Ausgabe 
(22.4.1938) Nr. 109
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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches Berkündungsblatt des Beichsstattliatters ia Oldenburg und Bremen

N. 109 / S. Mrgang

Freitag, 22. flpril 1SZS

Linzelpreis ,15 Bpf.

^ ;um Verrat der Habsburger

SondetfriedensangebotslLrkteseindesfront

Peinliche krinnerungen an den Ppril IN? und den 01,«ober INS / Karls fluffasiung von Ilironpcherung und Vundestreue / Seltsamedrohung " mit dem Pnschluß

(0 r n k t b s r^j v k t nnsopvs ku-chiser Vsrtr-otvr-s)

Paris, 22. April.

Camille Barröre. der langjährige Botschafter Frankreichs in Rom. veröffentlicht in der französischen Zeitschrist ..Revue des Dsux Mondes« Erinnerungen an die Kon­ferenz von Saint-Iean-de-Maurienne im April 1817, als die Alliierten über ein Frie­densangebot Karls von Oesterreich verhandelten. Barrsre war beauftragt worden, den italienischen Außenminister Sonnino über dieses Angebot der Habsburger in Kenntnis zu setzen. Vermittler dieses Angebots in dem u. a. Elsatz-Lothringen ohne Wissen Deutschlands und Frankreichs preisgegeben werden sollte war der Prinz Sixtus von Parma, einer der Brüder der Kaiserin Zita, der in belgischen Diensten stand. Die Phrasen dieses Brieses«, so schreibt jetzt Barrere, hätten den Wunsch verraten, den deutschen Bundesgenossen abzuschütteln.

Er, Barrsre, habe zunächst nicht glauben können, daß die deutsche Regierung von diesem Briefe keine Kennt­nis habe. Er habe zunächst angenommen, daß der -rutsche Kaiser vielleicht den genauen Inhalt des Briefes nicht kenne, aber seinen Zweck billige.Von diesem Augenblick an", so stellt Barräre fest,wär das Schicksal Oesterreichs besiegelt."

Die Veröffentlichungen des französischen Diplomaten unterstreichen, daß für die Alliierten das Angebot eines

österreichischen Sonderfriedens völlig überraschend kam. Man weiß, daß die sich damals ankündigende Uneinig­keit im englisch-französisch-italienischen Lager durch dieses Sonderfriedensangebot mit einem Schlage wieder beseitigt wurde und die Westmächte neue Hoffnung schöpften angesichts des Verrats, der sich im Lager der Mittelmächte vorbereitete. Weniger bekannt ist jedoch, daß im Herbst 1918 die Habsburger diesen Verrat noch einmal, wenn auch mit dem gleichen negativen Aus­

gang, versucht haben. Der polnische Diplomat Rad­wan.berichtet darüber, sein Freund Skrzynski, der spä­tere polnische Botschafter, damals aber noch österreichi­scher Diplomat, habe. ihn im Oktober 1918 in Montreux um seine Vermittlerdienste gebeten. Er sollte im Auf­trage des österreichisch-ungarischen Außenministers An- drassy dem französischen Botschafter in Bern ein Schrei­ben überbringen, in dem nochmals der dringende Wunsch um einen Sonderfrieden binnen 48 Stunden ausge­sprochen wurde; die Zerstörung des Habsburger Reiches sei sonst nicht mehr zu verhindern,andernfalls" so habe es, wie Radwan soeben imJour" mitteilt, wört­lich geheißenwird der Anschluß in 5, 10, 15 oder 20 Jahren unvermeidbar sein."

Mit dieserDrohung" an die französische Adresse versuchten die Habsburger also erneut ihren wankenden Thron z« stützen, vergebens allerdings. Wie Radwan weiter berichtet, hgbe man damals drei Tage lang aus eine Antwort gewartet, und als sie endlich eintraf, sei sie ablehnend gewesen. Auch dieser letzte Verrat der Habsburger war gescheitert, ihr Schicksal nicht mehr aufzuhalten. Nur die Prophezeiung von damals ist in Erfüllung gegangen: 2V Jahre nach diesem letzten Versuch, der deutschen Sache den Dolchstoß zu versetzen, hat das deutsche Volk im Reich und in Oesterreich seine Vereinigung vollzogen. Die Weltgeschichte ist über die Dynastie der Habsburger hinweggegangen.

Hermann SSrmg am l-rabe MchtHofens

feierliche kntksüUung eines Bedenksleineß im fliegerhorst Vöberih

Berlin. 22. April.

Das deutsche Volk gedachte gestern in Dankbarkeit des Fliegcrhelden Manfred von Richthofen, -es Siegers in 86 Luftkämpfen, der vor 26 Jahren, am April 1818, den Heldentod starb. Für die in seinem keift neuerstandene deutsche Luftwaffe ist dieser Tag ein zu gleicher Opferbereitschaft und Pflichterfüllung gemahnender Ehrentag. Der letzte Kriegskommandeur des Jagdgeschwaders Richthofen, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe Eeneralseldmarschall Göring, ehrte das Andenken des ruhmreichenroten Kampffliegers" durch nae Kranzniederlegung am Grabe und durch die Ent- Aung eines Gedenksteines beim Jagdgeschwader Mfthosen in Döberitz.

Am Grabe auf dem Jnoalidenfriedhof hatten sich zum ehrenden Gedächtnis die Generalität der Luftwaffe und des gesamte Offizierskorps des Jagdgeschwaders Richt­eten mit Kommodore Oberstleutnant von Rassow an der Spitze, versammelt, ferner die -Ingehörigen des alten Jagdgeschwaders. Die Ehren­sache hatte eine Abordnung des Geschwaders mit den »ahnen der Geschwadergruppen I und II gestellt. In Aegleitung der Generale Milch, Stumpfs und Boden schätz betrat der Oberbefehlshaber der Luft­waffe den Friedhof, aus dem Flieger des Jagd- lächwadsts Richthofen ein Spalier bis zur Grabstätte gebildet hatten. Während das Lied vom guten Kameraden erklang, die Fahnen sich senkten und die Ehrenkompanie das Gewehr präsept.ierte, trat General- leldmarschall Göring, den Marschallstab zum Gruße "hebend, an die Ruhestätte seines verewigten Kriegs­

kameraden und legte auf der granitenen Platte einen prachtvollen Lorbeerkranz mit weißen Blüten und der InschriftSeinem tapferen Kameraden" nieder., Dann begrüßte der Eeneralseldmarschall die Mutter des toten Helden, Freifrau von Richthofen, seinen Bruder Bolko und die weiteren Anverwandten, die dann selbst die Grabstätte mit Kränzen und Frühlingsblumen schmückten. Auch ein Vertreter des ehemaligen Ulanen-Regiments 1, dem Manfred von Richthofen zunächst als Rittmeister angehört hatte, gedachte so des Toten. Nach Abschluß der Heldenehrung begrüßte draußen vor dem Friedhof eine vielhundert- köpfige Menge den Wiedererwecker und Wahrer des Kampfgeistes Manfred von Richthofens mit begeisterten Heilrufen. . ^ ^ .

Am Nachmittag nahm dann der Oberbefehlshaber der Luftwaffe im Fliegerhorst Döberitz, dem Standort des Jagdgeschwaders Richthofen, die feierliche Enthüllung eines Gedenksteines vor, der dem Gedächtnis Richthofens und der mit ihm auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kameraden gewidmet ist. Die Angehörigen des Toten, viele seiner Kriegskameraden, die Generalität der Luft- waffe und das gesamte Jagdgeschwader waren bei der Feier, die den Höhepunkt der heutigen Ehrungen bildete, zugegen. Die Kriegsflaggen des alten und des neuen Reiches und die Fahnen des Geschwaders flankierten den Gedenkstein, einen hohen Granitfindling, dessen Gedenktafeln die Reichskriegsflagge noch ver­hüllte. Im offenen Viereck hatte das Hxschwader, eine Abordnung der ehemaligen Traditionskompanie des J.-R. 9 und eine Gruppe österreichischer Jagdflieger Aufstellung genommen. Eeneralseldmarschall Göring

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g, -an MnüsstAL. Unser Lilä reist: Der «eneralkslämarsokall

(LressEkmavv.)

richtete eine Ansprache an sein stolzes Geschwader, das er dazu ermähnte, es Richthofen gleichzutun an Einsatz­bereitschaft und Treue bis zum Tod. Der Gedenkstein solle das Gedächtnis an Richthofen und aller mit ihm gefallenen Kameraden für alle Zeiten wachhalten, damit jeder wisse:Wer für Deutschland stirbt, ist niemals vergessen" Als der Eeneralseldmarschall seine Rede beendet hatte, erklangen die Lieder der Nation, die ver­hüllende Flagge fiel und die beiden-bronzenen Gedenk­tafeln auf dem Stein wurden sichtbar.

Hore-SeMa Keule in Nom

(Orabtbsriedt unseres Vertreters in klow)

Rom, 22. April.

Nach Abschluß seiner Besichtigungen auf Malta wird der ^englische Kriegsminister Hore-Velisha heut« in Rom eintreffen. Sein Besuch in der Hauptstadt des faschisti­schen Imperiums steht im Zeichen der neuen englisch­italienischen Abmachungen, die zum Teil auch das Ressort des Kriegsministers berühren, da der Austausch militärischer Informationen in diesem Abkommen vor­gesehen wurde. Hore-Veli!ha wird von Mussolini emp­fangen werden/

Paris will Parallelabkommen

Paris, 22. April

Wie man in politischen Kreisen erklärt, sind in Ver­folg der kürzlichen llnterredung zwischen, dem fran­zösischen Geschäftsträger in Rom mit dem Grafen Ciano, in der die Zustimmung der italienischen Regierung zur Einleitung von Verhandlungen mit Paris eingeholt werden sollte, Donnerstag an den französischen Ge­schäftsträger in Rom, Vlöndel, Anweisungen übermit­telt worden.

Diese Anweisungen, wird hier betont, enthielten das Programm, das den Leitern der italienischen Politik vorgeschlagen werden solle. Näheres über ihren In­halt wird jedoch nicht angegeben. Es heißt nur, daß es sich augenblicklich für Frankreich darüum handelt, mit Italien ein Abkommen parallel dem am 16. April mit England unterzeichneten Abkommen abzuschließen.

Uneinigkeit im pariser Kabinett

Paris, 22. April.

Hier und da verzeichnet die Presse im Zusammenhang mit dem französischen Ministerrat Gerücht« von Mei­nungsverschiedenheiten die im Innern der französischen Regierung selbst zur Finanz- und Außenpolitik bestehen sollen Die finanziellen Ideen Paul Reynauds stimmten keineswegs mit denen von Finanzminister Marchandeau. und Kolonialminister Mandel teile bezüglich eines fran­zösischen Botschafters in Rom keineswegs die Auf­fassungen anderer Minister..Oeuvre" meint dazu, ein solcher Zustand sei in Koalitionsregierungen nun ein­mal Geletz. (!)

englische flnleike für Frankreichl

(Orsbtbsriekt unseres I-ooäonsr Vertreters)

London, 22. April.

In Londoner Finanzkreisen wird behauptet, daß Da- ladier während seines Besuches in London eine englische Anleihe zu erreichen hofft durch die die weiteren fran­zösischen Rüstungen finanziert werden sollen. In der City weist man jedoch darauf hin. daß derartige Pläne erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden haben würden.

was plant luSal

Italien, Ungarn, Frankreich und die Hebräer

8,., j>. Bremen, 22.^April.

Vor einiger Zeit fand in Italien ein Buch des Rektors der Universität Perughia, Paolo Orano, überDie Juden in Italien" große Beachtung. Der Verfasser kam in seinen ausführlichen Darle­gungen zu dem Schluß, daß sich die Juden Italiens vom antifaschistischen und umstllrzlerischen Juden­tum Europas lossagen müßten, wollten sie in Zu­kunft nicht als Feinde Italiens gelten. Man hat. dieser Forderung gegenüber in Italien seinerzeit sofort geltend gemacht, daß die im römischen Im­perium lebenden Jsraeliten denen des. Auslandes durch gemeinsame Interessen stets fest verbunden bleiben, da das Reich ihres Machtwillens Zion und nicht Rom sei. Daß auch die sich in Italien auf­haltenden ausländischen Juden nicht daran denken, ihrem Gastland die schuldige Achtung zu' erweisen, geht soeben aus einer Bittschrift mehrerer hundert Studenten der Universität Bologna an ihren Rektor hervor, in der eine schwere Verstimmung über das herausfordernde Verhalten jüdischer Ausländer, zum Ausdruck kommt. Die italienische Studentenschaft, so heißt es in der Schrift, habe schon zu oft die Erfahrung gemacht, daß jüdische Ausländer Italien anschwär­zen und eine fragwürdige Dankbarkeit dem Lande gegenüber an den Tag legen, das ihnen Erleich­terung jeder Art zugestanden habe. Und was die italienischen" Juden betrifft, so gewinnt die Er­kenntnis der Unüberbrückbarkeit des Gegensatzes zwischen alljüdischem Internationalismus und ita­lienischem Nationalgefühl auch im Lande des Faschismus immer mehr an Boden. Der Nachdenk­liche erlebt es dort jedenfalls fast täglich aus eigener Anschauung, wie sehr der amerikanische Jude Baruch allen seinen Rassegenossen aus der finsteren Seele sprach, als er am 26. Sep­tember. 1935 in derChicago Tribune" schrieb Ich bin der Meinung, daß das Nationalgefühl eine Verrücktheit ist". Diese Demaskierung der jüdischen Gesinnung ist zu dreist und zynisch, als daß sie jemals vergessen werden könnte.

Mit lebhafter Anteilnahme verfolgen wir in diesen Tagen den Abwehrkampf der Budapester Regierung gegen die jüdischen Parasiten am. Volkskörper der ungarischen Nation. Der Grad der hebräischen Ueberfremdung des Kultur- und Wirtschaftslebens unseres südöstlichen Nachbar­staates setzt sogar den ständigen Beobachter isra­elitischer Anmaßung und Selbstsucht in Erstaunen. Daß sich der ungarische Großgrundbesitz bei einem fünfprozentigen Bevölkerungsanteil der Juden zu mehr als einem Drittel in. den Händen der Hebräer befindet, während unter lausend ungarischen Land- arbeitern nur ein einziger jüdischer Abstammung ist (!), daß sich weit über die Hälfte aller Aerzte und Rechtsanwälte in Budapest zum Zionismus bekennt und die Presse des Landes zu 73 Prozent jüdischen Interessen dienstbar gemacht wurde das konnte angesichts des erwähnten Charakter­merkmals der jüdischen Rasse kaum überraschen.- Wenn die europäische Oeffentlichkeit jetzt aber von regierungsamtlicher ungarischer Seite erfährt, daß im Budapester Bezirk sogar 90 Prozent der Groß­industrie des Landes von Hebräern kontrolliert wird, daß im Präsidium des Industriellenver­bandes 84 Prozent, im Rat der Budapester Waren- und Effektenbörse 87 Prozent der Sitze von Ju­den belegt sind und daß der ungarische Textil- warenhandel nur noch zu einem Zehntel von

Vnsor

Der japanische Ministerpräsident Konoe erklärte, der China-Konflikt sei nicht festgefahren.

Die nationalspanischen Truppen haben Stellungen im Madrider Westpark erstürmt.

In Frankreich werden Enthüllungen über den Ver­rat der Habsburger während des Weltkrieges ver­öffentlicht.

Ein folgenschwerer Wettersturz wird aus Ober- italien gemeldet.

Hermann Göring weilte am Grab Richthofens.

Der deutsche Außenhandel schließt im März erst­malig wieder mit einem Exportüberschuß ab.

Die deutsche Handelsflotte hat etwa 86 Prozent des Vorkriegsumsangs erreicht.

Das Kommando auf dem SchulschiffDeutschland« übernahm Kapitän Bauer.

DerRoland von Bremen" lief zur Fahrt nach Amerika aus.

Die Bremer Vahnhofsanlage erfährt zur Förderung des Nahverkehrs einen umfangreichen Ausbau.

Bremens NSV. versandte große Lebensmittel­spenden nach Oesterreich.

Die NSFK.-Standarte 17 führte in Wildeshausen einen Flugmodell-Wettbewerb durch.

Durch die Neuordnung des Weltboxsports verlor Adolf Heuser-feinen Weltmeistertktel.