Ausgabe 
(8.7.1938) Nr. 185
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des legierenden Dürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

Nmtliöies Derkündunasbiakt des Neicbsltatlbalters in llldenburo und Bremen

Nr. 185 / 8. Jahrgang

Freitag. 8. Juli 19Z8

kinzeipreis 15 Nps.

läge der leier und Verpflichtung

keichoparleitag ISZS in Nürnberg vom 5. bis einschließlich 12. September

wieder an der Schwelle der größten Itchresfeier unserer vewegung Zum ersten Male offene leilnaßme der Parteigenossen aus der Vst- mark/Vorfreude aus den ersten Parteitag des Sroßdeutschen Neiches

sLigeoer vraktborickt cler„Lreiner Leitung")

d48L. Nürnberg. 8. Juli.

Die nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet aus Nürnberg: Der Führer hat als Termin für den diesjährigen Reichsparteitag die Zeit dorn 5. bis einschließlich

12. September 1938 bestimmt.

Mit der endgültigen Festsetzung des Termins für den Parteitag 1938 tritt für dieses Jahr das Hochfest der nationalsozialistischen Volksbeweg­ung wieder in den Vordergrund des Bewußtseins der ation. Es nimmt heute in der politischen Willens­bildung des deutschen Volkes eine nicht mehr hinweg- zudenkende, festverankerte Funktion ein. Es liegt auf der Hand, daß der Nationalsozialismus, der ja selbst ganz „Wille" ist, in der politischen Willensbildung seine durchaus eigenständigen Formen und Gesetze finden mutzte,' die freiwillig von der liberalen Demokratie wenig verstanden und daher oft mißdeutet werden. Diese Hüter der Freiheit räumen dem einzelnen Staatsbürger lediglich das Recht ein, im Wahlakt irgendeiner Wahl- liste die Zustimmung zu geben. Aus der Summierung dieser einzelnen WilleNsakte entsteht dann das Parla­ment, das nun ziemlich unabhängig verfolgt aus den Stimmen der Abgeordneten seinen Willen bildet. Aus dem Hin und Her dieser von den verschiedensten und meist unkantrollierbaren Einflüssen gelenkten Willens­akte soll dann die Staatspolitik herausdestilliert werden.

Man weiß heute zur Genüge, wie wenig diese in der parlamentarischen Retorte ausgegorene Politik mit dem wirklichen Willen des Volkes übereinstimmt. Ja, der Umweg, den der Volkswille vom Wähler über den Ab­geordneten bis zur Regierung macht, ist allen Einflüssen zugängig und wird von Sonderinteressen von Macht­gruppen und -grüppchen abgebogen, so daß im Endergeb­

nis oft nichts mehr von den ursprünglichen Absichten zu spüren ist.

Der politische Führungsbegriff der Partei basiert auf einer grundlegend anderen Anschauung vom VoKs- willen. Er stellt sich hier nicht dar aus einer Addition einer unübersehbaren Menge einzelner Willensakte,.son­dern aus einer dauernden Bereitschaft der Volksgemein­schaft. dem Führpngsanspruch, dem Recht'eines Mannes und seiner Partei, willig und gläubig zu fol­gen und zu dieser Führung in einem Verhältnis unbedingten Vertrauens zu stehen. Dieser Wille und dieser Glaube kann aber niemals rein rech­nerisch erfaßt und nur mit dem Stimmzettel sichtbar ge­macht werden. Führung und Volkswille stehen hier in einem Wechselverhältnis. Aus den Flammen der Be­geisterung uhd dem flackernden Brennen eines unbe­dingten Glaubens schöpft der Führer die Kraft, den Willen des Volkes intuitiv zu erkennen, die Geschicke des Volkes mit starker Hand durch seine Partei zu lenken. So fließt hier der Volkswille in organischen, rational niemals ganz erklärbaren Kanälen unmittel­bar in die Führung ein. Dieses Wechselverhältnis be­darf aber, um seine Wirkung dauernd zu behalten, im­mer neuer Vetätigung.

In dieser ständig neu erfolgenden Willenserwägung nimmt der jährliche Reichsparteitag im Eesamtleben der Nation eine hervorragende Stellung ein. In ihm ver­sammelt sich Partei und Führung und Gefolgschaft zu

dem Erlebnis innigster Verbundenheit. So war es und so wird es bleiben.

In diesem Jahre allerdings wird eine besondere Stei­gerung dieses Erlebnisses erwartet werden. Ziehen doch diesmal auch die Fahnen und Standarten der Parteige­nossen der Ostmark in Nürnberg ein, nachdem sie fünf bittere Jahre lang im Dunkel der Illegalität verborgen gehalten werden mußten. Parteigenossen nehmen zum erstenmal teil an dieser erlebnisreichen Woche, an dieser Heerschau unserer Volkskraft.

Parteigenossen, die sich diese Feier und offene Teil­nahme in härtester und glaubensstarker Bewährung er­worben und erkämpft haben. Ihre Härte und ihr Kampf, den sie in der Partei als Angehörige des deutschen Vol­kes durchgestanden haben, wird wie ein belebendes Feuer durch die Pulse des gesamten Volkskörpers fließen und besonderen Glanz und Jubel, Freude und Kraft über die Tage von Nürnberg gießen.

Me NS.-Kampfsp1ele Im sttm

Ausführung vor allen SA.-Einheiten

München, 8. Juli.

Vor kurzem wurde in Stettin ein Schmalfilm von den NS.-Kampfspielen beim Reichsparteitag 1937 erst­aufgeführt, der auf eine Idee von Obergruppenführer Kolb von der Obersten SA.-Fiihrung zurückgeht. Der Film, der die wehrsportlichen Ereignisse des vergange­nen Parteitages wiedergibt, erhielt durch die Film- prüfftelle das Prädikat „st aatspolitisch wert - v o l l" und volksbildend und die Bezeichnung „Lehr­film". Er wird im Laufe dieses Sommers,vor allen SA.-Einheiten zur Aufführung kommen.

Segelflug-Weltrekorv öremen-kübeck-vremen

„Varmstadt" auf Streckenslug mit NückkeHr;um Start — Mit 514 km den bisherigen Weltrekord um das dreifache überboten

Bremen, 8. Juli.

Das neue Hochleistungs-Segelflugzeug der flugtechni­schen Fachgruppe Darmstadt (Akaflieg), das zu Ver­suchsflügen nach Bremen gekommen ist, konnte gestern unter Führung des Darmstädter Studenten Bernhard Flinsch einen neuen Weltrekord in der Kategorie Streckenflug mit Rückkehr zur Startstelle ausstellen.

Flinsch startete um 10.05 Uhr nach vorheriger Angabe des Wendepunktes Lübeck auf dem Bremer Flug­hafen. In 700 Meter Wer dem Flugplatz löste er sich von dem Schleppflugzeug und verschwand sofort in nord­östlicher Richtung. Um 13.16 Uhr rundete das Segel­flugzeug unter Abgabe von Rauchzeichen die Lübecker Wendemarke. Durch Verschlechterung der Wetter­lage war das Gelingen des Fluges fast in Frage ge­stellt. Aber es gelang Flinsch trotzdem, nach fünsstündi-

öeneralsekretör

im türkischen flußeirmlnisterium beim Neichsauhenminister

Berlin, 8. Juli.

Der Reichsminister des Auswärtigen von Rivbentrop empfing am Donnerstag den Generalsekretär im türki­schen Autzenministerium, Botschafter Numan Menemen- rioglu. Exzellenz Numan Menemencioglu ist vor kurzem an der Spitze einer Wirtschaftsdelegation in Berlin ein­getroffen, um mit den zuständigen deutschen Stellen in Besprechungen über die deutsch-türkischen Wirtschafts­beziehungen einzutreten.

Die eingehende Unterredung, die der hohe türkische Beamte mit dem Reichsminister des Auswärtigen am Donnerstag hatte, betraf sowohl die beide Länder be­rührenden Wirtschastsfragen, als auch di« deutsch- türkischen Beziehungen im allgemeinen.

gem Rückflug die Maschine wieder auf dem Bremer Flughafen zu landen.

Die zurückgelegte Strecke beträgt 314 Kilometer. Da sämtliche Vorbedingungen erfüllt sind, ist mit einer Anerkennung als Weltrekord zu rechnen. Der bisher von Heye-Straatmann gehaltene Weltrekord betrug 85 Kilometer.

Das Segelflugzeug wurde von der flugtechnischen Fachgruppe Darmstadt (Technische Hochschule) kon­struiert und gebaut. Bei dieser Maschine wurden erst­malig die wesentlichen Vanteile aus Leichtmetall ge­fertigt. Die Maschine fällt durch ihren außerordentlich schmalen, zwanzig Meter spannenden Flügel und durch seinen ungewöhnlich schlanken Leichtmetallrumpf auf.

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vor k'übrtzi- boi Illriob 6rak. 0er Vüluer kvsucktv, nie bereits beriektot, in Zlüneben seinen treuen Lexioitvr aus äen ersten ckabren äss Xampkes, VIrieb 6rak, uw ikm persönlick seine Klüeüvünsebe rnw 60. dvbnitstag ansrnsprselie». — Unser Lilä: vor kiibror überrelebt Illricb 6rsk sein mit einer berrlieben sMämunA vorsvbenes Lilä. (krssss-Llokkwaiw.)

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Französisch-englische Pläne im Südosten

Da. Kemal Atatürk hat einmal gesagt, die,Sandschak- frage sei für die Türkei „die große nationale Ange­legenheit" die das „wahre Gewicht und Maß" für das Verhältnis zu Frankreich bestimme. Die Richtigkeit des ersten Teiles dieses Wortes hat sich gezeigt in dem nun­mehr 17 Jahre dauernden Kampf der Türkei um Autonomie für ihre achtzigtausendköpfige Volksgruppe im Sandschak; vielleicht bedeutet die jetzt im Einver­nehmen mit Frankreich erfolgte Besetzung des nördlichen Teiles des Landes durch türkische Truppen — die Pro­vinz selbst bleibt staatsrechtlich bei Syrien — eine der letzten Etappen. Den ersten Sieg trug die türkische Re­gierung 1926 davon, als durch ein Abkommen mit Frankreich der Sandschak Selbstverwaltung mit haupt­sächlich türkischen Beamten, dem Türkischen als Amts­sprache und Förderung der türkischen Schulen erhielt. Dieser für alle Teile befriedigende Zustand wurde ge­stört, als Frankreich 19 Jahre später seinem Mandats­land Syrien die Selbständigkeit gab, dabei aber unter­ließ, die Rechte der Türken im Sandschak garantieren zu lasten. Die türkische Regierung sah in dem immer stärker werdenden Nationalbewußtsein der Syrer eine Bedrohung ihrer Volksgruppe und forderte deren Sicherung. Diese wurde ihr 1937 in Genf durch ein Ab­kommen zugestanden, in dem Entmilitarisierung des Sandschaks, Schutz der Minderheiten unter Bevor­zugung der türkischen und Wahl eines eigenen Parla­ments beschlossen.wurde. Gleichzeitig wurde festgelegt, daß eine Abänderung dieses Statuts nur durch den Völkerbund erfolgen könne.

Des Völkerbundes Mühlen mahlen bekanntlich lang­sam, und so haben sich die Wahlen immer wieder hin­ausgezögert, bis sie sich infolge der durch die Span­nung zwischen Syrern, Armeniern und Türken hervor­gerufenen Unruhen vorerst als undurchführbar erwiesen. Doch nun tat Frankreich einen überraschenden Schritt: Es setzte sich mit der Türkei zusammen und brachte — unter völliger Außerachtlassung des Völkerbundes! — eine Lösung des Sandschakproblems zustande, die in dem soeben unterzeichneten Abkommen über die Zusam­menarbeit beider Generalstäbe ihren Niederschlag ge­funden hat.

Die Türkei hat nun daraus, daß Frankreich ihre nationalen Wünsche achtet, das hohe „Gewicht und Matz" des französischen Wohlwollens erkannt und sich zur Erneuerung des französisch-türkischen Freundschafts­abkommens bereit gefunden. Frankreich hat zahlreiche Opfer, namentlich an „traditionellen" Prinzipien brin­gen müssen, um zu diesem, Ziel zu kommen.-Der bisher schärfste Verteidiger des Völkerbundes mißachtete eine seiner „geheiligten" Entscheidungen, er mußte — un­geachtet einiger Parallelfälle (Tschecho-Slowakei, Oester­reich) —, die Rechte der türkischen Volksgruppe und ihren Schutz durch türkische Truppen anerkennen, mutzte darüber hinaus noch-die völlige Autonomie des Sand­schaks zugestehen.

Frankreich nahm als Partner Ankaras den Unwillen der syrischen und darüber hinaus der ganzen arabischen Welt auf sich, die in dem Einrücken türkischer Truppen ganz richtig die Loslösung des nördlichen Teiles oes Sandschaks von Syrien erblickt und ein Wiedervor- dringen der Türkei im Nahen Osten befürchtet. Der Plan Frankreichs, Syrien mit in das französisch-tür­kische Abkommen einzubeziehen, ist an dem energischen Widerstand der syrischen Regierung, den Vertrag zu

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In der internationalen Niederlassung von Schanghai verübe» chinesische Terroristen fortgesetzte Mord­überfälle aus Japaner.

Durch die Unwetterkatastrophe in Kode wurde» auch zahlreiche Deutsche geschädigt.

Auf den rotspanischen „General" Miaja wurde in Valencia durch rote Milizen ein Anschlag verübt. Durch tschechische Winkelziige werden die gewählten sudetendeutschen Bürgermeister gehindert, ihr Amt anzutreten.

Der Führer hat den Reichsparteitag 1938 aus die Zeit vom 5. bis 12. September festgelegt.

Der Reichsaußenminkster empfing gestern den Generalsekretär des türkischen Außenministerinms. Am 17. Mai 1939 wird die Volks-, Berufs- und Vetriebszählung durchgeführt.

Das Segelflugzeug „Darmstadt" stellte auf der Strecke Bremen — Lübeck - Bremen einen Welt­rekord im Flug mit Rückkehr zur Startstelle auf.

Ein schweres Omnibnsunglück ereignete sich bei Rostock.

Am kommenden Wochenende führt die Motor­standarte 62 des NSKK. ihre wehrsportlichen Wett- kämpse für 1938 durch.

Die bremischen Häfen verzeichnen für die ersten fünf Monate eine Zunahme des Seegüterumschlage- um über 9,5 Millionen Tonnen.

Die Mittellandkanal-Abgaben werden ermäßigt.

Sieger der dritten Etappe der Tour de France wurde der Holländer Schulz«.

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