Ausgabe 
(1.9.1938) Nr. 240. (Nr.240)
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meiner Mim

parteiamtliche Tageszeitung

Bas flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zielen Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches Berkündungsblatt des Beichsstattlsalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 240 / 8. Jahrgang

Donnerstag, 1. September 18Z9

kinzelpreis 15 Npf.

Programm des Neichsparleitages

der traditionelle stblauf der Kundgebungen und flppelle vom 5. bis l2. September

Berlin, 1. September

Die Nationalsozialistische Parteikorrefpondenz veröffentlicht das folgende Pro­gramm für den Reichsparteitag 1938: Der 19. Reichsparteitag der NSDAP., der in den Tagen vom 5. bis 12. September durchgeführt wird, findet am Montag um 14.3Ü Uhr seinen Auftakt mit dem Empfang der Presse im Kulturvereinshaus durch den Reichs­pressechef. Bon 15.30 Uhr bis 16.00 Uhr läuten die Glocken den Parteitag ein. Um 16.00 Uhr erfolgt der traditionelle Empfang des Führers im Großen Rathaussaal.

Der erste Tag wird mit der Festaufführung „Die Meistersinger von Nürnberg" geschlossen, die um 17.30 Uhr im Opernhaus beginnt.

Am Dienstag, dem 6. September, wird um 11.30 Ilhr der Parteikongreß durch den Stellvertreter des Führers eröffnet. Der Sprecher der NSDAP., Gau­leiter Adolf Wagner, verliest die Proklamation des Führers. Bevor am Abend um 20 Uhr die Kultur­tagung im Opernhaus beginnt, auf der die National­preisträger verkündet werden, wird um 16 Uhr die Ausstellung „Europas Schicksalskampf im Osten" eröff­net. Das „Kraft-durch-Freude"-Volksfest, das bis zum 12. September andauert, nimmt zur gleichen Zeit seinen Beginn. ^

Der Mittwoch, der 7. September, steht rm Zeichen des Reichsarbeitsdienstes, der um 10 Uhr auf der Zeppelinwisse zum Appell und zur Feierstunde Auf­stellung nimmt. Um 13.30 Uhr beginnt der Marsch des Reichsarbeitsdienstes durch die Stadt. Am Mor­gen um 8 Uhr wird das Wettkampfschießen der Poli­tischen Leiter abgewickelt. Neben der Fortsetzung des Parteikongresses 'um 19 Uhr werden am gleichen Tage die folgenden Sondertagungen durchgeführt: Tagung des Hauptamtes für Kommunalpolitik und H2.-Führer-

dem Programm des Donnerstags, 8. Sep­tember. ragt 'der „Tag der Gemeinschaft" der NS.° Kampfspiele auf der Zeppelinwiese um 15.00 Uhr und

um 21.00 Uhr der Vorbeimarsch des Fackelzuges der Politischen Leiter vor dem Führer am Deutschen Hof nach dem Marsch durch die Stadt hervor. Um 11.00 Uhr wird der Parteikongretz fortgeführt. Zu Sonder­tagungen vereinigen sich das Hauptorganisations-, Haupt'schulungs- und Hauptpersonalamt, das Hauptamt für Volksgesundheit und der NSD.-Studentenbund.

Das Hauptereignis vom Freitag, dem 9. Sep­tember, bildet um 20.00 Uhr der Appell der Politischen Leiter auf der Zeppelinwiese. Außerdem wird um 11.00 Uhr der Parteikongretz fortgesetzt, und um 14.30 Uhr werden Zwischenkämpfe und Entscheidungen der NS.- Kampfspiele abgewickelt. Folgende Sondertagungen füllen fernerhin das Programm dieses Tages: Arbeits­tagung des. Reichsrechtsamtes, Tagung.des Hauptamtes für Beamte. Tagung der Presseämtsleiter und Presse-- Referenten, der Parteigerichtsvprsttzenden, der - NSKOV. Die Kundgebung der NS.-Frauenschaft beginnt um 16.00 Uhr in der Kongreßhalle.

Am S o n » abend, dem 10: September, beginnt um

9.30 Uhr -der Appell der Hitlerjugend im Stadion. Die VI. Jahrestagung der DAF. in der Kongreßhalle ist für

11.30 Uhr angesetzt. Um 15 Uhr werden die Endkämpfe der NS.-Kampfslpieile im Stadion durchgeführt, um 16.00 Uhr nimmt der Haupttag des „Kra'ft-durch-Freude"- Volkesfestes seinen Anfang. Der Parteikongretz wird an diesem Tage um 19.00 Uhr weitergeführt.

Dieser Tag, der um 20.00 Uhr ein Großkonzert der HJ. auf dem Adolf-Hitler-Platz bringt und um 21.00 Uhr das große Feuerwerk am Dutzendteich, vereinigt außerdem die Gau- und Kreispropagandaleiter, das Amt für Agrarpolitik und die Kommission für Wirt­schaftspolitik zu ihren Sondertagungen.

Der Sonnta g, 11. September, steht im Zeichen der Gliederungen der NSDAP., die um 8.00 Uhr zum Appell im Luitpoldhain antreten. Um 11.30 Uhr nimmt der traditionelle große'Vorbeimarsch der Kämpfer der Bewegung vor dem Führer auf dem Adolf-Hitler-Platz seinen Anfang.

Der letzte Tag des Reichsparteitages 1938, der Montag, 1?. September, beginnt um 8.00 Uhr mit der ersten Vorführung der Wehrmacht auf der Zeppe- linwie>e. Die Hauptvorführungen der Wehrmacht fin­den um 14 00 Uhr statt und werden mit der Parade- aufstellung der beteiligten Truppenteile und der Mel­dung an den Führer eingeleitet. Die Gefechtsvorfüh­rungen und der Vorbeimarsch an dem Führer schließen sich an. Abends um 19.00 Uhr wird der Parteikongretz zu Ende geführt. Das Programm des Äbschlußtages, das mit dem Großen Zapfenstreich der Wehrmacht vor dem Führer am Deutschen Hof beendet wird, enthält außerdem noch.die folgenden Sondertagungen: Tagung dös Hauptamtes für Technik, des Rassenpolitischen Am­tes, der N2V. und der Gau- und Kreisleiter.

Erstmalig werden in diesem Jahr deutsche Dichter, Schriftsteller und Komponisten als Ehrengäste am Reichs­parteitag teilnehmen. Einer Anzahl unter den führen­den Männern des deutschen Schrifttums und der zeit­genössischen deutschen Musik wird hiermit die Gelegen­heit gegeben, die großen Feierstunden der nationalsozia­listischen Bewegung bevorzugt mitzuerleben und so neue Anregungen für ihre schöpferische Arbeit zu erhalten.

Aufbauarbeit in der deutfchen Ostmark

vauleiler vürckel sprach in der Stuttgarter Schwabentialle

Stuttgart. 1. September

Die VI. Reichstagung der Ausländsdeutschen stand am Mittwoch im Zeichen einer Großkund­gebung in der Schwabenhalle, auf der Reichskom­missar Gauleiter Vürckel über die bisherige Auf­bauarbeit in der Ostmark Bericht erstattete.

Daß der Name des Gauleiters Bürckel wirklich ein festes Programm bedeutet, bewies der gewaltige Zu­strom der Massen, die den riesigen, etwa 22 000 Perso­nen fassenden Raum in' kurzer Zeit bis zum letzten Platz füllten. Auf der Ehrentribüne hatten sich zahl­reiche Ehrengäste, Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht eingefunden, unter ihnen Ministerpräsident Mergenthaler, sowie der Leiter des Italienischen Fascio in Deutschland, Graf Ruggieri-Laderchi. Stürmischer Jubel begrüßte Gauleiter Bürckel, als er, begleitet von dem Leiter der Äuslandsorganisatton der NSDAP., Gauleiter Bohle, und Oberbürgermeister Dr. Strölin die Halle betrat.

Gauleiter Bohle, der die Kundgebung eröffnete, er­innerte daran daß Hunderttausende deutscher Brüder und Schwestern im Auslande vor 3)4 Jahren am Laut­sprecher die stolze Meldung vom Sieg des Deutschtums an der Saar und ebenso am 10. April dieses Jahres die freudige Kunde von der Heimkehr der deutschen Ostmark ins Reich gehört haben. Unter dem stürmischen -rubel der Zehnta'usende begrüßte er in Gauleiter Bürckel den Mann, der dem Führer diese beiden Meldungen er­stattet hat und erteilte ihm dann das Wort zu seiner groß angelegten Rede, die die Massen immer wieder zu großen Beifallskundgebungen Hinritz.

Zu Beginn seiner großen Rede sprach Gauleiter Viir- ckel davon, daß er als der Beauftragte des Führers in zwei entscheidenden Grenzgebieten im Osten und Westen eine Pflicht erfüllen dürfe. Es sei das Schicksal jedes Grenzlandes, daß an der Grenze die unmittelbaren Folgen großer innenpolitischer Auseinandersetzungen stets stärker in Erscheinung traten als im Herzen der Nation. Jahrhunderte hindurch bis in die Zeit von Versailles — immer habe die Hand des äußeren Fein­des das Erenzland getroffen, wenn innere Schwäche das Volk zermürbte. Gauleiter Bürckel erinnerte an die Parole der „Rheinlinie", die solange in der Diskussion stand, als im Reiche von der Main-Linie gesprochen wurde. Er rief den Kampf um die Saar in Erinnerung, in dem damit gerechnet wurde, daß 15 Jahre genügen würden, um all die alten Geister des Marxismus, des politischen Konfessionalismus und des ehrlosen käuf­lichen Egoismus wachzurufen.

„Demgegenüber", so rief der Gauleiter aus, „ver­kündete ein Widersacher gegen alle die Jahrhunderte innerer Schwächen, e i n Mann, der Träger der neuen Volks- und Staatsidee, den Appell an das deutsche ^ Blut, einen Appell nicht mehr der klugen Berechnung, der Uebervorteilung — gegen den spekulativen Ver­stand in der Geschichte trat jetzt entscheidend das deutsche Herz auf! Und mit diesem Augenblick hat die europäische Geschichte ihren Wendepunkt erfahren."

Gauleiter Vürckel sprach weiter in eindringlichen Worten von den beiden Welten, die in der Geschichte der Deutschen miteinander gerungen haben, die Welt

der Staatsidee und die Welt der Volksidee, wie der Redner sie kennzeichnete. .

Die eine Welt erschien als Legitimismus, als gott­gewollter Anspruch der Dynastien, als Separatismus oder als demokratische Republik. Die Formen seien ver­schieden, das Wesen dieser Versuche aber immer gleich gewesen. „Man will das Volkstum in die Zwangsjacke einer fremden Staatsidee zwingen, und man will sich mit dieser Idee den Schein des Rechtes geben!" Der Redner führt als schlagendes Beispiel für diese Volksknebelung im Zeichen eines staatlichen Rechtsanspruches wiederum die Saar an. „In Ver­sailles wurden die bekannten 160 000 Saar-Franzosen erfunden, nach löjähriger Abtrennung hat es die fran­zösische Staatsidee an der Saar auf ganze 2000 Stim­men gebracht!" Die Lehre von der Saar, so führte Gauleiter Vürckel weiter aus, sei die gleiche, wie sie Entwicklung und Verfall des alten Oesterreichs gezeigt habe. Die alte Großmacht Oesterreich sei verfallen, weil

das Haus Habsburg nur sein egoistisches Herrscherideal kannte, weil seine Politik nur Hausmachtpolitik war, die nicht nur vorbeiging an den Kräften des deutschen Volkes, sondern diese Kräfte auch noch unterdrückte und zerschlug. Das Metternichsche System sei zur Krönung der Habsburgischen Politik geworden.

„Der Staatsmann Metternich stellte den österreichi­schen Staat auf eine neue Grundlage, und zwar nicht so, daß er die in Oesterreich lebenden Nationen einheit­lich ausrichtet und zu einer einheitlichen Reichsidee zu­sammenfaßt, sondern in der Weise, daß er sie einer harten Staatsgewalt unterwirft und mit brutalen Mittel» in der Unterwerfung hält."

Der Gauleiter kennzeichnete dann in seinen inter­essanten historischen Ausführungen die Steigerung der nationalen Trennungskräfte als Ergebnis des Metter- nichschen Systems und die gleichzeitige Auswirkung der Metternichschen Gewaltpolitik in ganz Deutschland'. Als (Fortsetzung auf Seite 2)

Prag verweigert lZenugtuung!

Unflätige Haßorgien tschechischer Blätter

(Vrabthsriolit - unserer: V'orlinor Lofiriktlsitüng)

. - - ^ rü. Berlin, 1. September

Die zweimalige deutsche Demarche in Prag wegen der ungeheuerlichen Beschimpfungen der deutschen Armee durch tschechische Revolverblätter hat die tschecho­slowakische Regierung bisher nicht zu Maßnahmen ver­anlaßt, die von ihr hätten erwartet werden müssen. Nach Mitteilung der „Bohemia" bestand die „schärfste Ver­urteilung" dieser skandalösen Haßeigiisse durch die amt­lichen Stellen darin, daß der zuständigen Ueberwachnngs- behörde in Mähren eine — .„Rüge" erteilt wurde. Außerdem beschloß man die nachträgliche Konfiskation der betreffenden Zeitungsexemplare, ein Vorgehen, dem nennenswerte Bedeutung nicht beizumessen ist, nachdem es erst 17 beziehungsweise 6 Tage nach dem Erscheinen dieser Schmähartikel erfolgt. Schließlich wurde den Verlagen angekündigt, daß sie im Falle einer Fort­setzung derartiger Angriffe mit einer Konfiskation und gegebenenfalls mit Einstellung zu rechnen hätten.

Die Präger Regierung glaubt damit offenbar der deutfchen Forderung, Wiederholungen solcher Beschimp­fungen der deutfchen Waffenehre oder des deutschen Staatsoberhauptes vorzubeugen. Genüge geleistet zu haben. Vemerienswerterweise hält man jedoch in Prag eine Bestrafung der Schuldigen nicht für erforder­lich. Diese in höchstem Maße befremdende Tatsache muß ebenso hervorgehoben werden wie die Feststellung, daß den tschechischen Zensoren, deren Rotstifte grundsätzlich nur in sudetendeutschen und reichsdeutschen Zeitungen Orgien feiern, noch keine andere Weisungen zugegangen sind.

Um die zahllosen Terrorakte des tschechischen Mobs im sudetendeutschen Gebiet zu bagatellisieren, ist der tsche­chische Innenminister auf eine geradezu patentfähige Ä»ee verfallen: nicht die systemati'che Hetze, nicht das verbrecherische Kesseltreiben tschechischer Banditen sollen

an diesen „kleinen Zwischenfällen" schuld sein, sondern der — Alkohol! Man will deshalb in einzelnen Bezirken für Sonnabends und Sonntags ein Alkoholverbot ver­hängen. Wozu dieses lächerliche Manöver dienen foll, bezeugt ein Aufruf des. Präger „Sozialdemokrat" an die eigenen Genossen „zu äugerster Zurückhaltung im Alkoholgenuß", denn „wir können die Faschisten nicht zur Nüchternheit erziehen". Es soll also — das geht aus diesem Pamphlet einwandfrei hervor — der Welt vorgeschwindelt werden, daß sich in dem sudetendeutschen Gebiet nur deshalb Zwifchenfälle ereignen; weil die . „anständigen" Tschechen und Marxisten von betrunkenen Sudetendeutschen überfallen werden! Dieses infame Lügenmanöver liegt auf derselben Linie wie der Ver­such der „Narodny Listy", die deutschen Proteste wegen der Beleidigungen der deutschen Armee dadurch abzu­biegen, daß das Blatt behauptet, die deutsche Propa­ganda habe gegen die Tschecho-Slowakei -„weit schlimmere Dinge" inszeniert. Ohne auch nur den Schimmer eines Beweises erbringen zu können, hält es demnach ein maßgebendes tschechisches Blatt für ange­bracht, eine Beleidigung durch eine andere zu ersetzen.

In digfem Falle griff die tschechische Zensur ebenso­wenig ein wie gegen „Lidove Noviny", ein der Präger Burg sehr nahestehendes Organ, das den tschechischen Terroristen folgende Verhaltungsmaßregel gab: „Der tschecho-slowakifche Bürger muß sich auf unbestimmte Zeit Gewohnheiten der Kolonisten aus Wildwest aneig­nen. Das Spiel, das wir begonnen haben, müssen wir weiterspielen, auch wenn die Hälfte von uns unter den Rädern des Krieges bliebe." Diese Aeußerungen dokumentieren zweierlei: erstens: Kriegshetze und Kriegspsychose sind nach wie vor eines der ge­fährlichsten Agitationsmittel der tschechischen Friedens^ störer, zweitens: ein offiziöses tschechisches Blatt propa­giert gegen-die Sudete:.deutschen Wildwsstmethaden! '

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hlocff 20 lolu-sn kritischer stlcinclcitsrsgisrurig

(Von unserem römisoksv Vertreter)

Dr. v. I-. Rom, Ende August.

In diesem Jahre werden es zwei Jahrzehnte, daß England Palästina unter seine Kolonialverwaltung nahm, um die Einwohner Palästinas vom „ottomani- schen Joch" zu befreien. Zu diesem Zweck hat England vor der Welt feierliche Verpflichtungen auf sich ge­nommen, „im Sinne der hohen Aufgaben der Zivili­sation mit allen Mitteln für das Wohlergehen der Bevölkerung zu sorgen, für ihre Unabhängigkeit ein­zutreten, ihre Selbstregierung vorzubereiten". In der Theorie_

In der Praxis bietet sich Palästina nach zwanzig­jähriger britischer Herrschaft folgendermaßen: Ein Land unter Terror und Blut, ein Land, in dem es eine öffentliche Sicherheit, die nur ungefähr der unter tür­kischer Herrschaft entsprechen würde, nicht mehr gibt, eine Bevölkerung, die an Stelle der „moralischen und wirtschaftlichen Erhebung" leidet, vor Militärtribunals gestellt wird, sich in Konzentrationslagern befindet. Wenn die britische Presse darüber nichts veröffentlichen darf, sondern sich mit Dingen beschäftigt, die sie nichts angeht, wenn die Herren Churchill, Sinclair L Co. sich über Nationalspanien, Italien, Deutschland erregen, über die „Segnung" britischer Herrschaft in Palästina aber kein Wort verlieren, so heißt das nicht etwa, daß die Vorgänge in Palästina deshalb nicht wahr sind. Die Meldungen aus Palästina selbst sind deutlich genug, und zwar auch dann noch, wenn sie die britische Zensur passieren mutzten.

Der Orientberichterstatter der italienischen Zeitung „Stampa" beantwortet die Frage: Was tat England für Palästina? folgendermaßen: „Eine öffentliche Sicherheit besteht nicht. Die Erziehung des Volkes ist gleich Null. 90 v. H. Dörfern in Palästina sind jeweils ohne Arzt. Eine Fürsorge für Mutterschaft besteht nicht. Ein Schutz der Jugend wurde vergessen. Die Verbesse­rung der Arbeitsbedingungen hat nie stattgefunden. Sanitäre Maßnahmen werden nur bei den britischen Truppen angewendet. Das Verkehrswesen ist nach rein strategischen Maßnahmen entwickelt. Die Bevölkerung wurde in den Zustand des Elends übergeführt. Aber das alles ist im Grunde nichts. Das wahrhaft Unver­ständliche ist, daß eben diese Mandatsmacht, die sich verpflichtet, für das Wohlergehen der Bevölkerung zu sorgen, die Bevölkerung von Haus und Hof verjagt, sie einkerkert, ja, den Araber aufhängt, nur weil er „schuldig" wurde, sein Vaterland verteidigt zu haben. Wenn England auf diese Art fortfährt, wird es sein Ziel nur dann erreichen, wenn es die männliche ara­bische Bevölkerung Palästinas ausgerottet hat. Aber selbst dann bleiben noch die arabischen Frauen, die im Andenken an ihre für die Verteidigung ihrer Heimat gefallenen Männer und Brüder den Kampf wieder­aufnehmen werden."

Nicht weniger bemerkenswert ist das Urteil, das der italienische Beobachter aus eigener Anschauung über die Rechtspraktiken der britischen Kommissionen und Mili­tärgerichte fällt: „Die Engländer sind in Palästina schließlich zu Exzessen angelangt, denen man — Sowjetrußland ausgenommen — in keinem anderen Teil der Welt noch einmal begegnet. Der verehrungs- würdige greise, arabische Scheich, der noch unverständige Jüngling werden ohne weiteres gehängt, wenn man bei ihnen eine Waffe antrifft. Man verurteilte hier eine Frau zu 20 Jahren Zuchthaus, die „schuldig" war, obwohl, sie vielleicht gar nichts davon wußte, in ihrem Halls zwanzig Patronen aufgehoben zu haben. Eine glatte Rechnung: je Patrone ein Jahr Zuchthaus. Wo hat es jemals ähnliche Urteile gegeben? Welch eine ungeheuerliche „Rechtsprechung" durch britische Militär­gerichte! Welches Verbrechens haben sich eigentlich diese Araber schuldig gemacht, die sich gleich Hunden aus ihrem Vaterland durch die Entscheidungen der Kommissionen vertrieben sehen? Weshalb entsenden die großen Demokratien eigentlich nicht nach Palästina neutrale Umtersuchungskommissionen? Was heißt Man-

Ilnsor VayosspLQyoL

Die Londoner „Times" richtet einen eindeutigen Appell an Prag

Tschechische Blätter gefallen sich weiter in unflätigen Haßkusbrüchen gegen das Sudetendeutschtum Gauleiter Bürckel gab in Stuttgart ein eindrucks­volles Bild der umfassenden Ausbauarbeit in der deutschen Ostmark

Das genaue Programm des Reichsparteitages 1038 liegt nunmehr vor

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