Nr. 246
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parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt Bremen
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der Nationalsozialisten Bremens
sinnliches Berkündungsblatt des leichsstatchaiters in Oldenburg und Bremen
Nr. 24? / 8. Zastrgang
Donnerstag, 6. September 18Z8
kinzelpreis 15 Nps.
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M Neltpeltschen gegen Sdp.-stbgeordnete
Ischechlscher lerror in Mätirisch Schlesien
Sudetendeulsche werden m die Kerker geworfen und brutal mißkandelt / Kommunisten gesten unter polizeischuk vor / Präger Negierung ostne geringste Autorität l
Prag, 8. September
Wieder werden aus der Tschecho-Slowake! unglaubliche skandalöse Vorfälle gemeldet. Es handelt sich diesmal um willkürliche Massenoerhaftungen Sudetendeutscher, brutale Mißhandlungen in Gefängnissen und tollen Ausschreitungen berittener Polizei gegen sudetendeutsche Abgeordnete des Präger Parlaments.
In der letzten Zeit wurden in Miihrisch-Schlesien 82 sudetendeutsche Parteimitglieder des Nachts aus ihren Betten herausgeholt, weil man sie des unerlaubten Wassenbesitzes beschuldigte. Sie wurden zu einer Zeit verhaftet, als man tschechische Grenzler und deutsch- sprechende Marxisten unter den Augen der Behörden bewaffnete.
Da die Bevölkerung von Freiwaldau umb Mährisch- Ostrau in immer größerer. Sorge über das Los der 82 Verhafteten geriet, kamen am Mittwoch früh die Abgeordneten der Suidetendeutschen Partei Dr. .Fritz Köll- ner und Dr. Neuwirth, die Kreisleiter May und Nitsch sowie die Abgeordneten Knorre und Werner und der Vezirksleiter von Freiwaldau, Jarvfchek, nach Mährisch- Ostrau, um die Nachrichten behördlich überprüfen zu lassen, die besagten, daß die im Polizeigefängnis befindlichen Verhafteten furchtbar, geprügelt werden und daß die im Kreisgericht befindlichen Häftlinge in Fesseln gelegt worden seien. Die deutsche Bevölkerung von Mährisch-Ostrau, die erfahren hatte, das sudetendeutsche Amtswalter sich um das Schicksal ihrer in Hast befindlichen Kameraden kümmern wollten, begrüßte ihre Abgeordneten, von deren Ankunft sie allerdings erst im- allerletzten Augenblick unterrichtet worden war. Die sudetendeutschen Parteiäbgeordneten wurden, . als sie in das Kreisgericht kamen, von der Menge völlig ruhig und mit erhobener Hand begrüßt.
Während der Aussprache der Abgeordneten mit dem Prokurator des Kreisgerichtes hörte man plötzlich von der Straße herauf Lärm. Als die Abgeordneten Nachschau hielten, sahen sie, wie berittene'Polizei mit ihren Reitpeitschen auf die Menge losschlug, um sie auseinander zu treiben. Die sudetendeutschen Abgeordneten liefen auf die Straße, wo «ihnen berichtet wurde, daß die Polizei unvermittelt gegen die Menge losgegangen war, obwohl diese bereits freiwillig auf Anraten der sudetendeutschen Amtswalter im Weggehen begriffen war.
Als Dr. Köllner und May beim diensthabenden Kommandanten der berittenen Wache Protest erheben wollten und May sich gerade mit Hilfe seiner Äbge- ordneten-Legitimation ausgewiesen hatte, ritt der Wachmann Nr: 367 auf ihn zu. Abgeordneter May rief seine Abgeordneten-Legitimation hochhaltend, ihm entgegen: Ich bin Abgeordneter!" Der Wachmann
entgegnete: „Te je fuk!" (soviel wie: Das ist
gleichgültig) und zog gegen den Abgeordneten May die Reitpeitsche. Dieser hatte noch die Geistesgegenwart, den Kopf vorzubeugen, so daß der Hieb mit der Reitpeitsche ihm nur den Kopf streifte und auf die Schulter niederklatschte. May und Dr. Köllner stellten, darauf die Nummer des betreffenden Wachmannes fest und forderten/ daß seine Erkennungsnumm-er auch amtlich festgestellt werde.
Als Abgeordneter Dr. Köllner darüber noch mit dem Wachkommandanten verhandelte, drängte der berittene Kommandant der Wache Dr. Köllner plötzlich mit seinem Pferd, an eine Hauswand, schwang die Reitpeitsche gegen ihn und schrie ihn an: „Seien Sie ruhig
oder . . .". Der Abgeordnete May forderte darauf von dem intervenierenden Polizeioberrat Pkorney die sofortige Enthebung des Wachmannes Nr. 367 vom Dienst, der immer noch lachte und provozierend mit seinem Pferde auf die sudetendeutschen Abgeordneten „zutänzelte".
Die Polizisten in Uniform und die Geheimpolizisten erklärten nun einfach die Abgeordneten Dr. Köllner, May und Knorre, die ihre Legimation in Händen hielten, „im Namen des Gesetzes" für verhaftet und versuchten, sie abzuführen. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da eine andere Polizeigruppe Kommunisten gegen die abgedrängten Deutschen vorgehen ließ. Die Polizisten erklärten, daß es auch noch ein Alarmrecht der Tschechen gebe, und wenn erst einmal die Tschechen hier wären, würde der „Kampf" erst richtig losgehen.
Inzwischen gaben die Polizisten den herbeigeeilten tschechischen Journalisten Informationen, zeigten ihnen die sudetendeutschen Abgeordneten, die daraufhin von den tschechischen Hetzjournalisten mehrmals photographiert wurden.
Dr. Köllner, May, Knorre, Mitsch und Jaroschek sprachen dann beim Regierungsrat Dr. Baca vor, der Polizeidirektor von Mährisch-Ostrau ist, und führten Beschwerde gegen das geradezu unerhörte Vorgehen der Polizei. Abgeordneter May wies außerdem dem Polizeidirektor die Spuren der Reitpeitschenhiebe auf seinem Rock sowie die Spuren eines Fußtritts am linken Knie nach. Es wurde ein Protokoll aufgenommen, das im
Beisein des Polizeikommissars Dr. Stumpfe unterschrieben wurde. Die Zurückziehung des Wachmannes Nr. 367 wurde von dem Polizeidirektor abgelehnt.
Proresttelegramm an 0r.Hod;a und t;erng
Mährisch-Ostrau, 8. September.
Aus Anlaß der schweren Zwischensälle in Mährisch- Ostrau richteten die Abgeordneten der Sudetendeutschen Partei, Köllner und May, folgendes Telegramm an den Ministerpräsidenten Hodza und Innenminister Czerny: „Berittene Polizei geht brutal und rücksichtslos mit Reitpeitschen gegen friedliche Frauen und Männer, die zur Begrüßung der Parlamentarier in Mährisch-Ostrau zusammengekommen sind, vor. Wir, die Parlamentarier, wurden trotz Legitimierung mit Reitpeitschen bedroht, geprügelt und mit Pferden an die Wand gedrängt. Wir protestieren leidenschaftlich gegen diese brutale Beleidigung und dieses schimpfliche Vorgegen der staatlichen Polizeiorgane und fordern strengste Bestrafung der Schuldigen."
Präger Verhandlungen unterbrochen
Prag, 8. September.
Wie das Presseamt der Sudetendeutschen Partei mitteilt, hatte am Mittwochnachmittag die Verhandlungsdelegation der SdP. das Studium des neuen Vorschlages der Präger Regierung begonnen und beschlossen, auf Grund dieses Regierungsvorschlages vom Gesichtspunkt einer Regelung entsprechend den Karlsbader Forderungen die Verhandlungen mit der Regierung fortzusetzen.
Während der weiteren Beratungen sät ein Bericht aus Mährisch-Ostrau eingetroffen, der von den unerhörten Hebelgriffen Ver Staatspolizei und der Verprügelung sudetendeutscher Abgeordneter Mitteilung machte. Daraufhin habe die Delegation ihre Verhandlungen abgebrochen und beschlossen, dem Ministerpräsidenten mitzuteilen, sie sei gezwungen, wegen der Vorfälle in Mährisch-Ostrau die Verhandlungen zu unterbrechen. Die Vorfälle in Mährisch-Ostrau zeigten, daß die Regierung die Lage nicht in dem Maße beherrsche, um mit Erfolg im gegenwärtigen Augenblick die Besprechungen zu beginnen und in Ruhe abschließen zu können. Das Vorgehen der Polizei in Mährisch-Ostrau stehe in krassem Widerspruch zu der im Regierungsvorschlag zum Ausdruck gebrachten Absicht, die nationalpolitischen Verhältnisse zu regeln.
Die Delegation verständigte, so heißt es am Schluß der sudetendeutschen Mitteilung, von der neu entstandenen Lage den Staatspräsidenten und Lord Runciman, der die sudetendeutsche Delegation unter Führung von Karl Hermann Frank empfing.
Ver erste große flufmarsch vor dem süstrer
40 000 flrbettsmänner und 2000 flrbeitsmaiden aus der Zeppelinwiese — Vie Ostmark empfing den Spaten
(Oi-abtbvi-ivlit unseres in blnrnberx wvilsnäen llanptsekriktleitsrs)
I. ll. 0. Nürnberg, 8. September
Wie auf jedem Reichsparteitag seit den Tagen der Machtergreifung war auch in diesem Jahre wieder der erste Aufmarsch der Formationen vor dem Führer den Bataillonen des Reichsarbeitsdienstes vorbehalten.
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Es ist dieser von Konstantin Hier! und seinen Mitarbeitern jeweils zur denkbar stimmungsvollsten Feierstunde ausgestaltete Aufmarsch für alle Teilnehmer stets ein besonders hehres Erlebnis gewesen. In diesem Jahre aber lag trotz eines wolkcnverhangenen Himmels, ja trotz eines zeitweise leise niederrieselnden Regens gegen das Vorjahr noch eine gesteigerte Weihe über dem Ganzen, so daß sich ihrem Eindruck niemand von der rings auf den Tribünenbauten der Zeppelinwiese Kopf an Kopf gedrängten Menge — auch nicht die zahlreichen ausländischen Gäste auf der Ehrentribüne -- dem tiefen Eindruck entziehen konnte.
Der glänzende Vorbeimarsch der 40 000 Arbeits- männcr an dem Führer, der dann mit einer in der ganzen Welt unerreichten Exaktheit und Schönheit vollzogene Aufmarsch unter den prachtvollen Klängen der dem Arbeitsdienst eigenen Marschlieder, die dann folgende von Glockengeläut eingeleitete Feierstunde, erfüllt von heiligen Schnmrgesängen und dem grotzdeutschen Bekenntnis, endlich und vor allem die feierliche Spaten- übergabe an die Arbeitsmänner der Ostmark und zuletzt das tief ergreifende Totengedenken mit dem anschließenden Gelöbnis der Lebenden, das alles läßt sich bis zur tiefsten Tiefe des Empfindens wohl erleben, aber man kann es höchstens
versuchen, einigermaßen erschöpfend zu beschreiben. Den Eindruck verstärkte dann noch die hörbar von Freude und Stolz über die herrlichen Formationen des Reichsarbeitsdienstes getragene Ansprache des Führers, die den Abschluß der unvergeßlichen Feier bildete.
Punkt zehn Uhr brausen Heil-Rufe auf. Vielstimmiger Jubel begleitet den Wagen des Führers den gan
zen Anfahrtweg entlang und hüllt Adols Hitler vor den mächtigen Steinblocks der Tribüne noch einmal in einen Mantel der Freude und Begeisterung. Eine kurze Begrüßung durch den Reichsarbeitsführer, dann leiten die ersten Klänge des Spielmannszuges schon den großen Vorbeimarsch ein. Konstantin Hier! hat sich an die Spitze des Zuges gesetzt. Im vorbildlichen Parademarsch führt er die erdbraunen Kolonnen an Adolf Hitler vorüber. Im Wagen stehend und trotz des Regens ohne Mantel, läßt der Führer Kolonne um Kolonne vorüberziehen. Immer wieder hebt er die Hand zum Gruß.
In Achtzehnerreihen kommen sie. Die Feldmeisterschulen und Truppführerschulen des Reichsarbeitsdienstes zuerst. Dann der jüngste Arbeitsgau. Oesterreich vor Franken, Pommern, Mittelschlesien. Ein endloser Zug!
(Fortsetzung auf Seite 2)
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Der Hradschin im Fahrwasser der Anarchie
L. Illü. Die Tschechen lieben das Gegensätzliche: während in Prag im Rahmen schwieriger Verhandlungen die Sudetendeutsche Partei soeben vor dem Entschluß stand, dem Hradschin auf den Benesch-Plan Gegenvorschläge einzureichen, schlugen tschechische Polizeibeamte in Mährisch-Ostrau auf Mitglieder der größten Partei jenes künstlichen Staatsgebildes brutal mit Reitpeitschen ein. Nicht einmal vor Abgeordneten machte die blinde Wut dies er flegelhaften Polizeiorgane halt. Was bei der Herausstellung des krassen Gegensatzes zunächst ins Auge fällt, ist die allzu deutliche Tatsache, daß die Präger Regierung mit dem Ministerpräsidenten Dr. Hodza an der Spitze die primitivste-Staatsgewalt nicht einmal mehr über ihre eigenen Organe auszuüben in der Lage ist(!). Daß ihre Autorität gegenüber Militär und Polizei des tschecho-slowakischen Staates im Schwinden begriffen (wenn nicht bereits völlig ausgeschaltet) ist, hatte sich schon im Verlauf der Mai Krise gezeigt, als tschechische Militärstellen über den Kopf der Präger Regierung hinweg nicht nur systematisch eine Panikstimmung erzeugten, sondern diese selbst herbeigeführte Verwirrung der öffentlichen Meinung mit unverantwortlichem Leichtsinn zur Mobilisierung bedeutender Truppeneinheiten ausnutzten. Allein der Kaltblütigkeit des Führers war es zu verdanken, daß dem Säbelgerassel der tschechischen Hasardeure keine kriegerischen Verwicklungen folgten. Auch die häufige Ueber- fliegung der reichsdeutschen Grenze durch tschechische Militärflieger war in ausgesprochener Nichtachtung „strenger" Verfügungen der Machthaber an der Moldau erfolgt.
Man wird angesichts der neuesten skandalösen Vorfälle in Mährisch-Ostrau nicht behaupten können, daß die Tschecho-Slowakei noch in irgendeinem Sinne als Ordnungsstaat anzusprechen ist. Eine Regierung, die ihre Staatsbürger ausgerechnet vor jenen Organen nicht mehr schützen kann, die zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung und zur Garantierung der Gerechtigkeit eingesetzt sind, segelt bereits im Fahrwasser der Anarchie. Wird die Präger Regierung, so müssen wir fragen, noch im letzten Augenblick einen energischen Versuch unternehmen, die ihr entglittenen Zügel wieder zu ergreifen, um die Sudetendeutschen vyr den an Wildwest-Zustände erinnernden Brutalitäten hussitischer Soldateska zu schützen? Wird der Hradschin — so müssen wir allerdings unsere Frage sofort erweitern — überhaupt noch in der Lage sein, die verhängnisvolle Sonderpolitik des tschechischen Militärs und der tschechischen Polizei zu unterbinden, nachdem auf Grund des Militärpaktes Prag—Moskau der Kreml bereits seinen ganzen teuflischen Einfluß zur Ausschaltung jeder vernünftigen Politik aufgeboten hat? Ein Zweifel in dieser'Richtung ist durchaus berechtigt, denn so, wie die Dinge sich jetzt in der Tschecho-Slowakei zugespitzt haben, ist das hussitische Machtinstrument, nicht anders wie die Komintern, als Gegner der Staatsordnung im sudetendeutschen Raum und darüber Hinaus als Todfeind des europäischen Friedens überhaupt anzusehen.
Es ist nur zu verständlich, daß nach den beschämenden Vorfällen in Mährisch-Ostrau die sudetendeutsche Delegation in Prag die Verhandlungen mit Benesch und seinen Beauftragten abgebrochen hat. Die SdP. kann sich in der Tat nicht mit einem Partner an den Beratungstisch setzen, der
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Der gestrige Tag stand in Nürnberg im Zeichen des Reichsarbeitsdienstes.
Der Führer empfing die in Nürnberg weilenden Diplomaten.
Der Parteikongreß nahm mit Reden Rosenbergs. Hrlgenfeldts und Dr. Wagners seinen Fortgang. In Mährisch-Ostrau wurden SdP.-Abgeordnete von tschechischer Polizei mit Reitpeitschen mißhandelt. Die Präger Verhandlungen wurden seitens der sudetendeutschen Partei abgebrochen.
Die NSV. bietet mit einer neuen Altion Mietern und Hausbesitzern ihre Mittlerdienste im Wohnungstausch an.
Das KdF.-Winterprogramm sieht erstmalig Feier- abendgemeinschasten vor.
Lloyddampfer „Alster" führt den bisher größten Zuchtviehtransprrt nach Chile aus.