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KI.L8H
parteiamtliche Tageszeitung
llas flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Sreien Hansestadt Bremen
der Nationalsozialisten Vremens
fimtliches Nerkündungsblatt des Beichsstattlzalters in Oldenburg und Bremen
,Nl. 254/8. Jafirgang
Donnerstag, 15. September 1958
Einzelpreis 15 Npf.
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s „Nationalsozialistische » uatsheste" di« fuhrerd! Dl »ichrist aus dem Erbiete ^geistige«, politische» kulturpolitischen Au-eur derietzung. Ihre Haupimtz den sind. die Grundlage»^ neue» Weltauschaunaz lkisseuichast herausAi te» and für d«re« N dringung mit aaiiomltz alistischer Haltung p i°V
Bezugspreis: EinzelW RM. 1.2k. viLrieWi- lich RM. 3.60 zuzLM Bestellgeld - B-zug dui die Post sowie alle Bch Handlungen
^entralverlag der NsDW 7ranz Ester Rachf.
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Arthur Neville Chamberlain, der nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Stanley Baldwin, chv seit Juni vorigen Jahres, Englands Politik leitet, wurde am 18. März 1869 als Sohn des gleichfalls in die britische Geschichte eingegangenen Joses Chamberlain in Birmingham geboren, lirst spät begann die eigentliche politische Laufbahn des jetzt 69jährigen Staatsmannes, dqm M außerordentliche Sachlichkeit, Nüchternheit, Schlichtheit und Entschlußfähigkeit nachgerühmt Mrd. Nach einer bis 1897 dauernden Kaufmänni- lchm Tätigkeit im Auslande trat er, in die Hei- M zurückgekehrt, in die städtische Verwaltung Alm Geburtsstadt ein, um ein Jahr nach Aus- Mch des Weltkrieges die Geschicke Birminghams M dessen Oberbürgermeister in die Hand zu neh- »N. Erst igiz wurde er ins Unterhaus gewählt; E rückte er zum Generalzahlmeister, bald da- A zum Gesundheitsminister und schließlich, im ' ^mett Baldwin, zum Schatzkanzler auf. Schon »«der Demission des Premierministers Baldwin M!e dieser mehrfach öffentlich zum Ausdruck, Att in Chamberlain den kommenden Mann der ^wning-Street Nr. 10 erblicke. Seit der Ueber- «Me seines verantwortungsvollen Amtes war MIe Chamberlain unter Einsatz seiner ganzen Möglichkeit bemüht, sich nicht zuletzt den ak- Wen außenpolitischen Fragen, vor die
treffen aus dem Bbersalzberg
Berlin, 15. September.
Der britische Premierminister, fferr Neville tstam- berlain, hat gestern dem sichrer und Neichskanzler durch Vermittlung des britischen Botschafters in Berlin folgende Mitteilung zugeben lassen:
Im ftinblick aus die zunehmend kritische Lage schlage ich vor, sofort zu Ihnen herüberzukommen, um zu versuchen, eine friedliche Lösung zu finden. Ich schlage vor, auf dem Luftwege zu kommen und bin morgen zur ftbreise bereit.
Leiten Sie mir bitte den frühesten Zeitpunkt mit, zu dem Sie mich empfangen können und geben Sie mir den Brt der Zusammenkunft an. Ich wäre für eine sehr baldige ftntwort dankbar.
sgez.) Neville llzamberlain
Ber sichrer und Neichskanzler hat auf die vor- stetzende Mitteilung geantwortet, daß er gern bereit sei, sich mit Sem britischen Premierminister am heutigen Bonnerstag zu treffen. Herr Neville chamberlain wird dementsprechend heute nachmittag auf dem Sbersolzderg erwartet.
Über Z0 SuöeienLeulsche ermorden
Blutige Zusammenstöße bei salkenau sschechen gehen mit Militär und Panzerwagen vor - 5000 Sudetendeutsche geflüchtet
A das britische widmen. '
Imperium
gestellt sieht, zu mü.
Karlsbad, 18. September
In dem Ort Habersbirk bei Falkenau an der Eger ist es am Dienstag und Mittwoch zu außerordentlich blutigen Vorgängen gekommen, die nach tschechischen und englischen Meldungen eine große Anzahl von Todesopfern gefordert haben sollen. Da die Verbindungen mit Falkenau unterbrochen sind, war es bisher unmöglich, die genaue Zahl der Opfer festzustellen.
Die tschechische Gendarmeriewache des rein deutschen Ortes hatte schon seit Wochen unter der Anführung des tschechischen GenKrrmcn Bartosch ein blutiges Terror- Regiment ausgerichtet. Nacht sür Nacht wurden zahlreiche Sudetendeutsche aus ihren Häusern in das Eendar- meriegebäude geschleppt und dort brutal mißhandelt und geprügelt. Die Bevölkerung war völlig eingeschüchtert, und es war ihr allmählich unmöglich geworden, überhaupt noch in der Dunkelheit die Häuser zu verlassen. Als am Dienstag die Bevölkerung des Ortes mit Frauen und Kindern nach der Führer-Rede, von einem schwere» Druck erleichtert, eine» Freudennmzug veranstaltete, wurden sie von bewaffneten Kommunisten, die mit Eendarmerieautos aus Zwodau nach Habersbirk geschafft waren, angegriffen. Die Menge setzte sich zur Wehr und zwang die Kommunisten zum Rückzug. Die Gendarmen, die den Borfällen untätig zugesehen hatten, zogen sich daraufhin ebenfalls in das Gendarmerie- gebäude zurück. Als der Umzug in der Höhe des Gendarmeriegebäudes angelangt war, siel in dem Haus ein Schuß, gleich darauf prasselten ganze Salven von Gewehrkugeln mitten in die Bevölkerung. Dabei wurde eine Reihe von Sudetendeutichen, darunter auch Frauen, verletzt. Die empörte Bevölkerung stürmte nunmehr die Gendarmeriewache. wobei mehrere Gendarmen verletzt und der Gendarm Bartosch im Kamps getötet wurden.
Aussagen der verwundeten Gendarmen ergaben, daß Bartosch seinen Oberwachtmeister, einen Slowaken, der
sich seinem Treiben schon seit Wochen widersetzt hatte, wegen der Verweigerung des Schießbefehls in Gegenwart seiner Kameraden niedergeschossen und dann das Signal zu der allgemeinen Schießerei gegeben hatte. Der slowakische Oberwachtmeister war sofort tot.
Da kurz darauf erneut mit Lastkraftwagen tschechisch- kommunistischer Pöbel in den Ort Habersbirk einzudringen versuchte, bemächtigte sich die Bevölkerung der iu der Gendarmeriestation lagernden Waffen, um sich gegen die weitere Terrorisierung zur Wehr zu setzen. Die Kommunisten zogen daraushin ab.
Am Mittwoch wurde Habersbirk von tschechischen Polizei- und Militärkriisten mit Panzerwagen eingeschlossen und aus größerer Entfernung von verschiedenen Seiten der Ort unter Maschinengewehrfeuer genommen. Die Sudetendeutsche« erwiderten daraushin das Feuer. Bei den sich entspinnenden Kämpfen sind nach noch nicht bestätigten Meldungen bisher auf tschechischer Seite etwa 15, aus sndetendeutscher Seite bereits über 3V Personen getötet worden. In den Abendstunden dauerten die Kämpfe noch an. Die Bevölkerung ist völlig verzweifelt, da sie von außen keine Hilfe bekommen kann und die Führer der tschechischen Polizeikräfte die Drohung ausgesprochen haben, daß die gesamte Bevölkerung von Habersbirk bis auf den letzten Mann niedergemacht werden würde, (!) Der Bevölkerung der ganzen Umgebung von Falkenau hat sich auf Grund dieser Vorgänge eine ungeheure Erregung bemächtigt.
Dieser Bericht, der von sndetendeutscher Seite stammt, wird von zahlreichen Augenzeugen ausdrücklich b e - stätigt und auch von mehreren ausländischen Nachrichtenbüros liegen entsprechende Meldungen vor. Von tschechischer Seite werden die blutigen .Vorfälle am Mittwoch mit dreister Stirn glatt abgeleugnet. Man
Sdp-flbgeocdnete vor dem Standgericht
sschechische Mordgier kennt keine l-renzen mehr!
behauptet einfach, es handele sich um die Zusammenstöße vom Dienstag, bei denen es bekanntlich ebenfalls mehrere Tote gegeben hat. Es hat den Anschein, als ob Prag mit derartigen Tasch-enspielrkunststücken die schwere Blutschuld von sich abwälzen will, in die es sich immer mehr verstrickt.
Die flucht vor Dem fschechenterror
Schwaderbach von tschechischem Militär eingeschlossen Klingenthal (Erzgebirge). 15. September.
Der größte Teil der Bevölkerung des sudetendeutsche« Ortes Schwaderbach, das unmittelbar an der Grenze liegt, ist heute vor anrückendem tschechischem Militär über die Grenze auf reichsdeutsches Gebiet geflüchtet und befindet sich in Sachsenberg-Eeorgenthal.
Am Dienstag hat bekanntlich in Schwaderbach vor dem Zollamt die Gendarmerie von der Arbeit heimkehrende Arbeiter beschossen. Dabei wurde hin Zollbeamter durch eine verirrte Kugel getötet. Bei der Erwiderung des Feuers durch die Zollwache erhielt ein Gendarm einen tödlichen Schuß.
?°r Vorfall hat dazu geführt, daß tschechische Polizei und tschechisches Militär den Ort von drei Seiten eingeschlossen und angekündigt haben, daß die Bevölkerung mit Tränengas ausgeräuchert werden würde. Daraufhin sind die meisten Familien aus deutsches Gebiet geflüchtet. — In Vreitenvach, einem sudetendeutsche« Dorf, das ,n der Nähe der deutschen Grenze bei Johann- georgenstadt liegt, ist es am Dienstag ebenfalls zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Bevölkerung gekommen, bei denen die Polizei schließlich den Ort verlassen mußte. Als sie heute mit großer Verstärkung zurückkam und sofort eine wilde Schießerei eröffnete, flüchtete fast die gesamte Bevölkerung auf deutsches Gebiet. Nach den bisherigen Meldungen schätzt man die Zahl der nach Reichsdcntschland übergetretenen Sudetendeutschen auf etwa insgesamt 3660.
Karlsbad, 15. September
Nach Mitteilung von amtlicher tschechischer Seite sind eine Reihe von sudeten- eutschen Abgeordneten und Amtswaltern von der tschechischen Staatspolizei festgenommen und dem Standgericht zugeführt worden, das gegen sie auf Grund des Ausnahmegesetzes vorgehen werde.
litt-V «erre verttlurer oozu,
lind.' Verhafteten auch der Abgeordnete Kiinzel be- versucht habe, in Görkau im westböhmischen 4" vermitteln und dabei von der l an der Beruhigung der Bevölkerung
eork.. rücksichtslos festgenommen wurde. Da die i»r s^"lchtsbestimmungen sehr scharf sind, bestehen «chicksal der sudetendeutsche» Führer die Besiirchtungen.
beherrschen die gegenwärtige M ^ dUnde Wüten des tschechischen Terrors Ausmaße angenommen, die alles ^ den Schatten stellen. Die Zahl Pier, dze das Sudetendeutschtum allein in
den letzten Stunden beklagt, ist noch nicht zu übersehen.
Die Präger Gewaltpolitik hat damit ihre letzte Demaskierung vollzogen! Sie hat ihre mordgierige Fratze vor aller Welt-gezeigt und hat allem Verstand igungs- und Versöhnungsgerede ein brutales und rücksichtsloses Ende gesetzt.
Die Sudetendeutsche Partei hat daraus schon am Vortage die einzigen Konsequenzen gezogen, die ihr noch verblieben: sie hat die von tschechischer Seite formell noch aufrechterhaltenen Verhandlungen unter dem Eindruck der furchtbaren Ereignisse in- den sudetendeutschen Gebieten endgültig abgebrochen.
Die tschechische Regierung hat ihrerseits ihre verbrecherischen Maßnahmen in den Grenzgebieten trotzdem nicht nur rückgängig gemacht, sondern das Standrecht noch gestern mittag auf weitere sudetendeutsche Bezirke ausgedehnt.
Sie hat damit in voller Kenntnis der vorausgegangenen blutigen Vorkommnisse und ihrer Ursachen, für die sie die alleinige Verantwortung trägt, neue verbrecherische Maßnahmen gleicher Art verfügt, die die von der sudetendeutschen Parteiführung vorausgesehenen neuen furchtbaren Folgen planmäßig und vorsätzlich heraufbeschworen haben.
Die zweite wichtige Tatsache, die im Verknus des gestrigen Tages,zu verzeichnen war. ist die Bitte des englischen Premierministers Sir Neville Chamberlain um einen Empfang beim Führer. Der bevorstehende Besuch des englischen Staatsmannes beim Führer wurde in der britischen Presse in größter Aufmachung in Extrablättern angekündigt.
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Der britische Ministerpräsident trifft heute nachmittag beim Führer auf dem Obersalzberg ein.
Die Lage in der Tschecho-Slowalei hat sich Lurch neue Todesopfer hussitischer Mordgier aufs äußerste verschärft.
Sudetendeutsche Abgeordnete wurden vor das Standgericht gestellt.
360» verfolgte Sudetendeutsche flüchteten nach Deutschland.
Das Flugzeug des Engländers Sutton Pratts wurde in der Tschecho-Slowakei beschossen.
Rom, London und Paris unterstreichen die Notwendigkeit der Durchführung des sudetendeutsche« Selbstbestimmungsrechtes.
Polen führt zum Zwecke seines Selbstschutzes an der sowjetrussischen Grenze umfassende Manöver durch. „Graf Zeppelin" hat nach seiner Taufe die erste Probefahrt glänzend durchgeführt.
Mit einem Masseneinsatz von Aufklärungsmitteln wird die Woche der Bolksgasmaske eingeleitet. Roichsleiter Korpssührer Hühnlein trifft heute zur Vcisetzungsfeierlichleit für den NSKK.-Standarten- führer Wilder in Bremen ein.