Ausgabe 
(24.4.1938) Nr. 111
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

7mal wöchentlich

^ 2,30 einschl. Zu-

^aebübr- Postbezugsprels mono«. ^ leinsckü. 48.88 ^ Post.

Anzeigen - Grundpreise!

MlMgsiiebüw ZuzLgl. 42 ^ Ve- ^sliicld SeMsprei's ist sm voraus ^av PostsSeck: Hamburg 47272.

Vekindeiung der Lieferung MerW keinen Anspruch auf «z^ahlun- des Bezugspreises, «erlag: NG-Gouverlaa Weser- «ms EmbK. Bremen. Geeren 6-8. -Mpr-ck>-r: 5 4121 und 511 15. «oreibzeit: Verlag werktäalich ,e!-13 iibri Schriftleitung Diens- ^ und Freitag 121413>L Uhr.

parteiamtliche Tageszeitung

Has flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Lreien lzansestadt vremen

Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 die 78-wm-Ze!le im Tert- ieil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, sfamilienanzeigen u. a., sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstaffel ty. Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: Vn Bremen:

Geeren 68, Fernsprechsammel- nummer 5 41 21. Nachtruf 5 11 15; Obernstraße Nr. 86, Fernsp'^cber Z 41 21: Hastedter Heerstr. 403/07. An Oldenburg. Staustraße Nr. 21, Fernsprecher Nr. 36 69

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstatthalters in llldendurg und vremen

SüSS

M.M / S.Ialfrgang

Sonntag, 24. flprtt 1SZ9

kinrolnrpis 15 Not.

Wie die Tschechoslowakei entstand

üie unsauberen Machenschaften van trianon

kin Franzose entlarvtSachverständige" /die Nichte des Narlekin-Mantels Kalten nicht" / eindringliche Warnung vor gewagten Abenteuern

Paris, 24. April.

In Paris werden die Stimmen immer zahlreicher und lauter, die sich dagegen auf­lehnen, datz Frankreich sich um der schönen Augen Stalins und Beneschs willen aus gewagte Abenteuer einlassen könnte. Zu dieser Schlutzfolgerung gelangt sehr nach­drücklich die Pariser politisch-literarische WochenzeitschriftLa Griffe". Sie schreibt, die Art und Weise, wie dieser als Tschechoslowakei bezeichneteHarlekin" zustande ge­kommen sei, müsse man der Oefsentlichkeit ins Gedächtnis zurückrufen, damit die Franzosen wenigstens wissen, für wen und wofür sie möglicherweise ihr Leben lassen soüen.

In einem kürzlich erschienenen BuchL«s Gau- pables" von Henri Porzi habe der Verfasser, der selbst Zeuge der unsauberen Machenschaftenum die Friedensverträge gewesen sei, bekanntge­geben, daß während der Friedensrerhandlungen Benssch und Masaryk ständig von einem Schwärm von Jour­nalisten, Universitätsprofessoren und Politikern umgeben gewesen seien, die nicht nur für das Konto der Tschecho­slowakei, sondern auch noch für die Serben , und Ru­mänen gearbeitet hätten. Venesch und Masaryk hatten ihre Forderungen nur der Trianon-Konfsrenz zu unter­breiten brauchen, auf der sie in der Person Tardieus einen mächtigen Freund gehabt hätten. Zunächst habe man Wilson vorgemacht, daß Slawen und Slowenen das gleiche seien,-so datz sich dieser bereit erklärte, jeden Volksentscheid in Transsylvanien, in der Tschechoslowa­kei, in Ruthenien und in Kroatien abzulehnen. Sodann habe Benesch selber ein Telegramm der ,,Slowakischen Liga" in Amerika gezeigt, in dem diese erklärte, sie sei mit den Tschechen darüber einig in dem Einsatz fiir

die Schaffung eines tschechoslowakischen Staates, der die Dschechei, Mähren und die Slowakei umfassen solle.

Tatsächlich habe die erwähnte Liga aber nur aus emigrierten Tschechen bestanden, von denen außer zwei Mitgliedern schon alle die amerikanische Staatsbürger­schaft erworben hatten. Als gleichzeitig aber gewisse Protestrufe laut wurden, sei die Entsendung einiger Sachverständiger an Ort und Stelle beschlossen worden. Natürlich seien diese sogenanntenSachverständigen" zur großen Freude Tardieus mit einer ebenso umfang­reichen Dokumentierung zurückgekommen. Nachstehendes Beispiel wird von den. Arbeitsmethoden dieserSach­verständigen" wiedergegeben: Benesch habe die Stadt Kascheur verlangt, deren Bevölkerung vollständig un­garisch gewesen sei. Zwei von Tärdjeu ausgesuchte Sachverständige" hätten sich dann dorthin begeben, und zwar in Begleitung des tschechischen Polizisten Hanzalik. In Wirklichkeit seien aber die beiden sogenannten Ameri­kaner selbst auch Tschechen und sogar Jugendfreunds von Benesch gewesen, die kaum ein Jahr vorher in Amerika

naturalisiert worden waren. Nachdem diese beiden Sachverständigen" eine Woche lang in einem Hotel Tag und Nacht Feste und Orgien gefeiert hätten, seien sie mit einem Bericht nach Paris zurückgekommen,, der auf Grund von Angaben Beneschs von dem tschechischen Polizisten Hanzalik ausgearbeitet worden sei.

Aus diese Weise immer wieder getäuscht, habe die Trianon-Konferenz Musaryk und Benesch alles zuge­standen, was. sie verlangten und sogat noch mehr Am 6. Dezember 1918 habe Masaryk die Einbeziehung von 1,9 Millionen Ungarn in die Tschechoslowakei gefordert, die er als Slawen bezeichnete. Am 18. Februar 1919 habe er, diesmal besser unterrichtet über die Absichten Tardieus, die Zahl auf 2,9 Millionen Menschen erhöht, unter denen sich bereits 1 Million Deutsche befanden. In ihrer Sitzung vom 8. Mai 1919 habe die Trianon-Kon- ferenz schließlich ihrerseits diese Zahl auf 3,5 Millionen Einwohner festgelegt, unter denen nicht ein einziger Slawe gewesen sei. Man könne diese Beispiele verviel­fachen, so fährt das Blatt fort, die ganze Tschechoslowakei gleiche einem Harlekin-Mantel, mit Tschechen in der Mitte und rund herum Deutschen, Ungarn usw., die gegen ihren Willen ihren Ländern entrissen worden seien.Die Nähte halten aber nicht mehr" stelltLa Griffe" fest, undjeder Bestandteil wird sich schließlich ganz von selbst lösen". Man dürfe jedoch nicht vergessen,' daß Benesch der Anstifter des Frankreich-Sowjet-Paktes sei, und daß Stalin, der sich verloren fühle, um jeden Preis den Krieg wünsche. 1914 habe Benesch für das Zarenrußland gearbeitet. Warum solle er nicht morgen für Sowjetrußland arbeiten? So fragt ras Blatt und wendet sich abschließend an die Franzosen:Wird

Frankreich Europa in Brand stecken, nur um Stalin und Benssch zu retten." (Siehe auch Seite 2)

Mernfter Sedankenaustausch Paris-Nom

Ziemlich heikel" meint dersemps" / Frankreichs raube auf dem Vach

Paris, 24. April

2m Zusammenhang mit den französisch-italienischen Besprechungen betont derTemps" in seinem Leit­artikel am Sonnabend erneut nachdrücklich, daß weder London noch Paris daran dächten, die Achse Rom Berlin zu erschüttern. Andererseits wendet sich der Temps" gegen voreilige Stellungnahme zu den Grund­linien der französisch-italienischen Verhandlungen. Das wesentliche sei, daß die Grundlinien eines eventuellen Abkommens und die Stellungnahme von feiten Frank­reichs und Italiens einmal klar festgelegt würden.

Frankreichs Wunsch zur Herstellung normaler und vertrauensvoller Beziehungen mit Italien sei ernst. Das Blatt verhehlt sich aber nicht, daß vompsycholo­gischen Standpunkte" aus und nach demtiefgehenden Unbehagen", das solange wegen der Abessinien- und Cpanien-Krise auf den Beziehungen zwischen' Paris and Rom gelastet habe, gewisse Punkte der geplanten Regelung ziemlich heikel sein würden.

London, 24. April.

DieTimes" befaßt sich in einem Leitartikel mit den französisch-italienischen Besprechungen. Die französische Regierung, so schreibt das Blatt, sei sich ohne Zweifel mit Lhamberlarn darüber einig, daß der Sperling in der Hand besser sei als die Taube auf dem Dach. So habe sich die französische Regierung entschlossen, zu versuchen, auch auf unmittelbarem Wege zu einem dauerhaften Frieden mit Italien zu kommen. Der bevorstehende Be­such Daladiers und Bonnets in London werde eine will­kommene Gelegenheit für einen Gedankenaustausch über den Stand der Dinge in Europa und Afrika sein. Viele von den Nationen, die an dem kollektiven Widerstand von 1935 gegen die Eroberung Wessiniens Festnahmen, hätten bereits den neuen Status von Abessiniem aner­kannt, ohne auf eine allgemeine Entscheidung durch die Genfer Liga zu warten, und es sei daher unvermeidlich, datz früher oder später diese Frage auch im Genfer Rat selbst geklärt werden müsse. Was England jetzt zustehe,

sei die Zurkenn-tnisnahme eines Fehlschlages. Weiterhin fortzufahren, diese Tatsache zu ignorieren,, führe, zu nichts und habe auch nicht dazu gedient, den Zuswmmenbruch der Sanktionen zu verhindern oder dieeigentlichen" Ziele zu fördern, für die der Genfer, Bund existiere.

tkamberlain will Sicherheit ohne Senf

Paris, 24. April.

Der Londoner Berichterstatter desMattn" schreibt, der englische Ministerpräsident sei der Ansicht, daß das sicherste und praktischste Mittel zur Festigung des euro­päischen Friedens darin bestehe, an die Stelle der vagen Genfer Formel von einer kollektiven Sicherheit ein greifbares und stichhaltiges Abkommen zwischen Eng­land, Frankreich, Italien und Deutschland zu stellen. Chamberlwin werde Daladier und Bonnet während ihres Londoner Aufenthaltes von diesen seinen Hoff­nungen unterrichten.

-

, . . . Unl-ed Odsrgebietskükrsi- ^xmann äer ksiedsentsokiviä iw Serukswottksmgk aller setmkkenüen Dsutseben erökknet.

" einer Leierstnnäe nuräs in ttanwu gu gsu Kausionsrn aus kranken vor äow ^.bmurseb nur LrökkuungskuuSgobung auk äer lluugiusviese. (Ueber

Negative Vorzeichen

Mißtrauen ist eine schlechte Niistung

I. L. v. Bremen, 24. April.

Mißtrauen ist eine schlechte Rüstung. Miß­trauen ist es gewesen, wovon sich die franzö­sische Politik stets leiten lieh, wenn sie im Be­streben, ihre Vorherrschaft in Europa zu sichern, ständig bemüht war, Bündnisse gegen Deutschland zu schaffen. Mißtrauen leitete die französische Regierung, als sie die wiederholten Vorschläge des Führers, sich mit Deutschland auf der Grundlage der Gleichberechtigung zu verständigen, immer wieder außer acht ließ und Mißtrauen erfüllt heute die französische Presse bei ihrem Bogleit- spiel zu den in diesen Tagen zwischen Paris und Rom angebahnten Verhandlungen.

Mißtrauen aber hindert mehr als es schirmt. Und so erscheint uns denn auch im Falle dieser Verhandlungen, die von Paris aus gesehen den Zweck haben sollen, Frankreich aus seiner selbst­verschuldeten Isolierung in Europa herauszu­führen, daß dieses Mißtrauen statt Frankreich zu nützen, es nur noch weiter aus abwegiges Gelände bringt. Da hören wir in einem Pariser Blatt das Wort von einem französischen Kanossa­gang, während ein anderes von Konzessi­onen spricht, die Italien Frankreich machen müsse. Was soll man zu solcher Einstellung sagen, die abseits jeglichen realpolitischen Denkens sich in der Rolle einer hysterischen Frau gefällt. Be­sagt einerseits das Wort vom Kanossagang etwa nicht, daß Frankreich sich tief gedemütigt und hilseslehend heute nach Rom wenden muß und läßt andererseits der Ruf nach italienischen Kon­zessionen nicht erkennen, daß man sich anmaßt, Italien Bedingungen zu stellen dafür, daß Hm gnädigst" gestattet wird, auf gleichem Fuße mit Frankreich zu verhandeln?

Nein, das ist nicht die Art und Weise, wie man richtig und für beide Teile zuträgliche Politik macht, zumal wenn als Unterton zu der Begleit­musik der französischen Presse auch noch der heiße Wunsch, die Achse RomBerlin zu schwächen, hinzukommt. Und wenn gar dieHumanste" sich zu schreiben unterfängtDie Politik der Achse ist eine antiitalienische Politik; sie verrät die historischen Interessen Italiens", dann ist vollends klargelegt, wie wenig die öffentliche Meinung Frankreichs ernsthaft daraus vorbereitet ist, im Interesse einer guten Verständigung mit Italien und damit des europäischen Friedens einen wahr­haft ersprießlichen Beitrag zu leisten. Gleich­zeitig aber wird aus all dem klar, daß sich die Verhandlungen ParisRom weit schwieriger ge­stalten werden, als die soeben zwischen England und Italien so glücklich zum Abschluß gelangten Besprechungen. Dieses englisch-italienische Ab­kommen ist aus dem Gerste des Grundsatzes:Gib, damit du erhältst" möglich gewesen. Und man fragt sich heute in der ganzen politischen Welt, soweit sie das Auge.aus die Verhandlungen ParisRom gerichtet hält, was wohl Frankreich zu geben bereit sein könnte.

Es ist bekannt, daß Frankreich einen sehr gro­ßen Wert aus die Sicherung seiner Verbindungen über das Mittelmeer nach seinen Kolonien Algier und Tunis legt. Aber es ist . nicht weniger eine Tatsache, daß sich Italien soeben in dem Abkom­men mit England im Hinblick aus die Verwendung von Eingeborenen-Truppen in Europa weitestge- heNde Bindungen auferlegt hat. Eine Verwendung von Eingeborenen-Truppen in Europa ist, zumal in einer Zeit, wo das Farbigen-Problem, wenn­gleich noch nicht akut, so doch immerhin bedenk­lich rm Hintergrund aller kolonialpolitischen Er­wägungen steht, eine nicht nur die europäische Kul­tur schändende, sondern die europäische Selbstbe­hauptung schon fast verleugnende Angelegenheit.

Wenn es die französische Politik fertigbrächte, auch ihrerseits ein für allemal aus eine Verwen-

vnssr

Konrad Henlein eröffnete die Karlsbader Haupt­tagung der Sudetendeutschen Partei.

Eine Pariser Zeitschrift beschäftigt sich in scharfe» Worten mit dem Betrug von Trianon.

Ungarische Abgeordnete fordern Verschärfung des Judengesetzes.

Ein aussehenerregender Gemäldediebstahl wurde im Schloß Chilham in Canterbury verübt.

In Indien ist eine Cholera-Seuche ausgebroche». Der englische Weltrekordfahrer Fernihonah ver­unglückte in Ungarn tödlich.

Im Alleinflug Australien England wurde ein neuer Rekord aufgestellt.

Reg. Bürgermeister SA.-Eruppenfiihrer Böhmcker eröffnete die Kunstausstellung des Hilfswerks für die deutsche bildende Kunst.

Zum 1. Mai wird die NSG.Kraft durch Freude" mit einem riesigen Programm aufwarten.

Auf der Tagung des Nautischen Vereins in Ham­burg sprach Staatssekretär Königs.