Ausgabe 
(21.7.1938) Nr. 198
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Freien Hansestadt Vreyren

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkundungsblatt des Neichsstattiialters in Oldenburg und vremen

Nr. 1SS / 8. Zalirgang

Donnerstag, 21. Juli 19ZS

kinzelpreis 15 Npf.

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politische Besprechungen in Paris

«Harmonie der englisch-sranzöfischen Freundschaft"

der zweite lag des Königsbesuches / kin mageres Kommunique

lvralitbeiiclrt unserag pariser Vertreters)

Paris, 21. Juli

Im Rahmen des Königsbesuches fanden am Mittwochmittag um 12.30 Uhr am Quai d'Orsay die diplomatischen Besprechungen zwischen Ministerpräsident Daladier sowie den Außenministern Lord Halifax und Bonnet statt. Sie wurden nach einem Frühstück, an dem auch andere französische Politiker, darunter Kammerpräsident Herriot, teilnahmen, fortgesetzt. Um 18.3V Uhr wurde folgendes Kommunique herausgegeben:

„Der Besuch Ihrer Majestäten, des Königs und der Königin von England, in Paris hat Lord Halifax, Mi- „ nisterpräsident Daladier, Außenminister George Bonnet Gelegenheit geliefert, die Gesamtheit der internatio­nalen Lage sowie die Fragen zu untersuchen, die beide Länder ganz besonders interessieren. 2m Verlauf dieser Unterhaltungen, die sich im Geiste wechselseitigen Ver­trauens abwickelten, der die französisch-englische Freund- !> schaft beseelt, haben die Minister festgestellt, daß die vollständige Harmonie ihrer Ansichten, wie sie beim Besuch der französischen Minister am 28. und 29. April ^ hergestellt war, gänzlich aufrechterhalten wurde."

Die amtliche Mitteilung wird in diplomatischen Krei­sen als ziemlich mager bezeichnet. An dem Text des Kommuniques wurde stark beachtet, daß der französische Wortlaut die Feststellung über die Aufrechterhaltung » der Harmonie zwischen beiden Regierungen ausdrücklich » aus die Vergangenheit bezieht. Auf französischer Seite » herrscht vor allem das Bestreben, dem Königsbesuch be­sonders in militärischer Beziehung einen starken Akzent zü geben. So werde« an der grogen Parade, die heute in Versailles stattsindet, u. a. 700 Flugzeuge teilnehmen.

Ver flblauf des Programms

König Georg VI. verließ am Mittwoch kurz vor 10 Uhr vormittags den Quai d'Orsay und begab sich im Kraftwagen zum Triumphbogen. Der König, der die

Uniform des Feldmarschalls der britischen Armee angelegt hatte, verneigte sich vor dem Grabmal des Unbekannten Soldaten und legte einen großen Kranz nieder. Nach der Zeremonie fuhr König Georg wieder zum Quai d'Orsay zurück. Später fuhren der Präsident der Republik und seine Gemahlin zum Wohnsitz des englischen Königspaares, um die Gäste zu dem Empfang im Pariser Rathaus abzuholen. Diesmal ging der Weg auf der Seine flußaufwärts. Das englische Königspaar, begleitet von dem Präsidenten der Republik, begab sich an Bord eines Motorschiffes, das, von Flußkanonen­booten der französischen Marine umgeben, die Fahrt zur 2le de Tito antrat. An den Uferkais bildeten Truppenabteilungen, Mobile Garde und Republikanische Garde dichtes Spalier. In einem weiteren Motorboot hatten Außenminister Bonnet und Außenminister Lord Halifax, der englische Botschafter in Paris, Sir Eric Phipps, und der französische Botschafter in London, Lorbin, und die Begleitung Platz genommen. In der Nähe des Rathauses begrüßte der Präsident des Pariser Städtrates, umgeben von den Stadtvätern, die Gäste und geleitete sie in das Hotel dc Villö!

Während nur in der Umgebung des Rathauses die Bevölkerung Gelegenheit hatte, über die vierfach ge­staffelten Msperrspaliere hinweg von weitem noch die königliche Anfahrt zu sehen, waren die Seinekais selber und alle Brücken vom Quai d'Orsay bis zum Rathaus strengstens abgesperrt. Autobusse und sänztliche Fahr­

zeuge wurden umgeleitet, selbst die Untergrundbahnen fuhren an den in dem abgesperrten Stadtgebiet lie­genden Stationen durch, eine Anordnung, die die Zu­stimmung der Pariser BevöKerung nicht gerade ge­funden hat.

Paris entbietet seinen Sruß

Der Empfang des englischen KLnigspaares Im „Hotel de Pille", dem Pariser Rathaus, verlief sehr feierlich. Nachdem der Präsident des Pariser Stadtrats, der Prä- fett des Seine-Departements und der Polizeiprä fett das Königspaar und den Präsidenten der Republik begrüßt hatten, wurden in dem großen Vestibül die Mitglieder des Stadtrates vorgestellt. Im Rathaus befanden sich bereits die Mitglieder der französischen Regierung, die Präsidenten des Senats und der Kammer. In feier­lichem Zuge, voran Herolde in ihren farbenprächtigen Gewändern, ging es in den großen Festsaal des Rat­hauses, wo beim Eintritt des Königs und der Königin die englische Nationalhymne und die Marseillaise er­klangen. Der Präsident des Pariser Stadtrates nahm als erster das Wort. Er erinnerte daran, daß zwischen den beiden Hauptstädten Paris und London schon lange freundschaftliche Beziehungen bestanden hätten. Paris als älteste Schwester aller französischen Gemeinden be­grüße heute in ehrfürchtiger Hochachtung das englische Herrscherpaar als hie Personifizierung aller Städte des britischen Weltreiches. Darauf dankte König Georg vi- dem Stadtrat und der Bevölkerung^ von Paris für den so herzlichen Empfang. Das Königspaar kehrts dar­auf, wiederum geleitet von dem französischen Staats­präsidentenpaar, in den Quai d'Orsay zurück.

Um 13 Uhr begaben sich König Georg und Königin Elisabeth in die englische Botschaft zu einem intimen Frühstück.

(Fortsetzung Seite 2)

Hintergründe der News-thronkSe Fälschung

„Sazeta polska" über die veröffentlichte Fälschung der angeblichen denkschrifi öeneral von Neichenaus

Warschau, 21. Juli.

Die in dem englischen Blatt „News Chronicle" und in dem französischen „Ordre" veröffentlichte Fälschung einer angeblichen Denkschrift Generals von Reichenau wird jetzt auch von der „Gazeta Polska" in einem Be­richt ihres Pariser Vertreters als ein gewöhnlicher Betrug nachgewiesen.

Dieser Betrug, fo heißt es in dem Brief, habe seine besondere Grundlage. Alle Einzelheiten stimmten auf das genaueste mit dem überein, was seit mehr als zehn Monaten diejenigen französischen Blätter schrieben, die siir eine Intervention zugunsten Rotspaniens einträten. Dieser angebliche Bericht General von Reichenaus be­stätige jede einzelne Information dieser kriegslustigen französischen Pazifisten, und zwar bis zum letzten I- Tüpselchen. Man müßte glauben, daß General von Acichenau die Artikel, die seit anderthalb Jahren in der „Humanite" veröffentlicht werden, auswendig ge­lernt habe. Allzu gut und allzu geschickt sei das gemacht und die Uebereinstimmung zü genau, so daß schon als Endergebnis der Eindruck einer großen Naivität ent­stehe. Um ganz klug vorzugehen, > habe man die Ver­öffentlichung dieser Fälschung dem rechtseingestellten „Lrdre" anvertraut, dabei aber nur vergessen, daß „Ordre" heute in den Augen der französischen Oefsent- lichtcit nur ein scheinbar rechtsgerichtetes Organ sei, das in Wirklichkeit nichts anderes sei als ein gefügiges Werkzeug der Sowjetbotschaft in Paris. Das Ziel dieses Manövers sei klar. Man wollte mit dieser Fälschung die Verwirklichung des Londoner Nichteinmischungspak­tes unmöglich machen. Man wollte in Frankreich die Kriegspsychose verschärfen. Es ginge den Fälschern dar­um, über die Pyrenäen nicht nur sowjetisches Kriegs- S«ät, sondern auch noch französische Jnterventionstrnp- pen zu schaffen. Die Fälschung sei ein höchst charakteristi­scher Vcrzweislungsoersuch mit dem Ziel, die bevor­stehende Lösung der Spanien-Frage aufzuhalten.

Wir haben bereits zu den vier Lügenwellen des englischen Iudenblattes „News Chronicle" zur Genüge Stellung genommen und auf die plumpen Lügen und Hetzereien die gebührende Antwort er­teilt. Es ist bekannt, daß die sofortige klare und eindeutige Stellungnahme der gesamten deutschen Presse bei den Giftmischern in den Redaktionen der englischen „News Chronicle", der französischen „Oeuvre" und „Ordre", deren Mitglieder immer in einer Art chronischem Delirium schweben, wie eine Bombe eingeschlagen und ihnen allen Anzeichen nach die Sprache für einige Zeit verschlagen hat. Oder sollte die deutsche Antwort sogar schon die Wirkung eines Löffels Rizinus gehabt haben? Im allgemeinen gehen wir aus derartige Flegeleien und Schmierereien überhaupt nicht ein und hätten 7s auch jetzt nicht getan, wenn es mit diesen Hetz­kampagnen nicht um die Erhaltung des kostbarsten Gutes, des Friedens, ginge.

Heute verzeichnen wir' mit Befriedigung, datz das polnische Blatt „Gazeta Polska" schonungslos

die Hintergründe einer jener plumpen „News- Chronicle"-Fälschungen aufdeckt und in scharfen Worten die Haltung jener „Geißel der Menschheit" (wie man die „News Chronicle" eigentlich nennen sollte) kritisiert. Was uns aber mit besonderer Genugtuung erfüllt, ist die Tatsache, daß ein an­gesehenes Bsatt eines großen europäischen Staates die wahren Gründe der üblen Verleumdungen in soklaren Worten an das helle Licht der Oeffent- lichkeit rückt und damit unterstreicht, daß die Ma­növer der „News Chronicle" nichts anderes be­zwecken, als die Kriegspsychose zu verschärfen.

Es ist schon so: Lügen haben kurze Beine! Und nicht nur dem deutschen, sondern auch dem polni­schen Volke ist diese uralte Weisheit bekannt.

London, 21. Juli.

Premierminister Chamberlain teilte am Mittwoch schriftlich auf eine Anfrage im Unterhaus mit, daß der deutsche Botschafter in London am 13. Juli im Außen- amt vorgesprochen und erklärt hat, daß er von seiner Regierung beauftragt sei, die Richtigkeit von Artikeln in der britischen Presse vom 12. Juli zu dementieren. Der Inhalt dieser Artikel sei der angebliche Text einer Vorlesung gewesen, den ein deutscher General über deutsche Ziele auf der Iberischen Halbinsel gehalten habe. Der Botschafter habe erklärt, daß niemals eine derartige Vorlesung gehalten worden sei und daß seine Regierung ein formales Dementi zu diesen Berichten herausgäbe.

Diese Erklärung bezieht sich auf den Artikel der „News Chronicle" vom 12. Juli.

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Wer hat früher an Werkausstellungen und Werkkön- zerte gedacht. Die Gewerkschaften haben, anstatt die Mu­sik und bildend« Kunst an den Arbeiter bis an die Stätte seines Schaffens heranzubringen, den Klassen- kampf im Betrieb geschürft Man hatte dem Arbeiter vorgeredet, daß zwischen ihm und der Kunst eine unüber- steiigbare Schranke bestehe. Erst der nationalsozialistische Staat hat den deutschen Arbeiter für die Aufnahme der Kunst äußerlich und innerlich frei gemacht. Natürlich kann Las Ziel nur langsam erreicht werden. Es ist das Verdienst der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", den ersten Anstoß zur Schaffung inniger Beziehungen zwischen Arbeitertum und Kunst gegeben zu haben. Die bisherigen Erfolge, die die Werkausstellungen und Werk- konzerte erzielt haben, sind sprechende Beweise.

Was ist das Ziel solcher Kunstausstellungen in Betrie­ben? 'Lassen wir die Richtlinien, die das Amt „Feier­abend" der NSE. „Kraft durch Freude" herausgegeben hat, sprechen: „Es ist Las Ziel dieser Veranstaltungen, dem Arbeiter das Kennenlernen der bildenden Kunst zu erleichtern, in ihm durch ein Kunsterlebnis an der Ar­beitsstätte das Verlangen nach weiteren Kunsterlebnis­sen zu wecken, ihn durch Vermittlung von technischen und seelischen Erkenntnissen zu selbständiger Kunstbeurtei- lung fähig zu machen und ihn durch diese systematisch in gewissen Zeitabständen wiederholte Schulung zur Auf­nahme am öffentlichen Kunstleben zu werben. Hierdurch wird der Materialismus der jahrzehntelangen marxisti­schen Arbeitererziehung bekämpft und der neue Typus der geistig und seelisch aufgeschlossenen Menschen und des aus seine inneren Erkenntnisse und Erlebnisse stolzen Arbeiters gebildet."

Die Zielsetzung ist absolut klar und eindeutig. Als Mittel werden von dem Veranstaltungen die Schöpfun­gen der bildenden Kunst verwandt. Sie tragen somit wesentlich zur kulturellen Vertiefung des „Kraft-durch- Frcude"-Gedankens bei. Die in den Betrieben durch­geführten Kunstausstellungen haben in den wenigen Jahren tatsächlich schon Erfolge zu verzeichnen, wie man sie kaum für möglich gehalten hätte. Eine solche Lei­stungsübersicht kann sich schon sehen lassen. So haben allein in dem kurzen Zeitraum vom 1. November 1937 bis 1. Juni 1938 678 392 schaffende Volksgenossen 472 Fabrikausstellungen besucht. Für die Zeit vom 1. Januar 1934 bis heute beträgt die Besucherzahl ins- ge)nmt 4164 077 und die Zahl der Fabrikansstellungen insgesamt 1743.

Das größte Aktivum ist jedoch nicht so sehr die hohe Vesucherziffer als vielmehr das außerordentlich große Interesse, daß die Arbeiter diesen Fabrikausstellungen entgegengebracht haben. Was die Ausstellungen selbst betrifft, so sind sie nach dem Willen des Veranstalters nicht als bloße Kunstausstellungen anzusehen. Das Kernstück soll allerdings stets eine Schau von Gemälden, Plastik, Aquarellen, Graphik bilden. Daneben sollen in ausstellungstechnisch wirksamer Form Themen behan­delt werden, die die ersten Voraussetzungen für das Kunstverständnis schaffen. So sieht man z. B. die Ent­stehung der Graphik, die Entstehung der Architektur vom Plan bis zum Bau, Kunstdrucke altdeutscher Kunst usw.

Große Ansprüche wenden hierbei an den künstlerischen Leiter einer Fabrtkausstellung gestellt, der das passend vermittelnde Wort anwenden muß. Nach den bislang gemachten Erfahrungen gewinnen die Ausstellungen an Wert, wenn Künstler in den betreffenden Betrieben, wo später die Ausstellungen stattsinden, malen und zeichnen, und diese Arbeiten, bei deren Entstehung der

Die politischen Besprechungen anläßlich des Königs­besuches in Paris haben ein mageres Kommunique gezeitigt.

Als Ergebnis des ungarischen Staatsbesuches in Rom wird u. a. die Annäherung Ungarns an Jugo­slawien verbucht.

In Polen landete ein tschechisches Bombenslugzeug. „Gazeta Polska" geißelt die „News-Lhronicle"- Fälschung.

Aus dem Hunschun-Abschnitt werden sowjetrussische Truppenbewegungen gemeldet.

Zahlreiche Todesopfer forderte ein Erdbeben in der griechischen Provinz Attika.

Brasilien hat den Ankauf von Verrcchnungsmarl wieder ausgenommen.

Focke-Wulf haben neue Auslandsaufträge erhalten. Bei der Bremischen Wirtschaftsbank haben die Um­sätze zugenommen.

Die stadtbrcmischen Häfen haben neue Namen er­halten-

7 Der neue Schnellfrachter MS. „Regensburg" führte seine Abnahmeprobesahrt durch.

Dr. Frick erließ einen Ausruf als Schirmherr für das Deutsche Turn- und Sportfest Vreslau 1938. Einen neuen deutschen Rekord im Dreisprung ltellte Kotratschek-Wicn mit 13,28 Meter aus.

Die Bestimmungen über die Zuständigkeit des Sport­amtes gelten nunmehr auch für Oesterreich.