Ausgabe 
(27.9.1938) Nr. 266
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parteiamtliche Tageszeitung

Hus flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien kjansestadt Bremen

Die 22 mm-Zeile Anzei-nieil 13 die 78-mm-Keile im Terl- teil 73 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Farnilienanzeigen u. a.) sowie lonstige Bedingungen Preis­liste 7 sNachlaßstafsel S). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: In Bremen:

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliözes verkündurigsblatt des Bcichsstattliaiters in Oldenburg und Bremen

7Ir. 266 / 8. Jahrgang

Vienstag, 27. September 1SZ9

kinzelpreis 15 Bps.

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pdols iZitlers flppell an die Welt:

wir sin d enlschlossen'

Herr Venesch mag wählen!

Ver siilirer begründet in der Berliner Massenkundgebung seine letzte territoriale soröerung in kuropa ,letzt muß man Fraktur reden"

was deutsch ist und deutsch sein will, kommt zu Deutschland und zwar sofort!", Machtvolles Treuebekenntnis der ganzen Nation zum sichrer

sützrer bestetzl! wir folgen!

(lligousr Lsrtcbt äsrBremer 2sitimg")

Berlin, 27. September.

Eine fieberhafte Spannung lagerte den ganzen Tag über der Millionenstadt Berlin. Es gab keinen Volks­genossen, der nicht üi« Rede des Führers hörte. Um 5 Uhr wurden programmgemäß die Tore des Sport­palastes geöffnet. Ein unbeschreiblicher Anblick bot sich bereits nm diese Zeit in der Potsdamer Straße, die von einem einzigen wogenden Menschenmeer erfüllt war. In den Anfahrtstraßen des Führers drängten sich die Men­schen bis an die Häuserwände.

Zm Innern des Sportpalastes

war jeder Platz bis auf die letzten Ränge hinauf besetzt. Auch auf den Treppen und Gängen lagerten die Massen und lauschten zunächst den schneidigen Märschen, die Berlins älteste SA.-Kapelle unter ihrem Kapellmeister '.Fuhsel spielte. Es herrschte eine Stimmung, wie man sie in diesem Saale einst in der Kampfzeit der Bewe­gung gekannt hat. Von der Stirnseite des Saales grüßte' aus einem gewaltigen Transparent der Satz des Führers aus seiner großen Nürnberger Kongreßrede:

Die Deutschen der Tschecho-Slowakei sind weder wehrlos noch sind sie verlassen. Das möge man zur Kenntnis nehmen."

In den vorderen Reihen der Sitzplätze hatten mehr als 500 sudetendeutsche Volksgenossen Platz genommen, die als Ehrengäste an der historischen Sportpalastkund- gebung teilnahmen.

Mächtige Pylonen, auf denen der Hoheitsadler seine Schwingen breitete, bildeten neben einem gewaltigen gollüumrahmten Hakenkreuzbanner den Hintergrund der Ehrentribüne, auf der die Mitglieder der Reichsregle- rung, die Reichsleiter und andere führende Persönlich­keiten der Partei sowie die Generalität Platz genom­men hatten Links vom Rednerpult des Führers eine Reihe Männer im schlichten Grau der Zivilkleidung: Männer der Sudetendeutschen Partei.

Die stürmischen Ovationen nahmen beim Eintreffen des Generalfeldmarschalls Eöring besonders herzliche Formen an. Die Stimmung der Massen steigerte sich von Minute zu Minute. Jeder im Saale fühlt die Eroge der historischen Stunde.

lriumpstfastrt des siistrers

Draußen auf den Straßen und Plätzen hat die Span­nung inzwischen ihren Höhepunkt erreicht. Mit klingen­dem Spiel rückte vor dem Sportpalast ein Ehrensturm der F-Leibstandarte Adolf Hitler an. Noch einmal eine atemlose Stille und dann nahte von Ferne ein ^ubet- iturm. der sich von Menschenblock zu Menschenblock fort­setzte und sich orkanartig steigerte. Der Führer kam. Jurch ein Spalier Hunderttausender begeisterter, dank­barer Menschen, durch Jubelstürme von unbeschreib­lichen Ausmaßen hat er seinen Weg von der Reichs­kanzlei bis zum Svortpalast genommen, umtost von den öeilrusen der Menge schritt er die Front der Ehren­kompanie der Leibstandarte ab, um sich dann in das Innere der historischen Kampfstätte der Bewegung zu begeben.

hallten auf:Sudeten land dankt dem

Führer!"

Dann kam ein ergreifender, unvergeßlicher Augen­blick. Zwei Fahnen, in Berlin noch unbekannt, wurden in den Saal getragen: die Fahnen der Sudetendeutschen Partei, für die gerade in diesen Tagen und Wochen so viele der Besten unserer sudetendeutschen Volksgenossen ihr Leben geopfert haben. Hinter den Fahnen mar­schierten in einer breite» Kolonne Angehörige des Su­detendeutschen Freikorps durch den Mittelgang in die Halle ein.

Schweigend und ergriffen grüßten sie mit der erhobe­nen Rechten den Führer. Ihre Fahnen aber wurden auf die Ehrentribüne gebracht, wo sie inmitten der Standarten und Fahnen der Berliner SA. und s) einen Ehrenplatz erhielten.

Der Reichspropagandaleiter der Partei, Reichsminister

gr. Soebbels eröffnete die geschichtliche Kundgebung

mit folgenden Worten:Die Volkskundgebung vom 26. September im Berliner Sportpalast, der alten histori­schen Kampfstätte der nationalsozialistischen Bewegung, ist eröffnet.

Mein Führer! In einer geschichtlichen Stunde, die Europa in atemloser Spannung hält, sprechen Sie vom Berliner Sportpalast aus zur deutschen Nation und zur ganzen Welt. In dieser schicksalsschweren Stunde ist Ihr Volk einmütig und geschlossen um Sie versammelt. Die

jubelnde Begeisterung und die harte Entschlossenheit, mit der Sie hier im Sportpalast empfangen worden sind, erfüllt in dieser Stunde die ganze deutsche Nation.

Auf Ihr Volk können Sie sich verlassen, genau so, rv»K dieses Volk sich auf Sie verläßt. Wie ein Mann steht es geschlossen hinter Ihnen. Keine Bedrohung und kein Druck, sie mögen kommen woher auch immer, können Sie. das wissen wir, von Ihrem und unserem unabdingbaren Rechts­anspruch abbringen.

In dieser Gesinnung und felsenfesten Ueber­zeugungskraft ist mit Ihnen das ganze deutsche Volk einig. Oft haben wir es in den großen Stunden der Nation gesagt und gelobt. Jetzt in der Stunde ernstester Entscheidung wiederholen wir es vor Ihnen aus vollem und starkem Herzen:

Führer befiehl, wir folgen!

Wir grüßen Sie, mein Führer, mit unserem alten Kampfruf:

Adolf Hitler! Sieg-Heil!

Nicht einen Satz konnte Dr. Goebbels zu Ende spre­chen, ohne daß er mehrmals von begeisterten Zustim­mungskundgebungen unterbrochen worden wäre. Das Gelöbnis, daß in diesen Kundgebungen der Massen lag, bewies, daß Dr. Goebbels als Dolmetsch der ganzen Nation zum Führer gesprochen hatte.

Her sichrer spricht

Als dann Adolf Hitler das Rednerpult betrat, lag atemlose Stille im weiten Raum. Man fühlte den Ernst und die Wucht dieser Stunde, und man fühlte auch, wie alle diese vielen Tausende von Menschen zu­tiefst im Banne dieses gewaltigen Erlebnisses standen.

Erst nach Minuten, nachdem die JubelstUrme der 15 000 verebbt find, beginnt der Führer unter fiebern­der Spannung der Massen seine Rede, die folgenden Wortlaut hatte:

Deutsche! Volksgenossen und -genossinnen! Am 20, Fe­bruar habe ich vor den deutschen Reichstagsabgeord­neten zum ersten Male eine grundsätzliche Forderung unabdingbarer Art ausgesprochen Damals hörte mich die ganze Nation, und sie hat mich verstanden! Ein Staatsmann hat dieses Verständnis nicht aufgebracht. Er ist beseitigt und mein Versprechen von damals ist eingelöst! Zum zweiten Male , sprach ich dann vor dem Reichsparteitag über dieselbe Forderung. Und wieder hörte diese Forderung die Ration.

Heute trete ich nun vor Sie hin und spreche zum ersten Mal e vor dem Volk selbst , so wie in unserer großen Kampfzeit, und Sie wissen, was das be- deutet! (Stürmische Sieg-Heil-Rufe.)

Es darf nunmehr für die Welt kein Zweifel mehr übrig bleiben: Jetzt spricht nicht mehr ein Füh rer oder ein Mann, jetzt spricht das deutsche Volk! (Tosender Beifall der Massen.)

Warum aber konnte diese Frage zu solcher Bedeutung emporsteigen? Ich will Ihnen,' meine Volksgenossen, ganz kurz noch einmal

Wesen und Ziele der deutschen flußenpolitik

wiederholen. Die deutsche Außenpolitik ist zum Unter­schied der Sielen demokratischen Staaten weltanschaulich festgelegt und bedingt. Die Weltanschauung dieses neuen Reiches ist ausgerichtet aus Erhaltung und Da­seinssicherung unseres deutschen Volkes.

Wir haben kein Interesse, andere Völker zu unter­drücken. Wir wollen nach unserer Fasson selig werden; die anderen lallen es nach der ihren! Diese in unserer

^Fortsetzung auf Seite 2)

(orlrnmigs ^hrscliriuag mit ösasrasi, clsm I-ügnsr

fs. 8. v. Bremen, 27. September.

Wieder einmal in einer geschichtlichen Stunde hat Adolf Hitler zu seinem Volke und zur ganzen Welt gesprochen. Er sprach, wie er eigens betonte, nicht als ein Füh­rer oder ein einzelner Mann, sondern als das deutsche'Volk selber. Und nicht anders hat es das deutsche Volk empfunden, aus dessen Herzen zu­tiefst kam wie der unendliche Beifall bewies, was der Führer sprach. Und was er der Welt zu sagen hatte, war, außer der Darlegung der heu­tigen politischen Lage, eine Abrechnung mit dem Manne, der hinter sich einen inter­nationalen Klüngel von Freimaurern zeit seines Lebens voll Falschheit, Heimtücke und Hinterlist strotzte und eine gewisse, ihm eigene diplomatische Gewandtheit stets nur dazu benutzt hat, die Welt zu belügen und ganze Völker zu betrügen.

Ob diese Welt nun wohl zugänglich ist für die ehrlichen und mannhaften Worte Adolf Hitlers? Man wird es heute daran erkennen, wie die demokratische Weltpresse über die Rede des Füh­rers berichtet. Tut sie es im aufrichtigen Bemühen, das, was der Führer gesagt hat, ihren Lesern mit­zuteilen und aus ihre Leser wirken zu lassen, dann kann es nicht ausbleiben, daß dem Weltfrieden ein ungeheurer Dienst erwiesen ist. Ergeht sie sich aber wieder einmal in Verfälschungen, dann be­weist sie nur wiederum, daß es ihr nicht um Recht und Gerechtigkeit, sondern höchstens um ihren Schützling Venesch zu tun ist.

Ueber Sie Ziele der deutschen Außenpolitik hat der Führer gesprochen und vom Selbstbestimmungs- recht der Völker, das ein gewisser internationaler Klüngel nur dann gelten lassen will. wenn es nicht zugunsten von Deutschen Anwendung finden soll. Von seinen Friedens- und Abrllstungsvorschlägen sprach der Führer, die er zur Herbeiführung eines allgemein dauernden Weltfriedens seit seinem Re­gierungsantritt vergeblich gemacht hat. An den Pakt mit Polen erinnerte er, an seine Erklärung

knglands Parlament einberufen

persönliche Mitteilung tlzamberlainsden sichrer

Uns ereignete fand nn Sportpalast ein oieiiauienvi»»- Klles Echo. Als vom Eingang her der Jubel der Zehn- tausende in den Saal drang, sprangen die Menschen

Wenn ich jetzt Sprecher dieses deutschen Volkes

bin, dann weiß ich: In dieser Sekunde stimmt

Wort für Wort das ganze Millionenvolk in meine

' Was sich draußen aus den Plätzen und Stragen Der- ^>vtt ^»tt -----

lins ereignete, fand im Sportpalast ein vieltausendsal- Worte ein! Bekräftigt sie und macht sie zu seinem

eigenen Schwur! (Die Zehntausende jubeln den, Führer stürmisch zu.) Mögen die anderen Staats­männer sich überprüfen, ob das auch bei ihnen der Fall ist!

Die Frage, die uns in diesen letzten Monaten und Wochen auf das tiefste bewegt, ist altbekannt: sie heißt nicht so sehr: Tschecho-Slowakei. sie heißt: Herr

Benesch! (Psui-Ruse.) In diesem Namen vereinigt sich all das. was Millionen Menschen heute bewegt, was sie verzweifeln läßt oder mit einem fanatischen Ent­schluß erfüllt.

i Begleitung von vl. ----

Hetz durch die jubelnde Menge schritt, bekannte sich in lncstin Saal in dem unbeschreiblichen Sturm der Be- erneut das deutsche Volk unerschütterlich zum

Mihrer.

Minutenlang hallten die Iubelstürme durch den svortpalast. sich immer Wieder neuen Höhepunkten ^'Nernd, als der sudetendeutsche Heimatbund in den Eaal einzog und den Mittelgang bchetzte. Sprechchore

(Drabtbsrlebt uossrss Doiutonsr Verirstsrs)

London, 27. September

Die Besprechungen, die gestern zwischen den britischen Kabinettsmitgltede-rn und dem französischen Minister­präsidenten Daladier sowie Außenminister Bannet im Foreign Office stattfanden, wurden am Mittag beendet, ^n dem Kommunique wurde, wie nicht anders zu er­warten war. die übliche Uebereinstimmung der beiden Regierungen festgestellt. Dies dürfte sich vor allem auf die Entsendung Sir Horace Wilions nach Berlin be­ziehen.

Der französische Generalstabschef Gamelin, der gestern morgen nach London abgeflogen war, verließ London drei Stunden später als die französischen Minister, die um 15 Uhr abflogen. Eamelsn hat, wie verlautet, auch eine Besprechung mit Chamberlain gehabt. Außerdem nahm er an den Konferenzen des britischen Reichsver­teidigungsrates und des britischen Generalstabes teil. .

Das britische Parlament, und zwar das Ober- und Unterhaus, sind aus Mittwochnachmittag einberusen worden. Dieser Sitzung sieht die gesamte britische Oefsentlichkeit mit ungeheurer Spannung entgegen, da Ministerpräsident Chamberlain eine Erklärung über die Lage geben wird.

Sämtliche Offiziere und Mannschaften der Terr torialarmee sind am Montagabend einberufen wo den. Es handelt sich hierbei vor allem um Luftabweh und Kustenverteidigungs-Einheiten. In den der brit schen Admiralität nahestehenden Kreisen erklärt ma dag die Home-flcet in den letzten Tagen angesichts d internationalen Situation auf kricgsmäßige Bereitscha gebracht worden sei.

*

Ministerpräsident Chamberlain hat gestern morg, eine persönliche Mitteilung an den Führer gericht« mit der Sir Horace Wilson im Flugzeug nach Verll unterwegs ist.

Von Nr. 10 Downi-ng Street wurde eine amtliö Mitteilung ausgegeben, die wie folgt lautet'

Der Ministerpräsident hatte heute morgen weite Beratungen mit den französischen Ministern. Der Min sterprastdent hat sich mit voller Zustimmung der frai zopichen Minister entschlossen, eine persönliche Mitte lung an den deutschen Kanzler zu richten und S Horace Wilzon ist zu diesem Zweck nach Berlin abgereii Der Sonderbeauftragte des britischen Premiermin sters, Sir Horace Wilson, stattete dem Führer ur Reichskanzler gestern um 17 Uhr einen Besuch ab.