Ausgabe 
(22.9.1938) Nr. 261
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parteiamEche Tageszeitung

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattkalters in Oldenburg und vremen

sir. 261 / 8. Mrgang

Donnerstag. 22. September 19ZS

kinzelpreis 1S Npf.

örandstistungen - liiftgasanschläge

öelselverschleppung - Sprengungen

2er Venesch-Slaat bricht zusammen!

Graslitz» 22. September

In Aussig hat, wie bereits berichtet wurde, die Scharfmacherpartei der tschechischen Armee an den toten Mob Sprengstoffe und Chlorgasflaschen verteilt und nach rot­spanischem Muster Giftgastrupps und Dynamiteros ausgebildet, die die Stadt im ge-, eigneten Augenblick in einen Trümmerhaufen und ein Leichenfeld verwandeln sollen. Diese unbezweifelbare Tatsache hat in der ganzen Welt Entsetzen erregt und einiges dazu beigetragen, daß der Stab der Weltmeinung über den Raub- und Mordstaat des Herrn Benesch gebrochen ist.

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Leider beschränkt sich das grauenvolle Vorhaben der Mischen Katastrophenpolitiker aber nicht auf die :i«dt Aussig. Nachrichten, die aus vielen deutschen löten einlaufen, melden übereinstimmend . von ge- "ilsvollen nächtlichen Transporten, die in den sog. Mhänsern der Roten eintreffen. In Graslitz rvur- knehrere Lastwagensendungen dieser Kisten in die terräume des der Aerztin Neugebauer gehörenden Ms in der Richard-Wagner-Stratze und im Nachbar- 'Äse untergebracht, das der Frau Gindely gehört.

Bewohner dieser beiden Häuser, aber auch Per­ron, die sich nur für kurze Zeit darin aufhielten, wur- alsbald von Beschwerden befallen, die für leichte ilisvergiftungen ganz typisch sind.

Im Erdgeschoß des Hauses Neugebauer amtiert die Hcchische Staatspolizei. Obwohl nun die Aerztin ihre Wahrnehmungen sofort dem Leiter der Staatspolizei, mein gewissen Dr. Wicht«, meldete und die Entfer­

nung der Gaskisten forderte, wobei sie ihm aus den Kops zusagte, daß diese Kisten ein bestimmtes Eiistgas enthielten, würdigte sie dieser beamtete Spezialist für Massenmorde keiner Antwort. Sein Schweigen bewies eindeutig, daß die ausgesprochene Vermutung richtig 'st-

Am Dienstag traf in Eraslitz aus Prag ein Trans­port mit Gasmasken ein, die sofort an die Rote Wehr verteilt wurden. Damit ist auch der Mangel an Gas­masken erklärlich, der die Präger Zivilbevölkerung in diestn Tagen so stark beunruhigt. Die Gasmasken wor­den zur Ausrüstung der roten Verbrecher benötigt, die nur darauf warten, Eiftgasflaschem in die Häuserder Deutschen und nach bolschewistischem Muster in die Folterkeller ihrer Eeiselgeföngnisse zu werfen.

Die roten Mordbrenner, die an den Abenden in brei­ter Front hinter einem sichernden Panzerwagen durch die Straßen ziehen, um die Deutschen in die Häuser zu

treiben, rühmen sich offen, daß sie nur noch die Zünd­schnüre ihrer Sprengladungen anzuzünden hätten.

In den weltberühmten Kurorten Karlsbad, Marien­bild und Franzensbad haben die Tschechen in nächte- langer Arbeit riesige Ekrasitladungen in den Kellern der großen Hotelpaläste und Kurhäuser angebracht. Ein nach Eraslitz zurückgekehrter Unterhäuptling der Roten Wehr erklärte ganz offen, daß die Deutschen in den be­rühmten Bädern keinen Stein aus dem anderen fin­den würden.Auch die englischen und franzö­sischen Schweine dürften dann sehen» wo sie ihre fetten Biirgerbiiuche spazieren tragen wollten."

2n Silberbach bei Gr-a-slitz wurden am Dienstag mehrere Lastautos mit Benzinfässern zur Post und zum Hofgasthaus gebracht und von uniformierter Roher Wehr unter Anführung eines aktiven Feld­webels namens Vondracek entladen. Es handelt sich hier um die gleichen Vorbereitungen zur Massenbrand- stiftung, die nun bereits in den meisten sudetendeutschen Orten getroffen worden sind.

. Zur gleichen Zeit schaffen die Tschechen ihre eigene Zivilbevölkerung aus dem von ihnen selbst mit Mord, Brand, Giftgas und Sprengungen bedrohten Gebiet. Während die deutsche Bevölkerung mit Gewalt an der Flucht gehindert wird, sind am Dienstag in Eibenberg die Frauen und Kinder der tschechischen Beamten aus der ganzen Umgebung im roten Volkshaus versammelt und eilig in Lastwagen nach Jnnerböhmen geschafft worden.

wieder Schüsse aus reichvdeutsches vediet

Sudetendeutsche verjagen Sie tschechischen Srenzer Maschinengewetirfeuer aus Flüchtlinge

Albendorf (Landeshut), 22. September. Auf der Grenzstation Albendorf, die nur 200 Meter m der tschechischen Grenze entfernt liegt, spürt man iwtljch die Nervosität der Tschechen. Von einem Aus- schtsturm unmittelbar an der Grenze kann man in mcm Umkreis von etwa 40 bis 50 Kilometer unmittel- ür hinter der Grenze auf sudetendeutschem Gebiet B e - Nn türm an Vetonturm -erblicken, dazwischivel md Maschinengewehrnester eingestreut. Tschechisches Militär patroulliert mit Tanks und dreiachsigen Schnell- tstwagen an der Grenze dauernd auf und ab.

In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch kam es un­mittelbar vor dem Dorfeingang von Albendorf zu einer chigen Schießerei. Drei sudetendeutsche Flüchtlinge, si hier über die Grenze gehen wollten, wurden von Hechischen Finanzern aufzuhalten versucht lkmer der tschechischen Finanzer schlug einen der flucht­ige mit dem Kolben zu Boden. Daraufhin setzte sich sicr zur Wehr und schoß den Grenzer nieder. Unnnttcl- ir daraus ratterten von zwei Seiten her Maschlnen- Kehrc gegen die Flüchtlinge. Auch als diese bereits -ich«deutsches Gebiet erreicht hatten, ließ die sichere! nicht nach, im Gegenteil, sogar das Dorf Aliidorf wurde unter Feuer genommen, ebenso die Grenzlinie, die von deutschen Beamten besetzt >st.

seuer aus deutsche Zollstreife!

, Als im Zollamt Neudorf zwei tschechische Erenzbeamte -kn Sudetendeutschen den Weg abschneiden wollten, warf liner der Soldaten eine Handgranate gegen das Zoll- ""0, so daß die beiden Beamten in Deckung gehen muß- In der Zwischenzeit gelang es allen Flüchtlingen, "»verletzt das Reichsgebiet zu erreichen. ,

sn der Nähe von Patschkau, wo es bei Weigwasser Md Erenzthal in der letzten Nacht bereits einmal zu ""er schweren Grenzverletzung durch Tschechen bei dem -versuche gekommen war, Flüchtlingen mit der Waffe

Hohe Funktionäre Moskaus treffen in Prag ein

Prag, 22. September

Wie verlautet, sind am Mittwoch früh um 7.50 M auf dem Präger Wilson-Bahnhof sieben ho- Me kommunistische Funktionäre aus Sowjetrutz- '°nd unter Führung des sowjetrussischen Brrgade- f°mniandeurs Wulkrow eingetroffen. Sie wurden !"> Namen des Leiters der Kommunistischen Partei »"der Tschecho-Slowakei, Gottwald, auf dem ^"hnhof begrüßt und zur Sowjetgesandtschaft in ^ Halenska 4 geleitet.

-diese Meldung zeigt deutlich, daß Sowjetrußland Mau wie in Svanien in letzter Minute aktiv in Konflikt sich einschaltet mit dem Ziel, eine Mchewistische Moldau-Republik ins Leben zu Beneschs politische Saat geht auf!

den Weg abzuschneiden, eröffneten in der letzten Nacht tschechische Finanzbeamte das Feuer auf eine deutsche Zollstreife, die sich etwa 1011 Meter landeinwärts aus reichsdcutschem Gebiet bewegte. Dabei wurden zwei deutsche Zollbeamte verletzt. Die Tschechen ergrifsen dann die Flucht.

Kampf an der Masargk-Vaude

In der Masaryk-Baude an der Hohen Mense hatte sich in den letzten Tagen ein tschechischer Maschinen­gewehrtrupp mit Scharfschützen eingerichtet, da man von der Baude aus einen ausgezeichneten Einblick in die deutschen Grenzstraßen hat. Mehrfach wurden Flücht­lingsgruppen, die diese Straßen passierten, von der Masaryk-Baude aus beschossen. In der letzten Nacht be­schloß daher ein Trupp von 14 Flüchtlingen, darunter sechs sudetendeutsche Soldaten, deren Atigehörige am frühen Abend beschossen worden waren, als sie versucht 'hatten, die Reichsgrenze nach Erünwald zu überschrei­

ten und umkehren mußten, den Weg über die Masaryk- Vau-de zu nehmen und dem Treiben dort ein Ende zu machen. Es kam zu einem Feuergefecht, bei dem ein Teil der Baude und die Garage mit zwei Wagen in Flammen aufgingen.

Massenmord beabsichtigt

Reichenberg, 22. September

In Komotau sind in der Burg mehrere hundert Sudetendeutsche, darunter zahlreiche Ordner und FS.-MLnner, in Haft. Am Mittwochvormittag wurde beobachtet, daß in die Mauern der Burg Sprenglöcher gebohrt wurden. Ebenso wurde in den Kellern eine Reihe von Mauern angeschlagen und mit Sprengladungen versehen. Es wird da­her befürchtet, daß die Tschechen planen, die Burg mit den Gefangenen in die Luft zu sprengen.

Prag nimm» an

England und Frankreich hatten kategorische Erklärungen abgegeben

Prag, 22. September

Um 19. Uhr verkündete der Präger Rundfunk stl tschechischer Sprache, daß die Präger Regierung die englisch-französischen Vorschläge angenommen hat.

Der Sprecher betonte mit deutlich fühlbarer Nieder­geschlagenheit, daß sich die Regierung zur Annahme gezwungen sah, nachdem ihr Borschlag, das Problem einem Internationalen Schiedsgericht zu unterbreiten, abgelehnt worden war und die englische und französische Regierung kategorisch erklärt hätten, sie könnten keinen Krieg führen.

Der Regierungssprecher forderte dann die ganze Be­völkerung zur Ruhe und Ordnung auf, weil sie andern­falls den Staat nur schwer schädigen würde. Die Regie­rung und der Präsident seien entschlossen, den Staat unter den neuen Lebensbedingnngen zu führen.

Venesch'vankrott

filier Seduld ist erschöpft

A. L. 0. Bremen, 22. September

Unter dem Druck wiederholter und ganz energi­scher englisch-französischer Vorstellungen haben endlich Benesch und Konsorten nach überlangem Zögern sich zur Annahme der auf Abtretung der sudetendeutschen Gebiete lautenden Forderungen Londons und Paris bereit erklärt. Nachdem der Erklärung noch kleinliche und einfältige Winkel- zugsversuche vorangegangen sind, ist sie leider nicht als ein großer befreiender sittlicher Entschluß der Männer in Prag zu werten, sondern lediglich als eine Bankrotterklärung der Präger Politik, die Europa lange genug in Unruhe und Erregung gehalten hat.

Nicht aus freiwilliger Einsicht, nicht aus staats- männischer Vernunft wurde der Präger Entschluß geboren. Gerade darum ist er auch mit Zurückhal­tung, ja mit Mißtrauen zu beurteilen. Und wenn man schon nicht Zweifel in den Willen Prags, ihn durchzuführen, setzen will, so ergibt sich doch schon die Frage, ob das in allen Fugen krachende Ka­binett Benesch überhaupt noch in der Lage ist, seinemEntschlußentsprechendzuhandeln. Nicht nur, daß der bolschewistische Mob, geführt von Mos­kauer Sendlingen, in Prag eine Lage schuf, die möglicherweise schon in wenigen Stunden über die Person und über die Regierung Benesch hinweg­geht, sind die nur allzu berechtigten Forderungen der übrigen Nationalitäten in dem Mosäikstaat ganz und gar dazu angetan, über das, was so­eben, und wie gesagt viel zu spät Venesch

Sie Polen von der 0lsa wollen keim Neservisten werden nicht entlassen

Warschau, 22. September.

Amtlich wird in Warschau bekanntgegeben, daß die polnische Regierung am Mittwoch an die Präger Regie­rung eine Note gerichtet hat. In dieser Note kündigt die Warschauer Regierung offiziell den Friedcsvertrag mit der Tschecho-Slowakei von 1920 vnd stellt die kate­gorische Forderung, daß den Polen an der Olsa die gleichen Rechte zugestanden werden, welche die Su- detendeutschcn von Prag erhalten. Die polnischen Bot­schafter in Paris und London sind angewiesen morden, die französische und englische Regierung von dem In­halt der Warschauer Note zu verständigen.

Nach einer Information der halbamtlichen polnischen Jskra-Agentur hat die polnische Heeresleitung verfügt, daß die zur Zeit dienenden Truppen, die in diesen Tagen zur Reserve entlassen werden sollten, bis-auf weiteres im Dienst bleiben- Ferner ist die Entlassung der zu den Manövern eingezogenen Reservisten auf un­bestimmte Zeit verschoben worden.

Sän; Polen stellt hinter den vriidern . im Lesthener Vebiet

Warschau, 22. September

In Warschau findet heute eine große Kundgebung für das Teschener Gebiet statt, die vom Lager der natio­nalen Einigung einberufen wurde. An die Bevölkerung

der polnischen Hauptstadt wurde ein Aufruf gerichtet, in dem es «. a. heißt:

Die Bruder im Teschener Gebiet sollen es wissen, daß ganz Polen hinter ihnen steht. Wir haben genug von der Unterdrückung und Verfolgung im Teschener Gebiet. Die ganze Welt soll den lauten Schrei der Hauptstadt hören, daß Polen den Kampf für die Aus- hebung der künstlichen Grenzen bis zur Erringung des Sieges fortsetzen wird."

Starker slüchlliiigsstrom nach Polen

Warschau, 22. September

Der Zustrom von Flüchtlingen der verschiedenen Volksgruppen aus der Tschecho-Slowakei nach Polen

wird immer stärker. In der letzten Nacht allein trafen an der Grenze wieder über 120 Polen ein, die sich so der zwangsweisen Einziehung in die tschechische Armee ent­zogen haben. Die in die tschechischen Regimenter ge­steckten Polen wurden nach der Schilderung der polni- Ichen Flüchtlinge meist in das sudetendeutsche Gebiet geschickt.

Neben den Polen haben gestern auch an 40 Sudeten- deutsche die polnische Grenze bei Teichen überschritten.

Die Verhängung des Ausnahmezustandes .-in der Tschecho-Slowakei hat sich auch an der Olsa sofort in der Form von Zwangsmaßnahmen ausgewirkt. Tschechi­sche Gendarmerie und Polizei führte zahlreiche Haus­suchungen und Leibesvisitationen durch.. Die Zollämter und Bahnhöfe sind von Militär besetzt worden.

Imredv über üievesprechung mit demsührer

Budapest, 22. September.

Aus Berchtesgaden zurückgekehrt, erklärte Minister Präsident Fmredy, er habe zusammen mit Außenminister von Kanya auf dem Obersalzberg eine eingehende Be­sprechung mit dem Führer und dem Reichsautzen- minister oon'Ribbentrop geführt. Die Bedeutung die­ser Besprechung werde noch gesteigert durch den Um­stand, daß der deutsch-englische Gedankenaustausch fort­gesetzt werde. Die Besprechungen hätten sich ausschließ­lich um die tschecho-slowakische Frage gedreht. Bor eini­

gen Tagen hätten die gewählten und berufenen Ver­treter des in der Tschecho-Slowakei lebenden Unaarn- tums das Selbstbestimmungsrecht sür die Ungarn in der Tschecho-Slowakei gefordert. Dieser Ruf der unga­rischen Stammesbrllder habe im ganzen Lande Ungarn orkanartigen Widerhall gefunden. Die ungarische Re­gierung kenne ihre Pflicht, die Forderung nach dem Selbstbestimmungsrecht mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen, sie zu fördern und ib» Triumphe zu verhelfen.

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