Ausgabe 
(20.3.1938) Nr. 78
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parteiamtliche Lageszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen flrdeitsftont Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Lreien kjonsestadt Vremen

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Nr. 7S / S. Jahrgang

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Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Sonntag, 20. Mürz 1S5S

Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-Aeile im Anzeigenteil 12 die 7ü-mm<Zeile tm Textteil 75 Rps. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.s sowie sonstig« Bedingungen Preis­liste 8 (Nachlaßstassel (7,. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr Annahmeschluß 16 Uhr Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr: Echristleitung Dienstag und Freitag 12»/»—13>/> Uhr

klnzelprels 15 Npf.

waltlkampfaulmarsch der Partei

flmerika erkennt flnschluß an

Washington, 2V. März

Der amerikanische Außenminister Hüll gab am Sonnabend bekannt, daß die Vereinigten Staaten von Amerika die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich Ss kavto anerkannt haben. Er teilte mit, daß ihn der bisherige Ge­sandte der Republik Oesterreich davon unter­richtet habe, daß Oesterreich als selbständiger Staat nicht mehr bestehe und in das Deutsche Reich eingegliedert worden sei. Ebenso machte Hüll davon Mitteilung, daß die österreichische Ge­sandtschaft in Washington geschlossen worden ist und daß ihre Obliegenheiten von der deutschen Botschaft übernommen worden seien. Der deutsche Botschafter habe ihn davon benachrichtigt, daß er nunmehr die Funktionen übernommen habe, die bisher von dem österreichischen Gesandten aus­geübt worden find.

gm r. undgprtt

Auslegung der Stimmlisten im alten Reichsgebiet

Berlin, 20. März

Nachdem der Termin für die Reichstagswahl auf Sonntag, 10. April 1938, festgesetzt ist, hat der Reichs- und preußische Minister des Innern angeordnet, daß die Stimmlisten und Stimm- karteien im Reichsgebiet (außer Oesterreich) am 2. und 3. April 1938 auszulegen sind. Im Land Oesterreich, das an der Reichstagswahl teilnimmt, liegen die Stimmlisten in der Zeit vom 27. bis 31. März aus. Die beteiligten Dienststellen sind durch Funkspruch beauftragt worden, sofort alle Vorbereitungen zu treffen.

Nur ein Nerchswftftlvorfchlas

Berlin, 20. März.

Im Gesetz vom 18. März über das Reichstags­wahlrecht bestimmt der 8 1, daß an die Stelle der Kreiswahloorschläge der Reichswahlvorschlag tritt; d. h., es wird nach dem genannten Gesetz nur ein einziger Reichswahlvorschlag treten.

Strenge Scheidung

Trotz gleicher Fragestellung verschiedene Abstimmungen

. Berlin. 20. März

Im Zusammenhang mit der Tatsache, daß auch im alten Reichsgebiet für den 10. April eine Volksabstimmung angeordnet ist, sind Zweifel darüber entstanden, ob diese beiden Volksab­stimmungen gewissermaßen eine „Einheit bilden, so daß an der Volksabstimmung im Lande Oester­reich auch solche Wähler teilnehmen können, die nicht die Voraussetzungen für die Teilnahme an österreichischen Wahlen erfüllen, d. h. also, in­sonderheit nicht die österreichische Staatsange­hörigkeit besitzen.

Demgegenüber muß darauf hingewiesen wer­den, daß beide Volksabstimmungen, wenn sie auch am gleichen Tage stattfinden und ihnen die gleiche Fragestellung zugrunde liegt, völlig ver­schieden behandelt- werden, wie dies auch in der Verschiestenartigkeit der Stimmzettel )" Er­scheinung tritt. Es kommt also gar »ich. in Frage, daß etwa die Volksabstimmung Oester­reich, d. h. die Volksabstimmung durch Wähler mit bisher österreichischer Staatsangehörigkeit durch Teilnahme, von bisher Reichsdeutschen ein unzutreffendes Bild ergibt. Rein äußerlich tritt dies schon dadurch in Erscheinung, daß im Lande Oesterreich lebenden bisherigen Reichs­deutschen nicht mit den für das Land Oester­reich bestimmten Wahlzetteln wählen, sondern dag diese nur an der für das übrige Reichsgebiet vorgesehenen Volksabstimmung in den zur l-rtt- gegeniiahme dieser Stimmen besonders erwach tigten deutschen Wahlbehörden in Oesterreich teilnehmen: dieser reichsdeutsche Personenkrers nimmt also nicht an der besonderen „österreichi­schen" Volksabstimmung teil. Seine Stimmen werden nur der Volksabstimmung im alten Reichsgebiet zugerechnet.

0r. Soebdels spricht im Sportpalast

Berlin, 20. März

In der ersten Großkundgebung des Gaues Eroß- Berlin zur Volksabstimmung am 10. April wucht Dr. Goebbels am Dienstag im Sportpalast.

Nückketir^ioch 6ro; erlaubt

Deutscher Freundschaftsbeweis gegenüber Jugoslawien

Belgrad, 20. März.

Mit größter Befriedigung wurde in Jugo­slawien eine Nachricht aufgenommen derzufolge die Reichsregierung fönen jugoslawoichen kuaats- biirgern, die Anfang Februar von der -chuAhnigg- Regierung ohne Angabe von Gründen utwtdie Grenze abgeschoben worden waren, die Rückkehr nach Eraz erlaubt hat. Es handelte sich damals um eine reine „Vergeltungs"-Maßnahme pur die jugoslawischen Ausweisungen österreichhcher 1.eg,- timisten, die in den Grenzbezirken separatistnche Agitation betrieben hatten. In maßgebenden poU- tischen Kreisen erklärt man mit besonderem Nach­druck, daß diese deutsche Geste deutlich die h r r z- Uche Freundschaft bekundet, die Zwilchen Belgrad und Berlin besteht und in deren weist alle auftauchenden Fragen gelöst werden.

KdolL Hitler gab dem süHrerkorps der nsvflp. die Mäitlinieir für den bevorstehenden kinsatz

Berlin. 2 «. März.

Sonnabend nachmittag fand in Berlin in der Krolloper eine große Tagung der Parteisührerschast statt, auf der der Führer die Richtlinien für den bevorstehenden Wahlkampf bekanntgab. Die Kundgebung stand völlig im Zeichen der denkwürdigen Ereignisse der letzten Tage und der um­fassenden Vorbereitungen für die kommenden Wochen.

Einleitend legte Reichspropagandalsiter Dr. Goebbels der versammelten Parteiführerschaft in längeren Ausführungen die organisatorisch- propagandistischen Grundsätze für den Wahlkampf dar und stellte die praktischen Einzelanweisungen heraus. Er teilte u. a. mit, daß der Führer auch diesmal wieder die Hauptlast des Wahlkampfes durch persönlichen Einsatz in Massen­kundgebungen, insbesondere in Oester­reich, aus sich nehmen wird.

Mit minutenlangen Beifallsstürmen begrüßte das Führerkorps der Partei, die Reichsleiter und Gauleiter, die führenden Parteigenossen Deutsch­österreichs, an ihrer Spitze Reichsstatthalter

jj-Gruppenführer Dr, S e h ß - I n q u a r t, die führenden Männer sämtlicher Gliederungen, die Männer der nationalsozialistischen Propaganda und Presse den FLHre.r bei seinem Eintreffen in der Krolloper.

In mehr als einstündigen mitreißenden Ausführungen zeigte der Führer die Bedeu­tung dieser einzigartigen Volksabstimmung über das geschaffene Erotzdeutsche Volksreich aus und gab der Nationalsozialistischen Par­tei die Richtlinien und den Marschweg sür die Arbeit der kommenden Wochen. Seine

Worte waren getragen von dem Glauben an das deutsche Volk und von dem Vertrauen auf die sieghafte Kraft der nationalsozialisti­schen Idee, die das Tor zur großen deutschen Volksgemeinschaft jedem Deutschen öffnet.

Am Schluß, der immer wieder von 'Beifalls­stürmen unterbrochenen Rede, bereitete das Führerkorps der Partei dem Führer eine erhebende Kundgebung, die ihm wie ein feier­liches Gelöbnis entgegenschlug und allen die Ge­wißheit gab, daß der Führer sich auf seine Be­wegung verlassen kann.

Reichsprogandaleiter Dr. Goebbels gab am Schluß der Kundgebung den Empfindungen des Führerkorps der Partei Ausdruck, indem er ausrief: „Mein Führer! Wir werden durch

unerhörte Disziplin und Gehorsam, durch Fleiß und rücksichtslosen Einsatz von Arbeit und Ge­sundheit diesen Abstimmungskampf zur größten Pertrauenskundgebung gestalten, die das deutsche Volk je für Sie und für Ihr Werk abgelegt hat."

geteilte Ausnahme in Paris

Sie IranMsttie presse;ur Neste Ses siilirers vor dem Neichstag

(Oralikb-sltvlit niwssrss kavissr Vortrsters)

Paris, 20. März.

Das Echo der französischen Presse zur Reichs­tagssitzung bietet das übliche Bild. Während einige Blätter, vor allem die des bürgerlichen Lagers, sich bemühen, einiges Verständnis sür die Ausführungen des Führers aufzubringen und ihren Inhalt sachlich zu würdigen, überschlägt sich die marxistische Presse in gehässiger Wut und zahllosen Lügen. Trotz mancher Winkelzüge, bricht sich in Paris jedoch immer mehr die Erkenntnis Bahn, daß die vollzogene Einigung des Reiches, die durch die Rede des Führers ihre Vesiegelung erfahren habe, nicht mehr zu ändern sei und man sich eben mit ihr abfinden müsse.

Für gewisse, wenn auch reichlich späte Erkennt­nisse ist der Kommentar des „Journal" aufschluß­reich, m dem davon die Rede ist, daß die „sensa­tionellen" Erklärungen Adolf Hitlers in allen Regierungskanzleien Bestürzung hervorrufen werden. Mckn müsse jetzt wissen, daß Deutschland und Italien aufs engste miteinander verbunden seien. Nach dem Satz Adolf Hitlers, hinter ihm stünden 78 Millionen Deutsche und

vor ihm die deutsche Wehrtnacht, habe der Beifall das Ausmaß einer Artilleriesalve erreicht. Man habe fast meinen können, der Saal des Reichstages stürze ein. Mit schmerzlicher Bitter­keit verzeichnet der Berliner Vertreter des Blattes, ferner die Tatsache, daß der Dank des Führers vor allem Polen und Jugoslawien gegolten habe, zwei Verbündeten oder ehemals Verbündeten Frankreichs.

Das deutsche Volk lebe seit der Schaffung Grotz- deutschlands aus der Höhe der Begei­sterung, wird im „Petit Journal" festgestellt, und auch die „Epoque" spricht von einem freudetrunkenen Volk. Den Unwillen mancher Blätter erregten, wie es „Echo de Paris" ausdrückt, die sarkastisch überlegenen Kritiken des Reichskanzlers an den Demokratien. „Petit Jour­nal" hebt die Anwesenheit der österreichischen Minister im Reichstag hervor und prophezeit für den 10. April fast lOOprozentig „Ja"- Stimmen. Der „Matin" findet besonders bemerkenswert — das wird auch von vielen anderen Blättern unterstrichen — daß der Führer erneut die Grenzen Frankreichs und Italiens garantiert habe. Wenn er auch nicht die Unter­drückung von Millionen Deutscher jenseits der Reichsgrenzen dulden wolle, so wünsche Adolf Hitler doch den Frieden.

Lebhafte Zustimmung in Nom

(Ovsktbsrielft twssrss Vsrtrstsrs in Rom) Rom, 20. März.

Der volle Wortlaut der Führer-Rede, die in deutscher und italienischer Sprache von sämtlichen italienischen Sendern übertragen wurde und über­all begeisterte Zustimmung fand, wird von der italienischen Presse in größter Aufmachung ver­öffentlicht. Durch Fettdruck erfahren die markan­testen Ausführungen nachhaltige Unterstreichung, unter ihnen ganz besonders der „erneute Hände- druck mit Mussolini" und das Bekenntnis zur Un- antastbarkeit der gegenseitigen Grenzen.

„Popolo di Roma" bezeichnet die Reichstags- fitzung als den gewaltigsten Markstein am Wege zu einem neuen Europa. Vergeblich würden diesmal die Hetzblätter der Westlichen Demokratien auch nur ein einziges Wort in der vornehmen Botschaft des Führers suchen, daß sie verfälschen und verzerren könn­ten. Für diejenigen, die guten Glaubens seien, bilde die Rede Adolf Hitlers daher einen An­laß zur Freude und zum Optimis­mus; sie halbe in die bewegte internationale Atmosphäre ein ruhiges und sicheres Urteil hin- (Fortsetzung auf Seite 2)

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Neue Nachbarn

Von

Willislm lung

Nachdem die ersten Stürme der mehr oder weniger künstlich angefachten Entrüstung der Westmächte über den Anschluß abge­klungen sind und andere entscheidende Er­eignisse in den Vordergrund treten, ist nun­mehr die Möglichkeit gegeben, die politischen Auswirkungen der Vereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich abzuschätzen.

Das Deutsche Reich hat durch den An­schluß drei neue Nachbarn erhalten. Es grenzt nunmehr unmittelbar an Italien, Südslawien und Ungarn; an Staaten also, mit denen es durch feste Bande der Freund­schaft verbunden ist. Durch die Vorverlegung der deutschen Grenze aus die Brennerhöhe ist die Achse Berlin—Rom territorial abge­rundet und bildet einen geschlossenen Block von der Nordsee bis zum Mittelmeer. Musso­lini hat in seinen durch ihre staatsmännische Großzügigkeit gekennzeichneten Ausführun­gen vor der italienischen Kammer ausge­sprochen, daß die Anwesenheit Deutschlands am Brenner sür Italien keine Ursache der Beunruhigung ist. Der Anschluß Oesterreichs zerstört damit die letzte Möglichkeit, einen Riegel zwischen Deutschland und Italien zu legen. Er bedeutet also eine unerhörte Festi­gung der geschlossenen Kraft beider Nationen.

Ebenso wie Italien die unmittelbare Nach­barschaft des Deutschen Reiches keineswegs als Bedrohung aufgefaßt hat, wird der An­schluß auch in Südslawien mit heimlichen Worten freudig begrüßt. Belgrad weiß, daß für ewige Zeiten die gegen die Einheit des südslawischen Staates gerichtete HabÄmrg- Agitation erledigt ist. Die ausgezeichneten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Reich und Südslawien werden, daran ist kein Zweifel, nachdem das bisher als Pufferstaat wirkende „selbständige" Oesterreich ver­schwunden ist, sich noch weitaus günstiger entwickeln können.

Auch Ungarn hat mit unverhohlener Freude die Entwicklung bejaht. Der offi­zielle Glückwunsch der ungarischen Regie­rung beweist, wie sehr man in Ungarn er­kannt hat, daß der Anschluß Oesterreichs ein vernichtender Schlag gttzen die Friedens­diktate gewesen ist, die Ungarns Schicksal so schwer getroffen haben. Ungarn weiß aus der Waffenbrüderschaft des Weltkrieges und aus der engen kulturellen und wirtschaft­lichen Verbindung mit dem deutschen Volke, daß das großdeutsche Nachbarreich als Freund an seiner Seite steht. Der Anschluß hat endgültig die gegen die Interessen des Deutschen Reiches und auch Ungarns gerich­teten Donau-Wirtschaftspläne des tschechi­schen Ministerpräsidenten Hodza gegenstands­los gemacht.

Die Tschechoslowakei wird nunmehr ihre Versuche, den Donauraum gegen das Deut­sche Reich wirtschaftlich zu organisieren, als überholt ansehen müssen. Die neue, im Süd- westen außerordentlich verlängerte Grenze mit dem Reiche ist die beste Lehrmeisterin dafür, daß mehr noch, als dies bisher der Fall war, eine gegen Deutschland und das Sudetendeutschtum gerichtete Politik der Tschechoslowakei den geopolitischen Gege­benheiten widerspricht. In Prag scheint man denn auch die neugeschaffene Lage durchaus realistisch aufzufassen. Die tschechische Presse hat — im bemerkenswerten Gegensatz zu

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Onssr soysssprsysk

Zwischen Polen und Litauen wurden wieder normale Beziehungen hergestellt.

Amerika hat den Anschluß Oesterreichs an das Reich anerkannt.

Die Neichstagsrede des Führers hat in der ganzen Welt einen starken Eindruck hinter­lassen.

Adolf Hitler gab dem Fiihrcrkorps der NS- DAP. die Richtlinien für den Wahllampf. Die 8. Studentischen Wettspiele werden 1939 in Deutschland stattfinden.

Der Weltmeisterfchaftskampf Schmcling — Louis soll am 22. Juni ausgetragen werden. Die Warschauer Polizei hob eine jüdische Nauschgistzentralc aus.

Das Auricher Schwurgericht verurteilte die Anderwarfencr Mörder zu hohen Zuchthaus­strafen

Freiballon „Roland" steigt heute mittag in Delmenhorst aus.

Vremen erhält ab 18. Mai neue günstige Zugverbindungen.

Der „Condor", die Meisterschöpfung der bre­mischen Flugzeug-Industrie, wird' in den Sommcr-Flugplan der Deutschen Lufthansa eingesetzt.