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Vas Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Freien Hansestadt Vremen
Eeeren 6—8. Fernsprecher Nr. 5 41 21, Nachtrut und sonntags: Fernsprecher Nr. 51115; Obern- straße Nr. 88. Fernspr. 5 4121. In Oldenburg, Staustraße Nr. 21, Fernsprecher Nr. 36 03.
der Nationalsozialisten Vremens
flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattlsalters in Oldenburg und Vremen
192/6. Jahrgang
Freitag, 15. Juli 19Z8
Einzelpreis 15 Npf.
Ifchechei das Vorfeld eines sowjet- russischen Überfalls auf Deutschland
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Frankreichs estemaliger Lustfakrtmlnister schmiedet kinkreifungs- und flngriffspläne gegen das Neich
„News tkronicle" und Pierre tot baden sich gefunden / „Neben der tschechischen Karte der sowjetrussische krumpf" / Vestötigung der Tatsache von sowsetrusstschen Flugplätzen auf tschechischem Neblet / fluch Frankreich schon die Nolle zugewiesen
London, 15. Juli.
Der frühere französische Lustfahrtminister Pierre Cot behandelt in einem langen Artikel im „News Chronicle" die Aussichten der Demokratien in einem künftigen Kriege gegen Deutschland. Insbesondere prüft er die Aussichten in einem Luftkriege.
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S Einleitend meint Cot, daß im Falle eines längeren Krieges die Frage der Rohstoff- und Benzinbeschaffung die Autoritätsstaaten-in Nachteil verhetze. Das würde sich nur ändern, wenn es Deutschland glücke, die Tschecho-Llowakei zu unterdrücken oder zu neutralisieren. In diesem Falle hätten die autoritären Staaten wichtige Versorgungsquellen in ganz Mitteleuropa. Der einzige Krieg, den die autoritären Staaten gewinnen könnten, sei ein kurzer und schneller Krieg. 2n einem solchen Falle würden alle Mittel benutzt. Es sei daher logisch, anzunehmen, datz deutsche und italienische Operationen im Mittelmeer sich mit Massenangriffen auf London und Paris verbinden würden.
Die beste Karte für die Demokratien sei auch in diesem Falle die Tschecho-Slowakei. Bereinigte Luftangriffe von Frankreich und der Tschecho-Slowakei könnten alle deutschen Produktionszentren schnell erreichen. Da Deutschland die Meere nicht offenstünden und es somit kein Kriegsmaterial einfuhren könnte, würde es schnell auf die Gnade seiner Feinde angewiesen sein. Neben der tschecho-slowakischen Karte sollten die Demokratien sich auch des fowjetrussischen Trumpfes bedienen. Sowjetrussische Luftangriss vo» einer tschechoslowakischen Basis aus würden ein schwerer Schlag für die deutschen Heere sein.(!)
Pierre Cot faßt den Zweck feines Artikels, dahin zusammen, daß er auf die Wichtigkeit des polnischen und fowjetrussischen Faktors habe hinweisen wollen. Man mache große Anstrengungen, um Mussolini von Hitler zu trennen. Wenn man ebenso große! Anstrengungen für
eine militärische Wiederannäherung zwischen den Demotrytien, Sowjetrußland und Polen machte, so hätte das vom militärischen Standpunkt aus bessere Resultate. In einem langen Kriege könnten die Demokratien nicht geschlagen werden, 'wenn die Tschecho-Slowakei weiter den Weg zu den Kornfeldern Mittel- europas und zu den Oelquellen Rümäniens blockiere. Wenn man den Sieg garantieren wolle, dürfe man nicht zulassen, daß mit der Möglichkeit eines kurzen Krieges gerechnet werden dürfe. Franzosen, Engländer und Sowjetrussen müßten diesen Eindruck zu zerstreuen suchen. Es hätte kein Risiko darin gelegen, den Angriff aus Abessinien oder die Intervention in Spanien von Anfang an zu verhindern. Jetzt sei es noch möglich, einen Angriff auf die Tschecho-Slowakei zu verhindern. Wenn man die autoritären Staaten allerdings alle strategischen Positionen erobern lasse, die sie brauchten, um ihr Programm durchzuführen, dann bleibe nur wenig Hoffnung auf dem Frieden.
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Schon die Tatsache, daß Herr Cot im Hetzorgan „News Chronicle" zu Wort kommt, zeigt, daß gleichgesinnte Seelen sich gefunden haben. Es ist inzwischen einwandfrei festgestellt worden, daß die vor einigen Tagen erfolgte Aktion der Hetzzeitung gegen Deutschland von langer Hand vorbereitet war. Die internationalen Dunkelmänner, die sich hinter diesem Blatt verbergen, haben es bekanntlich darauf abgesehen, die Londoner
Spanienpolitik zum Scheitern zu bringen. Für dieses gleiche Ziel setzt sich Cot nun in diesem Artikel ein. Schon die Unterstellung, daß Demokratien einen Krieg gegen Deutschland herbeiführen können, ist mehr als deutlich und schon als außerordentlich offenherzig zu bezeichnen. Offenbar will Herr Cot mit diesen Worten der Tschecho-Slowakei Mut einflößen. Es liegt auf der Hand, daß gleichzeitig auch den Westmächten zum Bewußtsein gebracht werden soll, wie wichtig die Tschecho-Slowakei für einen Krieg gegen Deutschland ist. Es ist ein sehr gefährliches Spiel, das der ehemalige „Bolksfront"-Minister mit der üblen Stimmungsmache gegen Deutschland treibt, denn die Angriffslust der Kriegstreiberclique erhält überall einen neuen Auftrieb. Der Artikel ist insofern noch aufschlußreich, als Cot die Existenz sowjetrussischer Flugzeugbasen in derTschecho-Slowakeizugibt, eine Tatsache, die bekanntlich auch heute noch von den Tschechen in Abrede gestellt wird. Scheinbar hält Herr Cot es nicht mehr für nötig, die enge militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Prag zu leugnen, ja, er gibt sogar offen zu. daß die Sowjets in einem Kriege als Bundesgenossen den Tschechen zu Hilfe kommen würden. Man sieht: der Zweck dieses Artikels besteht darin, die Weltöffentlichkeit gegen Deutschland aufzuputschen. Im Interesse des europäischen Friedens wäre es dringend erforderlich, den Kriegshetzern vom Schlage Lots, der es offenbar nur darauf abgesehen hat, einen europäischen Konflikt zu provozieren, das 'Handwerk zu legen.
kem autoritäres öebiet für Sudetendeutsche!
Vor tschechische flußenm,irisier gibt stuskunst / krosta macht in Optimismus rur „verichigung" der wett
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Parrs, 15. Juli.
Das französische Blatt „Petit Journal" veröffentlicht eine Unterredung seines Präger Sonderberichterstatters mit dem tschecho-slowakischen Außenminister Krosta.
Auf die Frage des Berichterstatters, ob die Entspannung in Mitteleuropa den Tatsachen entspreche und dauerhaft sein werde, erklärte Krosta, diese Entspannung sei in der Tat Wirklichkeit und sie könnte dauerhaft sein; auf jeden Fall müsse man dies hoffen. Man könne nicht annehmen, daß irgendein Land im Augenblick einen Krieg wünsche.
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kokio sagt olympiade 1940 ab
fluch die Weltausstellung verschoben
Tokio, 15. Juli
Wie die japanische Nachrichten-Agentur Domei mitteilt, hat der japanische Kultusminister Kido den festen Entschluß seiner Regierung bekanntgegeben, datz die Olympischen Spiele 1940 in Tokio nicht stattfinden werden. Nähere Einzelheiten über die Gründe der Absage bzw. die Stellungnahme des japanischen Olympischen Komitees und der japanischen Sportverbände liegen zurzeit noch nicht vor. Endgültig wird heute das japanische Kabinett beschließen.
»Asahi Schimbun" veröffentlicht die amtliche Meldung, daß die japanische Regierung auch die sur 1940 geplante Weltausstellung verschoben hat, "nd zwar „bis zur Wiederherstellung des Frie- dens". (Siehe auch im Sportteil unserer heutigen Ausgabe!)
Auf die Frage des Berichterstatters, ob die Tschecho- Slowakei bereit sei, sich gegenüber den Forderungen gewisser. Minderheiten versöhnlich zu zeigen, erklärte Krosta, sie sei sogar zu wesentlichen Zugeständnissen bereit. Frankreich und England ermutigten die Tschecho- Slowakei auf diesem Wege und man werde" die Ratschläge dieser Länder um so bereitwilliger befolgen, zumal diese Länder sichtbare Beweise ihres Interesses an der Unabhängigkeit der Tschecho-Slowakei an den Tag gelegt hätten. Man werde bis an die Grenze des Möglichen gehen, im demokratischen Geiste der Verfassung und jm Rahmen der Integrität des Landes.
Auf die Frage des Berichterstatters, welche Form die Konzessionen annehmen würden, erklärte Krosta, die Form einer Verstärkung derlokalen, kommunalen, distriktmäßigen und landschaftlichen Autonomie. Die verschiedenen Landschaften würden das Recht der Selbstbestimmung über eine Reihe sie interessierender Fragen erhalten, ja auch rechtswichtiger Fragen wie z. B- des Unterrichts, der sozialen Gesetzgebung und des Verkehrswesens. Sie würden hierfür Landtage wählen. Bereits früher habe es derartige Landtage in Böhmen gegeben, und nichts stehe im Wege, sie wieder ins Leben zu rufen. Das sei der Weg, den man einzuschlagen gedenke. Man sei ebenfalls geneigt, die Gesetzgebung über den Gebrauch der Minderheitensprachen zu mildern.
Auf der anderen Seite könne man nicht dulden, daß ein totaler Staat im Innern der Tschecho-Slowakei entstehe. Man habe weiter auch von einem autonomen Territorium der Sudetendeutschen gesprochen. Aber diese zweite Lösung sei ebenso undurchführbar wie die erste.
Auf die Frage, obdieSudetendeutschePartei zu einer Einigung bereit sei, meinte Krosta, die Henlein- Partei habe eine gewisse Wandlung durchgemacht, man hoffe, zu einer Einigung mit ihr zu kommen.
Unter allen Umständen aber werde das in Vorbereitung befindliche Minderheitenstatut zur Anwendung gebracht werden, gleich wie die Ergebnisse der in Gang befindlichen Besprechungen ausfallen sollten. Man werde darüber wachen, daß die Zugeständnisse nicht zu einer Schwächequejlle für die Tschecho-Slowakei selbst würde.
Zur Frage der Beziehungen der Tschecho-Slowakei zu Ungarn verweigerte Krosta eine vorzeitige Stellungnahme. Ueber die Beziehungen der Tschecho-Slowakei zu Polen erklärte er, daß sie leider nicht so gut seien, wie man diese tschechischerseits wünsche.
* Der tschecho-slowakische Außenminister macht hier offensichtlich bewußt in Optimismus, um der Welt glauben zu lassen, es sei nun alles in bester Ordnung mit der sudetendeutschen Frage. Bezeichnend ist es, daß Herr Krosta von einem immer noch in Vorbereitung befindlichen Minderheitenstatut spricht, also die früheren Behauptungen der Präger Regierung widerlegt, als ob das Nationalitätenstatut schon längst vorhanden sei.
Bevor wir dieses Statut nicht kennen, werden wir uns hüten, Herrn Krosta beizustimmen, daß' es geeignet sei, dem Recht der Sudetendeutschen genug zu tun. Mit einem Schwall von Worten läßt sich die sudetendeutsche Forderung nicht aus der Welt schaffen, ° die ein für allemal in dem Karlsbader Programm festgelegt ist. Wenn erst das Nationalitätenstatut, das jetzt aus einmal Minderheitenstatut von Herrn Krosta genannt wird, bekanntgeworden sein wird, wird sich — dessen sind wir gewiß — sehr bald zeigen, wie alles anders aussieht, als er es jes^:, um der Welt Sand in die Augen zu streuen, darzustellen versucht.
Es mag sich die Welt nicht täuschen lassen: der zu Hinterhältigkeit und Spiegelfechtereien neigende tschechische Bolk-charakter verleugnet sich auch in dem vorstehenden Interview nicht; doch wird es nicht schwerfallen, wenn erst das Statut vorliegt, zu erkennen, inwieweit man in Prag bereit ist, den Dingen wirklich Rechnung zu tragen. (Siehe auch Seite 2)
Von I.uüvlig XIV. bis Sonnet
Die „Tradition" der französischen Außenpolitik
ll. Paris, 15. Juli.
Frankreich feiert in diesem Sommer den 300. Geburtstag Ludwig XIV., des Sonnenkönigs. Zugleich mit den ersten Festausgaben der Zeitungen aus Anlaß dieses Jubiläums, ist der Text des neuen französisch-türkischen Freundschaftsabkommens veröffentlicht worden. Ein Zufall? Was die Gleichzeitigkeit der Veröffentlichung anbetrifft, sicherlich, aber vor allem doch ein drastischer Beweis für die Stetigkeit der französischen Vündnispolitik.
Ludwig XIV. nahm die Politik Franz I. wieder auf, der, um die spanische Großmacht zu bekämpfen, sich trotz seines Titels als „allerchristlichster König" nicht scheute, mit den Erzfeinden der Kirche, den Türken, ein Bündnis einzugehen. Es haben in Frankreich im Laufe der Jahrhunderte wohl die Männer und Regime gewechselt, aber als unveräußerliches Erbe hat jeder und jedes vom anderen die „Tradition" übernommen, die wohl keine Abweichungen zuläßt, aber streng auf die Jnnehaltung der großen Linie hält.
Als der Sonnenkönig sich anschickte, Europa seiner Hegemonie zu unterwerfen, Frankreich seine „natürliche Grenzen" zu verschaffen, brauchte er aus den Archiven nur die Verträge seines Vorgängers mit den Türken herauszuholen und sie wieder zu erneuern. Daß seine Pläne trotzdem scheiterten, ist das ewige Verdienst einiger Tausende Wiener Bürger, die auf den zerstörten Wällen ihrer Stadt das Abendland retteten.
Die türkische Großmacht verschwand aus der Geschichte. Frankreich mußte sich nach Ersatz umschauen. Die neue russische Großmacht übernahm im französischen Spiel diese Rolle. Als Napoleon als einziger der französischen Staatsmänner von dieser Politik der östlichen Klammer abging und sich Rußland zum Gegner machte, beging er den verhängnisvollen Fehler seines Lebens. Llemenceau und Poincars erst konnten die „Tradition" wieder aufgreifen und die Zange wieder schließen. Nach dem Kriege nahm für einige Jahre zwar Polen in der französischen Politik die Ostposition sin, da sich in Warschau aber immer stärkere Regungen geltend machten, eine eigene Nationalpolitik zu betreibet, suchte Frankreich wieder Fühlung mit Moskau zu gewinnen.
Damit wäre der Ring eigentlich wieder geschlossen. Wenn Frankreichs politstche Rechnung jedoch nicht aufging, so deshalb, weil in Europa neue Mächte aufstanden, die sich gegen den Hegemonieanspruch der Verbindung Kapitalismus und Bolschewismus auflehnten. Trotz des Bündnisses mit Moskau fühlte Frankreich seine Machtposition ins Wanken geraten. Also griff es wieder zur Tradition, dasVündnisnetz auszubauen, bis es sich wie ein enges unzerreißbares Geflecht über Europa legen sollte.
Es ist dem politischen Geschick Daladiers und B-onnets unzweifelhaft gelungen, England in dieses Bündnisnetz hineinzuziehen. Die derzeitigen Pariser Quertreibereien gegen Thamberlain entspringen dem Verdacht, daß der englische Ministerpräsident im Grunde nur gezwungen dieses Zusammengehen mit Moskau und dessen Präger Zweigstelle mitmacht, daß er demgegenüber die Politik der gegenseitigen Verständigung bevorzugen würde. Das kommunistische Organ m Paris, die „Humanitö", machte sich nur zum Sprach-
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Die japanische Luftwaffe hat Kanton erneut bombardiert.
Sowjetrussische Truppen gefallen.
sind in Mandschukuo ein-
unge-
Pierre Cot hetzt offen zum Kriege gegen Deutsch- land.
Ein Mitglied des englischen Unterhauses wiegelt die Palästina-Juden osfen zum Widerstand gegen die britische Mandatsregierung aus.
In der Tschecho-Slowakei kam es zu einer heuerlichen Verunglimpfung des Führers.
Italien lehnt in einem amtlichen rassepolitische» Bericht das Judentum ab.
Der Eeneralstabschef der faschistischen Miliz Russo wurde vom Führer auf dem Obersalzberg empfangen.
Die Olympischen Spiele 1840 finden nach einer Ab- sage Tokios in Helsinki statt.
Der amerikanische Weltflieger Hughes beendete in Newqork in dre, Tage«, 18 Stunden seinen Weltslug.
Mit den Pyrenäenetappen nimmt die Tour de France eine schwierige Fortsetzung.
Deutschland gewann vor Italien und England die internationale Marinepokal-Wettfahrt in Kiel.
Aus der bevorstehenden Rundsunkansstellung werden erstmalig Röhren aus Stahl vorgeführt.
2n Bremerhaven trifft heute das Rekordfluqzeua Taffun ein. »
Der Bremer Condor wird auf der längsten euro- paffchen Flugstrecke Stockholm — London eingesetzt.