Ausgabe 
(2.11.1938) Nr. 302
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parteiamtliche Tageszeitung

Oas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtiiches verkündungsbiatt des Beichsstattiiaiters in Oldenburg und Brems?

Nr. Z82 / 8. Jahrgang

Mittwoch. 2. November 19ZS

Einzelpreis 15 Nps.

übersülzrung der Sdp in die NSVflP

Verfügung des Rudrers über die Mldung des öauesSudetenland

Koma- kensein zum Lauleiter ernannt

feierliche Kundgebung am Sonnabend in der neuen Saustauptstadt Neichenberg

Berlin, 2. November.

Der Führer hat folgende Verfügung erlassen:

Ich verfüge, datz mit dem heutigen Tage die sudetendeut- schen Gebiete nördlich der Further Senke bis zu den Bezirken Troppau-Neutitschein einschließlich den Gau Sudetenland der NSDAP. bilden. Als Sitz der Gauleitung bestimme ich die Stadt Reichenberg.

Zum Gauleiter des Gaues Sudetenland der NSDAP. er­nenne ich den Parteigenossen Konrad Henlein, zum stellvertre­tenden Gauleiter den Parteigenossen Karl Hermann Frank. Gauleiter Henlein hat umgehend nach den Weisungen meines Stellvertreters die Ueberleitung der SdP. in die NSDAP. so­wie den Aufbau der NSDAP., ihrer Gliederungen und ange­schlossenen Verbände in die Wege zu leiten.

Die entsprechenden Matznahmen in den an die Gaue Baye­rische Ostmark, Ober- und Niederdonau und Schlesien fallenden sudetendeutschen Gebieten sind in engster Fühlungnahme mit den zuständigen Gauleitern durchzuführen

Den einzelnen Gauen werden lt. untenstehender Karte folgende Bezirke bzw. Restbezirke zugewiesen:

s) Dem Gau Bayerische Ostmark:

Taus, Neugedein, Neuern» Hartmanitz, Schilt- tenhosen, Bergreichenstein, Winterberg, Wal­lern, Prachatitz.

d) Dem Gau Oberdonau:

Kalsching, Oberplan, B.-Krumau, Hohensurth, Kaplitz.

c) Dem Gau Niederdonau:

Gratzen, Schweinitz, Wittingau, Neuhaus, Neu- bistritz, Zlabings, Iamnitz, Frain, Znaim, Foslo- witz, Mährifch-Kromau, Pohrlitz, Auspitz, Nikolsburg, Lundenburg und Engerau. ü) Dem Gau Schlesien: das Hultschiner Ländchen.

Den Zeitpunkt der Uebergabe bestimmt mein Stell­vertreter.

Z. Zt. Obersalzberg, den 3V. Oktober 1838.

gez. Adolf Hitler.-

sSiehe auch Seite L)

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Das deutsche Bekenntnis der Sudetendeutschen ist seit langem ein nationalsozialistisches gewesen. Die Tradition des sudetendeutschen Na­tionalsozialismus reicht schon in die ersten Jahre der Geschichte unserer Bewegung zurück. Der Name Adolf Hitler war im Sudetenland bereits längst ein vertrauter Begriff, als noch in den mei­sten anderen Gauen des Reiches die nationalsozia­listische Idee eine große Unbekannte war. Die nationalsozialistische Bewegung im Sudetenland, Deutsche nationalsozialistische Arbeiterpartei" ge­nannt, hielt Schritt mit der Partei im Reich, bis das Jahr 1933 uns den Sieg und ihr das Ende brachte.

Im Oktober 1933 wurde der Elan der kräftigen Partei, die daranging, das ganze Sudetendeutsch- tum unter dem Zeichen des Hakenkreuzes zu einen, der Präger Regierung zu gefährlich. Mit einem brutalen Machtspruch zerschlug sie die NSDAP. Sie konnte die Form zerstören den alten Nationalsozialisten aber den Glauben an Adolf Hitler zu nehmen, das vermochte sie nicht! Sie konnte die alten Führer der Nationalsozialisten verfolgen, ins Gefängnis werfen und dort zu Tode quälen, aber sie konnte den namenlosen, unbekannten Kämpfern des Hakenkreuzes nicht den Mut mi­die Entschlossenheit rauben, ihre Treue zum Füh­rer unerschütterlich zu halten komme, was da wolle.

In jenen Tagen des Verbots wurde der Samen der Erhebung in die Herzen aller Sudetendeut­schen gelegt. Das alte Gesetz der nationalsozia­listischen Partei, daß sie aus jedem Verbot, aus jeder Not mit verdoppelter Kraft ersteht, hat sich auch im Sudetenland erfüllt.

Eine unscheinbare Meldung war damals die Nachricht von der Gründung einer Sudeten­deutschen Partei. Und doch welch große Aufgabe hat sie sich damals gestellt und dank Hen- leins Geschick heute erfüllt! Sie wurde die Orga­nisation, in der sich zuerst die alten Nationalsozia­listen wiederfinden konnten und die dann, gestärkt durch deren Glaubenskraft und Tatsreude, einen stolzen Weg durch das Gestrüpp der Parteienwirt- schaft zur großen Einheitsfront aller Deutschen im Sudetenland erfolggekrönt und siegesbewußt gehen durfte!

Wie einst im Saargebiet in derDeutschen Front", so standen hier in den Reihen der Sude­tendeutschen Partei die Millionen derer, die ihre Liebe zu Deutschland über alles Trennende stell­ten und deren Einheit und Geschlossenheit in den entscheidenden Monaten dem Führer zum geschicht­lich unumstößlichen Argument für feine Be­freiungstat wurde. Die große Leistung der Sude-

lhamberlain bekräftigt seinesrieöenspolitik

Neue flbfukr für flnlee und tkurchill Erklärungen zum englisch-italienischen flbkommen und zur Nüstungssrage

(Orabtbsrieln unseres konäonsr Vertreters)

London, 2. November.

Das englische Unterhaus trat am Dienstagnachmittag zu seiner letzten Tagung in der diesjährigen Session zusammen. Zu Beginn der Sitzung kündigte Minister­präsident Chamberlain an, datz die Regierung heute einen Diskussionsantrag einreichen werde, durch den das englisch-italienische Abkommen in Kraft gesetzt würde. Einen ähnlichen Antrag wird Lord Halifax im Oberhaus stellen. Chamberlain sührte dann weiter aus, datz sehr bald nach Beginn der neuen Session, die am 8. November durch die traditionelle Thronrede des Königs eröffnet wird, eine ausführliche Regierungs­erklärung über den Stand der Rüstungen gemacht wer­den würde.

Von den zuständigen Regierungsmitgliedern wurden anschließend noch eine Reihe von Anfragen beantwortet. Der Unterstaatssekretär des Foreign Office äußerte sich über die britischen Interessen im Fernen Osten und gab zu, daß diese durch die Eroberung Kantons und Hankaus durch die Japaner in gewisser Beziehung in Mitleidenschaft gezogen seien. Kolonialminister Macdonald erklärte zur Palästinafrage, daß für die nächste Zeit »ine grundsätzliche Stellung­

nahme der Regierung erfolgen würde. Ueber die Rüstungen gab der Kriegsminister Hore-Belisha die Versicherung ab, daß, was die Herstellung der berühmten Brennmaschinengewehre betreffe, der angestrebte Höchst­stand erreicht sei.

Nach Beantwortung der Anfragen durch die Regie­rungsvertreter begann die eigentliche Aussprache, die von dem Führer der Arbeiterpartei, Attlee, eröff­net wurde. Wie nicht anders zu erwarten war, machte der Oppositionsführer Chamberlain starke Vorwürfe wegen seiner Münchener Verständigungspolitik und be­zeichnete sie als eine große Niederlage.

C h a m b e r l a i n antwortete, daß er sich gegen eine Reihe von Erklärungen Attlees wenden müsse. Attlee habe das Münchener Abkommen als eine große Nieder­lage für Frankreich und Großbritannien sowie für die Sache von Gesetz und Ordnung bezeichnet. Es sei be­zeichnend für die totalitären Staaten, daß man dort das eigene Nest nicht zu beschmutzen pflege. Er müsse sich auf das schärfste gegen alle Er­klärungen wenden, so erklärte Chamberlain dann wei­ter (indem er sich gegen Churchill wandte), die Personen in verantwortlicher und auch nichtverant- wordlicher Stellung machten, die die Gelegenheit einer Rundfunkansprache an die Welt oder an ander« Länder

benutzen, um zu erklären, datz ihr eigenes Land sich im Zustande des Niederganges befinde. (Lebhafter Beifall bei der Regierung.)

Der englische Ministerpräsident erklärte dann, daß das Münchener Abkommen ein Versuch gewesen sei, durch Erörterungen zwischen den beiden Demokratien und den beiden totalitären Staaten fern von Gewalt eine Lösung herbeizuführen. In seinen anschließenden Auslassungen über britische Unterstützungen für Prag wies Chamberlain darauf hin, daß die Frage der britischen Anleihe für die Tschecho-Slowakei wegen der bisher fehlenden französischen Mitgarantie noch unge­klärt sei.

Der Premierminister wandte sich dann gegen Aus­führungen Attlees, in denen dieser von den düsteren wirtschaftlichen Folgen des Münchener Abkommens ge­sprochen hatte. Attlee habe erklärt, daß hinter der wirt­schaftlichen Tätigkeit des Reichswirtschaftsministers fin­stere politische Motive lauerten. Chamberlain bedauerte lebhaft, daß Attlee dem deutschen Wirtschaftsminister etwas Derartiges unterstellt habe. Deutschland komme die geographisch beherrschende Stellung in bezug auf die Staaten Mittel- und Slldosteuropäs die es letzt habe, durchauszu.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Uns«« Tsgesrpisssl

Chamberlain bekräftigte im Unterhaus seine Frie­denspolitik.

Jerusalem steht im Zeichen eines arabische» Gene­ralstreiks.

Heute wird in Wien der Schiedsspruch zum tsche­chisch-ungarischen Grenzfall gefällt.

Im Memelgebiet käm es zu völkischen Freude»- kundgebungen.

Der Führer erließ eine Verfügung zur Eingliede­rung der Sudetendeutschen Partei in die NSDAP. Sondermatznahmen des Reichswirtschaftsministers beheben den Facharbeitermangel.

Dr. Ley, von Schirach und Armann sprachen zum Reichsberufswettkampf 1939.

General Keitel wurde zum Generaloberst befördert.

Das Verbindungsstück zwischen Werra und Mai« wird gebaut.

Das von der Deschimag erbaute MS.Oslosjord" hat sich hervorragend bewährt.

Bremens Seeschisfsverkehr hat sich gegenüber dem Voriahr beträchtlich erhöht.

Der Länderkamps im Modernen Fünfkampf endete mit einem Sieg Schwedens.

In Wien siegte Austria über Schalke «4 mit 2:0.

Deutsche Bergsteiger bezwänge» eine» Himalaja­riesen.

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