Ausgabe 
(3.8.1938) Nr. 211
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Di Mitttvvch, den 3. August 1938

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Geschichte der SA., bezeichnend. Es sind nicht viele, die sich cingefunden haben. 18 Namen verliest Emil Mau- rice, dabei sind er und Klinisch einbegriffen. 18 Mann

der Grundstein einer Armee, die Deutschland erobern sollte. Aber zu dielen 18 Männern spricht am selben Abend noch der Führer, spricht zu ihnen/ wie immer, wenn Adolf Hitler vor seiner SA. steht: daß sie in diesem Kampfe nichts für sich gewinnen wollen und alles fiir ihrVolk und> seine Größe einsetzen wer­den.Ihr wenigen, sagt der Führer u. a., seid dazu berufen, jene Kraft auszuströmen, die dazu befähigt ist, den Willen zur Wiederaufrichtung deutschen, völkischen Geistes zu wecken . . . Wenn wir auf dem Vormärsche sein werden, so werden Opfer, verlangt werden . . ." Weiter spricht Adolf Hitler vom Terror, der ihnen be­gegnen wird, macht ihr« Herzen stark, sich dieiem Terror nie zu beugen. Nicht gemäß der marxisti-chen Bru- dcrkampnnethcöe, aber in ehrlicher, tapferer Selbstwehr gegen bezahltes llntermenichentum. Am selben Abend besteht die neugegründet« Abteilung ihre erst« Probe. Sie kennen sich nicht, die 18 Männer, und sie haben kaum etwas von einander gehört. Doch sie haben einen Führer und folgen ihm blindlings. Und sie folgen ihm in ein« Massenversammlung der sog. Syndikalisten, einer Gruppe Lobschewisierter Anarcho-Marxistcn, die im Matthäscrbräu in München tagen. Unter dem Schutz der knappen zwei Dutzend spricht Adolf Hitler zum ersten Male als Diskussionsredner au einer solchen gegneri'chci! Massenversammlung. Um die Gebürtsstunde der SA. weht kein lauer Sommerwind. Es sind Stürme

ihre ersten Lebenszeichen.

Verwegene Gestalten sind es, die Männer der ersten SA., Männer, ohne einheitliche Kleidung, die landauf, landab fahren, den Führer begleiten, wo er sprechen will, die überall da sind, wo Propaganda gemacht werden soll für die junge Bewegung, oder wo ihr der Weg geebnet werden muß. Ein Bild aus jenen Tagen zeigt uns die rasch angewachsene Kolonne auf fünf Last­wagen auf der Landstraße nach Tegernsee. 2m Vorder­grund stehen die Führer, im Regenmantel und Hut Adolf Hitler, die anderen in Zivil, Militäreffekten oder in Windjacken. Körner, Graf, Klintzsch, Schreck, Hetz, Weber u. a. sind darunter. Aber sie tragen alle eine Armbinde, das rote Tuchband mit dem Hakenkreuz auf weißem Grund, das Symbol, das der neuen Bewegung, vom Führer gegeben, auch in ihrer Fahne voranweht. Diese Armbinde war das erste Kenn­zeichen der Männer des Ordnungsdienstes, der Männer der SA.

Am 4. November haben diese Männer dann ihre Feuerprobe bestanden. Langsam war der Trupp gewachsen. Fast legendär mutet heute schon die Kunde von jener Saalschlacht im Hofbräuhaus in München an, in der der Ordnertrupp mit der elementaren

Die neue Neichskanzlei

kin Nundgang durch das Zentralgebäude der deutschen Politik

Gewalt und Wucht seines disziplinierten Soldatentums 800 Marxisten aus dem Saal räumte. Wer die Kampf­zeit selbst nicht mitmachte, weiß es kaum zu glauben, wie diese kleinen Scharen überall Breschen schlagen mußten in den verschiedenen um den Nationalsozia­lismus errichteten Mauerringen, dem Ringwall des gegnerischen Terrors, bürgerlicher Gleichgültigkeit oder des Unwissens. Die großen Etappen in der Geschichte der SA. sind immer Kundgebungen dieses Kampf- willens und der Treue zum Führer. Mit ihr ist diese Treue geboren, so wie aus dem Kampfgeist der natio­nalsozialistischen Bewegung und der Lehre Adolf Hitlers ihre Daseinsnotwendigkeit von erster Stunde an klar dokumentiert wurde. 1?.?.

ftm Sarge Hindenburgs

Kranzniederlegung im Austrage des Führers

Berlin, 3. August.

Am gestrigen Todestag des verewigten Reichspräsi­denten Eeneralfeldmarschalls von Hindenburg legte im Auftrage des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht der Generalleutnant Bock als Vertreter des Kommandierenden General des I. Armeekorps einen Kranz am Sarge des Feldmarschalls in der Gruft des Reichsehrenmals Tannenberg nieder. Die Ehrenwache am Denkmal war aus diesem Anlaß als Offizierswache verstärkt worden.

Ferner ließ Staatsminister Dr. Meißner im Namen der Präsidialkanzlei und ihrer Gefolgschaft am Sarge Hindenburgs einen Kranz niederlegen.

Minister a. D. Tr. RieLl in die Reichsloirtfchastskammer beruien. Tcr Rcichswirtschaftsministcr hat den früheren österreichischen Gesandten und bevollmächtigten Minister a. D. Tr. Ricdl in Würdigung seiner besonderen Verdienste um den wirtschaftlichen Anschluß in den Beirat der Rcichswirt- schaltrkammcr berufen.. Tr. Riedl ist ferner in den Grenz- Wirtschaftsausschuß und den Handelspolitischen Ausschuß der Reichswirtschaftskammcr berufen worden.

ruvsrlÜLsig gsgsn Lonnsndrsnll, bräunt unä pilegt Ais Usut!

Am Dienstagabend fand, wie wir an anderer Stelle berichten, das Richtfest für die neue Neichskanzlei statt. Unser Tr O. Mitarbeiter hatte Gelegenheit, das neue Rmtegcbiiudc unter der persönlichen Führung des Architekten Professor Speer zu besichtigen.

Kein Gebäude Berlins steht so im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses wie die sogenannte Neue Reichs­kanzlei, die die Amisräume des Führers enthält. Kein Fremder kommt nach Berlin, der nicht dieses Gebäude zuerst sehen möchte. So wie Hunderttausende zum Berg­hof auf den Obersalzberg pilgern, so strömen tagtäglich Tausende zur Wilhelmstraße, um das Haus und den berühmten Balkon zu sehen, von dem aus sich der Führer bei unzähligen großen Ereignissen den begeisterten Berlinern gezeigt hat.

Mit der Zentralisierung der politischen Macht in der Reichshauptstadt, mit der wachsenden Größe des Reiches, mit den steigenden repräsentativen Pflichten der mächtig aufstrebenden Nation, ist auch' dieses Gebäude in den letzten Jahren für all die besonderen Ansprüche zu klein geworden. Im Zusammenhang mit der großzügigen Neuordnung Berlins war endlich auch Gelegenheit geboten, der staatlichen und politischen Macht des neuen Reiches ein repräsentatives Haus zu errichten, das seiner Größe würdig war. Man denke nur an die macht­vollen Bauten in den anderen Hauptstädten Europas, die oft viel kleinere Länder ihrer staatlichen Repräsentation zuliebe errichtet haben und man wird erkennen, wie sehr gerade Deutschland in diesem Punkte zurückgeblieben war. Wie oft mußten in den letzten Jahren große Abordnungen vom Führer im Hof der Reichskanzlei empfangen werden, weil einfach oie Räume fehlten für die Fülle der notwendig gewordenen staatlichen Empfänge und repräsentativen Pflichten des Staates. Hier müßte Abhilfe geschaffen werden. Und da wir kein Stückwerk leisten wollen, mußte gleich ganze Arbeit getan werden. Der neue Bau, der an Stelle der bisherigen Reichskanzlei errichtet werden sollte, mußte so gebaut werden, daß er auf eine möglichst lange Sicht allen Bedürfnissen entsprach. Zum Architekten des neuen Staatsgebäudes wurde Professor Speer bestimmt, der diese Arbeit unabhängig von seinem Amte als Eeneral- bauinspektor der Reichshauptstadt ausführt. (Das zweite große Projekt, für das Professor Speer verantwortlich als Architekt zeichnet, ist der Bau des Reichsparteitag­geländes in Nürnberg.)

Professor Speer führt uns durch das riesige Ge­bäude der neuen Reichskanzlei und wir sind dankbar für diese Führung, denn trotz der überraschend klaren Aufteilung des riesigen Gebäudes würde man sich doch allein reibungslos verlaufen. Die neue Reichskanzlei ist so gebaut, daß ihre fast vierhundert Meter lange Vor­derfront zur Voßstraße schaut. Die bisherige Reichs­kanzlei wird also zu einem Seitenflügel des neuen Ge­bäudes. Das Arbeitszimmer des Führers, der Balkon zur Wilhelmstraße und die historische» Räume bleiben bestehen, lediglich die Amtsgebäude im Hof werden - verschwinden, um einen größeren Hof für die Vor­fahrt bei großen Staatsempfängen und ähnlichen An­lässen zu schaffen.

Nunmehr wird der Umzug der Reichskanzlei in die vorläufigen Räume der neuen Reichskanzlei beginnen. Nach der inneren Fertigstellung des Gesamtkomplexes, von dem vorläufig erst der rechte Flügel bezogen wer­den kann, wird dann das Gebäude so aufgeteilt sein, daß im linken Flügel die großen Empfangsräume, der

Zusatzabkommen;um deulsktz-sran;ösischen Wirtschaftsvertrag

Einbeziehung Oesterreichs in das deutsch-französische Zahlungsabkommen

Berlin, 3. August.

Nach Ablauf des ersten Jahres des deutsch-franzö­sischen Wirtschaftsvertrages vom 10. Juli 1937 wurde gestern im Auswärtigen Amt ein Zusatzabkommen zum deutsch-französischen Abkommen über den Warenverkehr und über die Zahlungen aus dem Warenverkehr vom Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Frhr. von Weizsäcker, und dem sranzösischen Botschafter in Berlin, Franfois Poncet, sowie den beiderseitigen Berhand- lungssiihrern unterzeichnet.

Es handelt sich um einen Vertrag über die Ein­gliederung des österreichisch-französi­schen Warenverkehrs in die deutsch-französiichcn Wirtschaftsbeziehungen und insbesondere die Einbezie­hung Oesterreichs in das deutfch-französiiche Zahlungs­abkommen sowie um eine Anzahl Kontingent- und Ein­zelfragen des deutsch-französischen Vertrages vom vori­gen Jahr, die, wie bereits veröffentlicht, am 20. Juli ds. 2s. in Paris paraphiert worden find.

Inzwischen sind die Verhandlungen auch auf das Ge­biet der österreichischen Schulden und Bundesanlcihen, soweit Frankreich' in Frage steht, ausgedehnt und zu

Reichsfestspiele Heidelberg 1gZ8

Lichendorffs romantisches LustspielDie Freier

(Eigener Lericüt derLrowsr Leitung")

Der Zauber des Ortes und der Zauber des Stückes klangen in eins. Eich endorfssromantisches Lust­spielD i e F r e i e r" erlebte bei den Heidelberger Reichsfest spielen eine köstliche, eine die Herzen und die Sinne verzaubernde Auferstehung. Die liebens­würdige Heiterkeit des kleinen Werkes, dessen schicksal­hafter Kern einst in Heidelberg dem jungen Studenten Joseph von Eichendorff in einer glücklichen Stunde.ge­schenkt worden war, erlebte in der weichen Romantik des Heidelberger Schloßhofes seine schönste, seine graziöseste Erfüllung. Hier klang hinter aller fröhlichen, kindlich übermütigen Schelmerei auch der Ton der Liebe auf, der zwei jungen Herzen Schicksal werden kann.

Gespielt wurde das kleine, doch an Anmut und an Zauber des Herzens so reiche Werk in der neuen Bear­beitung des Münchener Dramaturgen Ernst Leopold Stahl. Diese neue Fassung läßt das Wort des Dichters unangetastet. Dem Eefllge der Szenen gibt sie die not­wendige Klarheit. Nur beim Schluß tut sie Eigenes hin­zu. Hier wird sie ausführlicher, deutlicher als das Origi­nal und die bislang übliche Bühnenbearbeitung. Die theatralische Wirkung dieses zu Unrecht als nicht büh­nenwirksam ausgegebenen Lustspiels der Romantik wird dadurch noch gesteigert. Die Heidelberger Aufführung konnte deshalb theaterkräftiger sein als die der ersten Reichstheatersestwoche in Dresden im Friihsommer 1034.

Obwohl in Heidelberg den, allerdings wenigen, 2n- nenraumszenen die Intimität des umschlossenen Raumes naturgemäß mangelte.

Die Spielfläche war ein vor dem Gebüsch des Otthein- richbaues eingebautes flachas, breites Podium. Die Sze­nen im Garten wurden vor einem rechts dahinter errich­teten zierlichen schmiedeeisernen Pavillon gespielt. Sie vor allem kamen im Zauber der herrlichen, blausamtenen Sommernacht zu ihrem Recht. Sonst hatte Willi Schmidt, der für die Raumgestaltung und die Gesamtausstattung verantwortlich zeichnete, den Schloßhof nur durch einige wenige graziös spielerische Gitter und durch iparsam ein­gesetzte Üaubgewinde gegliedert.

Richard Weichert hatte seine Inszenierung diesmal vor allem auf das Wort des Dichters, das hier stets ein zauberhaftes ist, gestellt. Aeußere szenische Mittel waren

ganz selten verwendet, eigentlich nur im Schluß des Spieles, im Ausziehen der Fackeln und in dem Fackel­reigen der Burschen und'Mädchen vor den beiden glück­lich vereinten Paare».

Wesentlich ist aber die von dem jungen Cesar Vres- gen für die neue Bearbeitung von E. L. Stahl eigens geschriebene Musik. Sie gibt den vielen Liedern des Stückes die Melodien und sie verbindet die einzelnen Szenen miteinander. Bresgcns Musik ist gekonnt. Sie hat Dynamik und echtes lyrisches Melos. Sie drängt sich nie vor,1oeil sie selbst aus der Zauberwelt Eichendorsss kommt und sich so einfügen kann.

Den fröhlichen Uebermut des Stückes hatte wohl am stärksten Gerda-Maria T e r n o als Kammermädchen Flora. Es war eine in jedem Augenblick gekonnte, zu­gleich. locker und mit letzter Schlagkraft des Schauspiele­rischen gebrachte Leistung dieses echten, dieses unmittel­baren Spieltcmperamentes. Gleichfalls köstlich, reich an Einfällen der Schauspieler Flitt, der von Paul Hoff-

Kabiffettsitzungssaal, das Arbeitszimmer des Führers und die Kanzlei des Führers untergebracht sind, im Mittelbau befindet sich die Präsidialkanzlei und im rechten Flügel hat die Oberste SA.-Führung ihre Räume. Der gesamte Komplex wird nach den Angaben von Professor'Speer Mitte Januar wohnfertig -ein.

Den ersten überwältigenden Eindruck vom neuen Ge­bäude erhält man von der Voßstraße. wo die Bauzaune

dieiem Zweck seit Anfang voriger Woche nach Berlin verlegt worden. Nachdem nunmehr auch dieses Gebiet unter ausdrücklicher Wahrung des bekannten deutschen Rechtsstandpunktes zwischen Äeutichlantz und Frankreich geregelt und insbesondere die Uebertragung der erfor­derlichen Beträge im Rahmen des deutich-nanzösischen Warenaustausches unter Ein'chluß des Landes Oester­reichs sichergestellt ist, tritt demnächst das gesamte Ver­tragswert in Kraft.

Verstärkung der Varde Mobile

Paris, 3. August.

Wie aus Ranch) berichtet wird, ist dort eine neue Ab­teilung der republikanischen Garde, die 22. Legion, ge­bildet worden. Bereits vor zwei Jahren wurde die republikanische Garde durch die Schaffung der 12. Le­gion in Toulouse verstärkt, und vor kurzem wurde die 19. Legion in Algier gebildet. Die Neubildung der 22. Legion stellt wieder eine beträchtliche Verstärkung der republikanischen Garde dar.

Keine jüdischen Straßennamen inekr. Nach einem Erlaß des Reichsinnenministcrs sind sämtliche nach Juden und jüdischen Mischlingen ersten Grades benannten Straßen oder Straßentcile unverzüglich umzubenennen, so weit dies noch nicht geschehen ist.

mann, diesem klugen und interessanten Schauspieler, mit einem komödiantischen Urbehagen gespielt wurde. Daß Fred Liewehr vom Burgtheater Feuer und Tem­perament und seine guten äußeren Mittel mit Disziplin zu verbinden weiß, bewies er als Graf Leonhard. Er sang Lazuhin ausgezeichnet. Vcrny Llairmont hat. trotz aller Liebenswürdigkeit des Spiels und Tapserkeit des Einsatzes, nicht die Intensität und ausströmende Fülle, um als Gräfin Adele sich neben diesen starken dar­stellerischen Persönlichkeiten gleichrangig behaupten zu können.

Franz Pfaudlcr war als Hofrat Fleder ein herr­lich steifleinener Bürokrat, Jochen Poelzig von mit­reißendem Spieltempcramcnt als Jäger Viktor, Ernst Sladeck ein saftiger Musikant Schleuder und die bis­lang nach unbekannte Isolde Müller-Schober ein in all seiner Dümmlichleit frisches Mllhmchen Marie. Das Publikum war begeistert und spendete demgemäß Beifall.

Der Aufführung selbst war eine eindrucksvolle Eichen- dorff-Fcicr vorausgegangen, in deren Mittelpunkt eine mitreißende Rede des bekannten Präger Literarhisto­rikers Herbert Cysarz überEichendorff und das große Deutschland" stand.

Hermann Oannoestvr

IZichard-wagner-Forschungsstätte in Datzreuttz errichtet

Der Führer und Reichskanzler hat am 22. Mai 1938, dem Tage der 125. Wiederkehr des Ge­burtstages Richard Wagners, durch nachstehenden Erlaß . die Errichtung einer Richard-Wagner-For- schungsstätte in Bayreuth angeordnet und mit der Durchführung dieses Erlasses den Reichsminister und

Chef der Reichskanzlei Dr. Lammcrs beauftragt: Erlaß über die Errichtung einer Richard-Wagner

Forschungsstätte". Am 125. Geburtstag Richard Wag­ners ordne ich an, daß zur Erforschung seines Lebens

und. seines Werkes eine Nichard-Wagner-Forschungs- stätte in Bayreuth zu errichten ist. DI* Ausführungen

dieses Erlasses übertrage ich nach meinen näheren Wei­sungen dem Reichsminister und Chef der Neichskanzlei. Bayreuth, 22. Mai 1938. Der Führer und Reichs­kanzler, gez. Adolf Hitler. Der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei, gez. Dr. Summers."

In Durchführung dieses Erlasses ist in Bayreuth die Rlchavd-Wagucr-Forschungsstätte errichtet und die Lei­

tung der Forschungsstätte dem Stadtbibliothekar der Stadt Bayreuth, Archivar des Hauses Wahnfried, Dr. Otto Strobcl. übertragen worden.

Die Aufgabe der Richarß-Wagner-Forschungsstätte ist unter Auswertung des von Wagner hinterlassenen kul­turellen Vermächtnisses, das Leben und Werk Richard Wagners zu erforschen und gegebenenfalls der Leffent- lichkeit zugänglich zu machen. Vorgesehen ist u. a. die

Herausgabe einer neuen umfassenden, auf dem gesamten Quellenmaterial ausgebauten Lebensbeschreibung Ri­

chard Wagners.

flbschluß des Ring-Zyklus in Vagreutl)

(Eigener Lerieftt derBremer Eoitnnx")

2n Anwesenheit des Führers fand der erste Rinq- zyklus mit einer wahrhaft hinreißenden Ausführung der ° r u n g" seinen Abschluß. Wenn am Ende die Fluten des Rheins die Ruinen der Gibichungcn- Hallc überschwemme», indes im Hintergründe die Gottcrburg Walhall in lodernden Flammen aufgeht, holt d-c Mu,ik noch einmal zu einem letzt«» Krcsz'cndo aus, um das große Wcltcnstcrben in überirdisch schönen

Randbemerkung

hat, das Neue mit dem Vorhandenen zu verbinden. Das große Eckgebäude an der Wilhelm- und Voßstraße,

das au die bisherige Reichskanzlei anschloß, aehtnun fast umnerklich in die neue Reichskanzlei über. Professor

Speer ist in seiner Linienführung nicht nur einfach, sondern auch kühn. Er baut den rechten Flügel des ersten Drittels zweistöckig, um den Anschluß an das Eckgebäude zu erhalten, dann führt er nach dem Mit­telstück dieses Drittels bei gleicher Höhe das Gebäude dreistöckig fort, um es besser gegen das etwas zurück­genommene repräsentative Mittelteil des Ee-amtbaues absetzen zu können, denn der Mittelteil ist wieder zwei­stöckig, und wirkt nun gegen den dreistöckigen Teil um so mächtiger und imposanter. Eine weitere Schwierig­keit bot der zweifache Knick in der Frontlänge. Pro­fessor Speer hat nun einfach, um .einen glatten Ueber- gang im Innern des Gebäudes zu finden, in diesen Knick einen runden Saal gebaut, und so einen Ruhe­punkt in der Achsenführung gefunden.

2m linken Flügel befindet sich die große 169 Meter lange Wandelhalle, die mit dem großen Empfangssaal, in dem zukünftig die Neujahrsempsänge stattfinden werden, abschließt. Der Saal dient zugleich als Ver­sammlungsraum für die Minister, die von hier aus in den Saal-für die Kabincttssitzungen gelangen. Während der große Empfangssaal mit großen Gobelins ausge­stattet und in den Farben Heller gehalten ist, weist der Sitzungssaal des Reichskabinettes mehr dunklere Farben aus. Die Wände besitzen Holztäfelung und sind mit weiteren Holzarbeiten g«schmiickt. Das Arbeitszimmer des Führers, das sich dicht daneben befindet, hat seine Hauptfront zum Garten. Große mächtige Fenster werfen Helles Licht in den lichten Raum, der die Maße von 15X30 Meter besitzt. Die ganze Rückseite des Gebäudes zum Garten der Reichskanzlei trügt eine breite Earten- terrasfe.

Neben dem runden Saal wurde ein zweiter großer Empfangsraum geschaffen, in dem der Führer künftig größere Abordnungen des In- und Auslandes emp­fangen und begrüßen wird. Der hohe helle Raum, der Oberlicht haben wird, soll mit einfachen Mosaikarbeiten künstlerisch ausgestaltet werden. Professor Caspar- München, der für den großen Festzug am Tag der Deutschen Kunst verantwortlich zeichnete, wird die Arbeiten ausführen. Professor Thorak wird zur Garten­seite des neuen Gebäudes einige Plastiken aufstellen.

Die neue Reichskanzlei ist neben dein Flughafen der erste große Bau Berlins, der im Bauvorhaben der Reichshauptstadt fertig wurde. Die Voßstraße, deren "repräsentativster Bau die neue Reichskanzlei darstellt, wird, wie Professor Speer berichtete, weitergeführt werden bis zur neuen Nordsüdachie. An dem Bau haben 4500 Arbeiter in zwei Schichten ununterbrochen seit Ende März gearbeitet. Deutschland hat mit der neuen Reichskanzlei endlich das politische Zentral- gcbäude gefunden, das andere Staaten als ehrwürdiges Heiligtum längst besitzen.

In Rom, an der Stätte des antiken Vatikanische Maximus, befindet sich zur Zeit

Scheuklappen ^ große nationale Ausstellung des italienischen Feierabendwerkes Dopolavoro, die als angenehme Überraschung für die Besucher drei moderne Schwimmbecken enthält. 2n Anbetracht des überheißen römischen Sommers stellen diese Schwimmgelegen- heiten mitten in der Stadt eine prächtige Erholung für alle dar, die auf Grund ihrer Arbeit in der sonnen- llberglühten italienischen Hauptstadt zurückbleiben müssen. Die vielen in- und ausländischen Besucher, darunter der Kaiser-König, der Duce und die Besucher des WeltkongressesFreude und Arbeit" haben mit ihrem Lob für diese Einrichtung nicht zurückgehalten. Von vatikanischer Seite blieb das Lob aus. 2a, es zogen sich die Schwimmbassins den scharfen Tadel des Heiligen Vaters" zu. Der Grund dazu ist, daß wie ein Kommunique des Vikariats von Nom sagt dasPublikum gemischt" sei. Damit soll kein Urteil über dasPublikum" gesprochen, sondernnur" die seit Jahren in allen Ländern eingeführte Sitte des Familienbades abgelehnt werden. Durch die Lage des Schwimmbassins ist es dem Besucher der Ausstellung unbenommen, das fröhliche Treiben im Wasser zu beobachten. Aus Furcht vor Seitenblicken wandte sich darauf das Vikariat von Rom an die einschlägigen städtischen Behörden, daß einsolches Schauspiel" auf­höre. Die Behörden erklärten darauf, daß sie die Bade­zeit für das Familienbad von 10.30 bis 10.30 Uhr be­schränkten, so daß zu den anderen Stunden selbst die größten Moralisten ohne schwere Schädigung ihrer Tugend durch die Versuchung von Seitenblicken am Bade vorbeigehen könnten. Man sollte meinen, daß diese Regelung weise war, und eher auf Kosten der Vadefreudigen ging, um den vatikanischen Scheuklappen entgegenzukommen. Das Äikariat» von Rom scheint jedoch von der Wirkung des -Freibades nichts zu halten und allenfalls noch die Badewanne den Gläubigen zu gestatten, denn es erklärte an die römische Bevölkerung folgendes:Das Vikariat von Rom, betrübt über das, was in der Hauptstadt der katholischen Welt vor sich geht und bekümmert um die Moral der Gläubigen, hat die Pflicht, diese auch im persönlichen Auftrag des Heiligen Vaters streng zu ermähnen, daß sie von dem Besuch der Ausstellung zu allen Stunden abstehen, wo Badezeit ist." Da es nicht jedermanns Geschmack ist, in schwarzen Kutten im . Hochsommer herumzulaufen und andererseits nicht jeder römische Arbeiter ein päpstliches Lustschloß auf den von kühlen Winden umwehten Albaner-Bergen besitzen kann, bleibt es dementsprechend dabei, daß dieGläubigen" schmerzdurchzittert nur zu bestimmten Stunden die Ausstellung besuchen können, immer mit dem Schwert des Damokles im Genick, daß eine wasserfreudigc römische Familie vorzeitig in die Fluten taucht und damit dasSeelenheil" anderer in Gefahr bringt.

über atte deutschen Sender

Freitag feierliche Eröffnung der Rundfunkausstellung dwbch Dr. Goebbels

Berlin, 3. August.

Die feierliche Eröffnung der 15. Großen Deutschen Rundfunkausstellung am Freitag, 5. August, 11 Uhr, in der Ehrenhalle des Berliner Ausstellungsgeländes wird von allen deutschen Sendern übertragen. Nach Begrüßungsworten von Oberbürgermeister Dr. Lippert spricht Reichsminister Dr. Goebbels. Die Veranstal­tung wird geschlossen mit demHymnischen Lied" von Eötz Otto Stofsregen:Brich aus, du junges Licht",

mit der Musik von Heinrich Steimer.

Druck uuä Verlas..Bremer 2eituns" X8.-6»uver1ss ^Veser- Lms DmüD.. Lremeu. VerlLSsclirektor 2uso Lüblsr. DauntLeliriktleiter: ^ o k a u n R. Dietriod tr. At. iu Urlaub); Stellvertreter: >VL1delm ^.Üliux; Okek vom Dieust: K u 6 o l t LL ii 1 l v r; Verant^ortlicti kür ?olitilc: Ruävtt Ll ü ll s r; kür LulturpoUtlk unä Outerdaltuue: i. V. Beinkarü Lver v v u: kür Wirtsekaktspolitik. Üauüvl uuü Selliktadrt: Dr. 8. Üsiuried Lriukmanor kür Vrem'Seües Hsiur l'rsoüer; kür Sport, kieüer- kleutseüe Ruuüsoüau (einsedl. 6er Oraksekskten Dox» unä Oiepüolal uu6 ^.Usemeiue Seite: ILuüolk Lkover; kür Bil6er6ieo8t: Oeors Scümiüt; silratlled !u Bremeu. Berliner Seüriktltx.: Orsk BetLoliLek. Berlin SW 68, OkarlottenstrüLs 82.

Unverlangt einxelienüe Beiträge okno Rückporto ^verüen nickt rurüeksesanüt.

^nreigenleiter: Verner k'reese: kür äen Inkslt 6er Anreisen verautivortliok: Berdert Starke; bei6v in Bremen. 6ültig ab 15. 6uni 1338 Breislisto Xr. 7. Bremer 2eituvx D.-H..: VI 1938: 36 148

Werner oreekeinen im XS.-Oauverlaix:

Otüendurgiseds Staat^reituns. 0!6sndprg Oklkrieaieeke Tageszeitung. Lmüen ^Vilkelwskavener Lurier. .^Vilkelmskaven

35 552 25 878 14 173

Oesamt-^-uklage: 111751

Tönen zu verklären. In dem von Martha Fuchs mit äußerster stimmlicher Hingabe gesungenen Monolog der Brünhilde spannt sich der melodische Bogen zu einem durch Worte kaum noch ausdrllckbarcn Abgesang.

Den Siegfried verkörperte Max Lorenz mit durch­glühten! Spiel und prachtvoll männlichem Gesang. 2aro Prohaskas Gunter erstand in kraftbctontcr Männ­lichkeit. Dunkel und überlebensgroß erschien der Hagen Ludwig Hofmanns. Käthe Heidersbach gab eine beseelte Gutrune. Margarethe Kloscs Erzählung der Waltraute war unerhört lebendig gestaltet, ein Drama im Drama". Das Gesicht der Aufführung war durch Heinz Tietjens klare, einfache Regie und Orchesterführung bestimmt.

TVoOricft IV. Ilsrrog

.Figaros'Hochzeit" in Salzburg

Die Frage nach der Berechtigung einer italieni scheu Mozart-Aufführung beantwortet sich Salzburg, das man die südlichste Stadt des Rar dcns und die nördlichste Stadt des Südens nennt, von selber. Aus der Uebcrschneidung des nordischen und des südländischen Kulturkreiscs ist Mozarts Werk ge wachsen. Warum sollte es nicht besonders in den Tagcn der ängsten kulturellen Zusammenarbeit der beiden b« freundeten Nationen eine deutsch-italienische Spielge- mcinschaft in der italienischen Originalsprache zum Er> klingen bringen? So sangen, wie der DKK.-Bericht erstatter meldet, deutsche Sängerinnen die weibliche» und italienische Sänger die männlichen Hauptrolle» in der Salzburger Fcstauffllhrung. Maria Cebotari sang die Gräfin, Esther Rethy die Susanne, Martlst Röhs den Cherubin. Ezio Pinza den Figaro, Mo riano Stabile den Grasen Almaviva. Auch die Nebenrollen waren gemischt besetzt. Ein italienischer Spielleiter, Guido S a l v i n i, sorgte für südliche Spiclfreudigkeit und Gelöstheit: Hans Knapperts- dusch für deutsche Innigkeit und Eesühlstiefe. So kai» eine im Musikalischen, Gesanglichen und Darstellerische" gleich vorzügliche Ausführung voll Anmut und Grazie zustande, die stärksten Beifall auslöste. Das Orchester der Wiener Philharmoniker, der Chor der Wienc- Staatsopcr und Professor Rollers schöne Bühne» bilder trugen das Ihre zum Erfolge der Ausführung be» Wahrend der Vorstellung ging über der Stadt ei» schweres Gewitter nieder, Rcgenrauschcn ilnd fernes Donnergrollen mischten sich ist die Klänge des Or­chesters. Für Sekunden erlosch auf der Buhne wie >» der ganzen Stadt das Licht. Die Darsteller ließen M icdoch m ihrem Spiel ebensowenig beirren wie d»- Pubukum m seinem Kunstgenuß.

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