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Reiner Zeitmo
parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Freien kjansestadt Bremen
Snzekgen-Srnadprriset
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der Nationalsozialisten Vremens
flmtliches verkündungsblatt des Beichsstatthalters in Oldenburg und Bremen
Nr. ZZ? / 8. Jahrgang
Mittwoch, ?. Dezember 1SZ8
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Veutslti'frcmWsltie krklcirung in Kraft
der pariser Besuch des Neichsaußenministers / örenren Mischen beiden Ländern als endgültig anerkannt
V. Mbbentrops vesprechungen
in der sran;ösischen Hauptstadt
svrsktbsrickt unseres ?arissr Vertreters)
Paris, 7. Dezember
Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop ist gestern um 11.1V Uhr (französischer Zeit) aus dem Jnvalidenbahnhos in Paris eingetroffen.
Die Atmosphäre, in der sich der Besuch des Reichs- autzenministers abspielt ist entgegen den Erwartungen der Verständigungsfeinoe durchaus korrekt, ja beinahe herzlich. Ein großer Teil der französischen Öffentlichkeit hat instinktiv begriffen, daß das Pariser Abkommen eine neue Aera der deutsch-französischen Beziehungen einleiten soll und kann. Schon der Empfang am Jnvaliden-Bahnhof, der mit frischem Pflanzen- grlln sowie mit Hakenkreuzfahnen und Trikoloren reich geschmückt war, gestaltete sich zu einer kleinen Sympathie-Kundgebung für den Reichsaußenminister, die immerhin als ein Zeichen für die Stimmung angesehen werden kann, von der der „Mann der Straße" erfüllt ist. Eine Reihe von Zuschauern brachen ik die spontanen Rufe:
„ks lebe Mbbentrop!" — »ks lebe der friede!"
aus. Der Reichsaußenminister wurde vom französischen Außenminister Bonnet sowie vom deutschen Botschafter Graf Welczek, dem Landesleiter der Landesgruppe Frankreich der NSDAP. und anderen führenden Persönlichkeiten der deutschen Kolonie und der französischen Behörden begrüßt. Er begab sich nach Abschreiten des Ehrenspaliers der Republikanischen Garde mit seiner Gattin, der ein großes Rosenbukett überreicht wurde, im Kraftwagen zum Hotel Crillon, das an der „Place de la Concorde" liegt. Während seines Pariser Aufenthaltes hat dort der Reichsaußenminister mit den Herren seiner Begleitung Wohnung genommen.
Auf seiner Fahrt zum Hotel wurde der Reichsaußenminister vom deutschen Botschafter begleitet, nachdem der französische Außenminister sich bereits am Bahnhof von ihm verabschiedet hatte.
die flrtikel der pariser Zeitungen
sind mit Ausnahme der marxistischen Blätter, durchaus positiv eingestellt. Uebereinstimmend wird darauf hingewiesen, baß zum erstenmal ein deutscher Außenminister seit dem Kriege nach Frankreich gekommen sei, um eine Erklärung zu unterzeichnen, die die künftigen Beziehungen der beiden Völker auf eine neue Grundlage stellen soll. Ein großer Teil der Presse verbindet damit die Hoffnung, daß wirklich eine neue Aera des deutsch-französischen Verhältnisses beginne, um ein für allemal die tragischen Irrtümer, die Jahrhunderte die Beziehungen zwischen den beiden Nationen belasteten, auszuschließen.
Im Polais Matignon
Zu Ehren des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop und seiner Gattin gab Ministerpräsident Daladier in der Ministerpräsidentschaft, dem Palais Matignon, ein Frühstück im kleinen Kreise. Daran nahmen u. a, französischerseits teil der stellvertretende Ministerpräsident Chautemps, Außenminister und Frau Bonnet, der Vorsitzende des Auswärtigen Aus- schusses des Senats, Senator Verenger und Frau, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Kammer, Abgeordneter Mistler und Frau, der Generalsekretär des Quai d'Orsay, Leger, der französische Botschafter in Berlin und Frau, der Chef des Protokolls des Quai d'Orsay, Loze und Frau, die Kabinettchefs des Kriegsministeriums sowie des Ministerpräsidiums und andere hohe Beamte aus der Umgebung des Ministerpräsidenten. Von deutscher Seite waren bei dem Frühstück anwesend Botschafter und Gräfin Welczek, Botschaftsrat Brauer und Frau sowie die Herren der Begleitung des Reichsaußenministers von Ribbentrop.
v. Mbbenirop bei Lebrun
Am Nachmittag wurde Reichsminister von Ribbentrop von Botschafter Graf Welczek und Botschaftsrat Bäuer im Hotel zum Empfang beim Präsidenten der Republik, Lebrun, abgeholt. Am Eingang des Clysee wurde der Reichsminister vom Chef des Protokolls, Leze, empfangen und in das Arbeitszimmer des Präsidenten geleitet. Bei dem Empfang waren der deutsche Botschafter Graf Welczek und Außenminister Bonnet zugegen. Nach Beendigung der Unterredung wurden dem Präsidenten der Republik von Reichsminister von Ribbentrop die Herren seiner Begleitung vorgestellt. Präsiden; Lebrun seinerseits machte den Reichsminister mit den Herren seiner Umgebung bekannt.
flbendtafel am yuai d'oesog
Am Abend gaben der französische Außenminister George Bannet und seine Gattin zu Ehren des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop und seiner Gattin in den Räumen des Quai d'Orsay «in Essen, an dem neben dem französischen Innenminister Sarraut und seiner Gattin der französische Finanzminister, der Luftfahrtminister, der Justizminister, der Minister für öffentliche Arbeiten und der Hanüelsminister mit ihren Damen teilnahmen. Von deutscher Seite waren außer dem deutschen Botschafter Graf Welczek und Gattin u. a. die Herren der Begleitung des Reichsministers des Auswärtigen, sowie Botschaftsrat Breuer und Gattin anwesend. Bei der Abendtafel erhob der französische Außenminister' sein Glas auf das Wohl des Führers und Reichskanzlers, und der Reichsminister des Auswärtigen trank auf das Wohl des Präsidenten der Republik Lebrun.
Der Wortlaut der sriedenserklürung
feierliche Unterzeichnung im französischen flußenministerium
Raris, 8. Dereinber
11m 16.28 klirr ML2) begab sicb cksr keicksininister cles Auswärtigen v. Ribbentrop in ckss kranrösiscbe Lullenministerium am Ouai ck'Orss^. llr war begleitet vom cleutsoksn Lotscbakter sowie cken aus Lerlia initgskabrenen Herren clss Auswärtigen Kiutes uncl cken Herren ckss persönlicken Stabes, varauk ianck im klbrenssai ckis llnterreicknung clsr cksutscb-kranrösiscben Erklärung statt. Diese bat kolgencken Wortlaut:
Der deutsche Reichsminister des Auswärtigen,
Herr Joachim von Ribbentrop
und der französische Minister für auswärtige Angelegenheiten,
Herr George Bonnet,
haben bei ihrer Zusammenkunft in Paris am 6. Dezember 1938 im Namen und im
Auftrag ihrer Regierungen folgendes vereinbart:
1. die deutsche Regierung und die französische Regierung sind übereinstimmend der Ueberzeugung, daß friedliche und gut nachbarliche Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eines der wesentlichsten Elemente der Konsolidierung der Verhältnisse in Europa und der Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens darstellen. Beide Regierungen werden deshalb alle ihre Kräfte dafür einsetzen, datz eine solche Gestaltung der Beziehungen zwischen ihren Ländern sichergestellt wird.
2. Beide Regierungen stellen fest, datz zwischen ihren Ländern keine Fragen territorialer Art mehr schweben und erkennen feierlich die Grenze zwischen ihren Ländern, wie sie gegenwärtig verläuft, als endgültig an.
3. Beide Regierungen sind entschlossen, vorbehaltlich ihrer besonderen Beziehungen zu dritten Mächten in allen ihre beiden Länder angehenden Fragen in Fühlung miteinander zu bleiben und in eine Beratung einzutreten, wenn die künftige Entwicklung dieser Fragen zu internationalen Schwierigkeiten sichren sollte.
Zu Urkund dessen haben die Vertreter der beiden Regierungen diese Erklärung, die
sofort in Kraft tritt, unterzeichnet.
Ausgefertigt in doppelter Urschrift in deutscher und französischer Sprache in Paris
am 8. Dezember 1938.
Joachim von Ribbentrop Reichsminister des Auswärtigen George Bonnet
Minister für auswärtige Angelegenheiten
Um 16.40 Ulzr
Die feierliche Unterzeichnung der deutsch-französischen Erklärung erfolgte genau um 16.40 Uhr (MEZ). Obwohl es sich nur um eine kurze Zeremonie handelte, kam hierbei schon rein äußerlich die Bedeutung dieses diplomatischen Aktes zum Ausdruck. Um die Außenminister Deutschlands und Frankreichs waren die geladenen diplomatischen Persönlichkeiten sowie Vertreter der deutschen, der französischen und der ausländischen Presse versammelt. Deutscherseits waren der Botschafter des Deutschen Reiches in Paris, Graf Welczek mit den höheren Beamten der Botschaft, die in der Begleitung des Reichsaußenministers nach Paris gekommenen Beamten des deutschen Auswärtigen Amtes, der Vorsitzende der Auslandsstelle Paris des Reichsverbandes der deutschen Presse und die Vertreter deutscher Zeitungen anwesend. Französischerseits waren der Ministerpräsident Daladier, der Generalsekretär des Quai d'Orsay, Leger, die höheren Beamten des Außen- ministeriums, der französische Botschafter in Berlin Loulondre und der Porsitzende sowie die Mitglieder der
am Quai d'Orsay akkredierten diplomatischen Presse zugegen.
Der große Uhrensaal erstrahlte im festlichen Licht der Kronleuchter. Vor dem monumentalen Kamin stand der kostbare Schreibtisch. Die deutsch-französische Erklärung ist in Kunstschrift auf handgeschöpftem Büttenpapier aufgezeichnet. Zur Unterzeichnung diente ein Goldfederhalter. Das in deutscher Sprache abgefaßte Dokument unterschrieb zuerst der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, die Urkunde in französischer Sprache der französische Außenminister Bonnet. Den historischen Augenblick hielten zahlreiche Pressefotografen im Bilde fest.
Nach der feierlichen Unterzeichnung begaben sich Ministerpräsident Daladier, Reichsaußenminister von Ribbentrop und Außenminister Bonnet in den Rotundensaal des Ministeriums. Hier fand zwischen dem deutschen und dem französischen Minister und ihren Mitarbeitern eine Besprechung statt.
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rck. Berlin, 7. Dezember
Die Unterzeichnung der deutsch-französischen Erklärung in Paris hat überall ein Echo gesunden, das ihrer Bedeutung entspricht. In der französischen Oeffentlichkeit selbst ist der Widerhall naturgemäß am stärksten. Von wenigen unverbesserlichen Ausnahmen abgesehen, unterstreicht die französische Presse in vollem Umfange den Wert der deutsch-französischen Begegnung, die nicht nur in der Unterzeichnung der beiderseitigen Erklärung, sondern ebenso in der ganzen Atmosphäre liegt, die durch sie geschaffen wurde und die einen neuen Ausblick für die Zukunft eröffnet.
Es versteht sich von selbst, daß die deutschfranzösische Erklärung die volle Zustimmung des deutschen Volkes in seiner Gesamtheit findet. Sie ist eine nochmalige feierliche Bestätigung der grundsätzlichen Linie der deutschen Außenpolitik, so wie sie aus dem Munde des Führers gegenüber Frankreich sehr klar und eindeutig festgelegt worden ist.
Die deutsch-französische Erklärung stellt im einzelnen fest, daß das deutsch-französische Verhältnis und seine friedliche und positive Entwicklung eines der wesentlichsten Elemente der Konsolidierung der europäischen Verhältnisse im allgemeinen ist; darüber hinaus enthält die Erklärung die nochmalige feierliche Feststellung, daß die über ein Jahrtausend lange umkämpfte deutsch französische Grenze nunmehr unverrückbar festliegt und keinerlei Ansprüche territorialer Art den Frieden. zwischen Deutschland und seinem Nachbarn gefährden sollen. Drittens legt die Erklärung, die am Tage ihrer Unterzeichnung in Kraft getreten ist, fest, daß sowohl die deutsche wie die französische Regierung alle etwa auftauchenden Fragen, vorbehaltlich der besonderen Beziehungen beider Länder zu dritten Mächten, in direkter Fühlungnahme klären werden. Was den Vorbehalt im dritten Punkt betrifft, so liegt er in den Grundsätzen begründet, nach denen sich das Europa von heute ausrichtet und die das Fundament seiner Neuordnung bilden.
Die Achse Berlin — Rom ist eine gegebene Tatsache der europäischen Politik, die unverrückbar festliegt und die ein integraler Bestandteil jedes europäischen Zusammenlebens und jeder europäischen Neuordnung geworden ist. Auch die italienische Presse unterstreicht in ihrer positiven Würdigung der Klärung des deutsch-französischen Verhältnisses diesen Tatbestand. Einige französische und englische Blätter gaukeln allerdings ihren Lesern genau das Gegenteil der Wahrheit vor, wenn sie die absurde „Ansicht" vertreten, die Pariser Erklärung bedeute eine Lockerung des deutsch-italienischen Verhältnisses. Der Wunsch der Friedensgegner war hier der Vater des Gedankens; er wird nicht nur nicht in Erfüllung gehen, sondern ihre Urheber restlos blamieren. Denn die Achse ist der Ausgangspunkt der deutsch-italienischen Politik, deren Ziel die Verständigung und die Wiederherstellung einer gerechten Ordnung in Europa ist. München war der erste Sieg der Anhänger des Friedens und des natürlichen Ausgleichs über die destruktiven Kräfte der Verneinung. Die deutsch-englische Erklärung besserte die Atmosphäre weiter, und ihr folgte, obgleich in der Zwischenzeit eine Grotzoffen- sive des Lagers der Verständigungsgegner in vollem Gange war, die Inkraftsetzung der italienischenglischen Vereinbarung.
Nunmehr ist die deutsch-französische Erklärung über ihren besonderen Wert innerhalb des deutsch-
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Unser VsZessoiesel
(vis bsntige llnsgsbs uinkaüt 14 Leiten)
Gegen die skandalösen Vorfälle in Tunis und auf Korsika fanden italienische Protestkundgebungen statt.
Ein Attentatsplan gegen Prinzregent Paul von Jugoslawien wurde aufgedeckt.
In Paris wurde nach feierlicher Begrüßung des Reichsaußenministers von Ribbentrop die deutschfranzösische Friedenserklärung unterschriebe».
Dje Pariser Besprechungen von Ribbentrops finde» in der Weltpresse ein starkes Echo.
Einen schönen Mannschaftssieg erfocht „Heros". Bremen über den BSK. Bochum.
Balke-Bremen schwamm in Aarhus über SOS Meter einen neuen Weltrekord.
Fünf neue Flugrekorde werden aus Italien gemeldet.
Das „Condor«-FIugzeug mußte i» der Nähe oo» Manila notwassern.
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Reiebsminister ckes Vuswärtixen von Ribbentrop bei seiner.Xnkunkt a»k «lern pariser Invalickenlmliniiok, wo ilsr kranriösisebe ^»llenininister Sonnet (links) cken 6ast willkommen liiell. Reclits ävr ckeutscbe Lotselinkter tu Paris, (Irak Welerek. (Prossv-Sokkinavn.)
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