Ausgabe 
(2.7.1938) Nr. 179
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parteiamtliche Tageszeitung

Vas Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Lreien l-jansestadt Vremen

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der NationalsitzMsten Vremens

Amtliches verkiindungsbian des Neichsstattffalters in Mdenburg und vremen

Nr. 1?9 / 6. Jahrgang

Sonnabend. 2. Juli 19ZS

kinzelpreis 15 Npf.

kme pariser Zeilschrist gibt die Zukunstsplüne des kriegsdungrigen französischen l-eneralstabes preis

Selgien als Vurchmarfchland und flngriffsbasis gegen das Neich / StattSicherung des Friedens" dinier der Maginot-Linie völkerrechtswidriger Überfall auf Veutschlaiws Westen / kinbruch in das Nichrgebiet geplant / Belgische Neutralität soll dinier

FrankreichsInteresten" zurückstellen

Berlin, 2. Juli.

DerVölkische Beobachter" und dieBerliner Börsenzeitung" beschäftigen sich mit einem Aussatz der kürzlich in der französischen ZeitschriftNotre Prestige" erschienen ist. Der Aussatz trägt die Ueberschrist:Belgien, das unvermeidliche Schlachtfeld" und hat offenbar einen französischen Generalstabsoffizier, derVideo" zeichnet, zum Ver­fasser. Die Zeitschrift selbst steht dem französischen Generalstab und dem außenpoliti­schen Kammerausschuß nahe.

Der Aufsatz der Zeitschrift, aus dem derVB" die entscheidenden Stellen nachdruckt, kommt nach historischen und politischen Untersuchungen, beginnend beim Schliessen-Plan, zu dem angeblichen Nachweis, daß der deutschen Heeresleitung angesichts der Maginot- Linie gar nichts anderes übrigbleibe, als wiederum über Belgien zu marschieren, um ihre strategischen Ziele zu erreichen.

Diese Beweisführung, so sagt derVölkische Beob­achter", braucht der französische Artikelschreiber, um die

eigene französische Invasion in Selgien

zu rechtfertigen. DerVB" zitiert ausNotre Prestige" dazu wörtlich:

Der Krieg wird nicht durch die Passivität gemacht. Bor oder nach der Parade gibt es die Offensive. Die schnellen motorisierten oder mechanisierten Heeresmassen, die wir dem freie» Belgien zu Hilfe schicken würden, um eine gemeinsame Strategie zu ermöglichen, würde sich nicht darauf beschränken, Schützengräben ausznheben und den Krieg aus vier Jahre in die Erde zu vergraben. In den Ebenen von Vrabant würden unsere Panzer­wagen, unterstützt durch Infanterie und Artillerie, gefolgt von motorisierten Divisionen und mit jener schnellen Taktik, die unserem Temperament und unseren Möglichkeiten entspricht, die Deutschen in Unordnung nach den Grenzen von Westfalen zurückwerfen."

Man sieht, so sagt derVB" zu dieser Stelle des Artikels der französischen Zeitschrist, man hat sich in. Paris schon sehr genaue Vorstellungen über die tak­tischen Operationen der französischen Truppen in Belgien gemacht. Ein kleines Bedenken besteht noch:Es ist offensichtlich schwierig zu vermuten, daß Frankreich eine Armee nach Belgien werfen würde, ohne dazu aufge­fordert zu sein".' Aber dieser Skrupel wird sofort wie folgt widerlegt:

,Mnid wir nicht eines der seltenen Länder der Welt, die fähig sind, eine solche Geste für ein gemeinsames Interesse und ohne Hintergedanken durchzuführen?"

DerVB." zitiert dann ein längeres Stück aus dem französischen Artikel. Dieses Stück besagt: Innerhalb zwei Stunden nach Kriegsausbruch stehen die franzö­sischen Panzerdivistowen,die ihren natürlichen Platz in dem Dreieck Lille Laon Reims Mezieres fin­den". auf belgischen Boden, während die französischen

Bombengeschwader von ihren Flugstützpunkten und Hor­sten an der Lelgisch-dentschen Grenze zum

flngriff auf das Nuhrgebiet

warten.Nur die Errichtung unserer Luftstützpunkte in geringer Entfernung der Ruhr", schreibtVideo",kann unseren Repressalien eine Bedeutung oder einen Er­folg verschaffen.

DerVB." stellt dazu fest, -ah es sich in Vorstehen­dem also nicht um Maßnahmen handelt, die in der Ver­teidigung ausgelöst werden, sondern um einen plan- mähigen vorbereiteten Angriff unter absoluter Nicht­achtung der belgischen Neutralität.

Video" nenne das scharmant eineGeste für ein gemeinsames Interesse und ohne Hintergedanken". Nicht ein angeblich drohender Einfall der deutschen Armee sei der Grund des französischen Jnvasionsplanes, son­dern das rein militärische Expansionsbe- dürfnis, das offenbar in gewissen Kreise« des fran­zösischen Generalstaibes bestehe.Video" halte die Ver­längerung der Maginot-Linie um weitere 400 Kilo- meter von Metz bis Dünkirchen fürabsurd" für eine erfolgreiche Verteidigung und beschäftigte sich dafür ein­gehend mit der Frage, welche militärischen Vorteile mit der Verkürzung der Front etwa in der Linie Arlon Viss (an der belgisch-holländischen Grenze) verbunden wäre.

An der belgisch-deutschen Grenze solle also die verlän­gerte Maginot-Linie entstehen.

DerVölkische Beobachter" fragt in seinen weiteren Ausführungen, inwieweit der französische Generalstab bereit und in der Lage sei, sich mit den bedenklichen Gedankengängen der ihm nahestehenden Pariser Zei­tungen zu identifizieren. Wenn der französische Verfasser selbst im Ernst nicht an seine Verdächtigung Deutsch­lands glaube, so berechtig« ihn das noch lauge nicht da­zu, mit seinen strategischen Untersuchungen die

politische fltmospkiire Mischen allen vetelligten ;u vergiften

Die Reichsregierung hab« am 13. Oktober 1937 der belgischen Regierung «ine feierliche Erklärung mit­teilen lassen, in der es wörtlich heiße:

Die deutsche Regierung stellt fest, dah die Unverletz- lichkeit und Integrität Belgiens für die Westmächte von

gemeinsamem Interesse sind. Sie bestätigt ihren Ent­schluß, diese Unverletzlichkeit und Integrität unter kei­nen Umständen zu beeinträchtigen und jederzeit das bel­gische Gebiet zu respektieren, ausgenommen selbstver­ständlich in dem Falle, daß Belgien in einem bewaff­neten Konflikt, in den Deutschland verwickelt ist, bei einer gegen Deutschland gerichteten militärischen Aktion mitwirken würde."

Wir müssen, so schließt derVV." für uns in An­spruch nehmen, daß man auf allen Seiten dieses deutsche Wort respektiert. Was für Deutschland gilt, gilt aber genau so für die Westmächte, die ihrerseits die Integri­tät Belgiens feierlich garantiert haben. Aufsätze der eben zitierten Art sind daher in höchstem Grade bedenk­lich. Das beweist auch das Interview, das der belgische Ministerpräsident Spaak einem Korrespondenten des Daily Telegraph" gegeben hat.

Auch dieBerliner Vörsenzeitung" beschäftigt sich un­ter der Ueberschrist:Belgien Frankreichs Elacrs?" mit dem Artikel der ZeitschriftNotre Prestige". Die Vörsenzeitung" sagt dazu im wesentlichen: Ä!an ver­sucht

durch sanftes Zureden und brutale vrotzungen

den König der Belgier von der geraden Linie seiner Neutralitätspolitik abzubringen. Man setzt sich, indem man uns Angriffsabsichten unterschiebt, über die ein­deutige deutsche Erklärung vom 13. Oktober 1937 eben­so hinweg wie Wer die gewichtigen, an Frankreich ge­richteten VerstLndigungsangebote des Führers und Reichskanzlers. Man führt den Belgiern die französi­sche Militärmacht vor Augen und deutet offen genug an, daß es politische Erwägungen und Umstände für Frankreich geben könnte, unter denen auchvor der Parade durch ein einseitiges Vorgehen"

Frankreich den flngriff auf Deutschland quer durch Selgien

hindurch unternehmen würde. Wir brauchen nur einen Blick auf die französische Politik der Militärbündnisse und Kollektivpakte zu werfen, um zu wissen, daß Frank­reich nie verlegen sein wird, einen Fall zu konstruieren, durch den es sich zum Wahrer angeblich bedrohter Inter­essen Dritter auswirft. Die Möglichkeit zur Entfesselung von Konflikten auf diesem Wege hat Frankreich stets raffiniert in seine Paktpolitik hineingebaut.

Es ist immer die gleiche französische Denkart: Nicht Ausgleich mit Deutschland, nicht Verständigung auf dem Boden der Gleichberechtigung, sonder» Bedrohung des Nachbarn. Für die Erreichung ihrer Zwecke ist zeneu französischen Kreisen jedes Mittel recht. Die Geschichte der letzten Jahre zeigt, daß nur der absolute Friedens­wille anderer Mächte der französischen Politik die Mög­lichkeit zur Konstruktion solcher Vorgänge, zur Entzün­dung des Pulverfasses, genommen hat.

Wahnsinnige Plane Vareelonas

SowjetruAischesKomitee" für Angriffe auf Italien gegründet

(Bigsvsr Oiabtboriebt cksrBremer Leitung")

Paris, 2. Juli.

Die Erfolge der Franco-Truppen an der Mittelmeer- sront scheinen die roten Machthaber in Barcelona jetzt endgültig bestimmt zu haben, unter allen Umständen einen europäischen Konflikt hervorzurufen. Nach den Informationen einer Pariser Wochenzeitnng ist in Barcelona ein sich in der Mehrzahl aus So­wjet r u s s« n zusammengesetztes Komitee gebildet wor­den, das mit der Ausarbeitung des wahnsinnigen Pla­nes, italienische Städte mit Bomben zu belegen, beauf­tragt ist.

Zuerst sollen Luftangrisse auf Genua, Mailand und Turin und dann aus Neapel und Rom durchgeführt werden. Der Sonderbeauftragte Stalins, Mironow, der an der Spitze dieses Exekutivkomitees steht, soll erklärt haben, daß nur durch einen allgemeinen Krieg, der durch die Angrisse auf Italien heroorgerusen wird, die ver­zweifelte militärische Lage geändert werden könne. Mit anderen Worten also: Sowjetspaniens letzte Rettung ist der Weltkrieg!

Daraus geht deutlich hervor, daß die bolschewistischen Machthaber die Warnung Englands und Frankreichs, als zum ersten Male die Drohungen bekannt wurden, nicht nur ignoriert, sondern planmäßige Vorbereitungen zur Durchführung dieses wahnwitzigen Unternehmens getroffen haben. In Rom hat man indessen keinen Zweifel darüber gelassen, daß Italien innerhalb von 24 Stunden mit dem spanischen Bolschewistengesindel aufräumen würde, wenn nur der schüchterne Versuch gemacht würde, den abenteuerlichen Plan zu verwirk­lichen. Ob sich jedoch die Roten dadurch von ihrem

Unternehmen abhalten lassen, scheint äußerst zweifel­haft. Sie spekulieren auf die Unterstützung Frankreichs, indem, wie der ehemalige sowjet- spanische Vertreter in Paris erklärte, eine revo­lutionäre Bewegung vorbereitet werde, die der Pariser Regierung ihren Willen aufzwinge. Die französische Regierung, so führte der bolschewistische Diplomat^ weiter aus, werde dann Sowjetspanien zu Hilfe kommen.

Der extreme Flügel der französischenVolksfront" hat einen -neuen Vorstoß bei Daladier unternommen, um die Oeffnung der Pyrenäengrenze durchzusehen. Aber, wenn auch Daladier dieses Ansinnen ablehnen sollte, ist die Kriegsgefahr noch kei­neswegs gebannt. Barcelona ist entschlossen, seine aben­teuerlichen Pläne, die Europa in ein Chaos stürzen sollen, in die Tat umzusetzen und bestärkt wird es vor allem darin von Sowjetrußland, das besonders in die­sen Tagen in Rotspanien zum offenen Kriege hetzt.

Es wird der großen Wachsamkeit der europäischen Großmächte, die guten Willens sind, bedürfen, um einen Berzweislungsschritt Barcelonas zu verhindern.

Pulverfaß Varcelona

Terror gegen Hunger und Not

St. Jean de Luz, 2. Juli.

Der Ausbruch neuer Unruhen in Varcelona scheint wieder einmal unmittelbar bevorzustehen. Besonders haben sich die Spannungen.zwischen den beiden marxi­stischen Gewerkschaften CNT. und UGT. verschärft. Vor­läufig bemühen sich zwar noch die roten Machthaber

durch energisches Einschreiten und neue Eewaltmatz- nahmen die Spannungen nicht zum Ausbruch kommen zu lassen. Auf dem Fort Monjuich wurden wiederum 10 Personen erschossen. Außerdem nahm die sowjet- spanische GPU., die völlig in den Händen von Nicht- spaniern liegt, zahlreiche Verhaftungen hungernder Menschen vor.

ks kommt kein Noler durch!

Bolschewistische Gegenangrifse an allen Fronten zusammengebrochen

Bilbao, 2. Juli.

Au der Katalonienfront wurden im Abschnitt Tremp von den nationalen Streitkräften bolschewistische An­griffe abgewiesen. Vorgestern nacht und gestern morgen griffen die Roten an der Teruelsront bei Puebla Val- verde erfolglos an, wobei sie über 100 Tote zurückließen. An der Castellon-Front im Abschnitt Onda wurden die Höhen westlich des Ortes besetzt. Im Abschnitt Bechi wurde der Vormarsch der nationalen Truppen fortgesetzt, und die Gabelung der Straßen Artana und Villavieja erreicht. Der Feind ließ hier Wer 300 Tote und zahlreiches Material zurück. Bei Paralera Zaucejo an der Estremadura-Front wurde ein roter Gegenangriff abgewiesen.

Die Luftwaffe bombardierte Fabriken nördlich von Valencia und die Bahnhöfe Masamagrel und Alcira, wo gerade große Materialtransporte eingetroffen waren.

Der Dank 4te»

5 Jahre Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung am 3. Juli

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ZMZ

keiebskiieKsopkerkübrsr Bg. Oberlinckober

Der 3. Juli ist für die kriegsbeschädigten Front­soldaten und die Kriegshinterbliebenen ein denkwür­diger Tag. Vor fünf Jahren einigte Pg. Hanns O b e r l i n d o b e r, der schon in der Kampfzeit die Kriegsopferfragen in der NSDAP. bearbeitete,' die deutschen Kriegsopfer zu einem großen Bund von Frontsoldaten und Kriegshinterbliebenen, der Natio­nalsozialistischen Kriegsopferversor­gung (NSKÖV.).

Gerade während der Kampfzeit der NSDAP. hatte Oberlindober die Not und den Kampf der Krieasopefr kennengelernt. Er sah dabei auch, daß es insbesondere der Sammlung und Zusammenfassung der ehemaligen Kameraden der feldgrauen Front bedürfe, denn nur als eine große mächtige Organisation schien eine erfolg­reiche Arbeit für die Lebensinteressen der Kriegsopfer gesichert. Insbesondere hatte er aber in der Systemzeit auch kennengelernt, daß die ehemaligen Frontsoldaten immer wieder nur deshalb abseits standen, weil man von ihrem Fronterleben verächtlich sprach und weil man mit Hohnlachen über das Opfer der Hinterbliebenen hinwegging. Die kriegsbeschädigten Frontsoldaten und dieKrisgerhinterblisbemon selbst hatten vergessen, sich zu ihrer Leistung und zu ihrem Opfer zu bekennen: sie hatten sich, vergrämt und verbittert, zurückgezogen.

Hier appellierte Pg. Oberlindober zunächst an das Ehrgefühl der alten Frontsoldaten und an die Hinter­bliebenen der Töten des großen Krieges, in dem Sinne, daß er sie aufrief, wieder soldatische Haltung zu zeigen, stolz zu sein auf ihre Tat und auf das ihrem Volk gebrachte Opfer; denn gerade aus diesem Stolz und dem Bekenntnis müsse den Frontsoldaten und den Hinterbliebenen wieder ihr Recht werden. Die grundsätzliche Voraussetzung dazu war, daß die in Hunderten von großen und kleinen Verbänden zersplitterten Kriegsopfer, die sich außerdem größtenteils in politischen Verbänden und Parteien gegenseitig befehdeten, endlich zur Einsicht kamen, daß

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VnsOr VasosspioyoL

Frankreich Eeneralstav spielt mit dem Gedanken eine Neutralitätsbruchs an Belgien.

In Sowjetrutzland steht eine neue blutige Sänberungsaktion bevor.

Die Barcelona-Bolschewisten haben zwecks Organi­sation von Bombenangriffen auf italienische Städte ei«Komitee" gegründet.

In der Ostmark erschienen am 1. Juli erstmalig drei parteieigene Eauzeitungen.

Reichsminister Funk hielt in Stettin eine bedeut­same wirtschaftspolitische Rede.

In den deutschen Alpengebieten gingen erneut Unwetter nieder.

Der Hansakanal-Berein tritt für den Bau des Südflügels ein.

Die bremischen Häfen verzeichnen im ersten Halb­jahr 1938 einen erheblichen Verlehrsgewinn.

Heute beginne« in Vremen die Wettkampftaae der SA.-Eruppe Nordsee.

Morgen kann die NSKOB. auf ein fünfjähriges Bestehe« zurückblicken.

Der Eeueralinspektrur für die Schutzpolizei, Generalmajor Miilverstedt, besichtigte die bremische Schutzpolizei.

Der Reg. Bürgermeister führte den neuen ärztlichen Direktor der Städtischen Krankenanstalten, Dr. Burghardi, in sein Amt ein.

Donald Vudae wurde wie schon im Vorjahr wieder Wimbledon-Sieger.

Abermals erzielten deutsche Segelflieger Glanz­leistungen im Zielstreckeuslug.