Ausgabe 
(2.8.1938) Nr. 210
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Erscheint 7mal wöchentlich

Monatsbezug 2,30 einschl. Zu­stellgebühr- Postbezugspre!« monatl. 2,30 « (einschl. 51,80 ^ Post­zeitungsgebühr) zuzügl. 42 Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Eins GmbH., Bremen, Teeren 6-8. Fernspr.: 5 41 21, Nachtr.u. Sonnig. 51115. Sprechz.: Verlag: werktl. 1213 Uhr; Schriftleitung Diens­tag und Freitag 12141314 Uhr.

meiner Zeitung

parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen

Slnzekgcs - K,>uuöpi.etsL:

Die 22-ww-Zelle im Anzeiaenkeil 13 die 78-ww-Zeile im Tert- keil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 (Nachlaßstaffel G). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: In Bremen:

Geeren 68, Fernspr. Nr. 5 41 21, Nachtruf und sonntags: Fernspr. Nr. 51115; Obernstr. 86, Fernspr. Nr. 54121. In Oldenburg, Staustraße 21, Fernspr. Nr. 36 09. In Syke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches Nerkündungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenburg und Vremen

Nr. 210 / 8. Jahrgang

Vienstag, 2. flugust 1SZ8

Einzelpreis 1S Npf.

Volkswagen für 5 NM. wöchentlich

Nr. Lev: Sparaktion beginn»

kineinkalb Millionen Volkswagen-Iakresproduktion

Köln, 2. August.

/

Aus Anlast des 75jährigen Bestehens des Leverkusener Werkes der Z. G. Farben fand am Montagmittag aus dem Gelände der Fabrik in Leverkusen ein Betriebsappell statt, der seine besondere Bedeutung dadurch erhielt, datz Reichsorganisatiolisleiter Dr.

Ley über die Probleme des deutschen Volkswagens sprach und den Beginn der grasten Sparaktion verkündete, die es jedem Deutschen ohne Unterschied des Standes und Be­sitzes ermöglichen wird, diesen Wagen zu erwerben.

15 000 Eefolgschaftsmitglieder, die sich zu dem ein­drucksvollen Betriebsappell versammelt hatten, grüßten freudigen Herzens Dr. Ley in ihrer Mitte, der ja selbst in den Jahren des Kampfes -ihr Werkskamerad gewesen ist. Gauleiter Florian gab diesem herzlichen Gruß Ausdruck und würdigte die Bedeutung des deutschen Großunternehmens, das in der ganzen Welt den deutschen Arbeitern ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat. Von stürmischem Beifall begrüßt, nahm dann Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Wort.

Er betonte, daß es für ihn ein eigenartiges und zugleich stolzes Gefühl sei, an diesem Appell teilzu­nehmen, eigenartig, weil er selbst ja sieben Jahre in diesem Werke tätig gewesen sei und hier eine ganze Reihe von Mltgardisten wiedersehe, die seinerzeit mit ihm in dieser Stadt für die Idee des National­sozialismus kämpften, ein stolzes Gefühl andererseits, da Führer und Partei das erfüllt haben oder die Erfüllung sichern, was er damals in den Jahren des Kampfes hier predigte.Wir Nationalsozialisten", betonte Dr. Ley,sind keine Phantasten, wir sind Idealisten, die sich mit aller Kraft und Energie, mit allem Fanatismus für das Werk einsetzen und dabei mit beiden Füßen aus der Erde bleiben. Wir ver­wirklichen, was wir predigen!"

Dr. Ley wandte sich dann der Frage des Volkswagens zu, die ja unter den Leistungen der OrganisationKraft durch Freude" eine besondere Rolle spielt. Er wandle sich einleitend, gegen die Behauptung, daß das Auto einen Luxus darstelle, der nur für bestimmte Schichten des Volkes bestimmt sei. Er erinnerte daran, daß ja so viele Dinge des täglichen Lebens früher einen Luxus bedeuteten, und betonte:

Wir wollen ja nicht die Menschen zu Proleten herabziehen, wir wollen, datz es in Deutschland nichts mehr gibt, an dem der deutsche Arbeiter nicht seinen Anteil haben kann (stürmischer Beifall)! So wird es schon in einem Jahrzehnt auch keinen schaffenden Menschen in Deutschland mehr geben, der nicht seinen Volkswagen hat oder ihn zum mindesten haben kann, wenn er es will."

Unter lebhaftem Beifall begrüßte Dr. Ley den genialen Konstrukteur des Volkswagens, der ebenfalls an diesem Appell teilnahm. Er teilte mit, daß die erste Serie dieses Volkswagens, dieses technischen Wunders voraussichtlich bereits Ende nächsten Jahres die Fabrik verlassen werde. Nach ihrer Fertigstellung würde die Volkswagenfabrik nicht nur- die größte Automobil­fabrik, sondern die größte Fabrik der Welt überhaupt sein. Während Ford eine Produktion von 1 Million Wagen im Jahr habe, würde die Volkswagen­fabrik jährlich 1)4 Millionen Wagen her­stellen können. Das Unternehmen werde gleichzeitig auch in sozialer Hinsicht eine Musterfabrik darstellen.

In Stein gebaut und in Eisen gegossen wurden hier all die Gedanken der Berufserziehung und des Siedlungs­wesens, der Volksgesundheit und der Schönheit der Ar­beit verwirklicht, unter deren Zeichen einmal die ganze deutsche Wirtschaft stehen soll.Jede Volkswagenfabrik wird ein großes Olympia der Arbeit werden, gekrönt von einer Akropolis der Freude, der Schönheit. All die Gedanken, die hier als richtig erscheinen und die wir im Leistungswettkampf der deutschen Betriebe ver­künden, werden hier in die Tat umgesetzt.

Mustergültige Lehrwerkstätten werden der deutschen Wirtschaft eine Auslese der Tüchtigsten zur Verfügung stellen, auf völlig neuen Wegen wird die Dolksgesund- heit gefördert weiden und in architektonischer Schönheit und mustergültiger Anlage wird die Volkswa-genstadt Fallersleben zu einer Siedlung gestaltet werden, in der dtr Geist vonKraft durch Freude" zu Haus sein wird. Der Volkswagen ist das ureigenste Werk des Führers. Schon in der Kampfzeit hat sich der Führer mit diesem Gedanken beschäftigt. Und nach der Machtübernahme hat der Führer jedes Jahr bei der Eröffnung der Automobilausstellung den Bau des Volkswagens als ein Hochziel unseres national­sozialistischen Wollens hingestellt. Aber mit Gedanken und Worten hat es der Führer auch hierbei nicht ge­nug sein lassen. Im ersten Jahre der Macht erteilte der Führer bereits konkrete Aufträge, begutachtete vorge­legte Konstruktionen, gab selbst Anregungen, besorgte die finanziellen Mittel, mit einem Wort, der Führer lebte und arbeitete täglich mit diesem, seinem Lieblingsgedanken.

Ilnd nun ist der Volkswagen wirklich da. Der geniale Konstrukteur und Erfinder, Dr. Porsche, hat das tech­nische Wunder vollbracht und der Führer hat alsdann die Deutsche Arbeitsfront mit der gesamten Durchführung, Produktion, Vertrieb, Versicherung, Ga­ragen usw. beauftragt. In diesem Jahre noch wird der erste Bauabschnitt für 450 000 Wagen Jahresproduktion gerechnet unter Dach sein. Bereits Ende des nächsten Jahres wird mit der laufenden Produktion begonnen. Dr. Ley führte dann noch einmal die großen Vorzüge des Volkswagens auf und verkündete sodann die große Spar­aktion.

Ab 1. August beginnt die große Sparaktion für den VolkswagenKraft durch Freude". Hiermit verkünde ich folgende Bedingungen, unter denen sich der Schaf­fende ein Automobil kaufen kann:

1. Jeder Deutsche ohne Unterschied der Klassen, des Standes und des Besitzes kann Käufer des Volkswagens werden.

(Fortsetzung auf Seite 2)

/lae^ese

Immer rvieäer muLte äor Mbrer cken Be­geisterten ckio llänäe äriieken; neben ckom Vnbrer (von links) Knnr. Heulern, kvieks- ministor vr. Briek, kercdsminister Hast unck lieiebsminister vr. 6oebbels. (Siede anet» unsere Lilcksr- Svngerseite in üer vor- liegvnäen Ausgabe.)

(Lresss-Hokkwsnu.)

Prag wM das Unrecht verewigen

Vas tschechische NationaMiitenstatut gellt an der örundfeage vorbei

' Prag, 2. August

Die Sudetendeutsche Partei hat gestern abend die vom Abgeordneten Ernst Kundt angekündigte Broschüre ver­öffentlicht. Der erste Teil enthält den Text der am 30. Juni der Sudetendeutschen Partei vorgelegten Re­gierungsvorschläge (das sogenannte Nationalitäten- statut) mit vergleichender Gegenüberstellung der bisher für die gleichen Sachgebiete geltenden Rechtsvorschrift

Sowjetrussischer Luftangriff aus Korea

fünf Sowietbomber heruntergeholt Entschlossenes vorgeben des japanischen Hauptquartiers

Tokio, 2. August.

Sowjetrussische Bombenflugzeuge haben, einer Mel­dung aus Söul zufolge, verschiedene Angriffe auf koreanisches Gebiet durchgeführt. Ihr Ziel waren Bahnen und Brücken im Grenzgebiet. Nach einer Mel­dung des japanischen Hauptquartiers wurden fünf sowjetrussische Flugzeuge, darunter mehrere Bomben­flugzeuge, abgeschossen oder zur Landung gezwungen.

Von der Presseabteilung des koreanischen Haupt­quartiers in Keizo wird eine zusammenfassende. Mel­dung über die mißglückten sowjetrussischen Flieger­angriffe auf japanische Stell ngen und militärische Grenzpunkte in Korea verbreitet., Danach flogen die Sowjetapparate Montag mittag zweimal über Chang- kufeng und belegten die Truppen in der vordersten japanischen Linie mit Bomben und ME.-Feuer, ohne ihnen jedoch Schaden zuzufügen. Um 14.30 Uhr am Montag überflogen sowjetrussische schwere, Bomber in geschlossener Formation die Grenze am Unterlauf des Tumen-Flusses; sie flogen dann werter über koreanisches Gebiet und bombardierten die Eisenbahnlinie bei Kin- sojye südlich von Kogi. Später wurde die Brücke bei Keijo bombardiert, doch wurde auch bei diesen Angrif­fen kein ernstlicher Schaden angerichtet. Bei den fünf sowjetrussischen Flugzeugen, die von den Japanern ab­geschossen wurden, handelt es sich um zwei etwa vier Kilometer südlich Kogi, zwei schwere Bomber bei So- zan und einen Apparat bei Suiryupo.

Das Hauptquartier in Keijo meldet ferner, daß bei den gestrigen sowjetrussischen Verlusten 37 Tote fest­gestellt wurden, die nach Uniform und Abzeichen dem GPU.-Erenzschutz verschiedener Formationen angehören.

Unter den Gefallenen befinden sich Soldaten der Infan­terie, Artillerie und der Tanktruppe.

Im japanischen Luftverteidigungsabschnitt West wurde für die Provinz Fukucka in Nordkyuschu ab Mit­ternacht erhöhte Alarmbereitschaft durch Verdunkelung angeordnet. Fukucka ist ein wichtiges Zentrum der japanischen Industrie.

chinesische Kanonenboote vernichtet

Tokio, 2. August

Japanische Marineflugzeuge haben am 31. Juli trotz stürmischen Wetters ein schwieriges Unternehmen erfolg­reich durchgeführt. Sie belegten drei chinesische Kanonen­boote und mehr als ein Dutzend chinesische Munitions- schunken stromaufwärts von Kiukiang mit Bomben. Die drei chinesischen Kanonenboote wurden in Brand gesetzt und strandeten. Die Dschunken gingen in kurzer Zeit brennend unter.

Kämpfe am Nordufer des Jangtle

Schanghai, 2. August.

Auf dem Nordufer des Pangtse, kam es im Werk­gelände von Taihu zu schweren Kämpfen, da hier die Chinesen zur Verstärkung ihrer 4. Armee zur Gegen­offensive übergegangen waren. Nach mehrtätigen Kämp­fen gelang es, nach japanischen Angaben zuwlge, die chinesische Offensive zum Stehen zu bringen. Die japa­nischen Truppen besetzten wichtige Vergstellungen. Da die Operationen auf dem NordflügÄ'noch im Gange sind, wurde der Vormarsch des Südflügels vorläufig einge­stellt; doch besetzten die Japaner hier Taian an der Bahnstrecke zwischen Kiukiang unL Nantschang.

Japanfeinftllche Verschwörung aufgeSeck»

Der Polizeichef der von den Japanerü eingesetzten Regierung von Grotz-Schanghai ist gestern zusammen mit 20 höheren Polizeibeamten von japanischen Gendarmen verhaftet worden. Die Verhafteten werden verdächtigt, «insgeheim eine Rebellion gegen die Regierung von Groß-Schanghai anzuzetteln und mit den chinesischen Freischärlern gemeinsame Sache zu machen.

Japanische flbwehraklion erfolgte auf mandschurischem Soden

Tokio, 2. August

Die von den Japanern zurückgeworfenen Sowjettrup­pen haben sich nach zweimaligem Gegenangriff auf eintz Höhenstellung östlich des Tschanahisees, der unmittelbar hinter der sowjetrussischen Grenze liegt, zurückgezogen. Die nunmehr von den Japanern wieder genommenen Höhen bei Schangfeng waren von den sowjetrussischen Grenztruppen mit Infanterie- und Artilleriestellungen versehen. Die neuen Stellungen westlich und östlich des Tschanghisees sind etwa drei Kilometer voneinander entfernt. Eine vom Kriegsministerium herausgegebene Skizze über die Frontlage bei Schangfeng verzeichnet sowohl die Grenzlinie, wre sie auf den sowjetrussischen Generalstabskarten eingezeichnet ist, wie auch die Grenz­linie gemäß dem Huntschun-Vertrag. Daraus ist klar ersichtlich, daß beide Linien östlich der Höhen von Schangfeng liegen, daß also die japanische Abwehr­aktion einwandfrei auf mandschurischem Gebiet er­folgt ist.

ten. Der 2. Teil enthält eine juristische Kritik dieser Regierungsvorschläge Weder der erste noch der zweite Teil bezieht sich auf jene Regierungsvorschläge, die als Vorschläge zur sogenanntenSelbstverwaltung" bezeich­nen werden, da diese Vorschläge noch nicht veröffentlicht worden sind. Die Sudetendeutsche Partei legt Wert auf die Feststellung, datz durch diese Veröffentlichung einer politischen Stellungnahme der Partei in keiner Weise vorgegriffen werden soll.

In dem Vorwort zur Broschüre heißt es u. a.:Die Gegenüberstellung der Regierungsvorschläge vom 30. Juni mit dem bisher für die gleichen Sachgebiete geltenden Rechtsvorschriften ist deshalb geeignet, in die Problematik der Regierungsvorschläge einzuführen, weil sich nur mittels einer solchen bis ins einzelne gehenden Uebersicht feststellen läßt, daß die bisherigen Vorschläge der Regierung keine bemerkenswerte formale noch viel weniger aber eine materielle Verbesserung der bis-

II1»»»»I»I»II»I»III»»IMI»IIIIIIIMI»»MIIIIIIMII,1»MMIMIUU»MM»1IIMM

vnsor

Sowjetrussische Bomber unternahmen einen Luft­angriff auf Korea.

Italien ergreift weitere rassenpolitische Schutz­maßnahmen.

Ein Abkommen zwischen dem Balkan-Bund und Bulgarien trägt zur Befriedung in Südosteuropa bei.

Das tschechische Nationalitätcnstatut wird von den nichttschechischeu Volksgruppen abgelehnt.

Die Ortsgruppe Emden der NSDAP. feierte in Anwesenheit unseres Gauleiters ihr lüjähriges Bestehen.

Dem Hauptschriftleiter derOstfriesischen Tages­zeitung" im NS.-Gauverlag, Pg. Folkerts, wurde die Leitung der Sippenforschung im Gau Weser-Ems übertragen.

OLergebietssührer Lühr Hogrefe verabschiedete in Uelzen den Adolf-Hitler-Marschblock der Nordsee-HJ. In der Europameisterschaft der Motorradfahrer führt Kluge-Deutschland in der 2S0er-Klasse.

Schöne Erfolge errangen bremische Segler auf der Ostseeregatta.

Das Unglück der Bremer SegeljachtGaby" hat eine schnelle Aufklärung gefunden.

Gestern ereignete sich in Bremen der 33. tödliche Verkchrsunfall dieses Jahres.