Ausgabe 
(13.1.1938) Nr. 12
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Nachrichlenblatt der Deutschen flrdettssront Vremen

der Zreien Hansestadt

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Nr. 12 / S. Jahrgang

Vonnerstag, lZ. Januar lSZS

kinzelpreis 15 Npf.

Sie Neichshauptstadt empfing Milchner

krste osfifielle vegrüßung des deutschen fifien-

forschers am finhatter vahnhof

vegelfierter willkommensgrufi der verllner Vevölkerung / kin vegrüfiungs- schrewen Vr. Goebbels' / finerkennung für jahrelange wissenschaftliche fiebert flm Zll. Januar wird der sichrer Vr. silchner den Natianalpreis überreichen

(Lixqnvi: Vr»ktdvr 1 plit) rck. Berlin, 18. Januar

Mkt dem fahrplanmäßigen Zug aus Frankfurt am Main traf der deutsche Asien-Forscher Dr. Fklchner am Mittwochabend in Berlin auf dem Anhalter Bahnhof ein. In der festlich geschmückten Bahnhofshalle wurde dem wage­mutigen Deutschen von Vertretern aus Partei, Staat, Wehrmacht und Wissen­schaft sowie einer vielhundertköpfigen Menschenmenge ein herzlicher und be­geisterter Empfang zuteil.

Grell blendeten riesige Jupiterlampen.über den Bahnsteig und ließen die mächtigen Fahnengir- landen und die Blumen aufleuchten, mit denen man zu Mren des ankommenden Gastes die hohe grau« Hall» ausgeschmückt hatte. Erwartungsvoll, Blnmoifprnden in den Händen, standen die Ber­liner Schulter an Schulter auf dem Bahnsteig, in der Borhalle und auf der Straße und warteten geduldig im Schneewetter, umauch dabeizu­sein". Die, wuchtigen Klänge eines Begrüßungs­marsches mischten sich mit dem Jubel der Warten­den, als der D-Zug pünktlich um 16.38 Uhr lang­sam in die Halle dampfte. Schon von weitem konnte man im Lichte der Scheinwerfer Dr. Filch- Ner erkennen, der zusammen mit seiner Tochter Erika den Berlinern aus dem Zugfenster zu­winkt»-

Eine stürmische Vegrüßungsszene spielte sich so­dann vor dem Abteil Dr. Milchners ab, als der Zug angehalten hatte. Blumensträuße und Hände reckten sich in die Höhe, Vildberichterstatter schös­sen ihre Kameras ab und die Weitabstehenden schwenkten freudig Hüte und Tücher. Dann fand auf dem Bahnsteig die erste offizielle Bewill- kommnung des Forschers in Berlin statt. Zunächst überbrachte Staatssekretär Hanke im Auftrage des Reichsministers Dr. Goebbels und auch in seiner Eigenschaft als Berliner Gauleiter herz­

liche Grüße. Er überreichte dem Forscher einen Blumenstrauß und ein Schreiben des Ministers, das die Glückwünsche,zu seiner Ret­tung und eine Anerkennung seiner jahrelangen wissenschaftlichen Arbeit in unerforschten Gegen­den der Erde zum Ausdruck bracht«.

In dem Schreiben des Reichsministers Dr. Goebbels heißt es: Der Führer hat Sie mit dem höchsten Preis ausgezeichnet, den das neue Deutschland für Kunst und Wissenschaft zu oer- geben hat. Als Sie im Jahre 1928 von Ihrer Expedition durch China, Tibet und Indien nach Berlin zurückkehrten, fanden sich nur wenige getreue Freunde zum Empfang ein. Heute empfängt Sie voll Begeisterung das ganze deutsche Volk.

Nickt nur die Wissenschaft, die Ihnen hervor­ragende Beiträge zur Lösung des Antarktis­problems, die Erforschung vielerweiter Flecke" auf der Erdkugel und wichtige geophysikalische Untersuchungen verdankt, feiert Sie an Ihrem Ehrentage. Die deutsche Jugend, der Sie durch Ihre Entschlußkraft, Ihren unbeugsamen Mut und Ihre anspruchslose Bescheidenheit ein Beispiel echten deutschen Mannestums sind, verehrt Sie als Vorbild.

Am 3V. Januar, dem fünften Jahrestage der Machtübernahme durch die nationalsozialistische

Bewegung, wird Ihnen der Führer nnd Reichs­kanzler selbst den Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft überreichen und damit vor aller Welt kund tun, daß das deutsche Volk seine besten Söhne zu würdigen weiß. Ich aber, sehr verehrter Herr Dr. Filchner, wünsche Ihnen, daß Sie bei guter Gesundheit Ihren Weg weiter zum Erfolg gehen, getreu Ihrem Wahlspruchnicht auslassen durchholten".

Alsdann gratulierte Generalmajor Seifert im Namen des Oberbefehlshabers der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von.Blomberg. und Hauptamtsleiter Selznerim Namen des Reichs­organisationsleiters Dr. Leo. Es folgten die Will­kommensgrütze der übrigen in offiziellem Auftrag zum Empfang erschienenen Persönlichkeiten, unter ihnen der Polarforscher Professor Breitsuß. der schon vor zehn Jahren zu denen zählte, die Dr. Filchner bei der Rückkehr von großen Forschungs­reisen willkommen hießen.

Dr. Filchner dankte in kurzen Worten für den herzlichen Empfang, der ihm nach vierjähriger Ab­wesenheit in der Reichshauptstadt bereitet wurde. Er erklärte, bei seiner Wiederkehr in die Haupt­stadt des Dritten Reiches seinen tiefgefühlten Dank nur durch ein Siegheil auf den Führer zum Aus­druck bringen zu können. Begeistert stimmten die Anwesenden in den Ruf ein und sangen anschließend die beiden Hymne-» der Nation.

Nur langsam konnte sich Dr. Filchner seinen Weg bis vor den Bahnhof bahnen, da alles begeistert über die Absperrungen hinweg aus ihn zueilte und ihn mit Blumen und Glückwünschen überhäufte. Nicht anders verhielt sich die große Menschen­menge, die sich vor dem Bahnhof eingefunden hatte.

Wien und vudapeft erkennen sranco an

l-emelnsame Schlußerklärung der Vreier-Konferenr Sgmpachie für die stchle Verlin-Nom

Budapest, 13. Januar.

Mittwoch wurde von den Vertretern der Uu- terzeichnerstaaten der Römerprotokolle nach Be­endigung ihrer Vudapester Besprechungen eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die folgen­den Wortlaut hat:

1. Der österreichische Bundeskanzler, Dr. Schuschnigg, der österreichische Staatssekre­tär für die Auswärtigen Angelegenheiten, Dr. Schmidt, der italienische Minister des Aeuße- ren, Graf Ciano, der ungarische Ministerprä­sident, von Daranyi, und der ungarische

Minister des Aeußeren, von Kanya, haben in Budapest am 10., 11. und 12. Januar 1938 eine gemeinsame Besprechung im Rahmen der Römerprotokolle abgehalten.

2. Die Vertreter der drei Regierungen haben neuerdings mit Genugtuung die positiven Er­gebnisse und die günstige Entwicklung auf Grund der Römerprotokolle festgestellt. Sie haben gemeinsam ihren Willen neuerlich bekräf­tigt, ihre politische und wirtschaftliche Tätigkeit und ihre herzliche Zusammenarbeit im Geiste die­ser Römerprotokolle zu verstärken. In diesem Zu­sammenhang haben die Vertreter Oesterreichs und Ungarns ihre Sympathie für die innige Zusam­menarbeit mit den beiden ihnen befreundeten Großmächten - Italien und Deutschland zum Ausdruck gebracht, die in der Achse Rom- Berlin verankert ist und ein neues und wichtiges Unterpfand des Friedens und des Wiederauf­baues darstellt. Die Vertreter Oesterreichs haben ihre Politik, die sie auf das Zusammenwirken der Grundsätze der Römerprotokolle und des österreichisch-deutschen Abkommens vom 11. Juli 1938 gründen dargelegt. Die Vertreter Italiens und Ungarns haben ihre volle Befriedi­gung über diese Politik erklärt.

3. Die Vertreter Oesterreichs und Ungarns haben ihre eindeutige ablehnende Stellungnahme gegen den Kommunismus wiederholt und daher mit Sympathie den italienisch-dcutich-japanischcn Antikominternpakt der auf den gleichen Grundsätzen beruht begrüßt.

(Fortsetzung aus Seite 2)

Italienischer laucherrekord

Mit Metallrüstung in 299 Meter Tiefe 1( Rom, 13. Januar.

Der italienische Schisfsleutnant Nossazi hat gestern in der Nähe des Kriegshascns Spezia einen neuen Tauchcrrekord aufgestellt, bei dem er wiederholt Tiefen bis zu 299 Meter aussuchte. Bei Vallastproben hatte man zuvor festgestellt, daß ein Tauchversuch bis zu 289 Meter mit der von dem Konstrukteur Ealeazzi hergestellten Ausrüstung möglich ist. Dieser neuartige Taucheranzug gleich» einer Ritterrüstung, da er größtenteils aus Metall besteht und bewegliche Arme und Beine besitzt. Wie Schisfsleutnant Nossazi mitteilte, waren sämtliche Glieder des 199 Kilogramm schweren Apparates auch in 299 Meter Tiefe noch voll gebrauchsfähig.

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vor bsrriicbo Lmpkung kür kvieksmlnistor Harro im pontinixl'.en Siecklorgvliivt. Italiooisckr Lisäisr ühorroiebou äew Nast aus voutsoklauck stnlgs LrrsuguiE idrsr suZgisu llsiwat. (Iitvics: varxö, rso bis äsr italisviscb» I-auävirtsobaktswiuisI: y Rossoui. (Lrssss-Hollw.)

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Der 13. Januar ist nicht nur für das Saarland, sondern auch für das gesamte Reich ein Tag der Freude und des Stolzes und des Erlebnisses der schicksalzwingenden Gemeinschaft. Vor drei Jahren bewies das deutsche Volk an der Saar durch sein ein­mütiges Bekenntnis zum Mutterland, daß die 15jährige Trennung mit allen Drohun­gen nnd Verlockungen es nicht vermocht hatte, die Treue zur Heimat zu erschüttern. Anderthalb Jahrzehnte dauerte die Hoff­nung der Vater des Versailler Diktates, daß das Saarland im Laufe der Zeit zum An­schluß an Frankreich reif sei. Im Jubelsturm des Abstimmungssieges brach diese Hoff­nung endgültig zusammen.

Vergebens waren all die Versprechungen, die Hoffnungen auf den Separatismus und auf die deutsche Zwietracht gewesen. Das Bekenntnis zu Deutschland war am 13. Ja­nuar 1935 so eindeutig und so klar, daß es selbst den größten Rechtsverdrehern den Atem verschlug und ihnen die Worte fehl­ten, um diesesWunder" an der Saar zu begreifen.

Es gibt dort im Saargebiet 150 00V Menschen, die sind Franzosen!" Mit diesem Satz hatte Clemenceau 1919 in Paris Wil- son gegenüber seine letzte Trumpfkarte aus­gespielt.Wir haben ein moralisches und historisches Recht auf das Saargebiet," fuhr Tardieu fort,weil dort auf einem großen Teil des Gebietes eine Bevölkerung lebt, die in Rasse, Tradition und Meinung franzö­sisch ist." Aus diesen Lügen wurde die Ge-

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burtsstunde des Saarstatus. !l»d als vor drei Jahren nach der Bekanntgabe des Ab­stimmungsergebnisses die Menschenwoge« durch die Straßen Saarbrückens fluteten und der Siegesjubel emporbrandete, da fragten mit Recht die Sprechchöre:Wo sind die 150 000 Saar-Franzosen?" Von rund 540 vvv Abstimmungsberechtigten hat­ten 477119 für Deutschland und ganze 2124 für Frankreich gestimmt. Die Welt war um eine Lüge und Gefahr ärmer, und damit um eine Wahrheit und Friedensgarantie reicher geworden.

Auch das vierte Jahr nach der Rückglie­derung wird, wie die vorhergehenden, im Zeichen einer unermüdlichen nationalsozia­listischen Aufbauarbeit stehen, die nur dem Frieden dient. Der Führer hat vor drei Jahren vor aller Welt feierlich-erklärt, daß nach der Rückkehr des Saarlandes zum Reich Deutschland keine territoriale Forde­rungen an Frankreich mehr habe. Nur ein Narr kann glauben, daß ein Volk einen Krieg damit vorbereitet, daß es im Bereich der französischen Festungsartillerie eine starke Wirtschaft, blühende Siedlungen, Wasserstraßen und Häfen erbaut. Mehr denn je beseelt die Bewohner des Grenz- landes an der Saar der heiße Wunsch nach Frieden und Verständigung, um weiter am Werk des Wiederaufbaues arbeiten zu kön­nen, auf dessen Zeugnisse Gauleiter Bürckel im Namen der ganzen Saar nach drei Jah­ren des Einsatzes unter der Fahne des na­tionalsozialistischen Reiches mit so viel be­rechtigtem Stolz verweisen kann.

Krebs sprach auf Sonthofen

Sonthofen, 13. Januar.

Am Mittwoch sprach vor den auf der Ordens­burg Sonthofen versammelten Gau- und Kreis- schulungsleitern Reichshauptstellenleiter Hans Krebs, der einen lleberblick über die Geschichte von Böhmen und im besonderen der Sudeten- deutschen gab. Ausgehend von den geschichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Tschechen seit deiy Zusammentreffen der beiden Völker im Sudetenraume schilderte er das als Ab­wehr gegen die tschechischen Machtansprllche auf­kommende Erwachen des Sudeten- deutschtums sowie die Anfänge der alldeut­schen Bewegung unter Georg von Schönerer.

Veuisäi-bulgarischir Studienreisen

München, 13. Januar.

Die Reichsstudentenfllhrung und der Nationale Bulgarische Studentenverband haben ein Arbeitsabkommen getroffen, das am l. Januar in Kraft getreten ist. In dieser Verein­barung werden die durchzuführenden Maß­nahmen der Zusammenarbeit niedergelegt. Aus­tausch durch dreiwöchige Studienreisen während der Semesterferien, wissenschaftliche Arbeits­tagungen und Besprechungen der Fachschaften zum Austausch von Arbeitsergebnissen und An­regungen. Veröffentlichung in der studentischen Presse, Veranstaltung von Ausstellungen, Vor­trügen und dergl. zur Verstärkung des gegen­seitigen Verständnisses, bilden den Gegenstand des gemeinsamen Abkommens.

Mißglücktet Versöhnungsverfuch

Paris, 13. Januar

Die vom französischen Ministerpräsidenten ein­berufene Sozialkonferenz im Pariser Matignon- Palast dauerte gestern von 16 bis 19 Uhr. Der Leiter der französischen LET.-Eewerkschaft Johaux, erklärte nach Schluß der Konferenz, daß eine grundsätzliche Einigung nicht habe erzielt werden können.

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Unser lagesspieZeZ

Die Japaner haben Kanton bombardiert. Die Vudapester Konferenz faßte wichtige Be­schlusse.

Der Führer besuchte Generaloberst Göring und Reichsleiter Rosenberg an ihrem 13. Ge­burtstag.

Dem deutschen Asienforscher Dr. Filchner wurde in Berlin ein großartiger Empfang zuteil.

Gauleiter Bürckel äußerte sich über den Plan eines Saarpfalz-Rheins-Kanals.

Der italienische Schisfsleutnant Nossazi stellte einen neuen Taucherrekord aus.

Der deutsche Rekordfahrer Ernst Henne hat den Motorradsport ausgegeben.

Der Bezirkswart des DRV. Dr. Perscn ist von seinem Posten zurückgetreten.

In Bremen werden die größten Oeltanks Europas gebaut.