Ausgabe 
(11.12.1938) Nr. 341
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parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Anzeigen - Srundprekser

Die 22-iaiii-ZeiI, im Anzeigenteil -13 die 78»-Zeile im Tert- teil 4^4 Ermäßiate (für kleine, Familienonzcigen u a., sowie sonstige Bedingungen Picis- liste 7 (Nachlaßstaffel 0j Für An­zeigen durch den Fernsprecbe, keine Gewähr. Annahmeschiuß 16 Uhr. Geschäftsstellen: In Breinen

Am Geeren 68, Fern­

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtiiches verkündungsblatt des Beichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

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Der Wirrer eröffnete in München die 2. deutsch e Architektur- und kunststandwerk-flusstellung

Deutschland baut für die kwigkeit!

der vaumeister des dritten Neiches über das nationalsozialistischeWort aus Stein" / Neichsminister ^ dr. Soebbels:der flustrag ist immer der stärkste flntrieb der vaukunst"

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liedcs und des Horst-Wessel-Liedes schreitet der Führer die Fronten ab.

Vor dem Hause der Deutschen Kunst begrüßen dann der Vorsitzende des Hauses der Deutschen Kunst, August von Finck, mit dem Vorstand und der Ausstellungs­leitung, Reichsminister Dr. Goebbels, der Reichs­statthalter in Bayern, General Ritter von Epp, der bayerische Ministerpräsident Sievers. der Staats­kommissar des Hauses der Deutschen Kunst, Gauleiter Adolf Wagner, den Führer. Der Führer tauscht mit den ihn empfangenden Herren einen freundlichen Hand­schlag und betritt dann das Haus.

In der klzrenlialle

Pünktlich um 11 Uhr schreitet Adolf Hitler durch den Vorraum und betritt, gefolgt von.Reichsleitor Dr. Dietrich. Obergruppenführer Brückner, Gruppenführer Schaub, Oberstleutnant Schmundt, Brigadeführer Bor­mann und Professor Hoffmann die Ehrenhalle. Vorbei an den grüßenden Menschenfrontcn zu beiden Seiten des schmalen Mittelganges begibt sich der Führer zu seinem Platz in der ersten Reihe. Zur Rechten Adolf Hitlers hat sein Ehrengast, Minister Lantini, zur Lin­ken der Staatskommissar für das Haus der Deutschen Kunst, Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner, Platz genommen.

Neichsminister vr. Soebbels

Die Baukunst wird die Königin aller Künste genannt, und wohl deshalb, weil ihre Wirkungen und Dokumente am bleibendsten und beständigsten sind. Zn Stein und Marmor pflegt sich eine Zeit zu verewigen. Darum sind die großen Historischen Epochen der Weltgeschichte meistens auch die großen Bauperioden d er Völker Der politische Aufstieg einer Nation zieht fast immer eine machtvolle Blüte der Baukunst nach sich. Es ist das auch nur zu natürlich. Denn jede große geschicht­liche Zeit sucht in der Architektur ein Stück Unvergäng- lichkeit. Daraus auch ist es zu erklären, daß die dem Nationalsozialismus mittelbar und unmittelbar vor­angegangenen Systeme in ihrer Architektur ohne eigenen und gewachsenen Stil geblieben sind Die Zeit hatte noch nicht ihr inneres Gesicht gefunden und. konnte es deshalb auch nicht nach außen hin ausprägen.

vertrauen für Daladier

Z1Z Stimmen für und 241 gegen die Negierung rumultkenen wastrend einer

Hetzrede des luden Mum

Von der Empore herab klingt festliche Musik. Das Orchester der Bayrischen Staatstheater unter der Stab­führung von Musikdirektor Clemens Krauß, spielt den letzten Satz der Dritten Symphonie von Anton Brückner.

Der Vorsitzende des Vorstandes des Hauses der Deut­schen Kunst, August von Finck, tritt vor und begrüßt den Führer und den italienischen Korporationsminister.

Dann wendet sich der Staatskommissar für das Haus der Deutschen Kunst, Gauleiter Adolf Wagner, an den Führer und führt etwa folgendes aus:Die Ausstel­lung ist wieder gerüstet und die Meister der deutschen Architektur haben uns wieder ihre besten Werke nach München gebracht. Wir stellen dabei nicht mit Be­trübnis, sondern mit Freude fest, daß unser Haus fast zu klein geworden ist, um die Fülle der großen Werke zu fassen/

Ich darf Ihnen deshalb, mein Führer, melden, daß die AnstaltHaus der Deutschen Kunst" Ihren Be­fehl erwartet, um die Arbeiten zu beginnen zum Bau eines neuen Ausstellungsgebäudes für die deutsche Architektur. Die Anstalt ist sowohl in finan­zieller als auch in arbeitsmäßiger Hinsicht bereit, die Vorarbeiten zu übernehmen.

Nun ergreift Dr. Goebbels das Wort:

Aus der inneren Unsicherheit ist es zu erklären, daß diese Zeit auch yur sehr selten Architekten von wirklich großem Format hervorbrachte. Wo sie vorhanden waren, blieben sie entweder unentdeckt oder nur Aufträge.

Her flustrag aber ist immer der stärkste flntrieb der Saukunst

Es ist bezeichnend, daß einer unserer bekanntesten heu­tigen Architekten kürzlich bei der Besichtigung eines von ihm grundlegend umgebauten Berliner Theaters beiläufig erklärte:Einst hatte man den Kopf voll Pläne,' ohne die Möglichkeit der Ausführung zu besitzen. Heute bekommt man so viele Aufträge, daß die Ausführung manchmal am Materialmangel scheitert!"

(Fortsetzung auf Seite 2f

feierstundelm Haus der Deutschen Kunst

(Drsdtbsriobt unssrss blüuadsnsr Vsrtrstsrs)

K. München, 11. Dezember.

Zum vierten Male nach seiner Vollendung hat das prächtige Haus der Deutschen Kunst in Mün­chen seine Tore geöffnet. In einer Feierstunde er­öffnete der Führer und Reichskanzler am Sonn­abendmittag die Zweite deutsche Architektur- und Kunsthandiv^rk-Ausstellung, die in überzeugender Weise den gewaltigen, aus Jahrtausende berech­neten Bauw'llen des Dritten Reiches aufzeigt. Adolf Hitler hielt selbst die Weiherede und betonte in ihr, datz Deutschland im Gegensatz zu ver­gangenen Kunstepochen grotz und gewaltig baue. Auch Reichsminister Dr. Goebbels und Gauleiter Adolf Wagner sprachen.

Ueber München liegt seit den frühen Morgenstunden jene erwartungsvolle Spannung, die jedem geschichtli­chen Tag vorausgeht, der sich innerhalb der Mauern der Hauptstadt der Bewegung abspielt. In der Prinz­regentenstraße sind wieder die hohen weißen Fahnen­masten errichtet, von denen die stolzen Banner des Drrt- ten Reiches und die Fahnen der Kunst grüßen. Marsch­tritt hallt durch die Straßen. Ehrenformationen der Partei, der Wehrmacht und der Polizei ziehen auf. Mustergültig ausgerichtet nehmen sie vor dem Haus der Deutschen Kunst Aufstellung Es ist 10 Uhr geworden. Vereinzelt durchschneiden Kommandos Sie Stille. Lan­ger und dichter wird die Mauer der Formationen und Ehrenstürme. Die beiden Prunkfahnen links und rechts des Haufes deu Deutschen Kunst betonen mit deni Lor­beerschmuck vor dem Eingang der Weihestätte die beson­dere Bedeutung des Tages. In den angrenzenden Straßen und hinter den Abfperrlinien hat sich schon Stunden vor Beginn des Festaktes eine dicht gedrängte Menschenmenge angesammelt Aufmerksam verfolgt sie die Auffahrt der Ehrengäste, die um 10.50 Uhr beendet ist. In kurzen Abständen erscheinen die Reichsleiter der NSDAP.. das Führerkorps, auch hohe Vertreter der staatlichen Behörden, der Wehrmacht und der Haupt­stadt der Bewegung.

Korporalionsminister Lantini vertritt Italien

War es im vergangenen Jahre der jugoslawische Ministerpräsident und Außenminister Dr. Stojadino- witsch, so ist es diesmal der italienische Korporations­minister Lantini, der als Gast des Führers dem Eröffnungsakt beiwohnt. Minister Lantini war gegen 2 Uhr früh, von Berlin kommend, mit den Herren seiner italienischen und deutschen Begleitung im Sonderzug auf dem Münchener Hauptbahnhof eingetroffen, von wo er sich dann zum HotelVier Jahreszeiten" begab.

Her sützrer trifft ein

Brausender Jubel verkündet dann wenige Minuten vor 11 Uhr die Ankunft des Führers. Schmetternd fällt der Präjentiermarsch in die jubelnden Heilrufe der Menge ein und unter den Klängen des Deutschland-

Paris, 11. Dezember.

Die französische Kammer hat am Schluß ihrer Nacht­sitzung der Regierung Daladier das Vertrauen ausge­sprochen durch Annahme der radikalsozialen Ent­schließung. Bei der Abstimmung wurden für die Regie­rung 315, gegen die Regierung 241 Stimmen abgegeben bei 53 Stimmenthaltungen.

Die Verkündung des Ergebnisses wurde auf der Rech­ten und in der Mitte mit langanhaltendem Beifall auf­genommen. Die Kammer vertagte sich sodann auf Diens­tag nachmittag zur Aussprache über den Haushalt 1938.

Gegen Mitternacht hatte der Häuptling der Marxi­sten, der Jude Leon Blum, das Wort ergriffen. Der Sitzungssaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Blum mächte zunächst einige klägliche Versuche, um die Volks­frontpolitik und den mißlungenen Generalstreik zu ver­teidigen. Als er die Finanzpolitik Daladiers und Rey- nauds kritisieren wollte, wurde er von rechts mit dem Zwischenruf unterbrochen, daß diese Politik nur die Folge seiner eigenen !ei. Die weiteren Ausführungen Blums wurden durch ständige beißende Zwischenrufe der Rechten immer wieder unterbrochen. Als die Rechte Blum darauf hinwies, gerade er sei nicht befugt, gegen die Kapitalisten zu Felde zu ziehen, da er selbst K a p i t a l i st sei, erreichte die Erregung ihren Höhe­punkt. und man befürchtete eine tätliche Auseinander­setzung. Die Sozialdemokraten sprangen von ihren Bän-- ken auf, um sich auf die Rechte zu stürzen. Radikal- soziale Abgeordnete stellten sich jedoch dazwischen und verhinderten, ein Handgemenge. Schließlich hob der. Kammerpräsident die Sitzung auf und verließ den Saal. Nach kurzer Pause wurde die Verhandlung in etwas ruhigerer Stimmung wieder eröffnet. Blum ergriff jedoch nicht mehr das Wort.

tanlini beim sützrer

München, 11. Dezember.

Der Führer empfing gestern mittag im Führerbau zu München den italienischen Korporations- und Wirt- schastsminister, Exzellenz Lantini. Im Anschluß an den Empfang stellte Minister Lantini dem Führer in Gegenwart des Neichsorganifationsleiters der NSDAP., Dr. Robert Ley, seine Begleitung vor.

Im Laufe des Vormittags hatte Lantini mit seiner Begleitung an den Ehrenstätten der Bewegung am Königlichen Platz zwei Larbeerkränze mit Schleifen in den italienischen Farben niedergelegt. An dem feier­liche-! Aki uabni Reichsoraaniiationsl-iter Dr. Dresler teil.

Am Nachmittag verließ der italienische Gast die Hauptstadt der Bewegung um sich nach Nürnberg zu begeben. Am Bahnhof erwartete der Oberbürger­meister der Stadt der Reichsparteitage, Willi Liebel, den italienischen Minister, um ihn nach Nürnberg zu begleiten.

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i. v. o. Bremen, 11. Dezember 1938.

Deutschlands Vpfer

Durch Adolf Hitlers stäatsmännische Einsicht wurde in diesen Tagen mit der Unterzeichnung des deutsch-französischen Abkommens Deutschlands Verzicht auf Elfah-Lothringen ausgesprochen. Man mag es jenseits der Vogesen glauben, daß Deutsch­land damit ein großes Opfer dem Frieden Europas gebracht hat. Man mag es glauben, und man sollte es würdigen. Es ist nicht so leicht für eine große Kulturnation vom Range der deutschen, sich end­gültig von einem Anspruch zu lösen, der vor nicht allzu langer. Zeit noch eine Selbstverständlichkeit in jedem deutschen Herzen war. Der Rhein als Deutschlands Strom und nicht als Deutschlands Grenze ist ein Begriff für das heute lebende Geschlecht von Kindesbeinen an. Und des Straß- bürger Münsters urdeutscher Charakter trägt überdies noch dazu bei, mit Wehmut jedes Deut­schen Sinn zu überschatten, bei dem Gedanken, datz fortan das Elsaß als endgültig französisches Land zu betrachten ist. Aber kann es dann auch verwundern, wenn Deutschland erstaunt und schmerzlich betroffen französische Pressestimmen vernimmt, die statt das deutsche im Interesse des europäischen Friedens selbstlos gebrachte Opfer anzuerkennen, dieses Opfer, bevor noch die Unterschriften darunter trocken wurden, zu ent­werten bestrebt sind?-

Notwendige Feststellung

Wir glauben von Daladier und Bonnet ohne weiteres, daß es ihnen peinlich sein mutz, wenn in der französischen Presse, zumal auch in einem Teil jener Presse, die den beiden Staatsmännern nicht allzu ferne steht, das deutsch-französische Ab­kommen mit Kommentaren bedacht wird, die auf deutscher Seite ohne weiteres als kränkend und beleidigend empfunden werden müssen. Der Deut­schen grundsätzlich feindseligenEpoque" eines Kerilles, die in die Ehrlichkeit des deutschen Ver­zichts auf Elsaß-Lothringen hämische Zweifel setzt, wollen wir dabei gar nicht gedenken. Auch nicht, daß sie in einem bei den Haaren herbeigezogenen wenig Phantasiereichen, dafür giftgeschwollenen, erfundenen Ferngespräch zwischen Führer und Duce die Achse RomBerlin zu erschüttern ver­sucht. Aussichtsloses Beginnen! Auch nicht die Aus­führung desJournal des Dsbats" wollen wir beachten, die das Abkommen als einenFetzen Papier" abtut: Und weitere französische Presse­stimmen, die in ähnlichem Sinne gehässig und schäbig zugleich die befreiende Tat des Führers und des französischen Staatschess mit den Dreck­spritzern gemeiner Verdächtigungen und unflätiger Verleumdungen überdecken, wollen wir gleichfalls übergehen. Aber wir wollen jener Blätter, wie etwa desJournals" gedenken, die die Form der deutschfranzösischen Erklärung spitzfindig nennen und ganz entgegengesetzt dem Sinne und dem Geiste diesbs Abkommens Deutschland darauf festzulegen versuchen, daß es mit der Anerkennung der Rheingrenze gleichzeitig auch die Anerkennung des französischen Vertrages mit Sowjetrußland und anderen Staaten im europäischen Osten ausge­sprochen habe. Wir möchten auch die Behauptung

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Unser Vssessmegsl

(Dis dsvtiAs KvsALds iimkalll 32 Lsitsn)

Daladier erhielt ein Vertrauensvotum in der Kammer.

Gras Csakq wurde ungarischer Außenminister.

In Lima wurde die Panamerikanische Konferenz eröffnet.

Der Pariser Skoblin-Prozeß belastet erneut die GPU.

Der italienische Korporationsminister wurde vom Führer empfangen.

Der Führer eröffnete die 2. Architektur- und Kunlt- Handwerks-Ausstellung in München.

Der Reichsautobahn-Atlas umfaßt bereits 38 Karlen. Zn Oldenburg wurde das neue Finanzgebäude ein­geweiht.

Die Einführung der neuen Ortsgruppenleiter des Kreises Bremen ist abgeschlossen.

Der NSLB., Kreis Bremen, vermittelt den Er­ziehern eine Spezialschulung in der Zudenfrage.