Ausgabe 
(11.8.1938) Nr. 219
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parteiamtliche Lageszeitung

> kurzem Amtsblatt des legierenden Lürgermeisters der Freien Hansestadt Sremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtiiches verkündungsblatt des tteichsstattkalters in Oldenburg und Meinen

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Nr. 219 / S. Jahrgang

Donnerstag, ll.flugust 19Z6

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Nachbarländer der Ischecho-Slowakei westren stch gegen den „Verrat an kuropa

kine eindrucksvolle Kundgebung in Verlin

Berlin, 11. August

Gestern übergab die Anti-Komintern im Rahmen eines ihrer Presseempsänge im „Kaiserhof" das Rotbuch über die Bolschewisierung der Tschecho-Slowakei „Verrat an Europa" von Karl Vietz der Öffentlichkeit.

Akten, Z,» tüte» sMi,

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richtigen'd°>' Bor einer zahlreichen Zuhörerschaft von Vertretern krieüLlt. Partei und Staat und der In- und Auslandspreise V, sprach Nach Vegrüßungsworten des Presseleiters der - .^s Anti-Komintern Dr. Kommoß Gauleiter Oberregie-

' Telefon m Hans Krebs über die außerordentliche Ge­

fahr, die aus der Tatsache des erdrückenden sowjetischen

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"1 Einfluss

Üwitt«! auf die Tschecho-Slowakei für ganz Mittel-

europa und dem Donauraum erwächst. Diese Gefahr sei noch nie in solcher Klarheit und so eindringlicher Uebersicht gezeigt worden wie in dem Buch von Karl Vietz.

Deutschland und alle Völker Mittel- und Osteuropas müßten -wissen, daß die Zentralen der bolschewistischen !ol»rbelllli! Agitation für Mittel- und Osteuropa ebenso wie für !i„ng,n, r-K«!, alle Donaustaaten in Prag sind und daß dieser Staat « ^ das Aufmarschgebiet des Bolschewismus in agitatorischer,

linrj.

^ geistiger und militärischer Hinsicht ist.

»Il»n, «iicliil In Prag habe man dem Teufel die Hand zum Bunde lonioin« Siüi gereicht und längst vergessen, was der Sowjetgeneral VI iIIgvsÄKrunsc so offen sagte: „Die Rote Armee muß beteit rk» unä «er lein, in die Offensive überzugehen. Die Basis unserer > täg»<KOffensive wird nicht nur Sowjetrußland, sondern eine ganze Reihe anderer Länder sein. Die Grenzen dieser Front sind durch die Grenzen des Festlandes der Alten

- Welt bestimmt."

Als weiterer Redner würdigte Vugenius von Schu- mer-Szermentowski, Mitglied des Verbandes politischer Literaten und Journalisten, das neue Buch und

LllLs«

Lslirrsw schilderte die Bedrohung Polens durch die Bolschewisie­rung der Tschecho-Slowakei.^ „Uns kann diese von der

Komintern auf der Basis unserer allernächsten Nachbarn PreisangMj geführte Aktion nicht gleichgültig sein. Wir haben nicht

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deshalb unter der Führung des größten polnischen Hel­den, des Marschalils Josef Pilsudski, mit so grchen hel- Lebmiü denmütigen Anstrengungen des ganzen Volkes dem bol­schewistischen Drang gen Westen ein Ende bereitet, um nun den weiteren marxistischen Aktionen in Ruhe und Beschaulichkeit zuzusehen."

Zum Schluß sprach der Abgeordnete im ungarischen

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Parlament, Dr. Rajnitz. Von der Zeit der kommn- nistischen Herrschaft in Ungarn ausgehend schilderte er s. o.-/« die Entstehung des tichecho-slowakischen Staates, der seine Existenz lediglich dem Diktat der Versailler „Frie- BorlM Lensmacher" verdanke. Er zeigte ferner an einigen Vei- durch

spielen aus der jüngsten Zeit, wie die von Prag aus geleitete kommunistische Wühlarbeit gegen Ungarn oft genug mit Militärspiowage Hand in Hand gehe und von dieser kaum noch zu unterscheiden sei. Die Gefahr, die aus der Bolschewisierung der Tschecho-Slowakei für alle Nachbarländer erwachse, habe das Nietzsche Buch in eindruckvollster Weise gezeigt.

Die sensationellen Enthüllungen des Rotbuches gipfeln in folgenden, den, Inhalt des Buches prägnant zusammenfassenden Anklagen, die wir bereits heute im Wortlaut veröffentlichen können.

„Die Feinde Deutschlands haben aus geraubten Gebieten im Rücken Deutschlands einen Vasallenstaat zusammengestückelt; sieben Millionen .Deutsche, Slo­waken, Ungarn, Polen und Ukrainer sind seitdem — entgegen dem „Selbstbestimmungsrecht der Völker" — auf Gedeih und Verderb der tschechischen Tyrannei aus­geliefert. Die Unterdrückung der Völker im. Tschechen­

staate zeitigte bald den natürlichen Widerstand, der nur mit immer wieder gesteigertem Druck niedergehalten werden konnte. Als die Unterdrücker schließlich ein­sehen mußten, daß sie nicht nur sieben Millionen in ihrem eigenen Staate lebende Nicht-Tschechen gegen sich haben, sondern daß das Unrecht an diesen sieben Milli­onen auch von ihren Muttervölkern als Herausforde­rung empfunden wird, waren sie gezwungen, einen Verbündeten zu suchen.

Diesen fanden sie im Weltfeind Nr. 1, dem Bolsche­wismus. Mit ihm schlössen sie folgenden sauberen Pakt: Moskau hilft Prag bei der Unterdrückung von sieben Millionen nichttschechischer Menschen; Prag liefert als Gegenleistung dafür das von ihm besetzte Gebiet dem Weltfeind aus und stellt es ihm als Aufmarschgebiet im Herzen Europas zur Verfügung.

Und die Folgen? Für die von den Tschechen unterdrückten Völker — Auslieferung an den bolsche­wistischen Terror und drohende Vernichtung ihrer nationalen Existenz. Für die Nachbarländer — Schaffung eines bolschewistischen Pestherdes unmittel­bar an den Grenzen Polens, Deutschlands und Ungarns, eines Aufmarschgebiets der Roten Armee und einer Flugbasis der Roten Luftflotte an diesen Grenzen. Für Europa — Sabotage jeder Friedenspolitik und dauernde drohende Kriegsgefahr.

Das ist die tschechische Mission — Verrat an Europa!"

Schangfengkonflckl beigelegt

Heute mittag kinstellung der Feindseligkeiten - krgebnis der Unterredung StiigemMus

mit Litwinow-finkelstein

Moskan, 11. August

Der japanische Botschafter Shigemitsu hatte Mitt­woch abend wieder eine dreistündige Unterredung mit dem Außenkommissar Litwinow-Finkelstein. Im Verlauf der Verhandlung wurde folgende Vereinbarung über die Beilegung des Grenzkonsliktes im Schangseng-EeSiet getroffen: Am 11. August, um 12 Uhr mittags (Orts­zeit) sollen die Feindseligkeiten auf beiden Seite» ein­gestellt werden. Daraufhin sollen bevollmächtigte Mili­tärpersonen beider Seiten zusammentreten, um an Ort und Stelle die weiteren Bedingungen für die Beilegung des Erenzstreites festzusetzen.

Der japanische Botschafter Shigemitsu, der Mittwoch abend den Vertreter des DNB. in Moskau empfing, erklärte zu dieser Vereinbarung folgendes;

„Ich bin immer dafür eingetreten, daß dieser Kon­flikt friedlich und im lokalen Rahmen beigelegt wer­den mußte. Nach der ursprünglichen Auffassung der japanischen Regierung sollte das strittige Gebiet zum Zweck der Einstellung der militärischen Aktionen von beiden Seiten wenigstens teilweise geräumt werden, wobei die umkämpften Hügel bis zur Liquidierung des Konfliktes als eine Art Niemandsland erklärt werden sollten. Die Auffassung der japanischen Regierung, wonach die Einstellung der militärischen Aktion auf Grund der gegenwärtigen Positionen der Truppen die Voraussetzung für eine Regelung des Konfliktes dar­stelle, findet im wesentlichen ihren Niederschlag in der heutigen Verabredung."

Wcriliüj

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Herzliche Aussprache valbo-vöeing

Jubel UM den italienischen Lustmarschall — 2er koste 6ast in karinstall

(Orsbtberickt unserer Berliner Zekrlktlsitung) Berlin, 11. August.

Der als Gast des Eeneralfeldmarschalls Eöring in. der Reichshauptstadt weilende Lustmarschall des faschi­stischen Imperiums, Jtalo Balbo, legte am Mittwoch- vormittag am Ehrenmal einen Kranz nieder. Abschlie­ßend begab er sich, umbraust von Begeisterungsstürmen der Berliner, ins Rathaus, wo er sich in das Goldene

Buch eintrug. Am Nachmittag folgte der Luftmarschall einer Einladung des Eeneralfeldmarschalls Göring nach dem Waldhos Karinhall. Die beiden großen Führer der italienischen und der deutschen Luftwasse tauschten Lei dem Besuch herzliche Trinksprüche aus die Freundschaft der beiden großen Nationen Italien und Deutschland und auf die sie beide schon lange verbindende persönliche Freundschaft ans.

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.(Lrsssö-Liokkmavn.).

feierliche Kranzniederlegung am kizrenmal

Eine in die Tausende gehende Menschenmenge hatte sich Unter den Linden und in der Nähe des Ehrenmals eingefunden, als gegen 10 Uhr vormittags die Ehren­kompanie des Wachtbataillons der Luftwaffe Berlin mit klingendem Spiel, voran der Spieimannszng und das große Musikkorps — anrückte und gegenüber dem Ehrenmal Aufstellung nahm. Kurz darauf marschierten auch die schwarz uniformierten Abteilungen der Ber­liner Fascio-Organisationen auf, die sich zu beiden Seiten des Ehrenmals zu Spalieren formierten. Punkt V-11 Uhr fuhr Luftmarschall Balbo, begleitet von Staatssekretär Milch, im Wagen vor, von Heilrufen herzlich begrüßt. Unter den Klängen des Präsentier- marsches schritt er die Ehrenformation ab, dann, wäh­rend die Musik das Lied vorn guten Kameraden spielte, betrat der Luftmarschall das Ehrenmal, unt dort einen großen Lorbeerkranz niederzulegen, dessen. grünweiß­rote Schleife die Inschrift trägt: „II Llaisseiallo ckew ^.ria. Italo Saldo". In ehrfurchtsvollem Schweigen er­hoben sich die Hände zum Gruß. Mit dem Vorbeimarsch der Ehrenkompanie wurde die feierliche Kranznieder­legung beendet, an der auch der italienische Luftattachs in Berlin, General Livtta, der Begleiter des Marschalls, General Brigandi, sowie der Dhef des Generalstabs der Luftwaffe, Generalleutnant Stumpfs, der deutsche Luft­attachs in Rom, Major Freiherr von Blllow, teil­nahmen.

Me kintragung in das voldene Such

Das Rathaus trug zu Ehren des italienischen Gastes festlichen Schmuck. Ueber dem großen Eingangstor wehte neben der Hakenkrcuzflagge das Banner des italienischen Imperiums. Die Empfangsräumo waren mit Grün und Blumen ausgestattet. Der Luftmarschall wurde von Oberbürgermeister Dr. Lippe rt will­kommen geheißen und dann in den großen Ratsherrn­saal geführt. Dort trug er sich in das Goldene Buch der Stadt Berlin ein. .Danach über­reichte ihm der Oberbürgermeister als Ehrengeschenk die Silberne Plakette der Stadt Verlin.

(Fortsetzung auf Seite 2).

Die Erholungsreise des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Franklin Del an o Roosevelt, an die Westküste von Südamerika, hat, obwohl man ihr jedes politische Motiv abstreitet, die Frage der außenpolitischen Einstellung der Regierung in Washington erneut in den Vorder­grund gerückt. Amerikas „Weg in die Welt" hat seit Beginn der Amtsperiode Roosevelts unter keinem günstigen Stern gestanden. Beeinflußt durch dringenoe innerpolitische Reformen sah sich der Präsident zunächst gezwungen, das politische Interesse seines Landes ganz auf die „New Deal"-Politik zu lenken. Sein Streben, in erster Linie die dringendsten Fragen der Gesundung der eigenen Wirtschaft und der Beherrschung des bun- desstaatlichen Raumes zu lösen, trat derart in den Vordergrund aller seiner Maßnahmen, daß der Weiter­entwicklung außenpolitischer Gesichtspunkte in den Reihen der Opposition größere Beachtung geschenkt wurde als im Regierungslager selbst. Dennoch werden — wie man inzwischen auch im Lager Roosevelts ein­gesehen hat — die internationalen Beziehungen der Vereinigten Staaten von Amerika künftig keinen klei­neren, sondern einen wachsenden Teil der amerikanischen Aufmerksamkeit fordern. Aus dem derzeitigen Mißver­hältnis zwischen Wollen und Können ragt zweifellos der erste südamerikanische Besuch des Präsidenten als Fingerzeig eines richtungweisenden Wollens hervor.

Als Roosevelt seinerzeit aus der Panamerikanischen Konferenz in Vuenos Aires die Politik der guten Nach­barschaft verkündete, ging seine Idee zweifellos dahin, zwischen Nord und Süd des amerikanischen Kontinents eine völkerrechtlich verbindende Solidarität herzustellen. Die in den früheren Jahren abgeschlossenen Einzelpakte und Rogionalabkommen sollten zu einem interamerika­nischen Vertragswerk ausgebaut werden. Es schien in diesem Zeitpunkt angebracht, der alten Monroe-Jdee neues Leben einzuhauchen. Das allgemeine Motto: Ame­rika den Amerikanern!, erhielt bekanntlich 1823 in der Jahresbotschaft des fünften Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika die erste offizielle Prägung-. Die grundsätzliche Ablehnung jeglicher Einmischung in allge­meine Angelegenheiten des amerikanischen Kontinents wurde zum außenpolitischen Leitsatz der Völkergemein­schaft der Neuen Welt erhoben. Drei wesentliche Punkte umschließt die von dem Präsidenten James Monroe auf­gestellte und nach ihm benannte Doktrin:

1. Abwehr jedes europäischen Eingriffes in die Be­lange des amerikanischen Kontinents.

2. Ablehnung neuer europäischer Kolonisationsbe­strebungen.

3. Verbot der Ausdehnung europäischer politischer

Systeme auf die Neue Welt.

Obwohl vertraglich niemals im Völkerrecht ver­ankert, hat die Monroe-Doktrin sich im Laufe der Zeit ein traditionelles Gewohnheitsrecht gesichert, das der Außenpolitik der USA. von ursprünglich defensiver Ein­stellung einen offensiven Charakter gab. Sie wurde, wie alle Kundgebungen dieser Art, je nach Bedarf her­vorgeholt oder auch wieder vergessen. Den ersten ent­scheidenden Schritt in offensiver Richtung tat die Monroe-Doktrin, als sie das seit Jahrhunderten Luba besitzende Spanien verdrängte und gleichzeitig die Philippinen mit der Begründung eines Schutzes ameri­kanischer Belange im Stillen Ozean annektierte. Von nun an kam der Charakter Üffensiver Betätigung immer stärker zum Durchbruch. Das außenpolitische Prinzip dehnte die defensiv« „Abwehr" auf der Haager Kon­ferenz, in der Marokko-Krise und im russisch-japanischen Kriege erstmalig bis auf den Boden Europas und Asiens aus. Im Weltkriege hat dieses „kontinentale Schutzgesetz" sogar dazu gedient, den Eintritt der Ver­einigten Staaten von Amerika in den europäischen Kon­flikt auf feiten der alliierten Mächte zu begründen!

Heute wird in dem Bestreben, mit den Nationen Südamerikas zu einer engeren Zusammenarbeit zu kommen, die Monroe-Doktrin gerne als die Lehre von der „Parallelität der Interessen" hingestellt, denn in

Die japanisch-sowjetrussischen Feindseligkeiten im Schangfeng-Raum werden heute eingestellt.

Hodza empfing sudetendeutsche Abgeordnete.

Die Antikomintern übergibt der Weltöffentlichkeit ein sensationelles Rotbuch über die Bolschewisierung der Tschecho-Slowakei.

Jtalo Balbo und Hermann Eöring bekräftigten in herzlicher Aussprache die deutsch-talienische Freund­schaft.

Das Programm für die Stuttgarter Tagung der Ausländsdeutschen liegt nunmehr vor.

Kreisobmann Schwenk sprach auf dem 1. Betriebs­sport-Appell im Gau Weser-Ems.

Die deutsche Spitzbergen-Expedition kehrte über Vremerhaven heim.

Arne Borgs seit 1927 bestehender sagenhafter Schwimmrelord über 1800 Meter wurde vom Ja­paner Amano gebrochen.