Ausgabe 
(28.4.1938) Nr. 115
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partLiamtlicize Tageszeitung

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches Verkündungsblakt des Neichsstatllialters in Oldenburg und Nremen

Nr. 115 / 6. Jakrgang

Donnerstag, 28. flpril 18Z6

kinzelpreis 15 Npf.

ftankreichsMlnister oerliandeln intondon

Ein umfangreiches Programm

Paris braucht Nüftungskredite / Wenig schmeichelbastes Urteil des englischen Kriegsministers über Frankreichs Politik / kalte dusche sür Stimmungsmache

(vradtberickt unseres llouckoner Vertreters)

London, 28. April.

Der französische Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bonnet trafen am Mittwochabend in London ein. wo sie Außenminister Lord Halifax aus dem Flughafen Croydon begrüßte. Die vorgesehenen Besprechungen beginnen heute in der Downing- street und werden nach einer kurzen Unterbrechung durch einen Empfang der franzö­sischen Minister in Windsor am Freitag fortgesetzt werden.

Das englische Kabinett befaßte sich in -seiner gestrigen Sitzung noch einmal mit dem Programm dieser Ver­handlungen und hörte den Bericht des Kriegsministers Hore-Belisha an, der sich über die Pariser Außenpolitik und die innerpolitische Lage Frankreichs nicht gerade schmeichelhaft geäußert haben soll. Im. Hinblick auf die Pariser Stimmungsmache weist man in Londoner politischen Kreisen darauf hin, daß man die Bedeutung dieser Gespräche nicht überschätzen dürfe; sie dienten lediglich einer^ allgemeinen Aussprache, wobei man durchblicken läßt, daß man mit mancherlei Meinungs- «schiedenheiten zwischen den beiderseitigen Regie- wngsvertretern rechnet.

R o m, 28. April.

Einer Londoner Meldung der „Agenzia Stefani" zu- sslge sollen bei den englisch-französischen Besprechungen lügende Fragen erörtert werden:

1. Gemeinsame englisch-französische Aktion zur Aus­wertung der Wiederherstellung der guten Beziehungen zu Italien.

2. Gemeinsame englisch-französische Aktion in Genf zur Liquidierung der abessinischen Frage.

3. Untersuchung der spanischen Frage in Hinblick auf den bevorstehenden nationalspanischen Sieg.

4. Untersuchung der Möglichkeiten einer Wieder­annäherung an Deutschland und insbesondere einer stanzösischen Geste, die die Schaffung einer ersprießlichen Atmosphäre begünstige.

5. Die Frage der tschechoslowakischen Nationalitäten und die Grenzen der politischen Einmischung Frankreichs in dieses Problem.

8. Die Möglichkeiten einer englisch-sranzösischen wirt- schastlichen Hilfe an die Tschechoslowakei.

7. (auf französische Initiative) Untersuchung der Frage der Neutralität der Schweiz.

8. (auf französische Initiative) Die militärische Lage aus Grund des englisch-französischen Abkommens vom

März 1936, das die Fühlungnahme zwischen den Eene- ralstiiben der beiden Länder betrisst.

Paris, 28. April

Trotz aller Dementis wird in Pariser Finanzkreisen erwartet, daß die französischen Minister in London auf irgendeine Weise größere Geldmittel zu erhalten versuchen werden. Da das Wort Anleihe mit einigem Beigeschmack behaftet ist, wird es durch Kredit ersetzt.

Dieser soll nicht in Barauszahlungen bestehen, son­dern in der Kreditierung von französischen Waren- kiiufen, vor allem Flugzeugen in England und den Ver­einigten Staaten und zur Beschaffung von rüstungs- wichtigen Rohstoffen dienen. In diesem Zusammen­hang spricht man auch wieder von einer angeblichen Neufassung des Dreieravkommens zwischen Paris, Lon­don und Washington, da eine Neustabilisierung des Franken auf wesentlich geringerer Basis nicht mehr z« umgehen sei.

Paris will abwarten

(Nxener vralitbsi'lelit äsn „Lrsmoi 2situuA")

Rom, 28. April

Da Außenminister Graf Ciano erst am Sonnabend aus Albanien zurückkehrt und er dann mit den letzten Vorbereitungen für den Führerbesuch beschäftigt sein wird, ist es wahrscheinlich, daß die italienisch-franzö­sischen Besprechungen um 14 Tage verschoben werden. Aus der Haltung der französischen Regierung glaubt man schließen zu können, daß diese die "Ergebnisse der Londoner Zusammenkunft und die Genfer-Ratstagung abwarten will. Die Manöver der französischen Linken zur Verzögerung und Störung des italienisch-franzö- i fischen Entspannungsgespräches werden in Rom mit Aufmerksamkeit verfolgt. Man vermutet, daß der Ein- I fluß der einem Abkommen entgegenstehenden Kreise auf I das Pariser Kabinett größer geworden ist.

Spannung und sreude in Nom

50 000 Zungfaschisten werden anläßlich des sichrerbesuchs marschieren

Rom, 28. ApM

Die römische Presse steht völlig im Zeichen des ve­rstehenden Staatsbesuches des Führers mkd Reichs- nzlers. Die Blätter bringen ausführliche, mit Bil- rn versehene Würdigungen der Persönlichkeit des Hopsers des nationalsozialistischen Deutschlands. Großen aum nehmen weiter die Schilderungen der von den rhörden und der Bevölkerung getroffenen großartigen npfangsvorbereitungen ein. Im Mittelpunkt dieser s ins kleinste gehenden Berichte steht die bereits chezu vollendete Ausschmückung der Stmtzenznge, durch e der Einzug des Führers in Rom erfolgt. Am Mitt- och smd die Arbeiten -an den neuen Emplangsbahnho-f blendet rvovden. Tag und Nacht rmrd uoch am lihnhof Termini gearbeitet, von dem aus die Welter- i>e nach Neapel erfolgt. Die ganze Fassade dieses ahiihofes bietet ein neues Bild. Sie wurde Mit einem

elften Hakenkreuz geschmückt, das von Llktorenbundeln

»rahmt ist. In allen Schaufenstern bereits BU- r des Führers und des Duce ausgestellt, dre ebenso >e die Hakenkreuzfahne und die italienische Tri m den Geschäften in Massen ausgeben werden Will ch jeder ein Bild der beiden Whrer sein eigen neu- m, um auch so feine innere Verbundenheit mit den vorstehenden historischen Tagen zu bekunden.

Noch nie hat das faschistische Rom dem Kommen eines Gastes mit solcher Spannung und ofsensichtlicher Freude entgegengesehen. Der bevorstehende Staatsbesuch des Führers des befreundeten Deutschlands beherrscht völlig das Denken und Fühlen der italienischen Hauptstadt. Zahlreiche Truppen und Milizverbände, die an den Uebungen und an der großen Wehrmachtparade teil­nehmen werden, haben aus dem Gelände westlich der Stadt ihre Quartiere bezogen, während im Süden in der Nähe des Militärflugplatzes Centocelle eine riepge Zeltstadt entstanden ist, in der 5V 000 Mitglieder der faschistischen Jugend, des Liktorenbündels und ihrer Gliederungen untergebracht sind.

Aus ganz Italien und aus allen Gebieten des Impe­riums 'so u. a. auch aus -Libyen, strömen seit einigen Tagen in Sonderzügen diese Jugendformatjonen nach der Hauptstadt des Faschismus, wo sie dem Führer des nationalsozialistischen Deutschlands bei den verschieden­sten Kundgebungen ihre begeisterten Huldigungen dar­bringen werden. Das gewaltige Jugendlager besteht aus'100 Einzellagern von insgesamt 15 000 Zelten. Zum -erstenmal wurde am Mittwoch in Anwesenheit von Parteisekretär Minister Starace, der selbst im Lager wohnen wird, die Fahne gehißt und damit das Lager seiner Bestimmung übergeben, in dem die jungen Fa­schisten ihr militärisch diszipliniertes Leben führen.

ludenvermögen ist anzumelden

Vis Z0.IUM — vesttmdsaufnakme de^ jüdischen Vermögens

, Berlin, 28. April

rten, wenn der Eesamlweri " yZer-

ermögens ohne Berücksichtig 8 -^in-

LS." «K 2»-»

Ehegatten eines Juden. Für jede anmeldepflichtige Person ist das Vermögen getrennt anzugeben. Zum Vermögen gehören nichtbewegliche Gegenstände, die aus­schließlich zum persönlichen Gebrauch des Anmeldepflich­tigen bestimmt sind, und der Hausrat, soweit sie nicht Lurusgegenstände sind. Jeder Vermögensbestandteil ist mit dem gemeinen Wert einzusetzen, den er am Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung hat. Die Anmel- dunq ist unter Benutzung eines amtlichen Musters bis zum 30 Juni. 1938 bei der für den Wohnsitz des An­meldenden zuständigen höheren Verwaltungsbehörde ab­zugeben, Ihr ist auch unverzüglich jede Veränderung des Vermögens anzuzeigen. Die Anzeigepflicht gilt auch

(Fortsetzung auf Seit« 2)

irsielismioistoi- Kuäolk II o 6 rvnrcke an seinem KebnrtstaA, nie bei-ielitvt, iy seinem Minellvaer keim von» V ü'll r e i' kvKlnekn ünsebt. .(Lrssss-RotkmanrzZ

/üttL Ittkce He^oecteetec Lies HMcecs

Fünf Jahre nationalsozialistischer Volks- und Staatsfllhrung sind heute seit dem Tage vergan­gen, da der Führer durch eine Verfügung einen seiner ältesten und getreuesten Mitkämpfer, den Parteigenossen Rudolf Hetz, zu seinem Stellver­treter in der NSDAP. ernannte und ihm Voll­machten in allen entscheidenden Fragen der -Parteileitung übertrug. Diese Betreuung war ein äußeres Zeichen und ein Sinnbild zugleich für den im Jahre 1933 stattgefunden Uebergang des revolutionären Kampfes der Partei zum evolutio­nären Aufbau und Ausbau des nationalsozialisti­schen deutschen Volksreiches. Hatte die Partei bis zu den historischen Stunden des 30. Januar 1933 die Erkämpfung der Macht in Deutschland zum Ziel, so war sie, nachdem dem Führer die Kanzler­schaft übertragen worden war, gezwungen, euren großen Teil ihrer besten Kräfte an den Staat ab­zugeben. Wenn diese Männer zum größten Teil auch weiterhin Parteiämter führten, so waren sie doch nicht mehr wie bis dahin in der Lage, ihre ganze Arbeitskraft in den Dienst der Bewegung zu stellen.

Der Neuaufbau des Staates erforderte eine ungeheure Kraft und ein höchstes Matz von persön­lichem Einsatz. Der Führer sah sich infolge seiner außerordentlichen Beanspruchung durch die Staatsgeschäfte in diesem Zeitpunkt veranlaßt, für die Parteiführung einen Stellvertreter zu er­nennen. Mit der Betreuung des Parteigenossen Rudolf Heß fiel die.Wahl des Führers auf einen Mitkämpfer, der ihn in treuer und unermüdlich selbstloser Arbeit bereits xvon den frühesten An­fängen^ des Nationalsozialismus begleitet hatte.

Dem Parteigenossen Heß ist es vom Schicksal vergönnt gewesen, während der Kampfzeit in den schweren Stunden in der unmittelbaren Nähe des Führers stehen und wirken zu dürfen, in Stunden, in denen alle stolzen Hoffnungen und Pläne ver­nichtet schienen und ein Uebermaß von Willens­kraft dazugehörte, um unbeirrt durch alle Fehl­schlüge und Enttäuschungen mit neuer ungebroche­ner Kraft den Kampf weiter voranzutragen. In diesen schwersten Stunden der Kampfzeit gehörte der Partckgenosse Rudolf Heß zu den Männern, die dem Führer innerlich am nächsten standen. Kaum beachtet und bekannt in der Öffentlichkeit, hat er in langen schicksalsschweren Jahren mit stetem und selbstlosem Einsatz seine Aufgaben er­füllt. So schien auch dieser getreue Mitkämpfer, der die Festungshaft des Führers in Landsberg teilte, seit dem Frühjahr 1925 als Privatsekretär mit dem Führer aufs engste verbunden war und seit dem Dezember 1932 schon die Stellung des Vorsitzenden der politischen Zentralkommission der NSDAP. bekleidet hatte, der berufene Mann für die Uebernahme der außerordentlichen Verant­wortung als Stellvertreter des Führers in der Führung der Partei. Durch das Gesetz zur Siche­rung der Einheit von Partei und Staat (1933), das die unlösbare Verbundenheit der NSDAP. als

Trägerin des deutschen Staatsgedankens mit dem Staat dokumentierte, wurde Rudolf Heß zur Ge­währleistung engster Zusammenarbeit der Partei mit den öffentlichen Behörden Mitglied der Reichs» regierung. Mit der gleichen Einsatzbereitschaft wie in der Kampfzeit widmete sich Rudolf Heß dem ihm vom Führer anvertrauten neuen hohen, ver­antwortungsvollen Aufgabenbereich. Seine Dienst­stelle wurde zum lebendigen Bindeglied Zwischen dem Staatsapparat auf der einen Seite und dem von der Partei verkörperten und vertretenen Volkswillen auf der anderen Seite.

Die nimmermüde Arbeitskraft des bewährten Parteigenossen Heß vermochte es, die Vielzahl der ihm vom Führer übertragenen Aufgaben in vor­bildlicher Weise zu erfüllen. Zunächst galt es, all die neuen Kräfte, die sich nach der Machtüber­nahme in den Dienst des Aufbaues des. national­sozialistischen Deutschlands stellten, für die Partei­arbeit einzusetzen und die seit 1933 der NSDAP. beigetretenen neuen Mitglieder zu wahren Natio­nalsozialisten zu erziehen. Hierbei blieb der Stellvertreter des Führers stets dem Grundsatz treu, daß die Geschlossenheit und Festigkeit in der Bewegung auf Kameradschaft und Disziplin be­ruht. Die Mobilisierung der neuen Kräfte aus dem Volk für die Arbeit der Partei fand in jedem Jahr am Vorabend des Führergeburtstages ihren äußeren Ausdruck in der^seierlichen Vereidigung

Unser ^aFVsspLoseL

Frankreichs Minister sind in London eingetroffen.

Der ungarische Ministerpräsident warnt die Luden.

Rom steht im Zeichen des bevorstehenden Führer- besuches.

Vis zum 30. Luni ist sämtliches Judenvermögen an­zumelden.

. Reichsleiter Nosenberg sprach in der Universität Halle.

Mit starker deutscher Beteiligung begann das inter­nationale Reitturnier in Rom.

In Oldenburg-errangen die Wiener Boxer einen 8:7-Sieg.

In Werden wurde der srühere Bürgermeister von Syke Rittmeister abgeurteilt.

Für die Feier des Nationalen Feiertages des deut­schen Volkes in Bremen liegen nunmehr die Pro« grammeinzelheiten sest.

Bremen ist auf der Messe in Budapest mit einem eigenen Pavillon vertreten.

Reichspostminister Dr. Ohnesorge sprach in Bremen.

Vom 4.-8. Juni findet in Bremen das 3. Nordsee- FUHrerlager statt.

Heute kehren auch die restlichen Formationen der von Bremen nach Oesterreich entsandten Schutz­polizei zurück.