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parteiamtliche ^geszeitung
Nachrichtenblalt der Deutschen flrdeitssront Vremen
der Nationalsozialisten Vremens
flmtsblatt des Senats der Zwirn Hansestadt Vremen
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Vas amtliche verkündungsblatt des Reichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
Nr. 14 / S. Jahrgang
Sonnabend, 15. Januar 1S5S
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kinzeipreis 15 Npf.
Kabinett thautemps zurückgetreten
wieder einmal stürzten die Sozialdemokraten Frankreich in eine schwere Krise
keuchlerifches Verhalten der Marxisten in nächtlicher kammersihung / 7m Schlepptau der Kommunisten / typisch parlamentarische Verantwortungs- lostgkeit / ^allt die „Volksfront" endgültig auseinandert / Noch keine
kntfcheidung über thautemps" Nachfolger
Paris, 15. Januar
Nach einer vier zehnstündigen Sitzung der französischen Kammer gab in der Nacht zum Freitag Ministerpräsident Chautemps nach schweren Zusammen- stötzen mit den Kommunisten den Gesamtrücktritt des Kabinetts bekannt. Freitag morgen begann der Präsident der Republik die protokollarischen Besprechungen zur Lösung der Ministerkrise. Sie sind jedoch bisher ohne Erfolg geblieben, da zunächst Chautemps und Daladier die Neubildung des Kabinetts abgelehnt haben.
wie es zum Nücklrttt kam
Der letzte Teil der Nachtsitzung der Kammer, über die die „Bremer Zeitung" in ihrer gestrigen Ausgabe ausführlich berichtete, spielte sich wie folgt ab: Nach Wiedereröffnung der Kammei verlas der Kammerpräsident eine von der Links- abordnung ausgearbeitete Tagesordnung, dir folgenden Wortlaut hat: „Die Kammer kill igi, ge- treu ihren Prinzipien, die Bilanz-, Währnngs- und Sozialpolitik, die in den früheren Abstimmungen zum Ausdruck kamen, und setzt ihr Vertrauen in die Regierung, die finanzielle Aufrichtung im Zeichen der Wührungsfreiheit zu sichern und die Achtung der republikanischen Ordnung jedermann aufzuzwingen." Der radikalsoziale Abgeordnete Elbe! teilte mit, daß die radikalsoziale Fraktion für die Regierung stimmen werde. HM Namen der Sozialdemokraten schloß sich der Abgeordnete Ferrol dieser Erklärung an.
In anderen Kreisen ist man gewohnt, solche bestimmten Erklärungen und Zustcherungen wohlüberlegt abzugeben und sich dann auch an sie zu halten. Anders aber im marxistischen Lager. Als der Sprecher der Kommunisten die Stimmenabgabe zugunsten der Regierung von der Erfül
lung einiger typisch bolschewistischer Forderungen abhängig gemacht und Chautemps erklärt hatte, daß er diese Forderungen nicht erfüllen könne und es den Kommunisten freistelle, zu gehen, wohin sie wollen, erklärte die Sozialdemökratische Partei plötzlich, daß sie ihre Minister aus dem Kabinctl zurückziehen, was natürlich dem Sturz der Regie rung gleichkommen Mußte. In geradezu aufreizend heuchlerischer Art, „bedauerte" sie, daß die Kommunisten diese Lage heraufbeschworen und der Ministerpräsident.der „Bruderpartei" die Handlungsfreiheit wiedergegeben habe. Diese Phrase ist allerdings zu alt und abgedroschen, um noch irgendeine Wirkung hervorrufen zu können. Nie noch hat die Sozialdemokratie Mut und Aufrichtigkeit gezeigt, wenn es gegolten hat. einen einmal verkündeten Standpunkt gegenüber dem bolschewistischen Radikalismus zu behaupten.
Was kümmert es einen socialdemokratischen Parteiführer, ob jetzt in Frankreich durch den feigen Stellungswechsel seiner Partei eine Krise heraufbeschworen wird die auf wirtschaftlichem Gebiete unter Umständen unabsehbare Folgen haben kann? Man hat den Sendlingen Moskaus wieder einmal die untertänigste Reverenz erwiesen und fühlt sich wohl dabei, so wie sich
jeder in einer Welt des Schmutzes wohl fühlt, dem innere und äußere Sauberkeit unbekannte Dinge sind.
Nach dem Sturz der Regierung erlebt man das Schauspiel, daß es gerade die marxistischen Parteien sind, die mit allerhand leeren Ausflüchten versuchen, die Verantwortung für die Krise von sich abzuwälzen. Der kommunistische Abgeordnete Ramette. der den Regierungsrücktritt in erster Linie hervorgerufen hat. gab dem „Jntranstgeant" im Namen der kommunistischen Partei eine Erklärung ab, in der er behauptet daß die kommunistische Partei die Regierung nicht habe stürzen wollen (!). Er sei der Anficht, daß Radikalsoziale, Sozialdemokraten und Kommunisten einig bleiben and alles tun mussten hamit der durch die legten Kammerwahlen zum Ausdruck gekommene „Wille des Landes" weiterhin geachtet würde.
Die sozialdemokratische Partei hat in ihrem Organ „Hopulaire" erklärt, daß der Rücktritt der sozialdemokratischen Minister eine Folge der schweren Zwischenfälle gewesen sei. die sich in der Nachtsitzung ereigneten. Es habe stich eine neue Mehrheit, die dem Kabinett seinen Charakter als Regierung der Volksfront genommen habe, gebildet. Die Tatsache, daß der Ministerpräsident ein Angebot Flaitdins, der an Stelle der sich aus der Mehrheit zurückziehenden Kommunisten einspringen wollte, schließlich annehmen zu können glaubte, habe die sozialdemokratische Kammergruppe zu dem schwerwiegenden Entschluß veranlaßt. dem Bestand der Regierung ein Ende zu setzen. Die Verantwortung für die Krise falle aus diejenigen zurück, die freiwillig oder unfreiwillig die ^^iksiront zerbrochen haben.
(Fortsetzung auf Seite 2t
Stojadinowitsch auf deutschem Soden
Herzliche Vegriißmig Ves jugoslawischen Ministerpräsidenten in flnnaberg
Annaberg, Kreis Ratibor, 15. Januar Der jugoslawische Ministerpräsident Dr. Milan Stojadinowitsch, der wie bereits berichtet, am Donnerstagabend Belgrad zu seinem Staatsbesuch in Deutschland verlassen hat, überschritt am Freitagabend die Grenze des Deutschen Reiches. ,
Auf der kleinen Grenzstation Annaberg, an der Dreiländerecke, wo Deutschland, Polen und die Tschechoslowakei aneimmdergrenzen, wurde der Gast von dem jugoslawischen Gesandten in Berlin, Linear Markowitsch, und dem deutschen Ehrendienst, dem Chef des Protokolls im Auswärtigen Amt, Gesandten von BUlow- Schwante, dem Chef des Ministeramtes des
Generalobersten Eöring, Oberst Bodenschatz, dem Vortragenden Legationsrat im Auswärtigen Amt, Boltze und einem st-Begleitkommando unter der Führung des ^-Standartenführers Vrantenaar erwartet. Gegen 20 Uhr .traf der Salonwagen mit dem Ministerpräsidenten in' Annaberg ein. Gesandter von Bülow-Schwante hieß Dr. Stojadinowitsch auf deutschem Boden herzlich willkommen.
Dr. Stojadinowitsch dankte mit herzlichen Worten für die Begrüßung. Man sah ihm, dem Freund der deutschen Nation, dem erfolgreichen Staatsmann und Politiker, der die vielfältigen Beziehungen zwischen Jugoslawien und Deutsch-
I land vertieft und gefestigt hat, die Freude an. die ihm der herzliche Empfang bereitete. Dr. Stoja- Linowitsch gab dieser Empfindung mit den Worten Ausdruck: „Ich bin sehr glücklich, in Deutschland zu sein. Ich hoffe, schöne Tage in Berlin zu verleben. Ich freue mich sehr. mit den führenden Männern Deutschlands zu sprechen."
^Nach kürzerem Aufenthalt setzte sich der Sonderzug zur Fahrt nach Berlin in Bewegung, wo der hohe Gast am heutigen Sonnabend früh eintreffe» wird
Keck vom sülirer empkongen
Berlin, 15. Januar
Der Führer und Reichskanzler empfing Freitag den aus der Durchreise in Berlin anwesenden polnischen Außenminister Beck. der vom polnischen Botschafter in Berlin, Lipski begleitet war, zu einer längeren Unterhaltung, an der auch Reichsminister des Auswärtigen Freiherr« von Neurath teilnahm.
öenfer tagung verschoben
Gens, 15 . zamiar
Äui Antrag der französischen und der engii'cheu Regierung hat der Generalsekretär der. Genfer Liga die 100. Tagung, die am 17. v. Mts b-gi-m-n sollte, auf den 26- Januar verschoben. Die Verschiebung wird mit „unvorhergesehenen l'msiän- den" begründet, womit die französische Regierungskrise gemeint ist. die die engllsch-kra»,ösi'ch.-n Vorbesprechungen zur Ratstagung bis auf weiteres unterbrochen hat.
50 rönnen kisen explodier«
izx. Kattowitz, 1?. Januar In der Königshütte in Ostobcrichlesien ereignete sich eine schwere Explosion. Als man einen neuen Hochofen abstach, ergoß sich das Metall nicht in die Formen, wildern trat aus der Abflußrinne über und iiberslntetc einen Teil der Gießhalle Dabei explodierten etwa 50 Tonnen des flüssigen Eisens. Zwei Arbeiter wurden durch Verbrennungen lebensgefährlich verletzt. Die Ursache des beoauerlichcn Unglücks steht noch nicht fest.
Ist» einer riiliixrei, Xiisammviiai-beit sniseben Viixchuxt »»il Irlnnä, ,1,-m jet/iur» V.ire. rn kommen sollen set-st oMrielle »esprscbanKen -mischen ile Valero uixl t'iiamlierlain stuttti»,Ie„. Der ens'liselie .Il'inisternrLsiäent Vbamderlain (reelits) nnck üv Valero (links), äor Vertreter Hieez. (krssss-llokkwnnn)
Vor tunk 6skron lvuräen Marxismus unä kssklion meäsrgskümokt
Aum Oeäonken an «ten entseboillencken ZVoblkumpt in Tippe ^unnar 1933. Unser bistorisebes Vilüclokumont aus jenen TaMN. sies 8ainpkss ewigt äsn. bAbrsr im Llssprüob mit sinsin von Tommnnistsn Vorvunästyn üainsraäsn. ' (Vrssss-Ilokkms.nn)
Vor fünf Zähren, am 15. Januar 1933, vollzog sich im nationalsozialistischen Wahl- sieg in Lippe ein Ereignis, das zn dem letzten Meilenstein am Kampfweg des Nationalsozialismus in die Macht wurde. Gegen die Marktschreier aus allen politischen Lagern trat hinter Adolf Hitler der Deutsche Mensch an, der entschlossen war, das Schicksal der Nation zu ändern. In Lippe wurde der Stimmzettel zum Bekenntnis der Herzen gegen alle Versuche, den klaren Machtanspruch der NSDAP. abzubiegen. Die Zehntausende der Lipper Wähler sprachen für ein ganzes Volk, und ihr „Ja!" für Adolf Hitler war der Wille der Nation zur Führung durch den Nationalsozialismus. So steht der Wahlsieg von Lippe für alle Zeiten in der Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung und des nationalsozialistischen Reiches als Mahnmal des Be- kennerwillens. Von , Lippe wurden die
Brücken zum Dritten Reich geschlagen. In Lippe holten sich die Gegner der Nation ihre entscheidende Niederlage. Deshalb gebührt dem Erinnerungstreffen von Lippe die Teilnahme aller. Hier marschiert in jedem Jahre der Nationalsozialismus in jenem Geist, der aus der Erinnerung an die Kämpfe der Vergangenheit, die die Treue und Opferbereitschaft gewannen, die Kraft zum unentwegten Marsch in die Zukunft wach erhält. Lippe stand am Ende des Systems der Verelendung und steht am Anfang unseres neuen Reiches. Hier gewannen die Bataillone der politischen Soldaten des Nationalsozialismus unter der Führung von Adolf Hitler die letzte Schlacht der Kampfzeit. Den Geist aber, dem sie im Zeichen dieses Kampfes verschworen waren, trugen sie mit hinüber in den Sieg, als Garant der Ilnerschütterlichkeit ihres Wollens für Deutschland.
HaaksAesack ««s Ae^caci
Dettksc/jscuici .Gcüßc
„Südslawien ist heut« nicht mehr ein Kahn im Schlepptau eines mächtigeren Schiffes. Es ist zwar ein kleines, aber selbständiges Schiff, das in freien Gewässern neben befreundeten Fahrzeugen seinen Weg macht. Südslawien fühlt sich als selbständige, freie Macht von 15 Millionen Menschen." In diesen prägnanten, durch ihren bedingungslosen nationalen Unabhängigkeitswillen, aber auch durch ihre offene Friedensbereitschaft gegenüber anderen Völkern gekennzeichneten Worten hat Milan Stojadinowitsch einmal sein politisches Programm auf eine bildhafte und eindrucksvolle Formel gebracht.
Uneingeschränkte Selbständigkeit Südslawiens, Ablehnung aller einseitigen Entente- und Blockbildungen, freundschaftliche Zusammenarbeit mit den anderen Nationen Europas, entschiedene Verneinung des Bolschewismus und des Legitimis- mus — dies sind die beherrschenden Grundsätze der Politik des großen südslawischen Staatsmannes, der in diesen Tagen ein mit herzlicher Freundschaft begrüßter Gast des Deutschen Reiches ist. Milan Stojadinowitsch als großen Staatsmann zu bezeichnen, entspringt nicht dem Wunsch, aus „diplomatischer Höflichkeit" einem offiziellen Gast angenehm« Worte zu widmen. Dies« Wertung ist nicht mehr als ein sachliches Urteil im Hinblick auf die Leistungen, die Stojadinowitsch seit dem 24. Juni 1035 , seit dem. wo er am Steuerruder des südslawischen Staatsschiffes als verantwortlicher Regierungschef steht, vollbracht hat, nicht nur für sein Volk. iondern auch für den Frieden Europas
Stojadinowitsch trat sein Amt in einer schweren innen- und außenpolitischen Krise des südslawischen Staates an. Dem niederträchtigen Meuckelmord Lem der lürslo>"^he Sollmtenkönig und Einiger seiner Nation Alexander I., im Oktober 1034 in Frankreich zum Opfer gefallen war, folgten ernste innere Erschütterungen und
bedrohliche außenpolitische Spannungen. Stoja- dinowitschs überragende politische Befähigung gelang es, nicht nur die nach dem Königsmord in Kroatien wieder erstarkende autonomistische Bewegung zu überwinden und bei den Gemeindewahlen neun Zehntel aller Stimmen für die Regierung zu erringen, auch auf außenpolitischem Gebiete schuf Stojadinowitsch in zwei Jahren ein festes, die Selbständigkeit des Landes verbürgendes Fundament. Er löste Südslawien aus dem „Schlepptau des mächtigeren Schiffes". Paris war seitdem nicht mehr der Polarstern der südslawischen Außenpolitik. Stojadinowitsch fühlte sich nicht als „südslawischer - Referent" des französischen Außenministeriums, sondern als der vec-
Unssr logssspistzsl
Das französische Kabinett Chautemps ist zurückgetreten.
Der jugoslawische Ministerpräsident trifft heute in Berlin ein.
Der Führer empfing den polnischen Außenminister Beck.
Das Melderecht wird für das ganze Reichsgebiet einheitlich geregelt.
Heute beginnt die gaucigcno Straßensamm- lung.
Landesbauernsiihrer Jaques Eroeneoeld hat eine Preisaufqabe zur Erzeugungsschlacht gestellt.
Das neue Motorschiss „Leipzig" des Norddeutschen Lloqd wird im Mai seine erste Ausreise nach der Westküste Lüdc :>. . antreten.
Ein Bremer Junge stellt in der VZ.-Eeschäfts- stelle in der Obernstraße zwei von ihm gebaute wohlgelungene Modelle deutscher Kriegsschiffe aus.