Ausgabe 
(23.1.1938) Nr. 22
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parteiamtliche ^geszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront vremen

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Nc. 22 / 8. Zalzrgang

Sonntag, rZ. Januar 1SZS

kinzelpreis 15 Npf.

Ves Führers bauten Zeugen großer Zeit

gdolf ftitler eröffnete die krste deutsche grchl- tektur- und kunsttzandwerks - Ausstellung

broßer tag in München / vaukunst als Königin der Kunst / Sie Monumentalität nationalsozialistischen öeistes / Leistungen, die ewig stelzen werden / das Kunstgewerbe schließt sich ebenbürtig an

München, 23. Januar.

Abermals erlebte München, die Hauptstadt der Bewegung und die Stadt der deutschen Kunst, einen grasten Tag: Im Hause der Deutschen Kunst er­öffnete der Führer in Gegenwart des jugoslawischen Ministerpräsidenten, zahlreicher Reichsminister und Reichsleiter die Deutsche Architektur- und Kunsthandwerks-Ausstellung, die zweite graste Schau in dem von Adolf Hitler geschaffenen herrlichen Kunsttempel.

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn des feierlichen Altes hatten in der Prinzregenten- itrage gegenüber dem Hans der Deutschen Kunst tie Abordnungen des Heeres, der Luftwaffe und der ss-Verfügungstruppe, des Arbeitsdienstes, der SA., des NSKK. und NSFK. sowie der Politi­schen Leiter als Ehrenformationen Aufstellung genommen. Trotz des trüben und regnerischen Wetters fand sich eine dichte Menschenmenge vor dem Haus der Deutschen Kunst ein, um die An­fahrt der Ehrengäste mitzuerleben.

Mit stürmischen Heilrufen wurden vor allem der, jugoslawische Ministerpräsident Dr. Stoja- dinowitsch mit Gattin, in dessen Begleitung sich der Chef des Protokolls Gesandter von Bülow-, Schwante befand, von der Bevölkerung empfan­gen. Am Eingang des Hauses der Deutschen Kunst wurde der Ministerpräsident von Reichs­statthalter General Ritter von Epp, vorn bayeri­schen Ministerpräsidenten Ludwig Siebert und dem Vorstand des Hauses der Deutschen Kunst sowie der Ausstellungsleitung empfangen.

Mit dem 11. Glockenschlag präsentieren die Ehrenformationen die Gewehre, die Fahnen der Parteiformationen fliegen hoch: Der Führer kommt. In Begleitung der Kommandierenden Generäle der Wehrmacht und der Führer der Gliederungen schreitet er hierauf die Front der Ehrenformationen ab, während die Kapelle die nationalen Hymnen erklingen läßt.

In der festlich geschmückten Halle begrüßt der

Führer die Ehrengäste; sein erster Gruß gilt dem jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stoja- d i n o w i t s ch.

Ver sostükt

Nach den Fanfaren, die das Kommen des Füh­rers verkündet hatten, spielt das Staatstheater- Orchsster unter Leitung von Professor Clemens Krauß den dritten Satz aus der vierten Sin­fonie von Anton Bruckner: August von Finckh tritt dann vor. um namens des Vorstandes und Vorstandsrates des Hauses der deutschen Kunst den Führer, den jugoslawischen Ministerpräsiden­ten und alle Ehrengäste zu begrüßen.. Jetzt tritt

Neichsminisker Vr. öoedbels

vor das Podium und wendet sich mit nachstehen­der Rede an die Versammelten:

Mein Führer! Eure Exzellenzen! Meine Volks­genossen und Volksgenossinnen! Wir schreiben 1832; ein heißes, politisch bewegtes Jahr, durchzittert von über einem dutzend Wahlkämpfen an allen Ecken und Enden des Reiches. 12 Monate, in denen um die Macht und um die Entscheidung in Deutschland gerungen wird. Das Volk selbst kommt dabei fast keinen Tag zur Ruhe. Die Par­teien formieren sich zu großen politischen Heeres­säulen. die gegeneinander aufmarschieren, um die letzte Probe zu bestehen. Oktober 1932. Es geht um die ausschlaggebende Neuwahl zum Reichstag. In einer bis dahin noch nicht gesehenen Kraft­anstrengung wehrt sich die nationalsozialistische Bewegung gegen die tödlich scheinende Umklam­merung durch die gegnerischen Parteien. Abend

für Abend hageln die politischen Massendemon­strationen dieser großen Volksbewegung auf die Oeffentlichkeit hernieder. Ihre Redner' sind ab­gekämpft und müde zum Umfallen. Aber der Führer selbst reißt die Bewegung immer wieder zu neuem Einsatz hoch.

Wieder hat Berlin eine seiner großen politi­schen Massenversammlungen erlebt. Der Führer sprach im Sportpalast, und umtost vorn .Jubel seiner Gefolgschaft, stellte er die Forderungen des neuen Deutschlands noch einmal dem System und seinen Steigbügelhaltern entgegen. Es ist jetzt 2 Uhr nachts und die Millionenstadt ist schon zur Ruhe gegangen. Irgendwo am Reichskanzlerplatz in einer Pr'ivatwoh'nung brennt noch Licht. Dort sitzt eine kleine Gesellschaft um einen Tisch versam­melt. auf dem eine große Karte der Reichshaupt­stadt liegt. Mitten unter ihnen ein Mann, der mit breiten Bleistiftzügen diese Riesenstadt neu gestaltet. Es wird nicht viel dabei gesprochen, man hört nur leise den Zeichenstift über einen grünen Stadtplan oder über weißes Papier glei­ten. Aber man fühlt, daß die Herzen aller An­wesenden plötzlich anfangen schneller zu schlagen, die Augen glühen und die Hände zittern. In der Phantasie erscheint plötzlich ganz klar und deutlich sichtbar

die Vision einer neuen Weltstadt

Der Mann, den seine Gegner jetzt in einem Kon- ventikel von Verschwörern vermuten, beschäftigt mit finsteren Umsturzplänen, der sitzt seelenruhig vor einem Berliner Stadtplan und entwirft Pro­jekte, so als wenn er sie morgen verwirklichen könnte, mit der Ruhe der Gewißheit und der Sicherheit einer Persönlichkeit, die nicht nur weiß, was sie will. sondern auch will, was sie weiß. So fest glaubt dieser Mann an seine und an die Zukunft seiner Idee. daß er ganz daraus eingestellt ist. sie nicht nur im politischen, sondern auch auf allen anderen Gebieten des öffentlichen Lebens zu verwirklichen, dann, wenn seine Stunde gekommen ist. Wie viele ungezählte solcher Abends haben wir mit dem Führer erlebt! Wie oft stan­den wir mit ihm im Atelier des verstorbenen, un­vergeßlichen. großen Baumeisters Paul Ludwig

(Fortsetzung auf Seite 2)

Vertiefung Seutsch-iapanischer Zusammenarbeit

Ministerpräsident Konoe und Außenminister Hirota vor dem NeicHstag in rokio

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M ü rrchen, 23. Januar.

Gesinnung und Geist des National­sozialismus finden in den bereits geschaf­fenen gewaltigen, zeitenüberdauernden Baudenkmälern und in den genialen architektonischen Planungen für die kommenden Jahre ihren erhabene» Aus­druck. Sie offenbaren sich als das in die Ewigkeiten weisenden Symbol des Dritten Reiches. Mitten in der Ver­wirklichung immer neuer gigantischer Schöpfungen gibt die gestern in Mün­chen vom Führer eröffnete Erste deutsche Architektur- und Kunsthandwerkausstel­lung im Haus der Deutschen Kunst einen blsberblick über das monumentale Bau­schaffen der Gegenwart und der nächsten Zukunft. Außerdem zeigt die großartige

Ausstellung die neue Blüte deutschen Kunsthandwerks und dabei nicht zuletzt die Blüte der architektonischen Innenge­staltung. Auch äußerlich bemerkte man in der auf besonderen Wunsch des Führers und Reichskanzlers veranstalteten Schau eine Zweiteilung des Ausstellungsmate­rials: in den unteren Räumen die Bau­kunst und in den oberen das Knnsthand- werk. Gleich der ersten Deutschen Kunst­ausstellung in denselben Räumen wird nur Vorbildliches und in die. Zukunft Weisendes zur Anschauung gebracht. Die Größe unserer Zeit ist es, die all den Besuchern der Münchener Ausstel­lung in der Gesamtschau der jüngsten Schöpfungen des deutschen Kulturwil­lens und der nationalsozialistischen Bau­gesinnung entgegentreten wird.

Verräter tiingerichte»

Me Wirtschaftsparole

Tokio. 23. Januar.

Sonnabend vormittag wurde die Sitzung des japanischen Reichstages durch eine große Rede des Ministerpräsidenten Konoe eröffnet. Im Reichs­tag waren neben dem gesamten Kabinett zahl­reiche Mitglieder des kaiserlichen Hauptquartiers und der Heeres- und Marineleitung vertreten.

Fürst Konoe erklärte, Japans Politik fei auf den Frieden im Fernen Osten gerichtet, der die untrennbare Zusammenarbeit zwischen Japan, Mandschukuo und China zur Grundlage hat. Zugleich mit dem Entschluß, nicht mehr mit der halsstarrigen Kuomintang?Regie- rung von China zu verhandeln, wird die japa­nische Regierung bemüht sein, freundliche Be­ziehungen zu den Mächten zu pflegen. Wir alle

begrüßen im Interesse des Weltfriedens die Tat­sache, daß das Antikomintern-Abkomm-en zwischen Japan und Deutschland durch die Beteiligung Italiens ergänzt worden ist.

Weiter erklärte er, daß die japanische Rmie- rung nunmehr ein neues chinesisches Re­gime unterstützen werde, um mit diesem Regime die chinesisch-japanischen Beziehungen zu regeln und den Wiederaufbau Chinas zu ermög­lichen und so die Grundlage für einen dauerhaf­ten Frieden im Fernen Osten zu schaffen.

Anschließend sprach Außenminister Hirota. Er teilte die vier grundsätzlichen Friedensbedingun­gen mit, die Japan als letzte Gelegenheit zur Selbstbesinnung der chinesischen Nationalregierung

übermitteln ließ: 1. Aufgabe der prokommunisti- schen und gegen Japan und Mandschukuo ge­richteten Politik und dafür Zusammenarbeit mit Japan und Mandschukuo aus dem Boden der Anti- lomintern-Politik; 2. Einrichtung demilitarisier­ter Zonen in bestimmten Gegenden und gleich­zeitig eines Sonderregimes für diese Gegenden; 3. Abschluß eines Wirtschaftsabkommens zwischen Japan, China und Mandschukuo; 4. Kriegs­entschädigungen für Japan.

Starke Beachtung fand die Erklärung Hirotas, daß Japan nicht nur die Rechte und Interessen dritter Mächte in den besetzten Zonen voll aner­kennt, sondern auch bereit ist, im Interesse des chinesischen Volkes für alle Mächte die Türen weit offen zu lassen und deren kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit willkommen zu heißen.

Japan werde nicht dulden, daß Moskau die vertraglichen Rechte Japans in der Fischefrage und in Nordsachalin mißachte. Besondere Auf­merksamkeit verdiene der Abschluß des Nichtan­griffspaktes zwischen Sowjetrußland und China und die llnterhöhlung des chinesischen Volkes durch die kommunistische Internationale. Japan betrachte diese Lage mit äußerstem Ernst.

Hirota widmete dann Deutschland herzliche Worte. Er erinnerte an die Bedeutung des Anti- komintern-Abkommens und gab die Versicherung ab, daß Japan die Zusammenarbeit beider Länder Verliesen wolle. Diese Erklärungen Hirotas sowie sein Ausdruck des Dankes für die deutschen Ber- mittlungsdicnste fanden im Reichstag stärksten Beifall.

Anschließend gab Kriegsminister Sugiyama eine eingehende Schilderung der bisher in China durchgeführten militärischen Operationen.

lstina lott nicht erobert werden

Im japanischen Unterhaus gab Fürst Konoe folgende Erklärungen ab: l. Japan hat nicht die Absicht, China zu erobern oder gegen dritte Mächte zu verschließen, 2. Japan wird nicht mehr mit der Zentralregiernng Wer den Frieden ver­handeln, 3. Japan ist entschlossen, die Rechte und Interessen dritter Mächte in China zu achten.

Berlin, 23. Januar.

Die Justizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Die vom Volksgerichtshof wegen Vorberei­tung eines hochverräterischen Unternehmens und wegen Landesverrats zum Tode verurteilten Ger­hard Diehl, Jahre alt, und Felix Bobek, 39 Jahre alt, sind Sonnabend morgen hingerichtet worden. Weiter wurde Sonnabend morgen der am 26. Junü 1937 vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte 36jährige Artur Peschke hingerichtet.

Der Verurteilte erhielt eines Tages von einem Bekannten im benachbarten Auslande die brief­liche Aufforderung ihn zum Abschluß eines Ge­schäftes zu besuchen. Dort wartete jedoch kein Ge­schäftsfreund. sondern ein Agent des ausländi­schen Spionagedienstes aus ihn. Der Verurteilte ging auf dessen Ansinnen, gegen die deutsche Lan­desverteidigung gerichtete Spähdienste zu leisten, alsbald mit großer Bereitwilligkeit ein und ent­faltete eine sehr eifrige Tätigkeit für seinen Auf­traggeber. Er machte sich an verschiedene Per­sonen seines Bekanntenkreises heran, um sie für den fremden Nachrichtendienst anzuwerben und war gewissenlos genug, seinem eigenen Bruder und einem seiner Bekannten militärische Papiere zu stehlen und seinem Auftraggeber zu über­bringen.

Mussolini ehrt Hannovers NferSezucht

Hannover, 23. Januar.

Vor nicht langer Zeit hatte die Stadt Hanno­ver dem italienischen Regierungschef ein edles Pferd aus der berühmten hannoverschen Zucht ge­schenkt. Der Duce hat darauf, wie der italienische Botschafter in Berlin, Exzellenz Attolico. dem Oberbürgermeister Dr. Haltenhoff mitteilte, beschlossen, einen Pokalzu stiften, der unter den besten Pferdezüchtern Hannovers zum Austrag gebracht werden soll. Von der hannoverschen Stadtverwaltung ist angeregt worden, diesen Po­kal als Wanderpreis regelmäßig auf dem hannoverschen Landesturnier zu vergeben.

Zum großen Lehrgang der Kommission für Wirtschaftspolitik

Zu wenig Menschen, zu wenig Land" ist der Leitgedanke des diesjährigen großen Lehrganges der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., der am 24. Januar in München be­ginnt. Diese Lehrgänge haben seit ihrem Bestehen die Ausrichtung der wirtschaftspolittschen Arbeit in der Partei bestimmt; wenn die Teilnehmer des Lehrganges in ihre Gaue und Kreise zurückkehr­ten, gaben sie die Parolen weiter, die ihnen auf dem Lehrgang vermittelt wurden. So haben diese Lehrgänge in starkem Maße der Vereinheitlichung der wirtschastspolitischen Aufklärungsarbeit ge­dient.

Man braucht nur an die Parolen zu denken, die auf den Lehrgängen der letzten Jahre vom Leiter der Kommission, Bernhard Köhler, gegeben wur­den, etwa an die Parole der Rationalisierung oder an die im Jannarlehrgang 1937 gegebene

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Unser Tstzssspiegs?

Der japanische Ministerpräsident gab wichtige Erklärungen vor dem Tokioter Parlament ab.

Der Führer eröffnete in München die Erste Deutsche Architektur- und Kunsthandwcrkaus- jtellung.

Für die zweite Internationale Wintersport- woche von Earmisch stiftete der Führer einen Ehrenpreis.

Die Maul- und Klauenseuche verzeichnet im Reichsgebiet einen Rückgang.

Wie beim Bau des Deutschen Hauses in Pa­ris ist auch der Anteil Bremens an der Aus­gestaltung des KdF.-SchissesWilhelm Eust- loff" bedeutsam.

In Vremen werden neue Meldepflichten für Kraftfahrer eingeführt.

Vor den Toren unserer Hansestadt entsteht ein Seefahrerdork.

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