Ausgabe 
(30.4.1938) Nr. 117
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Erscheint 7mal wöchentlich

Monatsbezug 2P9 einschl. Zu­stellgebühr; Postbezugspreis monatl. 2,30 leinschl. 48,86 ^ Post. zeitungsgebühr) zuzügl. 42 ^ Be­stellgeld. Bezugspreis Ist Im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Cms GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernsprecher: 5 4121 und 51115. Sprechzeit: Verlag werktäglich 1213 Uhr- Schriftleitung Diens­tag und Freitag 12)4-13)4 Uhr.

parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblokk des legierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Anzeigen - Grnndprekftf

Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 eH/, die 78-mm-Ze!le Im Teil­test 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a.» sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstaffel 0). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: Vn Bremen:

Geeren 68, Fernsprechsammel- nummer 5 41 21. Nachtruf 511 15? Obernstraße Nr. 86, Ferninrecher 5 4121? Hastedter Heerstr. 403/07. In Oldenburg, Staustraße .Nr. 21, Fernsprecher Nr. 36 09.

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblakt des Beichsstattdaiters in Oldenburg und Bremen

Nr. 11? / S. Jahrgang

Sonnabend, ZD.flprU 19ZS

Linzelpreis 15 Npf.

z. Mai Nationalteiertag IN Italien

ktzrung des fützrers

fluch der 5. und S. Mal felertag für zahlreiche Provinzen Nömische presse hat

nur ein thema: sührerbesuch!fldols Hitler ein wahrer freund Italiens"

Rom» 30. April

Die italienische Regierung hat anläßlich des Besuches des Führers und Reichs­kanzlers folgendes Gesetz erlassen:

Artikel l. Der 3. Mai 1938 (Jahr XVI der faschistischen Zeitrechnung) ist zum nationalen Feiertag erklärt worden. Feiertage im Sinne des Gesetzes werden außer­dem der 5. Mai 1938 für die Provinzen Avellino, Benevento, Littoria, Neapel und Salerno und der 9. Mai 1938 für die Provinzen Frosinone, Rieti» Rom, Viterbo, Arezzo, Florenz, Grosseto, Livorno, Lueca, Marta Carrara, Pisa» Pistoia und Siena.

Artikel II. Die Präfekten werden ermächtigt, für die Tage des 3., 5. und 9. Mai die teilweise oder vollständige Schließung aller Betriebe anzuordnen. Im Falle der Schließung werden den Arbeitern die Löhne ausgezahlt, doch ist es den Arbeitgebern freigestellt, die verlorengegangenen Arbeitsstunden nachholen zu lassen. In Rom können für Hen 8. Mai die Bestimmungen über die Sonntagsruhe aufgehoben worden.

' Mailaird, 30. April.

Bilder des Führers und seiner Mitarbeiter sowie überaus herzlich gehaltene Begrützung.-artikel beherr­schen die gesamte Presse. Jegliches andere Weltgeschehen tritt gegenüber der für die Freundschaft der beiden Völ­ker so ungeheuer bedeutungsvollen Begebenheit völlig in den Hintergrund.

keit, daß der Duce und der Führer erneut einen persön­lichen Gedankenaustausch über die großen Probleme pflegen könnten; denn die konkrete Bedeu­tung der Reise liege in der Freundschaft der beiden Führer und dem loyalen Willen zur Eintracht und Zu­sammenarbeit der beiden Völker.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Neben der Veröffentlichung des Vefuchsprogramms bringen die Morgenblätter auch Lebensbeschreibungen aller führenden Persönlichkeiten aus dem Gefolge des Führers^ Dieser Besuch, so schreibtPopolo d'Jtalia", bedeute das Zusammentreffen zweier Revolutionen, die Europa Elemente neuer und mächtiger Lebenskräfte gegeben hätten. Rom werde Adolf Hitler mit Kund­gebungen einer Freundschaft empfangen, in der die Er­innerung an die Ehrungen lebendig sei, mit dem der Duce in Deutschland empfangen wurde. Der Besuch Adolf Hitlers, erklärtCarriere della Sera", sei schon wegen des Zeitpunktes, in dem er sich abspiele, ein Er­eignis von weltweiter Bedeutung. Im Spiel der inter­nationalen Kräfte habe die italienisch-deutsche Freund­schaft ein ungeheueres Gewicht und eine unvergleichliche dynamische Funktion.

Die Nachricht vom Kommen Adolf Hitlers werde vom ganzen italienischen Volk mit wahrer Begeisterung auf­genommen. Der Führer sei ein Freund Italiens nicht im äußeren und wandelbaren Sinne des Wortes, son­dern in jener tiefen Bedeutung, die eine im Wesen liegende Ähnlichkeit des Temperaments, ein Gleich­läufen der Ansichten, ein reales und herzliches Verstehen zum Ausdruck bringt. Man werde auch nie vergessen, welche Haltung Deutschland nicht durch Worte, sondern durch Taten während des Sgnktjonskrieges eingenom­men habe. Die Bedeutung des Führerbesuches erschöpfe sich nicht in der Abwicklung des großartigen Fest­programms, sondern sie bestehe auch in der Möglich-

flmnestke für Mepartergerkchlsbarkeit

Eine Verfügung des Führers

Berlin, 30. April

Aus Anlag der Schaffung Großdeutschlands hat der Führer für die Parteigerichtsbarkeit eine Amnestie er­lassen. Die Verfügung des Führers hat, nach Meldung der NSK., folgenden Wortlaut:

1. Parteigerichtliche Verfahren werden wegen Hand­lungen, die vor dem 1V. April 1S38 begangen worden sind, nicht eingeleitet, wenn es sich um Verfehlungen handelt, für die eine geringere Strafe als der Aus­schluß aus der Partei zu erwarten ist.

2. Im selben Umfang werden anhängige Verfahren eingestellt und erkannte Strafen erlassen, deren Frist noch nicht abgelaufen ist.

3. Die Beschränkung ehemaliger Logenangehöriger in der Partei wird, soweit es sich nicht um Hochgrade handelt, ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt des Austritts aus der Loge aufgehoben.

4. Dir Bestimmungen zur Durchführung dieser Ver­fügung erläßt der oberste Richter der Partei.

München, 27. April 1938.

gez. Adolf Hitler,

gez. Walter Buch, oberster Richter der Partei.

Das Ergebnis von London

Verstärktes Militärbündnis / Zusammenarbeit der Nüstungswirtsäzaft Verstänöigungsverlzandlungen mir Deutschland? / Vas tschechoslowakische Problem

(Oraktboriebt unseres I-ovckonsr Vertreters)

London, 39. April

Am Freitagnachmittag um 17.39 Uhr wurden die englisch-französischen Ministerbesprechungen abgeschlossen. Ihre Ergebnisse lassen sich kurz in folgende Punkte zusammenfassen. Im Vordergrund stehen die militä­rischen Vereinbarungen, die in der Presse teils als technische Zusammenarbeit", teils alstatsächliche Desensiv-Alliance" ausgelegt werden. Sodann wird von einem engen Kontakt zwischen den Seneralstäbsn gesprochen: die Besprechungen sollen bereits Ende nächster Woche beginnen.

Eine Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Rüstungs- wirtschaft und Vorarbeiten für eine Zusammenarbeit der beiden Streitkräfte sind ihre wichtigsten Merkmale. Außerdem soll eine gemeinsame Lebensmittelvorrats­wirtschaft organisiert werden. Ein großer Teil der Londoner Presse, der diesem erweiterten Militärbündnis größte Bedeutung beimißt, legt allerdings Wert darauf, seinen technischen Charakter hervorzuheben. In den Rahmen dieser Zusammenarbeit gehört auch die von London zugestandene Hilfe für die in Aussicht genom­mene französische Rüstungsanleihe.

Was die Tschechoslowakei anlangt, so läßt die in dem offiziellen Kommunique angedeuteteAltion" man­cherlei Schlüsse zu. Im Gegensatz zu den französischer- seits verbreiteten Versionen betont man in London, daß Chamberlain auf seinen Auffassungen bestanden habe. Er habe von den französischen Ministern in bezug auf die Tschechoslowakei im besonderen und auf Osteuropa im allgemeinen einepositivere Stellungnahme" gesordert.

Aus taktischen Gründen haben die Franzosen dabei die Behauptung aufgestellt, daß die Tschechoslowakei weniger militärisch als wirtschaftspolitisch bedroht sei. Sie hoffen, auf diese Weise England für eine Unterstützungs­aktion gewinnen zu können. Inwieweit sie dabei Erfolg hatten, ist im Augenblick noch nicht festzustellen. Inter­essant ist jedoch die Mitteilung desDaily Telegraph", wonach Chambc'AEg. auf die praktischen Schwierigkei Eq ' . ^einer militärischen Hilfeleistung , ck .die Tschechoslowakei hingewiesen habe. Zlatt fügt hinzu, Prag habe

nur die von allen gewünschte Möglichkeit einer ver­nünftigen Verständigung mit Deutschland.

In diesem Zusammenhang wird in London auch wieder die Notwendigkeit einer Verständigung Eng­lands mit Deutschland erwähnt, wobei behauptet wird, daß die französischen Minister keine Ein­wendungen gegen die von Chamberlain geplanten Bemühungen erhoben hätten.

Zum Kapitel der in dem Kommunique als wün­schenswert bezeichneten Beruhigung im Mittel- meer, über die man sich bei der Besprechung des italienisch-englischen Abkommen und der italienisch­französischen Entspannungsgespräche äußerte, gehört auch das Spanien-Problem. Frankreich hat sich bereit erklärt, im Augenblick der praktischen Durchfüh­rung des englischen Räumungsplanes zur Auskäm- mung der ausländischen Freiwilligen die Kontrolle seiner Landesgrenze gegen Spanien wieder zuzulassen. Gleich­zeitig wurde ein Abkommen für die Zurückziehung von ausländischem Kriegsmaterial aus Spanien ange­kündigt.

Schließlich hat man sich über die Genfer Prozessur- frage ausgesprochen , um das Abessinien- Problem so glimplich wie möglich zu liquidieren. Auch Fragen des Fernen Ostens wurden unter allgemeinen Gesichtspunkten erörtert.

worauf London Wert legt

London, 30. April.

In London scheint Wert auf dahingehende Meinungs­äußerung gelegt zu werden, daß bei den englisch-fran­zösischen Bespechungen über die militärische Zusammen­arbeit keinerlei Vereinbarungen getroffen wurden, die über den Rahmen der Vereinbarungen hinausgehen, die im Frühjahr 1936 getroffen worden sind und die serner- zeit auch der deutschen Regierung amtlich zur Kenntnis gegeben wurden- Ferner wird von englischer Seite aus­drücklich erklärt, daß auch in den Besprechungen über die Tschechoslowakei englischerseits keinerlei neue Verpflich­tungen auf sich genommen worden sind.

(Siehe auch Seite 2)

klonte rvird kvielisauüvniniaister von llibbontrop 45 siabro alt. kiivv der letzten ^nknqbmon lies KoivkssuLsu- niinistors inst seinen beiden Kindern Ursula und ^dolk. Lrssss-Kokkwann (I-sux).

WEM

«MM

Zirkelten mit sceude

Sojiale flrbeitsbilan; am I. Mai

Am Nationalfeiertag des deutschen Volkes wird der Führer wieder einmal die soziale Ar­beitsbilanz ziehen. Er verleiht mit der Goldenen Fahne der Deutschen Arbeitsfront einer neuen Zahl von Betrieben schöne und verpflichtende Aus­zeichnungen. Damit findet gleichzeitig der Lei­stungskampf 1937/38, den rund 84 000 Betriebe durchgeführt haben, seinen Abschluß.

Wenn wir uns die wichtigsten Ergebnisse an­sehen, dann können wir feststellen, daß auf allen Gebieten des.Betriebslebens große Fortschritte gemacht wurden. Es ist wirklich so, daß Leistungen, die noch 1937 als Spitzenleistungen galten, heute zum guten Durchschnitt gehören. In dieser Ent­wicklung haben beispielsweise die Tarifordnungen ihre frühere Bedeutung verloren, aus den Höchst­sätzen. sind Mindestsätze für die Lohn- und Arbeits­bedingungen. geworden. - Ebenso unterliegen die Betriebsordnungen in allen guten Betrieben einer laufenden Ueberprüfung und Verbesserung. Damit haben die Betriebssichrer einen richtigen Weg ein­geschlagen, denn die betriebliche Sozialpolitik darf niemals schematich verallgemeinert werden, son­dern muß sich der Eigenart des Betriebes anpassen.

Aus diesen Gründen war es sicherlich schwer, allgemeine Gesichtspunkte für die Auswahl der neuen Musterbetriebe aufzustellen. . In diesem Jahre hat der Beauftragte für die Gesamtdurch- führung des Leistungskämpfes der deutschen Be­triebe/ Pg. Dr. Hupfauer, vier Richtlinien vorge- zeichnet, die den Idealen der Deutschen Arbeits­front und den Zielen unserer Wirtschaftspolitik entsprechen. Dazu gehören: 1. Erhaltung und Ge­währleistung des sozialen Friedens, 2. Erhaltung und Steigerung der Dolkskraft, 3. Erhaltung und Steigerung der Arbeitskraft und Steigerung der Lebenshaltung, 4. Wirtschaftliche Zielsetzung unter Berücksichtigung der Ziele der politischen Führung.

Die. Eigenart und Verschiedenartigkeit unserer Betriebe bedingt, daß keineRezepte für Muster­betriebe" verschrieben werden können. In Zu­kunft werden aber zwei Anforderungen gestellt, die der Gesundheit und Lebenssicherung der Ge­folgschaft dienen sollen: das warme Mittagessen und die betriebliche Altersversorgung. Im übrigen treuen wir uns über jeden guten Gedanken, den Betriebsnibrer oder Gefolgschaft zur Verbesserung des Betriebes verwirklichen. Dann kann die be­triebliche Sozialpolitik so buntfarbig werden, wie das Betriebs- und Arbeitsleben des deutschen Vol­

kes. Als. Wegweiser können dabei die Muster* betriebe angesehen werden, die sich nach dem Willen des Führers und nach den Anstrengungen der deutschen Wirtschaft von Jahr zu Jahr ver» mehren.

Deshalb verfolgep wir die > Sozialberichte der Musterbetriebe mit aufmerksamem Interesse, weil sie nicht nur die geschäftliche Entwicklung, sondern auch das soziale Leben des Betriebes in einem ge­schlossenenGeschäftsbericht" widerspiegeln. Aus mehreren Berichten, die uns in den letzten Wochen vorgelegt wurden, ersehen wir, daß jeder Muster­betrieb natürlich gute Gesamtleistungen ausweisen kann. Daneben gibt es noch eine Reihe von Ein­zelleistungen, die als besondere Stärke oder als besondere Note des Betriebes gelten können. Ein Betrieb bemüht sich beispielsweise in vorbildlicher Weise um die Ausbildung seiner 160 Lehrlinge; er schafft ferner gesunde Wohnungen. Die Wünsche nachSchönheit der Arbeit" werden durch ein neues Kameradfchaftshaus, einen Festsaal, Wafch- räume, Bäder und Grünanlagen erfüllt. So kann im Bericht die völlige Umgestaltung des Werkbil­des gemeldet werden. Eine besondere Note geben die Veranstaltungen der NSG.Kraft durch

Die Verhandlungen in London führten zu viel­deutigen Ergebnissen.

Lord Rothermere setzt sich erneut für Verständigung Englands mit Deutschland ein.

Anläßlich des Führerbesuches wurde der 3. Mal zum Nationalfeiertag Italiens erklärt.

Der Führer hat eine Amnestie für die Partei- gerichtsbarkeit angeordnet.

Anläßlich der Siegerverkllndung des RVWK. teilt« Dr. Sey den Plan für den Bau eines RBWK.« Stadions mit.

Am 1. Mai tritt die neue Reichsmcldeordnung in Kraft.

Ab 5. Mai gelten auch nach Oesterreich Urlaubs« karten.

Auf dem römischen Reitturnier kamen Deutsch- lands Reiter zu ihrem ersten Sieg.

Eine Wiener Boxstaffel kämpfte in Bremen gegen eine bremische Staffel unentschieden 8:8. Stellvertretender Gauleiter Joel erläßt einen Auf­ruf zu aktiver Mitarbeit in der Partei.

Heute abend steigt am Osterdeich das Riesenseuer« werk zum 1. Mai.

Der Bremer Vulkan in Vegesack schüttet für 1937 eine erhöhte Dividende aus.