Ausgabe 
(23.2.1938) Nr. 53
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Nachrichrenblatt der Deutschen flrbeitsstont Lremea

der Tiationallozialisten Bremens

flmtsdlaü des Senats der Lreien ljansestaüt Bremen

Nr. 5Z / 8. Jahrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatthalters in Oldenburg und Vremen

Mittwoch, rr. sebruar 1SZS

Anzeigen-Grundpreise: Die LL-mm.Aeile im Anzeigenteil 12 W, die 70-mm-Zeile im Texttetl 75 Rps. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzetgen u. a.i sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 8 (Nachlaßstassel 6s. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12>/r1!!>/> Uhr.

kinzelpreis 15 Npf.

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Ungeheure Lürmszenen im Unterhaus

Ungehobelte Sppositionsredner erhalten verdiente gbfuhr / Nadau statt Logik / Selassenheit siegt über Wutgeschrei / Senser Schwatzbude richtig gekennzeichnet / Llogd Seorge an der Srenze des Unzurechnungssühigen

London» 23. Februar.

Bei der Fortsetzung der Unterhausaussprache am Dienstagnachmittag kam es infolge der schweren Enttäuschung von gewissen Abgeordneten der Labour-Party und auch der Liberalen zu ganz ungewöhnlich scharfen An­griffen gegen den englischen Premierminister Ehamberlain. Mit messerschar­fer Logik wies Ehamberlain diese Angriffe zurück» wobei er die Verständi­gungsbereitschaft Englands gegenüber Deutschland und Italien in eindring­licher Weise bekräftigte. Die ganze Wut, die die marxistischen und liberalen Abgeordneten gegen die jüngste Entwicklung in der englischen Politik

' empfinden, kam in Lärmszenen zum nicht zur Tagesordnung gehören.

Die Aussprache begann damit, daß der Labour- Abgeordnete Ereemvood einen Mitztranensantrag gegen die Regierung einbrachte. Er verband diesen Antrag mit allerlei Angriffe», in denen er u. a. behauptete, die Regierung habe das Wahlver­sprechen von 1S3S gebrochen.

Nach der Rede Ereenwoods erhob sich Cham - berlain, um selbst zu antworten. Einleitend wies er daraus htm, daß durch die Erklärungen Edens und Cranbornes einige Mißverständ­nisse entstanden seien. Er erkläre daher in Gegenwart Edens, daß er sich nicht erinnere, von Eden jemals und zu irgendeiner Zeit gehört zu haben, daß die Frage internationalen guten Glaubens ein Hindernis für Besprechungen mit Italien oder Deutschland sei.

Der Liberale Sinclair unterbrach an dieser Stelle mit dem Bemerken, die Italiener sollten erst mal ihre Auslandspropaganda einstellen und ihre Freiwilligen aus Spanien zurückziehen". Mit Gelassenheit fragte Ehamberlam zurück, warum Sinclair nicht gleich verlange, daß die Jtäliener auch Abesstnien wieder verlassen sollten. Die Be­hauptung, daß man erst Vestprechungen aufnehmen

Ausdruck, wie sie sonst im Unterhaus

könne, wenn derartige Verlangen erfüllt seien, sei Humbug.

Anf diese Erklärung hin erhob sich ei« »»ge­heurer Lärm im llnterhanse. Die Regierungs­parteien zollte» lauten Beifall, während die Opposition eifrig protestierte. Der Sprecher griff schließlich ein «nd verkündete: Wenn die Regie­rung angegriffen werde, habe ihr Chef zumindest das Recht, angehört zu werde».

Nach neuen Lärmszenen konnte Ehamberlain endlich weitersprechen. Wenn man wirklich Be­sprechungen wünsche, dürfe man keine derartigen Bedingungen im voraus festlegen. Die Haltung der Opposition werde dadurch gekennzeichnet, daß es für sie gewisse Völker gebe, mit denen sie über­haupt nicht in Besprechungen eintreten wolle. Attlee habe sogar behauptet, Ehamberlain sei jammernd zu Mussolini gegangen. Derartige Aeußerungen ließen ihn völlig kalt! 2m übrigen könne er zur Beruhigung der Oppo­sition mitteilen, daß die Beziehungen zu Frank­reich durch Besprechungen mit Italien nicht berührt würden.

Auf die Frage eines marxistischen Abgeordne­ten, warum Ehamberlain nicht diekollektive

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Sicherheit" erwähnt habe, erkundigte sich der Premierminister, was die Opposition eigentlich darunter verstehe. Ob denn irgend jemand glaube, daß die Genfer Liga in ihrer heutigen Zusammensetzung in der Lage sei, so etwas wie kollektive Sicherheit überhaupt zu gewähren. Man solle sich nicht selbst täuschen und noch weniger dürfe man den kleinen und schwachen Völkern vortäuschen, daß sie durch die Genfer Liga ge­schützt würden. ,,^ir wissen, - nichts dieser Art zu erwarten ist. Man kann aber nicht er­warten, daß ein Automobil ei» Rennen gewinnt, nachdem seine Zylinder nicht mehr funktionieren." Man könne auch nicht erwarten, daß die Genser Institution funktioniere, nachdem jede Großmacht sie verlassen habe.

Ist die Liga in der Lage...

Einfluß des Völkerbundes entstehe nicht aus seiner Mitglied erzähl, sondern aus der Ueber­zeugung feiner Mitglieder, daß er seiner Aufgabe gewachsen sei. Wenn er auch glaube, daß in Genf wichtige und wertvolle Auf­gaben erfüllt werden könnten, so zweifle er doch daran, daß die Liga jemals wirklich zu arbeiten

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Berlin, 23. Februar.

Der Stabschef der SA. hat zum Todes­tag des Stnrmführers Horst Weffel folgen­den Tagesbefehl an die Sturmabteilungen erlassen:

Kameraden! Am heutige» Tage senken wir die Fahnen und Standarten in Erinne­rung an den, der für die Sache, der wir die­nen, stolz und tapfer sein Leben ließ. Horst Wessels Lied singt heute die Nation. Sein Tod aber ist verschlungen in den Sieg des Glaubens, der unsere Herzen füllt, und in die Treue, die uns an den Führer bindet. SA. marschiert! So soll es bleiben! Was an Horst Messet sterblich war, zerfiel. Sein Geist lebt weiter in den Marschkolonnen unserer braunen Bataillone. Indem wir unsere toten Kameraden ehren, verpflichten wir uns für die Zukunft- Es lebe Deutsch­land! Es lebe der Führer! Der Stabschef, (gez.): Lutz e."

in der Lage fein werde, solange ihre Grundsätze nominell auf der Auferlegung von Sanktionen oder der Anwendung von Gewalt gegenüber einem Angriff beruhten. Heute müsse man klar verstehen, daß man die, entsprechenden Genfer Artikel nicht anwenden könne und daß man nicht erwarten dürfe, sie überhaupt angewandt zu sehen.

Ehamberlain geißelte weiterhin die Haltung der Labour-Party, die alles verspreche und nichts halte. Sie befürworte eine Politik, die schließ­lich zum Kriege führen müsse.

2m weiteren Verlauf der Aussprache ergriff auch Churchill das Wort, um mit durchaus unsachlichen Argumenten gegen die Auf­nahme von Besprechungen mit Italien zu eifern. Eine Verständigung mit den sogenannten totali­tären Mächten wollte er überhaupt abgelehnt sehen.

vekeije statt Sachlichkeit

Dann stand Lloyd George auf, der eine lebhafte Auseinandersetzung mit Ehamberlain heraufbe­schwor, als er rundweg behauptete, der Premier­minister habe Eden eine Mitteilung Erandis ab­sichtlich vorenthalten. Es handele sich um ein Telegramm, das in der Kabincttssitzung nicht be­kanntgegeben worden sei. Ehamberlain erwiderte, man habe ihn den Inhalt dieses Telegramms in­offiziell wissen lassen. Er habe das daraufhin dem Kabinett auch mitgeteilt.

Eden erhob sich hierauf und erklärte, er habe bis zum Zeitpunkt seines Rücktrittes keine amt­liche Mitteilung von der italienischen Regierung in dem Sinne erhalten, in dem der Premier­minister das soeben erläutert habe. Es sei übrigens wahr, daß der Premierminister ihm gesagt habe, er habe eine Andeutung erhalten, er habe ihm aber nicht gesagt, von wem. Im Auhen- amt sei nichts eingegangen, solange er noch Außenminister war; wenn diese Mitteilung das Außenamt aber auch erreicht hätte, würde seine Haltung dadurch in keiner Weise geändert worden sein.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Der SA.-Mann Horst Wessel gehört zur jungen Nachkriegsgeneration. Wäre er nicht vorzeitig dem Mordbefehl Moskaus zum Opfer gefallen, würde er heute 30 Jahre alt sein, ein Alter, in dem der Mensch nach den Anschauungen eines zu­sammengebrochenen Zeitalters erst überhaupt in die Würde des reifen Mannestums trat.

Nicht nur dem Alter nach ist der National­sozialismus eine junge Bewegung. Er ist es durch sein Wollen und die Menschen, die seine Lehre verbreiteten: junge Frontsoldaten, die aus dem noch nicht ganz verhallten Schwung, ihrer Jugend heraus den Glauben an die Zu­kunft nicht verloren, ältere Kameraden, die ihr Opfer nicht umsonst gebracht haben wollten. 2m Bunde mit diesen beiden stand eine Jugend, die sich in einer greisenhaften Zeit nicht zurechtfand. Als Kinder hatten diese Jungen von Sieg, Frei­heit und Ehre geträumt. Sie konnten sich mit dem Gedanken nicht vertraut machen, daß llnehre und Feigheit höchster Ruhm, Schieberei preis- würdige Handlung, jeder jugendliche Schwung Verbrechen sein würden. Das Leben nahm nicht mehr den normalen Lauf seiner Eigengesetzlich­keit, und dunkel war die Zukunft für sie. Für jeden Berufsehrgeiz war die Laufbahn ge­sperrt, darüber lastete das Dunkel eines oft vielleicht nur geahnten, öftet aber sehr fühlbaren Elends. Auch der Berliner SA.-Sturmführer gehörte zu dieser Nachkriegsgeneration.

Naturnotwendig fast mußte Horst Wessel zu der Bewegung finden, die alle sogenannten Ideale seiner Zeit verwarf, sie nüchtern und mit dürren Worten als das bezeichnete, was sie waren: Verbrechen oder Rauheiten! Mit der Kradlinig- keit seiner Jugend mußte er zu der Fahne stoßen, die im Rot ihres Tuches und dem einzigen Symbol darin das Kompromißlose ihrer Idee ver­sinnbildlichte. So mußte er auch in die Reihen treten, die den soldatischen Geist deutschen Blutes

verkörperten, ohne sich in militärischen Spiele­reien zu verlieren, und die Tag für Tag und Nacht für Nacht nur auf praktischen, tätigen Kampf eingestellt waren: die SA.!

In der SA. fand der Student die Verwirk­lichung seiner Ideale. Eine vorläufige viel-

Zinses FsgSLLPLEgs!

Im englischen Unterhaus kam es zu drama­tischen Lärmszenen.

Die große Rede des Führers wird in der Weltpresse weiterhin stark beachtet.

Francos Truppen haben nun Teruel erobert. Die italienische ZeitungMilizia Fascista" äußert sich sehr anerkennend über Bremen. Zum Todestag Horst Wessels erließ der Stabschef einen Ausruf.

Zwischen der Obersten SA.-FUHrung und dem DRL. wurden in einem Abkommen die Aufgabenbereiche abgegrenzt.

Die Anträge aus Lohnsteuervergünstigun­gen sind bis zum 28. Februar zu stelle».

Das Programm für den Filmoolkstag in Bremen liegt jetzt vor.

Der Führer und Reichskanzler hat den Leiter der Außcnhandelsstclle Pg. Lörner zum Konsul in Ealatz ernannt.

Das erste Walöl von deutschen Fangschiffen wird in Brake gelandet.

Die Oelsabrik Kroß-Gerau-Vremen hat ihre Grundstücke verkauft.

Die Bremer Silberwarcnsabrik verzeichnete ,S37 größere Exportumsätze.

Uebcrraschende Ergebnisse brachte der zweite Tag der Internationalen Deutschen Tennis­meisterschaften in Bremen.

In Jtzehoe wurde durch ein Eroßfcncr eine Dachpappenfabrik eingeäschert.