Ausgabe 
(10.7.1938) Nr. 187
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Erscheint 7mal wöchentlich

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Werner ZelüW

parteiamtliche Lageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen

Anzeigen - Grundpreise:

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches Derkündungsblatt des Beichsstattlfalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 18? / 8. Jahrgang

Sonntag, 10. Juli 19Z8

Linzelpreis 15 Nps.

ftn-er Schwelle eines neuen großen

Ei

deutschen Kulturzeitalters

Festsitzung -er Neichskammer -er -llven-en Künste in stnwesenlzeit -es fülzrers

Neichsminister Nr. Soebbels über walzte Kunst / „Nicht melzr im luftleeren Naum"

-es sülzrers Politik köchster ftusdruck -es künstlerischen Iriebes unseres Volkstums ftus festem Vo-en jakrlzun-ertealter deutscher Kultur

München. 10. Juli.

Unter der Fülle der festlichen Ereignisse, die am Tage der deutschen Kunst den kul­turpolitischen Willen des nationalsozialistischen Staates in einzigartiger und sinnfälli­ger Weise manifestiert, hat die Jahresversammlung der Reichskammer der bildenden Künste ihre eigene Bedeutung. Die Anwesenheit des Führers gestaltete auch diese dritte Jahresversammlung der Reichskammer der bildenden Künste zu einer eindrucksvollen Demonstration des wiedererwachten deutschen Kulturwillens. Reichsminister Dr. Goeb­bels faßte in dieser Stunde all die Gedanken, die die deutschen Künstler in diesen festlichen Tagen aufs tiefste bewegen, zusammen. Seine Rede war nicht nur ein ein­drucksvoller Rückblick auf ein entscheidendes Jahr in der Entwicklung der deutschen bildenden Künste, sondern sie zeigte darüber hinaus erneut die Grundsätze künst­lerischer Gestaltung im Dritten Reich.

Die glanzvolle Versammlung in der Ehrenhalle des Deutschen Museums war in ihrem äußeren Ablauf so feierlich gestaltet, daß sie der hohen Bedeutung dieser festlichen Stunden sinnvoll entsprach. An dem festlichen Ereignis nahmen neben den Kunstschaffenden eine große Anzahl führender Männer des nationalsozialistischen Staates teil, unter ihnen Reichsleiter der Partei, Reichsminister, Vertreter der Wehrmacht, des geistigen und kulturellen Lebens, Mitglieder der bayerischen Staatsregierung und die Spitzen der Hauptstadt der Bewegung. Unter den Künstlern sah man alle Männer, deren Kunst im Dritten Reich Klang und Namen hat.

Es ist 15.36 Uhr. Da geht über die Ludwigsbrücke eine Woge Heller Freude und Begeisterung. Die Menge be­grüßt laut jubelnd den Führer, der jetzt eingetroffen ist. Der Führer betritt nun, geleitet von dem Präsiden­ten der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goeb­bels, sowie dem Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste, Pros. Ziegler, die Stätte der fest­lichen Kundgebung. Feierliche Musik setzt ein. Professor Oswald Kabasta dirigiert den ersten Satz der 7. Sin­fonie Beethovens, deren Klänge weihevoll im Raum erklingen.

Nachdem mit herzlichen Worten der Oberbürger­

meister der Hauptstadt der deutschen Kunst, FiehIer, diese Tagung der Reichskammer der bildenden Kunst begrüßt hatte, nahm Professor Ziegler das Wort zu seinen Ausführungen, die in großen Zügen einen stolzen Rechenschaftsbericht über die Arbeit der Kam­mer darstellen.

Nach dem Ueberblick über die Aufbauarbeit des Na­tionalsozialismus ging Präsident Ziegler besonders auf die Lage der bildenden Kunst in der Niedergangszeik ein. Der größte Teil der Künstler war ohne jeden Wirkungskreis. Weiterhin ' war die bildende Kunst stark vorn Judentum und sonstigen unzuverlässigen Ele­menten durchsetzt. Es ergaben sich somit zwei große, gewaltige Aufgaben: 1. Es war die organisatorische Einheit aller Kunstschaffenden'aufzubauen und vom jü­dischen Einfluß und unzuverlässigen Elementen zu rei­nigen. 2. Es war eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme einzuleiten, die allen den-Künstlern, welche Lurch ihr Können das Recht dazu hatten, die Möglichkeit zum Schaffen gab. Wie wir die erste große Aufgabe gelöst haben, so ist es auch gelungen, den bildenden Künstler einzugliedern in den großen Schafsensprozeß der Nation.

Präsident Ziegler gab dann seinen Rechenschafts­bericht über die Arbeit der Reichskammer, in dem es u. a. heißt: Erfreulich ist die Feststellung einer durch­schnittlichen Einkommens st eigeru'ng der Kam­mermitglieder gegenüber dem Geschäftsjahr 1836 um etwa 17 v. H. An Ausstellungen von Kunstvereinen,

(Fortsetzung auf Seite 2)

Seschenk des Wlzrers für die SlMotliek

Die italienische Regierung ermöglicht die Übernahme des „Diskuswerfers" von Miron *

München, 10. Juli.

Im Rahmen des Tages der deutschen Kunst fand am Sonnabendmittag ein feierlicher Akt in der Glyptothek am Königlichen Platz statt. Der Führer übergab ein ita­lienisches Kunstwerk, die berühmte, im Jahre 1781 aufge­fundene Kopie des „Diskuswerfers" von Miron an die Münchener Glyptothek.

Bei der Uebergabe des Werkes im Eöttersaal der Glyptothek gab der Führer in einer kurzen Ansprache seiner Freude darüber Ausdruck, daß es gelungen sei, dieses wundervolle Werk, um das sich bereits Ludwig I. für die Glyptothek bemüht habe, für Deutschland zu er­werben. Er wisse, daß die Genehmigung zur Ausfuhr dieses Werkes aus Italien nur denkbar gewesen sei im Zeichen der engen und herzlichen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland. Ohne sie würden wir das herr­liche Werk nicht bewundern können. „Ich möchte aber", so erklärte der Führer, „in diesem Augenblick der ita­lienischen Regierung und insbesondere ihrem genialen Chef, meinen herzlichsten Dank aussprechen!"

Der Führer gab sodann seinen Entschluß bekannt, das Werk der Elypthothek in München zu übereignen und er­suchte den bayerischen Ministerpräsidenten, es in die Ob­hut des bayerischen Staates zu übernehmen.

Ministerpräsident Siebert gab in herzlichen Wor­ten der großen Freude über diesen Enllchluß des Füh­rers Ausdruck und nahm das KunstweK in die Obhut des Landes Bayern. Im Anschluß an den Uebergabeakt begrüßte der Führer besonders den italienischen Gene­ralkonsul in München, Minister Pittalis.

Unter den Ehrengästen des feierlichen Aktes bekanden sich außerdem Reichsleiter Grimm, Reichsführer si Himmler, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsjustiz­minister Dr. Eürtner, der Gauleiter des Traditions­gaues, Staatsminister Adolf Wagner, und eine Reihe führender Persönlichkeiten aus Partei, Staat und Kunst, darunter der Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste, Pros. Adolf Ziegler, und Frau Pros. Troost. Jtalienischerseits waren außer dem Generalkonsul der Sekretär des Münchener Fascio, Dr. d'Amato, mit anderen Angehörigen der italienischen Kolonie in Mün­chen erschienen.

Der Diskuswerfer von Miron ist eine lebensgroße Marmorstatue, die bisher — der Öffentlichkeit nicht zu­gänglich — in dem Palacco Lancelotti in Rom stand.

Aus der Inschrift auf ihrem Sockel geht hervor, daß sie am 14. März 1781 in der Villa Polombara auf dem Esquilin gefunden wurde. Sie stellt eine alte römische Kopie einer Bronzestatue dar, die aus den Jahren 560 bis 550 vor unserer Zeitrechnung stammt. Das Original

ist heute nicht mehr auffindbar. Das Kunstwerk stellt einen Diskuswerfer im Augenblick des Wurfes in höchst konzentrierter Bewegung dar, ist 'also in streng griechi­schem Stil gehalten. Die kraftvolle Dynamik des Wer­kes macht auf den Beschauer einen gewaltigen Eindruck.

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Die Konferenz des Iudenproblems

7. L. v. Bremen, 10. Juli.

An den vielgerühmten Gestaden des Genfer Sees, diesmal auf französischem Boden — weil die Schweiz ihr eigenes Gebiet dafür nicht bereit­zustellen wünschte —, tagt seit Donnerstag die Konferenz von Evian. Dorthin haben sieben- undzwanzig Nationen auf Veranlassung der Ver­einigten Staaten von Amerika ihre Vertreter ge­sandt, angeblich, um gemeinsam die sogenannte Emigrantenfrage zu lösen. Man könnte der Konferenz von ganzem Herzen besten Erfolg wün­schen, wenn einige Voraussetzungen zutreffen wollten, die ihr einen wirklichen Sinn geben und ihre Arbeit Erfolg verleihen könnten. Solche Vor­aussetzungen sind der ehrliche Wille der vertrete­nen Regierungen, bei der Lösung der Frage Opfer zu bringen und im übrigen sachlich das Problem zu behandeln, ohne es hetzpropagan- distisch zu mißbrauchen.

Leider ist bereits jetzt nach kaum zweitägiger Arbeit in Evian zu erkennen, daß es einigen der teilnehmenden Nationen an der Konferenz weni­ger um die Beantwortung der Frage: Wohin mit den Juden? zu tun ist, als um eine neue Hetze gegen die Staaten (insbesondere gegen Deutsch­land), wo das Mitbestimmungsvecht am Schicksal des Volkes den Juden entzogen wurde. Mit anderen Worten: die Presse derjenigen Staaten, von denen man annehmen sollte, daß sie brauch­bare Beiträge zur Lösung des Iudenproblems er­bringen könnten, weil sie bei den ungeheuren Ausmaßen ihres Staatsgebiets solche Beiträge zu liefern imstande sind, gefällt sich weniger in posi­tiven Vorschlägen, als in gehässigen, z. T. wüten­den Angriffen gegen Deutschland. Es ist so auf­schlußreich, wie es aufschlußreicher für einen un­voreingenommenen Menschen gar nicht sein Kann, daß weder England noch Frankreich und nicht ein­mal Amerika sich bereitfinden wollen, ein Reser- vatorium für das gerade von diesen demo-pluto- kratischen Ländern — der Duce hat diesen Aus­druck geprägt — so sehr bedauerte Judentum be­reitzustellen. Im Gegenteil liegt die Sache so, daß jeder nur von dem anderen Opfer in dieser Hinsicht erwartet und im übrigen über Deutsch­land wettert, weil dieses eben auch mit Juden nichts zu tun haben will.

— Wie leicht müßte es doch den Vereinigten Staaten fallen, bei der Unermeßlichkeit ihrer Gebiete eine größere Landfläche zur Anfiedlung der nach Seßhaftigkeit verlangenden Juden her­zugeben. Selbst Frankreich könnte es bei eini­gem guten Willen durchaus nicht schwerfallen, entsprechende Vorschläge von sich aus zu machen, wenn man auch nicht gleich erwarten kann, daß es bei seiner etwas wehleidigen Einstellung für die „armen" ausgewanderten Juden bei der Suche

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Sagunt liegt im Feuer der nationalspanischen Truppen.

Mussolini würdigt in einem Vuchvorwort die Be­deutung der Achse Berlin—Rom.'

Der britische Freiwilligenplan wurde in Vurqos überreicht.

Anläßlich der Festsitzung der Neichskammer der Bildenden Künste vermachte der Führer der Mün­chener Glyptothek die antike Statue des „Diskus­werfers" von Miron.

Durch Neichsgesetz werden sämtliche Fideikommiß- guter aufgehoben.

Staatssekretär Reinhardt erläuterte das neue Gesetz zur Förderung der Landbevölkerung.

Zum Ehegesetz erschien ein Kommentar.

Unser Gauleiter legte den Grundstein zum Neubau der Hochschule für Lehrerbildung in Oldenburg.

Bei Nienburg wurde ein Lastkraftwagen durch einen Personenzug zertrümmert.

Die Vundesaarde des Deutschen Radfahrerverbandes wurde im Bremer Rathaus durch Regierunqsrat Kowmg empfangen.

VZ. erprobte die Schlagfertigkeit des Bremer - Uebersallkommandos.

Dü sBZ. sandte rund um die Welt einen Lnftpost-

Das Zeltlager der Bremer Flieger-HJ. in Wilder­hausen wurde eröffnet.

Das Endspiel um die Handball-Weltmeisterschas! bestreiken Deutschland und die Schweiz.

Die Totalverluste der Welthandelsfkotte haben zr - genommen.

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