Ausgabe 
(19.2.1938) Nr. 49
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VartLiamiücliL Tageszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen Arbeitsfront vremen

flmtsbla« des Senats der Freien Hansestadt vremen

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anzeigen-Grundprclse: Tie 22-mm.Zeili im Anzeigenteil 12 die 70-mw-Zeile im Tertteil 75 Rpf.

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Nr. 49 / S. Ztchrgang

Sonnabend,19. sebruar1958

kinzelpreis 15 Npf.

Her sichrer eröffnete die ffutoschau

kner zweiten kpoche nationaler Wirlschaftsentwicklung entgegen

höchste fluswertung der lötigen / Stetige Verbesserung unserer Produktionsmetboden Zusätzliche produktionsgüter: Me natürliche Veckung eines ständig steigenden Volksein­kommens / Deutsches Motorsportabzeichen

(Orsktdsridit unserer Lsriinsr Scirriktisitung)

, Berlin, 19. Februar.

Am Freitagvormiltag nahm der Führer und Reichskanzler die Eröffnung der großen Internationalen Automobil! und Motorradausstellung Berlin 1938 vor. Die Reichshauptstadt stand im Zeichen dieses für ganz Deutschland bedeut samen Ereignisses, das den Beginn einer neuen Etappe aus dem Wege der vom Führer befohlenen Motorisierung des deutschen Volkes bedeutet: Von diesem Tage an wird Deutschland Klarheit haben über den Weg und das Aus­maß der Motorisierung der nächsten Jahre, vor allem aber über den Bau des Volkswagens, dessen Schaffung den letzten und wichtigsten Baustein zur Verwirklichung dieses großen Planes bildet. Der Führer selbst gab nach An­sprachen von Geheimrat Allmers und Dr. Goebbels die Parole, unter der unser Volk seine Motorisierung vollziehen wird.

salznen über der Messestadt

Wieder wehen von den Dächern und Fahnen­masten in der Berliner Messestadt unzählige Hakenkreuzfahnen. Tausende von Menschen ziehen schon in den frühen Vormittagsstunden aus der Stadt hinaus aus die Zufahrtsstraße, die der Führer aus seinem Wege zur Eröffnung der Aus­stellung befahren wird. Auf dem größten und repräsentativsten Platz der Berliner Messestadt, der nach Norden vom Haus des deutschen Rund­funks, nach Süden von dem gewaltigen, hoch auf­ragenden Gebäude der Ehrenhalle der Messestadt umschlossen wird, sind eine Kraftrad-Schützen- Kompanie des Heeres, eine Kompanie der Leib­standarte des Führers und der LehrsturmBernd Rosemeyer" des Nationalsozialistischen Kraftfahr- korps angetreten. Lang dehnt sich die Front der 3399 Männer und 250 Fahrzeuge der Gruppe Ber­lin des NSKK., die gleichfalls auf diesem Platz Varadeaufstellung genommen haben, fransender Jubel umfängt den Führer, als er,

begleitet von Reichsminister Dr. Goebbels, auf dem Platz eintrifft und die Front der Forma­tionen abschreitet.

)n der kiirenlialle

sind indessen die Mitglieder der Reichsregierung, die Reichsleiter, die Mitglieder des Diplomati­schen Korps, zahlreiche Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Sport und Kultur mit vielen Hunderten von Arbeitern und Angestellten der Automobilsabriken versammelt.

Von der Decke des Saales grüßt ein gewalti­ges aus leuchtenden Röhren gebildetes Haken­kreuz herab. In der Mitte der Stirnwand vor der Bühne erhebt sich ein gewaltiger plasti­scher Hoheitsadler in Gold; ringsherum stehen Männer des NSKK. und der M a - rine - SA. Spalier. Fanfarensignale kün­den Einmarsch der Standarten des NSKK., die vor dem großen Vorhang, der die Ehrenhalle

von der Halle I trennt, Aufstellung nehmen. We­nige Minuten später schon künden Heilrufe von draußen die Ankunft dos Führers, der von den anwesenden Tausenden mit Jubel be­grüßt wird. Dann hält der Präsident des Reichs- yerbandes der Automobilindustrie,

Selieimrat flllmers,

eine Ansprache, in der er u. a. ausführte:

Mit ganzer Hingabe hat sich die Automobil­industrie Schulter an Schulter mit der Zubehör- Industrie besonders der Erprobung Weiterent­wicklung und Verwendung neuer Werkstoffe gewidmet, weil sie bald erkannt hat, daß es sich hier um technische Fortschritte, ja um Errun­genschaften von höchster Bedeutung handelt. Sie im Konkurrenzkampf draußen her­abzusetzen, wie es geschieht, heißt, technische For­schung negieren, und ist entweder böswillig oder dumm.

Mit allem Nachdruck muß hier erklärt werden, daß unsere neuen Werkstoffe gleichwertig, ja zum Teil den früheren so überlegen sind, daß unsere ausländische Konkurrenz schon dazu übergegangen ist, manche dieser Materialien, sosern man sie nur hat, ebenfalls zu verwenden.

Bei jeder Ausstellung wird gefragt: Was gibt es Neues? Als wenn die Fabriken nichts Besseres zu tun hätten, als jedes Jahr neue Konstruktionen zu bringen. Es gibt über­haupt in der Automobiltechnik der Welt zurzeit keine Neukonstruktionen, sondern nur immer Weiterentwicklungen und Vervoll­kommnungen in Einzelheiten, die aber meist nicht von außen sichtbar sind.

Daß wir es jedoch in kurzer Zeit erreicht haben, daß auj den Reichsautobahnen die Wagen jetzt Iv!>-Kilometer-Tempo stundenlang ohne Motor­schäden durchholten, das ist ein Fortschritt wichtiger als alle Neukonstruktionen.

Will jemand Neues sehen, so findet er das in Hülle und Fülle in der Masuren-Halle, wo wir eine umfassende und vergleichende Ueber­sicht über die neuen Werkstoffe bringen, soweit sie das Kraftfahrzeug betreffen. Während die Reichs­werke Hermann Eöring mit Macht an die Er­schließung der früher unerfatzten großen Eisenerz­vorkommen und deren Verhüttung nach neuem Verfahren gehen und in Salzgitter bereits be­achtliche Mengen fördern, arbeiten bei uns. Her­steller- und Verarbeitergruppen intensiv zusam­men, um auf anderen Gebieten Fort­schritte zu erzielen.

Wie gespart werden kann, zeigt ein kleines Beispiel: Bei der Radbefestigungsmutter wurden durch Umstellung auf Stahl in einem einzigen Werk 1937 nicht weniger als 599 900 Kilogramm Messing eingespart. Für Lagerbüchsen aus Bronze verwendet man mit gutem Erfolg solche aus Preß st off. Sie bedürfen keiner Schmie­rung und zeigen sehr geringe Abnutzung. Zell- wollezusatz zu Polsterstoffen. Verdeckbezügen und Teppichen bewährt sich hervorragend. Eine Einbuße an Lebensdauer und Qualität ist nicht festzustellen. Aus Kunstharz und Jgeliten wird ein Kunstleder gemacht, das alle Vor­urteile gegen die früher unter Verwendung von Gummi hergestellten Kunstleder vergessen läßt. Es wird sich bald einführen, daß es von echtem Leder nicht zu unterscheiden ist, prachtvoll aus­sieht, geruchlos ist und nicht wie Naturleder Wäger auslaugt.

Die Zeit ist nicht fern, da man Preßstofse für die Außenhaut der Karosserie an Stelle von Stahlblech verwinden wird. wenn es auch zur Zeit noch keine genügend schweren Heißpressen gibt. um !o große Teile mit der ganzen Innen- Versteifung auf einmal formen zu können. Es wird die Karosserien geräuschlos und um die Hälfte leichter machen, bedarf keiner Lackierung. die glänzende Oberfläche ist nahezu unverwundbar.

Wissenschaft und deutsche Werkmannsarbeit zer­brechen Weltmonopole und tragen dazu bei, uns wirtschaftlich frei zu machen Des Führers weit vorausschauender Geist hat die Notwendigkeit der Motorisierung erkannt. Seine Krast beseitigt die

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Von unserer Ssrlinsr Lotirittleitung

rck. Berlin, 19. Februar.

Die morgige Sitzung des Deutschen Reichstages ist das Gesprächsthema in allen europäischen Hauptstädten. Die Kabinette großer europäischer Länder haben sich im Hinblick auf die zu erwar­tende Rede des Führers vertagt. Die Weltpresse steht völlig im Zeichen eines angestrengten Rätsel­ratens über ihren Inhalt. Wahrheit und Dichtung sind selbstverständlich wieder bunt gemischt. Die ewig gut Informierten wissen ge­nau soviel, wie sie am 4. Februar oder am Tage der Besprechung von Verchtesgaden wußten. Ihre Kombinationen sind ebenso kühn wie weit aus­holend, aber auch das wird nichts daran ändern, daß sie, wie immer schon in der Mehrzahl aller Fälle, grundlegend falsch sein werden.

Nur in einem kann schon jetzt gesagt werden, daß das nervöse Geranne im demokratischen Blätterwald, das inzwischen schon zu einem or­kanartigen Sturm zu werden droht, den Tatsachen gerecht wird: die bevorstehende Sitzung des Reichstages wird, wie jeder Zusammentritt des Parlaments der nationalsozialistischen Revolution, von größter Bedeutung sein; sie wird sich darin unterscheiden von allen sonstigen Parla­mentssitzungen. nach demokratischem Muster.

Jedesmal bisher, wenn der Reichstag zu­sammentrat, horchte die Welt auf, sie blickte ge­bannt auf Deutschland und sie wußte im voraus, daß jede zu erwartende Rede des Führers nicht nur für die deutsche Politik, sondern für die Weltpolitik von weittragender Bedeutung sein würde. Ein Blick in die Weltpresse und auf die gegenwärtige Lage zeigt, daß es heute nicht anders ist.

Die Themen, die zur Debatte stehen, sind in erster Linie die Ereignisse des 4. Februar und Oesterreich. Beide Ergebnisse darüber dürfte nirgendwo Zweifel bestehen haben den uner­hörten Elan und die Sicherheit der national­sozialistischen Staatsfllhrung unter Beweis ge­stellt. Das Deutschland, das am 4. Februar in den bedauernswerten Wahnvorstellungen einer ge­wissen Journaille am Vorabendturbulenter innerer Ereignisse" stand, ist heute gekräftig- ter und stärker denn je, seine Stimme ausschlaggebender und sein Gewicht größer ge­worden, mit jedem Tag, an dem das große innen-- und außenpolitische Aufbau- und Vefreiungswerk weitergeführt wurde.

In den festen Rhythmus unseres Marsches in die Zukunft hallen nur hin und wieder dröhnende Hammerschläge, die einen neuen Eckpfeiler für ewig fest in die Grundmauer des Fundamentes unseres ewigen Reiches einfügen. Auch die Ham­merschläge des 4. und 15. Februar hatten diese Bedeutung.

Wer ihre Tragweite noch immer nicht in diesem Sinne erkannt hat, wird auf seine Kosten kommen, wenn er der morgigen Sitzung des Deutschen Reichstages mit Spannung und Erwartung ent­gegensieht. AIs ein besonders verheißungsvoller und glücklicher Umstand darf es bezeichnet wer­den, daß die morgige Sitzung des Reichstages auch

von allen österreichischen Sendern übernommen wird. Zum erstenmal werden auch die acht Millionen Deutschen Oesterreichs ge­schlossen Zeuge einer historischen Stunde sein, die deutsche Geschichte im wahrsten und umfassendsten Sinne bedeuten wird, und die sie nicht nur mit­erleben, sondern an der sie mit Anteil haben.

Mit ihnen werden die-Millionen im Reich die Stimme ihres Führers hören. -Wo Deutsche leben und wo die Sehnsucht zum Reiche immer stärker sein wird als alles andere, wird der mor­gige Tag ein Tag der inneren Ausrichtung und Erhebung sein, ein Tag, an dem' unser Marsch­tritt geschlossener und fester wird und den die Welt, ob sie es will oder nicht, zur Kennt­nis nehmen wird.

Kroll-dper fesllich geschmückt

Die frühere Kroll-Oper, in der wieder die be­deutende Reichstagung abgehalten wird, ist für die große Tagung gerüstet. Reichsbühnenbildner Venno von Arent hat den Sitzungssaal durch Ein­bau einer neuen Tribüne die repräsentativ« Form gegeben, die der Bedeutung der Reichstags- sitzuwgen des Dritten Reiches entspricht. Während bei den früheren Reichstagssitzungsn Hintergrund und Seiten der Tribüne nur mit rotem Tuch abgedeckt wurden, hat man jetzt eine Lösung ge­funden, die dem Sitzungsraum ein würdiges Aus­sehen verleiht. Benno von Arewt mutzte sich hierbei mit der Schwierigkeit abfinden, aus dem vorhan­denen Raum eine möglichst festliche Wirkung her­auszuholen. Das ist bestens gelungen.

Den Hintergrund der neuen Tribüne, von der der Führer seine große Rede halten wird und auf der sich wie bisher die Plätze des Führers und der Reichsregierung befinden, bildet eine riesige gold- gerahmte Sonne, auf der der Adler des Hoheits­zeichens seine Schwinge« lkeitet.

Die glanzvolle Wirkung dieser aus seidenarti­gem, leichtgefaltetem Stoff geschaffenen Sonne wird noch dadurch erhöht, daß sie von unsicht­baren Scheinwerfern noch stärker angeleuchtet wird. Die Breite des Adlers ist allein 19 Meter und gleicht in seiner eindrucksvollen Ausführung dem von der Kestansschmückung Unter den Lin-

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An der Alfambra-Front erkämpften Francos Truppen neue Erfolge.

In der Budenko-Affäre ergeht sich Litwinow- Finkelstein in talmudistischen Winkclzügen.

Mit einer großen Rede eröffnete der Führer die Berliner Automobil-Ausstellung.

Der deutsche Außcnöandel ergab für Januar wieder einen Einfuhrüberschuß.

Im Güterfernverkehr mit Lastkrastwagen

' wurden im Jahre 1937 rund 13 Millionen Tonnen befördert.

Ueber Arbcitssührung und Betriebsführung sprach in Vremen Pg. Professor Arnhold.

Zum ersten Male hat auch das NSKK. aus der Automobil-Ausstellung ausgestellt.

Bei den Eishockey-Weltmeisterschaften kam Deutschland in die Schlußrunde.

Der Rückkampf um die Weltergewichts- ineisterschaft Wouters Eder findet am 15. April in Berlin statt.