Ausgabe 
(17.3.1938) Nr. 75
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parteiamtliche Lageszeitung

Ilachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

flmtsbtatt des Senats der jreien kjanseftadt Dremen

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Das amtliche Verklmdungsblatt des Beichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Anzeigen-Grundprelse: Ti« 22-wm.Zeile im Anzeigenteil 12 LV> die 70-wm-FeiIe im Textteil 7S Rpf. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste « (Nachlaßstassel G- Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-18 Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag 12'/»13»/, Uhr.

kinzelpreis 15 Npf.

Vie Hauptstadt stroßdeutststlands empfing in

einem gewaltigen Mastenjustrom den fülirer

kin historisches kreignis, wie keines bisher die Weltgeschichte erlebt hat

Unermeßlicher Zubelstmm als Busdruck der Liebe und Dankbarkeit eines Volkes / Söring und Saebbels sprachen / österreichische Mädchen überbrachten Blumensträuße / Immer wieder muß sich der sichrer aus dem Valkon der Neichskanzlei zeigen / Bis spät in die Nacht stusbrüche der Begeisterung

. Berlin, 17. März.

(vrsktbsriekt nvssrsr Lsrllvsr Lckiiktlsitvvx)

Eine Fieberstimmung hat sich Mittwoch morgen der Reichshauptstadt bemächtigt. Die Zeitungen sind in den frühen Morgenstunden den Verkäu­fern aus den Händen gerissen worden.Der Führer kommt! Heute wird er Lei uns sein!" Diese Nachricht hat in Windeseile die Runde gemacht, und in wenigen Stunden ist Berlin unterwegs. Wer es eben machen kann, sichert sich noch in den Morgenstunden einen Platz an der Triumphstraße, den er zäh und ausdau­ernd Stunden hindurch behauptet. Um die Mit­tagszeit drängen sich bereits dichte M e n s ch e n- mauern auf allen Straßen und Plätzen, über die der Führer kommt. Die Betriebe und Ge­schäfte haben geschlossen. In endlosen Kolonnen ziehen die Werktätigen Berlins zur Feststraße. Ueberall ertönt Marschmusik und Gesang. Die ganze Bevölkerung scheint sich in diesen Sektor zu drängen. Die übrigen Stadtteile sind fast verödet.

stuf dem wtthelmsplay

Sogar die Dächer sind besetzt. Den Wagen­kolonnen, die unaufhörlich vom Regierungsviertrl zum Empfang des Führers zum Flughafen die lange Triumphstraße entlangfahren, bietet sich bereits um 18 Uhr ein unbeschreiblicher Anblick. Im Sonnenlicht flammen aus dem Wilhelmplatz die riesigen langen Bahnen der Fahnen blutrot.

Der weite Platz ist angefüllt von einer ein­zigen brodelnden Menschenmasse. Kopf an Kopf stehen die Menschen. Nicht eine einzige Lücke ist vorhanden. Polizei und ss haben Mühe, über­haupt nur die Fahrbahn der Wilhelmstrage frei zu halten. Selbst auf den Dächern der umliegen­den Gebäude ist kein Platz mehr frei. In langen Reihen haben SA.-Kameraden in lustiger Hohe Platz genommen, um von hier aus die Stunde

der Rückkehr des Führers in die Reichshauptstadt mitzuerleben.

Seit Stunden harren die Massen hier auf dem Platz bereits aus. In der ersten Reihe vor der Reichskanzlei stehen Volksgenossen mit Blumen, die sie dem Führer überreichen wollen. Haken­kreuzfähnchen werden verteilt, und bald ist das ganze Feld ein einziges winkendes rotes Meer. Marschmusik und Kampflieder tönen aus den Lautsprechern. Seit langem hat der Wilhelmplatz, der so viele historische Stun­den sah, eine solche Begeisterung der Massen nicht mehr erlebt.

Kein Fensterplatz unbesetzt

Längst ist auch auf der langen Triumphstraße, durch die die Fahrt nach dem Tempelhof führt, der Lärm der Straßenbahnen und Autobusse ver­stummt. Dafür dröhnt der Tritt der Formationen auf dem Pflaster, klingen die Landsknechts­trommeln der H2. Unaufhörlich marschieren SA., ss, Männer und Frauen der Betriebe, Jungen und Mädel, die Werkscharen auf, um den Führer zu begrüßen. Und hinter ihnen stauen sich die Berliner bis an die Hausmauern, geizen um. jedes Eckchen Platz, denn 'sie alle wollen ja an diesem festlichen Ereignis teilnehmen. Auch hier reicht man Fähnchen von Hand zu Hand, auch hier halten viele Frühlingsblumen in den Händen, ihr Gruß für den Führer. Kamera-Männer suchen sich die besten Plätze aus. Kein Fensterplatz ist schon jetzt, fast zwei Stunden vor der Ankunft des Führers unbesetzt.

Menschenmauern säumen den slugtzafen

Je mehr man sich dem Flughafen nähert, um so imposante! wird das Bild. Hier in Tempelhof stehen die Tausende schon seit den frühen Morgen­stunden. Das Flughafengelände hat Flaggen- schmuck angelegt. Von den Dächern des Empsangs- gebäudes wehen die Hakenkreuzfähnen und die Reichskriegsslagge. In unmittelbarer Nähe des

Flughafens find die Formationen der Bewegung angetreten. Tausende von Kindern schwenken Hakenkreuzsähnchen in den Händen.

An der Stelle, wo der Führer die Maschine ver­läßt, ist eine provisorische Tribüne errichtet. In unmittelbarer Nähe der Tribüne haben die Ehrenformationen der Partei, SA., jf, und NSKK., der Fliegerkorps und der Werk- scharen mit den Fahnen Ausstellung genommen. Mehrere Kompanien der Leibstandarte stehen un­entwegt mit aufgepflanztem Seitengewehr. Sechs Kompanien Wehrmacht, je zwei von Heer, Ma­rine und Luftwaffe, daneben. Bereits lange vor der Ankunft der Flugzeuge haben sich Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht eingefunden. Der Wagen des Führers steht schon bereit.

Immelmann" bringt den sützrer

Auf dem weiten Feld des Flughafens hat gegen 17 Uhr die Erwartung den Höhepunkt erreicht. Ge­bannt harren die Tausende. Längst ist die An­fahrt der Reichsleiter, Minister und der hohen Offiziere der Wehrmacht beendet. Als letzter traf Generalfeldmarschall Göring in Tempelhof ein und begab sich zum Landungsplatz. .

Punkt 17 Uhr läßt fernes Motorensurren die Zehntausende aufhorchen. Begleitet von sechs Ma­schinen taucht das dreimotorige FlugzeugJmmel- mann" am Flugplatz auf. Es bringt den Führer, den Einiger des Reiches, in die Hauptstadt zu­rück. Jubelnd begrüßt setzt es zur Landung aus und rollt zum Landekreuz. Ministerpräsident Gene- ralfeldmarschall Göring tritt als erster auf den Führer zu und heißt ihn in Berlin willkommen. Darauf tauscht Adolf Hitler auch mit dem Ober­befehlshaber des Heeres, Generaloberst von Vrauchitsch, und dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Raeder, Gruß und Händedruck. Dann treten Mädel des VDM. vor und überreichen dem Führer und seinem Stell-

(Fortsetzung auf Seite 2)

Ne Stunde der Vewiitzrung fand die stchse fest geschmiedet /

Rom, 17. März

, seiner mit stärkster Spannung erwarteten vor der italienischen Kammer besagte sich Duce ausführlich mit den Ereignissen der n Taae Oesterreich habe als Staat aufgehört >ben und habe sich Mit Deutschland verermat. Volksbefragung am 10. April werde die vo re Tatsache besiegeln.

>r Duce zoa dann eine interessante geschicht-

der Achse RomBerlin iM ^ loaa^-u einer Zeit, als die national-

ilistische Bewegung mOsserre-chwie.^ Y ^

site, erstarkte Damals Y° aufmerksam

ltscher Funktion leven ^ Venedig Uni-N°1g37^babe er dem Bundeskanzler klar- ge sei. die °or allem d - ^s^rerch^

die Dauer nicht verhindern können. Am Mrz, also vor kaum einer Woche, sei mittags Uhr ein Abgesandter Schuschniggs zu ihm nnmen, um seine Meinung über die Idee !r Volksbefragung zu hören.Ich habe," so : Mussolini fort,ihm geantwortet, das ist i Fehler. Diese Bombe wird ihm in der id, zerplatzen."

enen, die jetzt in diplomatischen und journa- schen Kreisen die Frage auswerfen, warum lien nicht eingegriffen habe, antwortete ssolini mit stärkster Betonung und unter leb- tem Beifall der gesamten Kammer:Wir

cn nie eine direkte, indirekte oder schriftliche pslichtung in dieser Richtung übernommen."

,er Bundesstaat Oesterreich, so fuhr Mussolini habe sich immer davor gescheut, Hilfe zu ver- aen, da ihm von Italien geantwortet worden -e daß eine Unabhängigkeit, die durch fremde itärische Hilfe geschützt werden mutz. nicht msfähig sei. Tatsächlich sei die große Mehr- des österreichischen Volkes für den Anschlug, i was heute in Oesterreich geschehe, entspreche kommen den Ereignissen zwischen 1889 und 1 der italienischen Einigungsbewegung. Auch ,als seien die piemontesischen Truppen nicht ein feindliches Heer, sondern als nationale ippen gekommen und empfangen worden, sssolini erinnerte in diesem Zusammenhang er dem Beifall der Kammer daran, daß das e Bündnis, das das junge Italien damals ging, mit Preußen abgeschlossen wurde.

Als das österreichische Drama", so erklärte der ce abschließend,in den letzten Tagen zum lußakt kam, haben die Weltgegner des Fa­

schismus darauf gelauert, ob sie eine passende Gelegenheit finden könnten, um endlich die bei­den totalitären Regime gegeneinander auszu­spielen und ihre Solidarität zu zerschlagen, was übrigens, das wollen wir gegenüber den berufs­mäßigen Pazifisten noch besonders betonen, das Vorspiel für einen neuen Weltkrieg gewesen wäre. Diese Rechnung der Demokratien, der Freimaurerei, der Dritten Internationale war falsch. Ihre Hoffnung war einfach kindisch. Sie war aber zugleich auch beleidigend, da sie auf unseren Charakter und unsere politische Einsicht einen Schatten werfen sollte."

Stolz erklärte der Duce des faschistischen Italiens:Die Stunde der Bewährung der Achse war gekommen! Jetzt wissen die Deutschen, daß die Achse keine jener diplomatischen Konstruk­tionen ist, die sich nur bei normalen Anlässen wirksam erweisen, sondern daß es sich um ein fest geschmiedetes Instrument handelt. Ein Instru­ment, das sich gerade in einer außergewöhnlichen Epoche bewährte.

Die beiden Nationen, deren Einigungsbewe­gung zeitlich wie nach den Methoden parallel ab­gelaufen ist, können, in einer gemeinsamen Aus- fassung der Politik und des Lebens geeint, ge­meinsam marschieren, um unserem gequälten Kon­tinent ein neues Gleichgewicht zu geben, das end­lich die friedliche und fruchtbare Zusammenarbeit aller Völker ermöglicht."

(Mussolinis Schilderungen über Italiens ge­schichtliche Stellungnahme zur österreichischen Frage siehe übernächste Seite.)

Das HakenkrsuLbavusr wobt von ckSr östvrreiebiseben Lotsebakt in Lerlin

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* Bremen, 17. März.

Der Führer ist wieder in die Reichshaupt­stadt zurückgekehrt. Wie ein Lriumphator hat ihn die Bevölkerung Berlins empfangen. Vier Tage nur lagen zwischen jenem denk­würdigen historischen Flug in das befreite Oesterreich. Aber was ist in diesen Tagen geschehen! Die Landkarte Europas hat ein neues Gesicht erhalten. Sieben Millionen Deutsche haben nach jahrhundertelangen Irrungen den Weg ins Reich zurück­gefunden.

Was viele Staatsmänner ihr Leben lang vergeblich versuchten, hat der Führer in 48 Stunden gemeistert. Das Einigungswerk der deutschen Nation ist gelungen, und nun ist der Führer heimgekehrt in die Haupt­stadt des Großdeutschen Reiches als Sieger über die Herzen von sieben Millionen Deut­scher Oesterreichs. Kein Sieg konnte schöner sein. Kein Triumph größer als dieser. Er ist nicht mit den Waffen der Gewalt, sondern mit den Waffen der Liebe und Freude eines Volkes erobert worden.

Bei allen Erfolgen, auf die Adolf Hitler in den fünf Jahren, in denen er die Ge­schicke der Nation leitet, hinweisen konnte, ist dieser der gewaltigste. Noch nie ist des-

Neichstag

für frettag einberufen

cinb. verlin, IS MSr; ftmtlich wird mitgeteilt: See Neichstags- prösident Seneralfelömarscholl Söring hat den deutschen Neichstag für freitag, den l8. Mär; fgZS, 20.00 Uhr einberufen.

halb der Jubel, die Begeisterung und die Dankbarkeit so groß gewesen wie heute. Der Einzug des Führers in die Reichs­hauptstadt hat ein Bild von einer überwäl­tigenden Stimmung des ganzen Volkes ge­geben. Orkane der Begeisterung haben den Führer auf seiner Fahrt von Tempelhof bis zur Reichskanzlei, umtost. Das ganze Volk Berlins war an diesem Tage auf den Beinen. Niemand ist zu Hause geblieben. Eine un­endliche Dankbarkeit ist auf dieser Histori­schen Fahrt dem Führer von den Millionen- massen, die die Straße des Triumphes um­säumten entgegengebracht worden.

So groß ist >a die neue geschichtliche Tat des Führers, daß selbst diejenigen, denen

die neue Einheit des Großdeutschen Reiches heute noch als Gegenstand des Hasses und der Furcht erscheint, dennoch unumwunden zugeben, daß des Führers Tat einzigartig in der ganzen Weltgeschichte ist. Ohne Schwertstreich, ohne jegliches Blutvergießen ist ein großes Reich entstanden, und ver­gebens haben die Gegner Deutschlands dar­auf gelauert, an der Rechtmäßigkeit des neuen großen Staatsgebildes Europas etwas Unrechtmäßiges zu erkennen.

Das Einzigartige der neuen Reichsschöp­fung, nämlich das über alle bestehenden Hemmnisse und Widerstände hinweg eindeu­tig siegreiche und doch nicht gewaltsame Han­deln des Führers muß ja jeden, der über­haupt noch zu Regungen des Herzens fähig ist, zu unermeßlicher Bewunderung und Ehr­furcht vor der geschichtlichen Größe Adolf Hitlers zwingen.

Und friedlich wie das großdeutsche Reich nun entstanden, so soll es nach dem Willen des Führers auch seine europäische Sendung

Unser lagesspiegei

Die englische Presse rechnet mit der Nieder­lage der spanischen Bolschewisten.

Mussolini sprach vor der Kammer über die Beziehungen Italiens zu Oesterreich in den letzten zehn Jahren.

2)4 Millionen Menschen umjubelten den triumphalen Einzug des Führers in Berlin. Der Reichstag ist auf Freitag abend einbe­rufen.

Die für den 22. März vorgesehene Führer­tagung der NSDAP. Kreis Bremen ist aus unbestimmte Zeit verschoben.

Die bremische Fcuerlöschpolizei stellte Frei- pliitze für bedürftige Deutschösterrcicher zur Verfügung.

In Bremen wurde gestern die 1Ü0V. Klein­siedlung gerichtet.

Heute ist in unserer Stadt das Rattengift auszulegen.

Gestern lies aus den Atlas-Werken die sür türkische Rechnung erbauteSur" vom Stapel. Die Durchführung der Olympischen Spiele 1919 in Tokio wurde durch einen Beschluß des JOK. in Kairo gesichert.

Die Frauenwartin des DRL. Warninghoff äußerte sich über Deutschlands Frauensport. Der DRL.-Kreis Oldenburg-Ostfriesland führte eine wichtige Arbeitstagung durch.

Für die 1. Heidefahrt ist ein Nekordmelde- ergebnis von 711 Fahrzeugen eingegangen.

In Sqte fand eine große Arbeitstagung Leg Niedersächsischen Heimatbunde? statt,