Ausgabe 
(21.1.1938) Nr. 20
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Parteiamtliche Lageszeitung

Nachnchtenblatt der Deutschen flrbeitsfronl Dremen flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

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Nr. 2 N / S. Jahrgang

sreltag, 21 . Januar 1 SZS

kinzelpreis 15 Npf.

Wiederannäherung tondon-Noml

Sir Nobert Vansittart plant flussprache mit Mussolini und Sraf tiano

Man wünscht - so verlautet in der englischen Hauptstadt - persönlichen Kontakt / Sesprach zwischen kden und Srandi die frage der Anerkennung des Kaiserreiches flethiopien

svrakiberickt unseres lovckover Vertreters)

s. London, 21. Januar.

In gut unterrichteten englischen Kreisen spricht man mit großer Bestimmtheit davon, datz der diplomatische Hauptberater der bri­tischen Regierung. Sir Robert Vansittart, demnächst nach Rom reisen werde, um mit Mussolini und Gras Ciano den von Cham- berlain angeblich gewünschten persönlichen Kontakt herzustellen. Auch die kürzliche Aus­sprache des italienischen Botschafters in Lon­don, Graf Grandi, mit Außenminister Eden wird in dem Sinne besprochen, daß auf bei­den Seiten die Absicht bestehe, die immer wieder vertagten englisch-italienischen Be­sprechungen aufzunehmen.

Einige Zeitungen gehen bereits auf dieses Thema ein.

Der diplomatische Korrespondent des „Daily Mail" meldet, der Wunsch, die vertagten Ver­handlungen für «in besseres Verstehen zwischen London und Rom ohne Verzögerung wiederauf­zunehmen, sei besonders in italienischen Kreisen geäußert worden. Es würde keine Ueberraschung sein, wenn der neue außenpolitische Berater der englischen Regierung, Sir Robert Vansittart, sich in die italienische Hauptstadt begeben würde. In ähnlicher Weise äußert sich der diplomatische Korrespondent des „Daily Expreß", der wissen

will, daß dem englischen Außenminister „in vor­sichtigen Wendungen die Anregung unterbreitet" worden sei, die Fühlungnahme zwischen Italien und England recht bald aufzunehmen. Eden habe dem italienischen Botschafter darauf einige engli­sche Wünsche geäußert.

Eine amtliche Mitteilung über die Begegnung

zwischen Grandi und Eden liegt noch nicht vor, doch es wird zugegeben, daß Bemühungen im Gange sind, zwischen Rom und London wieder Verhandlungen in Gang zu bringen, bei denen allerdings nach wie vor die Anerkennung des Kaiserreiches Aethiopien durch England eine wichtige Rolle spielen dürfte

kigene Dienstmarken für «Iie K!5D/^P.

Berlin, 21. Januar.

Mit Wirkung vom 30. Januar 1938, dem historischen Tage, da vor 5 Jahren die Partei die Führung im Staate über­nahm, hat der Führer für den Postver­kehr der NSDAP. nnd ihrer Gliede­rungen die Verwendung eigener Dienst­marken genehmigt. Die Marken, denen Professor Richard Klein das künst­lerische Gesicht gab und die im Einver­nehmen des Reichsschahmeisters mit dem Reichspostminister nunmehr ihren Weg in die Oeffentlichkeit antreten, tragen aus einem plastisch-schlichten Sockel das Ho­heitszeichen der Partei. Die Aufschrift „Nationalsozialistische Deutsche Arbei­terpartei" umrandet die graphisch und farblich abgestimmten Marken. Zu bei­den Seiten des Sockels sind auf fein

schraffierten Grunde die Zahlenwerte angegeben. Durch Hiuzufügung der 16- und 24-Pfennigmarke» wurde die üb­liche Wertreibe erweitert.

Die neuen Marken werden von der Deutschen Reichspost nur an die Dienst­stellen der Partei und ihrer Gliederun­gen abgegeben und finden nur für den parteidienstlichen Postverkehr Verwen­dung. Ihre Gültigkeit erstreckt sich auf das gesamte deutsche Reichsgebiet sowie auf Postsendungen nach dem Ge­biet der Freien Stadt Danzig. Die für die Verwendung notwendigen Vorschrif­ten werden vom Reichsschatzmeister er­lassen. Sammelfreudige erhalten diese Marken ab 31. Januar 1938 bei der Versandstelle für Sammlermarken, Ber­lin W. 30, Postrechnungsamt.

Pakt Paris-Moskau als llruckmittel

Krasse kinmischung Molotows in innersranjösische verliittlMe — flus.iille auch gegen Japan und Mandschukuo

Moskau, 21. Januar

Molotow, der Vorsitzende des Volkskommissaren- ratcs, hat, wie die „Bremer Zeitung" bereits berichtete, in einer Rede vor dem Obersten Rat der Sowjetunion die Tätigkeit des Außen- kommissariats kritisiert. Aus dem Wortlaut sei­ner Rede tritt die Tendenz dieser.^Kritik sehr deutlich hervor: Moskau verschärft ferne Jnterventionspolitik zugunsten, seiner weltrevolutionären Ziele. Besonders krag zeigt sich das an der Stelle der Rede, an der sich Molotow mit den Beziehungen der Sowjetunion zu Frankreich beschäftigte.

Als Ausgangspunkt seiner Drohungen wählte Molotow das Thema der in Frankreich lebenden russischen Emigranten, die er „Terrorristen und „Diversanten" titulierte. Trotz des Be­stehens freundschaftlicher Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Frankreich fanden diese „Terrorristen" bis heute auf französischem Gebiet Zuflucht und befaßten sich „offen vor den Augen und unter dem Schutz französischer Behörden mit feindseligen, antisowjetischen Aktionen". .

Weshalb spornt man in Frankreich diese Leute so sehr an und wie entspricht das dem freund­schaftlichen sowjetrussisch-französischen Pakt? Mit

dieser Frage wird sich unser Volkskommissariat für auswärtige Angelegenheiten beschäftigen müssen. Der Rat der Volkskommissare wird dem Außenkommissariat entsprechende Weisungen geben."

Dieser letzte Satz Molotows paßt ganz zu der von französischen Blättern gebrachten Meldung, daß kürzlich schon das sowjetrussische Außenkom­missariat dem französischen Botschafter eine Art Ultimatum gestellt habe. wobei auch hier der Beistandspakt Paris—Moskau als Druckmit­tel gedient habe. Molotow hat neben dem Aus- fall gegen Frankreich auch Drohungen an die Adresse Japans und Mandschu- kuos gerichtet. Hier war der Anlaß die Tat­sache daß ein sowjetrussisches Flugzeug, das sich „verirrte und zufällig auf mandschurischem Ge­biet landete", seit einem Monat von mandschuri­schen Behörden zurückgehalten wird, „Die Sowjet­regierung", so sagte Molotow, „hatte sich ge­zwungen gesehen, am 16. Januar eine an die japanische Regierung gerichtete Protestnote gegen die unzulässige und gesetzwidrige Handlungsweise japanisch-mandschurischer Behörden abzusenden. In dieser Note, so fuhr Molotow fort, bestehen > wir kategorisch auf die sofortige Freilassung der

zurückgehaltenen Sowjetrussen und die Rückgabe des Flugzeuges, wobei wir die japanische Regie­rung warnen, uns nicht zu zwingen, den Weg von Repressalien zu beschneiten."

Presseempfang bei Nudolf keß

Berlin, 21, Januar,

Der Stellvertreter des Führers der NSDAP., > Reichsminister Rudolf Heß, gab am Donnerstag­abend den führenden deutschen Journalisten in seinen Räumen in der Wilhelmstraße 63 einen Empfang, bei dem er dem deutschen Journalis­mus die Anerkennung der NSDAP. für die Mit­arbeit in den ersten fünf Aufbaujahren des natio­nalsozialistischen Reiches zum Ausdruck brachte.

Neben alten Vorkämpfern der nationalsozia­listischen Presse, den Reichsleitern Amann, Rosen- berg und Dr. Dietrich, waren sämtlich« Haupt- schriftleiter der Parteipresse, sowie eine Reih« an­derer führender Persönlichkeiten der deutschen Presse der Einladung gefolgt. Zugleich waren zu diesem Abend die maßgeblichen Persönlichkeiten des Stabes des Stellvertreters des Führers und der Reichspressestelle der NSDAP. erschienen.

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Immer wieder bestreiten die Freimaurer der ganzen Welt ihre enge Verbindung mit der Ko­mintern und nicht minder laut, daß in ihren Reihen die Juden tonangebend sind. Diese heuch­lerischen Lügen werden mit Selbstzeugnissen der Freimaurer am schnellsten und besten widerlegt. Es ist recht aufschlußreich, ihre Beziehungen zum Bürgerkrieg in Spanien nach eigenen Angaben darzustellen.

In den offiziellen Mitteilungen der Loge „Plus Ultra" konnte man lesen: „Untersuchung der tra­gischen und schmerzlichen Ereignisse, die Spanien mit Blut besudeln. Trauerkundgebung zur Erin­nerung an unsern in Barcelona erschossenen Br. Franciso Ferrer (Anarchist und Jude). Loge „Les Droits de I'Homme", Bekanntmachung 1. Novem­ber: „In der Absicht, bei Einbruch der Kälte den bewunderungswürdigen Verteidigern der spani­schen Volksfront zu helfen, richtet die Loge einen Aufruf an alle diejenigen Mitglieder, die in der Lage sind, Decken, Unterkleider, Wolltrikots, Le­derjacken, Manchesterhosen zur Berfügung zu stel­len und bittet dieselben Br. Silbermann (eben­falls ein Jude) zukommen zu lassen, wo sie gesam­melt werden." Die Loge „Die positive Philo­sophie" veranstaltete unter dem Vorsitz des „sowjetspanischen Gesandten in Paris" einen Wohltätigkeitsabend „zugunsten der antifaschisti­schen, spanischen Kämpfer", und in der Loge „VA- kerbrüderschaft" sprach der ehemalige jüdische Pro­fessor der Universität Heidelberg, der Landesver­räter Vr. E. I. Gumbel, über die „Bilanz der Diktatur in Deutschland". Anschließend wurde ein Opfer für die „Bruder in Rotspanien" aufge­nommen.

Die Loge „Unitö Maconmique" erklärt in einem Aufruf: „Wir sind es gewesen, die auf inständige Bitten des Großorients von Spanien hin über den Ordensrat des Großorients von Frankreich der Schwesterrepublik Spanien Hilfe leisteten. Daß Waffen nach dort geliefert wurden, ist uns zu verdanken."

In der Sitzung der Loge „Les Zölös Philan- tropes" berichtete Br. Serre, daß es feinem per­

sönlichen Eingreifen zu verdanken sei, daß einige Dutzend französische Flugzeuge für Valencia ge­liefert worden seien. Dieses, vom Großmeister der Loge Spanien, Vr. Gonzales, angeforderte Mate­rial sei durch die Beihilfe der Vr. Sadi Lecointe (Jude) und Vossoutrot zum Versand gekommen.

Im Monat Dezember 1937 verlangte die spa­nische Loge „Plus Ultra" in einem Rundschreiben von den französischen Brudern: „Koste .es, was es wolle, der Orden muß von der französischen Regierung die Oeffnung der Pyrenäengrenze bei Cerdagne durchsetzen, um den Transport von Waf­fen und Kriegsmaterial in erhöhtem Umfange durchführen zu können."'Am 12. Dezember be­richtete der Vr. Miller der spanischen Loge „Plus Ultra", er sei von General. Maja mit einer Son- dermission zu den französischen Brudern geschickt worden. Er schilderte dann, wie^Waffsn über die Grenzen bei Puigcerda gebracht wurden.

Aber nicht nur die europäische Freimaurerei wirbt für den Bolschewismus iu Spanien. In

Unser lagesspisgel

Sir Robert Vansittart plant eine Reise nach Rom zu Besprechungen mit Mussolini.

Der Führer hat König Faruk von Aegypten anläßlich dessen Hochzeit ein Mercedes- Venz-Sportkabriolctt geschenkt.

Der jugoslawische Ministerpräsident Stoja- dinowitsch besuchte die Kruppwerke.

Der französische Publizist Fernand de Brion sprach in Berlin.

In Paris führte ein Gauner eine tolle Be- trugsaffäre in Ossiziersuniform durch. Hamburg wurde in den letzten Tagen durch eigenartige Erdsiösv hc>mri:bigt.

Präsident Kehrl trat in einem Rundfunk- vortrag unsinnigen Ansichten über die Zell­wolle entgegen.

Kreisleiter Blanke und Reg. Bürgermeister Böhmcker sprachen auf dem Kreisappell in den Centralhallen.

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