Ausgabe 
(31.7.1938) Nr. 208
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Meiner Mung

parteiamtliche Tageszeitung

vas flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen

Anzeigen - Grundpreise:

Die 22-mm-Zeile im Anzeiaenieil 13 3^!, die 78-mm-Ze!le im Teil­test 75 1^, Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 lNachlaßstafsel O. Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: In Bremen:

Geeren 68, Fernspr. Nr. 5 41 21, Nachtruf und sonntags: Fernspr. Sir. 5 1115) Obernstr. 86, Fernspr. Nr. 5 4121. In Oldenburg, Staustraße 21, Fernspr. Nr. 36 09. In Shfe, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches Berkündungsblatt des Beichsstattljatters in Oldenburg und Bremen

Nr. 208 / 8. Jahrgang

Sonntag, 51. Juli 1858

5inzelpreis 15 Bpf.

NachcchmLmgl einfach absurd !"

Die Kriegshetze der Gegenspieler Chamberlains

das faschistische Italien marschiert in der Nassensragegeradewegs vorwärts"

sLixener visktdericllt cker8reiner Leitung")

Rom, 31. Juli.

Anläßlich eines Jnstruktionsbesuches im Lager der Avantgardisten hat Mussolini n. zmei kurzen Sätzen Papst Pins xi. geantwortet, der dieser Tage an dem Rassenstand- punkt des Faschismus Kritik zu üben versucht und gefragt hatte, weshalbunglück­seligerweise Italien in der Rassenfrage Deutschland nachahme".

Bevor der Duce das Lager der Avantgardisten und -er faschistischen Staatsjügend verlieh, richtete er folgende Worte an die anwesenden faschistischen Parteiführer: Jedermann soll wissen, dah wir auch in der Rassenfrage geradewegs vorwärts gehen. Zu sagen, dah der Faschismus irgend jemand oder irgend etwas nachge­ahmt hat, ist einfach absurd!"

' Papst Pins XI. hatte vor SchMern eine Ansprache ge­halten und dabei u. a.'erklärt, man vergesse heute, dah das Menschengeschlechtnur eine einzige große, um­fassende Rasse" sei. Weiter hatte er gesagt, man müsse sich fragen,'wie'es jemalsItalien in so-schändlicher Imitation nötig gehabt habe, Deutschland nachzueifern."

Volksfrontlob für plus XI.

Paris, 31. Juli.

Die Aufmerksamkeit der gesamten französischen Presse hat sich gegenwärtig von der Tschecho-Slowakei weg und

der Rassenfrage zugewandt. Der. gegenwärtig in Frankreich auch bei den Linksparteien meist gedruckte Schriftsteller ist derPap st. Diese Tatsache steht fest, seit der Papst gegen die italienischen Rassenschutzbe- strebungen Stellung genommen hat. Besonders , die vom Papst selbst gebrauchte RedewendungWer den Papst schlägt, stirbt" wird als vielsagender Beginn einer Auseinandersetzung zwischen dem Vatikan und dem faschistischen Italien aufgesagt.

Neue übergriffe Ser Sowjetc

Finnischer Protest in Moskau

Helsinki, 31. Juli.

Die am 9. Juli von sowjetrussischen Küstenschifsen be­schlagnahmten beiden finnischen Seeoermessüngsschiffe und ihre Besatzung sind bis heute noch nicht freigegeben

worden.. Nunmehr ist es zu neuen Hebelgriffen der Sowjetrussen gekommen. Nach -Artikel 17 des Dorpater Friedensvertrages, hatten die Finnen das Recht, Euter mit eigenen Schiffen vom Finnischen Meerbusen über die Newa zum Ladogq-Seo zg befördern, soweit es sich nicht um Kriegsguter handelt. Seit einigen Wochen haben die Sowjetrussen den finnischen Fischern auf der Newa immer neue SHwierigkeiten bereit.et. Verschie­dene Kohlen- und Zementsendungen haben die Finnen nicht auf diesem Wege befördern dürfen, da die Sowjets diese Sendungen als Kriegsgüter-(!) erklärt haben. Immer neue Forderungen hinsichtlich der Ausrüstung der Schiffe, der Durchführung der Schlepptransporte usw. wurden von sowjetrussischer Seite gestellt. Seit über einer Woche ruht die finnische Schiffahrt auf der Newa fast vollständig.

Die finnische Presse wende! sich in scharfen Artikeln gegen die sowjetrussische Nichtachtung der Bestimmungen des Dorpater Vertrages. 2m Auftrage der finnischen Regierung hat der finnische Geschäftsträger in Moskau dem sowjetrussischen Auhenkommissariat eine, Protest­note überreicht, in der Verwahrung eingelegt wird gegen die Behinderung der finnischen Schiffahrt auf der Newa.

Ischechen schlagen deutschen jlrzt halbtot

ffallet den veutschen auf schlagt chn nieder! erste Kostprobe für Lord Nunriman

Prag, 31. Juli.

In der Nacht auf Sonnabend um die erste Stunde kam > zu einem neuen unerhörten Usberfwil auf zwei Deut­le in der Präger Altstadt. Dr. Stslzig, Internist an >r Präger deutschen Universitätsklinik Professor Non- mbruchs, verlieb in Begleitung seines Freundes Hllttl, >r bei der Reichenberger Filiale der Versicherungs- sselkschaft Viktoria, Berlin, beamtet ist, eine in der ähe der Karlsbrücke befindliche Weinstube, wo er nach ner durchgeführten ärztlichen Visite einen kleinen Jm- ih zu sich genommen hatte. Bei'm Verlassen des Lokals urde Dr. Stelzig von einem tschechischen Gast ang^em- -lt ohne sich jedoch um ihn zu kümmern. Plötzlich ei­chen sich etwa 20 bis 3k! Personen und drängten dre >iden Deutschen unter drohenden Zurufen vor das Lo­ck. Was sich hier abspielte, ist kurz m folgendem ge- sildert:

Die Meute stürzte sich aus den ahnungslosen deutschen rzt, entriß ihm feine Aktentasche, in der sich wertvolle edizinische Instrumente befanden, zerrih ihm die Kle,- >r und schlug aus ihn solange ein, bis er bewuhtlos rs der Straße lag. Als Dr. Stelzig aus seiner Be- ußtlosigkeit, aus Mund und Nase blutend, erwachte, achte ihm ein unbekannter Mann Hut und Aktentasche, ur mit Mühe gelang es ihm, sich aufzurichteii, wäh- md die tschechische Meute ihn weiter auf das gröblichste sichimpste.

Schließlich erschienen zwei Polizisten, die von zwei chwedinnen ausfindig gemacht.wurden, die mit rhm - die Weinstube zurückkehrten. Dort versuchte man zu- ichst, den Wachleuten einzureden, daß gar nichts ge­sehen sei. Erst als die Wachleute auf den vollkommen schöpften und blutenden Arzt hinwiesen, erklärten die chechischen Gäste plötzlich, daß Dr. Stelzig ste heraus­fordert" habe. Aus den widersprechenden Behauptun- en ging klar hervor, daß die Tschechen logen. Hierauf -gaben sich etwa siebenZeugen", mit den Polizisten nd Dr. Stplzig auf die nächste Polizeiwachstube, wo ie LiigP-r ihre Aussagen wiederholten. Selbst dort

Sreslau erwartet den führer

Vreslau, 31. Zuli

Dr. Goebbels Ankündigung, daß der Führer heute ,r großen Abschlußkundgebung des Deutschen Turn- ad Sportfestes dem Tag des Bundes nach Vreslau mmen wird. hat in der Feststadt unbeschreibliche Freude ad Begeisterung ausgelöst. Bei seinem Emtressen wird dols Hitler durch den Gauleiter, den Kommandierenden cneral den Reichssportsiihrer und den Oberburger- cister der Feststadt in Schlesien und Vreslau will- mmen geheißen. Nach dem Abschreiten der Front der hrcnjvrmationen begibt sich der Führer zu einem kur- n Verweilen m das Horcl Monopol und anichliegend äs den Schloßplatz, wo der Reichssportfuhrer den fest­ig des Deutschen Turn- und Sportfestes Vreslau 1938 elden wird. Am Nachmittag wohnt der sichrer der bschlußkundgebung des ersten großen E°n,e,n,cha,ts- itcs der deutschen Leibesübungen ,m Eroßdeutschen seich auf der Friesenwiese bei. Hier nimmt nach irnerischen und sportlichen Vorführungen '-«'- nach rrzen Begrüßnnasworten des Gauleiters und Ober, riisidenten der Reichssportsiihrer das Wort. um ab- kliekend das Ergebnis des Deutschen Turn- und «port- >tes 1938 festzustellen und die sich daraus ergebenden ielsctzungen für die Zukunft aufzuzeigen.

benahmen sich die Tschechen derart ausfällig gegen Dr. Stelzig, daß er von den Wachleuten in Schutz genom­men werden mußte. Obwohl Dr. Stelzig ersuchte, sich nach Hause begeben zu dürfen, da er einem neuen Ohn­machtsanfall nahe sei, behielt man ihn nahezu zwei Stunden auf dem Kommissariat. Nach Aufnahme von Protokollen wurde Dr. Stelzig abermals zum Tatort gebracht, wo er seine zerschlagenen Augengläser wieser- fand. -

Der Ueberfallene erlitt zahlreiche Verletzungen und klagt über Schmerzen im Bauch, die aus die Fußtritte zurückzuführen sein dürfen. Weiter weist er blutunter­laufene Stellen an Stirn, Hinterlopf, Verletzungen an Lippen, an Nase und Mund auf.

Noch i>s der Nacht erschienen im Arbeitsamt der Sudetendeutschen Partei zwei Ausländerinnen Schwe­dinnen aus Stockholm in Begleitung eines Präger deutschen Herrn, die als Zeugen dieses frechen Ueber- falles die von Dr. Stelzig auf der Polizeistube ange­führten Tatsachen bestätigten. Sie gaben zu Protokoll, gegen ck Uhr nachts aus der Richtung Karlsgasse plötzlich laute Schreie und wüste Beschimpfungen vernommen zu haben. Als sie näher kamen, bemerkten sie, wie sich eine größere Menschenmenge auf einen jungen blonden

Mann unter den RufenHaltet den Deutschen auf, schlagt ihn nieder!" stürzten unh auf ihn einschlugen. Bei den Angreifern habe e's sich sowohl um Ke.llner als auch um Gäste aus einer nahegelegenen Weinstube gehandelt, die immer neuen Zuwachs aus dem Lokal erhielten, darunter auch zahlreiche Frauen,' die in gleicher Weise unter wüsten Schimpfwort«» an der Prügelei teilnahmen. Die Prügelei wurde soweit fortgesetzt, bis der Ueberfallene regungslos auf dem Pflaster lag. Erst als er sich nicht mehr rührte, hätten die Tschechen von ihm abgelassen. Nach etwa drei Minuten habe sich der Ueberfallene erhoben, sei zu einem nahestehenden Kraftwagen gewankt und hab« sich dort auf dem Trittbrett niedergelassen. Hier habe er längere Zeit gesessen, wobei er sichtlich von Schmerzen geplagt immer wieder an den Kopf griff. Die Tschechen hätten dabei einen Halbkreis um ihn gebildet. Die beiden Ausländerinnen hätten dann versucht, irgendwo einen Polizisten ausfindig zu machen. Erst hinter dem Alt­städter Ring seien sie auf eine Patrouille von zwei Polizisten gestoßen, die sie auf den Vorfall aufmerksam gemacht haben. Die Wachleute hätten sich darauf hin langsam in der Richtung zum angegebenen Tatort ent­fernt.

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(Urssse-Ilollmanu.)

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rr.xiü. Setzen wir den Fall, in Deutschland würde ein Reichstagsabgeordneter an die Berliner Regierung öffentlich die Frage richten, ob man ausreichend Vorsorge für die Beförderung von Bomben nach London getrofferi habe. Ein solcher Fall wäre zwar schon deshalb praktisch unmöglich, weil im deutschen Volk und seiner Führerschaft keinerlei Angrifsstendenzen gegenüber England bestehen, aber wir wollen ihn trotzdem einmal als Faktum" hinstellen. Was würde nach einer der­artigen Anfrage geschehen? Mit Großbritannien würde die ganze Welt von einem Entrüstungs­sturm unerhörten Ausmaßes heimgesucht.Der säbelrasselnde Angreifer ist erkannt!" so würde die internationale Presse einmütig feststellen;w i r müssen gemeinsam über denStören- fried herfallen!" würde die Forderung des Tages lauten. In Deutschland liegt ein pro­vozierender Anlaß zu diesen Hebelgriffen, wie ge­sagt, außerhalb des Bereichs der Möglichkeit, aber in E n g l a n d ' ist er zu einem nicht mehr aus­zulöschenden beschämenden Ereignis geworden. Nur haben wir nach dem so zynisch geäußerten Wunsch des Labour-Abgeordneten Montagu, Ber­lin zum Ziel eines britischen Bombenangriffs zu machen (!), v ergeblich aus einen Ausbruch Hel­ler Empörung im sonst so geräuschvollen Pariser und Londoner Blätterwald gewartet. An der Seine und an der Themse blieben die angeblichen Schützer und Förderer des Friedens merkwürdig stumm, die spitzen Federn der routinierten Auchjourna- listen verspritzten diesmal keinen einzigen Trop­fen Tinte, und die moralisierenden Klatschweiber vom Schlage der Madame Tabouis kokettier­ten sogar mit dem verbrecherischen englischen Kriegstreiber.

Wenn dieinternationale Gerechtigkeit", auf die gewisse Demokraten westlicher Prägung bei jeder nur denkbaren Gelegenheit pharisäerhaft pochen, wirklich vorhanden wäre, hätte der ge­wissenlose Abgeordnete Montagu sofort nach sei­ner unmöglichen Aeußerung von der politischen Bühne verschwinden müssen. Doch das reini­gende Gewitte.r blieb aus! Ja, zum Labour-Abgeordneten des Unterhauses gesellte sich, vom Oberhaus her, noch ein politisierender Kirchenfürst, der Bischof von Chichester! Wir er­lebten es, daß ein Don Quichotte im Priester- gewände gegen die fundamentalen Erkenntnisse der Rassenforschung anrannte, um sich wider Wil­len dem Gelächter der gesamten wissenschaftlichen Welt preiszugeben. Damit keineswegs genug! Die Unvern.unft sollte von der Unmoral noch überboten werden: Mit der von uns bereits zu­rückgewiesenen schweren Beleidigung des deut­schen Volkes und seines Führers reihte sich der hysterische Bischof von Chicheste'r endgültig in die Front der kulturzerstörenden Freimaurer und Bolschewisten ein.

Warum, nach der noch nicht vergessenenNews- Chronicle"-Entgleisung, gleich zwei neue britische Skandale? Es bedarf keines besonderen Scharf­sinns, um hier die Opposition gegen den englischen Ministerpräsidenten Ehamberlain, der vor weni­gen Tagen in einer bedeutsamen Unterhausrcde seinen Verständigungswillen gegenüber Deutsch­land unterstrichen hat, auf unsauberer -Fährte zu beobachten. Es sind marxistische und klerikale Torpedoschüsse gegen das Bekenntnis Chamberlains:Der deutsch-englische Flottenver- trag ist ein Beweis dafür, daß es nicht unmöglich ist, zwischen Deutschland und England zu einer Einigung über alle lebenswichtigen

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Aus Praa wird «in neuer tschechischer Ueberfall auf zwei Deutsche gemeldet.

Die Sudetcndeutsche Partei richtet peinliche Fragen an die Präger Regierung.

Mussolini erteilte dem Papst eine rassenpolitisch Ledcutsame Antwort.

Vreslau ist für den Empfang des Führers gerüstet. Im Rahmenprogramm des Deutschen Turn- und Sportfestes 1938 zeigten auch die Männer der SA.- Eruppe Nordsee hohe Leistungen.

DieBZ." besuchte die Reitstassel der Bremer Schutzpolizei in ihrer neuen Unterkunft an der Hastedtcr Heerstraße.

Die Umorganisation des Kreises Bremen der NS- DAP. ist vollzogen.

Am kommenden Sonnabend findet am Osterdeich ein Eroßfeücrwcrk statt.

Die HJ. stellt Rohstosssparbiichscn auf. Obergebietsfiihrer Lühr Hogrefe sprach im Sommer­lager Langeoog zu den Bremer Pimpfe».

Ein schweres Autounglück ereignete sich in Roten- burg.