Ausgabe 
(20.9.1938) Nr. 259
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parteiamilictie Tageszeitung

vas flmtsblatt ves legierenden Bürgermeisters der Lreien kiansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches Berkündungsblatt des Beichsstattlialters in Oldenburg und Bremen

Nr. 259 / S. Mrgang

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Dienstag. 20. September 19ZS

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si-olf lzttler:Sie Mechen waren nie ein selbständiges Volk

Unterredung des südrers mit ward price

Me Schaffung der tschecho slowakischen Nepublik war Vaknstnn" /Wird ffenlein verkästet,

bin ich der Wstrer der Sudetendeutfchen"

London, 2V. September

In derDaily Mail" veröffentlicht Ward Price eine Unterredung mit dem Führer, der den englischen Journalisten auf dem Obersalzberg in Berchtesgaden empfangen hat. Das Blatt gibt das Interview ilf feiner Montagmorgenausgabe in größter Aufmachung unter der fiebenspaltigen UeberschriftHitler über die Aufrichtigkeit des" Premier­ministers und feinen guten Willen" wieder. Wie Ward Price berichtet, erklärte der Führer u. a.:

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Die Tschechen, sagen, sie könnten keine Volksabstim- mg abhalten, weil eine solche Maßnahme in ihrer lÄssung nicht vorgesehen sei. Mir aber scheint. Latz «Verfassung nur eines vorsieht, batz sieben Millionen pichen acht Millionen Minberheitenvölker unter- ^ Äen sollen. Dieses tschechische Uebel muß /n für alleMal abgestellt werben, und -rar jetzt. Das ist wie ein Krebsgeschwür, Las den -mzen Organismus Europas vergiftet. Wenn man es ih weiter entwickeln läßt, würde es die internationalen kstehungen infizieren, bis sie endgültig zusammenge- im-chen sind. Dieser Zustand hat 20 Jahre lang ge- crt. Niemand kann ermessen, was er die Böller ropas in dieser Zeit gekostet hat.

Die Tschccho-Slowakei, die als Verbündeter Sowjet- iiglands mitten ins Herz Deutschlands vorstößt, hat mch bestärkt, eine große deutsche Luftwaffe zu schaffen. Lies wiederum führte Frankreich und Großbritannien wp>, ihre eigene Luftflotte zu vergrößern. Ich habe in letzter Zeit die deutsche Luftwaffe wegen der jetzt in der IHecho-Slowakei herrschenden Lage verdoppelt. Sollte «s uns aber nicht gelingen, diese Krise zu beheben, würde keneralseldmarschall Göring mich bald bitten, die deutsche Lustwasse aufs neue zu verdoppeln, und dann »üidcn die Engländer und die Franzose» wieder ihrer­seits ihre Luftflotten verdoppeln, und so ginge das «mlmsinnige Wettrennen weiter.

Elmiben Sie. es machte mir Freude, meine großen Am- und Arbeitsbeschafsungspläne im ganzen Lande stoppen m müssen, um eine halbe Million Arbeiter an die Westfront zu schicken, um dort in Rekordtempo eine ungeheure Festungsanlage bauen zu lassen? Es wäre mir lieber, wenn ich sie zum Bau von Arbeitersied­lungen. großzügigen Autostraßen, neuen Schulen und lopalen Einrichtungen ansetzen könnte als für den Bau M unproduktiven Festungsanlagen Aber solange die tschechische Unterdrückung nner deutschen Minderheit Europa im Fieber hält,

inuß ich auf alles, was kommen kann, gefaßt sein. Ich habe die Maginot-Linie studiert und viel davon gelernt; aber wir haben etwas nach unseren eigenen Ideen erbaut, was noch besser ist und was jeder Macht der Welt standhalten würde, wenn

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wir, angegriffen, wirklich in der Defensive bleiben wollten.

Alles dies ist aber Wahnsinn, denn niemand in Deutschland denkt daran, Frankreich anzugrei­fen. Wir hegen keine Ressentiments gegen Frank­reich: Im Gegenteil, in Deutschland herrscht ein starkes Gefühl der Sympathie für Frankreich. Ebensowenig will Deutschland Krieg mit Eng­land.

Herrgott!", rief der Führer aus,was könnte ich alles in Deutschland und für Deutschland tun, wenn diese tschechische Unterdrückung von einigen Millionen Deutscher nicht wäre. Aber s i e muß aufhören: Und sie wird au.fhören!"

Daß französische Minister bisher versprochen haben, der Tschccho-Slowakei beizuste'hen, führte Adolf Hitler aus. stehe im Widerspruch zu ihren eigenen früheren Taten. Frankreich habe zugelassen, daß das Saargebiet sich von der französischen Kontrolle losgesagt habe. ob­wohl das Saavgebiet für Frankreich von großer wirt­schaftlicher. politischer und strategischer Bedeutung war. Jetzt aber reden manche Leute in Frankreich davon, einen Weltkrieg zu entfesseln für ein Land. in dem für sie keine wirtschaftlichen oder andere unmittelbare Interessen auf dem Spiel stehen. Und sie tun das einzig und allein, um den Tschechen zu ermöglichen, den Sudetendeutfchen zu verweigern, was die Franzosen den Saarländern gewährt haben. Auf gleiche Weife ließ England Südirland seine vollständige Autonomie und gab vor 100 Jahren Holland den Belgiern ihre Unabhängigkeit.

Die Tschechen waren nie ein selbständiges Volk, bis die Friebensoerträge sie zu einer unverdienten und künstlichen Herrschaft über Minderheiten erhoben, die zahlreicher sind als sie selbst. Im Mittelalter war s Böhmen ein deutsches Kurfürstentum. Schon 300 Jahre i vor der- Zeit der Königin Elisabeth entstand in Prag die erste deutsche Universität. Das moderne Deutsch wurde durch die Diplomatensprache geschaffen, die in Regierungsbüros des deutschen Kaisers in dieser Stadt, die er zeitweilig zu seiner Hauptstadt machte, gesprochen wurde. Während der Hussitenkriege allerdings waren ^ die Tschechen einmal vorübergehend selbständig. Sie ' machten davon Gebrauch, wie die Bolichewisten. brand­schatzten lind plünderten, bis die Deutschen sich erhoben und sie zurückschlugen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Deutsches vlut klagt Prag an!

Erschütternde kinzelschicksale unschuldiger sudetendeulscher Volksgenossen

Berlin, 2V. September

.ssast 1N0 000 Flüchtlinge haben nunmehr die Grenze «ittschritte». Was sie an Leid und Schrecken, was sie an "°rd und Blutvergießen durch tschechische Bluthunde olebt haben, das ist kaum noch oorstellbar. Aus der «"-»blichen Zahl der Geflüchtet«« hat eine Berliner Mtung fünf Sudetendeutfche befragt. Ihre erschüttcrn- --» Schilderungen reißen dem tschechischen Staat die «ttlogcue Maske von, Gesicht. Sie sind eine herzzer- "ltzendc Anklage an die ganze Welt, die diesem Wüten kil-s losgelassenen llntermenschentums zuschaut.

Dies ist die Anklage, die Franziska Meliert aus -»tzonbcrg erhebt. Sie berichtet:Es war am Freitag- «denL, als plötzlich schwere Kolbenstöße gegen unsere dausliil donnerten und wenige Sekunden später meh- -re Soldaten, Gendarmen und Kommunisten in unser S»us stürmten, um meinen Plann zum Militärdienst d- l^-ssen. Er aber konnte noch in letzter Minute aus k» «zensier springen, wobei er sich einen Arm.brach, "ft uh und mein drei Wochen altes Töchterchen mutzten Muablcibcn. Ich gab meiner kleinen Erni gerade die fug. aber selbst das sollte die Tschechen nicht abhalten. A> zu entreißen und mich niederzuschlagen.

^ wieder aufraffte und meine Erni, die »en T-sch lag. in den Arm -nehmen wollte,

0-tzle mir einer der Männer, die alle betrunken ^ -inen Schlag über den Kopf, so daß ich bewußt- y.ftwammenbrach und erst nach Stunden wieder er- Nod > "'kren wir aber schon auf der Flucht, denn bj/ .,« .-Todesgefahr, in der mein Mann schwebte, war b>ili^ '"ch""nen mit seinem Bruder zurückgekehrt und -j. und unser Kind aus der Hölle herausgeholt. !ün "i-l- Stunden auf ihren Armen getra-

°"cko»uncn'" ^""Eel der Nacht sind wir dann glücklich

i-l ^ Anklage, die Paul Reiterle aus Mährisch- brr Vchch« "hebt:Es sind jetzt gerade drei Tage

"»»» -in grauenhafte Weise meine Frau und

'"llgcs Kind verloren habe. Beide befanden sich

am Frertagnachmittag auf der Straße, als durch unsere Stadt plötzlich Panzerwagen sausten und Gewehr- geknatter hörbar wurde. Meine Frau war gerade beim Kaufmann gewesen und hatte etwas Milch für den e.rst sieben Monate alten Jungen besorgt; diesen selbst trug sie auf den Arm. Als nun die Panzerwagen in unsere Straße einbogen, wollte sie sich noch schnell in Sicher­heit bringen und lief über den Damm. Zu spät! Meine Frau, deren Aufschreien ich noch hören konnte, und mein lieber kleiner Junge wurden ' buchstäblich zer­malmt. Eine blutige Maße blieb übrig und ich brach besinnungslos zusammen. Als ich wieder zu mir kam, hatten die Bluthunde die Leichen bereits fortgeschafft und ich weiß bis heute noch nicht, wo sie beigesetzt sind."

Las ist die Anklage, die Martin Eiters aus Mittel­grund erhebt:So furchtbar mich auch die tschechischen Bluthunde geprügelt haben, ich kann nicht mehr lange hier bleiben. Eine innere Stimme befiehlt mir, mich so schnell wie möglich beim Freikorps zu melden. Das bin ich schon meinen beiden Brüdorn schuldig, die auf bestialische Weise ermordet worden sind. Beide mußten Schanzarbeiten verrichten, und da sie das Erniedri­gende dieser gegen die großdeutsche Heimat gerichteten Arbeiten nicht länger ertragen konnten, ergriffen sie die Flucht. Nach einer aufregenden Verfolgung über die Aecker wurden sie an der Eisenbahnstrecke Bodenbach Reichsgrenze gestellt. Im gleichen Augenblick rollte ein Eüterzug über die Schienen. Meine Brüder schwangen sich auf die Trittbretter der Wagen und hofften so. zu entkommen. Die Tschechen eröffneten aber sofort das Feuer und schoflen beide herunter. Sie waren sofort

Das ist die Anklage, die Elfe Krziwanowrki aus Oberqrund erhebt:Den letzten Dienstag werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen, denn an diesem Tage würde unsere' Wohnung von r,chcchiichen Gen­darmen gestürmt, um meinen Mann zum Militärdienst zu verschleppen. Als er sich weigerte, wurde er mit Gewehrkolben niedergeschlagen, gefesselt und dann weg- geschleift. Als meine Kmder und ich wegen dieser

rohen und unmenschlichen Behandlung aufschrien, wur­den wir in den Keller getrieben. Erst 10 ober 12 L>tun- den später befreiten uns Nachbarn, und dann haben wir noch in der gleichen Nacht unsere Flucht angetreten, nur mit ein paar Stücke Brot und etwas Milch für mein Jüngstes, das erst vier Monate alt ist. Mit diesem, meinem jüngsten Kind, bin ich dann, bis an die Brust im Wasser, durch den Grenzfluß gewatet, um mein Kind in Sicherheit zu bringen, und 'diesen Weg durch das Wasser und durch die Nacht bin ich dann noch dreimal gegangen."

Srandieger an der strbeit

Sudetendeutsche Höfe sollen in Flammen ausgehen Scbnitz, 20. September

Sudetendeutsche Flüchtlinge in den Durchgangslagern Sebnitz und Felsenmiihle berichten übereinstimmend Über offene Brandvorbereitungen des kommunistischen Ge- sindcls im Grenzgebiet. DieRote Wehr" ist unaufhör­lich an der Arbeit, Bcnzinsässer und Holzwolle über das Land zu verteilen, um in einem bestimmten Augen­blick die Höfe der deutschen Kleinbauern und die Häu­ser deutscher Bürger in Flammen ausgehen zu lassen. Die tschechische Gendarmerie hilft den Kommunisten eifrig bei ihrer furchtbaren Arbeit.

Mißhandelt und verschlepp.

Eraslitz, 20. September.

In Vogelsdorf bei Rothau wurde der Führer des Freiwilligen Schuhdicilstcs Adolf Rückcrt, dessen Bruder schon vor drei Jahren in Silbcrbach von Marristcn er­schossen worden war, verhaftet und in Gegenwart einer zahlreichen Menschenmenge aus das unmenschlichste miß­handelt. Schließlich wurden ihm Arme »nd Beine zu­sammengebunden; er wurde aus einen Lastkraftwagen geworfen und in unbekannter Richtung verschleppt.

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k. illii. Dreimal in der Geschichte haben die Tschechen den schlüssigen Peweis erbracht, daß sie über keine staatsbildenden, sondern im Gegenteil nur über staatszersetzende Kräfte verfügen. Der erstetschechische Fall" ereignete sich vor rund 500 Jahren, als die hussitischen Banden in zügelloser Wut und Mordgier Schlesien, Sachsen, Franken, Oesterreich, Ungarn und Brandenburg heimsuch­ten, als der Anführer dieser Horden, Ziska, in getreulicher Befolgung seinerKriegsordnung" schlagen, morden, hängen, ersäufen und verbren­nen ließ, was ihm an nichttschechischen Volksteilen unter die Hände kam. Das war der tschechische Dank" an den deutschen Kaiser Sigismund und das damals ohnmächtige Reich dafür, daß Reste der in Böhmen zurückgebliebenen germanischen Markomannen in friedlicher Zusammenarbeit mit den von slawischen Fürsten ins Land gerufenen (gleichfalls germanischen) Neusiedlern aus Urwald- gebieten Kulturland geschaffen hatten. Die Ver­wüstung des früheren Raumes der Markomannen slawische Völker rückten erst nach der Völker­wanderung von Osten her in Böhmen ein war weiter der Dank dafür, daß Kaiser Karl IV. aus dem Hause der Luxemburger um die Mitte des 14. Jahrhunderts Prag zum Kern des deut­schen Reiches gemacht und das Land an der Moldau einer nie wieder erlebten Blütezeit ent- gegengeführt hatte. Während eines Zeitraumes von eineinhalb Jahrzehnten, und zwar von 1419 bis 1434, hatten die revoltierenden, zum Teilreli­giös-fanatischen Tschechen nach wiederholten Sie­gen über Sigismund bei Prag, Deutsch-Brod und Aussig uneingeschränkt die Macht in ihren Hän­den. Wozu haben sie in jenen Jahren, die übri­gens von den Präger Chauvinisten gern als die Heldenzeit des Tschechentums gefeiert werden, ihr vorübergehendes militärisches Uebergewicht, wenn man es so nennen will, benutzt? Nicht zur selb­ständigen Staatsgründung im böhmischen Raum, was an sich nahegelegen hätte, haben sie sich emporgeschwungen, sondern allein zu Plün­derungszügen und Mordaktionen weit llberdie Grenzen des Sudeten- landes hinaus! Deutlicher konnten die Tschechen ihre Unfähigkeit, dem eigenen Volks- tum ein sinnvolles Staatsziel zu setzen, wirklich nicht dokumentieren! Treffend hat der Historiker Dr. Hans Zeck schon 1935 auf folgende bezeich­nende Tatsachen hingewiesen:Als es 1433 dem Baseler Konzil durch Zugeständnisse auf rein reli­giösem Gebiet an die gemäßigten Utraquisten ge­lang, die radikalen Taboriten zu isolieren und "zu besiegen, da ivar in Böhmen auch der gering­fügigste Anteil der nationalistischen Triebkräfte so

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Die Kundgebung der Sudetendeutsche« im Dres­dener Ausstellungspalast wurde zu einem ergrei­fenden Bekenntnis des Sudetendentschtums' zu Führer und Reich.

Die Sudetendeutsche« strömen in Massen zumSu- detendentschen Freikorps".

Ein Berichterstatter derBremer Zeitung" schlich sich ,n das verwüstete Eger.

Kommunistische Mordbanditeu planen Gastod für Sudetendeutsche.

Eger und Aussig gleichen einem Pulverfaß.

Die tschecho-slowakische Armee wird immer mehr eine Mord- und Plünderformation nach rotspani­schem Muster.

^ In der ganzen Tschecho-Slowalei herrscht Steuer- streik.

Bei Zinnwald überflog erneut ein tschechisches Flug­zeug die Reichsgrenzc.

Gauleiter Röver wird am kommenden Sonntag in Cloppenburg die ersten 120 Ehrenbücher für -ör- derungswürdige Kinderreiche zur Berleihuna bringen.

Auf Norderneg sind die Führer der SA.-Gruppe Nordsee zu einer Führertagung versammelt.

Vor 30 Jahren schlug mit den ersten Flugversuchen Henrich Fockes die Gcburtsstunde der bremischen Lustfahrtindustrie.

Die Bautätigkeit in Bremen liegt über dem Neichs- durchschnitt.

Der Deutsche von Hütschler wurde in USA. Star- - boot-Wcltmeister.

Der größte deutsche Fischdnmpfer ist in Wesermiinde beheimatet.