kön­nen: den Reservisten oder Landwehrmann, verhei­ratet, Frau und Kinder mit einer ganz kleinen Unter­stützung zu Hause, der selbst nur seine karge Löhnung hatte und dann jeden Tag, Monat für Monat, Jahr um Jahr in der Front stand, tagsüber als Posten, nachts bei Wind und Wetter Essen holte, Balken heran- schleppte, bis zum Leib in Dreck und Wasser watend,

Unser Vsgessviegel

(vio IisuliAv Ausgabe nmkaüt 12 gölten)

In Dschibuti kam es zu italienfeindlichen Kund­gebungen.

Paris stellt sich aus den Standpunkt, daß die Laval- Mujsolini-Vereinbarung vom Januar 1338 nach wie vor in Krast sei.

Francos Offensive in Katalonien macht weitere Fortschritte.

Stabschef Viktor Lutze wird heute 48 Jahre alt.

Ein Erlaß des Reichswirtschastsininistcrs ordnet sofortige Einführung reichseinheitlicher Lehrlings- ollen an.

Lin schmucker Schifjsneubau des Bremer Vulkan vurde in Dienst gestellt.

Un Bremer Matrose gibt einen Augenzeugenbericht >om Schissszusammenstoß im Nordostscc-Kanal.

Line Masscngasvcrgistung wird aus einen, Präger lrrankenhaus gemeldet.

Ein schweres Lawinenunglück, das 33 Todesopfer forderte, ereignete sich in Japan.

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