Ausgabe 
(19.1.1938) Nr. 18
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parteiamlliche Lageszeitung

Nachrichtenbiatt der Deutschen flrbeitssront Bremen

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missten Bremens

flmtsblatt des Senats der Asien Hansestadt Bremen

-^2.30einschl.Austcllgeb.; PostbezugspreiSmonatt.S.AN^ (einschl. 47.60 ^ Postzeltungsg-buhr) zuzugl. 42 ^ Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zablbar.

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Vas amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Ermäßigte Grundpreise (für kleine Famllien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis- liste 8 (Nachlaßstailel 61. Für Anzeigen durch Fernsprecher leine Gewähr. Annahmeschluß 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schriitleitung Dienstag und Freitag lS>/^-I3</, Uhr.

Nr. 1S / S. Jakrgang

Mittwoch, 1S. Januar 1SZS

kinzelpreis 15 Npf.

Werkspionage für Moskau in Schweden

Stalin interessierte sich für die Herstellung

des rostsreien HartstaHles „Sero

Zwei ausfekenerregende Verkostungen / Verräterische veziekungen zur Stockstolmer Sowset-Sesandtfchast / ^abriköfen pstotograpstiert / stuf frischer rat ertappt / Vie Spione wollten ins rote „Paradies" stieken

Stockholm, 19. Januar.

In der kleinen Industriestadt Fagersta in Mittelschweden sind zwei Per­sonen. die vor kurzem aus ihrem Betrieb entlassen wurden, wegen Wirt­schaftsspionage zugunsten der Sowjetunion sestgeommen worden. Es wird ihnen zur Last gelegt, datz sie das wertvollste Geheimnis der Fagersta-Stahl- werke, nämlich die Erzeugung des rostfreien Hartstahls „Teco". den Sowjets preisgegeben hätten.

Die Leiden Verhafteten, der 25jährige Volke Björkin und der 20jährig« Birger Holmbeck, wur­den vor kurzem bereits wegen Photographierens von Fabrikeinrichtungen und sonstiger verdäch­tiger Handlungen entlasten und unter Polizei­kontrolle gestellt, die dann schließlich zu der Fest­stellung der Spionagetätigkeit zugunsten der Sowjets führte.

Die Nachricht von der Festnahme der roten Spione hat in Schweden großes Aufsehen hervor­gerufen. Die Erregung ist um so größer, als die Erklärungen des Ooeringenieurs Elfström be­stätigen, daß es sich um das Herstellungsgeheim­nis des rostfreien Hartstahles „Seco" gehandelt habe. Ein Abendblatt teilt mit, datz die beiden Festgenommenen mit großer Vorsicht zuLLerke ge­gangen seien. Es steht fest, daß die Verhafteten, mit der Gesandtschaft in Stockholm in enger Ver­bindung gestanden haben. Es sei nach einer Mit­

teilung des Untersuchungsrichters Stiernström er­wiesen, daß der ältere der beiden Spione, Björkin, seit dem Sommer wiederholt nach Stockholm ge­fahren sei und auch schon einen Sowjetpaß be­sessen habe. Dies lasse darauf schließen, daß er nach Sowjetrußland flüchten wollte.

Die Untersuchung habe ferner klargestellt, daß der zweite Festgenommene, Holmbeck, nach den Anweisungen Björkins gehandelt habe. Mit Hilfe eines ausgezeichneten photographischen Apparates habe er ein« große Anzahl Aufnahmen gemacht. Die Polizei sei bereits seit einiger Zeit über die Tätigkeit der Spione unterrichtet gewesen, habe aber nicht sofort zur Festnahme schreiten wollen, um die Täter auf frischer Tat zu stellen.

Ueber Björkin, der als sehr geschickter Fach­mann galt. seien die Arbeiter des Werkes der Auffassung, daß er die Herstellung des Hart- stahls „Seco" völlig beherrsche, Er und sein Hel­fer dürften sich nicht nur des Verrats und des Verbrechens gegen die Sicherheit des Staates, sondern auch des Diebstahls schuldig gemacht haben.

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^uk ckio maclitvolle üü-ieckvilsknnckgobung ckes vues null des b'nbivrs in Uorlin reagierte ckts IVoltprssss mit solelisn verleumckerisolivn kilävrn lä.us der Lelirlkt des IteleNsrireeseeNsts Or. Otto Oietrlev: „tVettprssse obus LlastzsP

Nur noch ÜiewaffenHaben;u sprechen

Ministerpräsident könne über die Ziele Japans in lftina

Tokio, 18. Januar.

>er japanische Ministerpräsident, Fürst noe, erklärte, daß die japanische Regierung : der chinesischen Zentralregierung nicht

hr verhandeln werde, nachdem die letz- Ereignisse sie überzeugt hätten, daß eine Er- srung von Friedensbeding-ungen mit Marchall Mngkaischek nutzlos gewesen wäre. Eeaen- r der Zentralregierung hätten nur noch Waf- zu sprechen". Japan werde aber im geeigneten genblick Verhandlungen mit einer neuen Re- rung in Peking aufnehmen, die dann an die llle der bisherigen Zentralregierung treten cde. Die japanische Regierung erwarte zuver- tlich daß „das neue Regime in China sich kurzer Zeit so weit festige, um verhandlungs- ig zu sein und im Namen des Großteils Chl- - sprechen M können. Vielleicht werde das >e Regime sich ähnlich wie Mandschukuo ent- keln doch sollten nach der endgültigen Em- >tung einer neuen Zentralregierung d^msd^ lesisch-japanischen Beziehungen darauf abgestellt rden, in engster Zusammenarbeit bile Verhältnisse in Ostasien herzu- len. Ueber den Zeitpunkt der Zusammen,etzung ' neuen chinesischen Regierung sowie über die gliche Verschmelzung mit anderen neuen alen Regierungen könne noch nichts ge,agt rden. Wahrscheinlich sei aber, dag Peking ; Zentrum des neuen Regierungsapparates

werde. Wesentlich sei. daß das neue Regime sich zusammen mit Japan auf den Boden der Anti- komintern-Polltik stelle.

Zur wirtschaftlichen Entwicklung des neuen Chinas, erklärt Fürst Konoe, werde eine gewisse staatliche Kontrolle unvermeidlich sein, aber die gegenseitige chinesisch-japanische Hilfe solle zum leitenden Prinzip erhoben werden, Japan werde jedenfalls wirtschaftliche Berater nach China entsenden, aber entschieden sei darüber bisher noch nichts. Ebenso, wie die Rechte und Interessen dritter Mächte .gewahrt würden, sei auch das Kapital dritter Mächte zum Aufbau Willkommen. In bezug auf die internationalen Beziehungen des neuen Regimes des neuen Chinas erklärte der japanische Ministerpräsident, daß er

vorläufig keine Möglichkeit sehe, mit England irgendwelche Verhandlungen aufzunehmen. Aber diese Frage sei jetzt nicht entscheidend, England werde seine Haltung wohl ändern, wenn es sich vor eine neue Lage gestellt sehe.

Japan beruft seinen volftiiaster ab

Tokio, 19. Januar.

Die japanische Regierung hat als Folge des Abbruches ihrer Beziehungen zur chinesischen Zen­tralregierung ihren Botschafter Kawagoe aus Schanghai abberufen. Andererseits hat der chine­sische Botschafter in Tokio Japan verlassen.

Numiiniens Parlament aufgelöst

Neuwahlen Anfang März

Bukarest. 19. Januar.

Das im Dezember v. I. gewählte rumänische Parlament ist am Dienstag durch könig­liches Dekret aufgelöst worden. Die Neuwahlen finden für die Kammer am 2. März und sür den Senat am 1. März statt. Das neue Parlament wird am 19. März zu seiner ersten Sitzung zu­sammentreten.

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Dr. Oistrick, neben ckem bAIirer rsebts cker Mgos xresse-LoHmson

tliautemps* Kabinett gebildet

Paris, 19. Januar.

Die Kabinettskrise in Frankreich ist oorläusig beendet. Chautemps hat seine neue Regierung gebildet.

Am späten Abend begab er sich, begleitet von seinen Mitarbeitern, ins Elysee, wo er dem Präsidenten der Republik seine neuen Minister und die Unterstaatssekretäre vorstellte.

Die halbamtlich verössentlichte Ministerliste steht salzende Männer vor: Ministerpräsident:

Chautemps; stellvertretender Ministerpräsident, Landesverteidigung und Krieg: Daladier; Staats­minister, beauftragt mit der Zusammenfassung der wirtschaftlichen und finanziellen Aktionen der Regierung: Bonnet; Staatsminijter, beaustragt mit der Dienststelle der Ministerpräsidentschast: Frossart; Kriegsmarine: William Bertrand; Luft­fahrt: Euv >a Ehambrc; Inneres: Sarraut; Justiz: Campinchi; Finanzen: Marchandeau;

Aeußeres: Delbos; Handel: Pierre Cot, Pensio­nen: Lassalle; Landwirtschaft: Chapsal; Er­

ziehung: Jean Zaq; Post und Telegraphie: Een- tin; Arbeit: Ramadier; Kolonien: Senator Steeg; Oessentliche Gesundheit: Rucart; Oessent- liche Arbeiten: Qneuille; Handelsmarine: Elbel, (Siehe auch Seite 2s

surft koftenberg war „angebeitert"

Wien, 19. Januar.

Wie bekannt wird, hat Fürst Hohenberg, der bekanntlich am Montag das Amtsschild der Generalvertretung der Deutschen Reichsbahn in Wien zertrümmerte und dabei von Passaaten festgehalten und der Polizei übergeben wurde, bei seiner Vernehmung erklärt, er hätte die Tat „in angeheitertem Zustand" begangen.

Die österreichische Regierung hat Dienstag der deutschen Gesandtschaft durch Entsendung eines leitenden Beamten des Bundeskanzleramtes ihr Bed — ern über den durch die Zertrümmerung des sschildes hervorgerufenen ärgerlichen Zwi ,all aussprechen lassen. Die gegen den Täte. Fürst Ernst Hohenberg erstattete -Straf­anzeige werde eine Strafverfolgung dur-b die österreichischen Gerichte nach sich ziehen.

„Ariegoäerk'rieäen?"

Die Antwort Akt cnn krstt«N

absnä As I^LOAk.

Z. iVIü. Wieder ruft die Kreisleitung Bremen der NSDAP. mit ihren Orts­gruppen die Bevölkerung unserer Hanse­stadt zu Massenkundgebungen auf. Alle Teilnehmer früherer Versammlungs­aktionen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei wissen es: immer, wenn die Partei sich mit der ganzen Wucht ihrer Organisationen für die Geschlossenheit einer Willenskund­gebung einseht, geht es um politische Entscheidungen, deren Tragweite sich niemand entziehen kann. Niemand! And wer etwa meinen sollte, es könne auf die klare Frage „Krieg oder Frieden in Europa?", weil sie angesichts der bekann­ten Ereignisse in unserem Erdteil eigent­lich keine Rätsel aufgebe, für den mit unserem Zeitgeschehen vertrauten Volks­genossen keine überraschenden Darlegungen mehr geben, der möge sich von dem in seiner Ortsgruppe eingesetz­ten Redner eines Besseren belehren lassen. Die Friedenspolitik des Führers und Reichskanzlers freilich ist gradlinig, folgerichtig und unbeirrbar — von den Zinnen der Nation aus wie vom vor­urteilslosen Ausland her gesehen; aber die heimtückischen Quertreiber jenseits unserer Grenzen, die profitgierigen Nü- stungsmagnate», die jüdisch-bolschewisti­schen Friedensfeinde in aller Welt zwin­gen zu ständiger Wachsamkeit und schlagartiger Abwehr. Mit anderen Wor­ten: die Durchkreuzung drohender Ge­fahre» fordert von den artbewußten Ge­meinschaften unseres Volkes Tag für Tag jenes „Jm-Bilde-Sein" und jene

Wendigkeit, die ohne Einblick in das Geschehen auch hinter den Kulissen der Politischen Weltbühne in Halbheiten steckenbleiben.

Neben der Vertiefung unseres Wis­sens um außenpolitische Realitäten mit­tels großangelegter Aufklärung geht es übermorgen bei den 31 Massenkund­gebungen des Kreises Bremen der NSDAP. um die nationalsozialistische Ausrichtung des Willens aller Männer und Frauen in einer der Schicksalsfragen unserer Zeit. Ja, hier, in der Konzentration der Willenskräfte, liegt der Schwer­punkt der Aktion. Die auf e i n Ziel ge­richtete politische Tatbereitschaft kann denn auch nicht besser als mit der Durch­führung der so zahlreichen Versammlun­gen an einem einzigen Abend zum Ausdruck kommen. Am so offensicht­licher und zwingender tritt die Pflicht jedes einzelnen Volksgenossen hervor, nicht abseits zu stehe», wenn die NS­DAP. wiederum an einem ihrer vorge­schobenen Frontabschnitte den Kontakt zwischen politischer Führung und Ge­folgschaft unter Einsatz bewährter alter Kämpfer sicherstellen will.

Daß die erste umfassende Versamm- lungsaition dieses Jahres, mit der die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter­partei erneut die untrennbare Ver­bundenheit ihrer Ewigkeitsaufgaben mit den zeitlich bedingten Gegenwartsfragen bekundet, einen unmittelbaren Beitrag zur Aktivierung kulturerhaltender Kräfte liefern wird. steht schon heute fest — möge am Freitagabend jeder zur Stelle sein, um seinem Entschluß, an der Gestaltung des außenpolitischen Aufbau- werkes Adolf Hitlers geistig teilzunehmen, den Nachdruck der Tat zu verleihen.

Unser lagesspivgei

Der japanische Ministerpräsident verkündete die Fortsetzung des Wasfenganges gegen China.

In Schweden erregte ein Fall roter Werk­spionage großes Aussehen.

Chautemps ist die Bildung des neuen fran­zösischen Kabinetts geglückt.

Der jugoslawische Ministerpräsident Stoja dinowitsch nahm an Artilleriemanövern in JUterbog teil.

In Berlin wurde eine deutsch-jugoslawische Pressevereinbarung getrosfen.

Hermann Eöring tritt in einem Ausruf sür eine weitere enge Zusammenarbeit zwischen Staatsführung und Wirtschaft ein.

Ein neues Motorschiff der Hansa-Linie er­ledigt demnächst seine Probefahrt.

Alle Ortsgruppen der NSDAP., Kreis Vre inen, führen Werbeveranstaltungen für die kommende Versammlungswelle durch.

General Melchior! weilte in Bremen zwecks Besprechungen über die Teilnahme Italiens an der Ausstellung„Vremen,Schlüssel zur Welt".