Ausgabe 
(18.2.1938) Nr. 48
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«W parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der NeMschen flrbeitsstont vremen

flmtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt vremen

Nr. 4 S / 8 . laNrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpr-ise: Die- ?2-mm>Aeile im Anzeigenteil 12 die 78-ww-Zeile im Textteil 7b Rpf. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien'Anzeigeri u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstafsel N. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Nhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr: Schriftleitung Dienstag und Freitag 12»/»13»/, Uhr.

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Zoo atmen wieder Licht und freifteit / fluch lebenslänglich verurteilte wurden entlassen / ergreifende Srenen des Wiedersehens

(Orabtbsricbt nvssrss Vsrtrstsrs in IVicm)

Wien, 18. Februar

Nach Inkrafttreten der von der öster­reichischen Bundesregierung erlassenen Am­nestie für politische Vergehen wurden am Donnerstagmittag von den beiden Wiener Landesgerichten insgesamt 510 Gefangene freigelassen.

Vor den Toren der Leiden Landesgerichte warteten schon seit den frühen Morgenstunden die Angehörigen der Gefangenen. AIs diese dann nach teilweise langer Kerkerhaft s die Gerichtsgsbimde verliehen, spielten sich an den Toren ergreifende Begrüßung?» szenen ab. Die Rührung und die Freude darüber, den Vater, den Mann oder den Sohn endlich wieder der Freiheit und der Familie zurückgegeben zu sehen, brachte manchen die Tranen in die Augen. Eine freudig bewegte Menschenmenge umlagerte selbst noch bis in die späten Abendstunden die Wiener Landesgerichte.

Unter den Amnestierten befinden sich auch 7 Nationalsozialisten, die nach den Juli-Ereig- «issen -es Jahres 1834 zu lebenslänglichem Ker­ker verurteilt worden waren.

An die Wiener Polizeibehörden erging die An Weisung zur schnellsten Durchführung der Amne stie auch in den Polizeigefängnissen. Allen Haft liugen, die insolge der Amnestie entlassen wer den, wir- ein Beschluß des Gerichts übergeben, in dem die Bestimmungen der Amnestie enthalten sind.

In maßgebenden Regierungskreisen ist man über die weitere Vertiefung des deutsch-österrei­chischen Verhältnisses durchaus optimistisch. Nur die Legitimisten und vor allem natürlich die Juden können ihre Enttäuschung und ihre Wut nur schlecht verbergen. In der jüdischen Presse

herrscht peinliche Verlegenheit; umso größer ist dagegen die Begeisterung in den natio­nalen Bevölkerung-kreisen, die nun mit neuen Hoffnungen wieder in die Zukunft blicken können.

flmnestie auch kür ftochschüler

Wien, 18. Februar.

Wie amtlich gemeldet wird, hat der öster­reichische Bundesminister für Unterricht, Dr. Pernter, eine Amnestie für alle Hochschüler erlassen, die wegen politischer Vergehen vor dem 18. Februar d. 2. eine Disziplinarstrafe erhalten und diese Strafe noch nicht oder nicht vollständig verbüßt haben. Infolge dieser Amnestie werden alle Studierenden, die wegen solcher Verfehlun­gen von den Hochschulen entlassen worden sind, von Beginn des Sommersemesters an wieder zur Einschreibung bzw. zu den Prüfungen und zur Erlangung der akademischen Grabe zugelassen werden. Ferner wurde durch einen weiteren Er­laß des Bundesministers verfügt, daß die im Zuge des sogenannten Schuldisziplinarverfahrens verhängten Strafen für politische Vergehen von Schülern mittlerer und niederer Lehranstalten niedergeschlagen werden. Noch-nicht abgeschlossene Disziplinarverfahren gegen Schüler werden ein­gestellt. Etwaige Suspendrerungen solcher Schü­ler vorn Unterricht werden unverzüglich auf­gehoben.

vundestag am 24. sebruar

Wien, 18. Februar

Der österreichische Vundestag ist nach Vlätter- meldungen auf den 24. Februar einberufen wor­den. Auf ihm wird Bundeskanzler Dr. Schuschnigg zu den Berchtesgadener Abmachungen das Wort ergreifen. Wie die Blätter weiter melden, dürfte die Rede des Führers und Reichskanzlers am kommenden Sonntag auch von den öster­

reichischen Sendern Lbernornmen werden. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht getroffen.

Sepß-Inquart beim sichrer

Berlin, 18. Februar

Der Führer und Reichskanzler empfing Don­nerstag den österreichischen Vundesminister für Inneres-und Sicherheitswesen Dr. Artur Seyß- Jnquart, der morgens zu einem kurzen Besuch in der Reichshauptstadt eingetroffen war.

Su Seiend euM e fordern Slekchberechikgung

(Oraktberiebt nvssrss Lragsr Vertreters)

tg. Prag, 18. Februar.

Im Deutschen Haus in Prag fand Donnerstag eine stark besuchte Kundgebung der Sudeten- deutsche» Partei statt, auf der die Abgeordnete» Neuwirth und Dr. Sebekowsky die Behandlung des Sudetendeutschtums durch die tschechoslowa­kische Regierung an Hand zahlreichen Beweis­materials kritisierten nnd die Anerkennung des Sudetendeutschtums als gleichberechtigtes Staats- volk forderten.

Auch in zahlreichen anderen Orten finden in diesen Tagen Kundgebungen der Sudetendeutschen Partei statt Konrad Henlein spricht in meh­reren Versammlungen in der Slowakei, auf denen die gleichen Forderungen erhoben werden. Diese Veranstaltungen hängen mit dem Jahres­tag (18. Februar) des zwischen den deutschen Kompromiß-Parteien und der Präger Regierung geschlossenen Abkommens zusammen, da diesem Abkommen trotz aller gegenteiligen Behauptn,.«! gen von tschechischer Seit« für das Sudeten- deutschtum keinerlei Vorteile erbracht hat.

Stalins Möröerstanü traf krohkis Soft»

Neues verbrechen der 6PU. in Paris / Untersuchung der Leiche gefordert

Paris, 18. Februar.

F« einer Pariser Klinik ist der Sohn Trotzkis, Leon Sedow Trotzki, nach »iner Operation unter geheimnisvollen Umständen gestorben. Alle An­zeichen sprechen dasür, daß mit dem Tode Leon Sedow Trotzkis Paris erneut der Schauplatz eines Verbrechens der GPU. geworden ist.

Der Sohn Trotzkis hatte die Operation gut überstanden und der Heilungsprozetz hatte einen normalen Verlauf genommen. Um so größer war die Bestürzung im Freundeskreise Trotzkis, als von der Klinik eine kurze Mitteilung ausgegeben wurde, daß der Tod eingetreten sei. Die Freunde des Verstorbenen dringen nunmehr auf eine genaue Untersuchung der Leiche mit der Begründung, der Sohn Trotzkis sei nach der Operation in der Klinik durchaus wohlauf gewesen, so daß man in Anbetracht der zahl­reichen Attentats-, Entführung?- und Ver-

giftungsvevsuche, denen er zu Lebzeiten ausge­setzt war, unter allen Umständen die wahren Ur­sachen seines, unter normalen Umständen nicht erwartbaren Todes feststellen müsse.

Im Zusammenhang mit dem Tode des Sohnes Trotzkis hat in Paris die Meldung besondere Be­achtung gefunden, daß der frühere Privatsekretiir Trotzkis, der Jude Erwin Wolf, von Agenten der GPU. aus Sowjetspanien nach Moskau entführt und dort ermordet worden ist.

Wolf war der Sohn eines jüdichen Großkauf- manns aus Reichenberg in Böhmen. Er hatte während des Aufenthaltes Trotzkis in Norwegen lange Zeit als dessen Sekretär gearbeitet. Später fuhr er als Berichterstatter derNews Chronicle' nach Sowjetspanien. wo er im Herbst vorigen Jahres auf geheimnisvolle Weife ver­schwand. Nachforschungen des tschechoslowakischen Konsulats hatten damals das Ergebnis, daß Wolf im Gefängnis Eovento de Santa Ürsala

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von der GPU. festgehalten wurde. Von hier aus ist er nach übereinstimmenden Meldungen nach Moskau gebracht und erschossen worden.

titwinow-sinkelstein in den Kreml Merk

(vrnbtberiodt unseres Lonäonsr Vertreters) l- b. London, 18. Februar.

Die sowjetrussische Presse meldet über das Auf­tauchen Budenkos in Rom und seine Enthüllungen keine Zeile. Dafür wurde im Moskauer Außen-, kommissariat eine um so aufschlußreichere Straf- aktion unternommen. Wie der Korrespondent des Daily Expreß" meldet, wurden 18 hohe Bsamte, die als Freunde Budenkos gelten, verhaftet. Auf Anweisung des diese Aktion leitenden GPU.- Kommissars durfte Litwinow während dieser Zeit sein Zimmer nicht verlassen. Da Vudenko ein Günstling Litwinow-Finkelsteins gewesen sei, hält der Korrespondent feine Stellung für sehr be­droht. Litwinow sei bereits zu Stalin befohlen wor­den. Ueber das Ergebnis dieserAudienz" sei jedoch noch nichts bekannt.

Vudenko will beweilen...

Rom, 18. Februar.

Zu von marxistisch-bolschewistischer Seite- ge­äußerten Zweifeln an der Richtigkeit seiner Ausführungen erklärte Vudenko, er sei in der Lage, die Richtigkeit seiner Angaben, die er der Oeffentlichkeit mitgeteilt habe, zubeweisen. Er habe sich bei den italienischen Behörden ausweisen können und sei nun glücklich, sich in Italien zu befinden. Mit besonderem Nachdruck wies Bu- denko nochmals auf die unerträgliche Lage des im Ausland lebenden sowjetrussischen diplo­matischen Personals hin, das unter einer stän­digen Kontrolle zu leiden habe und dem Druck von EPU.-Veamten ständig ausgesetzt sei.

sagesverdienst lv Pfennig

Moskau» 18. Februar.

Die sowjetrussische Presse berichtet aus den verschiedensten Teilen der Sowjetunion von neuen politischen Prozessen und Todesurteilen. So fand in Nowosibirsk einSabotage"-Prozeß statt, bei dem zwei Funktionäre der Forstwirt- Ichaft zum Tode und mehrere andere zu lang­jähriger Zwangsarbeit verurteilt wurden.

In dem Prozeßbericht, den die ZeitungSo- wjetskaja Sibir" bringt, findet sich u. a. auch die bemerkenswerte Angabe, daß der Tagesverdienst der im Gebiet Nowosibirsk beschäftigten Wald­arbeiter sich aus 48 Kopeken (nach dem offiziellen Umrechnungskurs 24 Pfg., der K"vi^"'kr--'' nach höchstens 18 Pfg.!) belaufe.

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Volkvivsgkiiksdilk bei kLUersIebeii

(Drabtbsriebt unserer Berliner 8ckriktIgitunx->

rck. Berlin, 18. Februar.

Wie wir bereits meldeten, wird auf der großen Internationalen Automobil-Aus­stellung, die am heutigen Freitag in Berlin eröffnet wird, zum erstenmal das Modell der Fabrik gezeigt werden, in der der Volkswagen in Zukunft gebaut wird. Das Werk wird in der Nähe der Stadt Fal- lersleben am Schnittpunkt der Nordsüd­strecke der Neichsautobahn, des Mittelland- Kanals und der Eisenbahnlinie Berlin Köln errichtet, Die Größe der Anlage ist nach der zu erwartenden außerordentlichen Produktionshöhe geplant. Schon jetzt darf man sagen, daß die neue Volkswagenfabrik, die von derGesellschaft zur Vorbereitung des deutschen Volkswagens" gebaut wird, einst die größte Industrieanlage Deutsch­lands darstellen wird- In diesem Werk werden zum erstenmal auch alle Erfahrun­gen vonSchönheit der Arbeit" in einem bisher unbekannten Ausmaße verwertet. Große Sportanlagen, Turn-und Schwimm­hallen, ein Freibad, Fußball- und Tennis­plätze werden in. der Nähe des Werkes an­gelegt. Außerdem sind besondere Bauten für die Feierabendgestaltung geplant. Die neue Volkswagenfabrik wird also gleich­zeitig auch ein praktisches Beispiel dafür sein, wieweit sich die sozialpolitischen Ideen der Deutschen Arbeitsfront in der Praxis verwirklichen lasten.

über eine Millionen für das WKW.

Musikalische Veranstaltung beim Führer Verlin, 18. Februar.

Der Führer und Reichskanzler hat Donners­tag abend im Nahmen einer musikalischen Ver­anstaltung führende Persönlichkeiten der deut­schen Wirtschaft in seinem Hause empfangen. Im Dienste des Winterhilswerkes des deutschen Vol­kes hatten ihre Kunst zur Verfügung gestellt die Kammersängerinnen Erna Berger, Maria Fuchs, Margarete Klose, Dana Lemnitz, Margret Pfahl, sowie Frau Marie Louise Schilp und Frau Trefi Rudolph; ferner die Kammersänger Rudolf Bockelmann, Walter Ludwig, Professor Josef von Manowarda, Helge Roswaenge, Heinrich Schlus- nus, Franz Völker sowie Herr Karl Schmitt- Walter und Pros. Michael Raucheisen. Aus frei­willigen Spenden der Gäste dieses Abends ergab sich ein Betrag von 1 888 888 Reichsmark, den die Künstler dem Winterhilsswerk des deutsche» Volkes überwiesen haben.

sramois poncet bei Mbbentrop

Berlin, 18. Februar

Der französische Botschafter in Berlin, Francois Poncet, hat Donnerstag nachmittag seinen ersten Besuch bei dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop gemacht. Bei dieser Gelegenheit wurden alle Probleme der Außenpolitik, soweit sie die beiden Länder betreffen, besprochen.

Nein flüicec Mergerückt

Die Bedeutung des 4. Februar für die Wehrmacht

In der ZeitschriftDie Wehrmacht" kenn­zeichnet Major von Wedel vom Oberkommando der Wehrmacht in einem Aussatz die Bedeutung, die die Entscheidungen des Führers dom 4. Februar für die deutsche Wehrmacht haben, wie solgt:

Wenige Tage nach der Vollendung des 8. Jahres der nationalsozialistischen Revolution hat der Führer mit der ihm eigenen Entschlußkraft Ent­scheidungen getroffen, die das geschichtliche Wer­den der Nation tief-beeinflussen. Er hat mit seinen Erlassen vom 4. Februar kraft seiner Rechte als Staatsoberhaupt die Entwicklung um einen weiteren, großen Schritt vorwärtsgetrieben. Für den Bereich der Wehrmacht sind die getroffenen Maßnahmen eine logische. Fortentwicklung des Werdens und der staatspolitischen Entwicklung der Wehrmacht im Dritten Reich.

Betrachtet man die Entwicklung der obersten Wehrmachtfllhrung in der ganzen Welt, so ist überall der Drang zur Konzentration, zur straffsten Zusammenfassung der Befehlsgewal­ten zu erkennen. In Italien trat unter Füh­rung des Duce dieses Bestreben am stärksten zu­tage, aber auch in demokratisch regierten Staaten ist eine durchaus gleichartige Ent­wicklung zu beobachten. Auch Frankreich hat ja erst kürzlich einen entscheidenden Schritt in dieser Richtung getan, indem es den Kriegsminister zum Verteidigungsminister, den Chef des General- stabes des Heeres, General Eamelin, zum Chef des Generalstabes der Wehrmacht machte.

In der Nachkriegszeit lag in Deutschland die oberste Kommandogewalt in den Händen des Reichspräsidenten. Ihm zur Seite stand zur poli­tischen und parlamentarischen Vertretung der Reichswehrminister, die längste Zeit über aus dem Kreise der Politiker kommend, also ein Nichtsoldat. Die eigentliche Vefehlsgewalt

Unser Tagssspiegsl

Trotzkis Sohn wurde in Paris das Opfer der Rache Stalins.

Der Zorn des Henkers im Kreml über die Vudenko-Asfäre ergießt sich aus Litwinow- Finkelstein.

Die Sudetendeutschen fordern erneut Gleich­berechtigung als Staatsvolk.

Als Auswirkung der Wiener Amnestie wur­den bereits 388 Verurteilte in Freiheit gesetzt. Der österreichische Innenminister Seytz- Jnquari wurde vom Führer empfangen.

Die Internationale Automobilausstellung wird heute in Berlin durch den Führer er­öffnet.

Das deutsche Handwerk in der DAF. errichtet zur Internationalen. Automobilausstellung eine neue Reichsfachschule für Kraftfahr­zeugbau.

I» einer Großkundgebung der NSDAP. sprach vor ausverkanstemGlocken"-Saal Maria de Smeth.

In den Bremer Ortsfiihrnngen des WHW. lamen gestern 488 vollständige Betten an die WHW.-Betreuten zur Ausgabe.

An den Reihenspielen des Deutschen Jung­volks in Bremen beteiligen sich 1288 Pimpfe. Die bremischen höheren Schulen erhielten neue Namen.