Ausgabe 
(22.7.1938) Nr. 199
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parteiamtliche Tageszeitung

Has Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Freien liansestadt Lremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmNiches verkündungsblatt des NeiHsstattlialters in Oldenburg und Vremen

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Nr.1SS / S. Zchrgang

Freitag, 22. Juli 1SZS

kinzeipreis 13 lps.

öegenbesuch Lebruns in London

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öroße Königsparade in Versailles

fteule kelzri das Kömgspaar nach England zurück

svralrtbeiiclrt unseres, karissr Vertreters)

P a r i s, 22. Juli

Der Präsident der Republik, Lebrun, ist mit seiner Gattin in Erwiderung des Staats­besuches, den das englische Königspaar Frankreich abstattete, für Anfang 1939 nach London eingeladen worden. Der vorletzte Tag des englischen Königsbesuches stand vor allem im Zeichen der Armee. Bei der großen Parade, die in Versailles stattfand, sollten sich die englischen Gäste von dem Geist der französischen Armee überzeugen.

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Einen eindrucksvollen Verlaus nahm der Besuch des englischen Königs m Versailles. Kurz nach 11 Ilhr lies der Sonderzug mit Georg VI. und dem Staatspräsiden­ten in den mit langen, herabwallenden Fahnen, Tan- nengrün und Blumen geschmückten Bahnhof ein. Der Bürgermeister von Versailles hietz den englischen König willkommen. 2n langer Kraftwagenkolonne ging es dann in die Stadt zur Avenüe de Paris, einer der brei­testen Straßen Frankreichs, aus der der Truppenuorbei­ln arsch stattfinden sollte. Auf der Ehrentribüne, die für den Vorbeimarsch errichtet worden war, stand Eeodg VI. neben dem Präsidenten der Republik, dem französischen Ministerpräsidenten Daladier und sämtlichen Mitglie­dern der französischen Regierung.

Dann begann der Truppenvorbeimarsch der 89 090 Mann, an dem neben den Truppengattungen von Paris »or allem Truppenteile des 20. Armeekorps aus dem Befestigungsgürtek an der Ostgrenze teilnahmen. Be- onders ausfällig war das starke Aufgebot von französi­schen Kolouialtimpfen. Der Militär-gouverneur von Paris eröffnete den Vorbeimarsch. Militärmusik setzte eiu und hinter ihren kommandierenden Generalen zogen die Truppen vorüber, zunächst mit ihren Fahnen die Kavallerie. Dabei wurden die Spahis von der Zu­schauermenge mit besonderem Beifall begrüßt. Danach folgten in 24er Reihen - die Jnfanterieabteilungen, an­geführt von Abteilungen der französischen Kriegsschulen. Nach kurzer Pause folgten in ihrem typischen Ee- fchwindschritt die Jäger zu Fuß und die Alpenjäger. Hinter ihnen folgten die Marine-Jnfanterie-Regimenter in ihren Khaki-Uniformen, anschließend algerische Schützen vom 22. und Senegalschlltzen vom 12. Regiment mit ihren dunkelbraunen und schwarzen Gesichtern. Mo­torisiert« Formationen der Artillerie-Regimenter folg­ten. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich dann die dröhnende Vorbeifahrt der ME.-Kraftwagen, der leich­ten und mittleren Kampfwagen, sowie besonders der schweren Tanks, die rollenden Festungen glichen und mit ihren schweren Raupenketten das Pflaster der alten Versailler Straße zermalmten. Die angekündigte große Lustparade mußte jedoch wegen Nebels und weil ab 209 Meter Höhe schlechte Sicht herrschte, ausfallen, die allerdings nachmittags teilweise nachgeholt wurde. Nur 30 der neuesten französischen Jagdflugzeuge brausten in Kampfstafföln mit 480 Stdkm. vorüber. Damit war die Truppenschau beendet, die rund anderthalb Stun­den gedauert hatte.

Der englische König und der französische Staatspräsi­dent bestiegen wiederum ihren Kraftwagen und fuhren mit ihrem Gefolge kurz darauf unter militärischen Ehrenbezeugungen der im Hofe des Versailler Schlosses aufgestellten Fußtruppen und berittenen Spahis durch das Tor des Schloßhofes ein. Zu Ehren des englischen

Königspaares gab die - französische Regierung im An­schluß an die große Truppenschau ein Gala-Frühstück in dem Spiegelsaal des Versailler Schlosses.

Heute werden die Gäste Paris verlassen, um an der Einweihung eines Denkmals für die australischen Kriegsgesallenen in Villers-Bretonneux teilzunehmen. Im Laufe des Nachmittags werden sie sich in Calais zur Rückreise nach England einschiffen.

friedliche Stimmung in Paris

Heilsamer englischer Einfluß

Paris, 22. Juli.

Im Verlause der politischen Besprechungen in Paris zwischen de« französischen und den englischen Staats­männern, scheint sich in mancher Hinsicht der britische Einfluß vorteilhaft für die realpolitische Beurteilung gewisser Fragen auszuwirken. Der Nachdruck, den Lord Halifax seinen Vorstellungen geben konnte, war offen­

bar groß genug, um der^ französischen Politik und Presse die Zweckmäßigkeit einer entgegenkommenderen Gesamthaltung nahezulegen. Wenn man von einigen Entgleisungen absieht, ist die Haltung gegenüber Deutschland durchaus korrekt.

(Fortsetzung Seite 2)

öroße Sedeirkfeier der Sstmark

Nudolf Heft wird in klagenfurt die i; dpfer vom Juli 1SZ4 ehren Vereidigung

der neuernannten vauleiler

B e r l i n, 22. Juli

Die Reichspressestelle der NSDAP. teilt mit: Am kommenden Sonntag, 24. Juli, findet in Klagenfurt eine Großkundgebung statt, auf der Rudolf Hetz der Toten gedenken wird, die auf ostmärkischer Erde ihr Leben für Grotzdeutschland gegeben haben. Ins­besondere gilt diese Feierstunde der Erinnerung an die 13 Nationalsozialisten, die als Opfer des Versuches der nationalen Erhebung in Oesterreich vor vier Jahren hingerichtet wurden. Deren Angehörige werden in Klagenfurt anwesend sein. Die Rede von Rudolf Hetz wird über alle deutschen Sender übertragen werden. Am Nachmittag wird der Stellvertreter des Führers die feierliche Vereidigung der neuernannten Gauleiter der Ostmark im Wappen­saal des Landeshauses in Klagenfurt vornehmen.

feuergefgcht in Mandschukuo

Sowjettruppen beschießen mandschurische SrenMlchabteilungen Neue sruppen-

;usammen;ieliungen der Sowjets

Tokio, 22. Juli.

Aus Hsinking wird bereits wieder ein Grenzzwischen- sall gemeldet. Mehrere Angehörige der Sowjetarmeen haben die mandschurische Grenze bei Sutaschan östlich von Mandschnli überschritten und eine mandschurische Erenzschutzabteilnng unter Feuer genommen. Die man­dschurischen Soldaten erwiderten das Feuer und konn­ten einen Sowjetsoldaten festnehmen. Die mandschuri­schen Behörden haben die umgehende Verstärkung oes Grenzschutzes veranlaßt.

Der englische irönixsbesuvk in karis. 2n Lilien äss snglisebsn llönigspaarss kanä in SagatsIcke eine OrrtengsssllsciiE statt, von äsr unser Silck berichtet: äsr Lönis unä ckis Lönigin (in ckor Llitto) unä Lllltz LLinsr, (?r6LS6-HoüMÄim)

Nach einem Lagebericht der japanischen Zeitung Tokyo Nishi Nishi" von der koreanisch-sowjetrussischen Grenze sind in Wladiwostqk 80 000 Mann aller Waffen­gattungen, besonders aber mechanisierte und motori­sierte Einheiten, stationiert. Als äußerer Verteidigungs­gürtel der Sowjets sollen sich an der Ostgrenze gegen Mandschukuo zwischen Nikolsk und der Possiet-Vai tau­send« kleinster befestigter Stellungen befinden, in denen ebenfalls etwa 80 000> Rotarmisten stehen. Die Gesamt­zahl der in und um Wladiwostok stehenden Sowjet- truppen beträgt also 100 000. Die Gesamtstärke der Roten Armee östlich des Baikalsees beziffert der Bericht auf 20 Divisionen mit 400 000 Mann.

Tokiyo Nishi Nishi" berichtet weiter von einer Ver­stärkung der Luft- und Flottenbasis Wladiwostok, wo sich bereits etwa 400 Heeres- und Marineflugzeuge und eine Flottenbesatzung von 20 000 befänden. In den Erenzbezirken seien an Stelle der zwangsweise von Haus und Hof vertriebenen koreanischen Bauern etwa 80 000 ehemalige Soldaten, der Roten. Armee als Bauern angesiedelt worden. Außerdem erhielten die Reservisten des nächsten Jahres, die sich sreiwillig dort ansiedeln wollten, erhebliche staatliche Zuschüsse.

Die Schlagkraft der bolschewistischen Truppen, so sagt der Bericht abschließend, habe wahrscheinlich durch die Beseitigung zahlreicher höherer Offiziere-stark gelitten.

veginn der roten sernostmanöoer

Teilnahme von 900 000 Mann und 2000 Flugzeugen

Warschau. 22. Juli

Nach Moskauer Meldungen haben am Donnerstag die Manöver der roten Fernostarmee bei Wladiwostok be­gonnen. Es soll sich um die größten Manöver handeln, die jemals im Fernen Osten stattfanden. Die Stärke der Truppen wird auf 900 000 Mann geschätzt, .während insgesamt über 2000 Flugzeuge eingesetzt werden. In Moskau soll man keinen Zweifel darüber gelassen haben, daß diese Manöver im Hinblick auf-den Konflikt mit ^apan als ein Einschüchterungsversuch zu werten seien. Die Leitung der Manöver liegt in den Händen Marschall Blüchers.

Japanische Mnisterbesprechungen

Tokio, 22. Juli

Ministerpräsident Fürst Konoe hatte am Donnerstag­morgen eine Aussprache mit dem Kriegsminister über den Zwischenfall bei Hunschun. Anschließend berieten Fürst Konoe und die Minister Ugaki, Jtagaki und Jkeda über die von der Regierung zu treffenden Maßnahmen für den Fall, daß Moskau die von Tokio und Hsingking gestellte Forderung auf Räumung Schanfenos nicht-er­fülle. s

Von SA.-Obergruppensührer Herzog, Stabsleiter der Obersten SA.-Führung

Die Reichswettkämpfe der SA. 1938 sind nach einem außerordentlich befriedigenden Verlauf beendet. Sie haben in ihrem glanzvollen Ablauf in allen Sportarten der Oessentlichkeit gezeigt, wie weit die in aller Stille vollzogene verantwortungsvolle Arbeit der SA. auf dem Gebiete der körperlichen Ertüchtigung und wehrsport­lichen Erziehung vorangeschritten ist. Es ist daher wohl am Platze, Rückschau zu halten und vorausblickend einen Aufriß zu geben über den Stand und die Ent­wicklung der wehrsportlichen Erziehung, die durch die Aufgabenstellung des Führers von der SA. betrieben und mit allen Kräften gefördert wird.

Der Nationalsozialismus sieht in den Leibesübungen als Gesamtbegriff nichts' anderes als ein Mittel, die deutschen Menschen körperlich und geistig stark zu machen und sie dem großen Ziele hinzuführen: dem Führer und dem^Volke zu dienen. Die sportliche Ent­wicklung in der SA. hat von Anfang an in dieser Auf­gabe gegipfelt, und wir dürfen ohne lleberheblichkeit feststellen, daß wir diese Aufgaben im vorbereitenden Sinne gelöst haben^

In den letzten 80 Jahren ist der Sport andere Wege gegangen und wurde wie alle Gebiete des wirtschaft­lichen und kulturellen Lebens mehr oder weniger von der liberalen Strömung erfaßt. Es ist daher nicht ver­wunderlich, daß die Auswirkung einem egoistischen Streben verfiel und die Wege von dem eigentlichen Volkssport sich trennten. In diesem Streben zer­splitterten sich die Kräfte, die an sich geeignet gewesen wären, eine Plattform für die Erfassung aller aufzu­bauen. Nach dem Weltkrieg erlebte der Sport plötzlich eine neue Entwicklung, die zwangsläufig heraufbeschwo­ren wurde. Das ist einerseits in politischen Gründen zu suchen; denn durch die Förderung des Sportgedankens wollte man dem deutschen Volke ein Spielzeug geben, um es von den großen politischen Gesichtspunkten abzu­lenken. Man wollte den deutschen Menschen davon ab­halten, sich mit den Fragen zu beschäftigen, die ihn zu­tiefst bewegten. Nicht die Wehrwilligkeit und Wehr­fähigkeit des deutschen Volkes sollte durch die Leibes­übungen gehoben werden, sondern der Sensations­sport regierte, bei dem nur wellig Ausübende auf dem Rasen - aktiv beteiligt waren und Hundert- tausends als Zuschauer in einer Sporthysterie sich aus­lebten.

Andererseits betrieben jedoch viele deutsche Mensch- Leibesübungen aus einem natürliche Empfinden heraus, nicht nur für sich, son^x: zum Wähle des Volkes. Sie wollten sich auch oh> Zutun der jeweiligen Regierung wehrfähig und einsa: fähig erhalten, doch fehlte diesen Volksgenossen eii klare Zielsetzung und eine feste Marschrichtung. Nach di Machtübernahme wurde der SA.-Obergruppenfiihr> von T s ch a m m e r und O st e n als Reichssportführl eingesetzt mit dem Auftrage, die Leibesübungc organisch zusammenzufassen und inhaltlich neu - gestalten. Man darf nicht vergessen, wi^ schwer die Aufgabe war und wie weit der Weg, bis es gelang, d in Sonderinteressen zersplitterten Vereine und Verei: chen einheitlich im Deutschen Reichsbund für Leibe Übungen zusammenzufassen und nach kurzer Zeit schc das gewaltige Werk der Olympiade 1936 mit d- beispiellosen Erfolgen für Deutschland hinzustellen.

Die SA. hat aus sich heraus gemäß der ihr vo Führer gestellten Aufgabe als kämpferische Truppe ar eigener Kraft und inneren Erkenntnissen de Gedanken der körperlichen Er tüchtig un neue Wege gebahnt, und sie unternahm eins gewaltigen Vorstoß auf dem Gebiete der wehrsportlich! Erziehung, die vielleicht im Anfang noch unklar üll die Zielsetzung war, bald aber einer planvollen in

Unsrer

Sowjettruppcn beschossen erneut prandschuri Erenzschutzabteilungen.

Die nationalspanische Offensive nimmt einen erf reichen Fortgang.

Heute kehrt das englische Königspaar nach Lon zurück.

Rudolf Heß wird am Sonntag in Klagenfurt 13 Opfer vom Juli 1034 ehren.

Im attischen Erdbebengebiet wurden 80 v. H. , Häuser vernichtet.

Der amerikanische Staat strengt einen Ri- antrtrust-Prozeß gegen die Filmindustrie an. Das Deutsche Turn- und Sportfest Vreslau wird rn einem Aufruf des Reichssportsührers yest der Kraft und Schönheit" bezeichnet.

In Emden ist die alte Easthauskirche gebrannt

Der Kunstverein in Bremen erstattet- s- Jahresbcrrcht.

Im kommenden Jahr wird in Bremen ein Bin, schmuckwettbewerb größeren Stils durchgeführt