Ausgabe 
(7.9.1938) Nr. 246
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vremer Zeitung

Parteiamtliche Tageszeitung

E Das flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien fjansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmlliches verkündungsblatt des Beichsstattstalters m Oldenburg und Bremen

Nr. 246 / 8. Zastrgang

Mittwoch, ?. September 19Z8

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„Parteitag öroßdeutschlands

die Proklamation des siitzrers

„Die gestaltende Irügerin der deutschen krstebung ist die nationalsozialistische Partei" Deutschlands Unalchangigkeit gesichert / feierliche kröffnung des Parteikongresses lZroße Nede des fustrers aus der Kulturtagung / Preisträger: Dr. ladt, Dr. Porsche,

Professor Messerschmitt und Dr. lzeinkel

(Von unserem navIikkürnberA entsunilton 8 o n ü v r b e 1 ' i o ü t o I 8 t a t t v r)

rä. Nürnberg, 7. September

Mit der Verlesung der Proklamation des Führers nach der feierlichen Eröffnung des Parteitages, der Uebergabe der Reichskleinodien an Nürnberg, der Eröffnung der Sonderschau „Europas Schicksalskampf im Osten" und der großen Kulturtagung mit der Verkündung der diesjährigen Preisträger und einer richtungweisenden Rede des Führers nahm der zweite Tag des „Parteitages Grotzdeutschlands" einen seiner Tradition entsprechenden überaus denkwürdigen Verlauf.

Sonderzug auf Sonderzug rollte in der Nacht zum Dienstag in die Stadt der Reichsparteitage ein. Die Straßen sind angefüllt mit marschierenden Kolonnen, und auf den Zufahrtswegen zur Kongreßhalle stehen seit den frühen Morgenstunden Zehntausende, um dem Führer bei der Fahrt zur feierlichen Eröffnung des Parteikongresses zuzujubeln.

In der alten Kongreßhalle, der Eeburtsstätte so vie­ler nun schon historisch gewordener Ideen, Pläne und Programme, war auch diesmal wieder mit der Eröff­nung des Parteikongrefses vor dem Führcrkorps der Bewegung der Auftakt zu den machtvollen Kundgebun­gen der folgende Tage gegeben. Durch die Proklamation des Führers erhielt der Parteitag 1938 seinen Sinn.

In silberschimmerndem Grau spannt sich ein riesiger Tuchhimmel über den langgestreckten Bau der Kongreß­halle. Zartgelbes Tuch dämpft an den weiten Fenstern das von allen Seiten einströmende Licht. Die leuchtend­rot verkleideten Säulen der Seitenflügel, das riesige Hoheitszeichen der Bewegung, das von der Stirnwand der großen Halle grüßt, rahmt das festlich ernste Bild. Kopf an Kopf harren in feierlichem, fast ehrfürchtigen Schweigen, viele Tausende von Amtsträgern der Par­tei. Die Ehrengäste erscheinen. In den ersten Reihen erhalten die Angehörigen der Märtyrer der national­sozialistischen Idee und dieses Jahr erstmals auch die Angehörigen der Toten der deutschen Ostmark Platz.

Vor dem Kongreßbau nehmen die Reichsleiter und Gauleiter Aufstellung, um den Führer bei seinem Ein­treffen zu begrüßen.

Jubelfahrt Ves sührers

Nach 11 Uhr verläßt der Führer den „Deutschen Hof", um sich zur Kongreßhalle zu begeben. Durch ein dichtes Spalier jubelnder begeisterter Menschen, durch Zehn­tausende winkender und zum Gruß erhobener Arme fährt Adolf Hitler hinaus zur Eröffnung des Partei- kongresses. Immer wieder dankt der Führer für die jubelnden Heilrufe der begeisterten Menschen. Vor der Kongreßhalle begrüßt der Führer die Reichsleiter und Gauleiter. Gefolgt von den führenden Männern der Partei betritt er unter den Klängen des Vadenweiler Marsches die Kongreßhalle, um sich durch den breiten Mittelgang zur Fllhrertribüne zu begeben.

Nachdem der Heerbann der vielen hundert rot­flammenden Standarten und Fahnen, darunter das erste Mal die Standarten und Fahnen der ins Reich heim- gekehrten deutschen Ostmark, hinter der wehenden Blut­fahne ist mehreren Kolonnen in die Halle marschiert ist und sich dann auf dem Podium wieder zu einem leuch­tenden Meer vereinigt hat, ist dtp prächtige Farben- sinfonie, die eindrucksvolle Kulisse für die bedeutungs­volle erste Stunde des Parteitages, vollendet.

-Vor erste sroßdeurskhe Neichsparteittw ist eröffnet

Die Klänge des Reichssymphonie-Orchesters, der Ge­sang des Städtischen Chores Nürnberg sind unter dem Tuchhimmel verhallt, und noch scheint der Schlußsatz des Niederländischen Dankgebetes „Herr mach uns frei!" durch die Halle zu wehen, da steht der Stellver­treter des Führers. Reichsminister Rudolf Heß schon am Rednerpult. „Der erste Eroßdeutsche Reichspartei­tag ist eröffnet", so fallen seine Worte in die Stille.

Dann hört die Menge stehend und schweigend die Namen vieler Männer aus dem Munde des Stabs­chefs der SA. Lutze: Wie immer gedenkt die Be­wegung am Beginn des Parteitages der Toten und Er­mordeten und aller Blutzeugen, deren Opfer die Par­tei wachsen ließ zu der stolzesten und mächtigsten Volks­bewegung in der Geschichte. Aber diese Blutzeugen sind nicht gestorben, ihr Geist lebt. ihre Opfer sind mahnend wachgerufen. Erstmals schließt sich an die endlose Kette der Märtyrer der Idee im Altreich die Liste der Män­ner, die im Kampf um die Heimkehr der deutschen Ost­mark ins Reich ihr Leben gaben.

In die Stille hinein hallen die Worte: „Sie marschie­ren im Geist in unseren Reihen mit" Gedenken und Gelöbnis für alle die Männer in der Kongreßhalle und darüber hinaus für das ganze deutsche Volk, für die ganze Nation, stets für das einzutreten, sich stets für das einzusetzen, wofür diese Männer Blut und Leben gaben.

Der Stellvertreter des Führers begrüßt die Gäste des Rsichsparteitages 1938. Zuerst die Angehörigen der

Toten der Bewegung, die Vertreter fremder Völker, be­sonders herzlich die Abordnung der Faschistischen Partei des befreundeten Italiens, die Vertreter der Falangistischen Partei Spaniens. Der Stellvertreter des Führers begrüßt die Mitglieder der Reichsregie­rung und insbesondere die Vertreter der Wehrmacht des deutschen Volkes. Sein Gruß gilt zwei der ältesten Mit­kämpfern des Führers, die seit langen Jahren das erste Mal durch Krankheit an der Teilnahme am Reichs­parteitag verhindert sind. Sein Gedenken gilt Reichs­schatzmeister Schwarz unö Gauleiter Reichsstatthalter M u t s ch m « n n.

Unter dem Jubel der Anwesenden verkündet Rudolf Heß, daß der Parteitag 1938 nach dem Willen des Führers den Namen

«Parteitag Sroßdeutschtands

trägt. Der Stellvertreter des Führers dankt all denen, die ihr Leben eingesetzt haben für das Selbstbestim­mungsrecht der deutschen Ostmark, deren Standarten und Fahnen das erstemal auf einem Reichsparteitäg mit in den Reihen der Gliederungen der Partei marschieren. Rückschauend spricht Rudolf'Heß von dem unerschütter­lichen Mauben an die Sendung des Führers, der stets die Männer der Nationalsozialistischen Partei beseelt hat und er spricht davon, daß dieser Glaube zum Glau­ben des ganzen Volkes geworden ist. Der Gruß des Parteikongresses gilt dem Führer, dem Schöpfer Groß- deutschkands, und in das Siegheil, das der Stellvertreter des Führers auf Adolf Hitler ausbringt, stimmen die Tausende-ein, die sich schon bei den letzten Worten von Rudolf Heß von den Plätzen erhoben haben.

Dann begrüßt Frankenführer Julius Streicher die Anwesenden. Nun betritt der Sprecher der Partei, Gauleiter Ado lf Wagner, das Rednerpodium, um die Proklamation des Führers zur Verlesung zu bringen.

fldolf lWer an sein Volk:

Parteigenossen und Parteigenossinnen! Nationalsozialisten!

Tiefer bewegt als jemals vorher zogen wir diesmal nach Nürnberg. Schon seit Jahren sind die Reichspartei- tage nicht nur zu einem Fest der Freude, des Stolzes, sondern auch der inneren Besinnung geworden. Die alten Kämpfer kommen hierher in der freudigen Hoff­nung, so viele der alten Bekannten aus der langen Zeit des Ringens um die Macht wiedersehen zu können. Und so begrüßen sich denn auch in dieser Stadt immer wieder die Kampfgenossen der größten deutschen Revo­lution. In diesem Jahr nun ist zum erstenmal der Kreis unendlich weiter gezogen. Das nationalsozialistische Reich hat neue deutsche Volksgenossen in sich ausge­nommen. Viele von ihnen befinden sich in dieser feier­lichen .Stunde zum ersten Male in unserer Mitte. Viele andere ergeben sich im ungeheuren Strom der flutenden Bewegung dem Zauber dieser unvergleichlichen Stadt und ihrer erhebenden Stunden. Andere werden als Mitglieder der Kampforganisationen zum erstenmal in­mitten ihrer Briider aus dem ganzen Deutschen Reich marschieren und im tiefsten Innern das Gelöbnis er­neuern: Niemals mehr von dieser größten Gemeinschaft zu lassen.

Welche Erinnerungen aber werden gerade Heuer bei uns allen ausgelöst! In.diesen Monaten vor 2» Jahren setzte der innere Verfall Deutschlands ein. Nicht der äußere Feind zerbrach unsere Front, sondern das schlei­chende Gift im Innern begann sie zu zersetzen. Die Schwäche einer in allein halben Staatsführung wurde

damit zur Ursache der größten Volks- und Staatskata­strophe in unserer Geschichte! Und schon wenige Monate später schien Deutschland verloren zu sein für immer.

Die Zeit der tiefsten Erniedrigung und schmachvollsten Demütigung unseres Volkes war angebrochen. Ein Jahr nach dieser Katastrophe erhob sich aus dem Chaos des Unglücks und der Verzweiflung ein neues Symbol. Die Vorsehung hatte mich berufen, es zu tragen. Vier Jahre später fand der erste Rcichsparteitag der natio­nalsozialistischen Bewegung statt. Damals, also vor 15 Jahren, fanden sich in München zum ersten Male aus vielen Gebieten des Deutschen Reiches, die Männer und Frauen jener Partei zusammen, deren Fahne knapp zehn Jahre später des Deutschen Reiches Staatsflagge werden sollte. 2n neun Parteitagen wiederholten sich seitdem diese Kundgebungen einer erwachenden Nation.

Und nun treffen wir uns zum ;effnten Maie!

Was aber, meine Volksgenossen, ist seitdem a us Deutschland geworden! Scheint es heute nicht fast so zu sein, als ob das Schicksal das deutsche Volk und Reich diesen Weg beschneiten lassen mutz te, um uns alle zu läutern und reifen zu lassen für jene größere Gemeinschaft der Deutschen, die allein für alle Zukunft als Voraussetzung für den Be- stand unseres Volkes anzusehen ist!

(Fortsetzung auf Seite 2)

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(Orabtdsrickt unseres in dlürnbsrg ivsilsncksn Ikaupksebriktlsiters)

I. 8. 0. Nürnberg, 7. September

Die nach der Heimkehr der deutschen O' mark zum Reiche wieder nach Nürnlierg verbrachten Reichsinsignien und Reichskleinodien sind ab heute in der Kirche der Meistersinger zur öffentlichen Besichtigung freigegeben. Viel bewundert bilden sie in ihrer schlichten und doch so schönen tradi­tionellen und künstlerischen Kostbarkeit die ehr­würdigen Symbole des Glanzes und des Ruhmes unseres dereinstigen alten tausendjährigen Reiches deutscher Nation und sind gleichzeitig das herrliche Sinnbild der Neuerstehung dieses Reiches in - unserer Zeit.

Unstet und flüchtig mußten vormals in der Zeit des Reichsverfalls die unersetzlichen Kostbarkeiten vor dem gierigen Zugriff fremdländischer Eroberer verborgen werden, weil die hingeschwundene Macht des alten Reiches es nicht mehr vermochte, Sicherheit dafür zu bieten. Heute, da des Reiches Macht wieder steht unerschütterlich wie ein Fels und unzerstörbar wie der Glaube, worauf das Dritte Reich erbaut ist, heute sind auch die unver­gleichlich kostbaren Reichsinsignien und Reichs­kleinodien sicher bewahrt und wohlbehütet in der Stadt der Reichsparteitage, in Nürnberg, das nun wiederum im Herzen Deutschlands liegt, d

Aus dem einstmaligen Reiche des Verfalls, aus dem Reiche dsr Schwäche und tiefsten' Erniedri­gung ist durch Adolf Hitler und seinen festen. Glauben an das deutsche Volk ein Reich von unüberwindlicher Stärke geworden, das anzugreifen heute niemand mehr ungestraft sich unterstehen darf. Wir haben vor kurzem an dieser Stelle betont, daß der Reichsparteitag, dieses jeweils glanzvollste deutsche Geschehen in jedem Jahre, eine durchaus innerpolitische Angelegenheit, ein ausschließlich das deutsche Volk tief bewegen­des Ereignis ist; aber da dieses große Ereignis vor den gespannt auf Nürnberg blickenden Völ­kern unserer Umwelt sich vollzieht, kommt es ganz von selbst, daß diese für sich daraus entsprechende Folgerungen ziehen. Das kann uns nur recht und ihnen nützlich sein; denn wenn es zutrifft, daß es woanders Staatsführungen gibt, die so wahnwitzig sind, mit dem Gedanken eines Angriffs auf Deutschland zu spielen, so mögen diese Staats­führungen nach dem ehenso klaren wie auf­schlußreichen Rechenschaftsbericht der diesjährigen Fuhrerproklamatwn sich nun sagen, daß es höchste Zeit ist, den frevelhaften Gedanken fallen zu lassen. Sie haben es deutlich gehört: Das Deutschland von heute ist ein viel stärkeres, ein mächtigeres als das Deutschland von 1914. Das tüchtige, fleißige, tapfere und ehrliebende deutsche Volk ist noch das­selbe, doch verfügt es heute über ein ganz andere, über eine unvergleichlich fähigere, stärkere, ziel­bewußte und kompromißlose Führung und dazu noch über Bundesgenossen, deren höchste politische und militärische Werte und deren glänzende Schlagkraft nicht im Zweifel stehen. Vor allem aber kann Deutschland auch in wirtschaftlicher Hinsicht sich völlig auf sich selbst verlassen, und wie der Führer so eindrucksvoll in der Proklamation sagte, „den Gedanken an eine Blockade Deutsch­lands kann man jetzt schon als eine gänzlich unwirksame Waffe begraben".

Jawohl, des Reiches Sicherheit ist gewährleistet, darüber hinaus des Reiches Wohlstand. An der jährlich mehr und mehr stei­genden Güterproduktion wird jeder einzelne Deutsche schließlich seinen steigenden Anteil haben, und weder ein Lohn- noch ein Währungsproblem vermag Deutschland heute-zu bedrücken oder auch nur zu beunruhigen. Ein Volk, das keine Arbeits-

Die Nürnberger Proklamation des Führers hat in der ganzen Welt ein starkes Echo gesunden.

Der Stellvertreter des Führers eröffnete die große Nürnberger Sonderausstellung „Europas Schicksalskamps im Osten".

Dr. Seyß-Jnquart übergab die Rcichskleinodien in die Obhut Nürnbergs.

Aus. der Kulturtagung im Nürnberger Opernhaus sprachen der Führer und Reichsleiter Roscnberq: Reichsminister Dr. Goebbels verkündete die Ver­leihung des Nationalpreises für Kunst und Wissen- ichaft.

In der Schlageterstraße entsteht eine neue Grün­anlage.

Im Bereich der SA.-Eruppe Nordsee wurden 10 WO sA.-Sportabzeichen mehr verliehen.

Mannschaftsmehrkampf.

Mit 3:2 Punkten behauptete sich USA. geger Australien im Kamps um den Davispokal.

.Auf der Halbinsel Noto (Japan) vernichtete ei» Brand 15llü Häuser.