Ausgabe 
(9.12.1938) Nr. 339
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Meiner Zellmo

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Dürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkündungsblatk des Neichsstatchalkers in Oldenburg und premen

Nr. ZZ9 / 8. Jahrgang

Zreitag, 9. Dezember 18Z8

kinzelpreis 15 Nps.

deutscher flug;eugttager lief vom Stapel

In Kiel auf..Sras Zeppelin" getauft

blZ LIlw umjubelten den Düstrer / öeneralfeldmarschall ööring stielt die laufrede

(Vrabtdsiivllt unseres nacü Kiel vntsanätea Fonäerberieliterstatters)

I. V. Kiel, 9. Dezember

Deutschlands Kriegsmarine feierte einen Freudentag: Zum ersten Male in der Ge­schichte des Reiches ist ein Flugzeugträger vom Stapel gelaufen. Die Anwesenheit des Führers und des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Hermann Göring, und weiter des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Raeder, und des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, bei der Taufe dieser neuen Einheit unserer Kriegsmarine betonte in ganzer Stärke die Bedeutung des Tages. Der Flugzeugträger wurde von der Gräfin Hella Brandenfels-Zeppelin, einer Tochter des Erfinders des Luftschiffes, auf den NamenGraf Zeppelin" getauft.

Der Sonderzug des Führers traf um 12.85 Uhr auf dem Hauptbahnhof von Kiel ein, begrüßt von General­feldmarschall Hermann Göring, dessen Sonderzug Frau Emmi Göring begleitete den Gatten wenige Minuten vorher eingelaufen war, während ein Kriegs­schiff Salut schoß. Zum Empfang des Führers waren n. a. der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, General­admiral Raeder, der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, Generaloberst von K.eitel, Admiral Albrecht, der Befehlshaber der Marinegruppe Ost, Admiral Carls, der Komman­dierende Admiral der Marinestation der Ostsee und Gauleiter und Oberpräsident Lohse erschienen. Durch die jubelnden Massen der Menschen, die sich vor dem festlich geschmückten Bahnhof drängten, nahm Adolf Hitler den Weg zum Anlegeplatz, von dem ihn und seine Beglei­tung die StatiönsjachtNixe" auf das Werftgelände übersetzte. Weithin über die Wasser der Förde hallen die Jübelrufe. Hinauf bis zum Kieler Schloß und zur Universität gegenüber dem Schauplatz des histori­schen Geschehens, den Deutschen Werken, stehen unzäh­lige Tausende, jubeln ihren Dank nieder zu der vorbei­ziehenden Stationsjacht. In das vieltausendfältige Ru­fen und Winken mischen sich die hellen Stimmen der Kinder, die an diesem schulfreien Tage wieder einmal ein gewaltiges Ereignis in ihre jungen Herzen auf­nehmen können.

2er sülirer trifft auf der werft ein

Brausende Heilrufe künden kurz vor 13 Uhr das Eintreffen des Führers. Die StationsjachtNixe" macht an der Anlegebrücke der Deutschen Werke fest. Beim Betreten des Werftgeländes wird der Führer und Reichskanzler vom Betriebssichrer der Deutschen Werke, Generaldirektor Middendorff,' herzlich willkommen ge­heißen. Der Kommandant der Befestigung der west­lichen Ostsee, Konteradmiral Mewis, erstattet dem Füh­rer Meldung. Und nun schreitet der Führer unter den Klängen des Präsentiermarsches und der National­hymnen die Front der Offiziersabordnungen, der Ehren- äbordnungen der Kriegsmarine und der Luftwaffe so­wie der beiden Ehrenkompanien ab. Tosender Jubel von mehr als 6V 666 Volksgenossen, die das Werft­gelände bis in den letzten Winkel füllen, umrauscht den Führer und den Eeneralfeldmarschall Göring auf ihrem Wege zur Taufkanzel, an der Abordnungen der ehema­ligen Marineluftschifser und Marineflieger Aufstellung genommen haben.

Nach der Meldung des Flottenchefs, Admiral Boehm, wird der Führer durch Schiffsbaudirektor Löflund, Maschinenbaudirektor Dr. Jmmich und Betriebsobmann Beyer begrüßt. Vor dem Aufstieg zur Taufkanzel be­

grüßt der Führer und Reichskanzler den Befehlshaber der Luftwaffengruppe III, General der Flieger Felmy, den Kommandierenden Admiral der Luftwaffe See, General der Flieger Zander, den. Kommandierenden General des X: Armeekorps, General der Kavallerie Knochenhauer und Dr. Eckener, sowie die Taufpatin Grä­fin Hella von Brandenstein-Zeppelin. Während der Führer, Eeneralfeldmarschall Göring, Generaladmiral Raeder mit der Taufpatin, Generaloberst von Vrau- chitsch, Generaloberst Keitel, Generaloberst Milch, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsleiter Bouhler und Reichsleiter Bormann unter nicht cndenwollenden Heil­rufen die Taufkanzel betreten, steigt gleichzeitig die Standarte des Führers vor dem Bug des Schiffes em­por. Eine Woge tiefster und dankbarster Begeisterung

Paris, 9. Dezember

Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop traf gestern vormittag kurz nach 16 Uhr (MEZ.) in Beglei­tung des französischen Außenministers Bonnet, des deutschen Botschafters Graf Welczek, des französischen Protokollchefs Loze, der Herren vom Auswärtigen Amt und seines persönlichen Stabes auf dem Jnvaliden- bahnhos zur Rückreise nach Berlin ein.

Auf dem Bahnhof hatten sich zum Abschied das gesamte Personal der deutschen Botschaft, der Landes­gruppenleiter Gesandtschaftsrat Dr. Ehrich, der franzö­sische Botschafter in Berlin Coulondre, der italienische Botschafter Guareglia, der .Generalsekretär des Quai d'Orsay Leger, der Präsident des Comite France-Alle- magne Scapini, der Polizeipräfekt von Paris Langeron und zahlreiche andere Persönlichkeiten versammelt.

Der Reichsminister des Auswärtigen bestieg den Wagen, nachdem er sich in herzlicher Weise vom fran­zösischen Außenminister Bonnei und den anwesenden französischen und deutschen Persönlichkeiten verabschiedet hatte. Der deutsche Botschafter Graf Welczek und Ee- sandtschaftsrat von Campe begleiteten den Reichs­minister bis zur Grenze. Der französische Botschafter in Berlin, Coulondre, reist erst später wieder nach Ber­lin zurück. Der Sonderwagen des Reichsministers setzte sich um 16.08 Uhr langsam in Bewegung.

Lange währte es, bis Generalfeldmarschall Göring das Wort zur Taufrede nehmen kann.

Sie Nede kermann üörings:

Mein Führer! Der Stapellauf des ersten Flugzeug­trägers unserer Kriegsmarine gewinnt durch Ihre An­wesenheit, mein Führer, besondere Bedeutung. Die stolze deutsche Wehrmacht zu Lande," zu Wasser und in der Luft ist Ihr Werk, dem Ihre stete Sorge gilt. Mir stahlharter Entschlossenheit haben Sie dem Reich ein Schwert geschmiedet, das, wie die jüngste Vergangenheit lehrt, stark genug ist, um dem Reich inmitten einer unruhigen zerklüfteten Welt die unabdingbaren Lebens­rechte des Volkes und den Frieden zu wahren.

Das stolze Schiff, das hier festgefügt und stark empor­ragt, ist Sinnbild deutscher Kraft und Ausdruck eines Strebens zu höchster Leistung, das alle beseelt, die es ersannen und erbauten.

Als monatelang eine Flut von Verleumdung an die deutschen Grenzen brandete, als verantwortungslose Hetze eine gefährliche Kriegspsychose erzeugte, wurde hier in dieser Werkstatt mit Fleiß und doppeltem Eifer gearbeitet, in dem untrüglichen Bewußtsein, daß unser Volk solcher Verteidigungswaffen bedarf, um sich zu behaupten. Hier in den Hafenstädten, wo der Blick auf die weite See gerichtet ist, weiß jeder, wie notwendig der Schutz der deutschen Küste ist, und nir­gends erkennt man klarer, daß Handel und Schiffahrt nur gedeihen, wenn sie von der Kraft der Nation ge- (Fortsetzung auf Seite 2)

Berlin, 9. Dezember.

Der Neichsminister des Auswärtigen ist nachts um 6.15 Uhr mit den Herren seiner Begleitung auf dem Bahnhof Friedrichstraße eingetroffen.

Vanktelegramme an ValaVier und Sonnet

Der Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop hat bei Betreten deutschen Bodens an den französischen Ministerpräsidenten Daladier und an Außenminister Bon­net Telegramme gesandt: Das erste lautet:Beim Betreten deutschen Bodens bitte ich Sie, Herr Minister­präsident, meinen aufrichtigen Dank für die in Paris erwiesene herzliche Gastfreundschaft entgegennehmen zu wollen. Es ist mir eine Genugtuung, daß die von Herrn Bonnet und von mir unterzeichnete Erklärung im Geiste der unter Ihrer Mitwirkung in München erzielten Ver­ständigung zustandegekommen ist.

Joachim v. Ribbentrop."

Das Telegramm an Außenminister Bannet hat fol­genden Wortlaut:Bei meiner Rückkehr nach Deutsch­land bitte ich Sie, Herr Minister, den nochmaligen Aus­druck meines aufrichtigsten Dankes für den liebenswür­digen Empfang und die herzliche Gastfreundschaft, die uns in Frankreich zuteil wurde, entgegenzunehmen. Ich gedenke mit großer Befriedigung der Tage, an denen wir gemeinsam in Paris an der Verständigung zwischen unseren beiden Völkern arbeiten konnten.

Joachim v. Ribbentrop."

brandet minutenlang zum Führer hinauf.

von Mbbentrop wieder in verlin

Herzliche Verabschiedung des Neichsaußenministers in Paris

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Der Uädrer beim 8tapeIIs.uk äes ersten ckeutselien llluxxsiigtiüAers6rak Zeppelin"

DerWieder"-Aufbau

Im Jahre 1932 herrschte in Deutschland eine Krifs mit einer großen Arbeitslosigkeit. 1933 kam eine neue Regierung. Diese Regierung hat dann im Laufe der nächsten Jahre die Arbeitslosigkeit bekämpft und die Krise beseitigt."

Dieser zitierte Satz veranlaßt zu einigen Ileber- legungen: Herrschte in den Jahren vor 1932 keine Krise und keine große Arbeitslosigkeit? Ist 1933 nureine neue Regierung" in Deutschland ans Ruder gekommen, oder hat es sich um einen revolutionären Umschwung gehandelt?! Hat die neue Regierung Jahre gebraucht, um leÜiglich die Uebel des Krisenjahres 1932 zu be­seitigen, oder um eigen Verfallszustand zu liquidieren, der in Deutschland herrschte? Hat die nationalsoziali­stische Regierung lediglich die Arbeitslosigkeit bekämpft wie es übrigens schon mancheRegierung" zuvor getan hat! oder hat die nationalsozialistische Regie­rung sich, wie auch geschehen, darangemacht, die Arbeits­losigkeit restlos zu beseitigen?

Man sieht, man kann von manchem Schriftsteller unserer Zeit größere Klarheit verlangen. Die Beurtei­lung des Geschehens vergangener Jahre läßt nämlich in dieser und in jener Richtung allerlei zu wünschen übrig! So etwa, wenn bei einigen Statistikern und Nationalökonomen das Jahr 1928 (als Jahr der wirt­schaftlichen Scheinkonjunktur des damaligen politischen Systems) eine besondere Rolle spielt, oder wenn bei den wenigen, die von den Erinnerungen des Zweiten Reiches leben, das Jahr 1914 für die Betrachtung des früheren und späteren Geschehens maßgebend gemacht wird.

Für Vergleiche mögen Gegenüberstellungen der Jahrs 1914, 1928, 1938 Lanz lehrreich sein. Es wäre aber ver­fehlt, wollte man etwa zur Jahreswende 1938/39 die Musterjahre" 1914 und 1928 mit dem gerade abge­laufenen Jahr dahingehend vergleichen, daß man nun feststellt, welche Ziffern und Gegebenheiten des Jahres 1914 oder 1928 im Jahre 1938 übertreffen worden sind und welche nicht.

Vergleiche mit dem Jahre 1928 haben für uns schon deswegen wenig Bedeutung, weil die wirtschaftliche Entwicklung dieses Jahres 1928 lediglich eine Schein­konjunktur war, die durch das damalige System kapitalistischer Ausbeutung und durch eine übermäßig« Auslandsverschuldung ermöglicht wurde.

Aber bei Vergleichen mit dem Jahre 1914 sollten wir vorsichtig sein! Wenn z. B. die Statistiken des Jahres 1914 keine Arbeitslosigkeit ausweisen, so brauchen wir nicht zu denken, daß es eine solche damals nicht gegeben hat: im Gegenteil, sie war bereits 1914 beträchtlich. Umgekehrt wird aber auch vieles, was 1914 war, nie­mals wiederkehren. Das nationalsoziali st ische Weltbild wurde nicht nach dem Muster des Jahres 1914 geformt, sondern nach den Not­wendigkeiten, die sich aus der Erhaltung und Fort- entwicklung unseres Volkes ergeben.

Wenn 1933, 1934, 1935 stets vomWiederaufbau" die Rede war, so entsprang das der Vorstellung, daß zunächst in Ordnung gebracht werden müsse, was in den Jahren und Jahrzehnten zuvor in Unordnung gekommen war. Die gesunden Kräfte unseres Volkes sollten wieder be­freit und entfaltet werden, ob man dabei an das Jahr 1914, an das Jahr 1813, 1197, 961 oder ein sonstiges Jahr in unserer Geschichte, dachte, war gleichgültig.

DieserWiederaufbau" ist aber nur ein Teil der nationalsozialistischen Aufbauarbeit überhaupt. Der Wiederaufbau" wird, wenn man lediglich die Ziffern oder die Zustände oder die Landkarte eines früheren Vergleichsjahres beispielsweise 1914 betrachtet, nie ein vollkommener sein! Daß die nationalsozialistische Führung längst andere Wege gegangen ist, als uns je eine vergangene Zeit gezeigt hat, beweist gerade das Jahr, dessen Abschluß wir uns nähern.

Das Jahr 1938 hat Tausenden früheren Besserwissern klargemacht, daß die nationalsozialistische Führung weit über denWieder"-Aufbau hinaus ist.

Unser IsHGZSNLSHeS

(Die k s u t i § s Kusgsbe umkallt 16 Feiten)

Der GPU.-Ches Jeschow wurde gestürzt.

In Tunis und Paris kam es zu neuen italienseind- lichen Ausschreitungen.

Reichsauftenminister von Ribbentrop traf nach herz­licher Verabschiedung in Paris in Verlin ein.

In Anwesenheit des Führers lies in Kiel der erste deutsche FlugzeugträgerGraf Zeppelin" vom Stapel.

Mit Nationalspanien wurde ein Lieserungsabkom- men für Otoume-Holz geschlossen.

Deutschland hat die Sportbeziehungen zu Holland abgebrochen.

Wegen Arbeitsverweigerung wurde in Jtzchoe ein Arbeiter zu Gefängnis verurteilt.

Der italienische Devisenschieber Sacerdoti wurde zu einer Strafe von mehr als zwei Millionen Lire verurteilt.

Der bisherige Kreisleiter von Emden, Pg. Folkerts, wurde zum Gaubcaustragten für Sippenforschung ernannt.

In Bremen wurden die Wehrmachtsschwestern des Noten Kreuzes vereidigt.