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parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt Nremen
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der Nationalsozialisten Vremens
flmlliches Nerküadungsblatt des Neirstsstattiialters in Oldenburg und Nremen
Nr. Z40 / 8. Jahrgang
Sonnabend, 10. Dezember 1SZ8
Einzelpreis 15 Npf.
Ich will den frieden mit Deutschland
Daladier sprach vor der pariser Kammer
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Ver französische Ministerpräsident rechnete mit den Kommunisten ab
Paris, 10. Dezember.
Im Mittelpunkt der gestrigen Sitzung der Pariser Kammer stand eine bedeutsame Rede des Ministerpräsidenten Daladier.
„Alle Parteien der Kammer", so erklärte er, „sind einig darüber, daß ein großes Problem der allgemeinen Politik vor dem Lande geklärt werdgn muß. Ich glaube, daß. man heute sich darüber schlüssig werden muß, ob man mich stürzen oder mir gestatten will, meine Anstrengungen fortzusetzen. Ich habe meinen Weg zwischen zwei Wegen gewählt." (Zwischenruf: von links nach rechts!)
Daladier ging dann auf den Generalstreik ein, dessen politischen Charakter er immer wieder unterstrich. Der Generalstreik sollte ein Protest gegen die Außenpolitik der Regierung sein. Auf einen Zwischenruf von links, der die Wahrheit dieser Feststellung des Ministerpräsidenten bezweifelte, verlas Daladier eine Reihe von Schriftstücken, die seine Auffassung einwandfrei belegen.
Die kommunistische Partei, so fuhr Daladier fort, habe die Arbeiter zum Generalstreik gegen die sogenannte „Kapitulation von München" sichren wollen. Am Tage der Ankunft Chamberlains seien lächerliche Kundgebungen veranstaltet morden, die aber durch den wundervollen Empfang der Pariser Bevölkerung für den englischen Staatsmann erstickt wurden. Nachdem diese lächerlichen Kundgebungen gescheitert waren, sei man zu dem Streik und den Fabrilbesetzungen geschritten, die er, Daladier, als ungesetzlich bezeichnete.
Immer zu den Kommunisten gewandt, erklärte Daladier, es habe sich bei dem Streik darum gehandelt, das ganze Leben des Landes zu lähmen, und der Kommunismus sei dafür verantwortlich. Aber er sei auf die Gesetze gestoßen. Es handele sich nicht um einen Sieg der Regierung, sondern um einen Sieg des französischen Volkes.
Im zweiten Teil seiner 2Mündigen Rede kam der Ministerpräsident auf die Außenpolitik zu sprechen und erklärte einleitend, er könne nicht zulassen, daß man von einer „Erniedrigung, einer Schmach und einer Ka- pitulierung" Frankreichs in München spreche.
Man habe die deutsch-französische Erklärung kritisiert, als ob nicht alle seine Vorgänger die Verständigung mit Deutschland versucht hätten. Diese Erklärung, die die beiderseitigen Grenzen achte, enthalte nichts Entehrendes. Das gleiche gelte für die vorgesehenen gegenseitigen Beratungen. Außerdem würden die Verpflichtungen dritten Staaten gegenüber geachtet.
Mit lauter Stimme erklärte der Ministerpräsident: „Ich will den Frieden mit Deutschland! Und alle ehemaligen Frontkämpfer wollen den Frieden mit Deutschland!" (Hier wurde der Ministerpräsident, wie überhaupt häufig während seiner Ausführungen, von lebhaftem Beifall unterbrochen.)
Gegen Ende seiner Rede beschäftigte sich Minister
präsident Daladier mit der Finanz- und Wirtschaftspolitik. Seine Regierung wolle das Ausbluten des Landes verhindern und hoffe, für diese Politik eine Mehrheit zu finden. Er werde bis zum Ziel kämpfen und seinen Weg fortsetzen. Zum Schluß appellierte Daladier an die französische Einigkeit und forderte die Abgeordneten aus, eine klare Antwort zu geben.
Als Daladier geendet hatte, standen sämtliche Abgeordneten von den Radikalsozialen einschließlich bis zur äußersten Rechten auf und spendeten ihm langanhcnten- den Beifall. Die Verlagerung der Mehrheit Daladiers von der ehemaligen Volksfront nach rechts wurde damit auch äußerlich unterstrichen.
fluch Krosta ins fluslan- geflohen
Präger Negierung will Prozeß gegen venesch und krosta durchfichren
(viabtbariebt uvssrss Lragsr Vsitrstors)
tx. Prag, 1». Dezember.
Die neue Präger Regierung ist entschlossen, gegen den ehemaligen Staatspräsidenten Dr. Eduard Bencsch und den ehemaligen Außenminister Dr. Camil Krosta einen politischen Prozeß durchzuführen, um die Schuld dieser beiden Männer für die Politik der letzten 20 Jahre in aller Öffentlichkeit unter Beweis zu stellen. Venesch hält sich bekanntlich bereits seit einigen Wochen in London aus, während nunmehr auch der frühere Außenminister Krosta es vorgezogen hat, heimlich die Tschechoslowakei zu verlassen und sich nach Paris zu begeben. Dr. Krosta hat bei seiner Flucht, wie jetzt einwandfrei festgestellt werden konnte, auch mehrere wichtige politische Dokumente mit ins Ausland genommen. Benesch sowohl wie auch Krosta werden, wie aus Kreisen der Präger Regierung versichert wird, in Kürze aufgefordert werden, sich in die Tschecho-Slowakei zurückzubegeben und sich hier dem Richter zu stellen. Die Vorbereitungen zu diesem Prozeß sind bereits in großem Umfange getroffen worden, so daß mit seiner Durchführung in den ersten Wochen des neuen Jahres gerechnet werden darf.
Die Präger Regierung kommt mit diesem Plan einem Verlangen des tschechisch-slowakischen und karpato-
ukrainischen Volkes nach, das seit Wochen in Kundgebungen und durch die Presse fordert, daß die Schuldigen für die sinnlose und sich auf die bolschewistische Ideologie stützende Politik der alten Tschecho-Slowakei festgestellt werden. Die tschecho-slowakische Regierung hält diesen Prozeß gegen Venesch und Krosta aber auch deshalb für notwendig, um der Weltöffentlichkeit einen Einblick in die Sphäre jener Triebkräfte zu geben, die in den Herbsttagen des Jahres 1938 Europa an den Rand eines Kriegs gebracht hüben. Sie will darüber hinaus aber auch vor aller Welt beweisen, daß sie ge willt ist, einen dicken Strich unter die von den ehemaligen tschechischen Staatsmännern gemachte Politik der letzten 20 Jahre zu ziehen.
Im Hinblick auf das feige Vechaltsn Beneschs und Kroftas, die es vorgezogen haben, für die von ihnen in den letzten Jahren geleistete Tätigkeit nicht einzustehen, sondern lieber ihr Heil in der Flucht zu suchen, erscheint es nicht zweifelhaft, ob diese einst in der Weit als große Staatsmänner bezeichneten tschechischen Politiker sich vor diesem Prozeß drücken werden. Wie bereits Veröffentlichungen in der englischen und französischen Presse unter dem Pseudonym Ppter Buk bewiesen haben, scheinen es Benesch und Krosta vorzuziehen, ihre „Rechtfertigung" durch eine nicht gerade ernsthafte Presse zu vollziehen. Der angekündigte Prozeß, von dem die tschecho-slowakische Oeffentlichkeit in den nächsten Tagen erfahren dürfte, verspricht wegen der Fülle des Materials gegen Benesch und Krosta eine Sensation zu werden.
Pas Neich beweist seinen vauwisten
Kellte eröffnet der sichrer in München Sie deutsche flrchitektur-flusstellung
(vrabtbsric-bt unseres Nüiiebsnsr Vertreters) b. München, 10. Dezember.
Mit der 2. Deutschen Architektur- und Kunsthandwerk- Ansstellung, die der Führer heute vormittag im Haus der Deutschen Kunst in München feierlich eröffnet, zieht insgesamt die vierte Ausstellung und zugleich die dritte Schau dieses Jahres in das prächtige Gebäude ein. Auch diesmal wieder atmet die Ausstellung den kraftvollen Willen zum Monumentalen nnd Erhabenen. In packen
der Weise wird durch sie klar, daß die Bauaufgaben noch größer und noch gewaltiger wurden und daß die besten Architekten des Reiches an der Gestaltung der imposanten Pläne arbeiten.
Ganz Deutschland und sogar die Welt weiß, daß die Männer vom Bau gerade in diesem Jahre neben den gesteckten Zielen mit Sonderausgaben betraut wurden, deren Bewältigung eine vordringliche Lösung erforderte. Um so bemerkenswerter ist die Tatsache, daß sich die deutschen Architekten und Jnnenraumgestalter dennoch
den neuen, schöpferischen Bauaufgaben erfolgreich gewidmet haben. Die große Mannigfaltigkeit der Schau läßt erkennen, daß die. größtenteils bereits in Ausführung begriffenen Projekte nicht etwa nur zugerichtete Ausstellungsstücke einzelner Stellen sind, sondern daß es sich hier vielmehr um Bauten handelt, die das ganze deutsche Volk angehen, ja an denen alle Volksgenossen Anteil haben werden
Im Mittelpunkt: Her königliche Platz
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lieiolisimiiptsinckt. (I1okkmnvn-Ls.ni.)
M.-- Z
Den festlichen Auftakt der gewaltigen Schau bildet im lichtdurchfluteten Raum des ersten Saales ein Modell der Gestaltung des Königlichen Platzes mit dem Braunen Haus, dem Führcrbau, dem neuen, von Professor Galt geschaffenen Kanzleibau und dem in der Hochbauabteilung des Staatsministeriums des Innern projektierten Erweiterungsbau der alten Pinakothek. Die Wände zieren Großfotos des Führcrbaues und ein von Richard Klein entworfenes Gipsrelief der Pallas Athene.
Den Hauptsaal, dessen künstlerische Ausgestaliung den Beiucher mit unwiderstehlicher Gewalt in seinen Bann zieht, beherrscht das von Professor Brinkmann projektierte Großmodell der kommenden Münchener Oper und das prächtige Holzmodell der monumentalen Schule am Chiemsee, deren Entwurf von Professor Eieslcr stammt. Die Wände sind geschmückt mit Großfotos und prachtvollen Gobelins.
prdensburgen unl> flrbettersktz.».
Der nächste Saal gehört den Ordensburgen Vogslsang und Kröisiniee. die in ihren baulichen Anlagen und den genehmigten endgültigen Entwürfen gezeigt werden. >>n der Mitte dieses Raumes erhält der Beichauer durch ein großes Pastellbild Einblick in die riesige Feierhalle der Ordensburg Kröisinsee. Anschließend wird der Besucher mit dem KdF.-Schiff „Robert Ley", dessen Musiksaal, Bibliothek und sonstigen Räumlichkeiten vertraut gemachl. Eingehend gibt der Neichsver- band für deutsche Jugendherbergen ein Bild seiner zahlreichen Heimstätten der Jugend usw
Die Deutsche Arbeitsfront zeigt außer den Modellen des Urlauberschiffes „Robert Ley" gut ausgeführte Modelle von Adolf-Hitlcr-Schulen und des Seemannsheimes in Hamburg. Bei einem Jugendcrholungsheim tritt die NSV. als Bauherr auf.
(Fortsetzung auf Seite 2)
„Wir Memeldeutsch-e verlangen das Recht und nehme» uns das Recht, uns zur Weltanschauung unseres Volks- tums zu bekennen, und wir wiederholen es noch einmal: Recht muß Recht bleiben, auch wenn es sich um Deutsche handelt." Mit diesen Worten schloß der memel- deutsche Abgeordnete Vingau seine Rede in der letzten Sitzung des fünften Memelländischen Landtages am 1. November dieses Jahres. In einer Generalabrechnung hielt er der litauischen Politik die Vergewaltigung der autonomen Rechte des Memcllandes vor und versicherte, daß das Memcldeütschtum nicht mehr gewillt sei, sich den bisherigen Methoden der Litauer weiter zu unterwerfen. Und im Stadion der alten deutschen Stadt Memei, die die Litauer vergeblich in Klajpeda umzutaufen und umzuwandeln versuchten, erklärte der Führer der Memeldeutschen, Dr. Neumann: „Wir alle können stolz darauf sein, einem starken Volk mit einem großen Führer an der Spitze anzugehören." In diesem und keinem anderen Zeichen wird am morgigen Sonntag die Wahl und Volksabstimmung des Memeldeutsch- tums stehen.
Zum sechsten Male treten Männer und Frauen des Landes um die Kurische Nehrung an die Wahlurne und bekennen vor der ganzen Welt, daß sie Deutsche sind und zur großen deutschen Nation gehören. Alle Schikanen und Verfolgungen fast zweier Jahrzehnte haben diese Menschen nicht'weich, sondern nur härter gemacht. Sie haben die alte Heimat mit Zähigkeit verteidigt. Sie sind ihrer deutschen Tradition und Kultur treu geblieben.
Niemals war dieses Land litauisch. Memei ist die älteste deutsche Stadt Ostpreußens und wurde im Jahrs 1252 vom deutschen Schlbertbrüderorden aus Riga gegründet. Auf dem Wege eines gütlichen Vergleiches wurde die Stadt dann im Jahre 1328 dem größeren und stärkeren Deutschritterorden in Preußen übergeben. Ein bodenständiges Volk von Fischern und Bauern zieht hier seit Jahrhunderten den Pflug durch deutsche Erde. 2708 Quadratkilometer umfaßt dieser nordöstlichste Teil Ostpreußens, und über 140 000 Menschen leben und wirken hier seit Generationen. Versailler Verblendung aber. sah hier litauisches Land und litauische Kultur . . .
Laut Artikel 99 leisteten jene würdelosen Vertreter der noch würdeloseren Novembermachthaber bereits im Jahre 1919 „Verzicht" auf das Memelland, das infolgedessen bis zum 14. Januar 1923 unter französischer Leitung stand. Am folgenden Tage fielen litauische Horden. die sich Freischärler nannten, über Stadt und Land her, u-m es unter die Botmäßigkeit Kownos zu bringen. Genau einen Monat später, am 15. Februar, sanktionierte die Entente die litauische Souveränität. Der Handstreich war also geglückt. Man machte den Memel- ländern lediglich durch die Gewährung der Autonomie eine inhaltlose Geste, die ihr schweres Los in keiner Weise erleichterte.
Der von der litauischen Regierung eingesetzte Gouverneur wurde zu einer Diktaturinstanz. Das Direktorium als die autonome Regierung wurde Schritt um Schritt entdeutscht Den Landtag wußte man ständig beschlußunfähig, zu machen. Die Erklärung eines zwölfjährigen Kriegszustandes schuf völlig rechtlose Zustände. Ein Staatsschukgesetz .machte das Deutschtum vogelfrei. Schlicßlch inszenierie man einen Hochverratsprozeß gegen 126 Memeldeutsche wegen angeblicher Vorbereitung eines bewaffneten Aufstandes, der mit Todes- und langjährigen Zuchthausstrafen endete. Der Rest einer scheinbaren autonomen Verwaltung verschwand mit einem Wahlgesetz, das die Wählbarkeit von der Beherrschung der litauischen Sprache, der politischen Zuverlässigkeit im Sinne Kownos und der Kontrolle des Wahlergebnisses durch eine Kommission des Kriegskommandanten abhängig machte. Beschwerden des Memeldeutichtums «n die Signatarstaaten und den Völkerbund wurden zwar akademisch erörtert, blieben aber praktisch erfolglos. Es paßt zu Herrn Eden und seiner kollektiven Politik, wenn er als damaliger Lordsiogelbewahrer im Juli 1934 vor dem Unterhaus erklärte, daß die Memelfrage nur durch die Instanzen des Völkerbundes gelöst werden könne. Er bat auch hier geirrt.
Bei fünf Wahlen zum Memelländischen Landtag in den Fahren 1925. 1927, 1930, 1932 und 1935 sind die Litauer nicht über fünf Mandats hinausgekommen, wäh-
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(Die bsutiZs .giisgabs umksOt 18 Leiten)
Daladier rechnete in der Kammer scharf mit den Kommunisten ab.
Die Massennerhaftungen in Rumänien nehme« ihren Fortgang.
Krosta ist ins Ausland geflohen.
Für den englischen Außenhandel wurden politische Millioncnkredite bewilligt.
Der italienische Korporationsministcr sprach vor der Reichsarveitskammer.
Heute eröffnet der Führer in München die zweite Deutsche Architektur- und Kunsthandwerksaus- ftcllung.
Der Stabsleiter des Reichspressechess Pg. Sünder mann wurde zum Reichshauptamtslciter ernannt.
Die Bremer „Sudeten-Hundcrtschast" rückte aus dem befreiten Gebiet wieder in ihren Standort ein. Morgen steht Bremen im Zeichen der WHW.-Ver- anstaltungen in der Lettow-Vorbeck-Kaserne (Bahr). Europameister Adolf Heuser errang einen Punktsieg über den Iren Quigley.