Ausgabe 
(30.1.1938) Nr. 29
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30 . Zanuar 1933

Das Jahr VI der nationalsozialistische« Revolution hat begonnen. Liege« wirklich schon fünf Jahre zwischen dem Siegesmarsch durch das Brandenburger Tor «nd heute? Zeiten, in denen ein Volk Gewaltiges erlebt, die fast Woche für Woche umwälzende Neuerungen auf allen Gebieten bringen, vergehe« schneller als solche beharrlicher Gleich­mäßigkeit. Am so mehr müssen wir uns öfter eine Stunde der Besinnung gönnen, um im Eifer der Zeit das Er­lebnis von gestern nicht zu vergessen und das Geschehen des morgen in uns aufnehmen z« könne».

Wir alle, die wir der Bewegung neben unserem Berufe diene», finden nur allzu selten Zeit zur Muße und ruhigen Betrachtung der Ereignisse und Dinge um uns. Da muffen schon Tage kommen, die unserem Gedächtnis unauslöschlich durch die Wucht ihrer Bedeutung eingeprägt sind. Für uns Nationalsozialisten sind dies in erster Linie die Mark­steine der Bewegung. And welcher wiegt wohl schwerer als der 30. Januar 1933? Der Tag des Siege-, die Stunde der Befreiung! ES wird heute schon der Welt »immer klarer, daß dieser Tag in der deutschen Geschichte der Wende­punkt bedeutet. Die Zeiten, in denen immer wieder die auf­steigende Entwicklung Deutschlands abgelöst wurde durch Niedergang «nd Ohnmacht sind endgültig vorbei. Die Am- wälzung in diesen fünf Jahren ist das gewaltige Gegenstück zu dem gigantischen Kampf, den die Bewegung bestehen mußte, bevor die SA. und ss am 30. Januar 1933 dem Führer des Volkes huldigen konnte. Ihr Alten, die Ihr Monate, Jahre, ja einige ein ganzes Jahrzehnt vor diesem Tag den Weg zum Führer gefunden habt, habt heute Anspruch auf den Dank des ganzen Volkes. Wo Ihr auch immer standet, dies ist der Tag Eures Lebens, mit dem Ihr einem ganzen Volk die Zukunft auf Jahrhunderte gesichert habt. Gerechtfertigt sind alle Opfer an Blut, Gesundheit, Zeit und Geld; gesühnt aller Hohn, Spott und Erniedri- gung; vergessen alle Enttäuschungen, Entbehrungen und Verfolgungen. Euer Glaube hat gesiegt. Das Ziel ist er- reicht: Der Führer an der Spitze des Volkes, die Partei die Trägerin deutscher Zukunft.

And so kehren unsere Gedanken zurück in die Zeit, in der der Führer unserem Leben wieder einen Sinn gab. Wir nennen sie mit Recht groß, schön und stolz. Mit der Krö­nung des Sieges mußte sie notwendigerweise ihren Abschluß finden. Groß waren jene Jahre. Denn eine kleine Be- wegung trat gegen den Novemberstaat und damit gegen die Welt an. Wißt Ihr noch, wie sie uns verlachten, als wir unsere Waffen nannten; die geistige: unseren Glauben, «nd die körperliche: unsere Fäuste. And doch zwangen wir sie damit in die Knie, trotz Gummiknüppel, Dolch und Pistole und zehnfacher Aebermacht. And schön war die Zeit auch. Wenn auch die Not stieg, das Elend wuchs, Ehrlosigkeit und Anterwerfung immer mehr Platz griff, wir standen nicht abseits, wir litten mit und kämpften für Arbeit und Brot, für Ehre und Freiheit. In aller Trübnis und Schande über uns der Führer, von uns allen der Beste und Aktivste. Zwischen uns zum ersten Male die Kame­radschaft, die weder soziale noch politische Anterschiede kannte. Im Felde mochte eine Gruppe noch so gute Ka- meradschaft halten, über den Juden gab es nur verschiedene Meinungen. Bei den acht Mann einer SA.-Schar gab es nur eine Ansicht in der Iudenfrage: Haß bis aufs Messer. Der Anterschied lag nur im Temperament. Das schadet aber der Stoßkraft nicht, wenn nur einer mehr Temperament hat als ein Sstfriese, dann schlagen die an­deren auch sofort los.

So standen wir in unseren Stürmen. Alles Weiche und Flaue verschwand, nur ein ganzer Kerl blieb und biß sich durch. Je verschlissener das Braunhemd war, desto besser der Mann, der es trug. Di« Gemeinschaft, die heute unser ganzes Volk umfaßt, lebten wir damals im kleinen vor. Die Fronten waren klar, wer nicht unser Braunhemd kug oder unseren Gruß anwandte, war unser Gegner.

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Der Stabschef der SA. hat folgenden Tagesbefehl erlassen:

Männer der Sturmabteilungen!

3 0. Januar. Ein neues Kampfjahr beginnt. Das Jahr VI des Nationalsozialismus. Ihr habt ihm den Weg frei gemacht in,langen, schweren und an Opfern reichen Jahren, bis eure Abord­nungen heute vor fünf Jahren mit den Standarten als Zeichen des Sieges durch das Brandenburger Tor am Führer vorbeimarschierten.

Heute werden sie denselben Weg wieder marschieren. Am Führer vorbei, nach 5 Jahren unerhörten Schaffens, kaum glaublichen Aufbaus und wunderbaren Erfolges. Mit ihnen marschiert ihr alle mit ins neue Jahr, unsere Fahne, die Fahne unseres Glaubens vorantragend, alsSpitzedernatio- nalsozialistischen Bewegung, so wie ihr es in der Kampfzeit gewesen seid, heute und immer sein müßt und werdet.

Idealistisch, uneigennützig habt ihr neben eurem schweren Beruf, alle Opfer auf euch nehmend, euch täglich eingesetzt für Führer, Volk und Deutschland. Anscheinbar, still und ruhig, ohne viel Worte, so, wie der SA.-Mann eben kämpft und opfert.

Ich weiß, ihr wollt dafür keinen Dank, denn euer schönster Lohn lag und liegt immer in der Erfüllung eurer freiwillig übernommenen Pflicht, und eure erste Frage galt und gilt nicht be­sonderen Rechten, sorrdern besonderen Pflichten!

So findet uns das neue Jahr! So werden wir wieder marschiere», weitermarschiercn auf dem Wege zum ewigen Deutschland: als die ersten politischen Soldaten des Nationalsozialis­mus, als die Sturmabteilungen für die nationalsozialistische Weltanschauung!

Es lebe der Führer! Viktor Lutze.

Jeder, der gemeuchelt dahinsank, schloß die Kameraden nur noch fester zusammen. So bedeutete der Kampf für ein neues Deutschland für jeden von uns immer ein stolzes und glückliches Erleben.

Einmal mußte auch diese Zeit enden. Sie bedeutete ja nur Weg- und Vorbereitung für ein besseres Leben des. Volkes. Nicht um die Not zu erhalte», marschierten wir.

sondern um sie zu beseitige». Wir schlugen uns nicht mit den Gegnern um des Kampfes willen, sondern um ihren verderblichen Einfluß auszuschalten. Wir demonstrierten nicht gegen Versailles und Vonng, weil wir darin zug­kräftige Wahlparole» saken sondern um diese Diktate zn zerbrechen. Unser Ziel war also nicht die Verewigung des Kampfes, sondern die möglichst schnelle Erringung der

Macht und damit die Möglichkeit zum Aufbau und der Durchführung unseres Programms. Als der Führer vor fünf Jahren an der Spitze seiner Bewegung die Macht übernahm, endete der erste Abschnitt nationalsozialistische» Einsatzes. Die Partei kann sich nunmehr ihrer eigentliche» Aufgabe zuwenden.

Mit dem 30. Januar 1933 bricht gleichzeitig die größte und stolzeste Zeit der Bewegung an. Die Partei beweist, daß sie nicht nur den Sieg zu erringen, sondern im Gegen­satz zu den meisten Revolutionen auch auszunutzen versteht. Im Nu ist die Ruhe hergestellt, die Parteien sind auf­gelöst, der Staat ist neu organisiert und die wichtigsten Aemter sind mit zuverlässigen Parteigenossen beseht. Damit ist der Weg für die positive Aufbauarbeit frei. Die Be­wegung hatte sich hierauf schon in der Kampfzeit einge­stellt und erringt in kürzester Zeit überraschende Erfolge. Die Hoffnungen unserer Gegner, die durch Emigranten ge­stärkt wird, der Nationalsozialismus werde zusammen­brechen, erwiesen sich als vollkommene Trugschlüsse. Die Arbeitslosigkeit wird mit einfachen und natürlichen Mit­teln beseitigt. Das deutsche Land wird wieder unter den Schuh einer starken Wehr gestellt. Der Geist der Bewegung greift auf das ganze Volk über und ermöglicht Leistungen, die alle Erwartungen übertreffen. Kein Gebiet des Volks­lebens bleibt unbeachtet liegen. Den Säuglingen widmet man ebenso seine Aufmerksamkeit wie den im Dienst er­grauten Volksgenossen. Die schönsten Autobahnen hat Deutschland. Sie erringen die Bewunderung der Welt. Auf dem Gebiete der Wirtschaft, der Ernährung, der Kul­tur wird ebenfalls Einzigartiges geleistet. So hat die nationalsozialistische Idee und ihre Durchführung ein ganzes Volk vor dem Zusammenbruch gerettet. Die Welt­anschauung und Lebenshaltung der Bewegung wird das starke Fundament, auf dem das junge Deutschland seinen Aufbau vollzieht. Der Tatendrang der Nationalsozialisten vollbrachte Leistungen in einem Zeitraum, für den die Bezeichnungamerikanisch" ein Schneckentempo bedeutet. Die soziale Frage, die nach Revolutionen oft als lästig beiseitegeschoben wurde, wird in Deutschland in einem Amfange und einer Art, die man in der ganzen Welt nicht kennt, gelöst.

Die Ordnung im Innern, die Stärke nach außen und die Friedensliebe unseres Volkes haben uns mehr Freund­schaften in der Welt eingebracht als die Bauchrutscherei der Systemminister vor unseren ehemaligen Gegnern. Die Judenfrage beschäftigt nach dem Vorbild Deutschlands immer mehr die von dieser Seuche befallenen Völker.

Der Nationalsozialismus ist von der staatsbekämpfenden Rcvolutionsbewegung zur staatstragenden Volksbewegung geworden. So hat er dank der Nichtigkeit seiner An­schauung über die Staatsführung und der Aktivität seiner Träger Deutschlands groß und mächtig und das deutsche Volk frei und glücklich gemacht. Bester konnte das Schicksal den Kampf des Führers und seiner Männer um ein neues Deutschland nicht segnen.

An der Schwelle eines neuen Kampfjahres binden wir den Helm fester. Was schert uns das Häuflein Klein- gläubiger, die vor der Größe der Zeit zittern, was kümmern uns die rom-gebundcnen konfessionellen Gruppen, die unsere Raffengesetze für »«christlich halte» und dem Volke die Juden wiederbringen wollen? Sie mögen sich um die An- gelcgenheiten sorgen, die ihnen ihr Amt »weist und wofür sie ihre Gehälter beziehen, und ihr Hans so in Ordnung halten, wie wir in Deutschland Ordnung geschaffen haben.

Wir folgen dem Befehl des Führers, den er der Partei am 1. Januar gegeben hat. sich mit ganzer Kraft der Po- Mischen Erziehung des Volkes zu widmen. Damit machen wir Deutschland zu einem Bollwerk sozialer Gerechtigkeit und nationaler Stärke. Auf daß es ungehindert seinen Weg, den unser Programm zeigt, gehen kann.

Unser Kampfruf für das neue Jahr ist: Vorwärts im alten Geist!

Lnser Gebet: Gott erhalte uns den Führer!

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