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Nr. 46 / S. Jahrgang
Mittwoch, 16. sebruar 1S5S
kinzelprels 15 Npf.
knges freundschaftlich es Verhältnis Veutfchland - Oesterreich
Die flussprache Mischen dem sichrer und vundeskan;ler Schuschnigg stlle fragen ;u den verieliungen Mischen den beiden Staaten auf dem Sbecsahberg eingeliend erörtert / Sofort-Maßnalimen beschlossen
Berlin, 16. Februar
Amtlich wird mitgeteilt: In der Aussprache, die am 12. Februar zwischen dem Führer und Reichskanzler und dem österreichischen Bundeskanzler Dr. Schuschnigg auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden stattgefunden hat, wurden alle Fragen der Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich eingehender Erörterung unterzogen. Ziel dieser Aussprache war, die bei Durchführung des Abkommens vom 11. Iu'i 1936 aufgetretenen Schwierigkeiten zu bereinigen. Es ergab sich Uebereinstimmung darüber, daß beide Teile an den Grundsätzen dieses Abkommens festzuhalten entschlossen sind und dasselbe als den Ausgangspunkt einer befriedigenden
Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Statten betrachten. In diese m Sinne haben nach der Unter-- redung vom 12. Februar beide Teile die sofortige Durchführung von M aßnahmen beschlosse n, d ie gewähr- leisten, daß ein so enges und freundschaftliches Verhältnis der beiden Staaten zueinander hergestellt wird, wie es der Geschichte und dem Gesamtinteresse des deutsche n Volkes entspricht. Beide Staatsmänner sind der Ueber- zeugung, daß die von ihnen beschlossenen Maßn ahmen zugleich ein wirksamer Beitrag zur friedlichen Entwick- lung der europäischen Lage sind. — Die österreichische Regierung hat ein gleichlautendes Kommunique aus-
gegeben.
Vafis der freunöschast
^Oraktboriebt nvssrsr Lsi-Iinsi- 8elii'iltlsituug) rä. Berlin, 16. Februar.
Die Aussprache zwischen dem Führer und dem österreichischen Bundeskanzler, die die außergewöhnlich lange Dauer von elf Stunden hatte, wurde in der Weltöffentlichkeit als eine Sensation geweitet. Vielleicht kennzeichnet nichts mehr die Notwendigkeit einer solchen Aussprache als eben die Tatsache, daß sie in der Welt als eine Sensation erscheinen konnte; denn bei einer normalen Lage der Beziehungen zwischen zwei durch Kultur und Geschichte so eng verbundenen Staaten eines Volkes wäre es eigentlich selbstverständlich, daß eine gegenseitige Aussprache aus der naturgegebenen Art des freundschaftlichen
Verhältnisses entspringt und nicht als Ueber- raschung geweitet werden könnte.
Nach dem Wortlaut der amtlichen Erklärung sind alle Fragen, die das Verhältnis der beiden deutschen Staaten betreffen, erörtert worden. Bei den auf allen Gebieten der Politik, der Kultur und der Wirtschaft so zahlreich zur Aussprache stehenden Problemen ist es daher verständlich, daß diese Unterredung zwischen dem Führer und Bundeskanzler Schuschnigg sehr eingehend sein mußte. Es darf mit Freude und Genugtuung verzeichnet werden, daß die Grundlage für ein freundschaftliches Verhältnis wieder gefestigt und durch die'zu erwartenden Maßnahmen im voraus auf ein sicheres Fundament gestellt worden 'ist.
Die Ursachen für die Schwierigkeiten in der Durchführung des Juliabkommens werden, das steht nunmehr fest, beseitigt. Das Juliabkommen
wird den Uobergang zu der neuen Entwicklungsphase in den Beziehungen der Leiden deutschen Staaten bilden.
Das Ergebnis der Aussprache ist gerade in diesen Tagen, da große Teile der Weltpresse einen unerhörten Feldzug gegen das deutsche Volk entfesselt haben, ein besonders erfreuliches Zeichen. Angesichts dieser gegen das deutsche Volk zutage getretenen Hetzfront internationaler Mächte mutz die Festigung des Verhältnisses zwischen den beiden deutschen Staaten mit freudigem Herzen begrüßt werden. Die Aussprache mit den Leitern der politischen Geschicke der beiden deutschen Staaten bedeutet keine Blockbildung gegen irgend jemand, vielmehr betont die amtliche Erklärung, daß auch diese Aussprache und die auf dem Obersalzberg beschlossenen Maßnahmen hineinzustellen sind in den Rahmen der friedlichen Entwicklung der europäischen Lage. (Siehe auch Seite 2)
Stalins flbsichten in Paris durchschaut
Sie französische presse zum offenen Vrief des »raren Mkrators
Paris, 16. Februar.
In der französischen Presse findet der offene Brief Stalins mit seinem erneuten Bekenntnis zur Weltrevolution große Beachtung. „Matin" schreibt, Stalin drohe mit der Weltrevolution, um sein Regime zu'retten. „Action Francaise" spricht vom „Kriegs-Stalin". „Le Jour" stellt fest, daß Stalin offen sür die Sowjeteinmischung in die Innenpolitik der anderen Länder zugunsten der Weltrevolution eintritt. „Journal" erklärt, nach
einem schlecht geglückten Versuch einer sogenannten höflichen Diplomatie kehrten die Machthaber Sowjetrußlands jetzt wieder zu ihrem alten Verfahren zurück. Der „Jntransigeant" schreibt, falls Deutschland oder Italien solch einen Brief wie Stalin veröffentlicht hätten, dann würden die französischen Kommunisten, die französischen Sozialdemokraten und auch wir, der „Jntransigeant", diese Herausforderung und Drohung I anprangern, und wir würden recht haben.
8o rvüteto der Orkan an äor snxiisebvn Löste. In .laz^viek, einem engliseben 8veb»S, «uröv» sedvors Lstonplatten vom 8tnrm uns äor Nranäpromviiaäs gerissen, norselilagen niiä eins 8treeks rveil rortgeseblelläert. (Lresso-llokkmann.)
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Das gelte aber auch im Falle Stalin. Nach diesem Brief zu urteilen, habe die bolschewistische Revolution nur dann die Gewähr für eine Dauer, wenn die Weltrevolution sorgfältig vorbereitet werde. Dieser Aufgabe widme man sich jetzt. Man müsse mit einer Verschärfung der Sowjetagitation rechnen, mit bekannten und unbekannten Abgesandten Moskaus, die ihre Anstrengungen für eine Einmischung in Spanien und für eine Einmischung in China verdoppelten. Man müsse eines Tages mit einem Kriegsfall, beispielsweise zwischen Japan und Sowjetrußland, rechnen. Dann würden die Kommunisten dem naiven Volk vormachen wollen, daß man den „unglücklichen und unschuldigen Sowjets" helfen müsse. Dann werde man versuchen, auch das französische Volk in den Krieg hineinzuziehen.
London registriert...
London, 16. Februar
Der Offene Brief Stalins in der „Prawda" hat in der Londoner Morgenpresse Beachtung gefunden. Im Moskauer Bericht des „Daily Telegraph" gesteht man u. a. ein, wie bezeichnend und auffallend an den Formulierungen Stalins die Art und Weise sei, in der er sich gleichzeitig für aktivere Betätigung unter dem ausländischen Proletariat und für die Beibehaltung einer ständigen Mobilisation der ganzen sowjetrnssischen Bevölkerung einsetzt. Genau so bezeichnend sei auch die Tatsache, daß er mehr gegenseitige Unterstützung zwischen der ausländischen und der sowjet- russischen Arbeiterklasse fordert, ohne irgendwie die kommunistischen Parteien zu nennen. „Daily Expreß" meldet aus Moskau, Stalins Erklärungen fasse man in gewissen Kreisen als eine neue Bestätigung der alten kommunistischen Lehre über die Weltrevolution auf.
Vor der KröklnunA der Internationalen ^ntoinokilansstellnnK in äsn Lerllner Lusstellungs- kallsn: Krupp Hgt einen modernen kanrer vvaKsn. (?rssss-8okkwanv.)
Der Sowjetdiktator Stalin hat der Welt einen großen Dienst erwiesen, allerdings in einem anderen Sinne, als er dies selbst erwartet haben wird. Stalin hat mit seinem offenen Brief an die „Prawda" jenes dnmme, in London und Paris sogar in „konservativen" Kreisen gepflegte Salongeschwätz endgültig beendet, das von der Sowjetunion als einem „auf dem Wege zur Demokratie" befindlichen Staatswesen zu sprechen beliebte. Stalin hat mit einer durch keine diplomatischen Floskeln eingeengten Brutalität gesagt, wohin der bolschewistische Kurs geht, nicht in Richtung der „Demokratie", sondern geradewegs auf die Weltrevolution! Engste Zusammenarbeit mit den „revolutionären Bewegungen" anderer, nichtbolschewistischer Länder, Verstärkung der internationalen proletarischen Verbindungen hat Stalin als die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen der Weltrevolution bezeichnet. Bemerkenswert ist die Aufgabe, die Stalin der Sowjetunion im Kampf für die Durchsetzung des Bolschewismus in der Welt zuteilt: sie ist nicht nur der „ideenmäßige", sondern auch der militärische Mobilisations- kern des Weltbolschewismus. Die Note Armee, die rote Flotte, die rote Luftwaffe sind nicht Organisationen zur Verteidigung des „Sowjetvolkes", sondern Eigentum und Kampfmittel des internationalen
Proletariats zur Durchsetzung des Sffen- sivzieles der Weltrevolution. Stalin hat in seinem Brief an die „Prawda" ni^t unterschieden zwischen demokratischen und „faschistischen" Staaten — wie dies bisher von den Sowjetmachthabern für richtig gehalten wurde. Der rote Zar hat lediglich von „nichtbolschewistischen" Staaten gesprochen, hat alle Rücksicht auf seine demokratischen Freunde in Westeuropa fallen lasten. Auch der amerikanischen Demokratie schlägt er ins Gesicht, nachdem sie von Moskau in diesen Wochen heftig umworben worden war, weil die roten Machthaber glaubten, Washington zum aktiven Eingreifen in China verleiten zu könne». Stalin glaubt sich heute also stark genug, der ganzen übrigen Welt seinen weltrevolutio- nären Kriegsruf entgegenzuschleuder». Anscheinend hat der Erfolg der offenen so- wjetrussischen Militärdrohung auf Rumänien, die sekundiert war von dem Druck der „demokratischen Westmächte", Stalin den Mut gegeben, das System der Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten mit skrupelloser Offenheit zu proklamieren. Wird man in London und Paris die Gefahr endlich auf der ganzen Linie erkennen? Genügt dieser aus Moskau kommende Revolutionsrnf, um den demokratischen Dornröschenschlaf zu durchdringen?
flbendempfcmg beim sichrer
Berlin. 16. Februar.
Beim Führer und Reichskanzler fand Dienstag zu Ehren des diplomatischen Korps eine Abcnd- tasel statt, an der mit ihren Damen sämtliche in Berlin beglaubigten Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger, die Rcichsminister, die Oberbefehlshaber der Wehrmachtteile, die Staatssekretäre, der Reichssührer ss, der Stabschef der SA., der Korpsführer des NSKK. und andere teilnahmen.
Me sinnlanöreise Schwerin-krosigks
Helsingsors, 16. Februar
Im Verlauf seines Finnlandbesuches stattete der Reichsminister der Finanzen, Graf Schwerin von Krosigk dem finnischen Staatspräsidenten Kallio und Feldmarschall von Manner- heim Besuche ab Ferner besuchte der Reichsminister die Geschäftsräume der deutschen Handelskammer in Finnland. Anschließend gab die deutsche Handelskammer ein Frühstück. Der Minister bezeichnete es als glücklichen Umstand, daß die deutsch-finnischen Wirtschaftsbeziehungen nicht von Hemmnissen beeinflußt seien, wie sie noch bei vielen anderen Ländern bestünden. '
Italienisches slugzeug abgestürzt
Rom, 16. Februar.
Ein Wasserflugzeug der Ala Littoria, das am Montag von Cadiz aufgestiegen war und am Abend in Ostia eintreffen sollte, ist überfällig. Nach einer amtlichen italienischen Meldung gilt das Wasserflugzeug angesichts des schweren See
ganges im westlichen Mittelmeer als verloren. Sämtliche Nachforschungen sind ergebnislos geblieben. Das Flugzeug war am Montagmittag um 13.30 Uhr mit vier Mann Besatzung und zehn Passagieren von Pollcnza auf Mallorea abgeflogen und hatte eine Stunde nachher die übliche Positionsmeldung gegeben.
UnLSss VoASSSPISAbi,
Ueber die Begegnung des Führers mit dem österreichischen Bundeskanzler wird «ine amtliche Verlautbarung veröffentlicht.
Die französische Regierung duldet unverständ- licherweise die Fortsetzung des Ausstellungsskandals.
Der Führer veranstaltete einen großen Abend- empsang.
Für Südwestdeutschland ist die Anlage eines neuen Großsenders geplant.
Die Spareinlagen haben im Januar wieder beträchtlich zugenommen.
Bei Rotenburg wurde ein Raubiiberfall auf zwei Postbeamte verübt.
Für Ostersonnabend ist ein Kamps Schme- lings gegen Steve Dudas in der Hanseaten- halle vereinbart.
Erbitterte Kämpfe brachte die Zwischen» um die Box-Eaumeisterichaften in Bremen,
MS. „Leipzig" des NDL. lies gestern vom Stapel.
In Henyclingen wurde der Reichsberusswett- kamps sür den Gau Ost-Hannover eröffnet.
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