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parteiamtliche Lageszeitung
Hachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Dremen
flmtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt vremen
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Nr. 74 / S. lahegang
Das amtliche Verkündungshlatt des Neichsstatthalters in Oldenburg und Vremen
Slnzeigcn-Grundpreise: Tie 22-mm-Aeile im Anzeigenteil 12 die 7l>,n>m-ZeUe im Textteil 75 Rpi. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.I sowie sonstige Bedingungen Preisliste K (Nachlaßstaisel <7,. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschlutz lk Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-lS Uhr: Schristleitung Dienstag und Freitag l2>/>—13>/> Uhr.
Mittwoch, 16. März 1S5S
kinzelpreis 15 Npf.
der sichrer erteilt Österreich eine neue Sendung
Nie große vefreiungskundgebung auf dem Heldenplatz in Wien
Stürme der Vegeifterung
Wie «. 18. März
Seit Stunden warteten Dienstag morgen in den breite» Straßenzügen zum Heidenplatz »nd aus diesem größten Versammlungsplatz in Wien Hunderttausende von freudigen Menschen in großen Blocks wohlgeordnet von SA., ft, HJ. und VDM.: Ueberall Freude und Begeisterung in den Augen. Etwa eine Viertelmillion Menschen hat sich aus dem Heldenplatz versammelt. Die Jugend hat in ihrer Vegeist«ung die Bäume erklettert und hängt auf den Gitter» um den Platz.
Poligeinutos durchführen noch die abgesperrten Straßen und treffen die letzten Regelungen. Immer wieder wird jeder Kraftwagen jubelnd von der Menge begrüßt, immer wieder erklingen Sieg-Heil-Rufe auf den Führer, auf die Bewegung und auf Grotzdeuifchland.
Der Reichsautozug „Deutschland" hat seine 25 riesigen Wagen in den Dienst der llebermittlung der Kundgebung gestellt, damit auch die weiteren Hunderttausende in den Ringstraßen und auf den angrenzenden Plätzen an dem Erlebnis der Feier teilhaben können. Es sind, offenbar noch, zugereist aus dem Lande, buchstäblich Millionen von Menschen auf den Beinen.
Segrüßunggonspracho Seyß-Inquarts
Reichsstatthalter Seyß-Jnquart ergreift das Wort und führt aus: „Mein Führer! Ms letztes oberstes Organ des BundeSstawtes Oesterreich melde ich dem Führer und Reichskanzler den Vollzug des gesetzmäßigen Beschlusses nach dem Willen des deutschen Volkes und seines Führers. Oe st erreich ifteinLand desDeutschen Reiches. (Stürmischer Beifall.) Dem deutschen Volke und der ganzen Welt verkünde ich, daß Adolf Hitler als Führer und Reichskanzler zur Stunde in die Burg der alten Reichshwuptstadt, der Hüterin der Krone des Reiches, eingezogen ist. (Erneuter Jubel.) Wonach Jahrhunderte deutscher Geschichte gerungen haben wofür ungezählte Millionen der besten Deutschen geblutet haben und gestorben sind, was in heißem Ringen letztes Ziel, was in bittersten Stunden letzter Trost war — heute ist es vollendet: Die. Ostmarkist heimgekehrt. (Erneuter Begeisterungssturm; Sprechchöre: „Wrr danken unserem Führer-!") Das Reich ist wiedererstanden, das ' bl> Reich ist geschaffen!
... Die Kräfte aller Generationen Volkes find in Ihrem Willen zu-
volksdeutsche Reich ist geschaffen!
Mein Führer!
des deutschen V-.—. - . .»
sammengeballt und Sie, mein Führer, schufen das Werk für alle Generationen der deutschen Zukunft. Heute grüßen alle Deutschen aus der Ewigkeit den Führer als den Vollender, heute grüßt der Führer das neue ewige Deutschland. (Erneuter Jubel; Flugzeuge brausen über den
Platz.) .
Mein Führer! Wir kennen nur eines: Wrr danken dem Führer. Wir sagen Dank (wiederum Begeisterungsstürme und Sprechchöre: „Wrr danken unserem Führer!«) Wir sagen Dank, den Dank, der restlose Liebe und bedingungslose Treue ist. Mein Führer! Wie immer der Weg fuhrt, wir folgen nach! Heil mein Führer!"
Dann nahm der Führer, umbrandet von den Iubelrufen der M-enge, das Wort zu ferner ^teoe, die wir nebenstehend berichten:
Unaufhörlich tosen die Sieg-Heil-Rufe nach dieser denkwürdige» Rede des ^uhrers über den historischen Platz. Die Hymnen des deutschen Volkes, das Deutschlandlied und das Lied Horst Wessels werden in tiefer Ergriffenheit von den Hunderttausenden angestimmt.
Noch einmal begrüßt der -Fü^rsodEdre ,
Hunderttausende. Er druckt bem Relchsstwtthalte Seyß-Jnquart die Hand und verabschiedet sich von den führenden Männern, die um rhn stehen, mr dem Deutschen Gruß. Der Führer verweilt dann noch kurze Zeit im Innern der Hofburg, on der Stille dieses denkwürdigen Haus«?. ,n dem sich viele große Stunden der groydeutzchen Geschichte abgespielt haben, dringt "?n drangen ununterbrochen das Brausen der Heil-Rufe herein.
Der süffrer mrrlößt die Hofburg
Als der Führer dann die Hofburg verläßt Md wieder seinen Wagen besteigt, »mgibt chnanfs neue der unendliche Sturm der Begeisterung der
ihn nun schon nahezu ununterbrochen feit 72 Stun.
den, solange er auf österreichischem Boden weilt, umtost. Der Führer fahrt nun lEam durch die enge Fahrbahn, die mit Muhe und Not von den Absperrmannschaften der Polizei und der » frei gehalten wird.
yuart lleittznstnlitznlier
Wien. 1«. März.
: und Reichskanzler hat den , Bundeskanzler Dr. Seytz- Reichsstatthalter von Oester- Sitz in Wien ernannt.
,d ^-oruppenfiißrer
und Reichskanzler hat aus Vor- hsführers » den Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart, zum »-Grirp-
die flnsprache ftdolf Hitlers
„Deutsche! Männer und Frauen! In wenigen Tagen hat sich innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft eine Umwälzung vollzogen, die wir heute wohl in ihrem Umfange sehen, deren Bedeutung aber erst spätere Geschlechter ganz ermessen werden.
Es ist in den letzten Jahren von den Machthabern des nunmehr beseitigten Regimes oft von der besonderen „Mission" gesprochen worden, die in ihren Augen dieses Land zu erfüllen hätte. Ein Führer der Legitimisten hat sie in einer Denkschrift genau umrissen. Nach ihr war es die Ausgabe dieser sogenannten Selbständigkeit des Landes Oesterreich, die in den Frie- densoerträgen von ihr? und von der Gnade des Auslandes abhängig war, die Bildung eines wahrhaft großen Deutschen Reiches zu verhindern und damit den Weg in die Zukunft des deutschen Volkes zu verriegeln. (Pfui-Ruse.)
Ich proklamiere nunmehr sür dieses Land seine neue Mission. Sie entspricht dem Gebot, das einst die deutschen Siedler aus allen Gauen des Altreiches hierher berufen hat. Die älteste Ostmark des deutschen Volkes soll von jetzt ab damit das jüngste Bollwerk der deutschen Nation und damit des Deutschen Reiches sein. (Starker, anhaltender Beisall.)
Jahrhundertelang haben sich in den unruhevollen Zeiten -er Vergangenheit die Stürme des Ostens an den Grenzen der alten Mark gebrochen. Jahrhundertelang sür alle Zukunft soll sie nunmehr ein eiserner Garant sein sür die Sicherheit nist» Freiheit des Deutschen Reiches, und damit ein Unterpfand sür das Glück und sür den Frieden unseres großen Volkes.
Und ich weiß: Die alte Ostmark des Deutschen Reiches wird ihrer neuen Ausgabe genau so gerecht werden, wie sie die alte einst gelöst und gemeistert hat. (Stürmische Zustimmung.)
Ich spreche im Namen der Millionen Menschen dieses wunderschönen deutschen Landes, im Namen der Steierer, der Nieder- und Oberösterreicher, der Kärntener, der Salzburger, der Tiroler und vor allem im Namen der Stadt Wien, wenn ich es in diesem Augenblick den zuhörenden 68 Millionen übrigen deutschen Volksgenossen in unserem weiten Reich versichere, dies Land ist deutsch, es hat seine Mission begriffen, es wird diese erfüllen und es soll an Treue zur großen deutschen Volks
gemeinschaft von niemandem jemals überboten werden. (Nicht- endenwollende Sieg-Heil-Ruse.)
Unsere Ausgabe aber wird es nun sein, durch Arbeit, Fleiß und gemeinsames Einstehen und Zusammenstehen die großen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Aufgaben zu lösen, vor allem aber Oesterreich immer mehr zu einer Trutzburg nationalsozialistischer Gesinnung und nationalsozialistischer Willenskraft zu entwickeln und auszubauen. (Begeisterungsstürme setzen erneut ein.)
Ich kann diesen Appell an Sie aber nicht schließen, ohne nun der Männer zu gedenken, die es mir mit ermöglicht haben, die große Wende in so kurzer Zeit mit Gottes Hilfe herbeizuführen.
Ich danke den nationalsozialistischen Mitgliedern der Regierung, an ihrer Spitze dem neuen Reichs st atthalter Seyß-Jnquart. Lebhafte Zustimmung der festlich gestimmten Menge.) Ich danke den zahllosen Parteifunktionären, ich danke aber vor allem den ungezählten namenlosen Idealisten, den Kämpfern unserer Formationen, die in den langen Jahren der Verfolgung bewiesen haben, daß der Deutsche, unter Druck gesetzt, nur noch härter wird. (Erneute Ausbrüche jubelnder Begeisterung.)
Diese Jahre der Leidenszeit haben mich in meiner Ueberzeugung vom Werte des deutschösterreichischen Menschen im Rahmen unserer großen Volksgemeinschaft nur bestärkt. Die wunderbare Ordnung und Disziplin dieses gewaltigen Geschehens ist aber auch ein Beweis sür die Kraft der diese Menschen beseelenden Idee. Ich kann somit in dieser Stunde dem deutschen Volk die größte Vollzugsmeldung meines Lebens abstatten. (Gewaltig branden die Heilruse zum Führer.)
Als der Führer und Kanzler der deutschen Nation und des Reiches melde ich vor der Geschichte nunmehr den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich (Minutenlange unvorstellbare Kundgebungen der Freude und der Begeisterung brausen nach diesen Worten des Führers über den weiten Heldenplatz.)
Deutschland und sein neues Glied, die Nationalsozialistische Partei und die Wehrmacht unseres Reiches Sieg-Heil!"
rag der Wehrmacht im deutschen Wien
- einzigartige Vemonstration deutscher kinHeit
Wien, 16. März
Den Höhepunkt des zweiten Tages des Führerbesuches im befreiten Wien bildete die glanzvolle Parade der in der 8. deutschen Armee zusammengefaßten bisherigen deutsch- österreichischen und reichsdeutschen Truppen vor dem Führer auf dem Ring vor dem Heldendenkmal. Die Parade bot ein wundervolles Bild der geschlossenen Wehrkraft, die das ganze deutsche 75-Millionen-Reich schirmt und schützt. Es war eine einzigartige Demonstration des Friedens, denn diese schlagkräftige geeinte deutsche Wehrmacht, die hier in Wien vor dem begeisterten Volk der Ostmark als Befreier und Schützer umjubelt wurde, sichert Grotzdeutschland den Frieden und schützt es vor jedem feindlichen Angriff.
Mit unbeschreiblicher Begeisterung und Kundgebungen innerer Ergrissenheit dankten die Volksgenossen der deutschen Ostmark dem Führer dasiir, daß er ihnen wieder eine starke Wehr gegeben hat. Ueberall, in jeder Straße grüßten sie die Soldaten der 8. Armee mit stürmischen Heilrusen.
rs war symbolisch, daß diese erste Parade der inten deutschen Wehrmacht in Wien angesichts Ehrenmals für die Gefallenen der österreichi- n Armee des großen Krieges stattfand. Das fer der Helden von 1914/18 ist durch die Tat Führers erfüllt, ihre Saat ist herrlich aufzeigen im Großdeutschen Reich, in gespannter Erwartung stehen die Massen »geordnet vor dem Heldendenkmal am Rande Platzes. Lange Hakenkreuzbanner wehen im eine der Frühlingssonne von der Fassade des maliqen alten Burghoftores. Zu beideck Seiten Tordurchfahrten lodern Flammen rn flachen serschalen. Davor haben Ehrenkompa- en der geeinten deutschen Wehrmacht Auf- lunq genommen! Als die Anfahrt der Wagen Führers und seiner Begleitung gemeldet d präsentiert die Truppe. Der Führer ibt sich zunächst auf den rechten Flügel der mten und schreitet die dort aufgestellte Kom- lie der deutschösterreichischen Wehrmacht ab, en Uniformen bereits das Hoheitszeichen tra- Am linken Flügel steht eine Kompanie der rppen die eben auf ihrem Verbrüderungs- rsch nach Wien gekommen sind.
Der Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht wird von dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, dem Oberbefehlshaber der 8. Armee, General der Infanterie von Bock, vom General der Flieger Milch so-' wie von der deutschösterreichischen Generalität begleitet.
Nun begibt sich der Führer ins Innere des Ehrenmals, gefolgt vom Chef des Wehrmachtsamtes, General der Artillerie Keitel, von Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart und dem persönlichen Adjutanten. Vor der Ehrentafel legt er einen Riesenkranz mit der Schleife der Fuhrerstandarte nieder. In tiefer Ergriffenheit grüßt er die Toten der Waffenbrüderschaft aus dem Weltkriege. Er gedenkt aber auch der Toten der Bewegung, die als Opfer für Eroß- deutschland fielen. Als der Führer und Reichskanzler das Heldenmal verläßt, um sich auf die gegenüberliegende Tribüne zu begeben, wird er wieder von endlosen Sprechchören und Jubelrufen begrüßt. Während die Musikkorps und Spielmannszüge vor dem Heldendenkmal Ausstellung nehmen, betritt der Führer die Ehrentribüne, umgeben von der Generalität.
Sie Luftwaffe eröffnet die Parade
Schlage 14 Uhr nimmt die Parade ihren Anfang. Wenige hundert Meter über den Dächern des Parlamentsgebäudes erscheinen die ersten Ketten der deutschen Lustwasfe. Freudig grüßt der Führer diesen jüngsten Wchrmachtstcil. Zu seiner Rechten hat General der Flieger Milch Aufstellung genommen, dahinter der Chef des Wehrmachtsamtes, General der Artillerie Keitel, der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch. Dann donnern und dröhnen die Motoren über den Köpfen einer vor Staunen und Begeisterung in diesem Augenblick fast sprachlosen Menge der Hunderttausende, während Kette aus Kette, Gruppe auf Gruppe und Staffel auf Staffel von Kampfflugzeugen, Jagdfliegern, Ausklärungsflugzeugen und schweren Kampfflugzeugen vorüberziehen. Es ist ein erhebendes und glanzvolles Bild. Während der rechte Flügel der in sauberer Ordnung vorbeifliegenden Formationen unmittelbar über der Paradestratze bleibt, dehnt sich zum Teil die Front der Lustwassen- parade bis weit über die Altstadt jenseits des Bundeskanzleramtes hinaus.
Länger als eine Viertelstunde ist die Luft vom Donner der Flugzeugmotoren erfüllt, die bald nur knapp über den Dächern der historischen Gebäude bleiben, bald bis auf annähernd 1000 Meter Höh« den Paradeflug ausführen. Noch sind die
Flugzeuge Wer der Paradestraße, eben «rst hat die letzte Kette der Hunderte von Maschinen den Oberbefehlshaber der Wehrmacht passiert, die Zn- schauermenge richtet ihre Blicke immer noch nach oben, da setzen bereits die Musikkorps vor dem Ehrenmal ein. Der Paradeslug der Luftwaffe ist b eend et.
Vie ftrmee rück» an
Die Parade der Armee nimmt ihren Anfang. Aufrecht im Wagen stehend fährt der Oberbefehlshaber der 8. Armee, General der Infanterie von Bock, mit seinem Chef des Generalstabes, Generalmajor Ruoff und seinem Adjutanten. Dahinter folgt der Militärkommandant von Wien, Feldmarschallentnant Haselmayr. General von Bock meldet dem Führer und tritt neben ihn: rechts von ihm nimmt Feldmarschalleutnant Haselmayr Aufstellung. In den nächsten Wagen paradieren der Kommandierende Kommandeur des Panzerkorps Generalleutnant Guderian mit dem Chef des Generwlstabes und dem Kommandeur der deutsch-österreichischen Schnell-Divi- sion Generalmajor Dr. Hubrtzky.
Die Spitze der Truppen wurde mit besonderer Begeisterung der Zuschauer begrüßt: die deutsch- österreichischen Truppen des Kraftfahr-Jäger- Latwillons II gefolgt von der 1. motorisierten Feldhaubitz-Vatterie rücken heran. Diese Truppen haben die Ehre, als erste Formationen der deutschösterreichischen Wehrmacht ihren Führer zu grüßen. Beim Anblick dieser Männer hat man die stolze Gewißheit, daß Oesterreich nicht nur einen deutschen Stamm ins Reich zurückbringt, daß nicht nur der gute Wille vorhanden ist, sondern daß auch rein militärisch der Wille zurLeistung mitgebracht, daß hier stramme Formationen gezeigt werden, die auch im Ernstfall in der Einheit der gesamtdeutschen Armee ihren Mann stehen werden, wie es die deutsch-österreichischen Truppen aus der alten ruhmreichen österreichisch-ungarischen Armee zuletzt noch in 4V- Jahren des Weltkrieges bewiesen haben.
Panzerwagen raffeln über die Straßen
Harrn folgen die ersten Formationen, die am Berbrllderungsmarsch nach Oesterreich und Wien teilgenommen haben, die verstärkte 2. Panzerdivision rattert über das Pflaster der Donaustadt. An die Wagen der Divisionskommandeure jchließen sich die Fahrzeuge der Aufklärungsabteilung V an. Es handelt sich um die schnellen Straßen-Paxzerwagen, die seit der lleberschrei- tung der Grenze die Spitze gehabt hatten. Ihnen (Fortsetzung aus Seite 2)
demokratische Logik
rä. Berlin, 16. März.
Die Berichterstattung der Auslandspresse zur Machtergreifung des Nationalsozialismus in Oesterreich gibt überaus bezeichnende Ausschlüsse über Wirksamkeit, Wert und Inhalt des Begriffes der demokratischen Presse„freihsit". Nachdem die gehässigen und unsachlichen Ausfälle französischer Blätter anläßlich der Pariser Ausstellung „Fünf Jahre Hitler-Deutschland" in seltener Klarheit gezeigt haben, daß die demokratische Pressefreiheit gleichbedeutend ist mit „Befreiung" von allem Anstand und aller Fairneß, zeigt die Berichterstattung gewisser Auslandsblätter über das Geschehen in Oesterreich, daß demokratische Presse„freiheit" außerdem noch gleichbedeutend ist mit „Unabhängigkeit" von der Logik.
Heute schulfrei im ganzen Neich
Berlin. 16. März
Relchsminister Rüst hat aus Anlaß der Rückkehr des Führers nach Äbschluß des geschichtlichen Ereignisses der Eingliederung Oesterreichs in das Deutsche Reich für den heutigen Mittwoch für alle Schulen des Reiches schulfrei angeordnet.
Als eigenartige Blüte dieser demokratischen Pressefreiheit ist zu verzeichnen, Satz englische, französische, amerikanische und skandinavische Blätter Leitartikel unter den Schlagworten „Oesterreich hingerichtet", „Nazistischer Faust- schlag", „Vergewaltigung der Zivilisation" bringen, auf der gleichen Seite aber Berichte ihrer Sonderkorrespondenten veröffentlichen unter Schlagzeilen wie „Triumphfahrt des Führers durch Oesterreich", „Wien umjubelt Adolf Hitler", „Religiöse Begeisterung um den Führer".
Man mache sich die Mühe und versetze sich in den Seelenzustand eines biederen Zeitungslesers in der Normandie, in Sussex oder in den Gebirgstälern Skandinaviens. In dem Leitartikel seines Blattes schreibt der Chefredakteur, getreu der Weisung der hinter seinem Pressekonzern stehenden, in vielen Fällen jüdischen Finanzkreise, einen von zynischen Verlogenheit, Angriffslust und Frechheit erfüllten Kommentar „gegen das räuberische Deutschland, das ein kleines Land vergewaltigt hat, das mit Tanks und Bombengeschwadern ein friedliches Alpenland überfallen hat. das wiederum die Acht so geheiligter Verträge schnöde mit seinen barbarischen Militär- stiefeln zertrat, das dem Weltgewissen ;um Trotz einen Faustschlag gegen die europäische Zivilisation geführt hat." Nach der Lektüre eines solchen Leitartikels durchführt jeden gläubigen demokratischen Zeitungsleser ohne Zweifel ein eisiger Schrecken. In dem Geräusch einer Kaffeemühle hört er schon das ferne Grollen herannahender deutscher Tanks: angstvoll blickt er beim Brummen einer Biene gegen den Himmel, ob es nicht
Unser VogesspssAel
In seiner Ansprache auf dem Heldenplatz in Wien gab Adolf Hitler der deutschen Ostmark eine neue Sendung.
-Die Parade von Truppen des geeinten Deutschlands vor ihrem Obersten Befehlshaber in Wien gestaltete sich zu einem gewaltigen Bekenntnis deutscher Einheit.
Der Führer hat Dr. Seyß-Jnquart zum Rerchsstatthalter in Oesterreich ernannt.
In Sowjetspanien sind schwere Unruhen aus- gebrochcn.
Die Sowjetmarschälle Woroschilofs und Blücher sind verhaftet worden.
Die Schule an der Schönebecker Straße heißt seit gestern „Wilhelm-Dccker-Schule".
Auf dem Messegelände werden die ersten Arbeiten zur Errichtung der Ausstellungsräumlichkeiten in Angriff genommen.
Begrüßenswerte Hcimatfahrten plant der DDAC.-Eau Nordsee sür das Jahr 1938.
Der Sport Deutsch-Oesterreichs wurde dem Deutschen Reichsbund sür Leibesübungen eingegliedert.
Der deutsche Motorradmcister Kluge wurde von Korpsführer Hühnlein in Berlin empfangen.