Ausgabe 
(14.2.1938) Nr. 44
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NachrichtenblaN der Deutschen Arbeitsfront Bremen

flmtsbiatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen

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«Ä-GauÄ^W-ker-^m^«^m" begrüben keinen Anspruch auf Erstattung oder Ersatz. N Gauverlag -Weser-Ems G. m. b. H., Bremen, Geeren 6-8 / Fernsprecher: 54121 und 511 15 .

Das amtliche Verkün-ungsblatt -es Neichsstatchalters in Hilden bürg und Vremen

A nzeigen-Grundpreise: Tie 22-wm-Aeile im Anzeigenteil 12 die 70-wni-AeiIe tm Textteil 15 Nps.

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Nr. 44 / 9. lalirgang

Montag, 14. sebruar 1SZS

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Lünstlicbe Linnsdelung

Rom, 14. Februar.

Unter der ÜberschriftKünstliche Ein­nebelung" nimmt die italienische Zeitung Messagero" erneut gegen das Geschrei Stellung, mit dem die Londoner und die Pariser Presse die Maßnahmen des Füh­rers immer noch umgibt und das nur mit demHeulen «nd Lärmen eines Negertan­zes" verglichen werden könne. Was sich diese Presse leiste, gehöre nicht mehr in das Kapitel der übliche« böswilligen und ten­denziösen Kommentare. Es handele sich vielmehr um einen regelrechten Zyklon phantastischer Katastrophenmeldungen, in deren Wirbel die öffentliche Meinung der Welt vollends von Sinnen kommen soll. Hinter dem wilden Gegeifer der Presse der großen Demokratien" gegen Deutschland, gegen die Achse RomBerlin «nd gegen den antikommunistischen Dreierpakt ver­berge sich wesentlich mehr als die übliche Pressekampagne. Alle diese Gerüchte ge­hören in einen Aktions- und Angriffsplan, der zurzeit in vollem Gange ist und von den Elementen der Unordnung und des Unfriedens vorgetragen werden soll.

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PVr. Schuschnlgg wieder in Wien

Wien, 14. Februar. Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg ist nach seiner Unterredung mit dem Führer und Reichskanzler aus dem Oberfalzberg im Sonderzug in den frühen Morgenstunden des Sonntags wieder in Wien eingetroffen.

«Straßenbauer der Verständigung"

'(OrakÜbsriclrt unseres I-ondonsr Vertreters) London, 14. Februar

DieSunday Times" widmet dem Reichsaußen- mi-nister von Ribbentrop anläßlich seines Schü­tzens von dem Londoner Botschafterposten herz­liche Worte der Sympathie. Das Blatt würdigt besonders die dem Reichsautzenminister eigene Offenheit. Diese sei nicht einMangel an Diplo­matie" gewesen, sondern entspringe den Ein­drücken, die v. Ribbentrop in jahrelangem Auf­enthalt in USA. und in,Kanada gewonnen habe, in Ländern, wo die offene Sprache der wahr« Ausdruck des Gedachten sei. Das Blatt erinnert an eine Aeußerung des Botschafters kurz vor sei­ner Berufung zum Chef des Auswärtigen Amtes, als v. Ribbentrop gesagt habe:Die Ingenieure bauen Straßen für den Verkehr von einem Land zum anderen. Die Diplomaten haben die Auf­gabe, die Straßen der Verständigung zwischen den Ländern zu bauen."

kstren;eilsten an vreiser übergeben

Danzig, 14. Februar.

Im Rahmen eines Appells Politischer Leiter in Oliva überreichte Gauleiter Albert Förster dem Danziger Senatspräsidenten und Stellvertretenden Gauleiter Arthur Greiser das ihm vom Führer am 30.1. verliehene Goldene Parteiabzeichen. Gau­leiter Förster betonte, daß Präsident Greiser sich als einer der ersten und ältesten Nationalsozia­listen Danzigs, außerordentlich verdient gemacht habe.

Ver Kownoer bolschewistische öesandle pobolski in Moskau von der SPU. an dle wand gestellt

Vor -er osfiziellen vekanntgabe -er stbberusung umgelegt / Unangenehme Kenntnisse, -ie -en lo- herbeisühren / wie -ie Nachfolger logo-as sich

röchen" / Line Ironie -er veschichte

Warschau, 14. Februar.

Die lange Kette des sowjetrussischen Diplomatenmordens ist um ein weiteres Glied vermehrt worden. Wie das polnische MilitärblattPolska Zbrojna" aus Kowno meldet, ist der frühere Kownoer Sowjetgesandte Podolski in Moskau erschossen worden.

Das Blatt weist besonders darauf hin, daß die Erschießung erfolgte, ehe noch Podolskis Abbe­rufung von dem Posten in Litauen offiziell be­kanntgegeben wurde. Die Schuld all derpoli­tisch unzuverlässigen" Sowjetdiplomwten ist, daß

sie die Befehle der GPU. ausführten und dann das Pech hatten, eines Tages ihren Chef I a - goda als gemeinen Verbrecher angeklagt zu sehen, wodurch auch sie bei denNachfolgern" Jwgodas verdächtig wurden und somit liquidiert

werden muhten, nm die GPU. nicht der Gefahr auszusetzen, daß sie bei Gelegenheitunangnehme Kenntnisse" zum Schaden der Sowjetunion ver­wenden würden. Es ist dabei ein« Ironie des Zeitgeschehens, daß Trotzki der erste war, wel­cher FamMenmi-tglieder hoher Funktionäre als Geiseln unter Aufsicht der Dscheka stellte, und zwar handelte es sich damals um die Angehörigen der zur Roten Armee übergetretenen kaiserlichen Offiziere. Nun werden die Familienangehörigen der ausländischen Sowjetvertreter vom der GPU. überwacht, ^weil diese vielleichtTrotzkisten" sein könnten.

pandin: .Frankreich erwache!"

Scharfe stbrechmmg mit Ver Volksfront / «Ver Kommunismus steht;um kriege / stppell;ur kinigung

Paris, 14. Februar.

Bei dem Schlutzvankett der französischen republikanisch-demokratischen Jugendverbände in Bordeaux hielt der Präsident der demokratische« Vereinigung und ehemalige französische Minister­präsident Flandin eine mit großem Beifall auf­genommene Rede, in der er sich vor allem mit der Volksfront auseinandersetzte, die Absichten der Kommunisten anprangert und zur Vereinigung aller Franzosen aufrief. Seine Ausführungen gipfelten in dem RufFrankreich erwache!"

Vor Zeiten, so betonte Flandin, hätten die Kommunisten und die Sozialdemokratin bei den Militärbudgets die für die sozialen Aufgaben notwendigen Summen einsparen wollen. Das fei heute nicht mehr so. Keine Regierung habe heute mehr Bestellungen an die Kanoncnhändler ge­geben, wie diejenige Leon Vlmns und seiner Nachfolger. Die einzige in Frankreich blühende Industrie sei die Kriegsindustrie, und zwar des- ' halb, weil die Rüstungen Frankreichs den Absich­ten der Kommunisten entsprächen!

Flandin verbreitete sich dann über diekriegs- lüsternen Absichten der Kommune. Aus Gründen, die allen bekannt seien, vervielfache die kommunistische Partei ihre Agitation zugun­sten der Intervention Frankreichs bald in Spa­nien, bald in China usw. Und wenn Frankreich sich durch seine Rüstungen erschöpfe, zumal eine Außenpolitik der Entspannung mit Deutschland und Italien fehle, so bedeute auch dies Wasser auf den kommunistischen Mühlen, denn der Ruin der öffentlichen Finanzen beschleunige den Sturz des Regimes.

Flandin sprach sich weiter gegen die Politik der Blockbildungen aus. Es sei auch höchst zweifelhaft, ob gewisse Demokratien, die mehr Erfahrung hät­ten als die Franzosen, etwa Frankreich auf sol­chen Wegen folgen würden, die schließlich nur zum Kriege führen könnten.

Das schwierige Problem bestehe vielmehr darin, die Tendenzen der Demokratien und jene der

neuen Regime zusammenzuschmelzen, die sich in Rom und in Berlin, um nur die grüßten zu nen­nen, entwickelten und verstärkten. Flandin fuhr fort, wenn die Volksfront unfähig sei, das Problem des Friedens zu lösen, so seien die Lö­sungen, die sie in der Innenpolitik vorschlage, noch viel unwirksamer. Das Experiment Blums, das weder die Wirtschaft noch die Finanzen wiederherzustellen, weder die Arbeitslosigkeit noch die Preissteigerung der Lebenshaltungskosten zu besiegen vermochte, habe den Beweis gebracht, daß die sog.Politik der gesteigerten Kaufkraft" zu einer Verringerung der des Volkes geführt habe.

nur

Konfumierfähigkeit

Was habe man aus dem Ansehen Frankreichs gemacht? Frankreich sei heute nichts anderes als ein Stein auf dem Schachbrett selbst, aus dem fremde, ausländische Hände um das Schicksal Frankreichs spielten.Frankreich, erwache!", rief Flandin wiederholt aus. Frankreich möge nicht länger ertragen, daß das Ausland hier Ver­schwörungen schmiede, wodurch die eine Hälfte des Volkes gegen die andere gehetzt werde; es möge sich nicht in den nächsten Krieg schicken lassen, den man ihm als unvermeidlich hinstelle. Es sei nicht mehr die Stunde der Parteien noch der parlamentarischen Kulissenoerbindungen, sondern es sei die Stunde des Volkes.

Schwerer Orkan über knglanb

Kriegsschiff aus feisenufer geworfen

(Dinbtbsriebt unserer Iwväousr Vertreters)

London, 14. Februar.

Am Sonnabend und Sonntag erlebte England den gewaltigsten Sturm, der die Insel seit 50 Jahren heimgciucht hat. Der Sturm tobte auf dem Lande und aus dem Wasser mit rasender Gewalt, knickte starke Bäume wie Streichhölzer und verursachte zahlreiche Schäden und Ungliicks- sälle.

Fallende Bäume und heruiederprasselnde Dach­ziegel wurden zu ernsten Gefahren für Vorüber­gehende. Der Sturm, der in der Nacht znm Sonntag plötzlich von Nordwest nach Nordost drehte, trieb die Fluten mit großer Gewalt an die Ostküste und in die Themfemündung. Dort ist das Wasser immer noch im Steigen. Es hat die tiefer gelegenen Teile der angrenzenden Städte völlig überschwemmt. 2n den Häusern steht das

Wasser kniehoch. Die Bewohner rudern ihre Habe auf Kähnen durch die überschwemmten Straßen in höher gelegene Stadtteile.

Die Flut zerstörte Eisenbahnlinien, elektrische Leitungen und setzte die Telephonkabel außer Betrieb. Ein britisches Kriegsschiff, der Zerstörer Walroß", der repariert werden sollte, ritz sich im Sturm von seinem Führerschiff los und wurve von den Fluten bei Scarborough auf das felsige Ufer geworfen. Von den fünf Mann der Besatzung gelang vier die Rettung in einem Faltboot.

Die Wachstationen an der Ostküste hatten har­ten Dienst. Viele Schiffe geben Notrufe und die Rettungsarbeiten wurden überaus gefährlich. Das Postboot nach Ostende konnte lange Stun­den hindurch wegen der hohen Flut nicht in den Ostender Hasen einfahren. Am Sonntag morgen setzte starke Kälte, verbunden mit Schneegestöber, ein. (Siehe auch Seite 2)

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Vom Itielitkesl an, rliislilmlslimis üer llnlei-.tuaemi. Im üeiseiii ,1e^ .7uqvii,Ik>>I>>'ei'" ,Ie>- l)e»t- selivn lteiebes kamt am Sonnabend nie bein litvt das Rrebttest tar das ^nslundsbaus der llitlTr-lln^sod am llavelnksr snvisvlisn 6atorv und Oladovv statt. (kresss-Aokkwann.)

Stalins Mordrausch

Liquidationen im Bessert sinkelstein

Noch beschäftigt der Fall Budenko mit allen seinen Begleiterscheinungen die europäischen Kulturstaaten, da demonstriert Moskau der Welt mit zynischer Offenheit: das bolschewistischeDiplomaten« morden geht weiter. Niemand, der den Roten einmal seineDienste" glaubte leisten zu müssen, entgeht dem SchWsal der Liquidation ja, auch die Tätigkeit im nichtsowjetrussischen Ausland verkürzt den Schergen Stalins, wie die Erschießung des Kownoer Sowjetgesandten Podolski zeigt, nicht den Weg zum Schafott. Die Beseitigung Podolskis stellt jedoch insofern eine beson­dereLeistung" dar, als seine Erschießung noch vor der offiziellen Bekanntgabe seiner Abberufung vom diplomatischen Posten in Litauen erfolgte. Die bluttriefenden Herren im Kreml haben es eben sehr eilig, und sie wissen es selbst am besten, warum sie die Mitwisser ihrer verbrecherischen Pläne so schnell umlegen.

Podolski ist, wie man weiß, nicht der erste rote Diplomat, der seine Vertrauensseligkeit (oder sollte er wirklich das Opfer bodenloser Dummheit sein?) mit dem Tode büßen mußte. Um einige in den letzten Wochen ge­falleneGrößen" zu nennen: Der bisherige Gesandte in Finnland Asmus, der ehemalige Gesandte in Estland Ustinow, der frühere Ge­sandte in Polen Brodowskij, der Militär­attache in London Sisjkow und der Gene­ralkonsul in Newyork Arens wurden bereits von den Machthabern des Moskauer Mord­regimes kurzerhand an die Wand gestellt. Und was dienur" Verhafteten,Verstorbe­nen" oder verbannten Sowjetdiplomaten be­trifft, so genügt es, hier einige Namen der sowjetrussischen Vertretung in Paris zu nennen: Botschafter Krassin ist angeblich ge­storben, sein Stellvertreter Schljalnikow wurde verbannt, Gesandter Rakowski und Botschaftsrat Dawtian wurden verhaftet, desgleichen u. a. Iuriskonsul Tschlenow, sein Kollege Laschkewitsch, Gesandtschaftsrat Neu­mann und Victor Koch, der Vertreter des Moskauer Nachrichtenbüros TASS. Ver­bannt wurden der Pressechef Naschatari und der Sowjetbankdirektor Kassior von der Sowjethandelsvertretung: verhaftet wurden m dresem Bereich Tränsportchef Lsiwkin, Sekretar Piatakows, Exportdirektor Satu- lauk ^"bstellungskommissar Mesch-

Nach diesen Gewaltakten gegenüber in Ungnade gefallener Sowjet-Auslandsvertre­ter gewinnen die Bekenntnisse zweier ehe­maliger roter Diplomaten, die vor einiger Zeit gegen Stalin und seine Verbrecherclique Front machten, doppelten Wert. Wir meinen den früheren Sowjet,Diplomaten" in Athen, Barmin, und den Leiter des Ankaufs von Kriegsmaterial für die Rote Armee im Aus- land. General Kriwitzkij. Der erstere wandte sich, was bisher nur wenigen bekannt gewor­den rst, mit einem Offenen Brief an die ParrserLiga für Menschenrechte" (lies: Vereinigung gesinnungsloser Demagogen). Dieser Offene Brief wanderte in den Papier- kcwb der Hebräer, weil der Hilferuf zu offen war. Ein russisches Emigrantenblatt aber hat die Zeilen Barmins doch noch ge- oruckt:Ich wende mich an die Oefsentlich- kett mtt einem hartnäckigen, verzweifelten Aufruf um Dever nullen, ine meuigst-ens noch am Leben sind, und protestiere gegen lügen­hafte, gemeine Anschuldigungen. Ich denke an meine Freunde, die noch aus ihren Posten in Europa, Asien und Amerika verharren.

Unser lagesspiegsl

Bei einem Bankett der französischen republi- ranislh-demokratrsch<»ir Äugendverüände rechnete Flandin mit derVolksfront" scharf ab.

Der österreichische Bundeskanzler ist nach ,e,ner Begegnung mit dem Führer wieder nach Wien zurückgekehrt.

«üdengland wurde gestern von einem schweren Orkan heimgesucht.

Deutschlands Boxstaffel wurde in Posen von Polen mit 10:6 geschlagen.

Im Nadländerkampf gegen die Tschecho­slowakei in Vreslau siegte Deutschland mit 8:0. In der Fußballoaulitza Nicdersachsen ergaben sich erwartete Favoritensiege.

Auf dem SA.-Reitcrappell in der Bahr er­hielten 230 Prüflinge den Reiterschein.

Das große Klootschiehertreffen in Nordenham stand im Zeichen deutsch-holländischer Freund­schaft.

Auch in Bremen begann der Bcrufswettkampf aller schaffenden Deutschen.

Zwei Amtschefs in der RJF. sprachen auf den Tagungen der HJ.-Aerzte und HJ.-Propa« gandisten in Bremen.