Ausgabe 
(29.9.1938) Nr. 268
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen

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Nr. 268 / 6. Zahrgang

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Die 22-uim-Zeile im Anzeioenteil 13 eH/, die 78-uuo-Zelle im Tert- teil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Famllienanzeigen v. a.s sowie ionstige Bedingungen Preis­liste 7 lNachlaßstasfel O- Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: In Bremco:

Geeren 68, Fernspr. Nr. 5 41 21, Nachtruf und sonntags: Fernspr. Nr. 511 15; Obernstr. 86. Fernspr. Nr. 54121. Sn Oldenburg, Staustraße 21, Fernspr. Nr. 36 09. 8n Svke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkündungsblatt des Beichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Donnerstag, /g. September 1SZ8

kinzelpreis 15 Bpf.

tschechische Zerstörungstrupps

warten aus Moskauer vesehl!

Schergen Veneschs wollen im Sudetenland alle lebenswichtigen kinnchtungen dem krbboden gleichmachen

Hussitenterror auf dem Höhepunkt

Vas kingreisen Veutschlands unausschiebbarL

Dresden, 29. September.

Nach ganz zuverlässigen Nachrichten aus dem sudetendeutschen Gebiet sind die Tschechen zu den äußersten und rücksichtslosesten Gewalttaten entschlossen. Sie planen vor ihrem Rück­züge die vollkommene und seit langer Zeit vorbereitete Zerstörung der Licht- und Kraft­werke, der Gasanstalten und aller Einrichtungen, die sie für lebenswichtig für die zurück­gebliebene Bevölkerung hallen. Es wurden eigens Zerstörungsabteilungen errichtet, die an Hand von genau bearbeiteten Plänen, die vermutlich bereits früher angelegt worden sind, das Vernichtungswerk vornehmen sollen. Die Wahnsinnstat soll auf ein Stichwort hin erfolgen.

Aus den gefundenen Plänen, denen Zeichnungen bei­gefügt sind, geht ganz genau hervor, wo die Spreng- mittel eingesetzt und in welcher Reihenfolge die Zer­störungen vorgenommen werden sollen. In den Anwei­sungen heiht es, dah jeder sofort erschossen wird, der den Vesehl zur Zerstörung lebenswichtiger Anlagen nicht befolgt. Diese Pläne beweisen, dah auch im sudetendeutschen Gebiet nach den in Spanien angewand­ten Methoden Moskaus gearbeitet werden soll.

Diese Absichten stehen im krassesten Gegensatz zu dem deutschen Memorandum, in dem verlangt wird, dah sämtliche Einrichtungen unversehrt übergeben werden.

Durch die Straßen geschleift

Aussig, 29. September.

2n der Nähe von Vodenbach macht Rote Wehr, die mit roten Armbinden, Stahlhelm, Gewehren und Ma­schinenpistolen ausgerüstet ist, zusammen mit Gen­

darmerie Jagd auf Sudetendeutsche, die sich in den Wäldern versteckt halten, weil sie Gestellungsbefehle erhalten haben.

Bei einer solchen Menschenjagd wurden drei Sudeten­deutsche, Karl Ealser, Fritz Breitenbacher, Karl Strei- bel, ersaht, gefesselt und an ein Lastauto angebunden. Das Auto fuhr dann in vollem Tempo nach Vodenbach hinein. Die Gefesselten kamen zu Fall und wurden viele Hunderte von Metern mitgeschleist, wobei sie gräßliche Verstümmelungen und Verletzungen erlitten. Auf der Polizeiwache schleppte man sie in einen Keller. Am Abend wurden sie, ohne dah sie ärztliche Hilfe erhalten hätten oder verbunden worden wären, auf der Polizei­wache auf ein Lastauto geworfen und ins Landesinnere verschleppt. Ihr Schicksal ist unbekannt.

In Oberlautensdorf wurden der Bürgermeister Rich­ter und der Alt-Bürgermeister Notar Schott aus ihren Häusern geschleppt, schwer mißhandelt und schließlich ge­fesselt abgeführt.

Sowjelrussen beim plündern gefangen

Zittau, 29. September.

Sudetendeutsche aus Warnsdorf erhielten die Nach­richt, daß im KreMtz-Tal Kommunisten beim Pliigern der Bauernhöfe seien. Darauf begab sich aus Warnsdorf eine Abteilung des Sudetendeutschen Freikorps ins Kreibitz-Tal. Als die Kommunisten merkten, daß sie um­zingelt werden sollten, ergriffen sie die Flucht. Es konnten jedoch sieben Kommunisten gefangen werden, unter denen sich drei Sowjelrussen befinden.

Sie gaben bei ihrer Vernehmung an, dah sie am 18. September von Kiew aus mit über'199 anderen kommu­nistischen Funktionären in zwei Sonderwaggons über rumänisches Staatsgebiet als Touristen nach der Slo­wakei gebracht worden seien. In Kaschau habe man sie dann in kleine Trupps ausgelöst und aufgeteilt; sie seien dem Kommando Reichenberg als Terrorspezia- listen zugeteilt worden. Ihre Ausgabe sei es gewesen, alle Maßnahmen zu treffen, die geeignet sind, die sudetendeutsche Bevölkerung einzuschüchtern und vor jedem Versuch eines Widerstandes gegen die tschechische Staatsgewalt zurückzuschrecken. Die Sowjetrussen waren mit den modernsten Waffen ausgerüstet und trugen Ekrasit-Handgranaten bei sich.

venesch lügt siöolf Hitler siegt!

Millionen schwören dem sichrer Irene / bewältige Kundgebungen im ganzen Beich

Berlin, 29. September.

In wahrhaft überwältigenden Kundgebungen bekennt sich das ganze deutsche Volk von den Alpen bis zum Meer zu der Politik der Ehre, die der Führer in seiner großen Sport­palastrede verkündet hat. Allenthalben kommt mit urgewaltiger Kraft das unerschütter­liche Vertrauen und die unwandelbare Treue zu Adolf Hitler zu ergreifendem Ausdruck.

In schärfster Form nimmt das Volk Erohdeutschlands gegen die Verdrehungskünste eines Venesch Stellung und fordert mit unmißverständlicher Deutlichkeit, daß die Versklavung der sudetendeutschen Volksgenossen unter dem Terrorsystem Prags endlich ihr Ende haben mutz. Ueberall ist es das gleiche Bild. Ungeheure Menschen- masscn lauschen im gläubigen Vertrauen den Worten der führenden Männer der Bewegung, und überall wie­derholt sich unter Begeisterungsstürmen das Bekenntnis zu dem Manne, der Deutschland aus tiefster Erniedri­gung wieder emporgefllhrt hat und der diesen Weg allen Anfechtungen zum Trotz unbeirrt weiterschreiten wird. Aus der Fülle der machtvollen Veranstaltungen seien die nachfolgenden Kundgebungen herausgestellt.

In der Südmark Erohdeutschlands, in der durch die nationale Gesinnung seiner Einwohnerschaft schon im alten Oesterreich rühmlichst bekannten steiermarkrschen Landeshauptstadt Eraz waren 76 666 Volksgenossen m 2 großen Versammlungen und auf den anliegenden Straßen zusammengeströmt. In ungeheurer Begeisterung und eindrucksvoller Geschlossenheit wurde das Bekennt­nis zu Eroßdeutschland und seinem Führer wiederholt, das bei der Volksabstimmung in so überwältigender Weise zum Ausdruck gekommen ist. 2n 6 weiteren größe­ren Orten der Steiermark sind eben solche Kundgebungen spinnt.

Die alte Kaiserstadt Frankfurt am Main erlebte As dem historischen Römerberg eine spontane Treue- inndgebunq. In den endlosen Zügen, die zu der Kund­gebung aufmarschierten, sah man große SpruHbander, die in prägnanter Kürze den Willen des deutschen Vol­les zum Ausdruck brachten. So konnte man lesen: 'Schluß mit Venesch"! oderVenesch lugt, Hitler siegt" und als ergreifender Ausdruck un­wandelbarer Treue und Einsatzbereitschaft.Führer befiehl wir folgen". Der einmütige Protest der Frankfurter Bevölkerung schloß mit einem Huldigungs- lelegramm an den Führer und Reichskanzler. ^

. Auch in der uralten Rheinstadt Koln fand eine imponierende Kundgebung statt. Der groge Platz auf dem Neumarkt und' die anliegenden «tragen waren dicht besetzt mit Mensche«, die ihrer Empörung über d°s Leid der deutschen Brüder rm Sudetenland Aus­druck gaben. Wie bei der großen Kundgebung im Ber- >ner Sportpalast am Montag, so bildete auch hier am 'Kein das Lied des Freiheitskämpfers Ernst Moritz Arndt.Der Gott der Eisen wachsen ließ ' den tiefsten und umfasiendsten Ausdruck für die Gefühle, die alle Deutsche» m dieser Stunde beseelte. - 2m nahen

Ruhrgebiet sprachen in Essen Reichsorganisations- leiter Dr. Ley und Gauleiter Terboven zu Zehntausen­den deutscher Arbeiter, um ihnen die Bedeutung der Stunde nahezubringen. Tosender Beifall der Massen, der immer wieder aufbrandete, bewies, daß gerade der Arbeiter gewillt ist, den deutschen Vrlldern Sudetenland zu ihrem Recht zu verhelfen.

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Ostpreußen, das vom Reich getrennt ist, zeigt darum besonderes Verständnis für den Ernst der Entschei­dung, vor die Prag gestellt ist. 2n Königsberg zogen endlose Massen von Volksgenossen zum Eauhaus, wo Gauleiter Koch vom Fenster aus zu ihnen sprach.

Hannover erlebte eine imponierende Kundgebung, bei der Reichsminister Rüst vor mindestens 156 666 Volksgenossen sprach.

Reichsminister Dr. Frick hatte die schwäbische Haupt­stadt Stuttgart gewählt, um zusammen mit Gau­leiter Krebs vor einer Zuhörerschaft zu sprechen, die ihrem Einverständnis mit dem Willen und den Taten des Führers durch immerwährende Begeisterungsstürme Ausdruck gab. (Siehe auch Seite 2)

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2. 8. v. B r e m e n, 29. September.

Wenn dereinst die Geschichte dieser die Mensch­heit tief bewegenden Tage geschrieben wird, wer­den die kommenden Geschlechter zwei unüber­sehbare Feststellungen darin finden: Erstens, daß Deutschland gegenüber seinen Verhandlungspart­nern von London und Paris hundertpro­zentig im Recht gewesen und zweitens, daß des Führers Geduld und Langmut die äußerst denkbare Grenze erreichte, ja, daß sie bis zu einem Grade ging, bis wohin in des Führers Lage sich noch keines Staatsmanns Geduld in der Welt erhoben hat.

Man hätte glauben können, daß nach des Führers großer Rede vom letzten Montag die Welt hätte in sich gehen müssen und endlich begreifen können, daß Deutschland nichts, aber gar nichts will, als die gerechte Lösung der sudetendeutschen Frage, die in der Er l ös un g v o n 31/2 Mil­lionen deutscher Volksgenossen aus dem unmenschlichen Drangsal der Tschechen liegt. Die Welt hätte erkennen müssen, daß diese Er­lösung der Sudetendeutschen nicht dadurch ge­schehen kann, dah man sie auf unbestimmte Zeit ihren tschechischen Peinigern weiter überläßt, son- dern daß der vom Führer den Sudetendeutschen unbedingt zugesagte Schutz einzig und allein durch den Einmarsch der deutschen Truppen in die von Prag aus selbst bereits dem Reich zugeschriebe­nen sudetendeutschen Gebiete erfolgen muß.

Statt dessen stellte sich die demokratische Welt­presse von London und Paris blind und taub gegen diese Tatsachen und wie beschämend nicht einmal die Londoner Zeitungen zeigten Ver­ständnis für den unerhört weiten Ausblick auf einen europäischen Dauerfrieden, den der Führer in seiner Rede der Welt geboten hat. Hinter die einfältigsten und oft genug verlogenen Behaup­tungen sich verkriechend, stützt die demokratische Weltpresse den ebenso dreisten wie lächerlichen Widerstand des Oberlügners Venesch und lei­der leidZr zeigte selbst Herr Chamberlain bei seiner Rundfunkerklärung kein Verständnis für das Leid von rund einer Viertelmillion Menschen, die bereits von Haus und Hof, Besitz, Beruf und Familie vertrieben wurden und Herr Chamberlain gedachte auch nicht der 200 Toten, die bereits mitten im Frieden ihr Leben durch den tschechi­schen Terror lassen mutzten.

Es ist ja nicht zu verwundern, daß die inarxi -> stischen Parteien Englands und Frankreichs.

Mussolini, lhamberloin und Valaöier Heute beim sichrer in München

Letzter Versuch: Merer-Vesprechung auf crnkadung des fützrers

(v f s k t b e f i e Ii t u n s e I-e I- 8 s f I i n e I- s e k f i f t l e j t u n g )

Berlin, 29. September

Her sübrer hat den italienischen Negierungsches Benito Mussolini, den englischen Premierminister Neville clzamberlain, sowie den sranzösischsn Ministerpräsidenten Baladier zu einer flussprache eingeladen. Die Staatsmänner haben die kinladung angenommen. Sie Besprechung wird heute vormittag in München stattfinden.

Hierzu erfahren wir von unterrichteter Seite:

Sowohl von der englischen wie von der französischen Regierung sind gestern neue Vorschläge zur Lösung der tschccho-slowakischen Krise unterbreitet worden. In diesem Zusammenhang hat der englische Premierminister Chamberlain angeboten, zu einer persön­lichen Aussprache erneut mit dem Führer zusammenzukommen. Gleichzeitig hat Mussolini seine Hilfe bei der Suche nach einer sofortigen Lösung angeboten. Die tschecho-flowakische Krise duldet, schon im Hinblick auf deutsche Vorbereitungen, keinerlei Aufschub mehr, sondern die Lage erfordert kategorisch eine sofortige

Lösung. In Anbetracht dieser Sachlage und der Tatsache, daß die bisherigen Vorschläge der Situation nicht gerecht werden, und bestimmt von dem Wunsch, noch eine letzte Anstrengung zur Durch­führung der friedlichen Uebergabe des sudetendeutschen Gebietes an das Reich zu machen, hat der Führer die Regierungschefs von Italien. Frankreich und England zur persönlichen Aussprache eingeladen. Es ist zu hoffen, daß noch in letzter Stunde diese Aussprache zu einer Einigung über die sofort in Kraft zu tretenden Maßnahmen für die von der tschecho-slowakischen Regierung zugesagte Uebergabe des Sudetenlandes führen wird.

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