Ausgabe 
(20.12.1938) Nr. 350
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches veckündungsbiatt des Nelchsstaltstalkers in Oldenburg und Bremen

Nr. ZS 0 / S. Jahrgang

Dienstag, 20 . Dezember 19 ZS

kinzelpreis 15 Bps.

cliamberlaiii antwottet der Opposition

Zurückweisung der Labour-slngriffe

Vor englische Premierminister: „Ich erhalte täglich Hunderte von Priesen aus allen Schichten der Vevölkerung, in denen ich ermutigt werde, die Münchener Politik fortzusetzen

MralitbsrlHLt unseres Lonäoasi' Vsitretsrs)

London, 2V. Dezember.

Im englischen Unterhaus wurde am Montagnachmittag der Mitztrauensantrag der Labour-Party über die Außenpolitik der Regierung eingebracht.

Der Oppositionsredner Dr. Dalton übte an der Chamberlainschen Verständigungspolitik heftige Kritik. Bezeichnend ist es, daß er die Entwicklung in der Tschecho-Slowakei „beunruhigend nannte und an die Regierung die Anfrage richtete, was sie zu tun gedenke, um „Deutschlands Drang nach dem Süd- osten" aufzuhalten. Der Redner ging auch auf das britisch-italienische Verhältnis ein und glaubte Cham- berlain die Lehre erteilen zu müssen, daß er bei seinem Besuch in Rom aus jeden Fall die Frage der Bombar­dierung englischer Schiffe durch italienische Flieger zur Sprache bringen müsse.

Im Namen der Regierung antwortete Ministerpräsi­dent Chamberlain selbst. Unter dem Beifall der konser­vativen Abgeordneten erklärte er, daß die Opposition die Regierung zwar angreife, daß sie aber nicht imstande wäre, zu sagen, was sie an Stelle der Regierung getan hätte. Man könne daraus schließen, daß Dalton eine Politik getrieben haben würde, die England gleichzeitig in einen Krieg mit Deutschland und Italien verwickelt hätte.

Bei dieser Stelle wurde der Premierminister von den Wutausb rüchenderOpposition unterbrochen. Der Sprecher mußte eingreifen, indem er drohte, die größten Schreier aus dem Saal entfernen zu lassen. Der Ministerpräsident forderte die Opposition wieder­holt auf, sich so zu verhalten, wie es den britischen Ge­pflogenheiten entspreche. Fortfahrend gab der Premier­minister zum Ausdruck, daß das Unterhaus mit den Zie­len der Regierung zweifellos einverstanden sei, wenn es auch hinsichtlich der Methoden verschiedener Ansicht sein möge. Man müsse auf jeden Fall der Regierungspolitik Zeit lassen, sich zu bewähren. Wenn ein Mißerfolg ein­treten würde, wäre er, Chamberlain, der erste, der ein« Aenderung seines Kurses vornehmen würde.

Aus jeden Fall stehe fest, daß die überwiegende Mehr­heit der britischen Oefsentlichkeit mit der von ihm ein­geschlagenen Politik einverstanden sei. Zum Beweis führte der Ministerpräsident an, daß er täglich Hunderte von Briefen aus allen Schichten der Vevölkerung er­halte, in denen er ermutigt würde, die Münchener Politik fortzusetzen. In diesem Zusammenhang stellte der Premierminister fest, daß auch in den Dominien seine Politik auf Verständnis stoße, da bisher noch keine ernst­haste Kritik laut geworden wäre. Ueber das deutsch- britische Verhältnis erklärte Chamberlain, daß in Eng­land der ernste Wunsch bestehe, mit Deutschland zu­sammen zu arbeiten, allerdings „im Rahmen der europäischen Familie". Die Behandlung des deutschen Volkes in der Nachkriegszeit sei, zu dieser Erkenntnis sei man gekommen, weder großzügig noch klug gewesen. Im Laufe der Zeit habe man eingesehen, daß das deut-

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Um unseren Prägern unä Trägerinnen sowie ckem teclniisolien personal am ^silmaestks- akenä nncl am Morgen cles ersten Veik- naclitstugss ^Vrbeitsrnlrs 2 N gevväliren, wirst wie in ston vergangenen ,1 girren anest in stis- ser^ .fastre wiester stie V eistnaesttsaus-

,- gaste ster Bremer Leitung bereits in stsn späten iVaestmittagsstunstsn stes 24. Oersm- stsr als verstärkte Ausgabe ersostsinsn. Dafür fällt stie Ausgaste vorn Morgen stes 24. Deremsters aus.

Instsm wir sties unseren stssern bekannt­geben, wissen wir uns mit istnen eins im sorialen Dmptinsten für unsers um stie reostt- reitige Herstellung unst Zuverlässige 2n- Stellung ster 62. stas gänre lastr stinsturest treustesorgte Oskolgsestskt.

Vlle Dienststellen, Lestörstsn unst Volks­genossen, stie tz-litteistmgen unst Vsrölilent- licstungswünsests für stie V" eilmaesttsausgaste stasten. wollen stereits am strsitag, allsr- spätestens stis 8 o'n nastenst früstst Dstr, istre stinsenstungen ster 8cstriftleitung Zuge­stellt stasten. — 8eblu6 ster ^.nrsigsn- annastms: 8onnastenä vor m i ttag , 1 st D st r.

i^acst V eilinacirten erscsteint stie näestste Vusgake ster 62. am Dienstag, 2 7. D e 2 e in - ster, rur gewostnten 8kunste.

sche Volk große Qualitäten ausweise, so daß der Wunsch stark sei, daß Deutschland an der Wiederherstellung der europäischen Zivilisation mitarbeite.

Auf den römischen Besuch übergehend, wies er darauf hin, daß er durch den persönlichen Kontakt mit dem Duce und den anderen führenden italienischen Staatsmännern hoffe, das Vertrauen zwischen' den bei­den Völkern wiederherzustellen, um somit einen Beitrag zur europäischen Befriedung zu leisten. Chamberlain gab dabei zu verstehen, daß er nicht daran denke, in Rom lebenswichtige Interessen Englands oder seiner verbündeten (gemeint ist zweifellos vor allem Frank­reich) preiszugeben. Was das Spanien-Problem

angehe, so halte England, bevor die Kriegsführungs­rechte an die beiden spanischen Parteien gewährt wer­den könnten, an dem'Prinzip der Nichteinmischung fest. Gegenüber den Behauptungen der Opposition, daß Ita­lien durch Entsendung von Freiwilligen gegen das eng- lich-italienisch« Abkommen verstoßen habe, stellte er fest, daß diese vollkommen erfunden seien.

Schließlich teilte Chamberlain im Zusammenhang mit dem amerikanischen Ausfuhrkredit an China mit, daß eine Förderung englischer Chinaexporteure grundsätzlich von der englischen Regierung' begrüßt werde. Diese Frage würde geprüft, sobald das.Export-Earantiegesetz das Unterhaus passiert habe.

knglands Kredit für Ifchiangkaischek

Antwort auf einen dringenden flppell"

London, 26. Dezember.

Die Londoner Blätter beschäftigen sich eingehend mit der Absicht der britischen Regierung, der chinesischen Regierung eine Anleihe von 566 666 Pfund zu gewäh­ren. Wie der diplomatische Korrespondent der „Times" hierzu schreibt, besteht die Aussicht, daß weitere Sum­men folgen würden. Die Anleihe werde auf Grund des neugeschaffenen Exportkreditgesetzes gewährt und stelle die erste Antwort Londons auf einen dringenden Appell des Marschalls Tschiangkaischeks dar. Die.566 066-Pfund- Anleihe solle der chinesischen Regierung vor allem den Ankauf von Fahrzeugen ermöglichen, die auf der vor der Vollendung stehenden Straße von Zentralchina nach Burma, die besondere strategisch« und wirtschaftliche Bedeutung habe, Verwendung finden.

Der diplomatische Korrespondent des „Daily Tele-, graph" bezeichnet die Anleihegewährung als ein Zeichen dafür, baß die Regierung eine steifere Haltung gegen die „Beeinträchtigung britischer Interessen" in ver­schiedenen Teilen der Welt einnehme.

Der politische Korrespondent des „Daily Expreß" stellt fest, daß die Besprechungen des britischen Bot­schafters in Tokio mit der japanischen Regierung in London „Beunruhigung" hervorgerufen hätten.

Darüber wird man sich in London im klaren sein müssen, daß eine Unterstützungsaktion sür Jnnerchina eine klare Einmischung in den Fernöstlichen Konflikt und eine einseitige Begünstigung Tschiangkaischeks mit antijapanischer Tendenz darstellt. Die in Peking und Nanking konstituierten vorläufigen Regierungen der Republik China werden Ende dieser Woche über Maß­

nahmen gegen diejenigen Mächte beraten, die das Tschi- angkaischek-Regime unterstützen. Was Japan seinerseits zu unternehmen gedenkt, bleibt vorläufig abzuwarten. Die englische Spekulation, Tokio durch einen anleihe- ftrategischen Gegenzug zum Nachgehen zwingen zu kön­nen, dürfte wenig Chancen haben.

öeneral flntonestu tot!

Neues Opfer des rümänischen Regimes? — Bukarest ' behauptet „Selbstmord"

Vukarest, 26. Dezember.

Der rumänische General Anton escu, der vor kur­zem im Zusammenhang mit der Erschießung C 0 dre - anus verhaftet wurde, hat sich, wie verlautet in seiner Zelle „erschossen". Maßgebende Regierungsstellen in Bukarest behaupten, daß der General „Selbstmord" be­gangen hätte. Es ist jedoch anzunehmen, daß er ebenso wie die Führer der Eisernen Garde ermordet worden ist. Antonescu, dessen Freundschaft mit Codrcanu be­kannt war, hatte aus seinen Sympathien für die Eiserne Garde niemals ein Hehl gemacht. Er war bekanntlich im Kabinett Goga Kriegsminister und wurde dann bei dem Regime-Wechsel mit einem Korpskommando betraut.

Von amtlicher Seite ist der „Selbstmord" Antonescus bisher weder dementiert noch zugegeben worden. Die Nachricht von dem Tode des Generals, die wie ein Lauf­feuer durch die Hauptstadt eilte, hat bei der national ein­gestellten Bevölkerung Rumäniens große Empörung her­vorgerufen. Die' Polizei hat ihre ohnehin schon sorg­samen Sicherheitsmaßnahmen noch mehr verstärkt; auch in der Provinz sind von feiten der Exekutive neue Sicher- heitsvorkshrungen getroffen worden.

VeiknacklLkeiei dei vr. krick

ksicbsministsr Dr. blieb batts kür ckis lliincksr 6er Arbeiter, Dsawtsv uncl K 11 - gsstslltsv seines Ministe­riums eins IVsiknaebts ksisr veranstaltet, linse 1 Lilä: Der Uinistsr mit

seiner brau bei 6or 8e seirsruug äsr glüelvstrgii- Isvcksv Liuckvr.

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Part« Ijs/eiiemitiit

„Heute steht das Reich in seiner politischen Führung und seiner militärischen Sicherung gesestigter da als je zuvor." (Der büürsr ant äom ÜsioüspLitsitas 19ZN

B. Vlü. Das Jahr der deutschen außenpolitischen Erfolge, das Jahr der Schaffung Großdeutschlands, nähert sich seinem Ende als Ergebnis der Wehrhaftmachung unseres geeinten Volkes. Partei und Wehrmacht haben die Nation — das wird in der Geschichte des ewigen Deutschland als das Grundgeschehen unserer Tage von Generation zu Generation wirksam bleiben — auf Befehl des Führers in denkbar kürzester Zeit zu vorbildlicher Wehrtüchtigkeit erzogen, die Partei in erster Linie politisch-weltanschaulich, die Wehrmacht vornehm­lich körperlich-technisch. Da das Hand-in-Hand-Ar- beiten von Partei und Wehrmacht auch in Zukunft die Unüberwindbarkeit des Reiches verbürgt, ist es an der Zeit, dieses Zusammenwirken zwischen dem „alleinigen politischen Willensträger der Nation" und dem „einzigen Waffenträger des Reiches" näher zu betrachten.

Wenn wir die Ursachen für die einzigartige Lei­stung der Emporführung des deutschen Volkes aus beschämender Wehrlosigkeit zu kraftvoller poli­tisch-militärischer Selbstbehauptung untersuchen, so fällt vor allem die unzertrennbare welt­anschauliche Einheit unserer politi­schen und militärischen Führung ins Gewicht. Mußte in der Systemzeit jedes innere Verhältnis zwischen (damaliger) Reichswehr und Staatsführung fehlen, weil die demokratisch-marxi­stische Bürokratie kein Verständnis für militärische Pflichten.aufbringen konnte und wollte, so stellt in dem kürzlich von Reichsamtsleiter Dr. R. Donne- vert herausgegebenen Buch „Wehrmacht und Partei" Vizeadmiral Canaris vom Oberkommando der Wehrmacht mit Recht fest: „Echt soldatische Haltung und Nationalsozialismus sind eins. Wir sind als Soldaten glücklich, uns zu einer politischen Weltanschauung bekennen zu dürfen, die zutiefst soldatisch ist!" Und nicht nur ihr Ursprung, auch das gleiche unverrückbare Ziel des Schaffens vereint die NSDAP. und die junge deutsche Wehr­macht auf der Basis des Nationalsozialismus: Bei­der Einsatz gilt dem großen, starken Deutschland. Sind der Wehrmacht und der Partei in diesem weltanschaulich fest geschlossenen Rahmen zwar verschiedenartige Einzelausgaben gestellt, so wird doch die.Erziehungsarbeit hier wie dortvondengleichenGrundsätzenbe- stimmt, nämlich dem Führerprinzip, der Pflicht zum Gehorsam und zur Treue sowie dem Grund­satz opferbereiter Kameradschaft. Das Hoheits­zeichen der Bewegung auf der Uniform des Sol­daten wird so zum Symbol der inneren welt­anschaulichen Uebereinstimmung der beiden „Einsatzformen des vom Führer gestalteten neuen Deutschland".

Werfen wir nunmehr einen Blick in die eigent­liche wehrpolitische Arbeit der Partei und ihrer Gliederungen. Vielseitig und tief­greifend sind die der Wehrmacht zugute kom­menden Leistungen der Bewegung: Zunächst durch körperliche Grundschulüng in Verbindung mit Lei­stungssport in der HI. und in anderen Gliederun­gen der Bewegung, sodann durch Weckung und Festigung der nationalsozialistischen Wehrgefin- nung des deutschen Menschen sorgt die Partei mit sichtbarem Erfolg sowohl für eine wehrfreudige Jugend wie für einsatztüchtige Reservisten. Man denke in diesem Zusammenhang zum Beispiel nur an den vom NS.-Fliegerkorps geschulten Nach­wuchs für 'Luftsport und Luftwaffe. Die vor- und iiachmilitärischen Erziehungsergebnisse der NSDAP. werden — wie sollte es auch anders sein - von feiten der Wehrmacht außerordentlich begrüßt. Major der Luftwaffe Cahrs schreibt in dem erwälmten Buch': .Wir Offiziere sehen die

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Unser Vssessmegel

(Ois iisutiz« ^usxvbv uvikäkt 16 Lsitsv)

Der Londoner Kredit an Tschiangkaischek verschärft die politische Spannung Japan—England. Chamberlain rechnete im Unterhaus mit der Labour-Party scharf ab.

Graf Ciano wurde in Budapest vom Reichsverweser von Horthy empfangen.

Die slowakischen Landtagswahlen ergaben 98 v. H. Ja-Stimmen.

Wegen Vereisung mußte aus vielen Schiffahrtswegen der Verkehr eingestellt werden.

Der Verkehr mit den Nordseeinseln wird nur noch durch Flugzeuge aufrechterhalten.

Bremen hatte gestern mit minus 18 Grad den käl­testen Dczembertag seit 1876.

Morgen begeht Bremen auf dem Messegelände die Feier der Wintersonnenwende.

Das WHW. begann in Bremen mit den Weihnachts­ausgaben.

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