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parteiamtliche Lageszeitung
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der Nationalsozialisten Vremens
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Nr. 6 / 8 . Jahrgang
srettag, 7 . Januar ISIS
kinzelpreis 15 Npf.
Englands seltsame Min-erdeitenpolitik
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der Leiter einer religiösen Sekle entpuppt sich als gerissener Sauner
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das Palästina-Judenproblem sollte London genügen sagt «Nailg Erpreß"
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London, 7. Januar
Des diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" will wissen, daß die neue rumänische Regierung es darauf absehe, 500 000 Juden aus Rumänien auszuweisen. Easterman oom „Daily Herold" hatte mit Goga selbst eine Unterredung. Der rumänische Ministerpräsident soll danach u. a. gesagt haben: «Wir haben 500 000 . vagabundierende Leute, die wir nicht als rumänische Staatsbürger führen können. Meine erste Maßnahme wird es sein, zu erklären, daß wir nicht die Verantwortung dafür tragen können, diese Leute in unserem Staatsleben zu behalten." „Daily Expreß" schreibt, daß England das Problem in Palästina noch nicht gelöst habe. Auf jeden Fall habe England in Palästina ein Judenproblem, das allein schon groß genug sei, um seine Energien zu absorbieren. Das sollte genügen.
. Paris, 7. Januar.
Mehrere Pariser Blätter besprechen im Zusammenhang mit der Judengesetzgebung in Rumänien den englisch-französischen Schritt in Bukarest wegen der angeblichen Nichtbeachtung des Pariser Minderheitenvertrages von 1819 durch die neue rumänische Regierung. „Petit Parisien" meldet, der englische und der französische Gesandte in Bukarest hätten den rumänischen Außenminister zur Achtung und Einhaltung dieses Vertrages aufgefordert. Die Frage werde auch noch bei dem Gedankenaustausch behandelt werden, den in 10 Tagen der englische Außenminister Eden und sein französischer Kollege Delbos mit dem rumänischen Außenminister in Genf haben würden. Bis dahin werde sich. so meint das Blatt, die rumänische Regierung in weiteren Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung vielleicht einige Zurückhaltung auferlegen.
Das „Oeuvre" glaubt zu wissen, daß der französische Gesandte in Bukarest sogar so weit gegangen sein soll, der rumänischen Regierung mit wirtschaftlichen Nachteilen, vor allem hinsichtlich der Wasfenlieserungen und des Erdölabsatzes zu drohen.
was man an der Itiemse übersieht
Unter der Überschrift „Der Gipfel der Heuchelei" befaßt sich der „Deutsche Dienst" mit der Besorgnis um die rumänischen Juden. „Man muß sagen", heißt es u. a. , „daß diese Bezugnahme auf den Minderheitenschutzvertrag außerordentlich überraschend kommt, und daß man sich kaum jemals einer ähnlichen englischen Anteilnahme an dem Ergehen der Minderheiten erinnern kann. Der Kamps gegen die volklichen Minderheiten ist seit dem Weltkrieg von den verschiedensten Ländern mit größter Schärfe geführt worden, und es hat dabei nicht an gröblichen Rechtsverletzungen und Unmenschlichkeiien gefehlt. Niemals aber hat man davon gehört, daß England freundschaftliche Ermahnungen hat ergehen lasten oder daß es sich gar zum Beschützer einer Minderheit aufgeworfen hat. Wann und wo hat England — so muß man fragen — beispielsweise Schutzmaßnahmen für die deutschen Minderheiten ergriffen? Hat man sich in London überhaupt jemals ernsthaft damit befaßt, das Los der Millionen deutscher Minder- heite-i erträglicher zu gestalten, geschweige denn. ihnen zu ihrem verbrieften Recht zu verhelfen? In Rumänien leben gegenwärtig 1Millionen Juden bei einer Eesamtbevölkerüng von 18 Millionen Einwohnern. Niemand wird bestreiten können, daß die Juden in Rumänien ein absolutes Parasitendasein führen. Die rumänisch: Regic- runß wehrt sich — wenn sie den jüdischen Einfluß zurückzudrängen sucht — g-o-n einen >n einem Nanonalstaat unmöglichen Zustand und stellt lediglich die Rechte des rumänischen -atsvolkes wiede- her.
Die englische Heuchelei wi-d offensichtlich, wenn man di: Kehrseite der englisch n Minderheiten- poli'u / tracht,!. Man brauch: nur an das furchtbare Schicksal der Sudctendeutschen zu erinnern. Die Tschechoslowakei zäh.t 11 Millionen Einwohner. Don diesen 11 Millionen sind 311 Millionen
Deutsche einem kaum noch zu beschreibenden Elend preisgegeben und dem Hungertode nahe. In Rumänien will die Regierung Goga lediglii die Juden aus den Staatsstellen ausschließen un jüdischen Betrügereien einen Riegel vorschieben In der Tschechoslowakei aber sind Millionen überhaupt ohne Arbeit und Verdienst und politisch und kulturell völlig entrechtet. Hat England es aber je für nötig gefunden, die Präger Regierung an die Durchführung des Minderheitenabkom- mens zu erinnern?
Man kann im übrigen auch aus der Kolsnial- geschichte noch viele Beispiele anführen, wie England den Minderheitenschutz auffaßt und mit welchen Mitteln die britischen Behörden vorzugehen pflegen, wenn es sich um die Durchsetzung der Interessen Englands handelt. Menschenleben haben dabei meistens überhaupt keine Rolle gespielt! Man braucht nur an das englische Vorgehen in jüngster Zeit in Indien uny.in Palästina zu erinnern. Dort wurde der „Minderheitenschutz" mit Brandbomben und Dynamit durchgeführt! Die Ruinen der in die Luft gesprengten arabischen Häuser in Palästina und die Todesurteile gegen im Kampf um ihr Recht in englische Hände geratene Araberführer sprechen eine beredte Sprache. Auch aus der Behandlung der Buren und vor allem aus der Niederwerfung des Vurenaufstandes lassen sich Beispiele anführen, die mit der jetzigen Besorgnis der englischen Regierung um das Ergehen der rumänischen Juden in krassem Widerspruch stehen. Großbritannien hat also allen Anlaß, sich zunächst einmal Gedanken über seine eigene Minderheitenpolitik zu machen.
Jüdische Nenunzianlin bestraft
Hamburg, 7. Januar.
Das Hamburger Schöffengericht verurteilte die 18jährige Volljüdin Eva Rosenthal wegen wissentlich falscher Anschuldigung und verleumderischer Beleidigung zu einem Jahr Gefängnis, ohne ihr die Untersuchungshaft anzurechnen. Die Angeklagte war im September 1837 aus der Reeperbahn von einem Polizeibeamten ausge- grissen worden, da sie gewerbsmäßig der Unzucht nachging. Bei ihrer Festnahme gab sie an, von einem Zuhälter verführt worden zu sein. Sie habe den Mann, besten Berns und Namen sie genau angab, in St. Pauli kennengelernt. Wenn sie sich ihm nicht fügen wollte, habe er sie geschlagen und schließlich das ganze Geld eingesteckt. Trotz mancher Zweisel wurde der angegebene arische Mann festgenommen. Auch bei der Gegenüberstellung blieb die Angeklagte bei ihren Angaben. Erst nach einmonatiger Untersuchungshaft kam die Jüdin damit heraus, daß sie gelogen habe.
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(Lrssss-Hotkmann.)
172 MM. Pfund Vefizit
(Oradtberlebt unserer Lsrlinsr .Lodriktlsitnvg) London, 7. Januar.
Nach dem Schatzamtsausweis für die ersten drei Quartale des britischen Staatshaushalts sind besten Ausgaben vom 1. April bis zum 31. Dezember 1937 im Vergleich zum Vorjahre von 592 auf 631 Millionen Pfund gestiegen. Die Einnahmen wiesen demgegenüber lediglich eine Erhöhung von 153 auf 179 Millionen Pfund aus. Das Defizit des britischen Staatshaushalts ist damit um weitere 33 Millionen auf insges a m t 172 Millionen Pfund angewachsen. Dies« erhebliche Zunahme des Fehlbetrages ist in erster Linie auf die außerordentlich gestiegenen Rüstungsaus- gaben zurückzuführen.
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I>ir Qondoixr - a- rl»-,-Lrücüe im IVerden. Unsere tVuknnIime neigt de» Leginn der Arbeiten an der neuen Lrücüe in I-ondon. Im Hintergrund die IlUksbriieko. (LresIs-AoHwerw.)
Newyork, 7. Januar.
Wenn Betrüger immer wieder „Erfolge" haben, so verdanken sie diese in den meisten Fällen allein derDummheit vieler Menschen, die in geradezu strafbar kindlicher Einfalt sich schon durch den oberflächlichsten Trick bluffen lasten. In Montreal ist ein Gauner aufgetaucht, der sich als frommes Lämmchen in einer religiösen Sekte einband und es verstand, in verhältnismäßig kurzer Zeit zum Leiter der Sekte aufzurücken. Den Mitgliedern täuschte er besonders gute Beziehungen znm Jenserts vor.
So behauptete er, in der Lage zu sein, aus dem jenseits Rcnntips zu bekommen, mit denen sich ungeheuer viel Geld verdienen ließe. Diese Tips nahm er natürlich bezahlt und machte so mit der Leichtgläubigkeit der Sektenanhiinger ein recht gutes Geschäft. Dieser Erfolg ermunterte den Betrüger allmählich zu einem anderen Trick, auf den ausgerechnet Männer hereinfielen, denen man eine solche Dummheit eigentlich nicht hätte zutrauen können. Aber in der Verblendung werden auch Männer zu Narren, und so glaubten sie der Verheißung ihres Vorsitzenden, daß in Kürze der zweite Messias erscheinen werde. Sie glaubten daran, daß er ihnen die Seligkeit bringen würde und scheuten keine Eeldausgabcn, um dieser Seligkeit würdig zu werden. Natürlich hatte der Gauner die ganze Sache so eingefädelt, daß die von den leichtgläubigen Männern abgestoßenen Geldsummen auf Umwegen in seine Taschen flössen.
Unterdessen hatten die Sektenanhiinger sich be
wegen lasten, den Messias in jenem Hause zL erwarten, in dem sie sich sonst zu religiöser Andacht zusammenfanden. Tag und Nacht blieben sie dort, und ihre Spannung wurde immer größer, denn der Betrüger verstand es, sie von Tag zu Tag zu steigern. Nur hatten diese Männer ihre Rechnung ohne ihre Ehefrauen gemacht. Die vermißten ihre Männer daheim und schlugen allmählich Lärm, als diese sich weigerten, in die Wohnung zurückzukehren. Als das nichts half, gipgen die Frauen zur Polizei, doch auch die Polizei vermochte nichts auszurichten, denn das Vertrauen der Männer in die Verheißung von dem bevorstehenden Erscheinen des Messias war unerschütterlich. Sie protestierten und klagten die Polizei an, sie ihrer religiösen Freiheit zu berauben. Das Eingreifen der Polizei hatte den Betrüger jedoch vorsichtig werden lassen. Er erklärte eines Tages, der Messias habe sein Erscheinen vorläufig abgesagt, so daß dann die Narren (Verzeihung: Männer) zu ihren Frauen zurückkehrten. Daheim kam Lei einigen der gesunde Menschenverstand wieder. Sie wurden helle, sie durchschauten den ganzen Bluff und ließen den Leiter der Sekte Unter polizeiliche Obacht stellen. Es dauerte nicht lange, bis es der Polizei gelungen' war, den Gauner zu entlarven. Den Schaden haben die leichtgläubigen Sektenanhiinger, der lachende Dritte ist die übrige Bevölkerung Montreals, die sich noch lange von diesem Dummenfang erzählen wird.
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Lsgsgnung mit Itslisns Untsi-rieklsmmistsr in 2'/, tsusenci Mstsr Nölis
(Sondvrbvriobt dsr „LreinerSIsitnil g")
Ein Mitglied unserer Berliner Schriftleitung hatte bei einer Ski-Tour auf den Monte Piano Gelegenheit, den italienischen Unterrichtsminister Giuseppe Bottai in 211 tausend Meter Höhe zu sprechen. Der Minister äußerte sich u. a. über die Frage des deutsch-italienischen Schüler- Austausches.
Vor der Monto-Piana-Hütte stecken im blendend weißen Schnee Skier zu Haufen. 2n den behaglichen Hüttenräumen sitzen sie auf einer Bank, Deutsche und Italiener, der Tiroler Standschütze, der selbst einst jenseits des schmalen Fels-Sattels zwischen dem italienischen und dem österreichischen Piana hinter dem Maschinengewehr hockte, und der schlanke Alpini-Hauptmann, der von Süden her damals seine Kompagnie in die Bergschlacht führte. An den rauchgeschwärzten Wänden hängen Stahlhelme beider Armeen, zerhackte Spaten, verrostete Gewehre, Handgranaten und Soldatenfotos von hüben und drüben. Die Feinde von ehedem aber sind längst Freunde geworden.
Auf dem kleinen Platz vor der Hütte, unter dem Fahnenmast mit der grünweißroten Trikolore steht mit einem Male in grauem Sportdreß Italiens Unterrichtsminister Bottai. Freundlich dankt er auf die Grüße der Sportler. Sein Blick hängt lange am West-Riff der Drei Zinnen, das in grandioser Majestät, eine ungeheüre, rostbraun leuchtende Felsen-Kathedrale, sich in den silbrigblauen Himmel türmi. Ueber die schwierige, gefährliche Nordwand hat Giuseppe Bottai vor einem Jahre diesen Verggiganten bezwungen, mit der gleichen Lust an der Tat, die ihn vor zwei Jahren nach' Abessinien trieb. Als Major, mit der Waffe in der Faust, kämpfte der damalige Korporalionsminister für das größere Italien. Nach der Eroberung Addis Abebas war er dann dessen erster Gouverneur.
Man hat sich . an Hauptmann Martinelli, den einsti, >n Piana-Kämpser und heutigen Hütten- win. nicht vergebens gewandt: Exzellenz Bottai ist zu einer Unterredung mit dem deutschen Journalisten bere't. Inmitten der grotesk zerrissenen Felsenleiten. : :r in wcitzcstem Weiß leuchtenden sitetscherfeli) . der riesigen Dolomit-Burgen, die ihre grausam stürzenden Wände in Nebelfetzen hüllen, steht man in 2?- tausend Meter Höhe dem italienischen Muiister gegenüber. Jede Geste, jede Bewegung des Mannes, der für das neue Jtali >n an Mussolinis Seite von Anfang an kämpfte, ist von natürlicher ungezwungener Einfachheit, lmn
Mann ohne jede Pose — das ist der tiefe erst, Eindruck.
Minister Bottai beginnt zu sprechen. Vor
seinem letzten Besuch im Reich. Ein Jahr nack der Machtergreifung durch Adolf Hitler hatte dei italienische Korporationsminister damals in Ve gleitung Dr. Leys, mit dem ihn seither eng, Freundschaft verbindet, Fabriken und national sozialistische Erziehungsstätten besichtigt. Au
stinen Worten klingt aufrichtige Achtung vor de, Leistung des neuen Deutschlands. Auf die Frag, nach seinem nächsten Besuch im Reiche geht Eiw seppe Bottai aus seiner Zurückhaltung heraus Er hofft, noch in diesem neuen Jahr nach Deutsch land zu kommen. Aus der betonten Herzlichkeil
Unser lagesspiegsl
Der französisch-englische Schritt in Bukarest stellt sich als eine widerspruchsvolle Einmischung heraus.
Rumänien hat das italienische Imperium anerkannt.
Prinzessin Fridcrike Luise wurde in Athen . ein begeisterter Empfang zuteil.
Der Neichsjugendsiihrcr sprach in München zu französischen und belgischen Jugendführern.
In Wilhelmshaven fand die feierliche lleber- gabe der Marineltandarte 11« an Standartenführer Hinz statt.
Der Flugzcugstiitzpunkt „Westfalen" kehrte nach einjähriger Abwesenheit nach Bremen zurück.
In der Hansestadt Bremen fand eine Gau- arbeitstagung des Amtes für Erzieher statt. Die Bremer Straßenbahn beförderte im vergangenen Jahr rund 59 Millionen Fahrgäste. Max Schmeling äußerte sich sehr zuversichtlich über seinen Kamps gegen Ben Foord.
Dem deutschen Mittelgewichtsmeistcr Besscl- mann bictch, sich doppelte Weltmeisterschasts- chancen.