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vremerZeitM
parteiamtliche Tageszeitung
vas flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen Nr. 196/8. Jahrgang
Anzeigen - Grundpreise?
Die 22-ium-Zeile im Anzeigenteil 13 die 78-mm-Zeile im Tert- teil 75 »H,/. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 7 sNachlaßstaffel L). Für Anzeigen durcb den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: 8n Bremen:
Geeren 6—8. Fernsprecher Nr. Z4121, Nachtruf und sonntags: Fernsprecher Nr. 5 II 15: Obern- straße Nr. 86, Fernspr. 5 4121. In Oldenburg, Staustraße Nr. 21, Fernsprecher Nr. 36 09.
der Nationalsozialisten Bremens
sinnliches verkündungsbiatt des Neichsstatchatters in Möenburg und Meinen
Dienstag, 19. Juli 19Z8
kinzelpreis 15 Npf.
iatsachen gegen Präger Dementis
übereinstimmende Berichte über tschechische Befestigungsanlagen und Iruppenzufammenziestungen von drei entsandten Sonderberichterstattern
Berlin. 1S. Juli
Ueber die Vorgänge im tschecho-slowakischen Grenzgebiet werden immer noch interessante Einzelheiten durch Augenzeugenberichte bekannt^ die die Präger Ausflüchte nur zu eindeutig widerlegen und die Fortdauer der militärischen Matznahmen bestätigen. Drei entsandte Sonderberichterstatter melden aus dem Riesengebirge, dem Waldenburger, sächsischen und schle- sischen Grenzgebiet folgendes:
ilus dem Mesengebirge
Teil Donnerstag voriger Woche beobachtet man an der 1050 Meter hoch gelegenen schleftschen Kreuzbande bei schmiedeberg, daß jeden Tag hier tschechische Offiziere. Soldaten und Zivilisten mit Vermessungsgeräten wichtige Vermessungen am Waldrand von Ober- Kleinaupa, in der Nähe der schlesischen Erenzbaude gelegen, vornehmen.
An bestimmten Stellen rammten dann auf Befehl bcr tschechischen Offiziere die Soldaten weiße Pfähle mit rotangestrichenem Kopf ein. Wie schon an vielen »»deren Stellen, so werden auch hier nach diesen Vor- iereitunaen in. den nächsten Tagen Tankfallen gebaut werden. Am Waldrand von Kglhendorf in Richtung auf die schlesischen Grenzbauden sind Maschinengewehrnester hergerichtet worden, die jedoch nur nachts besetzt sind, während sich am Tage die Schützen in den Wald zurückziehen.
An der Mohornmühle herrscht wieder lebhafter Verkehr. Dauernd treffen neue Militärabteilungen ein. Auch wird auf dem Erenzweg nach Kolbendorf erneut zahlloses tschechisches Militär angetroffen. Seit Freitag beobachtet man täglich, wie zuverlässig von Reisenden berichtet wird, daß in Hohenelbe von So kolv erblinden organisierte Trupps mit Gewehre nausge bildet werden. 2n der Nacht zum
Sonntag durchrasten zahllose Lastkraftwagen mit tschechischen Truppen die Ortschaft Hohenelbe.
Zuverlässige Meldungen aus Rochlitz und Harrachs- dors besagen, dag der Bevölkerung durch die Behörden für die nächsten Tage Einquartierung bevorstehe. Entlang dem Riesengebirgskamm werden neue riesige Befestigungen, Eeschützstände und Maschinengewehrnester. in überhitzter Eile hergerichtet, deren Bau man nach der deutschen Seite hin durch hohe Bretterzäune gegen Einsicht schützt. Auf der IKllv Meter hohen Schneekoppe, die zur Hälfte deutsch und zur Hälfte tschechoslowakisch ist, treffen seit Freitag täglich tschechische Offiziere ein, die wichtige photographische Aufnahmen nach der deutschen Seite hin und zwar nach dem Hirsch- verger Tal und in die Täler nach Landeshut in Schlesien und Liebau in Schlesien machen. Auch aus dem Kamm des Riesengebirges, unterhalb der Schneekoppe, sind seit Freitag zahlreiche tschechische Offiziere beobachtet worden, die, soweit es die Sicht zuläßt, photographische Ausnahmen von den deutschen Tälern machen.
An der Grenze bei Nachod werden in fieberhafter Tätigkeit von tschechischem Militär umfangreiche Befestigungen angelegt. So sind an den der Grenze gegenüberliegenden Bergabhängen zahlreiche Maschinengewehrnester, die dauernd besetzt gehalten werden, und betonierte Eeschützstände gebaut worden. Die Waldränder sind durch Stacheldrahtverhaue abgesperrt. Desgleichen
sind alle Wege des Geländes, mit Ausnahme der großen Landstraße, die durch die Geschützstellungen beherrscht wird, durch schräg in den Boden gerammte Eisenpfähle (Tankfallen) unpassierbar gemacht.
Auf dem das Tal an der Grenze bei Nachod beherrschenden Berg ist — wie man ohne Glas von der deutschen Seite aus beobachten kann — ein zahlreiches Armierungspersonal bis in die späten Abendstunden emsig damit beschäftigt, tiefe Erdstollen auszuheben» Beton- klötze zu versetzen und umfangreiche Befestigungsarbeiten durchzuführen. Es ist offensichtlich, daß an dieser Stelle größere Festungswerke angelegt werden sollen.
Im waldenburger Srenigebiet
Der ins Waldenburger Grenzgebiet entsandte Sonderberichterstatter des „Zwölfuhrblattes" meldet aus Wal- denburg: Im Grenzgebiet von Oberwüstegiersdorf wimmelt es seit Freitag von tschechischen Gendarmerie- und Militärtrupps. In den Grenzbefestigungen sind neue Truppenteile eingetroffen, die zum Tei l die dort dienst- tuenden Truppen abgelöst haben, zahlenmäßig aber stärker sind, als die bisher dort diensttuenden Truppenteile, so daß an verschiedenen Stellen im Walde Feldlager aufgeschlagen wurden.
Auch in Politz und in Trautenau sind in der Nacht zum Sonnabend größere Truppenverbände angekommen und aus den Bahnhöfen ausgeladen worden, was von zahlreichen Reisenden aus Trautenau übereinstimmend berichtet wird. Wie sich bei genauer Kontrolle herausstellt, sind bei einer Reihe von Straßen auch die Grenzsperren noch vorhanden, und zwar stets über die eine Straßenhälste. während die andere Straßenhälfte frei ist-
(Fortsetzung auf Seite 2)
Ungarns Freundschaft zur flchse kom-verlln
„frieden und verechtigkett" — Mnksprüche Mussolinis und Imredys
Rom, 19. Juli.
Der ungarische Ministerpräsident Jmredy ist in Begleitung von Außenminister Kanya am Montagvor- mittag wenige Minuten vor 9 Uhr im Sonderzug in Aom eingetroffen. Zu seinem Empfang hatten sich der italienische Regierungschef Mussolini, Außenminister Eras Ciano, Parteisekretär Minister Starace, der Minister für Volksbildung Alfieri und weitere hohe Minister aus dem Bahnhof eingefunden.
Bei den vom italienischen Regierungschef Mussolini zu Ehren des ungarischen Ministerpräsidenten Jmredy im Palazzo Venezia veranstalteten Essen, an dem die Spitzen von Staat, Partei und Wehrmacht sowie Vertreter von Kammer und Senat teilnahmen, richtete Mussolini an den ungarischen Ministerpräsidenten einen Trinkspruch, in dem es u. a. heißt:
Vielfältige grundlegende politische und wirtschaftliche Interessen sowie das Ziel eines höheren Ideals des Friedens und der Gerechtigkeit bilden die Basis der italienisch-ungarischen Beziehungen. Auf dieser Gemeinschaft der Ziele und der Interessen beruht auch die Beständigkeit der Beziehungen zwischen den beiden Ländern und ihrer Entwicklung auch im weiteren Rahmen der Beziehungen zu anderen Staaten. Besonders im Donauraum, der aus natürlichen Gründen Italien und 'llngarn direkt interessiert, stimmen sie in einer Politik der Zusammenarbeit üverein, die sich nicht abschließt und noch weniger gegen andere gerichtet ist, sondern allen ofsensteht, die, wie wir, auf eine Aktion der Ordnung und des Wiederausbaues abzielen. Dieser Politik leisten im allgemeinen Interesse der Wirtlichkeits- sinn und der Friedenswille, die die Achse Rom-^ Berlin und unser aufrichtiges Einvernehmen mit Jugoslawien bestimmen, einen wertvollen Beitrag.
Ich erhebe mein Glas auf das Glück und den Wohlstand der edlen ungarischen Nation, auf das Wohl seiner Durchlauchtigster Hoheit des Regenten und auf das persöhnliche Wohlergehen Eurer Exzellenz und Ihrer liebenswürdigen Gemahlin.
Der ungarische Ministerpräsident Jmredy antwortete u. a. wie folgt:
^Euer Exzellenz hat den Wunsch nach einem höheren miedens- und Eerechtigkeitsideal unterstreichen wollen, der die Grundlage der zwischen Italien und Ungarn bestehenden freundschaftlichen Beziehungen bildet. Der Zweck unserer gegenwärtigen Reise ist, diesem Frieden und dieser Gerechtigkeit zu dienen, und unsere Unterredungen mit Euer Exzellenz sind gerade, weil sie dem Frieden und der Gerechtigkeit dienen wollen, nicht exklusiver Art und gegen andere gerichtet, sondern erstreben Melmsbr die Möglichkeit, die' freundschaftlichen Erziehungen mit jenen .Nachbarstaaten zu entwickeln, die von dem gleichen Versöhnungs- Trist beseelt sind.
festen Bande, die seit langen Zeiten «ns mit Italien verbinden, wie auch die traditionelle und aus- 'Mige Freundschaft, die auf politischem, wirtschast- «chem und kulturellem Gebiet zwischen Ungarn und °em Deutschen Reich- das unser Nachbar gewor
den ist, bestehen, d. h. unsere freundschastlichen Beziehungen zur Achse Rom —Berlin erfüllen uns mit der Hoffnung, daß unsere Bemühungen zur Verwirklichung eines dauerhaften und gerechten Friedens ihre Früchte tragen und die friedliche Entwicklung des Kontinents auf festere Grundlagen stellen werden. « In dieser Ueberzeugung erhebe ich mein Glas auf das Gedeihen der großen befreundeten italienischen Nation, auf das Wohl Seiner Majestät des Königs und Kaisers, Seiner Erlauchten Familie und auf das persönliche Wohlergehen Eurer Exzellenz.
Mailand. 19. Juli.
In dem Begrüßungsartikel des „Popolo d'Jtalia" für die beiden ungarischen Staatsmänner Jmredy und Kanaya, die zum offiziellen Besuch in Rom eingetroffen sind, stellt das Blatt fest, daß Jmredy die Tradi
tion seiner Vorgänger fortsetze und nach Rom gekommen sei, um den Kontakt mit dem Chef der italienischen Regierung aufzunehmen, Es sei «in F r« u n S s ch a f t s- besuch, der der stetigen Orientierung in der Nachkriegszeit entspreche. Ungarn habe in den stürmischsten Jahren der Weltwirtschaftskrise in Italien uneigennützige Solidarität gesunden. Rom habe auch niemals den Haß aus Kriegszeiten in den Perioden des Friedens nachwirken lassen. Wegen der ritterlichen Erinnerungen aus der Vergangenheit, der Gemeinsamkeit der römischen Kultur und den Jahrhunderte währenden Freundschaftsbeweisen der beiden Nationen sei die neue Zusammenkunft in Rom gern gesehen und der Besuch willkommen. Die italienisch-ungarische Freundschaft bilde ein Element der aufbauenden Zusammenarbeit im europäischen Gesamtrahmen.
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Ülin selilogoinlou kevois kür sie Ici-iea^nulOigeli Vorbei-eitiingeii cker Tseboello-ZIonaüei. Das krevslbakts Lpisl clsr Dscboclw-LIolvaüoi mit äsin Kriegs rrirä — trat? oller Dementis — ckureb unser LilOclolcument erneut bewiesen: In äsn suäötsnclsutscüsn Orten in cksr Tseliscko-81c>lrslcsi längs äer - Orsims rreräsn Tanükallsn unci aväsrs ürisgsmalligs Vorbereitungen gstrokksn. IVis dieses Bild beweist, bat man die Drücke in der Stadt Krsibitr ebsnkalls durcb Sprenglöcbsr kür die Zerstörung rsikgomacbt. link der Drücke steht ein tsclisebisebsr Soldat mit geschultertem Osn'ehr. (Drssss-IIykkwann)
Aufschlußreicher Querschnitt durch die tschechische Tagespresse
In der Welt spricht man von angeblichen Bemühungen Prags, mit den in der tschecho-slowalri- schen Republik lebenden Nationen einen dauernden und befriedigenden Ausgleich herzustellen. Der tschechische Ministerpräsident Hodza hat vor n:cht langer Zeit einmal gesagt, daß zunächst einmal die „psychologischen Barrieren" beseitigt werden mühten, wenn man zu einer nationalen Befriedung im Innern kommen wolle. Er appellierte in dieser Richtung durch den Rundfunk auch an die tschechische Oeffentlichkeit. Die tschechische Presse aber zeichnet sich noch heute nur durch eine andere Tatsache aus: grundsätzliche Ablehnung
aller Vorschläge der Sudetendeul- schen und der anderen Nationalitäten. Es kann so in der tschechischen Presse kein Wandel gegenüber früheren Zeiten festgestellt werden. Sie hält den alten unversöhnlichen Kurs unverrückbar ein und tut so durch ihre Haltung das ihre dazu, um die vom Ministerpräsidenten als Uebel bezeichneten „psychologischen Barrieren" weiter zu stärken und wenn möglich, sogar neue aufzurichten.
Es ist in diesem Zusammenhang interessant, sich einmal zusammenfassend mit den Stellungnahmen der tschechischen Presse von einem Tage zu besassen. Ein solcher Querschnitt redet eine deutlichere Sprache, als alle Erklärungen der Regierung. Die Blätter schreiben unter anderem: „Narodny Listy" (dem Außenministerium nahestehend): „Die Erfüllung der Forderungen der Sudetendeutschen Partei würde in der Praxis bedeuten, daß sich ein Staat im Staate bilden würde und der deutsche Bürger mit unseren staatlichen Aemtern überhaupt nicht in Berührung kommen mühte. Die Forderungen, die die Slowaken, Ungarn, Karpato- Russen und Polen vortragen, sind nicht bescheidener. Das sind Standpunkte, an denen sich die Verhandlungen mit den Minderheiten gleich zerschlagen könnten." „Narodni Noviniy" (Nationale Vereinigung — Blatt des Hanöelsnrinisters): „Unser ablehnender Standpunkt zu den Verhandlungen mit den Henlein-Leuten ist bekannt (!). Wir glauben nicht an den guten Willen der Henlein-Leute. NiemalswirddieTschecho- Slowakei zu irgendeiner Verständi- gung über die Karlsbader Forderun- genbereitsein. Es möge uns niemand einreden, daß es sich um eine Regelung der Natio- nalitätenfrage handelt. Es handelt sich um den Druck des Pangermanismus, in dessen Diensten heute Henlein steht.. Es handelt sich um die Beherrschung ganz Mitteleuropas durch Deutschland."
„Ceske Slovo" (Sprachrohr Beneschs — Partei- blatt der Volkssozialisten): „Die Forderungen Henleins in Karlsbad sind in ihren Folgen 'gerade gegest die demokratische Ordnung in der Republik gerichtet. In dieser Angelegenheit muß die Koalition vollständigeUnnachgiebig- keit zeigen." „Narodni Politika" (nationaldemokratisch): „Der Ernst der Situation kommt erst.
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Japan hat in Moskau erneut Protest wegen des Hunschun-Zwischenfalles eingelegt.
General Franco sprach am 2. Jahrestag der nationalspanischen Erhebung in Walladolit.
Der ungarische Ministerpräsident traf in Rom ein und tauschte mit dem italienischen Neqierunqschef Trinksprüche aus.
General Russo weilte mit Stabschef Lutze in Kiel nnd Husum.
Die Präger „Dementis" haben sich durch Augcn- ,zeugenberichte als sinnlos erwiesen.
Der bisherige Chef des Protokolls, Bülow-Schwante, ist zum Botschafter in Brüssel ernannt. Gauleiter-Stellvertreter Ministerpräsident Joel begrüßte in Anwesenheit unseres Kreisleiters die „fliegende Eauschule Berlin".
Die NSV. hat ihre beiden neuen Kindertagesstätten in Bremen in Benutzung genommen.
Der deutsche Außenhandel schließt im ersten Halb- zahr mit einem Einfuhrüberschuß ab.
Für Celle ist die Errichtung einer Reichsanstalt für Seidenbau geplant.
In einer nahe Sän Vincent gesichteten Vicrmast- Barl wird das vermißte Schulschiff „Admiral Kar- pfanger" vermutet.
14 große Oeltanks flogen im Staate Newyork in die Lnzt.
Mit einem acht Fahre alten Flugzeug überquerte der Amerikaner Corrigan in kaum '28 Stunden den Nordatlantik.
Der USA.-Zehnkampsmeister blieb unter der Punktzahl des deutschen Meisters Sievcrt.